Schlagwort: Loreto

  • Amazonasbecken darf sich nun Naturweltwunder nennen

    Schön da: Amazonas bei Iquitos. Foto: D.Raiser/INFOAMAZONAS.
    Schön da: Amazonas bei Iquitos. Foto: D.Raiser/INFOAMAZONAS.

    Die Abstimmung der New 7 Wonders (N7W)-Stiftung hat es gewonnen, nun darf sich das Amazonasbecken als „Naturweltwunder“ bezeichnen. Das durfte es auch schon zuvor, eine weltweite N7W-Abstimmung im Internet brachte aber nun neben einer gigantischen Stimmenzahl auch noch einige Publicity. So war es auch nicht verwunderlich, dass auch Perus Präsident Ollanta Humala etwas vom Aufmerksamkeits-Kuchen abhaben wollte und den offiziellen „Weltwunder“-Festakt bei Iquitos – Hauptstadt der nordostperuanischen Region Loreto eröffnete. Er sei „stolz“, dass es auf peruanischem Boden etwas wie das Amazonasgebiet gebe, so Humala.

    Die peruanischen Regenwaldregionen stellen im Ganzen bisher einen Schwerpunkt von Humalas Präsidentschaft dar, so war er bereits mehrfach in Loreto, insbesondere im Grenzgebiet zu den Nachbarländern Kolumbien und Ecuador. Gleichzeitig geht seine Regierung die Probleme rund um den illegalen Bergbau im Umfeld der Amazonas-Zuflüsse stärker an, als alle Vorgänger. Auch innenpolitisch versucht die aktuelle Regierung, die östlichen, häufig vergessenen Regenwaldregionen ins Gedächtnis der peruanischen Bevölkerung zu rufen und als attraktives Reiseziel anzupreisen. Das erst kürzlich im Rahmen der „Marca Perú“-Kampagne der Tourismusförderungsbehörde PROMPERU veröffentlichte Video „Loreto Italia“ soll dazu seinen Beitrag leisten. Die nun erfolgte Ankündigung des Präsidenten, sich für den Bau eines „Amazonas-Nationalmuseums“ einzusetzen, war da nur logisch.

    Auch den fleißigen Abstimmern wurde bei dem Festakt, der mit einem pompösen Feuerwerk über dem Amazonas endete, ausführlich gedankt. Denn mit hoher Wahrscheinlichkeit kamen auch bei dieser Abstimmung wieder die meisten Stimmen für das Amazonasbecken aus den Ländern, die selbst einen Teil von ihm ausmachen – und nun darauf hoffen, mit mehr Touristen mehr Geld zu verdienen. So erwartet auch PROMPERU ein weiteres Anwachsen des Regenwald-Tourismus.

    httpv://www.youtube.com/watch?v=zYcGSiHf6JE

  • Peru: Justizminster Jiménez Mayor kündigt Bau weiterer Gefängnisse an

    Der peruanische Justizminister Juan Jiménez Mayor hat den Bau von sechs neuen Gefängnissen in diesem Jahr angekündigt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA berichtet, sollen die Justizvollzugsanstalten in Cochamarca (Region Pasco), Chincha (Region Lima), Satipo (Region Junín), Yurimaguas (Region Loreto), Juanjuí ( Region San Martín) entstehen. Das Gefängnis von Iquitos (Region Loreto) soll weiter ausgebaut werden. Durch den Neubau soll die kritische Lage vieler peruanischen Gefängnissen etwas abgemildert werden, die völlig überfüllt sind. Die meisten der genannten Gefängnisse sollen noch in diesem Jahr eingeweiht werden. Nach Angaben des Justizministeriums sitzen in peruanischen Gefängnissen derzeit 58.000 Menschen ein – obwohl die Anstalten lediglich Platz für 27.000 Personen bieten.

    Ein Blick auf die derzeitigen Zahlen in Iquitos (Region Loreto) ist der Bau der neuen Gefängnisse dringend notwendig. So bietet beispielsweise das Männergefängnis Platz für 416 Personen – 990 sitzen derzeit ein. In Bauga Grande (Region Amazonas) ist Platz für 60 Insaßen, 200 sitzen derzeit ein, in Chachapoyas (ebenfalls Amazonas) gibt es 288 Plätze bei derzeit 540 Insaßen. Das Gefängnis Tarapoto bietet Platz für 180 Personen und ist derzeit mit 560 Personen völlig überfüllt. Das Gefängnis Juanjuí soll Platz für 750 Personen schaffen, das in Yurimaguas für 500. Die Gefängnisbehörde INPE geht von einem weiteren Anwachsen der Gefängnispopulation aus.

