• Miguel Olaortúa Laspra neuer Bischof von Iquitos (Loreto)

    Papst Benedict XVI hat den bisherigen apostolischen Vikar von Iquitos Miguel Olaortúa Laspra als Nachfolger des aus Altersgründen zurückgetretenen Julián García Centeno zum Bischof des Vikariats ernannt. Olaortúa Laspra wurde 1962 in Bilbao (Spanien) geboren und gehört dem Orden des heiligen Augustin (OSA) an. Neben Philosophie und Theologie studierte der nun ernannte künftige Bischof von Iquitos auch Erziehungswissenschaften mit einem Schwerpunkt auf Jugendpastoral und -katechese. Zuletzt war er als Direktor des Kollegs St. Augustin im spanischen Zaragoza tätig.

    Das apostolische Vikariat Iquitos liegt in der nordostperuanischen Regenwaldregion Loreto.

  • Drogen und Todesstrafe: Neues vom peruanischen Wahlkampf

    Vater vergewaltigt eigenes Kind, 3.257 Fälle von Kindesmissbrauch im Jahr 2010 – beides Schlagzeilen der peruanischen Tageszeitung „Peru.21“, die den Kandidatinnen und Kandidaten für den aktuellen Präsidentschaftswahlkamp ein neues (altes) Thema aufdrängen. Diese nehmen den Ball auf, allen voran Diktatoren-Tochter Keiko Fujimori, die bereits seit Beginn ihrer Kampagne mit der Einführung der Todesstrafe für Kinderschänder wirbt. Auch der aktuelle peruanische Präsident Alan García hatte damit 2006 Wahlkampf betrieben, als der peruanische Kongress aber nach der Wahl Ablehung signalisierte, machte er einen Rückzieher.

    Dabei ist das Problem „Kindesmissbrauch“ in Peru offensichtlich ein großes, was die oben genannte Zahl, die auf das peruanische Frauen- und Sozialentwicklungsministerium zurückgeht, erschreckend eindrücklich zeigt. Dessen sind sich auch die anderen Kandidaten bewusst. Allerdings erklärten Alejandro Toledo, Pedro Pablo Kuczynski und Ollanta Humala, alle drei in den Umfragen mit vorne, ihre Ablehnung der Todesstrafe, bei gleichzeitiger Forderung nach Einführung wirklich lebenslanger Haft für Sexualstraftäter und ein stärkerer Fokus auf deren Opfer. Kandidat Luis Castañeda äußerte sich heute nicht öffentlich zum Thema, hatte aber in der Vergangenheit wiederholt die Einführung der Todesstrafe gefordert.

    Drogen und Haartests

    Ein wichtiges Thema fand dieser Tage eine extreme Trivialisierung: Das Thema „Drogenprobleme“ wurde auf die Forderung mancher Kandidaten reduziert, alle Konkurrenten sollten eine Haarprobe für einen Drogentest bereitstellen. Angestoßen hatte das Thema Ex-Präsident Alejandro Toledo, als er auf einer Pressekonferenz von der „Legalisierung von Drogen“ sprach – später aber erklärte, dies sei nicht sein politisches Ziel. Keiko Fujimori nahm das Thema dankend an und ließ sich zum Drogentest publikumswirksam einige Haare abschneiden. Pedro Pablo Kuczynski und Luis Castañeda verkündeten, es ihr gleich tun zu wollen. Ex-Präsident Alejandro Toledo sprach sich dagegen aus. Ollanta Humala bezeichnete den Untersuchungs-Vorschlag als „sinnloses Spektakel“ und schlug vor, stattdessen einen „Patriotismustest“ durchzuführen. Vorschläge, wie gegen die in Peru aktive Drogen-Mafia vorgegangen werden soll, gab es bislang nicht. Alle Kandidatinnen und Kandidaten haben einen „Wahl-Ethik-Pakt“ unterzeichnet, in dem sie sich verpflichten, ihre Kampagne, sowie ihr Umfeld frei vom Drogengeschäft zu halten.

