Schlagwort: Loreto

  • Yurimaguas/Loreto: Flusspiraten überfallen Schiff

    Nur wenige Wochen, nachdem der peruanische Sternekoch Gastón mit seiner Familie auf einer Flusskreuzfahrt auf einem Nebenfluss des Amazonas von Flusspiraten überfallen worden war, wurde nun erneut ein Boot, das nach Polizeiangaben mit 80 Personen besetzt war, überfallen. Die Flusspiraten verletzten einen 14jährigen durch einen Streifschuss und vergewaltigten eine 18jährige Passagierin. Das „Kilomay IV“ genannte Flussschiff war von Bajo Huallaga (Region San Martín) nach Alto Amazonas (Loreto) unterwegs, als es in der Nähe des Ortes Santa María überfallen wurde.

    Sechs schwer bewaffnete Flusspiraten hatten sich dem Schiff in einem kleinen Holzboot genähert und auf dem Schiff mehrmals in die Luft geschossen. Anschließend nahmen sie die Habseligkeiten der Reisenden an sich. Als sie flüchten wollten, ließ sich der Außenbordmotor nicht anwerfen, was der Kapitän der „Kilomay“ ausnutzte, um das Boot zu rammen. Die Passagiere der „Kilomay IV“ fischten vier der schiffbrüchigen Piraten aus dem Wasser, verprügelten und fesselten sie äußerst „unsanft“. Zwei Flusspiraten konnten mit einem Teil der Beute fliehen. Nach kurzer Zeit nahm die Polizei die vier Piraten vom Schiff fest.

  • Marañón-Express: Regionalregierung Loreto sucht Investoren

    Die Planungen zum Bau einer Zugstrecke von Yurimaguas nach Iquitos in der Region Loreto nehmen langsam Formen an. Noch immer fehlen allerdings Studien zur Umweltverträglichkeit der 576km Zugstrecke.  An den schwierigsten Stellen müsste der Zug zuerst eine 800 Meter lange Brücke über den Marañón und anschliessend über den Nanay (500m) überqueren. Auf dieser Strecke, die zuerst dem Huallaga und schliesslich dem Marañón folgen würde,  würde er zudem mehrere Schutzgebiete durchqueren, den Nationalpark Pacaya-Samiria und as Schutzgebiet Tamshiyacu Tahuayo, sowie den Nationalpark Allpahuayo Mishana, in denen vom Aussterben bedrohte Tierarten wie Tapire, Jaguare, Gürteltiere und Ameisenbären leben. Im Gegensatz zum Bau einer Strasse wäre zwar die Gefahr neuer Ansiedlungen im Urwald unwahrscheinlicher, im Verlauf der Bauarbeiten wäre eine Beeinträchtigung kaum zu vermeiden. Zudem würden Wanderwege diverser Tierarten unterbrochen, wie der Biologe José Álvarez Alonso vom Institut zum Studium des peruanischen Amazonasgebietes IIAP zu bedenken gibt. Aber auch er sieht die Möglichkeit, einige Teile der Bahnstrecke auf hohen Stützen zu bauen.

    Bis 2009 sollen die Studien abgeschlossen werden. Nach Angaben des Regionalpr{sidenten von Loreto, Yván Vásquez, wird das Projekt mindestens 850 Millionen US-Dollar kosten, das zum grössten Teil von Investoren aufgebracht werden soll. Das Projekt, das den Spitznamen „Marañón-Express“ (Expreso del Marañón) trägt, soll in naher Zukunft rund 60 Passagiere pro Tag pro Richtung transportieren, hauptsächlich allerdings Güterverkehr. Neben einer verbesserten Anbindung auch des brasilianischen Amazonasgebietes soll so auch eine bezahlbare Alternative zum teuren Flugzeug und den 3-4 Tage dauernden Flussverbindungen geschaffen werden.

    Im Moment verfügt Peru über ein Schienennetz von 2.021km.

