• Wegen Führungskrise: Regionalpräsidenten kehren zurück

    Hugo Ordóñez Salazar, Regionalpräsident von Tacna. Foto: CNR.
    Hugo Ordóñez Salazar, Regionalpräsident von Tacna. Foto: CNR.

    Nur zwei Wochen, nachdem dutzende peruanische Regionalpräsidenten unbezahlten Urlaub nahmen, um sich zur Wiederwahl stellen zu dürfen, sind mehrere schon wieder zurück auf ihrem Posten. Neben dem Regionalpräsidenten von Cajamarca, der seinem Stellvertreter nur wenige paar Minuten auf dem Präsidentenstuhl gönnte, entschied nun auch Rómulo Triveño, Regionalpräsident von Ica, den Wahlkampf-Ring zu verlassen und sich wieder dem Präsidentenamt zu widmen. Im Fall der Region Tacna wird ebenfalls davon ausgegangen, dass Regionalpräsident Hugo Ordóñez in den kommenden Tagen sein Amt wieder übernimmt.

    Grund für die „Rücktritte vom vorläufigen Rücktritt“ ist, so Hugo Ordóñez, das Verhalten der Stellvertreter, die an die Stelle der Regionalpräsidenten vorgerückt sind. Ihm seien mehrere Fälle bekannt, in denen die Stellvertreter schon wenige Tage nach dem „Urlaubsbeginn“ des Amtsinhabers zahlreiche Angestellte gegen Freunde und Bekannte ausgewechselt und bereits in der Durchführung befindliche Projekte gestoppt hätten, so Ordóñez.

    Wollen peruanische Regionalpräsidenten zur Wiederwahl antreten, müssen sie mindestens 120 Tage vor der Wahl unbezahlten Urlaub nehmen. Damit soll verhindert werden, dass sie ihr Amt, sowie die durchgeführten Projekte für ihren Wahlkampf missbrauchen.

  • Los Olivos / Lima: Lungenmaschinen-Patient stirbt bei Stromausfall

    Im limenischen Distrikt Los Olivos verstarb heute ein 33jähriger Mann, als wegen eines Stromausfalls die für ihn lebenswichtige Lungenmaschine ausfiel. Das berichtet der Nachrichtensender RPP. Wie der Vater des toten mitteilte, verfügte die Lungenmaschine über eine Batterie, die Stromausfälle von bis zu drei Stunden überbrücken kann. Die Stromversorgung wurde allerdings, trotz Anfrage bei dem Versorgungsunternehmen, erst nach dieser Zeit wiederhergestellt. Ein Transport in das nächstgelegene Krankenhaus wäre wegen der gesundheitlichen Lage des Patienten nur mit einer Spezialambulanz möglich gewesen, die aber im Distrikt nicht verfügbar war. Die Ärzte der staatlichen Angestelltenkrankenversicherung EsSalud konnten schließlich nur noch den Tod feststellen.

  • Bahnstrecke Cusco-Machu Picchu vor Wiedereröffnung

    Die Bahnstrecke von Cusco nach Machu Picchu (Südperu) wird diesen Freitag vollständig wiedereröffnet. Das gab heute das Eisenbahnunternehmen Ferrocarril Transandino S.A. (FTSA) bekannt, das im Besitz einer Konzession für den Betrieb der Strecke ist. Durch die schweren Regenfällen im Januar und Februar dieses Jahres wurden die Schienen an mehreren Stellen weggeschwemmt oder unterhöhlt.

    Bereits Ende März war der 28 Kilometer lange Abschnitt zwischen Piscacucho und Machu Picchu repariert und freigegeben worden. Nun wurde auch der Rest der Strecke wieder hergerichtet. Erste Probefahrten sind bereits erfolgreich abgeschlossen.

    Aus Sicherheitsgründen werden die Züge allerdings vorerst bis Ende September mit geringerer Geschwindigkeit verkehren.

  • Saramuro / Loreto: 400 Barrel Erdöl verschmutzen Marañón

    Mindestens 400 Barrel Erdöl aus einem Tankschiff sind am vergangenen Samstag bei Saramuro (Distrikt Parinari / Provinz und Region Loreto) in den Marañón geflossen und bringen damit nicht nur Teile des fragilen Amazonas-Ökosystems, sondern auch die Bewohner mehrerer Ortschaften in Gefahr. Das berichtet Radio La Voz de la Selva (LVS). Die Bewohner der Ortschaften verfügen, so LVS, über kein eigenes Trinkwassersystem und sind deshalb auf das Flusswasser angewiesen. Der Zivilschutz hat inzwischen mit der Lieferung von abgepacktem Trinkwasser begonnen.

    Das verantwortliche Unternehmen, Pluspetrol, übernahm die Verantwortung. Nach Angaben des peruanischen Energie- und Bergbauministeriums war das Tankschiff wegen des niedrigen Wasserstandes gestrandet, wobei die Außenhaut beschädigt wurde. Eine Abordnung der Regionalregierung Loreto plant derweil die Entnahme von Wasserproben an verschiedenen Stellen des Marañón. Der Fluss ist einer der wichtigsten Amazonas-Zuflüsse.

