Kategorie: Chachapoyas

Die Provinz Chachapoyas liegt in Nordperu, im Süden der Region Amazonas. Sie ist von den Anden geprägt, die sie von Nord nach Süd durchqueren, obwohl Chachapoyas selbst auch von vielen Peruanern fälschlicherweise als „Urwaldstadt“ bezeichnet wird. Ihren Namen tragen sowohl die Provinz, als auch die Chachapoyas, dem präinkaischen Volk der „Chachapoya“ zu Ehren, das unter Anderem die Kuelap-Festung errichtet hat. Chachapoyas ist die Hauptstadt der Region Amazonas und so wichtiges administratives Zentrum der ganzen Umgebung. Mit einer Pädagogischen Hochschule, einer Kunsthochschule, sowie einer Universität ist Chachapoyas zudem Bildungszentrum mit hohem Einzugsbereich.

Für Touristen ist Chachapoyas zudem wegen seiner Altstadt und den Museen, wie auch als Ausgangspunkt zu spannenden Reisezielen wie Gocta (dritthöchster Wasserfall der Welt), die Kuelap-Ruinen, das Leymebamba-Museum (mit hunderten Mumien) und den Kondorsee. Zudem ist Chachapoyas, gegründet am 5. 9. 1538, eine der ältesten Kolonialstädte Südamerikas.
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  • Universität Chachapoyas bekommt asphaltierte Zufahrtsstraße

    Bagger an der Baustelle zur Straße Chachapoyas-Higos Urco. Foto: Regionalregierung Amazonas.
    Bagger an der Baustelle zur Straße Chachapoyas-Higos Urco. Foto: Regionalregierung Amazonas.

    Nur wenige Monate nach Übergabe der endgültigen Betriebserlaubnis an die Toribio Rodriguez de Mendoza-Universität Chachapoyas wird für Studenten und Lehrpersonal schon bald ein weiterer Traum wahr: Die Straße zum Universitätscampus wird asphaltiert. Das berichtet Radio Horizonte. Demnach wurde bereits mit den Vorarbeiten an Teilen der Strecke begonnen, über die dann das neben der Universität gelegene Denkmal der Higos Urco-Schlacht, sowie die umliegenden Stadtviertel Tushpuna und Higos Urco noch schneller erreicht werden können.

    In der Vergangenheit hatten sich Bus- und Taxiunternehmer wiederholt geweigert, die Universität zum normalen Fahrpreis anzufahren. Als Grund gaben sie den hohen Verschleiß an ihren Fahrzeugen wegen des schlechten Straßenzustands an. In der Folge mussten wiederholt hunderte Studierende zu Fuß zum etwas außerhalb der Stadt liegenden Universitätscampus laufen.

    Die Asphaltierungsarbeiten werden von der Regionalregierung Amazonas finanziert, die dafür 9.361.000 Nuevos Soles aufgebringt. Bis Anfang komenden Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

  • Chachapoyas: Kunst-Studenten protestieren gegen Hochschulschließung

    Studenten der Kunsthochschule Chachapoyas sammeln Unterschriften. Bild: MPCH
    Studenten der Kunsthochschule Chachapoyas sammeln Unterschriften. Bild: MPCH

    Setzt sich die Leitung der peruanischen Schule der schönen Künste (ENSABAP) durch, sitzen bald über 40 Studenten, die in zwei Wochen das neue Semester beginnen wollten, auf der Straße. In einem Brief setzte der Bildhauer und ENSABAP-Universitätsleiter Víctor Delfín Paredes die Kunsthochschule Chachapoyas darüber in Kenntnis, dass die Gründungsurkunde aus dem Jahr 2005 für ungültig erklärt wurde. Die Kunsthochschule, bisher hauptsächlich von der Regionalregierung Amazonas finanziert, könnte zwar weitergeführt werden, dürfte aber keine Universitätszertifikate mehr ausstellen.

