Wer in Peru wissen möchte, was sein Nachbar so für ein Autofahrer ist, der braucht nun nicht einmal mehr dessen Kennzeichen. Dank der vom peruanischen Transport- und Kommunikationsministerium MTC freigeschalteten Internetseite kann nun jeder (http://slcp.mintc.gob.pe/Form_ConsultarRecordConductor.aspx) durch Eingabe eines Namens bzw. der Auweis- oder Führerscheinnummer den Verkehrssünderdateieintrag einer beliebigen Person einsehen. Die Internetseite ist Teil des neuen Busgeldkataloges und des verstärkten Strafenkataloges für Verkehrsdelikte, mit dem die hohe Zahl der Verkehrstoten in Peru gesenkt werden soll.
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Nationalfeiertag beginnt mit verletztem Reitersoldat
Nachdem heute in den frühen Morgenstunden der peruanische Kardinal und Erzbischof von Lima Juan Luis Cipriani die Besucher der Kathedrale der peruanischen Hauptstadt mit seinen Angriffen auf Opfer des peruanischen Bürgerkrieges und Parteien links der Mitte gesättigt hatte, zog der peruanische Präsident mit seiner Frau nach einem Kurzbesuch in seinem Palast zum Kongress, wo er mit seiner Rede an die Nation begann. Vor dem Kongress war das historische Reiter- und Präsidentenregiment „Húsares de Junín“ aufmarschiert, um Salutschüsse abzufeuern. Einem der Husaren wurde dabei zum Verhängnis, dass einer seiner Mithusaren seine Kanone zu früh zündete. Die Schussladung traf sein Gesicht und warf ihn zu boden. Inzwischen befindet er sich in ärztlicher Betreuung. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA wurden auch mehrere Fenster im anliegenden „Conaco“-Gebäude gegenüber des Nationalparlamentes in Mitleidenschaft gezogen.
In seiner Predigt hatte Cipriani heute Morgen erklärt, es sei notwendig, „unsere Erinnerung zu reinigen“.
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Republik Peru wird 188
Zum 188 Mal gedenkt Peru am heutigen Dienstag, dem 28. Juli 2009, mit der Feier des Nationalfeiertages die Ausrufung der Republik. Vor 188 Jahren hatte der Argentinier José San Martín dort, wo heute der peruanische Kongress steht, das Ende der spanischen Kollonie erklärt. Der 28. Juli 2009 ist wohl einer der unfeierlichsten Nationalfeiertage. Die peruanische Flagge wird zwar auch in dieem Jahr omnipräsent sein, die grossen Militär- und Schülerparaden fallen dagegen – wegen der Grippe, die sich anhört wie eine chemische Formel – in diesem Jahr eher klein aus – wenn nicht ganz ins Wasser.
Relativ gering sind auch die Erwartung an die Botschaft des Präsidenten, der seit heute genau 3 Jahre den Palast zwischen Rathaus und Kathedrale von Lima besetzt hält. Die Leitartikler der grossen Tageszeitungen sind sich weitgehend einig: Was auch kommt, viel schlimmer kanns eh´nicht mehr werden und was geht mich mein Gewäsch vom letzten Wahlkampf an.
Eines wird man aber in jedem Fall morgen hören und in diesem Fall kommt es von Juan Diego Florez: Somos líbres, Seámoslo siempre.
