Schlagwort: Regenzeit 2011/12

  • Utcubamba / Amazonas: Erdrutsch bei Jamalca zerstört Häuser und Straßen

    Bei durch die starken Regenfälle der vergangenen Wochen ausgelösten Erdrutschen wurden im Distrikt Jamalca (Provinz Utcubamba / Region Amazonas) 25 Häuser zerstört, sowie schwere Schäden an mehreren Straßen angerichtet. Wie der Zivilschutz Amazonas berichtet, kam es zuvor zu Überschwemmungen, nachdem der Olom-Bach über die Ufer getreten war und die Straße nach Guayacán unpassierbar gemacht hatte. Wie Radio Horizonte aus Chachapoyas berichtet, wurde dabei offenbar auch ein Lastwagen von der Straße gedrückt, Personen kamen dabei glücklicherweise nicht zu Schaden. Auch die Straße zur Ortschaft Pirurco ist wegen kleinerer Erdrutsche derzeit unbefahrbar.

    Der Distrikt Jamalca schreibt inzwischen eine lange, traurige Geschichte tragischer Erdrutsche. So war vor wenigen Jahren das Dorf „Aserradero“ an der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße (IIRSA Norte) nach einem Erdrutsch fast vollständig in den Fluten des Utcubamba-Flusses verschwunden. Die Bewohner von „Aserradero“ wurden in Folge mehrmals umgesiedelt – und wurden wieder Opfer von Erdrutschen. Auch das IIRSA Norte-Konsortium, das die Fernstraße betreibt, die die nordostperuanischen Urwaldregionen mit der Küste verbindet, musste nun schon drei Mal den Straßenabschnitt auf Höhe des verlassenen „Aserradero“ neu bauen. Immer war die Straße wieder abgerutscht. Auch in diesem Jahr kam es nicht nur dort, sondern auch an der ebenfalls gefährdeten Stelle „El Salao“ zu neuen Erdrutschen, weswegen die Straße derzeit nur eingeschränkt befahrbar ist.

    Neben IIRSA Norte entsandte nun auch die Regionalregierung Amazonas schweres Gerät nach Jamalca, um die Aufräumarbeiten voranzutreiben. Gegenüber Radio „La Voz“ aus Bagua Grande beschwerten sich allerdings Anwohner, die Hilfe laufe viel zu langsam an.

    Probleme auch in Rodriguez de Mendoza

    Auch in der Provinz Rodriguez de Mendoza kam es wegen der starken Regenfälle zu Problemen. So war die Straße San Nicolas – Huambo vorrübergehend unpassierbar, im Distrikt Limabamba wurde eine Fußgängerbrücke schwer beschädigt. Im Distrikt Longar wurden mehrere Wohnhäuser Opfer der Fluten.

  • Überschwemmungen in Loreto: Zwangsferien für fast 90.000 Schüler

    Klassenzimmer unter Wasser. Foto: INDECI.
    Klassenzimmer unter Wasser. Foto: INDECI.

    Die Lage in der nordostperuanischen Regenwaldregion Loreto ist weiter angespannt: 51.991 Wohnhäuser wurden durch die Überschwemmungen der Regenzeit 2012 allein in dieser Region beschädigt, mehr als 200 davon zerstört. Bereits seit vergangenem November leiden Teile Loretos wegen der außergewöhnlich starken Regenfälle unter gewaltigen Wassermassen. Mehrmals stellten allein in diesem Jahr die Pegelstände mehrerer Flüsse, darunter des Amazonas, neue Rekorde auf. Insgesamt 174.678 Personen sind nach Informationen des peruanischen Zivilschutzes davon direkt betroffen, beispielsweise indem ihre Wohnhäuser in den in den Fluten versanken, oder sie sich mit wegen der Feuchtigkeit auftretende Krankheiten infizierten.

    Am stärksten trifft es aber wohl die 87.000 Schülerinnen und Schüler von 1.652 Schulen, die derzeit zwangsweise Ferien haben. Der Grund: 1.604 Schulgebäude wurden durch das Hochwasser teilweise oder ganz zerstört, 48 weitere dienen teils seit Monaten als Notunterkunft für Familien, deren Wohnhäuser beschädigt oder zerstört wurden.

    Inzwischen beginnt sich der Wasserstand zu stabilisieren, für die kommenden Wochen erwartet der peruanische Wetterdienst SENAMHI einen langsamen Rückgang des Wasserspiegels. Die regionale Bildungsbehörde, bislang weitgehend mit dem Problem allein gelassen, begann deshalb gestern, gemeinsam mit NGOs, Unternehmen und der katholischen Kirche einen Plan auszuarbeiten, wie der Unterricht – wo möglich – zum 14 Mai wieder aufgenommen werden kann. Dazu soll, so die Regionaldirektion für Bildung Loreto, unter anderem auch ein Notfalllehrplan erstellt werden, damit der für dieses Schuljahr vorgesehene Stoff zumindest teilweise durchgenommen werden kann.