    Abtreibung

    Auch das Thema Abtreibung wurde erneut kontrovers diskutiert. Während sich alle Konkurrenten in der Umfragen-Spitzengruppe gegen die Legalisierung (bei Tollerierung der Abtreibung im Falle einer Gefährdung der Mutter) aussprachen, erklärte Alejandro Toledo, die Frage der Abtreibung sei ein Thema der „persönlichen Freiheit“.

    Toledo führt die Umfragen an

    In den jüngsten Umfragen liegt Alejandro Toledo leicht über 30%, mit rund 10% weniger liegen Keiko Fujimori und Luis Castañeda ungefähr gleich auf. Den vierten Platz belegt Ollanta Humala. Insgesamt treten 11 Kandidatinnen und Kandidaten gegeneinander an.

    MEHR zu den Wahlen in Peru finden Sie im INFOAMAZONAS-Wahl-Spezial.

    INFOAMAZONAS-Spezial Drogenprobleme und DrogenkonflikteMehr Informationen zum Thema „Peru“ und „Drogen“ finden Sie im Infoamazonas-Dossier Drogenprobleme.

  • Peru: Fernsehduell der Präsidentschaftskandidaten am 13. März


    Das peruanische Wahltribunal JNE hat als Datum für das Fernsehduell aller peruanischen Präsidentschaftskandidaten den 13. März festgelegt. Das gab das Wahlinformationsprojekt des JNE bekannt. Als Ort wurde das Kongresszentrum der peruanischen Ärztekamer ausgewählt. In dem Fernsehduell soll zunächst allen Kandidatinnen und Kandidaten ermöglicht werden, in wenigen Worten ihr Programm darzulegen. Anschließend wird es mehrere Fragerunden geben, wobei, so das JNE, das interessierte Publikum vorab an der Formulierung der Fragen mitwirken können soll.

    Die Wahl, mit der neben der Nachfolge des Präsidenten Alan García auch die Mitglieder des Kongresses, sowie die peruanischen Abgeordneten des Andenparlamentes bestimmt werden, finden am 10. April 2011 statt. Insgesamt 11 Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich um das Amt des Präsidenten. Die zweite Runde der Präsidentschaftswahl ist für den 5. Juni angesetzt.

    MEHR zu den Wahlen in Peru finden Sie im INFOAMAZONAS-Wahl-Spezial.

  • Loreto: Dengue-Epidemie in Iquitos

    In der nordostperuanischen Regenwaldregion Loreto sind tausende Menschen am Dengue-Fieber erkrankt, 13 Menschen starben bereits and der Krankheit, die von einer Mücke übertragen wird. Mit einem Übergreifen der Krankheit auf andere peruanische Regionen wird bereits gerechnet. Wie das peruanische Gesundheitsministerium inzwischen eingestehen musste, sind die Krankenhäuser von Iquitos völlig überfüllt, notwendige Medikamente sind inzwischen Mangelware. Für die kommenden Wochen rechnet das Ministerium mit einer weiteren Ausbreitung, da durch die Regenfälle der vergangenen Tage zahlreiche neue Brutstätten für die Dengue-Überträger entstanden sind.

  • Llochegua / VRAE: Brücke bricht noch vor Einweihung

    httpv://www.youtube.com/watch?v=GMT8TC-MUnU Eigentlich sollte die neue Tincuy-Brücke, die wie ihre Vorgängerin aus Holz den 2.600-Einwohner Ort Llochegua mit dem Umland verband, in den kommenden Tagen eingeweiht werden. Das muss aber nun warten, denn am vergangenen Samstag stürzte die neu gebaute Stahlbrücke in sich zusammen. Drei Mitarbeiter der Distriktverwaltung von Llochegua wurden dabei schwer verletzt. Erst drei Tage zuvor war die Oberfläche der Brücke zementiert worden.