    Norman Lewis del Alcázar, Interimspräsident der Region, kritisierte die Informationspolitik von Pluspetrol. „Wie ist es möglich, dass weder die Staatsanwaltschaft, noch die Regionaldirektion für Energie und Bergbau informiert wird“, sagte del Alcázar gegenüber LVS.

    Umweltschützer sprechen von größeren Mengen ausgelaufenen Öls.

    Der Distrikt Parinari gehört zur Provinz Loreto in der gleichnamigen Region, die im Norden an das Nachbarland Ecuador grenzt, und hat 7.292 Einwohner.

    In einem Brief kritisiert die Kirchengemeinde Santa Rita de Castilla – Río Marañón die Säuberungsarbeiten.

  • „ALTIPLANO“ ab Donnerstag in deutschen Kinos

    Am Donnerstag, den 24. 6. wird auch in Deutschland der Film „Altiplano“ anlaufen. Eine der Hauptdarstellerinnen ist die peruanische Schauspielerin Magaly Solier, die durch den Siegerfilm der Berlinale 2009, „La Teta Asustada“, international berühmt wurde.

    Der Filmverleih schreibt dazu:

    Die gefeierte Kriegsfotografin Grace (Jasmin Tabatabai), gibt nach einem schrecklichen Vorfall in Bagdad ihren Beruf auf. Ihr Mann Max arbeitet als Arzt in den Hochanden. Als er plötzlich unter ungeklärten Umständen in dem abgelegenen Dorf Turubamba stirbt, beschließt Grace in die Anden zu reisen. Eine Quecksilberkontaminierung, ausgelöst durch Minenarbeiten, scheint die Ursache. In Turubamba lebt auch die junge Saturnina (Magaly Solier), die ihren Verlobten durch die Quecksilbervergiftung verliert. Saturnina kämpft mit allen Mitteln gegen die Unterdrückung der Ausbeuter und für die Rechte Ihres Volkes. In den Hochanden gelingt es Grace schließlich ihr Trauma zu bewältigen, die Ursachen eines bis dahin unbekannten Krieges zwischen der Bevölkerung und den Quecksilberminen aufzudecken und ihr Gespür für die Fotografie wieder zu entdecken.

    Das Thema „Quecksilberkontaminierung“ im Zusammenhang mit Minenarbeiten ist dabei ein echtes: Vor etwas mehr als 10 Jahren verunglückte ein Lastwagen mit Quecksilber bei Chorropampa (Region Cajamarca). Das austretende Quecksilber verseuchte nicht nur den Boden, bis heute leiden viele Bewohner von Chorropampa unter den Spätfolgen von Quecksilbervergiftungen.

    Trailer:

    httpv://www.youtube.com/watch?v=583ZB7hVnLo

    Filminfos:
    Länge: 105 Minuten
    Genre: Lyrisches Drama
    Produktionsland: Peru und Belgien
    Produktionsjahr: 2008
    Darsteller: Jasmin Tabatabai, Magaly Solierlier, Olivier Gourmet, u.a.
    Regie: Brosens & Woodworth
    Drehbuch: Brosens & Woodworth
    Kamera: Francisco Gózon
    Schnitt: Nico Leunen
    Produzent: Heino Deckert (ma.ja.de/Leipzig)

  • Peru: Cusco verbietet Machu Picchu-Helikopterflüge

    Karte Cusco-Machu Picchu. Quelle: Direccion de Informacion de Gestion, MTC
    Karte Cusco-Machu Picchu. Quelle: Direccion de Informacion de Gestion, MTC

    Die Region Cusco hat zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt kommerzielle Helikopterrundflüge über die Machu Picchu-Ruinen, sowie die umliegenden Schutzgebiete verboten. Das geht aus der Verordnung 69-2010 der Regionalregierung Cusco hervor, die gestern im peruanischen Gesetzesblatt „El Peruano“ veröffentlicht wurde.

    Damit setzte die Regionalregierung einen langgehegten Wunsch von Umweltschützern um, die sich um den Bestand und Schutz seltener Tierarten wie dem Brillenbär, der Vicuñas, der Guanacos, sowie der Andenklippenvogel (Gallito de las Rocas) sorgten.

    Die Verordnung bezieht sich dabei ausdrücklich auf kommerzielle Helikopterflüge, Hilfsflüge wie im vergangenen Januar, als wegen der schweren Regenfälle die Zugangswege nach Machu Picchu vorrübergehend unpassierbar waren, sind damit von dem Verbot ausgenommen.

  • Peruanische Folklorelegende „Indio Mayta“ Miguel Ángel Silva Rubio gestorben

    httpv://www.youtube.com/watch?v=J7gaERje79U

    Miguel Angel Silva Rubio: Indio Mayta. Bild: Producciónes Carolina / Youtube
    Miguel Angel Silva Rubio: Indio Mayta. Bild: Producciónes Carolina / Youtube
    Der peruanische Volksmusiker Miguel Ángel Silva Rubio ist gestern im Alter von 78 Jahren an Nierenversagen verstorben. Das berichten peruanische Medien unter Berufung auf seine Familie. Seine sterblichen Überreste sind derzeit in seinem Haus in San Juan de Lurigancho aufgebahrt.

