• Erdbeben der Stärke 4,9 erschüttert Chachapoyas, Bagua und Nieva

    Ein Erdbeben der Stärke 4,9 auf der Richterskala hat die peruanische Region Amazonas erschüttert. Das berichtet das peruanische geophysische Institut IGP. Das US-Institut USGS gibt die Stärke sogar mit 5,1 an. Das Epizentrum lag 195 Kilometer nördlich von Chachapoyas in einer Tiefe von 112 Kilometern.

  • Erdbeben der Stärke 4,0 erschüttert Chiple (Cutervo)

    Ein Erdbeben der Stärke 4,0 auf der Richterskala hat heute Morgen das peruanische Chiple (Provinz Cutervo / Region Cajamarca) erschüttert. Das berichtet das peruanische geophysische Institut (IGP). Das Epizentrum lag 32 Kilometer nördlich von Cutervo in einer Tiefe von 36 Kilometern.

    Das Beben ereignete sich um 09:08:09 Uhr Ortszeit und war in San Juan de Chiple mit der Stärke II auf der modifizierten Merkalli-Skala zu spüren. San Juan de Chiple liegt im Distrikt Callayuc und hat 202 Einwohner.

  • IIAP: Marañón-Ölkatastrophe noch nicht unter Kontrolle

    Das peruanische Amazonas-Forschungsinstitut IIAP hat bestätigt, dass die Ölkatastrophe in der peruanischen Region Loreto noch nicht unter Kontrolle ist. Dort war die Außenhaut eines Tankschiffes wegen des niedrigen Pegelstands des Marañón-Flusses beschädigt worden. Rund 400 Barrel Öl sollen darauf hin ins Wasser geflossen sein. Obwohl auf den ersten Blick keine Ölreste mehr sichtbar sind, sei das „Wasser noch immer hoch kontaminiert“, so IIAP-Forscher Víctor Sotero. Zuvor waren mehrere Wasserproben untersucht worden, die das IIAP an der Unfallstelle (Saramuro, Distrikt Parinari, Provinz und Region Loreto) selbst, sowie 500 Meter unterhalb genommen hatte.

    Auch in Santa Rita de Castilla, einem flussabwärts liegenden Ort, der sein Trinkwasser aus dem Fluss bezieht, wurde eine hohe Öl-Verschmutzung festgestellt. Das IIAP hat für die kommenden Tage einen detaillierten Bericht angekündigt.

    Der Unfall des von Pluspetrol gecharterten Tankschiffs ereignete sich am vergangenen Samstag.

  • Paradox: Peruanischer Vizepräsident präsentiert eigene „Nicht“regierungsorganisation

    Der peruanische Kongressabgeordnete, peruanische Vizepräsident und vormalige Admiral Luis Giampietri Rojas hat heute im Rahmen einer Pressekonferenz im peruanischen Kongress seine „Nicht“regierungsorganisation „Frieden und Entwicklung in der Demokratie“ (Paz y Desarrollo en Democracia) vorgestellt. Das berichtet die CNR. Während der Vorstellung seiner Organisation griff Giampetri wiederholt die Indígena-Organisation AIDESEP, sowie die Menschenrechtsorganisation APRODEH an. Diese würden die „Medien fernsteuern, wie es ihnen Spaß macht“ und internationale Hilfsorganisationen „belügen“.

    Paz y Desarrollo en Democracia dagegen soll, so Giampietri, „geordnete Stimme sein, die das Gedankengut der Opfer der subversiven Gewalt verbreitet“. Giampietri selbst war für mehr als vier Monate Geisel des Movimiento Revolucionario Túpac Amaru (MRTA) in der Residenz des japanischen Botschafters. In der Vergangenheit warf er wiederholt verschiedenen Menschenrechtsorganisationen vor, eine „Hetzjagd“ gegen Militärs zu betreiben.

    APRODEH setzt sich seit seiner Gründung dafür ein, dass Gräueltaten, die durch Angehörige des peruanischen Militärs im Kampf gegen den MRTA- und Sendero Luminoso-Terror an der Zivilbevölkerung begangen wurden, gesühnt werden. Vizepräsident Giampietri wird vorgeworfen, an der brutalen Niederschlagung des Frontón-Gefängnisaufstandes 1986 mit dutzenden Toten beteiligt gewesen zu sein. Zudem hatte er zeitweise ein Amt für „Vamos Vecino“, ein Parteienbündnis des peruanischen Ex-Diktators Alberto Fujimori, inne.

    Geführt werden soll die Organisation Paz y Desarrollo en Democracia von Víctor Robles Sosa, einem bekannten Journalisten der peruanischen Rechten.

