Mindestens 400 Barrel Erdöl aus einem Tankschiff sind am vergangenen Samstag bei Saramuro (Distrikt Parinari / Provinz und Region Loreto) in den Marañón geflossen und bringen damit nicht nur Teile des fragilen Amazonas-Ökosystems, sondern auch die Bewohner mehrerer Ortschaften in Gefahr. Das berichtet Radio La Voz de la Selva (LVS). Die Bewohner der Ortschaften verfügen, so LVS, über kein eigenes Trinkwassersystem und sind deshalb auf das Flusswasser angewiesen. Der Zivilschutz hat inzwischen mit der Lieferung von abgepacktem Trinkwasser begonnen.
Das verantwortliche Unternehmen, Pluspetrol, übernahm die Verantwortung. Nach Angaben des peruanischen Energie- und Bergbauministeriums war das Tankschiff wegen des niedrigen Wasserstandes gestrandet, wobei die Außenhaut beschädigt wurde. Eine Abordnung der Regionalregierung Loreto plant derweil die Entnahme von Wasserproben an verschiedenen Stellen des Marañón. Der Fluss ist einer der wichtigsten Amazonas-Zuflüsse.
Norman Lewis del Alcázar, Interimspräsident der Region, kritisierte die Informationspolitik von Pluspetrol. „Wie ist es möglich, dass weder die Staatsanwaltschaft, noch die Regionaldirektion für Energie und Bergbau informiert wird“, sagte del Alcázar gegenüber LVS.
Umweltschützer sprechen von größeren Mengen ausgelaufenen Öls.
Der Distrikt Parinari gehört zur Provinz Loreto in der gleichnamigen Region, die im Norden an das Nachbarland Ecuador grenzt, und hat 7.292 Einwohner.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Loreto wurden im Innern der vergangene Woche gesunkenen „Camila“ neben zahlreichen Treibstoffbehältern auch 24 Kilogramm Kokain gefunden. Zumindest ersteres sollte wohl ins Nachbarland Kolumbien geschmuggelt werden. Die Drogen waren in Plastiktüten eingewickelt in einer Obstkiste unter Orangen versteckt. Wegen der Treibstoffbehälter fürchten Experten nun schwere Folgen für die Umwelt.
Derweil versuchen Schwimmkräne weiter, das Schiffswrack wieder aufzurichten, um die Suche nach weiteren Opfern fortsetzen zu können. Die Staatsanwaltschaft gibt inzwischen die Zahl der gefundenen Unglücksopfer mit 24 an. Wie viele Personen bei dem Untergang des völlig überladenen Schiffs wirklich ihr Leben verloren, wird wohl nie exakt geklärt werden können, da nur ein Bruchteil der Passagiere in die Passagierlisten eingetragen war. Neben weit mehr als 200 Passagieren und dem Schmuggelgut hatte das Schiff auch mehrere Kühe, sowie Baumaterialien geladen.
Probleme längst bekannt
Ort des Schiffsunglücks. Bild: INDECI
Wie INFOAMAZONAS feststellen konnte, sind illegale Anlegestellen, sowie überladene Schiffe auf dem peruanischen Teil des Amazonas keine Neuheit. Teil des Problems ist aber auch, dass kaum legale Anlegestellen existieren. Nach Angaben des Regionalpräsidenten von Loreto, Iván Vásquez, existieren in der gesamten Regenwaldregion Loreto mit Iquitos und Yurimaguas nur zwei genehmigte Häfen, an denen die Anzahl der Passagiere, sowie die Ladung überprüft wird.
Die „Camila“ war in den frühen Morgenstunden des vergangenen Mittwoch bei Santa Rosa (Distrikt Indiana / Provinz Maynas / Region Loreto) vermutlich wegen Überladung in den Fluten des Amazonas versunken.
Die Zahl der Menschen, die bei dem Untergang des Schiffes „Camila“ auf dem Amazonas-Strom im Nordosten Perus ihr Leben verloren, ist auf 17 gestiegen. Das berichtet der Nachrichtensender RPP. Das für 160 Personen zugelassene Schiff war gestern gegen kurz nach 2 Uhr Morgens vermutlich wegen Überladung mit über 231 Passagieren in den Fluten des Amazonas versunken. Bisher konnten 220 Passagiere lebend geborgen werden. Im Innern des Schiffes werden noch immer Menschen vermutet. In den nächsten Stunden wird zudem mit dem Eintreffen von Spezialtauchern gerechnet, die die drei Passagierdecks des Schiffes von innen untersuchen sollen.
