Die Provinz Chachapoyas liegt in Nordperu, im Süden der Region Amazonas. Sie ist von den Anden geprägt, die sie von Nord nach Süd durchqueren, obwohl Chachapoyas selbst auch von vielen Peruanern fälschlicherweise als „Urwaldstadt“ bezeichnet wird. Ihren Namen tragen sowohl die Provinz, als auch die Chachapoyas, dem präinkaischen Volk der „Chachapoya“ zu Ehren, das unter Anderem die Kuelap-Festung errichtet hat. Chachapoyas ist die Hauptstadt der Region Amazonas und so wichtiges administratives Zentrum der ganzen Umgebung. Mit einer Pädagogischen Hochschule, einer Kunsthochschule, sowie einer Universität ist Chachapoyas zudem Bildungszentrum mit hohem Einzugsbereich.
Für Touristen ist Chachapoyas zudem wegen seiner Altstadt und den Museen, wie auch als Ausgangspunkt zu spannenden Reisezielen wie Gocta (dritthöchster Wasserfall der Welt), die Kuelap-Ruinen, das Leymebamba-Museum (mit hunderten Mumien) und den Kondorsee. Zudem ist Chachapoyas, gegründet am 5. 9. 1538, eine der ältesten Kolonialstädte Südamerikas. Mehr…
Soll ausgebaut und besser gesichert werden: Straße von Chachapoyas nach Mendoza. Bild: D. Raiser / INFOAMAZONAS
Der 135 Kilometer lange Straßenabschnitt von Chachapoyas über Rodriguez de Mendoza (San Nicolas) bis zum Ende der Straße (Punta de Carretera) wird in Zukunft von einem privaten Betreiber in Konzession in stand gehalten. Das gab die Regionalregierung Amazonas bekannt. Läuft alles nach Plan, kann der Konzessionär schon am 21. Juni seine Arbeit aufnehmen.
In der Region Amazonas (Nordperu) wurde die Nachricht begeistert aufgenommen, da die Straße bislang unter staatlicher Aufsicht dauerhaft in schlechtem Zustand war. Wiederholt kam es zu schweren Unfällen, was nicht zuletzt mit ungesicherten Abhängen extremer Höhe zusammenhing. Da die Straße bisher nicht geteert ist, konnte die Straße in der Regenzeit oft für mehrere Wochen nicht befahren werden.
Nach Angaben der Regionalregierung soll die Straße zudem bald schon in Richtung der Nachbarregion San Martín weiter ausgebaut werden.
Maut wird, wie bei der Straße Chachapoyas-Leymebamba-Balsas-Celendin, vorerst nicht erhoben.
Die folgenden Bilder, Collagen und Skulpturen sind Teil der Ausstellung „Einheit in der Vielfalt“, für die Studierende und Lehrpersonal der Kunsthochschule Chachapoyas ihre Sicht auf die Zusammenstöße zwischen Polizisten und Zivilisten am 5. Juni 2009 bei Bagua Grande künstlerisch verarbeitet haben. Damals verloren 33 Menschen ihr leben, darunter mehrere Indígena. Unter den Künstlern sind Indígena und Polizisten. Die Bilder sind Eigentum der Kunsthochschule, die Veröffentlichung erfolgt mit dem Einverständnis der Künstler.
Amazonas en duelo. Künstlerin: Ofelia Huaman Luliquis. Technik: Öl auf Leinwand. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.Achijatin, von Ricardo Carrascal Oyarce. Technik: Öl auf Leinwand. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
Die folgenden Bilder, Collagen und Skulpturen sind Teil der Ausstellung „Einheit in der Vielfalt“, für die Studierende und Lehrpersonal der Kunsthochschule Chachapoyas ihre Sicht auf die Zusammenstöße zwischen Polizisten und Zivilisten am 5. Juni 2009 bei Bagua Grande künstlerisch verarbeitet haben.