    Die ENSABAP-Universitätsleitung argumentiert, das höchste Gremium der Universität habe der Gründung einer Kunsthochschule in Chachapoyas nie zugestimmt, die Urkunde trage nur die Unterschrift des Direktors. Nach Angaben der Regionalregierung Amazonas war dies allerdings im Moment der Gründung der Kunsthochschule Chachapoyas ausreichend. Egal, wer sich am Ende durchsetzt, verlieren werden die Studentinnen und Studenten, deren Semester schon bald beginnen sollte. Auch für die Studienbewerber sieht es schlecht aus, die Aufnahmeprüfung wurde vorläufig abgesagt.

    Die noch-Studenten aus Chachapoyas haben derweil auf der Plaza der Stadt eine Mahnwache eingerichtet. Zudem werden Unterschriften gegen die Schließung gesammelt, die Universitätsleiter Delfín Paredes übergeben werden sollen. Auch die Regionalregierung Amazonas, die Stadtverwaltung von Chachapoyas, sowie zahlreiche Gewerkschaften und Gruppen unterstützen die angehenden Künstler. Eine Delegation ist inzwischen unterwegs in die peruanische Hauptstadt Lima, um im Bildungsministerium für die Fortführung der Kunsthochschule zu kämpfen.

    "UNIDAD EN LA VARIEDAD" – Ausstellung der ESNABAP Chachapoyas. Foto: D. Raiser

    Als ultima ratio hat inzwischen die Universität Toribio Rodriguez de Mendoza Chachapoyas angeboten, die Kunsthochschule Chachapoyas als Kunstfakultät unter ihre Fittiche zu nehmen.

    Obwohl erst vor fünf Jahren gegründet, konnte die die Kunsthochschule Chachapoyas schon mehrere hochkarätige Ausstellungen realisieren. Zuletzt hatte im vergangenen Jahr eine Ausstellung von Werken der Studierenden und Lehrenden über die Zusammenstöße zwischen der Polizei und Ureinwohnern der Region Amazonas einiges Aufsehen erregt. Die Ausstellung wanderte nach mehreren Monaten in einem Kunstmuseum in Chachapoyas durch verschiedene Regionen Perus. Von einer Schließung der Kunsthochschule wären auch mehrere Awajún und Huampis betroffen, Indígena aus dem Norden der Region Amazonas, die dort studieren.

    Allein der erst kürzlich eingeweihten Sitz der Kunsthochschule in Chachapoyas inklusive seiner fünf Ateliers und Hörsäle hatte 800.000 Nuevos Soles gekostet – über 200.000 Euro.

  • Kulturbehörde INC erklärt Soloco-Ruinen zu Kulturdenkmal

    Purum Llacta: Ruinenstadt in der Nähe von Soloco (Chachapoyas/Amazonas/Peru). Foto: D. Raiser
    Purum Llacta: Ruinenstadt in der Nähe von Soloco (Chachapoyas/Amazonas/Peru). Foto: D. Raiser

    Die Ruinen von Soloco, sowie die Terrassenfelder von Soloco sind jetzt offiziell Kulturdenkmal. Das geht aus der enstprechenden Erklärung der peruanischen Kulturbehörde INC hervor. Die Ruinen, im alten Quechua der Region „Purum Llacta“, altes Dorf, genannt, bilden einen beeindruckenden Komplex runder Wohnhäuser und wellenförmiger Schutzmauern.

    Neben Purun Llacta wurden in der peruanischen Region Amazonas auch noch die Hatum Pampa-Höhle, die Sirilacucho-Höhle, die Cachimiche-Höhle, die Tomasa-Höhle,die Mash Machayna-Höhle, die Quingayacu-Höhle, die Pampa Damia-Höhle, die Calgunga-Höhle, die Gacmal-Höhlen 1 und 2, die Corazón-Höhle, die Calquilla-Höhle, die Techac-Höhle, die Calvario-Höhle und die Ramos Cunga-Höhle unter Denkmalschutz gestellt. Auch die Ruinenkomplexe León Potrero, Pacchac, Choquia, Topia, Die Brücke über den „Quebrada de Ramos“- Bach, die Molinopampa-Terassen, und Piscoyahuco wurden zu Kulturdenkmälern erklärt. Die meisten dieser Denkmäler sind Bauwerke der Chachapoya-Kultur.