  • Überschwemmungen in Loreto: Zwangsferien für fast 90.000 Schüler

    Klassenzimmer unter Wasser. Foto: INDECI.
    Klassenzimmer unter Wasser. Foto: INDECI.

    Die Lage in der nordostperuanischen Regenwaldregion Loreto ist weiter angespannt: 51.991 Wohnhäuser wurden durch die Überschwemmungen der Regenzeit 2012 allein in dieser Region beschädigt, mehr als 200 davon zerstört. Bereits seit vergangenem November leiden Teile Loretos wegen der außergewöhnlich starken Regenfälle unter gewaltigen Wassermassen. Mehrmals stellten allein in diesem Jahr die Pegelstände mehrerer Flüsse, darunter des Amazonas, neue Rekorde auf. Insgesamt 174.678 Personen sind nach Informationen des peruanischen Zivilschutzes davon direkt betroffen, beispielsweise indem ihre Wohnhäuser in den in den Fluten versanken, oder sie sich mit wegen der Feuchtigkeit auftretende Krankheiten infizierten.

    Am stärksten trifft es aber wohl die 87.000 Schülerinnen und Schüler von 1.652 Schulen, die derzeit zwangsweise Ferien haben. Der Grund: 1.604 Schulgebäude wurden durch das Hochwasser teilweise oder ganz zerstört, 48 weitere dienen teils seit Monaten als Notunterkunft für Familien, deren Wohnhäuser beschädigt oder zerstört wurden.

    Inzwischen beginnt sich der Wasserstand zu stabilisieren, für die kommenden Wochen erwartet der peruanische Wetterdienst SENAMHI einen langsamen Rückgang des Wasserspiegels. Die regionale Bildungsbehörde, bislang weitgehend mit dem Problem allein gelassen, begann deshalb gestern, gemeinsam mit NGOs, Unternehmen und der katholischen Kirche einen Plan auszuarbeiten, wie der Unterricht – wo möglich – zum 14 Mai wieder aufgenommen werden kann. Dazu soll, so die Regionaldirektion für Bildung Loreto, unter anderem auch ein Notfalllehrplan erstellt werden, damit der für dieses Schuljahr vorgesehene Stoff zumindest teilweise durchgenommen werden kann.

    Inzwischen kündigte auch das Bildungsministerium aus der Hauptstadt Lima Unterstützung an. Man werde technische und finanzielle Unterstützung bereitstellen, um die Infrastruktur, das Schulmobiliar, sowie die Lehrmaterialien möglichst bald wieder Nutzbar zu machen, so der Vizebildungsminister Fernando Bolaños Galdos gestern beim Besuch einer der betroffenen Schulen. Bis die vielen Schulgebäude, die sich zu einem großen Teil bereits vor dem Hochwasser in einer präken Situation befanden, neu gebaut oder renoviert sind, werden nun Räumlichkeiten gesucht, in denen der Schulbetrieb vorrübergehend fortgesetzt werden kann. Das soll in Gemeindezentren, städtischen Veranstaltungsräumen, privaten und kirchlichen Schulen geschehen.

    Insgesamt betrifft das Hochwasser jeden vierten der 354.744 Schülerinnen und Schüler der Region Loreto, die derzeit in eine der 4.337 privaten und öffentlichen Schulen gehen. Am stärksten Betroffen sind die Provinzen Ucayali und Requena, wo 147, beziehungsweise 115 Schulen zerstört wurden.

    Hinweis: Aufgrund der vielen Nachfragen finden Sie hier eine kurze Anleitung, wo sie aktuelle Pegelstände des Amazonas und anderer peruanischer Flüsse finden.

  • SENAMHI: Rekordwasserstände am Amazonas

    Stadtzentrum von Iquitos. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS

    Der peruanische Wetterdienst SENAMHI hat gestern Morgen in der nordostperuanischen Region Loreto einen neuen Rekordwasserstand am Amazonas gemessen. Der Pegel lag demnach bei 118,62 Metern über dem Meeresspiegel und bewegt sich auf 119 Meter zu, da für die kommenden Tage weitere Regenfälle erwartet werden. Der bisher gemessene Rekord lag bei 118,58 Metern über dem Meeresspiegel.

    Hinweis: Aufgrund der vielen Nachfragen finden Sie hier eine kurze Anleitung, wo sie aktuelle Pegelstände des Amazonas und anderer peruanischer Flüsse finden.

  • Loreto: Brandstifter zerstören Einrichtungen von Lokalsender

    In der nordostperuanischen Region Loreto sind heute in den frühen Morgenstunden das Gebäude, sowie die gesamte Technik des lokalen Radiosenders Radio Nauta in Flammen aufgegangen, die mutmaßlich von Brandstiftern entzündet worden waren. Wie Radio La Voz de la Selva aus Iquitos berichtet, hatten Nachbarn Personen am brennenden Gebäude gesehen, diese aber nicht erkannt. Anwohner und Mitarbeiter versuchten, das Feuer unter Kontrolle zu bringen, dennoch konnten Gebäude und Technik nicht gerettet werden.