Culpables? no lo se! Künstler: Jhonson Puerta Salazar. Technik: Öl auf Leinwand. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONASS/N (ohne Titel). Künstler: Henry Mego Fernandez. Technik: Öl auf Leinwand. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.Despojo. Künstler: Percy Huaman Defina. Technik: Öl auf Holz. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONASEl reencuentro. Künstler: José Luis Esteves Zuta. Technik:Kohle auf Papier. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
Der beschlagnahmte Richtfunksender. Bild: D. Raiser / Infoamazonas.de
Sieben Monate und ein Monat sind vergangen, seitdem ein zentrales Element zur Sendung des peruanischen Radiosender „Radio Horizonte“ illegal beschlagnahmt wurde. Gestern wurde das Gerät, ein Richtfunksender, in Lima einem Bevollmächtigten der Diözese Chachapoyas übergeben. Der Sender ist notwendig, um das Radiosignal aus dem Studio zur Sendeanlage zu übertragen, die nach peruanischem Recht außerhalb des Stadtgebietes liegen muss.
Im vergangenen Oktober waren Polizisten im Auftrag des Verkehrs- und Kommunikationsministeriums MTC schwer bewaffnet in das Studio von Radio Horizonte eingedrungen, in dem sich zu dem Zeitpunkt nur ein einziger Mitarbeiter aufhielt. Unter dem unwahren Vorwand, Radio Horizonte hätte die Bezahlung für die Sendeerlaubnis des Richtfunksenders versäumt, wurde dieser Beschlagnahmt. Zudem wurde eine Anzeige gegen den Repräsentanten des Senders und Bischof von Chachapoyas, Mons. Emiliano Cisneros Martínez gestellt – die aber bereits nach wenigen Tagen von der Staatsanwalschaft als „haltlos“ fallen gelassen wurde.
Beobachter sahen zwischen der Beschlagnahmung des Senders einen Zusammenhang mit der Schließung weiterer katholischer und regierungskritischer Sender nach den Zusammenstößen zwischen der Polizei und Zivilisten am vergangenen 5. Juni im Umfeld des nahegelegenen Bagua Grande.
Derzeit überprüfen Spezialisten in der peruanischen Hauptstadt Lima, ob das Gerät bei der Beschlagnahmung beschädigt wurde. Er erwarte, dass das Gerät in den kommenden Tagen zurück in Chachapoyas sei, so Cisneros Martínez gegenüber INFOAMAZONAS.
In einer gemeinsamen Stellungnahme fordern die Regionalregierung Amazonas und die Provinzverwaltung Chachapoyas, die Verantwortlichen für den Tod von Polizei und Zivilisten am vergangenen 5. Juni zu ermitteln, sowie den „Tag des peruanischen Rums“ auf einen anderen Tag zu verlegen. In der Stellungnahme, die von allen Regionalräten gemeinsam mit allen Stadträten aus Chachapoyas unterschrieben wurde, werden deshalb die Zentralregierung, der Kongress, die Nationalpolizei, die Juikative, sowie die Staatsanwaltschaft dazu aufgerufen, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Geschehnisse in den Provinzen Utcubamba und Condorcanqui aufzuarbeiten.
Zudem wird der peruanische Kongress aufgefordert, die Festlegung des „Tages des peruanischen Rums“ auf den ersten Samstag jeden Monats Juni zurückzunehmen, da dieser heuer auf den 5. Juni fällt. Auch eine landesweite Schweigeminute um Punkt 10:00 Uhr Ortszeit (17:00 Uhr MEZ) wird gefordert.
Am 5. Juni vergangenen Jahres kam es im Umkreis der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße in der Provinz Utcubamba zwischen der Marañón-Brücke und Bagua Grande zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Zivilisten – darunter zahlreichen Indígena, die die Straße im Protest gegen mehrere Legislativdekrete für mehrere Wochen besetzt hatten. 11 Polizisten und 10 Zivilisten kamen hier ums Leben. Bei einer anschließenden Racheaktion gegen Polizisten im Umfeld der Erdölpumpstation 6 (Estación Nº 6) wurden weitere 12 Polizisten getötet. Ein Polizist wird bis heute vermisst. Zahlreiche Meldungen über weitere Opfer wurden von der peruanischen Volksanwaltschaft Untersucht, konnten aber nicht bestätigt werden.
Für den nun kommenden 4. und 5. Juni sind in Bagua zahlreiche Gedenkakte angesetzt, darunter eine Messe dort, wo alles seinen begann: Auf dem Straßenabschnitt rund um die Zahlstelle „Siempre Viva“ / Curva del Diablo der Fernando Belaúnde Terry-Straße nur wenige Kilometer vor Bagua Grande (Provinz Utcubamba).