httpv://www.youtube.com/watch?v=yPmXQwARm2k
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Telefonica spricht jetzt auch Quechua und Aymara
Langsam spricht sich unter peruanischen (bzw. in diesem Falle spanischen) Unternehmern herum, dass auch Quechua- und Aymaramuttersprachler aus den Andenregionen Zentral- und Südperus durchaus kaufkräftige Kunden sein können. Das staatliche peruanische Statistik- und Informatikinstitut INEI hatte schon 2007 festgestellt, dass mehr als 13% der peruanischen Bevölkerung die Inkasprache Quechua oder einen ihrer Dialekte, und 1,8% Aymara spricht. Nachdem Google schon seit einiger Zeit seinen Dienst in Quechua anbietet und einige Unternehmen wie z.B. das Milchimperium „Gloria“ und der spanische Telefonmonopolist „Telefónica“ auf Quechua werben, bietet Telefónica für seine Kunden nun auch ve
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APRA holt sich den Kongress
Der neue Präsident des peruanischen Kongresses ist der ehemalige Innenminister Luis Alva Castro. Mit 12 Stimmen Vorsprung setzte sich Alva Castro gegen die Kandidatin der Oppositionsparteien Rosa Florian durch. Alva Castro wurde von der Regierungspartei APRA, aber auch vom Parteienbündnis des ex-Diktators Alberto Fujimori unterstützt. Florian war Kandidatin eines aussergewöhnlichen Bündnisses, das von den christsozialen bis zu den linksnationalen reichte.
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Peruanischer Journalistenverband protestiert gegen Schliessung von Radio "La Voz"
Mit einem offenen Brief an den Transport- und Kommunikationsminister Cornejo, sowie mit einer Demonstration vor dessen Ministerium haben Angehörige des peruanischen Journalistenverbandes ANP, sowie zahlreiche in Lima ansässige Auslandskorrespondenten, gegen die Schliessung des Radiosenders „La Voz“ (Bagua) protestiert. Nur 3 Tage nach den schweren Zusammenstössen zwischen Indígena und Polizisten am 5. Juni hatte das Transport- und Kommunikationsministeriums (MTC) Â die Schliessung verfügt – wegen angeblicher Versäumnisse in der Verwaltung, die aber bereits alle im Vorfeld ausgeräumt worden waren.
Am vergangenen 5. Juni hatten sowohl Polizeikräfte als auch mehrere Minister – darunter Ex-Premierminister Yehude Simon – öffentlich erklärt, Radio „La Voz“ hätte die Kämpfe zwischen Indígena und Polizisten angeheizt, was Carlos Flores, Besitzer und Chefredakteur des Radios verneint. Die Leistung des Senders reiche überhaupt nicht aus, um bis an die Orte der Zusammenstösse zu senden, so Flores. Inzwischen hat sich selbst der ehemalige Premierminister Simon bei Flores persönlich entschuldigt und versprochen, alles in seiner Macht stehende zu tun, um die Rückgabe der Sendelizenz zu erwirken. Viel genützt hatte das Versprechen wenig, denn wenige Stunden später trat Yehude Simon von seinem Amt zurück.
Dabei ist Radio „La Voz“ nicht das einzige mit Problemen. So beklagten Journalisten der Radios „Marañón“ aus Jaén und „LD Stereo“ aus Bagua, sie seien von Polizisten der Mordkommission, die im Umfeld der Geschehnisse des 5. Juni ermittelten, vernommen und behandelt worden, als seinen sie die Mörder.
Inzwischen traf auch eine Delegation des internationalen Journalistenverbandes ein, um Radio „La Voz“ zu unterstützen.
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Staatsrundfunk will werbefrei werden
Der peruanische Staatsrundfunk will werbefrei werden. Das gab gestern der neue Präsident des staatlichen peruanischen Radio- und Fernsehinstitutes (IRTP), das den Fernsehsender TV Peru (auch als „Canal 7“ bekannt), sowie die Radiosender „La Crónica“, „Radio Nacional“ neben einer Reihe Landwirtschaftssender („Radio Campesina“) betreibt, Ricardo Ghibellini, bekannt.
Obwohl die meisten Beobachter die Verminderung von Werbung im laufenden Programm generell begrüssen, wurde auch deutliche Kritik laut. So wird vor allem eine noch stärkere Abhängigkeit von der Regierung befürchtet, wenn diese für alle Einnahmen der Sender zuständig ist. Von der Regierung selbst kommt Kritik an der Beschneidung der Nachrichten in „Radio Nacional“. Eduardo Bruce Montes de Oca, ehemaliger Präsident des IRTP vermutet dahinter aber vor allem die Angst der Regierung, ihre Sendezeit im Staatsrundfunk könnte dadurch beschnitten werden, wie Bruce im Interview mit dem Radiosenderverbund „CNR“ erklärte.
