• Huancabamba / Piura: 2 Tote bei Polizeieinsatz

    Zwei Tote und mehrere Verletzte hinterließ gestern in Huancabamba (Region Piura) eine Auseinandersetzung zwischen der Polizei und Bewohnern des Ortes Cajas-Canchaque. Die Polizisten hatten zuvor auf richterliche Anordnung mehrere Personen im Zusammenhang mit dem Mord an Mitarbeitern des Río Blanco-Bergbauprojektes in der Nähe festgenommen. Nach Angaben des Radiosenderverbundes CNR hatte die Polizei mit der Festnahme des Bürgerwehranführers Lorenzo Rojas García die Bevölkerung von Cajas-Canchaque gegen sich aufgebracht. Die Polizei habe daraufhin geschossen, wobei 2 Personen getötet und 6 weitere schwer verletzt worden seien, so die CNR.

    Nach Angaben der peruanischen Regierung sind bereits mehrere Polizeieinheiten auf dem Weg nach Cajas-Canchaque, um die Geschehnisse zu untersuchen. Die lokale Bürgerwehr (ronda campesina) rief die peruanische Volksanwaltschaft (Defensoria del Pueblo) an, die Untersuchung genau zu verfolgen. Ayde García Ruiz, Sprecherin des Dachverbandes der Bürgerwehren der Provinz Huancabamba kritisierte, die Staatsanwaltschaft habe sich bisher geweigert, den Tod der zwei Personen festzustellen.

    Wie die staatliche Agentur ANDINA berichtet, wurden auch 3 Polizisten bei dem Einsatz verletzt.

  • Ausgesaugte Ziegen mit Menschenfett

    Die Geschichte ging um die Welt: Ein Ring von Kriminellen habe Menschenfett verkauft, zum Kochen oder für rituelle Zwecke. Auch sensationslüsterne Medien in Deutschland konnten nicht widerstehen, sie zu veröffentlichen. Grund genug für den Chachablog, sie völlig zu ignorieren.

    Bis jetzt. Denn die Geschichte kostete den Kopf von Eusebio Félix Murga, bis heute Direktor der Kriminalistik-Einheit der peruanischen Nationalpolizei. Dieser hatte die Geschichte auf einer Pressekonferenz ins Rollen gebracht. In den vergangenen Tagen wuchsen aber die Zweifel an der Wahrheit seiner Erklärungen. Um nun eine „vollständige und unabhängige“ Untersuchung zu ermöglichen, werde Murga vorübergehend im „Innendienst“ eingesetzt, so Miguel Hidalgo, Generaldirektor der peruanischen Nationalpolizei.

    Für bestimmte Verbrechen werden in Peru immer wieder gerne Begriffe aus Mythen und Legenden der an solchen reichen Berg- und Urwaldwelt verwendet. Für diese Geschichte wurde der sog. „Pishtaco“ bemüht, ein Berggeist, der ähnlich dem „bösen Wolf“ vor allem Kinder davon abhalten soll, von zu Hause weg zu laufen. Ähnliche Geschichten gibt es auch vom Duende oder dem Chullachaqui, beides Geister, Phantome oder Gestalten, die einsam wandelnde vom Weg abbringen wollen.

    Manchmal werden aber auch Geschichten „importiert“, so z.B. der „Chupacabra“, der Nacht für Nacht Ziegen völlig aussaugt und dann einfach liegen lässt.

    Zum Abschluss ein Hinweis: Die angebliche „Menschenfettbande“, wurde bei Monzón verortet. Bei „Monzón“ handelt es sich nicht um eine Region, sondern um einen Distrikt.

    Mehr über den oben geschilderten Fall findet man übrigens am besten direkt bei La República.

  • Kommentar: Präsident García beim Papst

    Präsident García, Vicuña-Umhang, Papst. Foto: SERPRESS/ANDINA
    Präsident García, Vicuña-Umhang, Papst. Foto: SERPRESS/ANDINA

    Eine Stunde und 20 Minuten habe Präsident García mit dem Papst verbracht, meldete heute Morgen die staatliche peruanische Nachrichtenagentur ANDINA. In der nächsten Meldung, die einige Minuten später veröffentlicht wurde, war es dann nur noch eine halbe Stunde. In jedem Fall, so ließ García über den Nachrichtensender „RPP“ seinem Volk mitteilen, man habe über das „Recht auf Leben“ (zu Deutsch: Die Ablehnung von Abtreibung), über die „Verteidigung christlicher Werte“ und über die „Ausrottung der Armut“ gesprochen. Auch zur körperlichen Verfassung des Papstes konnte García etwas erzählen. Er habe einen „klaren Blick“, eine „beneidenswerte körperliche Verfassung“ und „viel Energie“.