Hinweis zum Ort des Geschehens: Bagua, Bagua Grande, Utcubama, Baguazo, Region Amazonas
Aufgrund sehr widersprüchlicher auf INFOAMAZONAS eingegangener Suchwörter hier ein paar Klarstellungen von Begriffen rund um die verschiedenen Baguas:
Bagua: Eine Provinz im Osten der Region Amazonas. Die Provinzhauptstadt ist Bagua, auch als Bagua Chica oder Bagua Capital bekannt. Die Provinz ging 1941 aus den Nachbarprovinzen Luya und Bongará hervor. 1984 wurde die Provinz Bagua in die Provinzen Bagua (Norden) und Utcubamba (Süden) aufgespalten. Im Nordwesten der Provinz leben Angehörige der Ethnien Awajún und Wampis.
Bagua Grande: Die bevölkerungsreichste und wohl kommerziell stärkste Stadt der Region Amazonas. Bagua Grande ist die Hauptstadt der Provinz Utcubamba.
Condorcanqui: Provinz im Norden der Region Amazonas. Neben Mestizen leben dort vorwiegend Angehörige der Ethnien Awajún und Wampis.
Utcubamba: Provinz, die 1984 aus dem Südteil der damaligen Provinz Bagua hervorging. Die Hauptstadt ist Bagua Grande. Sie wird von der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße durchzogen, auf der es im vergangenen Jahr zu den schweren Zusammenstößen kam.
Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße: Ehemals „Carretera Marginal de la Selva“, heute offiziell „Carretera Interoceanica del Norte“ (nördliche interozeanische Straße), verbindet die peruanische Küste über Olmos, Corral Quemado, Bagua Grande, Pedro Ruiz, Moyobamba und Tarapoto mit der Hafenstadt Yurimaguas, die über den Amazonas wiederum die Hauptverbindung nach Iquitos darstellt. Die Straße war in den Wochen vor dem 5. Juni vergangenen Jahres von Ureinwohnern besetzt gehalten worden.
Region Amazonas: Nicht zu verwechseln mit gleichnamigen Regionen in den Nachbarländern oder gar mit dem Amazonasgebiet als ganzem. Die Region Amazonas ist eine Verwaltungseinheit unterhalb der nationalen Ebene. Sie verfügt über einen Regionalpräsidenten, sowie 7 gewählte Regionalräte. Dazu kommen Regionaldirektionen der verschiedenen Ministerien auf nationaler Ebene
Baguazo: Begriff, der von peruanischen Medien für die Zusammenstöße am 5. Juni 2009 eingeführt wurde. Es handelt sich dabei um eine in Peru gebräuchliche Form zur Beschreibung von Krisen jeder Art. Dabei wird an einen Orts- oder Firmennamen die Endung „zo“ angehängt. Anderes Beispiel: Moqueguazo. Im peruanischen Boulevard wird die Endung häuig verwendet, um auf ein (vermeintlich) großes Objekt oder Geschehen hinzuweisen.
Wenige Tage nach dem schweren Erdbeben der Stärke 6,2 auf der Richterskala steht den Orten an den Ufern der Flüsse Marañón und Utcubamba eine neue Katastrophe bevor. Der Erdrutsch, der über einen Kilometer der Fernando Belaúnde Terry-Straße bei „El Aserradero“ zwischen Pedro Ruiz und Bagua Grande mitgerissen hatte, schüttete auch das Flussbett des Utcubamba-Flusses zu, wordurch ein künstlicher Stausee entstand. Nach Angaben des Zivilschutzes waren in den vergangenen Tagen oberhalb des „Aserradero“-Sektors starke Regenfälle verzeichnet worden. Aus Angst, zu dem natürlichen Anstieg des Wasserpegels könnte noch eine Flutwelle hinzukommen, wurden bereits zahlreiche Ortschaften an den Ufern des Utcubamba und – nach dessen Mündung – des Marañón auf eine mögliche Evakuierung vorbereitet. Bis zu 20.000 Personen müssten im Falle einer Überschwemmung evakuiert werden, so der Zivilschutz Amazonas.
Der künstliche Stausee sei auf rund 18.000.000 m³ angewachsen, so Víctor Cruzalegui, technischer Leiter des regionalen Zivilschutzes.
