• Tarapoto/San Martín: Genmanipuliertes Soya auf allen Märkten

    Bei vierzehn von fünfzehn entnommenen Soyaproben auf verschiedenen Märkten der peruanischen Regenwaldstadt Tarapoto handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um genmanipulierte Produkte. Das berichtet die Lokalzeitung „Hoy“. Die Einfuhr und der Verkauf genetisch veränderten Saatgutes ist in der Region San Martín verboten.

    Studierende und Wissenschaftler der San Marcos-Universität (UNSM) hatten auf zwei Großmärkten und in mehreren Lebensmittelgeschäften Mais- und Soyaproben entnommen. Von den vierzehn Maisproben war ebenfalls eine genmanipuliert.

    Am 19. Oktober hatte die Regionalregierung die Einfuhr, den Anbau, die Lagerung, die Erforschung, den Tausch und den Verkauf genetisch veränderter Organismen verboten, um die eigene Biodiversität nicht zu gefährden.

  • "Museum der Erinnerung" bekommt heute sein Grundstück

    Die Stadtverwaltung Miraflores übergibt heute ein 8.000 m²-Grundstück für das sogenannte „Museum der Erinnerung“. Damit ist ein wichtiger Schritt getan, mit dem Bau der Erinnersungsstätte für die Opfer des peruanischen Bürgerkrieges in den 80er und 90er Jahren zu beginnen. Der Bau und die Einrichtung des Museums wird unter anderem von der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Bei der Übergabe wird auch der Präsident der Planungskommission, der Schriftsteller Mario Vargas Llosa, sowie der ehemalige UN-Generalsekretär Javiér Pérez de Cuellar anwesend sein. Das Grundstück liegt im Distrikt Miraflores (Lima) mit Blick aufs Meer.

    Gleichzeitig hat die Planungskommission eine Diskussion über den Namen der Einrichtung begonnen. Möglicherweise werde das Projekt in „Raum der Erinnerung“ umbenannt, erklärte der Anthropologe Juan Ossio gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA. Das Wort „Museum“ werde für gewöhnlich als etwas „langsames, bürokratisches“ betrachtet, so der Anthropologe.

  • Bagua-Untersuchungsbericht doch erst in 5 Tagen

    Die Untersuchungskommission zum 5. Juni hat die Veröffentlichung ihres Berichtes um 5 Tage zurückverlegt. Das berichtet die Tageszeitung „La Republica“. In der zusätzlichen Zeit sollen die Zeugenaussagen und Dokumente, die in den vergangenen Wochen in Bagua und Umgebung aufgenommen worden waren analysiert und untersucht werden.

  • Bagua-Untersuchungsbericht: Noch nicht veröffentlicht, aber schon scharf kritisiert

    Für Morgen wird die Veröffentlichung des ersten Untersuchungsberichtes über die schweren Zusammenstöße zwischen Indígena und der Polizei am vergangenen 5. Juni in der Umgebund der nordperuanischen Stadt Bagua erwartet. Obwohl der Bericht nach Angaben der Untersuchungskommission noch immer nicht fertig gestellt ist, steht er bereits unter scharfer Kritik. In einer Vorabversion des Berichtes vom 7. Dezember, die unter anderem von SERVINDI veröffentlicht wurde, werden die an dem Konflikt beteiligten Indígena dargestellt, als wären sie von Anthropologen, Soziologen, Journalisten und NGOs (Nichtregierungsorganisationen) erst radikalisiert worden.

    Die Ordensschwester Maricarmen Gómez Calleja, Mitglied der Untersuchungskommission, erklärte gestern gegenüber IDEELE Radio, dem täglichen Radioprogramm der Menschenrechtsverteidigungsinstitution IDL, sie werde unter das Abschlussdokument nicht ihren Namen setzen. Der Ordensschwester zu Folge wird der Bericht den Anforderungen nicht gerecht, nach denen die Verantwortung für den Konflikt festgestellt werden sollte. Zudem gab sie an, es werde nicht vollständig klar, was exakt am 5. Juni vorgefallen war, man habe nicht genug Zeit zur Analyse gehabt. Gómez Calleja war von den Indígena als derren Vertreterin in die Kommission gewählt worden.

    Ein weiterer kritischer Punkt ist der über den ehemaligen Präsidenten der Indígena-Dachorganisation AIDESEP, Alberto Pizango. Auf Seite 5 des Vorabberichtes steht geschrieben „Pizango war im Urwald nie als absoluter Anführer bekannt. Wäre er wirklich Anführer gewesen, wäre er in Peru geblieben, auch wenn er dort ins Gefängnis oder bis in den Tod hätte gehen müssen, aber er flüchtete in die Botschaft von Nicaragua.“ Wie der Journalist Jorge Bruce in der Tageszeitung La Republica schreibt, wird in dieser Passage nicht nur vergessen zu erklären, woher diese abenteuerliche Behauptung stammt, sie wird auch nicht begründet und hört sich an „wie aus einem schlechten Roman oder einem Film über das Verhalten der ‚Indios’“.