  • Paiján / La Libertad: Crash zwischen Bus aus Chachapoyas und Lastwagen – vier Tote

    Die Serie tödlicher Busunfälle auf peruanischen Straßen reißt nicht ab. Wie die peruanische Nationalpolizei PNP berichtet, heute gegen 5:45 Uhr Ortszeit vier Menschen ums Leben, als ein Überlandreisebus des Unternehmens „Civa“ auf einen Zementtransporter auffuhr. Mindestens 19 Menschen wurden teils schwer verletzt. Wie Radio Activa berichtet unter Berufung auf Augenzeugeugen berichtet, war der Zementtransporter auf der Panamericana Norte liegen geblieben, der Fahrer habe es versäumt, ein Warndreieck oder -licht auf- beziehungsweise anzustellen. Wegen des Nebels habe der Fahrer des Busses den Transporter in der Dunkelheit nicht rechtzeitig ausgemacht.

    Der Bus war mit 56 Passagieren von Chachapoyas (Amazonas) in die peruanische Hauptstadt Lima unterwegs. Unter den Toten ist auch der 42-jährige Fahrer des Busses.

    Das Busunternehmen Civa ist auf der Liste der peruanischen Busunternehmen mit den meisten Toten und Verletzten pro Anzahl der Busse und Jahr auf Platz 14. Im Zeitraum August 2008 bis Juli 2009 verloren nach Angaben des peruanischen Verkehrs- und Kommunikationsministeriums MTC (Liste der unsichersten Busunternehmen Perus hier herunterladen) bei 15 schweren Unfällen 15 Personen ums Leben, 81 Menschen wurden teilweise schwer verletzt.

    Die regionale Verkehrsbehörde kündigte inzwischen an, ihre Buskontrollen weiter zu verstärken.

    Ein Todesopfer bei Busunfall in Áncash

    Bei dem Zusammenstoß zwischen einem Bus und einem Lastwagen auf der Straße von Pativilca nach Huaráz auf Höhe des Ortes Chasquitambo wurde nach Angaben der Polizei eine Person getötet. Vier weitere Personen wurden verletzt.

  • Bach zerstört Wasserkraftwerk und Häuser in Santa Catalina (Luya)

    Santa Catalina von oben. Foto: Manuel Cabanas López
    Santa Catalina von oben. Foto: Manuel Cabanas López

    Die schweren Regenfälle der vergangenen Tage haben dem peruanischen Distrikt Santa Catalina (Prov. Luya / Reg. Amazonas) schwer zugesetzt. Mehr als 50 Häuser wurden zerstört, als der Zonto-Bach über die Ufer trat. Auch zahlreiche Felder wurden mitgerissen, eine Brücke schwer beschädigt. Vieh wurde unter Schlammlawinen begraben. Das örtliche Wasserkraftwerk, das den Distrikt mit Strom versorgte, wurde irreparabel beschädigt, wie Percy Rojas Zuta, Bürgermeister von Santa Catalina, gegenüber Red Informativa Regional (RIR) bestätigte. Auch das Trinkwassersystem brach zusammen.

    Obwohl die Niederschläge angekündigt worden waren, hatten sie die rund 1.700 Einwohner des Anden-Distriktes am Samstag weitgehend unvorbereitet erwischt. Inzwischen ist die Feuerwehr von Chachapoyas, sowie der Zivilschutz Amazonas in Santa Catalina eingetroffen, um die Schäden zu begutachten. Nach den starken Regenfällen besteht noch immer die Gefahr, dass einzelne Berghänge in der Umgebung abrutschen.

    Das auf 2665 Metern über dem Meeresspiegel gelegene Santa Catalina liegt westlich der Regionalhauptstadt Chachapoyas.

