Kategorie: Chachapoyas

Die Provinz Chachapoyas liegt in Nordperu, im Süden der Region Amazonas. Sie ist von den Anden geprägt, die sie von Nord nach Süd durchqueren, obwohl Chachapoyas selbst auch von vielen Peruanern fälschlicherweise als „Urwaldstadt“ bezeichnet wird. Ihren Namen tragen sowohl die Provinz, als auch die Chachapoyas, dem präinkaischen Volk der „Chachapoya“ zu Ehren, das unter Anderem die Kuelap-Festung errichtet hat. Chachapoyas ist die Hauptstadt der Region Amazonas und so wichtiges administratives Zentrum der ganzen Umgebung. Mit einer Pädagogischen Hochschule, einer Kunsthochschule, sowie einer Universität ist Chachapoyas zudem Bildungszentrum mit hohem Einzugsbereich.

Für Touristen ist Chachapoyas zudem wegen seiner Altstadt und den Museen, wie auch als Ausgangspunkt zu spannenden Reisezielen wie Gocta (dritthöchster Wasserfall der Welt), die Kuelap-Ruinen, das Leymebamba-Museum (mit hunderten Mumien) und den Kondorsee. Zudem ist Chachapoyas, gegründet am 5. 9. 1538, eine der ältesten Kolonialstädte Südamerikas.
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  • Chachapoyas: Müllauto stürzt in die Tiefe / Fahrer tot

    Er war gerade dabei, den Müll aus Chachapoyas die Müllkippe hinunterzukippen, als sein Lastwagen den Hang hinabstürzte: Der 43jährige städtische Angestellte Heliodoro Chávez Huamán kam gestern bei einem tragischen Unfall an der Straße von Chachapoyas nach Rodríguez de Mendoza ums Leben. Sein Beifahrer war kurz zuvor ausgestiegen. Er benachrichtigte anschließend die Feuerwehr, die aber nur die sterblichen Überreste des Müllwagenfahrers bergen konnte. Sie lagen in der Nähe des zerschellten Lastwagens am Rande eines Baches.

    Chávez Huamán hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

    Obwohl bereits seit Jahren an einer Alternative geplant wird, wird das Gros der Mülls aus Chachapoyas bis heute außerhalb der Stadt einfach einen Hang hinuntergeschüttet.

  • Schutzgebiet-Betreiber der Region Amazonas beschließen engere Kooperation

    Die Vertreter von 15 Naturschutzgebieten in der Region Amazonas (Nordperu) haben eine engere Zusammenarbeit zum Schutz der Biodiversität beschlossen. Bei einem Treffen in Chachapoyas, das von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt wurde, sprachen sich insbesondere die Vertreter der privat organisierten Schutzgebiete (Áreas Naturales Protegidas, ANP) für mehr Kooperation aus und gründeten kurzerhand einen Dachverband, der zunächst von Pedro Heredia Arce geführt wird. Heredia Arce betreibt das Schutzgebiet Milpuj – La Heredad im Distrikt Magdalena (Prov. Chachapoyas). Private Schutzgebiete sind insbesondere für den Tourismus attraktiv.

    Zudem wurde in den Räumen der Kunsthochschule Chachapoyas die Fotoausstellung „Josas naturales de Amazonas“ (dt. Natur-Kleinode der Region Amazonas) eröffnet, die auf 45 Fotos Flora und Fauna der Region zeigt und in den kommenden Monaten in anderen Teilen der Region, ab kommendem Jahr dann auch in der Hauptstadt Lima zu sehen sein wird.

    Weiterbildung für Schutzgebiet-Ranger

    Bereits vor einigen Tagen wurden in Bagua Grande 24 Ranger verschiedener Schutzgebiete von Experten des botanischen Gartens Missouri (USA), des Schutzgebietes „Cordillera de Colán“ und des Kommunalschutzgebietes Chayo Nain weitergebildet. Nach der Theorie bekamen die Ranger in der Schutz- und Kontrollstation in „La Unión“ auch praktische Tipps für ihre Arbeit.

  • Illegale Siedlung beim alten Flughafen: Chachapoyas vor sozialem Konflikt?