    Damit hat Vizepräsident Luis Giampietri Rojas einen neuen Organisationstypus erfunden: Die Nicht-Nichtregierungsorganisation (NNGO). Denn eine „GO“, also eine Governmental Organisation, ist es auch nicht.

  • Chota / Cajamarca: Pyrotechnik-Werkstatt explodiert

    Feuerwerk in Peru. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
    Feuerwerk in Peru. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS

    Mit einigem Glück überlebten gestern vier Mitarbeiter einer Pyrotechnik-Werkstatt in Chota in den peruanischen Nordanden die Explosion von ihnen produzierter Feuerwerkskörper. Wie Enlace Nacional berichtet, waren die Feuerwerksspezialisten gerade dabei, Teile für ein Feuerwerk zum Stadtfest zusammen zu bauen, als aus noch ungeklärter Ursache mehrere Feuerwerkskörper detonierten. Drei Mitarbeiter, darunter ein 17jähriger Jugendlicher, musste mit schwersten Verbrennungen nach Chiclayo evakuiert werden. An den umliegenden Häusern barsten durch die Explosion die Fensterscheiben. Da die Werkstatt sehr offen gebaut war, blieben größere Schäden an den Gebäuden aus.

    Auf peruanischen Dorf- und Stadtfesten haben beeindruckende Feuerwerkskonstruktionen ihren festen Platz. Immer wieder kommt es dabei zu Unfällen. Am 29. Dezember 2001 kamen bei einem Brand auf einem Markt für Feuerwerkskörper in der peruanischen Hauptstadt Lima über 270 Menschen ums Leben.

    Video aus dem Jahr 2001:

    httpv://www.youtube.com/watch?v=BCmbM6U7d14&feature=related

  • Huarochirí / Lima: Fünf Tote durch Steinschlag

    Zerstörtes Wohnhaus nach dem Erdrutsch. Foto: INDECI
    Zerstörtes Wohnhaus nach dem Erdrutsch. Foto: INDECI

    Ein defekter Bewässerungskanal hat in der peruanischen Provinz Huarochirí (Region Lima) einen Erdrutsch ausgelöst, der mehrere Häuser unter sich begrub und dabei fünf Menschen tötete. Die Polizei spricht sogar von sechs Toten. Das Unglück ereignete sich bei Coruya im Distrikt San Mateo de Huanchor, in der Nähe der „Carretera Central“. Zudem wurde durch die Erdmassen der Río Blanco aufgestaut, weswegen die nahegelegene Bahnstrecke vorrübergehend ihren Betrieb vollständig einstellen musste. Wie der Zivilschutz berichtet, besteht die Gefahr, dass der künstliche Staudamm bald bricht und als Flutwelle über den Rimac in Richtung Lima fließt.

    Eisenbahntunnel-Eingang verschüttet. Foto: INDECI
    Eisenbahntunnel-Eingang verschüttet. Foto: INDECI

    Unter den Toten sind auch drei Kinder, im Alter von 2, 6 und 10 Jahren. Die Orte Coruya, Yuracmayo und Chocya sind noch immer von der Außenwelt abgeschnitten.

    Nach Angaben des Zivilschutzes wurden 6 Häuser und eine Forellenzuchtanlage zerstört, Teile der Bahnstrecke sind noch immer von Erd- und Wassermassen bedeckt. Da die Kehre der Carretera Central enger als die der Bahnstrecke ist, läuft dort der Verkehr normal weiter.

  • Peruanisches Kulturministerium rückt näher

    Die Einrichtung eines peruanischen Kulturministeriums wird immer wahrscheinlicher. Gestern nahm die Bildungskommission des peruanischen Kongresses ein entsprechendes Gesetzesvorhaben an. Im nächsten Schritt muss es nun im Plenum debattiert werden. Bisher ist der Bereich „Kultur“ teilweise beim Bildungs- und teilwese beim Außenhandels- und Tourismusministerium angesiedelt.

    Zum Einflussbereich des neuen Ministeriums könnten dann die regionalen Kulturverwaltungen, das nationale Kulturinstitut INC, die Nationalbibliothek, das Radio- und Fernsehinstitut IRTP, das den Staatsrundfunk betreibt, die höchste Quechua-Akademie, sowie das Nationalarchiv gehören. Ursprünglich sollte das neue Ministerium bereits im vergangenen Jahr eingeführt werden. Der aktuelle peruanische Präsident Alan García hatte dies in seiner Ansprache zum Nationalfeiertag 2008 versprochen, ebenso wenige Jahre zuvor sein Vorgänger Alejandro Toledo.