    Überschwemmungen auch in Imaza, Aserradero Shipamarca und Condorcanqui

    Aserradero nach dem Erdrutsch. Foto: S. Staiger
    Aserradero nach dem Erdrutsch. Foto: S. Staiger

    Wie der Zivilschutz Amazonas berichtet, sind auch zahlreiche Ortschaften an den Flüssen Utcubamba und Marañón betroffen. So wurden mehrere Häuser in Shipamarca, Chuquichaca, El Tingo viejo und Magdalena unter Wasser gesetzt. In Imaza (Bagua) sind derzeit rund 500 Personen ohne Obdach, nachdem das Wasser des Marañón in ihre Häuser eingedrungen war. Auch eine weiterführende Schule wurde zerstört. Im „Aserradero“ (Bongará), wo vor wenigen Jahren ein ganzes Dorf bei einem Erdrutsch in den Fluten des Utcubamba-Flusses versank, rutschte der Berg erneut ab und riss Teile der Fernando Belaúnde Terry-Straße  ins Tal. Inzwischen ist die Straße aber stundenweise wieder befahrbar, wie ein Busfahrer gegenüber INFOAMAZONAS erklärte. Auch in der Provinz Condorcanqui wurden zahlreiche Felder und Häuser weggeschwemmt, genaue Zahlen gibt es allerdings noch nicht, da angesichts der schweren Regenfälle das Satelitentelefon in Santa María de Nieva außer Betrieb ist.

  • Adriana von Hagen: Leymebamba-Kondore niemals ausgestorben

    "Kondorcito", der Andenkondor, der in die Freiheit entlassen wurde. Bild: Vilaya Tours.„Der Andenkondor will nicht aussterben und kehrt ins Amazonasgebiet zurück“ titelte vor wenigen Tagen die peruanische Tageszeitung „El Comercio“. Andere Medien übernahmen die Meldung. Zu unrecht, wie die Forscherin Adriana von Hagen, Co-Direktorin des Museums und Forschungszentrums „Centro Mallqui“ (Leymebamba) jetzt gegenüber dem INFOAMAZONAS erklärte. Denn: Der Kondor war niemals weg.

    Insgesamt fünf Kondore sind in der Nähe von Leymebamba beheimatet, berichten Vogelkundler. Noch vor wenigen Wochen waren es nur vier, dann konnte eine Gruppe von Vogelschützern um Adriana von Hagen, Oscar Bravo Cruz und Rob Dover einen jungen Kondor in die Freiheit entlassen. Der Vogel hatte kurz vor seinem ersten Geburtstag Anfang Dezember seine ersten Flugversuche unternommen und war dabei auf einem nahe gelegenen Feld unsanft gestürzt. Dabei verletzte er sich am Fuß. Der Besitzer des Feldes wollte ihn schlachten und essen oder meistbietend verkaufen. Das beherzte Eingreifen mehrerer Dorfbewohner rettete „Kondorcito“, wie er in Leymebamba liebevoll genannt wird, vermutlich das Leben.

    Deswegen können vogelinteressierte Reisende heute „Kondorcito“ und seine Artgenossen beobachten. Dazu müssen sie allerdings etwas Zeit und Glück mitbringen, so Adriana von Hagen gegenüber dem Peru-Nachrichtenportal INFOAMAZONAS. Die Kondore, eine der größten flugfähigen Vogelarten weltweit, leben im Atuén-Tal, das rund eine Laufstunde vom Museum Leymebamba entfernt liegt. Sie nisten in dessen steil abfallenden Hängen. An manchem Tag sind sie aber auch einfach „ausgeflogen“. Dann findet man sie vielleicht an dem See, dem sie einst ihren Namen gaben, die „Lagunda de los Cóndores“ (dt. Kondorsee).

    In Zukunft sollen die Leymebamba-Kondore auch besser geschützt werden. Dazu haben Kondor-Fans wie Oscar Bravo Cruz eine Reihe von Informationsveranstaltungen geplant. Darin wird nicht nur die bewegende Geschichte der ersten Flugversuche von „Kondorcito“ erzählt, noch wichtiger ist, der ländlichen Bevölkerung am südlichen Ende der Region Amazonas die Bedeutung des Kondors bewußt zu machen. Denn der Kondor ist nicht nur wichtig für das Ökosystems, sondern auch für den Geldbeutel der lokalen Bevölkerung, die durch den Schutz der Kondore ein Mehr an Besuchern erwarten kann.