    Ein Mitarbeiter von Radio Nauta machte für das Feuer Personen im Umfeld der Mitarbeiter des örtlichen Bürgermeisters verantwortlich, der gestern von einem Reporter des Senders wegen mutmaßlicher Korruption scharf kritisiert worden sein soll.

    Radio Nauta hatte seine Studios am Streckenkilometer 1 der Straße, die von Nauta (Distrikt Nauta / Provinz und Region Loreto) nach Iquitos führt. Nauta liegt südwestlich von Iquitos und hat rund 15.000 Einwohner.

  • Erdrutsche: Straße Tarapoto-Yurimaguas unbefahrbar / Preisspekulation in Yurimaguas

    Starke Regenfälle in den vergangenen Wochen haben auf der Strecke von Tarapoto (Region San Martín) nach Yurimaguas (Region Loreto) zu Steinschlag und mehreren Erdrutschen geführt und diese damit vorrübergehend unpassierbar gemacht. Wie der Zivilschutz informiert, ist die Straße an insgesamt vier Stellen unterbrochen. Zudem schwollen mehre Flüsse stark an und gefährden weitere Straßenabschnitte.

    Wie Radio Oriente aus Yurimaguas berichet, werden in einigen Geschäften bereits Waren knapp, die in der Region selbst nicht hergestellt werden können. Neben Gemüse sei vor allem der Preis für Fleisch stark gestiegen.

  • Loreto: Shuar geben Morona-Fluss wieder frei

    Eine Gruppe von Indigenen, die mehr als 10 Tage im Protest gegen die Arbeit des Bergbauunternehmens Talisman den Morona-Fluss in der nordostperuanischen Region Loreto besetzt hatten, haben den Fluss gestern wieder freigegeben. Wie die Tageszeitung „La República“ berichtet, hatten sich zuvor die Abgesandten von Talisman Energy Perú mit den Angehörigen der Shuar auf die Einrichtung eines runden Tisches geeinigt, in dessen Rahmen die Probleme insbesondere ökologischer und finanzieller Art besprochen werden sollen.

    Zahlreiche Shuar hatten den Morona-Fluss abgeriegelt und 11 Mitarbeiter von Talisman über mehrere Tage hinweg festgehalten. Das kanadische Unternehmen Talisman Energy macht derzeit noch Bodenuntersuchungen und plant die Förderung von Leichtöl ab 2012. Die Indígena, die im Umkreis der geplanten Förderstätten leben, verlangen, vor dem Förderbeginn konsultiert zu werden.

  • Loreto: Shuar blockieren Morona-Fluss im Protest gegen Erdöl-Unternehmen

    Die Organisation der Anrainer des Morona-Flusses vom Volk der Shuar haben gestern im Protest gegen die Erdölförderung durch das Unternehmen Talisman Energy Peru mit der Blockade des Morona-Flusses begonnen. Wie Shuar-Vertreter gegenüber Radio La Voz de la Selva aus Iquitos erklärten, möchte Talisman mit dem Probebohrungen beginnen, ohne zuvor die Indígena der Region konsultiert zu haben. Dazu waren und sind Staat und Unternehmen durch ein von Peru in den 90er Jahren unterzeichneten Übereinkommen mit der internationalen Arbeitsorganiation verpflichtet. Da es bei vergangenen Ölförderaktivitäten in der Region Loreto zu gravierenden Umweltverschmutzungen kam, befürchten die Shuar solche auch für den Morona-Fluss.

    In einem offenen Brief fordert eine Shuar-Dachorganisation zudem verschiedene staatliche Stellen dazu auf, der Region einen „Fortschritt zu ermöglichen, der unsere Lebenswelt, die Spiritualität, die Organisation, die Arbeit, die Bildung und die indigene Autonomie respektiert“. Durch die Blockade des Morona-Flusses soll verhindert werden, dass Boote mit Personal und Material von Talisman Energy ihren Bestimmungsort erreichen. Das kanadische Unternehmen Talisman Energy hatte dort 2005 Erdöl gefunden und plant 2012 mit der Förderung zu beginnen, sollten die noch geplanten Probebohrungen und Bodenuntersuchungen für das Unternehmen erfolgreich verlaufen. Das gefundene Erdöl wird mit einem API-Grad zwischen 35 und 37 als „Leichtöl“ bezeichnet.