Die Unglücksstelle liegt bei Santa Rosa (Distrikt Indiana / Provinz Maynas).
In der nordostperuanischen Regenwaldregion Loreto kam es heute auf dem Amazonas in den frühen Morgenstunden zu einem Schiffsunglück, in dessen Folge noch immer rund 80 Personen vermisst werden. Das berichtet „La Voz de la Selva“ aus Iquitos. Nach Angaben des Radiosenders war das Schiff „Camila“ in gutem Zustand, hatte allerdings nicht nur mehr Passagiere als erlaubt an Bord, sondern auch Schmuggelware, die über die kolumbianische Grenze gebracht werden sollte. Das Unglück ereignete sich gegen 2 Uhr Nachts in der Nähe von Santa Rosa (Distrikt Indiana / Provinz Maynas), nahe der Grenze zum Nachbarland Kolumbien.
Admiral Rodolfo Reátegui Rodríguez von der Generalkommandatur für Amazonas-Operationen der peruanischen Marine erklärte gegenüber La Voz de la Selva, das Schiff sei für 160 Passagiere zugelassen gewesen, nach Angaben der Staatsanwaltschaft seien aber bereits mehr als 200 Passagiere gerettet worden. Das oberste Stockwerk des 3stöckigen Schiffes schaue zudem noch immer aus dem Wasser und aus dem Iinnern seien noch immer Klopfzeichen zu hören, so Reátegui Rodríguez weiter.
Wie der Zivilschutz Loreto berichtet, ist inzwischen ein Schwimmkran der Regionalregierung Loreto auf dem Weg zur Unglücksstelle. Eine Einheit der Feuerwehr ist derweil dabei, mit Schweißbrennern Löcher in die Schiffswand zu machen, um weitere Überlebende aus dem Innern des Schiffs evakuieren zu können.
Nach Angaben des Nachrichtensenders RPP waren an Bord des Schiffes auch zwei deutsche Staatsangehörige, sowie ein Italiener, die aber unverletzt geborgen werden konnten. Mehrere Brasilianer werden noch immer vermisst. Die Passagiere waren im Schlaf überrascht worden.
Der Fernsehkanal des Vikariates Yurimaguas darf wieder auf seinem angestammten Kanal (Kanal 8) senden. Das berichtet der Radiosenderverbung CNR. Im Januar war dem zu Radio Oriente gehörenden Sender vom peruanischen Transport- und Kommunikationsministerium (MTC) die Sendeerlaubnis wegen angeblicher Mängel bei einer technischen Überprüfung entzogen worden. Nach Ansicht von Beobachtern war der Grund allerdings vorgeschoben, es ging vor allem darum, eine kritische Stimme ruhig zu stellen.
Radio Oriente Yurimaguas. Bild: roriente.org
Nicht betroffen von der Wiederherstellung der Sendeerlaubnis ist der Strafprozess gegen Geovanni Acate Coronel, Direktor von Radio Oriente. Ihm wird vorgeworfen, im vergangenen Jahr die Ureinwohner-Proteste in der nordostperuanischen Urwaldregion Loreto mit angezettelt zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von 10 Jahren.
Plaza de Armas – Stadtzentrum von Iquitos mit Eiffel-Haus. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
Mitarbeiter der Tourismuspolizei Loreto müssen dieser Tage die Schulbank drücken. Wie die regionale Tourismusbehörde erklärte, sollen den Beamten Grundkenntnisse in der englischen Sprache vermittelt werden, um die Interaktion mit Touristen zu vereinfachen. Der dreimonatige Kurs enthält neben dem Spracherwerb auch Grundlagen des peruanischen Tourismusgesetzes und der örtlichen Sehenswürdigkeiten.