  • Chachapoyas: 35 Verletzte bei Busunfall

    Mit einem Schrecken kamen die 35 Fahrgäste eines Überlandbusses des Unternehmens „Transportes Zelada“ am vergangenen Sonntag davon, als dieser in einer Kurve umkippte. Wie Radio Activa berichtet, war der Bus auf dem Weg nach Lima, als er aus noch ungeklärter Ursache nach rechts kippte, wo glücklicherweise die Leitplanke einen Absturz in die Tiefe verhinderte. Die 35 verletzten Passagiere wurden in das örtliche Krankenhaus eingeliefert. Der Unfall ereignete sich ca. 8km außerhalb von Chachapoyas auf der Straße in Richtung Pedro Ruiz.

  • Chachapoyas: Aufstand im Huancas-Gefängnis

    Eingang zum Gefängnis in Huancas (Chachapoyas/Amazonas). Foto: D. Raiser
    Eingang zum Gefängnis in Huancas (Chachapoyas/Amazonas). Foto: D. Raiser

    Bei einem Aufstand im Gefängnis des nordperuanischen Andendorfes Huancas (Provinz Chachapoyas) kamen zwei Insassen ums Leben. Fünf Mitarbeiter des peruanischen Gefängnisinstitutes INPE sind noch immer in der Hand der Aufständischen. Das berichtet Radio Activa.

    Inzwischen erreichte eine Delegation des Justizministeriums Chachapoyas, um vor Ort mit den Geiselnehmern zu verhandeln. Die Gefängnisinsassen wollen mit der Geiselnahme bessere Haftbedingungen erzwingen, insbesondere den Wechsel des INPE-Personals, dem sie Übergriffe auf Gefangene vorwerfen. In der Vergangenheit hatten sich Huancas-Gefangene bereits mehrfach über die Haftbedingungen beschwert, vor allem über unzureichende oder schlechte Verpflegung und die eisige Kälte oberhalb des Huancas-Cañon.

    Das Huancas-Gefängnis war erst vor wenigen Monaten vom Hochsicherheitsgefängnis auf eine niedrigere Sicherheitsstufe herabgesetzt worden. Huancas liegt nördlich der Regionalhauptstadt Chachapoyas auf über 2.500 Metern Höhe.

  • UNAT-A: Universität Chachapoyas bekommt endgültige Genehmigung

    UNAT Amazonas - Universität Chachapoyas. Foto: D. Raiser
    UNAT Amazonas – Universität Chachapoyas. Foto: D. Raiser

    In einem für die gesamte Region Amazonas historischen Akt wird Morgen die Universidad Nacional Toribio Rodriguez de Mendoza de Amazonas (Unat-A) in Chachapoyas endgültig ihre Betriebserlaubnis bekommen. Bereits Anfang des Jahrzehnts war die Universität gegründet worden, konnte bisher aber nicht eigenständig agieren, da alle Entscheidungen vom peruanischen Rat für den Universitätsbetrieb CONAFU abgesegnet werden mussten.

    Vergangene Woche waren in der Universität erstmals ein Rektor, die Dekane, die Fakultätsräte und die Studierendenvertreter der verschiedenen Ebenen gewählt worden. Damit war der letzte Schritt für die Institutionalisierung getan.

    Der Weg zur endgültigen Anerkennung als Universität war aber kein leichter. Wiederholt kam es zu Korruptionsskandalen und bis heute ungeklärten Diebstählen aus Räumen, zu denen -nach Angaben der jeweiligen vorrübergehenden Universitätsleitung- nur Mitarbeiter Zugang hatten. Mehrfach mussten Angehörige und Vorsitzende der vorrübergehenden Universitätsleitung zurücktreten oder wurden versetzt, zuletzt im Juni diesen Jahres, nachdem tausende Studierende der Universität ihren Rücktritt herbeiprotestiert hatten.