    Morgen wird sich zeigen, wie viel davon noch im Abschlussbericht zu finden sein wird. Ordensschwester Maricarmen Gómez Calleja kündigte bereits an, möglicherweise einen Alternativbericht zu erstellen.

  • Erschreckend: 47% der peruanischen Stadtbevölkerung mit Totesschwadronen einverstanden

    Eine von der peruanischen Tageszeitung „El Comercio“ in Auftrag gegebene Umfrage über die Akzeptanz von Todesschwadronen als Mittel gegen mutmaßliche Verbrecher bringt erschreckendes zu Tage. Nach der Umfrage, für die von dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos Apoyo 1.000 Menschen in den 15 größten Städten Perus befragt wurden, gaben 47% der Befragten an, sie seien mit der Existenz offizieller Todesschwadronen, die mutmaßliche Verbrecher töten, einverstanden. 49% der Befragten erklärte dagegen, damit „nicht einverstanden“ zu sein.

    Vor wenigen Wochen hatte der peruanische Enthüllungsjournalist Ricardo Uceda mit einer Reportage für Aufsehen gesorgt, in der nordwestperuanischen Küstenstadt Trujillo gäbe es innerhalb der Polizei eine Art „Todesschwadronen“, die gezielt Verbrecher hinrichten würde.

    Die veröffentlichte Umfrage ist lau Ipsos Apoyo repräsentativ für 78% der peruanischen Stadtbevölkerung zwischen 18 und 70 Jahren, die Umfrage wurde zwischen dem 9. und dem 11. Dezember 2009 durchgeführt.

  • Nach Skandalwelle: Peru plant Stopp von Genehmigungen neuer Universitäten

    Nach einer Reihe von Skandalen rund um die Einrichtung, Qualität und Vergrößerung diverser Universitäten will die peruanische Regierung nun die Notbremse ziehen. Ein derzeit diskutierter Gesetzentwurf sieht vor, die Genehmigung neuer Universitäten auf Eis zu legen, bis alle Universitäten, die derzeit auf dem Weg endgültigen Genehmigung sind, diesen Prozess vollständig durchlaufen haben. Zudem soll eine neue Institution die Lehrqualität der bestehenden Universitäten überprüfen.

    Präsident Alan García hatte heute bei RPP noticias angeprangert, die derzeit 98 Universitäten mit über 400 Zweigstellen seien zu viel. 1990 habe es noch 34 gegeben.

    Zahlreiche peruanische Universitäten bieten neben den Studien an ihren Hauptstellen auch eine Mischung aus Fern- und Präsenzstudium in zahlreichen Filialen und Zweigstellen auch an kleineren Orten an. Viele dieser Filialen und Zweigstellen verfügen über keine Genehmigung. Schließt nach kurzer Zeit die Zweigstelle am Ort wieder, haben die Studenten oft nur wenige Möglichkeiten, ihr Studium fortzusetzen – unter anderem auch, weil mache dieser Institutionen formal überhaupt nicht existieren. Bereits erbrachte Studienleistungen und bezahlte Studiengebühren sind dahin.

    Eine Universität mit einer besonders großen Zahl von Zweigstellen ist die der peruanischen Luftwaffe nahestehende „Alas Peruanas“, die in den vergangenen Wochen wiederholt in die Schlagzeilen geriet, nachdem mehrere Justizbeamte und Kongressabgeordnete angeblich auf Kosten der Privatuniversität Reisen unternommen hatten.

    Bewegung im Dozentenstreik

    In den seit rund 90 Tagen andauernden Streik der Universitätsdozenten ist Bewegung gekommen. Am kommenden Donnerstag wollen sich Vertreter der streikenden Dozenten mit Abgesandten des Bildungs- und des Finanzministeriums treffen. Die Dozenten und ihre Gewerkschaft FENDUP fordern eine Angleichung ihres Gehalts an das Grundgehalt im Justizsektor.

  • Schulen dürfen sich nicht mehr "voruniversitär" nennen

    Die öffentlichen und privaten Schulen Perus dürfen in keinem Fall mit den Begriffen „voruniversitär“ oder „preuniversitär“ werben. Zudem dürfen in Zukunft Schulen, Paukakademien oder Repetitorien nicht mehr einen „garantierten Zugang zur Universität“ versprechen. Das erklärte der Vizeminister für Bildung Idel Vexler. Zum einen könnten diese Einrichtungen den Zugang nicht garantieren, zum anderen widerspräche es dem pädagogischen Konzept der Schulen, nur auf die Beantwortung der Aufnahmetests der Universitäten vorzubereiten, so der Vizeminister.