    Der Bürgermeister von Llochegua (Huanta / Ayacucho), Omer Sinchitullo, kündigte eine Untersuchung an. Wie Enlace Nacional berichtet, ist der Einsturz mutmaßlich auf fehlerhafte Planung und Ausführung der Bauarbeiten zurückzuführen.

  • Regenwaldregionen bis Ende 2012 von der Mehrwertsteuer befreit

    In einer Sondersitzung hat das peruanische Parlament die Verlängerung der Mehrwertsteuerbefreiung der Regenwaldregionen beschlossen. Der anvisierte Termin für die Rücknahme der Befreiung ist nun der 1.1.2013.

  • Kathedrale des Vikariates Yurimaguas wegen Einsturzgefahr geschlossen

    Kathedrale Virgen de las Nieves in Yurimaguas. Foto: Radio Oriente.
    Kathedrale Virgen de las Nieves in Yurimaguas. Foto: Radio Oriente.

    Der peruanische Zivilschutz hat die Kathedrale des Vikariats Yurimaguas wegen akuter Einsturzgefahr geschlossen. Das gab gestern der zuständige Dompriester Jhony Martínez bekannt. Durch zahlreiche Erdbeben wurden Teile der um 1826 errichtete Kathedrale, die der „Virgen de las Nieves“ geweiht ist und unter Denkmalschutz steht, in den vergangenen Jahren immer labiler.

    Das Vikariat hat derweil eine Sonderkommission eingerichtet, der neben Bischof José Luis Astigarraga Lizarralde C.P. auch Vertreter der Stadtverwaltung und der Zivilgesellschaft angehören. Die Sonderkommission soll Wege finden, die Renovierung der Kathedrale zu finanzieren, sowie Sprendenaktionen organisieren.

  • Amazonas: Bürgermeister am oberen Utcubamba gründen Zweckverband

    Landwirt bei Montevideo (Alto Utcubamba). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Landwirt bei Montevideo (Alto Utcubamba). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Die Distriktverwaltungen der Anrainer des oberen Utcubamba-Flusses haben sich auf eine engere Zusammenarbeit bei gemeinsamen Projekte verständigt. Durch eine Regional Governance-Vereinbarung sollen in Zukunft die gemeinsamen Interessen durch einen „Zweckverband oberes Utcubambatal“ (Mancomunidad alto Utcubamba) vertreten werden. Zunächst wurde von den Bürgermeistern der Distrikte Leymebamba, Montevideo, Mariscal Castilla, La Jalca, San Francisco del Yeso, Santo Tomás und San Juan de Lopecancha die Forcierung von Projekten wie einem gemeinsamen Bewässerungssystem, der Wiederaufforstung im oberen Utcubamba-Tal und der Modernisierung des Bauerngroßmarktes in Yerbabuena beschlossen. Zudem wurde beschlossen, die Sicherheit auf der Route Tingo-Leymebamba zu verbessern. Kurz vor dem Treffen der Bürgermeister, an dem auch Regionalpräsident José Arista teilgenommen hatte, waren auf dieser Straße mehrere fahrende Händler überfallen und ihrer Habseligkeiten beraubt worden.

  • Peru erkennt Palästina als unabhängigen und souveränen Staat an

    Peru hat nach Angaben von Außenminister José Antonio García Belaúnde Palästina als unabhängigen und souveränen Staat anerkannt. Gleichzeitig erkenne Peru auch das unverrückbare Recht des israelischen Staates an, sich in Frieden und Harmonie mit all seinen Nachbarn innerhalb seiner Grenzen sicher und frei von jeder Bedrohung seines Volkes zu entwickeln, so García Belaúnde. Das Außenministerium erklärte, man habe nach eingehender Prüfung erkannt, dass das palästinensische Volk das Recht habe, einen unabhängigen Staat zu bilden.

    Die Ankündigung ging einher mit einem Aufruf an die internationale Gemeinschaft, den Friedensprozess zwischen Israel und Palästina wieder aufzunehmen, insbesondere die Roadmap des Nahost-Quartetts, sowie jede Art illegaler Gewalt zu unterbinden.