Erdbebenschäden an Häusern, Straßen und Stromnetz
Bagua Grande (Utcubamba): Zerstörtes Haus nach dem Erdbeben. Bild: INDECI
Nach dem jüngsten Bericht des Zivilschutzes wurden bei dem Erdbeben in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch 44 Wohnhäuser zerstört, 198 weitere beschädigt. Auch 12 öffentliche Gebäude weisen Schäden auf. Rund 1.000 Meter Straße rund um den Sektor „Aserradero“ (Streckenabschnitt 266+500) im Distrikt Jamalca (Provinz Utcubamba) sind unbefahrbar, 10% des Stromnetzes der Region Amazonas war für mehrere Stunden außer Betrieb. Die meisten Schäden wurden in der Provinz Chachapoyas verzeichnet. Es wurden keine Todesfälle wegen des Erdbebens verzeichnet.
Luftbrücke nach Lima und Fernverkehr über Leymebamba-Balsas-Celendin-Cajamarca
Wegen der Schäden um den „Aserradero“ kann die bei Überlandbussen und Lastkraftwagen bevorzugte Strecke Chachapoyas-Bagua Grande-Olmos-Chiclayo derzeit nicht befahren werden. Einzig Passagieren mit guter Kondition und wenig Gepäck können nach Angaben der Regionaldirektion für Verkehr und Kommunikation mit einem zweistündigen Fußmarsch den zerstörten Straßenabschnitt umgehen, wobei dabei vor der Gefahr weiterer kleiner Erdrutsche gewarnt wird. Ein Teil des Verkehrs wird über die Strecke Chachapoyas-Balsas-Celendin-Cajamarca umgeleitet, die wegen des Straßenzustands allerdings nur von kleineren Fahrzeugen befahren werden kann.
Zudem sind für den heutigen Tag, sowie kommenden Montag und Mittwoch, Hilfsflüge der peruanischen Luftwaffe angekündigt. Personen, die dringend in die peruanische Hauptstadt Lima reisen müssen, können ihren Platz dafür im Rathaus von Chachapoyas reservieren, der Flugpreis beträgt 100 Nuevos Soles, zuzüglich Flughafengebühr.
Spekulanten treiben Preise hoch
Derweil berichten lokale Medien aus Chachapoyas, aber auch aus Tarapoto (Region San Martín) über Preissteigerungen in Folge der unpassierbaren Straße. Die Staatsanwaltschaft hat mit stichprobenartigen Kontrollen begonnen, um ungerechtfertigte Preissteigerungen zu unterbinden. Da bestimmte Produkte von der peruanischen Küste ins Hochland und die Regenwaldregionen gebracht werden, ist es bereits schlechte Tradition, dass skrupellose Spekulanten besonders die Hühner-, Bier- und Gaspreise in die Höhe schnellen lassen.
Aserradero nach dem Erdbeben. Bild: Regionalregierung Amazonas
Das Erdbeben, das in der Nacht auf Mittwoch den peruanischen Norden erschüttert hat, ging nicht spurlos vorüber. Stück für Stück wird bekannt, dass doch mehr Schäden angerichtet wurden, als zunächst vermutet. Dabei hielt das Beben der Stärke 6,2 auf der Richterskala glücklicherweise nur für wenige Sekunden an.
In Chachapoyas
Haus der Familie Pingus nach dem Erdbeben. Foto: Stadtverwaltung Chachapoyas.
So wurde in Chachapoyas ein Haus fast vollständig zerstört. Im Stadtviertel Santa Rosa de Lima hielten mehrere Wände des Hauses nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes dem schweren Beben nicht stand. Die Bewohner konnten sich retten. An rund 100 Gebäuden wurden bei einer ersten Evaluation Schäden festgestellt, hauptsächlich handelt es sich dabei um gespaltene Lehmwände und herabgefallene Dachziegel. 10 Gebäude wurden vom Zivilschutz als „Unbewohnbar“ eingestuft.
Im Gebäude einer staatlichen Lehrerfortbildungseinrichtung waren mehrere Holzdielen zerbrochen, Tafeln von den Wänden gefallen und Tische umgestürzt.
In der Provinz Bagua
In Bagua Chica / Capital brach ein Rohr der Wasserversorgung. Große Teile der Stadt sind deshalb noch immer ohne Trinkwasser.
In der Provinz Utcubamba
Aus der Provinz Utcubamba wird der Einsturz eines Hauses gemeldet. Zahlreiche Gebäude seien leicht beschädigt worden, so der Zivilschutz Bagua Grande.