    Vor einigen Wochen hatte das Bildungsministerium mit einer Verordnung öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen die Nutzung, Verbreitung und Werbung von und mit den Begriffen „voruniversitäre Bildungseinrichtung“ verboten. Diese sind – laut der Verordnung – im peruanischen Bildungssystem nicht vorgesehen. Heute wurde die Verordnung noch einmal bekräftigt.

    In Peru besuchen Schüler oftmals nach Abschluss der weiterführenden Schule über mehrere Jahre hinweg Repetitorien, die einzig und allein auf den Aufnahmetest einer bestimmten Universität vorbereiten. Noch immer versprechen viele Anbieter dieser Kurse einen „garantierten“ Zugang zu bestimmten Hochschulen- ein Versprechen, das sie zumindest mit legalen Mitteln nicht einlösen können. Viele Universitäten betreiben selbst „Pre“-Akademien.

  • Kommentar: Peru kämpft gegen Aufrüstung…und will chinesische Panzer

    Seit einigen Monaten reisen Delegationen von Botschaftern und Ministern durch südamerikanische Hauptstädte, um für einen Pakt zu werben, der ursprünglich „Nichtagressionspakt“ hieß, inzwischen „Aufrüstungsbegrenzungspakt“ genannt wird. Darin sollen sich die südamerikanischen Staaten verpflichten, ihre Ausgaben für Rüstungsgüter transparent zu machen – und zu begrenzen, um über mehr Geld für Sozialprogramme zu verfügen. Bis dahin ein guter Plan, der vermutlich in erster Linie auf Waffengroßeinkäufer wie Chile und Venezuela zielen soll.

    Ganz glaubhaft wirkt er allerdings nicht. Zwar haben einige südamerikanische Staaten wie beispielsweise Paraguay und Ecuador ihre Unterstützung zugesichert, aber gleichzeitig wurden auf der vor wenigen Tagen nachgeholten Militärparade zum Nationalfeiertag fünf Panzer chinesischer Produktion vorgestellt. Diese Panzer sind derzeit zu Probezwecken in Peru, mehrere Regierungsmitglieder kündigten aber bereits an, den Kauf mehrerer dieser Panzer unterstützen zu wollen.

    Auch der Hardliner und Verteidigungsminister Rafael Rey lässt dieser Tage keine Möglichkeit aus, auf sein Lieblingsprojekt „5% der Erlöse aus künftigen Mineralienfunden für die Streitkräfte“ hinzuweisen. Das klingt nicht unbedingt nach Begrenzung der Ausgaben für Waffen.

  • "El tiempo es hoy" – peruanische Künstler singen gegen den Klimawandel

    httpv://www.youtube.com/watch?v=4Bm8agSxvO4

    „El tiempo es hoy“, sinngemäß „die Zeit ist gekommen“ heißt ein Lied, für das sich das Who ist Who der peruanischen Musikszene zusammengetan hat. Es soll besonders im Angesicht der Klimakonferenz dieser Tage in Kopenhagen auf die Problematik aufmerkam machen. Für Peru ist das Thema ein extrem wichtiges. Das Land ist eines derjenigen, die der Klimawandel besonders schwer treffen wird – und schon trifft. Gleichzeitig ist Peru ein Land, das im Kampf gegen den Klimawandel eine zentrale Stellung einnimmt. Das Amazonasbecken, das einen großen Teil des peruanischen Territoriums einnimmt, ist als „Lunge der Welt“ eine wichtiger CO²-Aufnehmer.

  • Hilfeschrei: Trujillo fordert 1.000 Polizisten gegen ausufernde Kriminalität

    1.000 Polizisten, große Anstrengungen aller in Trujillo tätigen Behörden, Institutionen und Organisationen und eine den Umständen angepasste Medienberichterstattung fordern im sogenannten „Pronunciamiento de Trujillo“ lokale Autoritäten, sowie Vertreter diverser Organisationen der Zivilgesellschaft und der Regionalregierung. Diese waren von Mons. Miguel Cabrejos, Erzbischof der nordwestperuanischen Stadt und Vorsitzender der peruanischen Bischofskonferenz, zu einem Krisengipfel eingeladen worden.

    Unter anderem hält die Stellungnahme, die von allen Beteiligten unterschrieben wurde, fest, dass die Gefängnisse [Perus] in ihrer derzeitigen Form eine Art „Schule des Verbrechens“ darstellen. Neben den zusätzlichen Polizisten und den größeren Anstrengungen aller Beteiligten wird auch der Bau einer Polizeischule in Trujillo und die Einführung einer landesweiten Politik zur inneren Sicherheit gefordert. Für den 18. Dezember ist ein Friedensmarsch durch die gesamte Innenstadt von Trujillo angekündigt.