    Es gibt keinen Strom und kein fließendes Wasser, dennoch haben dutzende Familien begonnen, im Umfeld des alten Flughafens von Chachapoyas (Region Amazonas) eine Siedlung zu errichten. Das bringt einige Probleme mit sich, denn der Zivilschutz stuft das besetzte Gelände nicht nur als „Hochrisikozone“ ein, der Stadtentwicklungsplan der Hauptstadt der Region Amazonas sieht auch die Wiederaufforstung der Grundstücke vor, um künftigen Bodenerosionen im Nahbereich von Chachapoyas vorzubeugen. Dennoch haben einige Familien bereits mit dem Bau rustikaler Häuser begonnen – ohne, dass ihnen der Grund gehört. Ähnlich wie bei der zunächst illegalen Ansiedlung im inzwischen weitgehend anerkannten Stadtteil „Pedro Castro Alva“ hoffen sie darauf, dass dann, wenn mit dem Bau von Häusern und Wegen Fakten geschaffen wurden, die Siedlung als weiterer Teilort anerkannt wird. Provinzbürgermeister Diógenes Zavaleta Tenorio erklärte, er hoffe, dass es wegen der Geländebesetzung nicht zu „unnötigen Zusammenstößen“ komme und rief die Besetzer auf, von ihren Plänen abzulassen.

    Für eine so einfache Lösung ist es aber wohl bereits zu spät. Wie eine 22jährige Bewohnerin der illegalen Siedlung gegenüber INFOAMAZONAS erklärte, sind bereits einige prekäre Hütten fertiggestellt, zahlreiche Häuser befinden sich bereits in fortgeschrittener Bauphase.

    Unter den Siedlern sollen vorwiegend Personen aus verschiedenen Dörfern des Südteils der Region Amazonas sein. Siedlungsbewegungen und Landnahme dieser Art ist in Peru weit verbreitet, fast alle großen Städte – inklusive der Hauptstadt Lima – vergrößern sich bis heute auf diese Weise.

  • Magdalena / Amazonas: Auto fällt in den Utcubamba / vier Personen ertrunken

    Polizei bei der Bergung des Unfallwagens. Foto: José Antonio Aguilar / PNP.
    Polizei bei der Bergung des Unfallwagens. Foto: José Antonio Aguilar / PNP.

    Bei Parsul (Distrikt Magdalena / Provinz Chachapoyas / Region Amazonas) sind am vergangenen Sonntag kurz nach Mitternacht vier Menschen ertrunken, als ein Auto aus noch ungeklärter Ursache in den Utcubamba-Fluss stürzte und sich mit dem Dach nach unten mit Wasser füllte. Wie José Antonio Aguilar Arévalo, Sprecher der Polizei Chachapoyas, gegenüber INFOAMAZONAS bestätigte, dauerte es wegen der Dunkelheit 10 Stunden, bis die Polizisten von der Polizeistation „Bajo Tingo“ mit Hilfe von Anwohnern die Leichen aller Todesopfer bergen konnten.

    In dem Taxi von Transervis-Amazonas, das normalerweise die Route Chachapoyas-Luya/Lamud bedient, fuhr der 41jährige Autohalter, sowie drei junge Erwachsene im Alter zwischen 19 und 23 Jahren.

  • Amazonas: Soloco beginnt mit Bewerbung seiner Höhlen

    Eingang einer Höhle oberhalb Solocos. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Eingang einer Höhle oberhalb Solocos. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Dass es in verschiedenen Teilen der nordperuanischen Region Amazonas beeindruckende Höhlensysteme gibt, war bereits länger bekannt. Was diese wirklich für einen Umfang haben, wird erst durch jüngere Forschungen offensichtlich. Nach Quiocta (Lamud/Luya), Shihual (Magdalena/Chachapoyas), sowie den Höhlensystemen im Umland von Leymebamba (Chachapoyas) beginnt nun auch das Dörfchen Soloco, mit seinen Höhlen zu werben. Und hat dabei einiges zu bieten, wie ein Team französischer, brasilianischer und peruanischer Höhlenforscher herausgefunden hat. Denn obwohl die Erforschung der Höhlen gerade erst begonnen wurde, konnten bereits Höhlen mit einer Länge von mehr als 15 Kilometern registriert werden. 3,8 Kilometer davon wurden bereits genau vermessen. Die Spezialisten selbst gehen nach Angaben der Tourismusdirektion Amazonas davon aus, dass die Haupthöhle, die den Namen „Parjugsha“ trägt, eine Länge von rund 20 Kilometern hat. Sollte sich dies bei den Vermessungen bestätigen, würde es sich um die längste bislang bekannte Höhle Perus handeln.