    Inzwischen kündigte auch das Bildungsministerium aus der Hauptstadt Lima Unterstützung an. Man werde technische und finanzielle Unterstützung bereitstellen, um die Infrastruktur, das Schulmobiliar, sowie die Lehrmaterialien möglichst bald wieder Nutzbar zu machen, so der Vizebildungsminister Fernando Bolaños Galdos gestern beim Besuch einer der betroffenen Schulen. Bis die vielen Schulgebäude, die sich zu einem großen Teil bereits vor dem Hochwasser in einer präken Situation befanden, neu gebaut oder renoviert sind, werden nun Räumlichkeiten gesucht, in denen der Schulbetrieb vorrübergehend fortgesetzt werden kann. Das soll in Gemeindezentren, städtischen Veranstaltungsräumen, privaten und kirchlichen Schulen geschehen.

    Insgesamt betrifft das Hochwasser jeden vierten der 354.744 Schülerinnen und Schüler der Region Loreto, die derzeit in eine der 4.337 privaten und öffentlichen Schulen gehen. Am stärksten Betroffen sind die Provinzen Ucayali und Requena, wo 147, beziehungsweise 115 Schulen zerstört wurden.

    Hinweis: Aufgrund der vielen Nachfragen finden Sie hier eine kurze Anleitung, wo sie aktuelle Pegelstände des Amazonas und anderer peruanischer Flüsse finden.

  • Tarapoto / San Martín: Regenfälle lassen Kanalisation zusammenbrechen

    httpv://www.youtube.com/watch?v=esJe0wxlCH8
    Starke Regenfälle, die sich über acht Stunden hinwegzogen, haben am Montag in Teilen der peruanischen Region San Martín Schäden angerichtet. So brach in Tarapoto (Provinz San Martín), der größten Stadt der Region, das Abwassersystem zusammen, ganze Straßenzüge wurden überflutet. Der Zivilschutz berichtet allein in Tarapoto von 11 eingestürzten Häusern, weitere wurden beschädigt. Im Distrikt Morales stürzten wegen der Regenfälle zwei Häuser ein, 39 wurden stark beschädigt. Auch im Distrikt La Banda de Shilcayo (ebenfalls Provinz San Martín) stürzten drei Häuser ein, der Zivilschutz stellte inzwischen den Familien, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen konnten, Zelte zur Verfügung.

    Zu Problemen führten die Regenfälle auch in anderen Provinzen von San Martín. So wurden auch in Teilen der Provinzen Picota und Bellavista Häuser beschädigt, sowie Felder überschwemmt. Im 13.000-Einwohner-Distrikt Tabalosos (Provinz Lamas) riss ein Erdrutsch rund 100 Meter eines Fahrweges der Strecke San Miguel de Panjui – Nuevo Continente mit, zerstörte eine Fußgängerbrücke, sowie das Trinkwasserreservoir des Dorfes Nuevo San Miguel. Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.

  • Rioja / San Martín: 50 Häuser überschwemmt

    In der nordostperuanischen Provinz Rioja (Region San Martín) ist der Fluss Yuracc Yacu über die Ufer getreten, rund 50 Häuser stehen unter Wasser. Das geht aus dem jüngsten Report des peruanischen Zivilschutzes hervor. Zudem verschlimmerte sich die Situation in Distrikt Rioja, wo bereits Ende März der Uquihua-Fluss über die Ufer getreten war. Die Zahl beschädigter oder zerstörter Häuser stieg hier auf über 100. 450 Personen mussten ihre Häuser vorrübergehend verlassen.

  • Olmos / Lambayeque: Fünf Personen nach Überschwemmungen vermisst

    Im nordwestperuanischen Distrikt Olmos (Provinz und Region Lambayeque) traten die Flüsse Olmos und Cascajal über die Ufer und rissen Häuser Tiere und mehrere Menschen mit, fünf Personen werden nach Angaben des Zivilschutzes Lambeyeque noch immer vermisst. Fünf weitere Personen konnten gestern aus den Flut gerettet werden und erholen sich in einem nahegelegenen Krankenhaus. Rund 50 Häuser sollen zerstört worden sein. Seit vergangenem Freitag hatte es rund um Olmos fast ununterbrochen geregnet.

    Auch in den Distrikten Pacora und Íllimo kam es zu Problemen. So trat der La Leche-Fluss über die Ufer und zerstörte bislang 30 Wohnhäuser im Distrikt Illimo, sowie rund 85 im Distrikt Pacora.

