• Montesinos-Prozess: 10 Jahre Haft für Fujimoris rechte Hand

    Wegen des Todes von 6 Wachleuten der peruanischen Nationalbank wurde Vladimiro Montesinos, Berater des peruanischen Ex.Diktators Fujimori, zu 10 Jahren Haft verurteilt. Die Richter befanden Montesinos schuldig, im Juli 2000 Mitgliedern des peruanischen Geheimdienstes SIN angeordnet zu haben, das Gebäude der Nationalbank anzuzünden, um die Schuld anschließend den tausenden Protestierenden anzuhängen. Diese waren aus allen Teilen des Landes zum „Marsch der Vier Reichsteile“ (Marcha de los Cuatro Suyos) zusammengekommen, um gegen das Fujimori-Regime zu protestieren.

    Neben Montesinos wurde auch 11 Ex-Polizeichefs der peruanischen Nationalpolizei Humberto Fernandini zu jeweils  sechs Jahren Haft verurteilt.

  • Peruanische Marine setzt "El Niño"-Forschungsboje aus

    BIC Humboldt und Boje "Virgen del Carmen V". Foto: ANDINA / Alberto Orbegoso
    BIC Humboldt und Boje "Virgen del Carmen V". Foto: ANDINA / Alberto Orbegoso

    Der peruanische Marinekreuzer „BIC Humboldt“ hat am gestrigen Mittwoch Abend erfolgreich die „Virgen del Carmen V“ getaufte  „El Niño“-Forschungsboje ausgesetzt. Sie wurde 340 Seemeilen vor der peruanischen Küste auf Höhe des Piuranischen Hafens „Paita“ verankert, wie die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA berichtet. Damit sollen Daten wie der Salzgehalt, die den  Druck, die Wellenzahl, – richtung und -stärke, sowie die Wassertemperatur in verschiedenen Tiefen – bis 500 Metern – gemessen und sowohl dem peruanischen Wetteramt SENAMHI und dem Meeresinstitut IMARPE, als auch der Regionalen Forschungsgruppe des „Niño“-Phänomens ERFEN zugesandt werden. Dadurch soll die Vorhersage des Phänomens verbessert werden, um in Zukunft mit höherer Genauigkeit Vorsorgemaßnahmen treffen zu können. Zudem könne ERFEN – so ANDINA – in Zukunft durch die eigenen Daten die Vorhersagen des Ozeanografischen Instituts der Vereinigten Staaten von Amerika (NOAA) überprüfen.

    Vor Beginn eines „Niño“ erhöht sich die Temperatur im Umkreis der Boje. Brüske Temperaturschwankungen können nun in Zukunft sofort gemessen werden.

    Das Projekt wurde mit einem Kredit der  Weltbank in Höhe von 150 Millionen US$ finanziert.

  • Telefónica startet günstigen Telefondienst …für Gegenden mit Handyempfang

    Landwirtin mit Mobiltelefon in Colcamar (Amazonas). Foto: D. Raiser / chachapoyas.eu
    Landwirtin mit Mobiltelefon in Colcamar (Amazonas). Foto: D. Raiser / chachapoyas.eu

    Die in Peru dominierende Telefongesellschaft „Telefónica“  bietet – unter anderem, weil sie dazu verpflichtet ist – einen neuen, recht günstigen Festnetzersatz an. Es handelt sich dabei um Telefone, die aussehen, wie normale Telefone, nur, dass sie eben über kein Kabel, sondern über eine kleine Antenne verfügen. Das ganze kostet nur 19 Soles im Monat und enthält 3.600 Freisekunden ins lokale Festnetz – wenn man rechtzeitig seine Telefonrechnung bezahlt. Möchte man Ferngespräche führen oder länger Telefonieren, muss man eine zusätzliche Prepaidkarte kaufen. Damit das Angebot nicht von weniger Bedürftigen ausgenutzt wird, kann man bisher auch nur in ärmeren Regionen wie Apurímac, Huancavelica, Ayacucho, Cajamarca, Huánuco und Puno darauf zugreifen.

