• Universität Chachapoyas eröffnet Institut zur Nachhaltigen Entwicklung des Bergurwaldes

    Instituto de Investigación para el Desarrollo Sustentable de Ceja de Selva (INDES-CES) Foto: UNAT-AMAZONAS
    Instituto de Investigación para el Desarrollo Sustentable de Ceja de Selva (INDES-CES) Foto: UNAT-AMAZONAS

    Die Toribio Rodríguez de Mendoza-Nationaluniversität Chachapoyas hat das neue Gebäude des Forschungsinstitutes  für die nachhaltige Entwicklung des Hochregenwaldes offiziell eröffnet (INDES-CES; Instituto de Investigación para el Desarrollo Sustentable de Ceja de Selva). Héctor Garay Montañez, Übergangsdirektor der Universität erklärte in seiner Eröffnungsansprache, das Institut solle in seinen eigenen Räumen nicht nur die Ausbildung in seinem Forschungsbereich an der Universität unterstützen, sondern auch ganz praktisch für die nachhaltige Entwicklung der Region Amazonas wirken. Ein erstes großes Projekt des INDES-CES wird die Einrichtung von 3 Versuchs- und Experimentierstationen. Dadurch sollen Forschungen in den Bereichen Umweltmanagement, biologische Vielfalt, Entwicklung nachhaltiger Landwirtschafts- und Wassernutzungstechniken, sowie sozialwissenschaftliche Studien mit interkulturellem Fokus über die Lebensumstände in den Hochregenwaldregionen der Region Amazonas ermöglicht werden.

    Der Hochregenwald (Ceja de Selva), wörtlich übersetzt „Augenbraue des Regenwaldes“ liegt auf der dem Amazonasbecken zugewandten Seite der Anden und schließt somit große Teile der Region Amazonas mit ein.

    Weitere Daten

  • Grenzstreit Peru-Chile: Landkarte für Touristen heizt Gemüter auf

    Besonders chilenische Gemüter erhitzte die Veröffentlichung eines Landkartenausschnittes der Grenze zwischen Peru und Chile in den vergangenen Wochen in diversen Zeitungen beider Länder. Auf einer Karte des französischen geografischen Institutes ist von der Grenze zwischen beiden Ländern aus eine rote, gestrichelte Linie ins Meer hinein gezeichnet worden, unter der „-4h Greenwich Time“ geschrieben steht. Da die Zeitzonengrenze entlang der Landesgrenze verläuft, kann die rote Linie nach Ansicht peruanischer und chilenischer Geografen also durchaus als Markierung einer Grenze verstanden werden.

    Und genau darin liegt das Problem. Seit einigen Jahren streiten Peru und Chile um den genauen Verlauf der Grenze. Auf dem Land wurde das Problem zwar inzwischen weitgehend gelößt, für das Meer aber noch nicht. Chile setzt seine Grenzlinie weit nördlicher an, als es Peru tut und beruft sich dabei auf Verträge zur Fischerei. Befahren Fischerboote oder gar Marinekreuzer aus einem der beiden Länder das Gebiet, sind diplomatische Verstimmungen vorprogrammiert. Immerhin scheint Krieg zumindest vorerst ausgeschlossen, der Fall liegt nun in Den Haag. Die verzeichnete Zeitzonengrenze entspricht aber genau der peruanischen Position zum Grenzverlauf.

    Das französische geografische Nationalinstitut sah sich dann auch schon genötigt, über die Botschaft des Landes in Chile zu erklären, es handle sich ausdrücklich um eine „Landkarte touristischen Charakters“, wo man der Einfachheit halber eine zum Küstenverlauf senkrechte Linie eingezeichnet habe. Die Kartografie dafür stamme auch nicht vom Institut selbst, sondern vom Falk Verlag in Ostfildern (bei Stuttgart).

    MEHR ZUM THEMA PERU-CHILE im Hintergrundartikel zum Streit über den Verlauf der Seegrenze.

  • Kommentar: Ein Tourismusminister pro Tourist!

    Einiges Glück hatte der Südafrikaner Lynton Lloyd gestern in Cusco. Seine Kamera wurde gestohlen. Aber: Zufälligerweise war der peruanische Tourismus- und Außenhandelsminister Martín Pérez Monteverde in der Nähe. Dieser, im Moment Gastgeber bei einem Arbeitstreffen des Forums „wirtschaftliche Zusammenarbeit Asien-Pazifik“ (APEC), bekam von dem Diebstahl Wind und verfügte, „man möge sich des Falles annehmen“. So wurde – wie die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA berichtet – die Kamera innerhalb „weniger Minuten, in Rekordzeit“ wiedergefunden. Da hat sich Lynton Lloyd gefreut: „Ich hätte nie gedacht, dass das so schnell von Statten gehen würde. Ich bin, ehrlich, sehr dankbar und überrascht von der Liebenswürdigkeit der Peruaner“. Noch liebenswürdiger wäre es ja gewesen, man hätte ihm die Kamera erst gar nicht gestohlen. Trotz allem, Glück gehabt!