Ein tödliches Ende nahm die Dienstfahrt der Staatsanwaltschaft Datem del Marañón am vergangenen Sonntag, als Segundo Tamara Gormas, Staatsanwalt der Provinz Datem del Marañón, im Marañón-Fluss ertrank. Zuvor war das Boot – einziges Fortbewegungsmittel zu vielen Ortschaften der Region – mit einem im Wasser treibenden Baumstamm zusammengestoßen. Mehrere Mitreisende konnten sich retten und wurden mit Kopfwunden in ein örtliches Krankenhaus eingeliefert.
Inzwischen nahmen Taucher der peruanischen Kriegsmarine die Suche nach der Leiche Gormas‘ auf, der nach Angaben der CNR nicht schwimmen konnte.
Unbekannte haben in der nordostperuanischen Urwaldregion Loreto rund 20 Exemplare der geschützten Amazonasdelfine (rosa Delfin) vergiftet. Das berichtet die peruanische Tageszeitung „La República“. Anwohner versichern, die Delfine in einem bei Touristen beliebten See im Distrikt Saquena seien mit giftgetränktem Fisch gefüttert worden und daran verendet und vermuten Fischer hinter der Tat. Diese hätten sich wiederholt beschwert, die Delfine würden ihre Netze beschädigen. Die peruanische Staatsanwaltschaft nahm bereits Ermittlungen auf.
Forscher des Forschungszentrums des peruanischen Amazonasgebietes IIAP nahmen am Tatort proben, die im Labor untersucht werden sollen. Die getöteten Delfine, darunter auch mehrere Jungtiere, waren zwischen zwei und drei Metern groß. Sollten die Täter gefasst werden, droht ihnen eine Gefängnisstrafe.
Der Amazonasdelfin steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten.
Der Distrikt Saquena liegt im Norden der Provinz Requena und ist nur per Boot zu erreichen.
informeller Bergbau in Madre de Dios. Foto: El Comercio 10.11.2009
Bergbau-Probleme braucht man in Peru nicht mit der Lupe zu suchen. Nicht erst seitdem das Blacksmith Institute den Bergbau- und Hüttenort „La Oroya“ als einen der verseuchtesten Orte der Erde identifiziert hat, begann sich das auch im Ausland herumzusprechen. Wie auch bei der Yanacocha-Mine in der peruanischen Region Cajamarca, in deren Umfeld Anwohner immer wieder die Verschmutzung ihrer Gewässer anprangern, ist es im Falle „La Oroya“ weitgehend klar, welches Unternehmen im Moment für die Verschmutzung, beziehungsweise deren Verhinderung zuständig ist. Nicht ganz so klar ist die Sache allerdings, wenn nicht ein großes Unternehmen den Bergbau betreibt, sondern hunderte oder tausende Glücksritter oder zwielichtige Unternehmer halb oder ganz illegal am Schürfen sind.
Auslöser von Konflikten
Das Problem, kaum zu Übersehen und außerhalb der Hauptstadt Lima weitgehend bekannt, kam im November vergangenen Jahres schließlich ganz oben auf die politische Agenda Perus. Die Tageszeitung „El Comercio“ titelte „Brutale Entwaldung in Madre de Dios“, noch stärker schreckte aber das abgedruckte Bild eines gigantischen Areals auf, das früher einmal von dichtem Regenwald bedeckt gewesen sein soll (Siehe Bild). Heute sieht man nur noch das Grau und Braun von toten Bächen, die durch verschmutzten Sand und rauhen Felsen fließen.
Seitdem wird nach Lösungen gesucht für ein gewaltiges Problem mit einem Sektor, der Dank hoher Goldpreise riesige Gewinne einfährt. Das hat sich auch im letzten „Krisenreport“ der peruanischen Volksanwaltschaft (Defensoría del Pueblo) niedergeschlagen, in dem zahlreiche Bergbaukonflikte aufgeführt werden. Darunter ist auch der Fall „Reserva Comunal de Amarakaeri“, einem Schutzgebiet in Madre de Dios, in dem Goldschürfer ohne Lizenz zu Arbeiten begonnen hatten. Per Notfalldekret verbot Umweltminister Brack im Februar die Nutzung von „Dragas“ in Madre de Dios, kleine Schwimmbagger, die dort zum Goldschürfen im Wasser verwendet werden. Damit brachte er die Bergbau-Vereinigung Madre de Dios FEDEMIN gegen sich auf.