  • Piura: Bus versucht Furt zu durchqueren und wird weggeschwemmt

    Die starke Strömung des angewachsenen Río Seco-Flusses in der nordwestperuanischen Region Piura wäre den Insassen eines Überlandbusses beinahe zum Verhängnis geworden. Wie der Nachrichtensender RPP berichtet, versuchte der Fahrer des mit rund 60 Passagieren voll besetzten Busses gegen zwei Uhr Morgens, an einer Furt den Fluss zu durchqueren. Durch die starke Strömung wurde der Bus rund 40 Meter abgetrieben. Durch Hilfeschreie alarmierte Anwohner kamen den Businsassen zu Hilfe und konnten über die Fenster offensichtlich alle retten. Der Unfall geschah im Distrikt Buenos Aires in der Provinz Morropón. Weiters wird berichtet, auf beiden Seiten des Flusses gebe es lange Schlangen von Fahrzeugen, die den Fluss gerne überqueren würden, ob des hohen Wasserstandes allerdings noch abwarten.

  • Chanchamayo / Junín: Drei Tote durch Überschwemmungen

    Bei Puntayacu (Distrikt San Ramón / Provinz Chanchamayo / Region Junín) ist gestern der Toropaccha-Fluss über die Ufer getreten und hat Schäden angerichtet, durch die mindestens drei Personen getötet wurden, darunter ein Kind. Wie der Zivilschutz Junín berichtet, wird eine weitere Person noch immer vermisst. Drei Leichen konnten Helfer bereits bergen. In den vergangenen Tagen hatte es ununterbrochen geregnet, gestern Morgen gegen 4 Uhr (Ortszeit) kam es offenbar zu einer Flutwelle, die mehrere Häuser zerstörte oder beschädigte. Auch eine Fischzucht wurde weitgehend zerstört.

  • Satipo / Junín: Erdrutsch richtet Schäden an

    Ein Erdrutsch hat gestern im peruanischen Distrikt Mazamari (Provinz Satipo / Region Junín) eine Schule, ein Wohnhaus, eine Brücke, sowie rund 300 Meter Straße schwer beschädigt. Wie der peruanische Zivilschutz mitteilt, sind insbesondere die Ortschaften Camavari und Pueblo Libre betroffen. Techniker des Straßenkonzessionärs begannen bereits mit den Aufräumarbeiten an den betroffenen Straßenabschnitten. Nach Angaben der lokalen Schulverwaltung (UGEL) wird der Schulbetrieb vorrübergehend in Räumen der Gemeindeverwaltung weitergeführt.

    Inzwischen wurden durch Mitarbeiter des Zivilschutzes 20 weitere Familien vorrübergehend evakuiert, da sich ihre Wohnhäuser im Gefahrenbereich weiterer Erdrutsche befinden.

  • Überschwemmungen in Tahuamanu (Madre de Dios)

    In der peruanischen Provinz Tahuamanu, im Dreiländereck Peru-Brasilien-Bolivien, sind die Flüsse Acre und Yaverija über die Ufer getreten und haben Teile der Provinzhauptstadt Iñapari überschwemmt. Nach Berichten der Provinzverwaltung mussten die Bewohnerinnen und Bewohner tiefer liegende Stadtteile evakuiert werden. Neben dem Stadtzentrum selbst, in dem nach Angaben des Zivilschutzes insgesamt 150 Häuser in den Fluten versanken ist wohl insbesondere der Stadtteil Virgen del Rosario betroffen. Von dort werden bislang 50 überflutete Häuser gemeldet. Große Teile der Stadt sind noch immer ohne Strom.

    Starke Regenfälle sind im peruanischen Sommer normal, in diesem Jahr fallen sie allerdings stärker aus als in anderen Jahren.

  • Lucanas / Ayacucho: Erdrutsche zerstören Straßen und rund 50 Häuser

    Eine Reihe von Erdrutschen haben im peruanischen Distrikt Laramate (Provinz Lucanas / Region Ayacucho) mehrere Straßen unpassierbar gemacht und bislang rund 50 Häuser zerstört. Wie aus dem jüngsten Notfallreport des peruanischen Zivilschutzes (INDECI) hervorgeht, rutschten Teile der Berge Calvario, Rodeo und Bellavista. Mehr als 100 Familien können ihre Häuser derzeit nach INDECI-Angaben nicht betreten, auch ein Gesundheitsposten wurde beschädigt.

    Inzwischen hat die Regionalregierung Ayacucho die Verlegung von Baumaschinen angeordnet, um die verschütteten Straßenabschnitte zumindest provisorisch wieder freizulegen.

    Die Regenzeit, die Peru alljährlich in den Sommermonaten trifft, fällt in diesem Jahr besonders heftig aus.