    Das ist aber nicht der einzige Haken: Das Telefon funktioniert über das Handynetz und hat einen Akku eingebaut. Das ist sehr praktisch, da man keine Kabel verlegen braucht und das Telefon auch noch auf dem Feld funktioniert – Immer und Wenn das Handynetz so weit reicht und der Akku gut geladen ist. Da besonders viele ländliche Regionen Perus bisher noch nicht über ein Handynetz verfügen (zumindest nicht über „Telefónica“) und die nächste Steckdose oft mehrere Tagesreisen entfernt ist, funktioniert das Telefon leider dort, wo es vielleicht am dringendsten gebraucht würde, auch weiterhin nicht. Zudem liegt der wirkliche Preis zumindest die ersten 15 Monate über 19 Soles: Obwohl die „Installation“ kostenlos ist, kostet das Gerät selbst 100 Soles – die man aber netterweise in 16 Raten abstottern kann.

  • Spanier versucht, 10 Kilo Kokain zu schmuggeln

    Konfiszierte Drogen. Bild: ANDINA
    Konfiszierte Drogen. Bild: ANDINA

    Gleich mehr als 10 Kilogramm Kokain versuchte am heutigen Mittwoch ein 19jähriger Spanier über den Flughafen Jorge Chávez (Lima) nach Europa zu schmuggeln. Polizei und die Antidrogenstaatsanwaltschaft Callao fanden Ziegelsteingroße Kokainpäckchen, die mehrfach mit Klebeband und Papier umwickelt waren. Die insgesamt 10 Kg und 28g  Kokain wurden beschlagnahmt und werden eingeäschert.

    Nachtrag 27.8.09

    Flughafenpolizei beschlagnahmt 17 Kilo Kokain an nur einem Tag
    Heute in den frühen Morgenstunden konnte die Flughafenpolizei eine 27jährige Frau festnehmen, als sie probierte, 7,648 Kg Kokain – verpackt in kunstvoll verziehrten Ledertaschen -  per DHL Express zu verschicken. Nach ihrer Festnahme sagte sie aus, die Droge von einem jungen Herrn im Zentrum Limas bekommen zu haben. In dessen Haus fand die Polizei darauf hin 8,2Kg Kokain, sowie mehrere Personen, bei denen Bargeld im Wert von fast 500 Euro beschlagnahmt werden konnte, das vermutlich aus Drogengeschäften stammte.

    Nur wenige Stunden später wurde am Flughafen Lima die 18jährige Engländerin S. Kathun festgenommen, als sie über Houston nach London fliegen wollte. In ihrem Gepäck fanden sich – ebenfalls eingewickelt in  handgewebten Handtaschen – 1,29Kg Kokain.

    INFOAMAZONAS-Spezial Drogenprobleme und DrogenkonflikteMehr Informationen zum Thema „Peru“ und „Drogen“ finden Sie im Infoamazonas-Dossier Drogenprobleme.

  • Mehr ausländische Häftlinge sollen peruanische Haftstrafen im Heimatland absitzen können

    Originaltext ley 29305. Quelle: El Peruano
    Originaltext ley 29305. Quelle: El Peruano

    Nachdem gestern zahlreiche  ausländische Häftlinge, die in peruanischen Gefängnissen ihre Haftstrafe abstaßen, begnadigt und abgeschoben wurden, hat nun das peruanische Gefängnisinstitut INPE mit Diplomaten verschiedener Länder Regeln ausgearbeitet, nach denen in Zukunft diese Häftlinge ihre Strafen in ihrem Heimatland absitzen können. Das solle den Häftlingen bei ihrer „Resozialisierung“ helfen, so Jorge León Ballén, der Direktor des INPE. Demnach kann der Bürger eines Staates, mit dem Peru  ein Kooperationsabkommen in diesem Bereich abgeschlossen hat, seine Verlegung beantragen. Bisher bestehen solche Kooperationsabkommen mit Groß Britannien,  Spanien, Italien, Brasilien,Panamá, México, der dominikanischen Republik, Cuba, Paraguay, Ecuador, Argentinien, Bolivien, Venezuela, Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika. Im Falle von Staaten, mit denen kein solches Abkommen besteht, wird das Prinzip der Gegenseitigkeit angewandt: Wer die Verbüßung einer Strafe im Heimatland des Straftäters erlaubt, kann diese im Gegenzug auch von Peru erbitten.

    Ausgenommen davon sind Verurteilte wegen Terrorismus, wegen Attentaten gegen die nationale Sicherheit, Vaterlandsverat und Köpfe von Drogenschmugglerbanden.