    Ruinenstadt oberhalb von Soloco (Chachapoyas/Amazonas/Peru). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
    Ruinenstadt oberhalb von Soloco (Chachapoyas/Amazonas/Peru). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS

    Wie auch andere Höhlen der Region – beispielsweise Quiocta – stießen die Forscher nicht nur auf beeindruckende Höhlenformationen, sondern auch auf Überreste, die sie nach einem ersten Beschau der Prä-Inka-Kultur der Chachapoya zuschreiben – Ruinen und vermutlich menschliche Knochen. Den Anwohnern Solocos waren die Höhleneingänge natürlich bekannt. Manche der Höhlen sind aber nur mit Spezialequipment begehbar, so führt der Eingang zur Haupthöhle durch ein 15 Meter tiefes Loch.

    Nach Soloco kommt man von Chachapoyas aus mit dem Auto oder Kleinbus in rund einer Stunde Fahrtzeit über die Straße nach Rodríguez de Mendoza. Vom Ortskern bis zum Einstieg ist ein Fußmarsch von rund 4 Stunden bergan notwendig. Im Umkreis des Einstiegs befinden sich zahlreiche Ruinen, darunter auch eine Art Festung auf dem Berggipfel, die ebenfalls der Chachapoya-Kultur zugeschrieben wird.

    Einen ersten Forschungsbericht finden Sie hier!

  • Churuja / Amazonas: Nachtaffen vor Wilderern gerettet

    Die nachtaktiven Anden-Affen. Foto: Michell León.
    Die nachtaktiven Anden-Affen. Foto: Michell León.

    Zwei nachtaktive Anden-Affen (Aotus miconax), eine geschützten Tierart, die nur in den Regionen Amazonas und San Martín (Peru) heimisch ist, wären beinahe Opfer von Wilderern geworden. In einer gemeinsamen Aktion spürten Beamte des örtlichen Kommisariats mit Hilfe des Bürgermeisteramtes die Wilderer auf und beschlagnahmten das Jungtier und seinen Vater.

    Zunächst war geplant, die beiden Tiere möglichst bald wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückzubringen. Bei der Jagd hatten die Wilderer aber offensichtlich dem älteren Affen einen Arm gebrochen und ein Auge verletzt, eine sofortige Rückführung war so unmöglich. Da aber weder die Polizei, noch das Bürgermeisteramt über Erfahrungen mit der artgerechten Affenhaltung verfügten, wurde die Hilfe der Biologin Fanny M. Cornejo hinzugezogen, die in der Nähe für die NGO Yunkawasi arbeitete. Diese Empfahl, die Affen nach einer Voruntersuchung im Gesundheitsposten Pedro Ruiz Gallo zunächst in Chachapoyas veterinärmedizinisch behandeln zu lassen und dann vorrübergehend dem Zoo in Huachipa (bei Lima) zu übergeben. Je nachdem, wie die Heilung der Verletzungen vorangeht, sollen die beiden Affen möglichst bald wieder in den Wäldern oberhalb Churujas ausgewildert werden.

    Der Affe bei der Augenoperation. Foto: Michell León.
    Der Affe bei der Augenoperation. Foto: Michell León.

    Da Chachapoyas derzeit über keinen Tieraugenspezialisten verfügt, nahm sich ein normaler Augenarzt des älteren Affen an, leider war das Auge dennoch nicht mehr zu retten. Rómulo Vargas Más, Bürgermeister von Churuja, versprach, sein Amt übernehme die Kosten für die Operation. Für Churuja sind die Affen wichtig, ziehen sie doch interessierte Reisende aus der ganzen Welt an.

    Der nachtaktive Anden-Affe steht auf der roten Liste vom Aussterben bedrohter Arten – gegen die Wilderer wurde Anzeige erstattet.

  • Alan García verspricht Asphaltierung der Route Achamaqui-Leymebamba-Balsas

    Bei seinem Besuch in der historischen Bergfestung Kuélap verkündete der peruanische Präsident Alan García, seine Regierung stelle 180 Millionen Nuevos Soles für die Asphaltierung der Straße Cruce Achamaqui-Leymebamba-Balsas bereit, die die Regionalhauptstadt Chachapoyas mit der Nachbarregion Cajamarca verbindet. Während seinem eineinhalbstündigen Besuch in Kuélap versprach García auch den Neubau des Santiago Apóstol-Krankenhauses in Bagua Grande, die Verbesserung des Wasser- und Abwassersystems in Bagua, sowie weitere Mittel für die Restaurierung von Kuélap. Begleitet wurde der Präsident von allen amtierenden Ministerinnen und Ministern.