  • Ein Zeichen des Himmels? Unterzeichnung Freihandelsabkommen EFTA-Peru verschoben

    Das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA und der Republik Peru kann nicht, wie geplant, heute unterzeichnet werden. Das gab das peruanische Außenhandels- und Tourismusministerium MINCETUR bekannt. Der Grund ist, dass das Flugzeug, das die peruanischen Delegierten zur Unterzeichnung nach Island bringen sollte, wegen einem technischen Problem in Boston (USA) notlanden musste. Keiner der Passagiere wurde verletzt.

  • 18. Juli: Dem Grillhahn sein Tag

    Gut zu sehen: Peru produziert mehr Geflügel. Quelle: APA
    Gut zu sehen: Peru produziert mehr Geflügel. Quelle: APA

    Das peruanische Grillhähnchen (pollo a la brasa) bekommt seinen eigenen Gedenktag, den dritten Sonntag im Juli. Das entschied die peruanische Regierung. Landwirtschaftsminister Adolfo de Córdova erklärte, das Cebiche und der Pisco hätten ihren Gedenktag. „Wie kann es sein, dass man das nicht auch dem Grillhähnchen zugesteht?“, so de Córdova.

    Mit der Einrichtung des Gedenktages soll dem Gericht aber nicht nur gedacht werden, das Gedenken soll auch dafür genutzt werden, den Konsum peruanischer Grillhähnchen in Peru und auf der ganzen Welt zu fördern. Unterstützen soll dies die peruanische Vogelzüchtervereinigung (APA).

    Ob dieser Sektor wirklich Unterstützung braucht ist aber fraglich, denn wie das Landwirtschaftsministerium berichtet, gehen monatlich 44 Millionen Portionen Grillhähnchen über den Tresen. Jeder Peruaner isst also durchschnittlich 1,6 Grillhähnchen. Damit hat das Hähnchen, das man natürlich auch auf andere Weise zubereiten kann, gar das Rind- und Schweinefleisch auf peruanischen Tellern „überflügelt“.

    Voraussichtlich am kommenden Sonntag tritt seine Einrichtung per Veröffentlichung im Geseztblatt „El Peruano“ in Kraft.

  • Alan García verweigert Indígena-Konsultationsgesetz die Unterschrift

    Die peruanische Regierung hat das Gesetz zur Konsultation von Ureinwohnern nicht unterschrieben und an den Kongress zurück überwiesen. Damit steht der Gesetzgebungsprozess wieder am Anfang. Zuvor hatten – verfrüht – zahlreiche Menschenrechtsorganisationen dem peruanischen Staat zur Verabschiedung des Gesetzes gratuliert. Mit der Unterschriftsverweigerung geht eine Reihe von Forderungen einher, wie der Gesetzestext geändert werden soll.

    Im Mittelpunkt der Forderungen der Regierung steht, im Gesetzestext solle ein „Veto“ durch die Konsultation explizit ausgeschlossen werden. Ein Veto war aber auch im bisherigen Gesetzestext nicht vorgesehen und deshalb nicht extra als „ausgeschlossen“ aufgeführt. Zudem wird die Definition von „pueblos indígenas“ als unzureichend eingestuft, also von den Einheiten, die konsultiert werden sollen. Die derzeitige Definition schließt – bewusst – auch traditionelle bäuerliche Gemeinschaften im Andenhochland mit ein. Das ist offensichtlich nicht im Sinne des peruanischen Präsidenten. Darüber hinaus soll das Konsultationsverfahren nicht, wie vorgesehen, über die „traditionellen“ Strukturen der Ureinwohner ablaufen, sondern über ein von der peruanischen Wahlbehörde ONPE festgelegtes Verfahren.

    Mit der Entscheidung des peruanischen Präsidenten Alan García Pérez, sowie seines Premierministers Javier Velásquez, den vom peruanischen Kongress ausgehandelten und angenommenen Gesetzestext zurückzuweisen, bleibt Peru weiterhin die Umsetzung des Übereinkommens 169 der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) schuldig, das bereits vor Jahren ratifiziert wurde.

    Das Übereinkommen 169 der internationalen Arbeitsorganisation ILO sieht vor, dass die Regierung die Ureinwohner um ihre Stellungnahme zu Gesetzen bitten muss, von denen diese selbst betroffen sein könnten.

    Der Entscheidung des Präsidenten war öffentliche Kritik an dem Gesetz und intensive Lobbyarbeit durch den einflussreichen Wirtschaftsverband CONFIEP voraus gegangen.

    Die Präsidentin der zuständigen Kongresskommission, die Abgeordnete Elizabeth León, kündigte eine Sondersitzung an, um über das Thema zu debattieren. Der Vorsitzende der Konföderation Bergbau-betroffener Gemeinden (CONACAMI), Mario Palacios, warf Präsident García „Rassismus“ und „Diskriminierung“ vor.