MEM: Rund 100.000 Beschäftigte im illegalen Bergbau
Schätzungen des peruanischen Energie- und Bergbauministeriums zeigen das Ausmaß des Problems, das wegen der Giftstoffe, die von informellen Goldschürfern in die Flüsse geleitet werden, ein ziemlich großes ist. Rund 100.000 Menschen, schätzt das Ministerium, arbeiten landesweit im illegalen Bergbau-Sektor und erwirtschaften damit bis zu 600 Millionen US-$ pro Jahr, wovon die geschädigte Bevölkerung und das ganze Land nichts abbekommen – wegen der fehlenden Kontrolle geht das Geld einfach am Fiskus vorbei. Damit birgt das Thema auch sozial einigen Sprengstoff, besonders in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit wir beispielsweise Madre de Dios.
Probleme in vielen Teilen Perus
Doch nicht nur Madre de Dios ist betroffen. Im vergangenen Jahr hatten Bewohner der Provinz Condorcanqui im Norden der Region Amazonas beklagt, mehrere Goldsucher aus Ecuador hätten illegal die Grenze überquert um auf peruanischer Seite nach Gold zu suchen. Das entsprechende Gelände glich nach dem Abzug der Goldsucher einem Schweizer Käse. In Puno wurden zwei gigantische Lastkraftwagen und zwei Bagger beschlagnahmt, mit denen illegaler Bergbau betrieben wurde.
In Loreto, genauer gesagt auf dem Napo-Fluss (río Napo), beschlagnahmte vergangene Woche die peruanische Marine drei Schwimmbagger. Zuvor war die Marine bei einem Helikopterflug auf die Schiffe aufmerksam geworden. An Bord wurden nicht nur Werkzeuge zur Goldförderung und Pumpen gefunden, sondern auch zahlreiche Fässer mit hochgiftigem Quecksilber.
Nun sollen die bisher illegalen Bergbauunternehmer und Goldschürfer dazu bewegt werden, auf legalen Bergbau umsteigen. Dafür müssten strenge Umweltrichtlinien eingehalten werden, ein entsprechendes Gesetz soll dabei helfen. Dass das Thema damit gelöst ist, ist eher unwahrscheinlich Viele der Glücksritter – die nach Angaben des peruanischen Umweltministeriums bis zu einer Million US-$ in einen der 150 in Madre de Dios aktiven Schwimmbagger investiert haben – werden ihr Geschäft nicht so einfach aufgeben wollen. Eine Bevölkerung, für die der Staat und seine Leistungen wenn überhaupt bisher nur abstrakt in Erscheinung getreten ist, davon zu überzeugen, Steuern und Abgaben zu bezahlen, ist ebenfalls eine Aufgabe, die nicht von heute auf morgen zu bewältigen ist. Und selbst der Umstieg auf „legalen“ Bergbau garantiert – leider – noch immer keinen „sauberen“ Bergbau, da bisher – La Oroya und Yanacocha zeigen es – keine wirklich effiziente staatliche Kontrolle des peruanischen Bergbaus existiert. Weswegen die Bergbaukonflikte auch in Zukunft Monat für Monat den Krisenreport der Volksanwaltschaft dominieren werden.
Mehr als 200 Personen mit Fledermausbissen hat die Regionaldirektion für Gesundheit der Nordostperuanischen Region Loreto in den vergangenen Tagen registriert. Das meldet die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA. Sicherheitshalber wurden alle dieser Personen mit entsprechenden Medikamenten behandelt, wie José Bustamante, Veterinärmediziner des peruanischen Gesundheitsministers (Minsa) erklärte. Alle behandelten Personen seien gesund.
Eine Delegation der Regionaldirektion für Gesundheit Loreto war für mehrere Tage im Regenwald unterwegs gewesen, nachdem der Tod von mehreren Angehörigen der Huambisa-Ethnie bekannt geworden war. Ob Tollwut dabei die Todesursache war, konnte aber nicht mehr festgestellt werden, da der Tod bereits einige Tage zurück lag.
Unter den Personen mit Fledermausbiss befinden sich auch 24 Soldaten, die im Krankenhaus von Iquitos behandelt werden.