    Von der Asphaltierung der Straße würden auch Besucher und Anwohner von Kuélap profitieren, da ein Teil der Strecke nach Kuélap auf  dieser Strecke zurückgelegt wird.

  • Polizei Chachapoyas beschlagnahmt Falschgeld im „Wert“ von mehr als 6.000$

    Chachapoyanisches Falschgeld, viel davon. Foto: José Antonio Aguilar / PNP Chachapoyas.
    Chachapoyanisches Falschgeld, viel davon. Foto: José Antonio Aguilar / PNP Chachapoyas.

    Groß war die Überraschung der Polizeibeamten in Chachapoyas (Amazonas), als sie nach dem Fund gefälschter Geldscheine bei einer Routinekontrolle in einem Taxi das Zimmer des Fahrers durchsuchten: Sie fanden gefälschte US-Dollar, auf denen ein Wert von insgesamt 3.000 aufgedruckt war. Weiters wurden, so Polizeisprecher Jose Antonio Aguilar gegenüber INFOAMAZONAS, 12.750 gefälschte peruanische Nuevos Soles beschlagnahmt. Neben den Chemikalien und zugeschnittenem Papier fanden die Polizisten auch einen Beamer, der nach Aussage des Geldfälschers mit Falschgeld erworben worden war. Wenig später fand die Staatsanwaltschaft dann noch unter einem der Vordersitze des Autos zwei Päckchen mit Kokain.

     

     

  • Chacanto-Brücke zwischen Cajamarca und Amazonas einsturzgefährdet

    Die Chacanto-Brücke, die über den Marañón hinweg bei Balsas die Regionen Amazonas und Cajamarca, sowie die Provinz Bolívar (La Libertad) verbindet, ist beschädigt und einsturzgefährdet. Das berichtet Radio Horizonte aus Chachapoyas. Demnach zeigen mehrere Zementpfeiler bereits Risse, Seile sind am durchrosten. Die Chacanto-Brücke wird zwar normalerweise nur wenig befahren, ist aber immer, wenn während der Regenzeit die anderen Fernstraßen an die peruanische Küste unpassierbar sind, die einzige Verbindung der Region Amazonas, sowie der Provinz Bolívar, zum Rest des Landes. Zudem handelt es sich um die kürzeste Route zwischen Chachapoyas (Amazonas) und Cajamarca.

  • Region Amazonas prüft Einführung von regionalem Indígena-Konsultationsverfahren

    Nachdem ein entsprechendes Gesetz an Perus Präsident García, sowie dem fehlenden Willen des Parlaments gescheitert war, prüft die Regierung der nordostperuanischen Region Amazonas nun die Einführung eines eigenen, regionalen Indígena-Konsultationsverfahrens. Damit soll auf regionaler Ebene nicht nur das von Peru ratifizierte Übereinkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) umgesetzt, sondern auch möglichen neuen sozialen Konflikten vorgebeugt werden. Das Übereinkommen 169 der ILO sieht vor, dass Ureinwohner um ihre Stellungnahme zu Gesetzen gebeten werden müssen, deren Wirkung sie betreffen könnte („Konsultationsverfahren“). Ein entsprechender Konsultationsmechanismus könnte nun, wenn der Regionalrat zustimmt, per Regionalverordnung zumindest für die Region Amazonas in Kraft treten.

    Gleichzeitig rief auch der gewählte Kongressabgeordnete der Region Eduardo Nayap Kinin bei einem Besuch in Chachapoyas seine noch aktiven Vorgänger auf, sich im peruanischen Kongress weiter für die Durchsetzung eines landesweiten Konsultationsgesetzes einzusetzen. Der Aufruf erfolgte im Hinblick auf den zweiten Jahrestag des „Baguazo“, der blutigen Zusammenstöße zwischen Indígena, lokaler Bevölkerung und der Polizei im Umkreis der Stadt Bagua Grande am 5. Juni 2009. Damals hatten dort tausende Indígena zum Protest gegen ein gesetzgebendes Dekret zur Umwidmung von Land und zur Neuregelung der Forstwirtschaft, das sie betraf und über das sie nie Konsultiert worden waren, eine Straße und eine Erdölpumpstation besetzt. Als die Polizei gewaltsam versuchte, die Protestierenden zu zerstreuen, kam es auf beiden Seiten zu Gewalttaten, bei denen mehr als 30 Menschen getötet wurden.