    1995 war die erste Erkundungslizenz für das Ölfeld vergeben worden, seitdem hat die Lizenz mehrere Male den Besitzer gewechselt. Bereits 2003 war es zu Protesten gegen die Erdölförderung im Ölfeld 64 (Lote 64) gekommen. Das Unternehmen Burlington Resources hatte sich daraufhin zurückgezogen. Das nun betroffene Unternehmen Talisman schreibt auf seiner Internetseite, die Anrainer des Projektes über die reflexionsseismischen Bodenuntersuchungen konsultiert zu haben. Für das weitere Vorgehen sind demnach noch weitere Konsultationen notwendig.

    Der Morona-Fluss ist ein Zufluss des Marañón, der wiederum in den Amazonas mündet. Er zieht sich über eine Länge von mehr als 400 Kilometern durch Ecuador und Peru. Die Blockadeaktivitäten konzentrieren sich, so Radio La Voz de la Selva, auf die Umgebung der Ortschaft und des Militärstützpunktes Sargento Puño in der Provinz Datem del Marañón.

  • Loreto protestiert gegen Olmos-Projekt

    Staudamm "El Limón" des Olmos-Projektes, Präsident García im Schlauchboot. Foto: Sepres / ANDINA
    Staudamm "El Limón" des Olmos-Projektes, Präsident García im Schlauchboot. Foto: Sepres / ANDINA

    Wenige Tage vor dem Ablauf seiner Amtszeit hat der ehemalige peruanische Präsident Alan García Ende Juli noch per Dekret das Olmos-Tinajones-Projekt, durch das Wasser von der Ostseite der Anden die Andenwestseite Urbar machen soll, zu einem Staatsziel erklärt und damit in der Region Loreto eine Protestlawine losgetreten. In seltener Einigkeit wehren sich Regionalregierung, Kirchen, Uweltaktivisten und Kongressabgeordnete gegen den von ihnen befürchteten Eingriff in das „ökologische Gleichgewicht“. Regionalpräsident Iván Vásquez Valera fordert in einer Stellungnahme, das Dekret sofort zurück zu nehmen. Es gefährte das tropische Ökosystem und damit auch die Wirtschaft nicht nur Loretos, sondern aller [amazonischen] Regenwaldregionen, so Vásquez Valera. Gleichzeitig rufen zahlreiche Umweltgruppen für den 19. August zu einer Demonstration auf, um gegen das Dekret der García-Regierung, sowie gegen das Olmos-Projekt überhaupt zu protestieren.

    Das Olmos-Tinajones-Projekt besteht aus einem Staudaum („el Limón“), der den Huancabamba-Fluss aufstaut, um einen Teil des Wassers durch einen Tunnel („trasvase“) in die dem Pazifik zugewandte nordperuanische Wüstenregion zu leiten und dort landwirtschaftliche Großprojekte zu initiieren. Noch etwas weiter nördlich, in der Region Piura, ist ein ähnliches Projekt geplant.

    Während der Regierungszeit von Alan García kam es häufig zu sozialen Konflikten mit zahlreichen Toten, da wichtige wirtschafts- und sozialpolitische Entscheidungen ohne breite Diskussion und ohne Konsultation der Betroffenen per Dekret entschieden wurden.

  • Iquitos / Loreto: Altöl und Benzin fließen in den Amazonas

    Aus noch ungeklärter Ursache ist am vergangenen Donnerstag vom Gelände des Stromversorgungsunternehmens „Electro Oriente“ eine größere Menge Altöl in den Itaya-Fluss bei Ganzo Azúl (Provinz Maynas / Region Loreto) geflossen, der bei Iquitos in den Amazonas mündet. Das bestätigte Élvis Sandoval, Direktor für Umweltmedizin der regionalen Gesundheitsbehörde, gegenüber dem Radiosender „La Voz de la Selva“. Demnach strömte das Altöl aus einem gebrochenen Rohr in den Abwasserkanal des Unternehmens, der wiederum direkt in den Fluss geleitet wird.

    Bereits im Februar war es an der selben Stelle zu ähnlichen Problemen gekommen. Nach Ansicht der regionalen Gesundheitsbehörde ist der Ölfilm auf dem Wasser diesmal sogar noch größer. Inzwischen wurden mehrere Barrieren ausgesetzt, mit denen die weitere Verbreitung des Öls verhindert werden soll. Die Umweltstaatsanwaltschaft Loreto nahm die Ermittlungen auf.

    Erst vergangene Woche war auch im Nahegelegenen Barrio Florido (Distrikt Punchana) eine größere Menge Benzin in einen Fluss geflossen. Anwohner berichteten von tausenden toten Fischen. Wie Radio LVS berichtet, war das Benzin in der Raffinerie von Petroperú ausgelaufen.