  • Trotz härteren Regeln und Kontrollen: 18 Tote bei Busunfall in Huancavelica

    Obwohl Ende Juli drastische Strafen und stärkere Kontrollen zur Erhöhung der Sicherheit auf peruanischen Straßen eingeführt wurden, kommt es noch immer zu tragischen Unfällen mit zahlreichen Toten. Wie die Gerichtsmedizin Huancayo (Region Junín) mitteilte, kamen heute in den frühen Morgenstunden 18 Menschen ums Leben, als ein Bus des Fuhrunternehmens „Molina Unión“  bei Quichuas (Distrikt Colcabamba, Provinz Tayacaja (Huancavelica) in den Abgrund stürzte. Unter den bisher 15 identifizierten Toten befindet sich nach Angaben der Gerichtsmedizin auch der 27jährige australische Staatsbürger James Nielsen. 30 weitere Personen, darunter zwei Kolumbianerinnen, kamen mit teils schweren Verletzungen davon. Fahrgäste sagten gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA, der Fahrer sei zum Unfallzeitpunkt „abgelenkt“ gewesen. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf.

  • Telefónica beklagt 500 gestohlene Solarpanele

    Über 500 Solarpanele, die normalerweise Antennen, Telefone oder Computer betreiben sollten, wurden im ersten Halbjahr diesen Jahres dem peruanischen Ableger der Telefongesellschaft Telefónica gestohlen oder mutwillig zerstört. Das teilte Telefónica in einer Pressemitteilung mit. Die meisten Solarpanele verschwinden, so Telefónica, in Cajamarca, Cusco, Huánuco, Piura und Lima. Deshalb muss Telefónica, um seinen Dienst aufrecht zu erhalten, immer häufiger auf Dieselmotoren zurückgreifen, wie María Herrera Portuondo erklärt, die bei dem Unternehmen für das Telefonnetz zuständig ist.

    Während der letzten 3 Jahre wurden in Peru insgesamt 60 Personen festgenommen, als sie Solarpanele stehlen wollten. 21 davon wurden bereits zu Haftstrafen zwischen einem und drei Jahren verurteilt. Damit gleicht sich die Zahl der Paneldiebstähle langsam den Zahlen der anderen 3 gern gestohlenen Objekte an:  Stromleitungen (unter- und überirdisch), Telefonleitungen und Gullideckel.

  • AIDESEP plant neuen Indígena-Streik

    Die Indígenaorganisation AIDESEP kündigt für den 26. und 27. August einen erneuten Streik an, sollte die Untersuchungs- und Wahrheitskommission über die Zusammenstöße zwischen Indígena und der Polizei am 5. Juni bei Bagua nicht bis dahin formalisiert werden und ihre Arbeit aufnehmen. Das erklärte AIDESEP-Sprecher Salomón Awanash im Dialog mit dem Radiosenderverbund „CNR“ an. Die Kommission sei die einzige der drei eingesetzten, die noch keine Fortschritte gemacht habe, so Awanash.

  • APRA plant neue Regeln zur Gegendarstellung

    Auf breiten Widerstand aus allen Richtungen der peruanischen Presse stösst derzeit ein Gesetzentwurf von mehreren Kongressabgeordneten der Regierungspartei APRA. Der Gesetzentwurf soll das Recht auf Gegendarstellung, sowie die Veröffentlichung von Berichtigungen neu Regeln. Als Problematisch sehen Experten vor allem, dass Berichtigungen und Gegendarstellungen schneller veröffentlicht werden müssen. Vor allem wird aber kritisiert, dass Fehler in der Berichterstattung künftig auch strafrechtlich verfolgt werden könnten. Zudem wird die Berichtigungs- und Gegendarstellungspflicht auf Internetseiten ausgeweitet  (zu letzterem Punkt ein Beitrag des „Utero“ unter http://utero.pe/2009/08/19/la-ley-mordaza-ataca-tu-blog-tu-twitter-tu-facebook/). Inzwischen hat sich Premierminister Javier Velásquez (APRA) gegen den Gesetzentwurf ausgesprochen.

    NACHTRAG:

    Nach dem parteiübergreifenden Widerstand nahm der Abgeordnete José Vargas, der den Gesetzentwurf ausgearbeitet hatte, diesen wieder zurück.

  • Peru macht PISA

    Iin diesem Jahr ist auch Peru bei der internationalen Bildungsvergleichsstudie PISA dabei. Am heutigen Mittwoch sind rund 7.000 Schülerinnen und Schüler aus 251 Schulen in peruanischen Regionen dabei, die Prüfungsbögen durchzuarbeiten. 94 der ausgewählten Schulen liegen in der peruanischen Hauptstadt Lima. Die Ergebnisse werden für Ende 2010 erwartet. Zuletzt hatte Peru 2001 an einer PISA-Studie teilgenommen.