    Auch das deutsche Auswärtige Amt (AA) weiß von den Risiken. Peru liege, so das AA, was die Kriminalität betrifft, im lateinamerikanischen Mittelfeld. Das schließe für Touristen das Risiko ein, Opfer von Diebstählen oder Überfällen zu werden. Wer einmal auf einer peruanischen Polizeiwache eine Anzeige wegen Diebstahls aufgegeben hat, der weiß, dass gestohlene Objekte wirklich nur dann gefunden werden, wenn sich ein Tourismusminister dahinter klemmt. Deshalb wäre es für den Peru-Tourismus sicherlich förderlich, würde jedem Tourist ein entsprechender Minister zur Seite gestellt. Denn scheinbar, wenn sie denn will, kann die peruanische Nationalpolizei wirklich innerhalb „weniger Minuten, in Rekordzeit“ Diebstähle aufklären.

  • San Borja eröffnet Kino für Blinde

    Ab jetzt können in San Borja (Lima) auch Sehbehinderte im Kino Harry Potter genießen. Wie die Distriktverwaltung bekannt gab, hat die örtliche Stadtbücherei neben ihrer Sektion Hörbücher und Bücher in Braille-Schrift nun auch ein kleines Kino eingerichtet, in dem Menschen mit Sehbehinderung – inkl. Popkorn – Kinofilme in voller Länge an“schauen“ können. Die speziell hergestellten Filme haben einen zusätzlichen Tonkanal, über den erklärt wird, was gerade passiert. So erfahren die Kinobesucher zum Beispiel, dass der Basilisk aus dem Harry-Potter-Band „Kammer des Schreckens“ „behaart und mit Narben übersäät“ ist. Wer eher klassisches bevorzugt, kann sich natürlich auch den Quijote de la Mancha, Prosa von Gabriel García Márquez oder eines der Werke Mario Vargas Llosas als Hörbuch anhören. Abendvorstellungen wird es leider nicht geben: Die Bibliothek schließt um 19 Uhr.

  • Wer interessantes über Bergbau in Peru erfahren möchte…

    … dem sei der Besuch von http://im-nu-in-peru.blogspot.com/2009/09/ein-tag-in-yanacocha.html empfohlen. Die Seite wird mit Inhalten gefüllt durch den (nach eigenen Angaben) Erfurter David Vollrath, der derzeit in der Region Cajamarca bei GRUFIDES (Gruppierung zur Bildung und Intervention für nachhaltige Entwicklung / Grupo de Formación e Intervención para el Desarrollo Sostenible) mitarbeitet. Neuere Artikel finden sich unter http://im-nu-in-peru.blogspot.com.

  • Apotheker ausgeraubt: Wenn der Erzengel schläft

    Um 40.000 Soles erleichterten gestern im nordwestperuanischen Chiclayo (Lambayeque) mehrere bewaffnete Räuber den Verwalter einer Apotheke. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA. Der Verwalter einer örtlichen Filiale der „Arcangel“ (Erzengel) – Apotheke war mit mehreren Geldkisten im Taxi unterwegs zur nächsten Bankfiliale, als ein mit mehreren Personen besetztes Fahrzeug den Weg versperrte. Mehrere schwarz gekleidete Räuber stiegen aus dem Fahrzeug und forderten „unter Drohungen“ die Herausgabe des Geldes. Der Verwalter kam der Forderung nach und überreichte mehrere Kisten, die sämtliche Tageseinnahmen der Apotheke beinhielten. Anschließend flohen sie in einem Fahrzeug mit dem Kennzeichen CC-1836.

  • Amazonas kämpft gegen Mehrwertsteuerbefreiung

    Einen eher ungewöhnlichen Kampf kämpfen derzeit die sieben Provinzen und die Regionalregierung der nordperuanischen Region Amazonas. Sowohl rund 60 Bürgermeister, als auch der Regionalpräsident fordern in einem offenen Brief den peruanischen Präsidenten Alan García auf, auf keinen Fall das Gesetz zu unterschreiben, das sie bis Ende 2015 von der Mehrwertsteuer befreien würde. Grund für den Wiederstand ist, dass die Bevölkerung die Mehrwertsteuerbefreiung gar nicht spürt und nur einige wenige Unternehmer davon profitieren, so der offene Brief. Das seien insgesamt 22 Unternehmen, bei denen es sich zu großen Teilen nur um Briefkastenunternehmen handle, die nur die Steuerbefreiung nutzen wollten, ohne jedoch der Region selbst Vorteile einzubringen.