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2 Schweinegrippefälle in Amazonas / Nationalfeiertag weitgehend abgesagt
Die Grippe AH1N1 ist in der Region Amazonas angekommen. Wie die regionale Gesundheitsbehörde bestätigte, kam heute das Laborergebnis der Untersuchung eines einjährigen Kindes in einem Krankenhaus in Chachapoyas an. Ein weiterer Fall wurde aus Bagua Grande (Utcubamba) gemeldet. Derweil wurden landesweit Veranstaltungen zum peruanischen Nationalfeiertag, dem 28. Juli, abgesagt. Die Schülerparade in Lima wurde bereits vor mehreren Wochen abgesagt, inzwischen haben auch die meisten Stadt- und Kreisverwaltungen ihre Festakte abgesagt, um einer weiteren Verbreitung der Grippe vorzubeugen.
Peruweit wurden bisher 2761 Fälle der Grippe AH1N1 festgestellt. 2390 dieser Personen wurden inzwischen als Gesund aus dem Krankenhaus entlassen. In 12 Todesfällen hat die Grippe bisher eine Rolle gespielt, wie das peruanische Gesundheitsministerium mitteilt.
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APRA-Generalsekretär Mulder will Verfassungsgericht abschaffen
Der Generalsekretär der peruanischen Regierungspartei APRA, Mauricio Mulder, hat gefordert, das Verfassungsgericht (Tribunal Constitucional) abzuschaffen und einen Teil seiner Funktionen der normalen Gerichtsbarkeit (poder judicial) zu übertragen. Die Funktionäre des Verfassungsgerichtes würden sich den anderen staatlichen Institutionen „übergeordnet fühlen“, so Mulder. Der Präsident des peruanischen Verfassungsgerichtes Juan Vergara Gotelli wies die Forderung energisch zurück. Die normale Gerichtsbarkeit könne zumindest mit ihrer derzeitigen Ausstattung die Rolle des Verfassungsgerichtes nicht übernehmen.
Mauricio Mulder hatte die Forderungen im Zusammenhang mit der Kritik des Verfassungsgerichts am Verlauf des Prozesses gegen Antauro Humala verfasst. Antauro Humala hatte 2005 versucht, sich mit der Besetzung eines Polizeipostens an die Regierung zu putschen, wobei 4 Polizisten und 2 Zivilisten getötet wurden.
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7 Jahre mehr für Fujimori, diesmal wegen Korruption
Zu siebeneinhalb Jahren Haft, sowie der Zahlung von 3 Millionen Nuevos Soles hat eine Spezialkammer des peruanischen Höchstgerichtes heute Morgen den peruanischen Ex-Diktator Alberto Fujimori verurteilt. Fujimori hatte gestanden, gegen Ende seiner Regierungszeit seiner rechten Hand Montesinos 15 Millionen Dollar Staatsgelder überwiesen zu haben. Fujimori selbst sah darin allerdings keine Schuld, habe er als Präsident doch anschliessend das Geld dem Staat wieder zurückgegeben. Die Richter folgten der Verteidigung nicht. Fujimori legte im Anschluss an die Urteilsverkündung Berufung ein.
Das Urteil ist das erste gegen Fujimori, in dem es um Korruption während seiner Amtszeit geht. Zuvor war Fujimori bereits wegen Menschenrechtsverletzungen zu 25 Jahren und wegen Einbruchs in die Wohnung der Frau Montesinos zu 6 Jahren Haft verurteilt worden. Nach peruanischem Recht addieren sich die Strafen nicht, abzusitzen ist die längste der verhängten Haftstrafen.
Bisher sind noch 3 weitere Verfahren gegen Alberto Fujimori anhängig. Im kommenden grossen Prozess wird es um das Abhören von Telefongesprächen gehen.