    Zuvor hatten bereits Brasilien, Argentinien, Bolivien, Ecuador und Chile Palästina in seinen Grenzen von vor dem Krieg 1967 anerkannt.

  • Kommentar: Wahlkampf mit Bagua

    Das Wort „Bagua“ wird immer mehr zu einem Kampfbegriff im laufenden peruanischen Präsidentschaftswahlkampf. Die Art seiner Verwendung zeigt aber, wie wenig Perus politische Klasse seit dem gewaltsamen Ende des Ureinwohner-Aufstandes am 5. Juni 2009 in der Nähe von Bagua Grande (deshalb „Baguazo“) hinzugelernt hat. Zunächst hatte Carlos Bruce, Kampagnenmanager des Kandidaten und Ex-Präsidenten Alejandro Toledo ein Fernsehduell in Bagua vorgeschlagen – ein vergiftetes Angebot  an Mercedes Aráoz, eine ehemalige Ministerin, die inzwischen ihre Kandidatur aufgegeben hat und die von Menschenrechtsgruppen als Baguazo-Mitverantwortliche angesehen wird.

    Nun hat auch der Präsidentschaftskandidat Manuel Rodriguez Bagua wieder als Ort für eine Debatte aller Anwärter auf die Nachfolge Alan Garcías wieder ins Spiel gebracht. Das war einerseits clever und weißt auf ein großes Loch in den politischen Programmen den meisten seiner Gegenkandidaten hin. Denn dort liegt der Fokus vorwiegend auf den Themen Infrastruktur, wirtschaftliche Stabilität, innere Sicherheit und soziale Sicherung. Ohne Frage, alles wichtige Themen, die jede neue Regierung schnell anzugehen hat. Ein Thema aber führt seit Jahren in Peru zu noch viel größeren Konflikten. Es ist die Frage, wie man im Peru der Zukunft in einem Land friedlich zusammen leben kann, das eine unglaubliche Menge verschiedener Kosmovisionen, Religionen und Sprachen beherbergt. Das ist es, was Bagua symbolisiert, auch wenn manche politischen Entscheider und auch Aktivisten das Problem gerne auf die Formeln „Konflikt um Bodenschätze“ oder „Konflikt um Grundeigentum“ reduzieren möchten.

    Die Frage ist allerdings, ob das Wort „Bagua“ dafür wirklich als Symbol taugt – und damit Bagua als Austragungsort für ein Fernsehduell qualifiziert. „Bagua“ steht für einen Ort, an dem Indigene und Mestizen aufeinandertreffen. Was aber  erschreckend viele Präsidentschaftskandidaten offensichtlich nicht wissen: Es gibt zwei Baguas. Ein Bagua, „Bagua Chica“ oder auch „Bagua Capital“ genannt, ist wirklich Ort eines solchen Zusammentreffens. Dieses Bagua ist allerdings nicht der Ort, der dem „Baguazo“ seinen Namen verlieh. Das ist Bagua Grande, wenige Kilometer entfernt. Hier sucht man allerdings vergeblich nach indigenen. Dort leben vorwiegend Mestizen, die von vorwiegend von der Reisindustrie und dem Handel leben. Dass ausgerechnet hier die Ureinwohner für mehrere Wochen zum Protest die Straße blockierten, hatte vor allem pragmatische Gründe: Durch Bagua Grande geht die nächstgelegene wichtige Verkehrsroute zwischen der Küste und Perus Nordosten, es war also mit dem größtmöglichen politischen Echo zu rechnen.

    Generell ist es nicht schlecht, mehrere Debatten an den verschiedenen Enden Perus zu fordern, wie es dieser Tage verschiedene Zeitungskommentatoren tun, denn jede, auch klimatische Zone hat eigene Probleme und Themen. Ob aber Bagua Grande als Prototyp einer Regenwaldstadt taugt, in der Mestizen und Indígena aufeinandertreffen, ist mehr als fraglich.