    Insgesamt sieben Stufen muss eine Universität in Peru für gewöhnlich nehmen, um eine endgültige Betriebserlaubnis zu bekommen. Dazu gehört neben der Besetzung der wichtigsten Ämter auch der Bau oder Kauf der Räumlichkeiten beispielsweise für die Verwaltung, Labors, Hörsääle und Seminarräume und die Bibliothek. Besonders letzteres war für die UNAT bis zum Schluss ein großes Problem: Die Bauarbeiten für die Bibliothek wurde erst verspätet abgeschlossen.

    In der Region Amazonas sind mit der Universitätsgründung große Hoffnungen verbunden. Derzeit wird an der UNAT-Amazonas in den Fächern Tourismusmanagement, Agrarindustrieingenieurswesen, Krankenpflege und Grundschullehramt gelehrt und geforscht. In Zukunft sollen weitere Fachbereiche hinzukommen.

  • Weihnachten oder erster April: Straßen von Chachapoyas nach Mendoza und Leymebamba sollen geteert werden

    Würde man die Worte von Perus First Lady Pilar Nores de García und Verkehrsminister Enrique Cornejo für bare Münze nehmen, könnten die Straßen, die Chachapoyas mit der Nachbarprovinz Rodriguez de Mendoza bzw. die Achamaqui-Kreuzung mit Leymebamba verbinden, bald ausgebaut und geteert werden. Leider beginnen sich nach den schönen Ankündigungen von Präsidenten und/oder Verkehrsministern die Machbarkeits- und Umweltverträglichkeitsprüfungen aneinanderzureihen. Das ist grundsätzlich positiv. Wäre denn abzusehen, wann diese fertig gestellt werden. Sollten diese Studien jemals fertig gestellt werden, dann hat vermutlich bereits eine neue Regierung das Ruder in der Hand, die bis zum Putzpersonal alle Mitarbeiter durch „Vertrauenspersonen“ austauscht. Bis sich diese, falls sie etwas von der Materie verstehen, in die vielfältigen Projekte eingearbeitet haben, vergehen dann im besten Fall weitere Jahre, im schlechtesten weitere Jahrzehnte.

    Schon hier zeigt sich ein Problem der erfolgten Ankündigungen. Das Jahrhundert, in dem die genannten Straßen gebaut werden sollen, wurde in den Ansprachen des Ministers und der First Lady nicht näher genannt. Dabei hat vermutlich die Straße von der Achamaqui-Kreuzung, die rund 25 Minuten Fahrzeit unterhalb von Chachapoyas liegt, in die Mumien- und Museumsstadt Leymebamba bessere Chancen. Sie würde den Abtransport von Früchten der Chirimoya-Plantage „Fundo Achamaqui“ erleichtern – die im Besitz eines Kongressabgeordneten der Regierungspartei APRA ist.

    Die Region Amazonas würde von beiden Straßen sehr profitieren. Rodriguez de Mendoza exportiert ökologischen Kaffee höchster Qualität in diverse Industrieländer, auch andere Produkte wie Rohrzucker und zahlreiche Früchte werden dort angebaut und könnten über eine bessere Straße schneller und günstiger einen Markt finden. Die Strecke zwischen Achamaqui und Leymebamba ist die touristische Hauptroute der Region. Sie verbindet mit Gocta den dritthöchsten Wasserfall der Welt mit den weltweit einmaligen Ruinen der Chachapoya-Stadt „Kuelap“ und dem Museum von Leymebamba, das mehrere dutzend Mumien der Chachapoya-Kultur beherbergt.

    Auch das Thema der Flüge von und nach Chachapoyas wurde angesprochen. Derzeit wird der moderne Flughafen nur sporadisch von Militärflugzeugen angeflogen. Nach Angaben des Ministers Cornejo gibt es durchaus interessierte Fluglinien. Allein gäbe es unter Touristen noch keine entsprechende Nachfrage, um die Linie wirtschaftlich zu betreiben.