    Geboren wurde der Musiker, der unter dem Namen „Indio Mayta“ in Peru, sowie in mehreren Nahbarländern große Erfolge feiern konnte, 1931 in Celendín, Cajamarca. Als er 10 Jahre alt war, musste die gesamte Familie Silva Rubio nach Trujillo übersiedeln, um dort ein Auskommen zu finden. Der junge Miguel Silva verdingte sich dort zunächst als Schuhputzer, Zeitungsverkäufer und Straßenhändler, sowie in einer Eisfabrik. In Trujillo war es aber auch, wo er seine ersten musikalischen Erfahrungen machte. Nach einigen Jahren Wehrdienst begann er, sich mehr und mehr auf die Musik zu konzentrieren. 1957 gelingt ihm schließlich mit Aufnahmen von „Campanitas de Quiruvilca” und „Anillo de Oro“ der Durchbruch. Auch in der Haupstadt Lima, in der Miguel Silva seine letzten Jahre verbrachte, setzte er mit Liedern wie „Matarina“, „Carolina“ oder „El Serranito“, in denen er die Diskriminierung der Andenbevölkerung durch die peruanischen Küstenbewohner kritisiert, musikalisch Maßstäbe.

    Bis zuletzt war der „Indio Mayta“ noch auf der Bühne gestanden. Seine charakteristisches „Ushaaaa“ wird in Perus Folkloremusik eine Tiefe Lücke hinterlassen.

    „Matarina“:
    httpv://www.youtube.com/watch?v=PpJCoBUm_ck

    „Carolina“:
    httpv://www.youtube.com/watch?v=jkYDSGaOohc

  • Peru-Wahl-Spezial bei INFOAMAZONAS

    In diesem und im nächsten Jahr wird in Peru gewählt. Unter den Kandidatinnen und Kandidaten sind altbekannte und viele unbekannte Köpfe und besonders, dort, wo es um den Präsidenten oder die Präsidentin geht, ist mit einem extrem schmutzigen Wahlkampf zu rechnen. Wird Peru wieder wie 2006 vor der Wahl zwischen „Pest und Cholera“ stehen? Wie machen die Parteien Wahlkampf? Wie rekrutieren Kandidaten ihre Partei (statt umgekehrt)?

    Um diese und viele Fragen mehr zu beantworten, hat INFOAMAZONAS ein Peru-Wahl-Spezial eingerichtet, einen Bereich, in dem alle relevanten Artikel und Informationen mit den Regional- und Lokalwahlen 2010, sowie mit den Präsidentschafts- und Kongresswahlen 2011 kompakt zusammengefasst sind.

    INFOAMAZONAS-SPEZIAL WAHLEN 2010/11 IN PERU

    PS: Wenn Sie mehr Information möchten, setzen sie sich doch einfach mit uns in Kontakt.

  • Pisco / Ica: Bewaffnete überfallen Reisebus

    Drei bewaffnete Straßenräuber haben heute in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) im südperuanischen Pisco einen Reisebus mit 45 Menschen an Bord überfallen. Das berichtet die Agentur ANDINA. Der Bus des Unternehmens „Ormeño“ war auf der südlichen Panamericana unterwegs, als ein als Passagier getarnter Räuber in die Fahrerkabine eindrang und die Busbesatzung mit Waffengewalt zwang, in eine kleine Nebenstraße einzubiegen und dort fünf Komplizen einsteigen zu lassen. Als sie alle Fahrgäste um deren Geldbeutel, Kreditkarten und Schmuckstücke erleichtert hatten, nötigten sie den Fahrer zur Weiterfahrt.

    Der Bus war von Lima unterwegs nach Arequipa.

  • Südperu protestiert gegen Gas-Export

    Mit einem Generalstreik haben Arbeiterinnen und Arbeiter mehrere Regionen Südperus lahmgelegt. Sie protestieren gegen den Export von Erdgas und fordern, zuerst den peruanischen Gasmarkt zu bedienen. In der Region Cusco wurde vorrübergehend der Schulunterricht eingestellt, in den Regionen Arequipa und Puno kam es vereinzelt zu Straßenblockaden.

    Unter den Streikenden sind nach Angaben des Radiosenderverbundes CNR trotz eines entsprechenden Verbotes auch zahlreiche Bürgermeister. Sie fürchten, Peru könnte bei hohen Exportquoten den eigenen Gasmarkt nicht mehr zu günstigen Preisen bedienen. Die peruanische Regierung wirft den Oppositionsparteien im Kongress vor, sie würden die Proteste für ihren Wahlkampf instrumentallisieren.

    In Cusco gelang es der peruanischen Volksanwaltschaft, in Verhandlung mit den Streikenden, den Zugang zum Flughafen zu öffnen, um Touristen und Geschäftsleuten die An- und Abreise zu ermöglichen.