    Auch in den umliegenden Regionen mehrt sich der Protest gegen die Gesetzesinitiative, die bereits vom peruanischen Kongress nach 7stündiger Debatte mit knapper Mehrheit verabschiedet worden war. So rief inzwischen auch der Präsident der Region San Martín, César Villanueva, dazu auf, den Vorschlag nicht Gesetz werden zu lassen. Das Geld fehle anschließend in den Kassen, um Straßen oder Projekte im Bereich Gesundheit, Hygiene oder Bildung besonders im ländlichen Raum zu finanzieren, so Villanueva.

    Der peruanische Kongress hatte am 1. Oktober entschieden, die Dekrete 977 und 978 außer Kraft zu setzen, in denen der schrittweise Ausstieg aus der Mehrwertsteuerbefreiung festgelegt worden war. In der Vergangenheit war es unter anderem zu Treibstoffschmuggel gekommen, da der Treibstoff in Amazonas ohne die 19% Mehrwertsteuer verkauft wurde.

  • Nochmal 6 Jahre für Fujimori

    Wie erwartet hat ein peruanisches Tribunal den Ex-Diktator Alberto Fujimori wegen des Kaufes der redaktionellen Linie von Medienunternehmen und des Kaufes oppositioneller Politiker, sowie wegen der Anordnung von Abhörmaßnahmen gegen Politiker und Intellektuelle verurteilt. Das Gericht blieb dabei mit 6 Jahren Haft unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte auf 8 Jahre Haft plädiert.

    Weiters muss Fujimori dem peruanischen Staat eine Entschädigung in Höhe von 24.060.042 Nuevos Soles bezahlen. Hinzu kommen 3 Millionen Nuevos Soles Entschädigung für die Abhöropfer. Auch darf er für mindestens 2 Jahre nicht Präsident werden oder im öffentlichen Dienst arbeiten.

    Sowohl die Verteidigung, als auch die Staatsanwaltschaft legten Berufung ein.

    Fujimori sitzt bereits im Gefängnis, weil er unter anderem für den Einbruch in die Wohnung der Ex-Freundin seines Beraters Montesinos und gleichzeitigen Raub von Videos zu 6 Jahren, wegen der Massaker in Barrios Altos und La Cantuta zu 25 Jahren und in einem Korruptionsprozess zu 7 1/2 Jahren verurteilt wurde.

    Nach peruanischem Recht summieren sich die Haftstrafen aber nicht, sondern es muss „nur“ die längste abgesessen werden.

  • Umweltminister Brack: Import genmanipulierter Samen bis 2014 verboten

    Zumindest bis zum Jahr 2014 soll die Einfuhr genetisch veränderten Saatgutes nach Peru verboten sein. Das gab heute der peruanische Umweltminister Antonio Brack Egg bekannt. Bis dahin sollen die entsprechenden Kontrollinstitutionen mit der entsprechenden Labortechnik ausgestattet sein, um illegal eingeführtes genmanipuliertes Saatgut erkennen zu können.

    Zudem sollen demnächst die Ausführbestimmungen in Kraft treten, die den Umgang mit dem Saatgut regeln sollen. Die Ausführbestimmungen waren 2005 ausgearbeitet worden. Bei dem anschließenden Konsultationsprozess meldeten nur das Umweltministerium, das Nationalinstitut für Agrarinnovation (INIA), sowie die Plattform „Peru frei von transgenetischen Pflanzen“ Änderungswünsche an, die nach Angaben des Umweltministers auch teilweise in die endgültige Version eingearbeitet wurden. Inzwischen sollen auch das INIA und Landwirtschaftsmnister Adolfo de Córdova ihr „OK“ gegeben haben.

    Immer wieder hatte es in der Vergangenheit Vorwürfe gegeben, Saatgutimporteure würden illegal genmanipuliertes Saatgut ohne Genehmigung einführen. Nachgewiesen werden konnte es meist nicht. Der peruanische Umweltminister sprach sich wiederholt gegen den Import aus. Peru brauche als Land mit unglaublicher Artenvielfalt kein genetisch verändertes Saatgut, so Brack Anfang des Jahres.

  • La Libertad: Polizei findet 4 tote Räuber

    Die Körper von vier toten auf Busüberfälle spezialisierten Räubern konnte die peruanische Nationalpolizei PNP in der Provinz Santiago de Chuco (Region La Libertad) gestern bergen. Nach Angaben eines Polizeisprechers hatten die vier 32-34jährigen in der Gegend um den „Calpuy“ genannten Ort an der Straße nach Huaraz mehrere Busse überfallen und die Insaßen ihrer Habseligkeiten beraubt. Vermutlich habe eine Bürgerwehr sie vor rund 5 Tagen geschnappt, verprügelt und dann in den Abgrund gestoßen. In der Nähe der Aufprallstelle fand die Polizei 22 Handys, 3 Digitalkameras, eine Filmkamera, sowie mehrere Revolver.

    Die Toten wurden inzwischen identifiziert und befinden sich zur Obduktion in der Gerichtsmedizin Trujillo.