In Kuelap
In der Chachapoya-Festung Kuelap, wichtigstes Reiseziel der Region Amazonas, gab es nach ersten Angaben der regionalen Außenhandels- und Tourismusbehörde DIRCETUR keine schweren Schäden. Zur Sicherheit habe man aber ein Expertenteam nach Kuelap geschickt, um genauere Untersuchungen vorzunehmen, so der zuständige Regionaldirektor Enrique Serván Santillán.
Straßenlage
Aserradero: Straße nach dem Erdbeben. Bild: Stadtverwaltung Chachapoyas.
Mehrere Straßenabschnitte im Umland wurden durch das Erdbeben stark beschädigt. Die Straße von Chachapoyas über Tingo nach Leymebamba war vorübergehend nicht befahrbar. Der Abschnitt „El Aserradero“ der Fernando Belaúnde Terry-Straße, die Piura an der peruanischen Küste mit den nordperuanischen Anden- und Urwaldregionen verbindet, rutschte erneut ab und riss dabei mehrere Straßenkilometer mit sich. Nach Angaben des Konzessionsinhabers der Straße, IIRSA Norte, wird die Straße für mehrere Tage nicht befahrbar sein. Die Route verbindet nicht nur Piura mit dem Urwald, sondern ist gleichzeitig die zentrale Verbindung zwischen den Nord- und Südprovinzen der Region Amazonas. Aserradero war ein Dorf an der Mitte der Strecke Pedro Ruiz – Bagua Grande, das bereits mehrfach von Erdrutschen heimgesucht wurde. Daneben sind auch Teile der Straße von Chachapoyas nach Pedro Ruiz vorrübergehend unpassierbar, wie die Stadtverwaltung Chachapoyas mitteilt.
Luftwaffe organisiert Luftbrücke
Ab Samstag wird die peruanische Luftwaffe eine Luftbrücke organisieren, um Bewohnerinnen und Bewohner der von der Außenwelt abgeschnittenen Provinzen die Reise nach Lima zu ermöglichen. Nach Angaben von Dr. Peter Lerche, Bürgermeister von Chachapoyas, hat das Verteidigungsministerium bereits alles notwendige in die Wege geleitet. Der Flug in alten Transportmaschinen dauert rund eine Stunde und kostet weniger als ein Busticket: 100 Soles + Flughafengebühr. Auch für kommenden Montag und Mittwoch sind Flüge angekündigt, für die eine Registrierung im örtlichen Rathaus notwendig ist.
Plakat Raymillacta 2010. Quelle: Regionalregierung Amazonas.
Nur noch wenige Tage, dann ist es wieder soweit: Die Tourismuswoche Chachapoyas in der nordperuanischen Region Amazonas lädt Einheimische wie Weitgereiste zu einer Woche Musik, Tanz, Handwerk und gelebter Kultur in ihr Zentrum auf über 2.300 Metern Höhe. Täglich wird sich im Rahmen der „Fiesta de mi Barrio“ in der Woche um den 5. Juni ein Stadtteil mit seinen Traditionen, sowie reichlich Essen und Trinken präsentieren. Höhepunkt ist schließlich der „Raymillacta de los Chachapoyas“, ein farbenprächtiger Umzug durch die Straßen und Gassen der Andenstadt Chachapoyas, zu dem neben zahlreichen lokalen Gruppen auch Gäste aus verschiedenen Teilen Perus, aus den 7 Provinzen der Region Amazonas, sowie aus dem Nachbarland Ecuador erwartet werden. Auch hier werden überraschende Einblicke nicht nur in die örtliche Kleidungstradition geboten, sondern „nebenbei“ traditionelle Web- und Töpfertechniken präsentiert.
In diesem Jahr steht der „Raymillacta“ unter dem Motto „Für den Frieden und die Integration der Völker“ (Por la paz e integración de los pueblos).
Wegen Problemen in der Quellfassung ist die nordperuanische Andenstadt Chachapoyas derzeit von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Das gab heute das städtische Wasserunternehmen EMUSAP SRL bekannt. Inzwischen sind auch die örtlichen Wasserreservoirs leer, weswegen alle Anwohnerinnen und Anwohner auf Flaschenwasser oder Bachwasser angewiesen sind. Bereits gestern machte sich ein Bautrupp des Unternehmens auf den Weg zur Quellfassung, um den Grund für die Probleme zu bestimmen und zu beheben.