    Als kleines Dankeschön brachte der Präsident dem Papst dann gleich noch einen hübschen Umhang aus Vicuña-Wolle mit. Und eine Einladung, im kommenden Jahr nach Peru zu kommen. Ob mit oder ohne Vicuña-Umhang sollte so ein Peru-Besuch aber gut überlegt sein. Vermutlich würde der Papst schon am Flughafen von einer kreischenden Menschenmenge empfangen. Mit „Johannes Paul II“-Rufen.

  • Nach Pannenserie: Bildungsministerium veröffentlicht alle gescannten Einstellungstests

    Examen de Nombramiento - Einstellungstest für Lehrer. Gestaltung: Peruanisches Bildungsministerium.
    Examen de Nombramiento – Einstellungstest für Lehrer. Gestaltung: Peruanisches Bildungsministerium.

    Die Blamage mit den angeblich technischen Problemen beim Einstellungstest für Lehrer nimmt für das peruanische Bildungsministerium Minedu kein Ende. Nachdem mehrere Male das Ergebnis korrigiert wurde, hat das Ministerium nun alle Lösungsblätter eingescannt und auf seiner Internetseite veröffentlicht. Da gibt es dann auch die Musterlösung, die man herunterladen kann. Theoretisch ist das ganze geschützt, man benötigt die Personalausweisnummer des Bewerbers oder der Bewerberin. Dadurch erhofft sich das Ministerium, die schweren Vorwürfe, man habe das Examen manipuliert, um Personen, die der Regierungspartei nahe stehen, einen Vorteil zu verschaffen, entkräften zu können. Der Vorwurf war unter anderem von der Lehrergewerkschaft SUTEP erhoben worden. Abebben werden die Vorwürfe aber wohl nicht so schnell. So erklärt die Lehrergewerkschaft, man habe der Staatsanwaltschaft stichhaltige Beweise vorgelegt, dass manche Teilnehmer die Lösungsergebnisse bereits vor dem Einstellungstest kannten. Zudem wird es vermutlich zu Klagen von Personen kommen, die im Verlauf der vorangegangen fehlerhaften Veröffentlichung der Ergebnisse mit einer für die Einstellung ausreichenden Note gekennzeichnet worden waren – deren Punktzahl aber im Verlauf der nachfolgenden Notenveröffentlichung wieder unter die notwendigen 14 Punkte rutschte.

  • Razzia im Picsi-Hochsicherheitstrakt: 12 Handys beschlagnahmt

    12 Mobiltelefone, zahlreiche weitere Handykarten und mehrere Hefte mit Telefonnummern von vermutlich erpressten Geschäftsleuten wurden heute im Hochsicherheitsgefängnis Picsi im nordperuanischen Ferreñafe beschlagnahmt. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA. In der unter dem Decknamen „Cordillera X-2009“ geplanten Razzia durchsuchten 5 Stunden lang 15 Staatsanwälte gemeinsam mit Polizisten und Gefängniswärtern des Gefängnisinstitutes INPE die verschiedenen Zellen und Aufenthaltsräume.

    Die Mobiltelefone wurden für weitere Ermittlungen der Kriminalpolizei Divincri übergeben.

    Neben den Telefonen und den Handychips fand die Polizei auch mehrere Päckchen, die vermutlich Kokain enthielten.

  • Camaná/Arequipa: 15 Saisonarbeiter sterben bei Verkehrsunfall

    Bei einem schweren Verkehrsunfall am Streckenkilometer 819,5 der Panamericana in der Provinz Camaná (Region Arequipa) kamen gestern nach Angaben der Agentur ANDINA 15 Saisonarbeiter eines Landwirtschaftsbetriebes ums Leben. Sieben weitere wurden teils schwer verletzt.