  • Iquitos: Polizisten mit Gefangenem auf Kneipentour

    Kurios-erschreckendes passierte vergangene Woche in Iquitos, der Hauptstadt der Nachbarregion Loreto. Wie der Radiosender La Voz de la Selva berichtet, verließen zwei Gefängnisaufseher mit dem wegen Drogenhandels verurteilten Javier Ricardo Herrera Calle das Gefängnis „San Jacinto“, um ihn wegen angeblicher gesundheitlicher Beschwerden in das örtliche Krankenhaus zu bringen. Nicht schlecht war das Erstaunen zweier anderer Gefängnisaufseher, die zufällig in der Bar saßen, die die beiden Polizisten mit ihrem „Gefangenen“ aufsuchten. Als sie schließlich gegen ein Uhr morgens die Anwesenheit der beiden anderen Gefängnisaufseher bemerkten, vierließen sie schnell die Bar und torkelten, stark alkoholisiert, zum Krankenhaus. Dort wurden die Polizisten wie auch der Gefangene verhaftet.

    Javier Ricardo Herrera Calle wurde zu 15 Jahren Freiheitsstrafe wegen Drogenhandel und -schmuggel verurteilt.

    Dieser Fall ist dabei nicht der erste seiner Art: Wie La Voz de la Selva weiter berichtet, wurde vor fünf Monaten ein Häftling mit dem Spitznamen „Polaco“ fotografiert, als er in einem Supermarkt gerade alkoholische Getränke erwarb. Offiziell war er zu jener Zeit „beim Zahnarzt“.

    Quelle: La Voz de la Selva

  • Fizcarraldos Traum

    In einem Film von Werner Herzog kämpft Klaus Kinski alias Brian Sweeney Fitzgerald gegen Natur und Establischment, um seinen Traum zu verwirklichen, ein Opernhaus in Iquitos, mitten in der peruanischen Urwald-Region Loreto zu bauen. Damit dieser Traum in Erfüllung gehen kann, braucht Fitzgerald, auf spanisch Fizcarraldo genannt, viel Geld, das ihm ein alter Flußdampfer und eine Eisenbahn bringen soll, die Kautschuk aus Iquitos über den Amazonas und schließlich auch über die Anden an die Pazifikküste bringen sollen. Fizcarraldo im Film scheitert. Aber die Idee einer Eisenbahn von Iquitos bis zur östlichen Andenkette lebt und wenn es nach dem derzeitigen Regionalpräsidenten von Loreto geht, wird sie eher früher als später Wirklichkeit.

    Die Vorteile liegen auf der Hand: Auch schwere Güter könnten sicherer und umweltfreundlicher als wie bisher auf der Straße transportiert werden. Da Iquitos keinen Anschluss an das landesweite Straßennetz besitzt und die wenigen Zufahrtsstraßen bzw. Schiffswege in die Region Loreto bereits stark ausgelastet sind, könnte eine Zugstrecke auch verhindern, was in vielen anderen Urwaldregionen bereits passiert ist: Meist entstehen dort, wo neue Straßen gebaut werden, nach kurzer Zeit an den Straßenrändern neue Orte. Auch werden die neu erschlossenen Gebiete oft gerodet für Holz- und Landwirtschaft. Da aber eine sinnvolle Verkehrsinfrastruktur für die Region Loreto dringend notwendig ist, drängt sich auch hier der Zug auf: Durch die Festlegung von Haltepunkten und Bahnhöfen könnte die Besiedlung gezielt gesteuert werden, der Regenwald würde nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen werden.

    Auch der Präsident Brasiliens, Luiz Inácio Lula da Silva, erklärte sein Interesse an diesem Projekt. Von einer besseren Anbindung des Amazonasbeckens an den Pazifik würde auch die brasilianische Wirtschaft profitieren. Aus diesem Grund treiben er und sein peruanischer Amtskollege García auch die sogenannte „Carretera Interocianica“, eine Straße, die Pazifik und Atlantik miteinander verbinden soll, voran.

    Nach Angaben von Yván Vásquez Valera, Regionalpräsident von Loreto, würde der Bau einer Eisenbahn von Iquitos nach Yurimaguas, dem zentralen Hafen zum Amazonas in Nordperu, rund 700 Millionen US-$ verschlingen. Dafür sollen private Investoren gefunden werden.

    Kautschukbarone wie Fizcarraldo hat er dabei aber wohl nicht im Visier.

    Quelle: ANDINA