First Lady Pilar Nores und Minister Cornejo bei Flughafen-Einweihung. Bild: Foto: Lesly Bahamonde / ANDINAFlughafen Chachapoyas – Parkplatz und Terminal. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
Die Flüge sind zwar mit bis zu 90US$ ziemlich teuer, dennoch rückt die nordperuanische Andenstadt Chachapoyas (Region Amazonas) dieser Tage hunderte Kilometer in Richtung Perus Zentrum. Grund dafür ist die Einweihung des umgebauten Flughafens Chachapoyas (SPPY), sowie die Ankündigung regelmäßiger Linienflüge in die peruanische Küstenstadt Chiclayo.
Auch innerhalb der Region Amazonas soll es in Zukunft mehr Linienflüge geben, mit Rodriguez de Mendoza im Westen, sowie Puerto Galilea und Ciro Alegría (Provinz Condorcanqui) im Norden sollen die Einwohner der Region dank stark subventionierter Kurzstreckenflüge näher zusammenrücken. Die Tickets zu den drei letztgenannten Zielen sollen dabei schon ab 50 Nuevos Soles (etwas über 10 Euro) zu haben sein. Die entsprechende Fluggesellschaft soll nun über eine Ausschreibung bestimmt werden.
Flughafen Chachapoyas – Wartehalle und Check-In-Bereich. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
Die Flüge zwischen Chachapoyas und Chiclayo werden von der Fluggesellschaft LC Busre angeboten und richten sich nach Angaben des Unternehmens zumindest zu Beginn vorwiegend an Touristengruppen. Der peruanische Verkehrsminister Enrique Cornejo erklärte gestern bei der Einweihung des modernisierten Flughafenterminals in Chachapoyas, sollte es ein entsprechendes Verkehrsaufkommen geben, könnten die Preise für die Route sinken. Zudem, so Cornejo, soll mit der Fluglinie LAN verhandelt werden, um über Chiclayo mit einem einzigen Ticket Flüge nach Lima anbieten zu können.
Seit 2003 gab es nur noch vereinzelt Flüge von und nach Chachapoyas, zuletzt bot die peruanische Luftwaffe subventionierte Flüge in alten Militärtransportmaschinen von Chachapoyas nach Lima an. Grund für die geringe Anzahl an Flügen war der Absturz eines Flugzeugs im Landeanflug auf den Flughafen Chachapoyas, bei dem zahlreiche Menschen ums Leben kamen.
Militärtransportmaschine auf dem Flughafen Chachapoyas. Bild: D. Raiser / INFOAMAZONAS
Seit vier Jahren wird der Flughafen in Konzession von dem privaten Betreiber Aeropuertos del Perú (AdP) betrieben und modernisiert. Nach Angaben der Regionalregierung Amazonas wurden in die Modernisierung bisher 6,5 Millionen Nuevos Soles investiert.
Neben Transport- und Kommunikationsminister Enrique Cornejo waren bei der Einweihung auch Außenhandels- und Tourismusminister Dr. Martín Pérez, sowie die „primera dama“ (first lady) Dr. Pilar Nores de García anwesend.
Durch die Flugverbindung verkürzt sich die Reisezeit in Perus Hauptstadt Lima um rund 12 Studen.
Flughafen Chachapoyas – Parkplatz und Terminal. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
Militärtransportmaschine auf dem Flughafen. Bild: D. Raiser / INFOAMAZONAS
First Lady Pilar Nores und Minister Cornejo bei Flughafen-Einweihung. Bild: Foto: Lesly Bahamonde / ANDINA
Flughafen Chachapoyas – Wartehalle und Check-In-Bereich. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
Einbrecher haben die Stadtkasse der nordperuanischen Andenstadt Chachapoyas (Region Amazonas) ausgeraubt und nach ersten Erkenntnissen mehr als 24.000 Nuevos Soles (über 6000 Euro) an Bargeld gestohlen. Die Einbrecher waren in der vergangenen Nacht in das Rathaus eingedrungen und hatten den einzigen Wachmann überwältigt. Dann brachen sie die Kammer der Stadtkasse auf und raubten das Geld, das für die Bezahlung von Mitarbeitern bestimmt war.
Nach Angaben eines Mitarbeiters der Stadtverwaltung war das Geld über das Wochenende in der Stadtkasse verblieben, da es die verantwortliche Mitarbeiterin wegen Feierlichkeiten zum Tag der Arbeit nicht zur Bank gebracht hatte.