    Ein Kleinlaster, der die Arbeiter zu ihrer Arbeitsstelle bringen sollte, war mit einem Sattelschlepper bolivianischen Kennzeichens zusammengestoßen. Bisher konnte nur der Fahrer des Kleinlastwagens identifiziert werden, da die Arbeiter selbst keine Dokumente bei sich trugen. Die Polizei vermutet, dass es sich dabei um Personen aus Ilave (Region Puno) handelt, die als Saisonarbeiter nach Camaná gekommen waren, um dort bei der Reisaussaat zu helfen.

  • Erst Abhören, dann Schmuggeln: Ex-Minister Allison in den USA festgenommen

    Kein großes Glück hatte die ehemalige Nachwuchshofnung unter Perus Ministern Francis Allison in diesem Jahr. Zuerst musste er von seinem Amt als Bauminister zurücktreten, nachdem bekannt geworden war, dass er mehrfach das des Abhörens von Politikern und Personen öffentlichen Lebens verdächtige Unternehmen „Bussines Track“ (BTR) beraten hatte. Nun wurde er, wie peruanische Medien berichten, in den USA festgenommen, als er versuchte, in einer Bank 50.000US-$ abzuheben. Das Geld hätte er nicht nur beim Zoll deklarieren müssen, es herschen auch gewisse Zweifel, woher genau es eigentlich stammt.

  • Sateliten-Problem um peruanisches Staatsfernsehen angeblich gelöst

    Das peruanische Staatsfernsehen TV Peru (Kanal 7) kann wohl doch ohne Probleme weitersenden. Nach Angaben des Vizeministers für Kommunikation Jorge Cuba Hidalgo, hat das Transport- und Kommunikationsministerium MTC bis Februar 2011 einen Vertrag mit dem Satelitenbetreiber Intelsat ausgehandelt, was das Ministerium laut der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA 600.000US-$ kosten wird.

    Bis 2011 soll per Ausschreibung dann ein neuer, langfristiger Partner für das Satelitensignal gefunden werden, so das MTC.

    Intelsat hatte angekündigt, den Sateliten, über den derzeit das Signal von TVPeru ausgestrahlt wird, außer Dienst zu stellen. Davon wäre auch der Kanal des peruanischen Bildungsministeriums (Televisión educativa satelital) betroffen gewesen.

  • Bildungsministerium gibt noch einmal neue Ergebnisse heraus

    Rund eine Woche nach den seltsamen Vorkommnissen bei der Bewertung von zentralen Lehrer-Einstellungsprüfungen hat das peruanische Bildungsministerium nun ein drittes Mal die Ergebnisse „korrigiert“. Bei der ersten Korrektur habe ein Techniker die Daten wieder falsch eingeordnet, man habe sich deshalb von dem Mitarbeiter getrennt, so das Ministerium. Mehrere Bewerber bestätigten gegenüber dem CHACHABLOG, die neuen Noten seien die selben wie in der ersten Veröffentlichung. Ob dies bei allen Bewerbern zutrifft, konnte nicht bestätigt werden, da die Ergebnislisten nicht als ganzes veröffentlicht wurden.

    Gleichzeitig fordert die Lehrergewerkschaft SUTEP weiterhin den Rücktritt von Bildungsminister Chang. Chang war gestern nicht im peruanischen Parlament erschienen, wo ihn die Bildungskommission vorgeladen hatte. Er hatte erklären lassen, zu dem „entsprechenden Zeitpunkt bereits einen anderen Termin“ zu haben. Die Kommission plant nun, dem Minister ein Ultimatum zu stellen.

  • Nach Schweinegrippe-Absage: Nationalfeiertag wird nachgefeiert

    Nachdem am 28. und 29. Juli diesen Jahres die großen Militärparaden zum Nationalfeiertag wegen der Angst vor Schweinegrippen-Infektionen abgesagt worden waren, sollen diese nun am 8. Dezember nachgeholt werden. Das erklärte der peruanische Premierminister Javier Velásquez Quesquén.

    Da es sich mit dem 8. Dezember mit dem Tag der „unbefleckten Empfängnis“ sowieso bereits um einen arbeitsfreien Feiertag handelt, muss dafür auch kein Arbeitstag geopfert werden.

    Nach Angaben des Premiers hatte die gesamte Regierung die Entscheidung auf Vorschlag des Verteidigungsministers Rafael Rey getroffen.