Kategorie: Zahlen und Statistiken

Studienergebnisse, Volkszählungen und andere Quellen, die manches über Peru aussagen (und anderes nicht). Ausführliche Informationen finden sie in unserem INFOAMAZONAS-Spezial „Peru in Zahlen und Statistiken„.

  • Peru: Wenig Gefahrbewusstsein unter jugendlichen Internetnutzern

    Nur knapp die Hälfte der Internetnutzer im Schulalter ist sich der möglicher Gefahren im Internet bewusst. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die vom peruanischen Netzwerk gegen Kinderpornografie RCPI (Red Peruana contra la Pornografía Infantil) erstellt wurde. Demnach haben 47% der befragten Schülerinnen und Schüler schon einmal persönliche Daten wie Namen, E-Mail-Adresse, Adresse oder Telefonnummer ungeschützt über das Internet weitergegeben, die meisten über MSN Messenger oder die „social-Network“-Seiten Hi5 und Facebook. 39% der Befragten gaben zudem an, schon einmal per Chat von Unbekannten angesprochen worden zu sein. Außerdem gehen 64% der Befragten davon aus, dass ihre Zugangspasswörter zu verschiedenen Internetseiten oder Programmen auch fremden Leuten bekannt sind, was im Rahmen der Studie des Netzwerkes allerdings nicht überprüft werden konnte.

    Der Vorsitzende des RCPI, Dimitri Senmache, kündigte nach der Veröffentlichung des Umfrageergebnisses an, das RCPI werde in den nächsten Wochen gemeinsam mit dem Sozialentwicklungs- und Frauenministerium MIMDES die Kampagne „sicher und bedacht chatten“ (Chatea Seguro, Chatea Pensando) starten, um sowohl Kindern als auch Eltern die Gefahren und Probleme des Internets näher zu bringen.

    Befragt hatte das peruanische Netzwerk gegen Kinderpornografie Schüler zwischen 13 und 16 Jahren an 89 weiterführenden Schulen in allen Teilen Perus.

  • Staatsfernsehen wird 50

    Das peruanische Staatsfernsehen, derzeit unter dem Namen „TVPeru“ bekannt, wird 50 Jahre alt. Der Sender, der bis heute landläufig unter dem Namen „Canal 7“ (Kanal 7) bekannt ist, wurde unter eben diesem Namen 1958 gemeinsam von der UNESCO und dem peruanischen Bildungsministerium gegründet. Damit war das Staatsfernsehen jenerzeit der erste Fernsehsender überhaupt in Peru. Die folgenden Jahre war er auch Peruweit der erste Sender, der in Farbe sendete und über ein Satelitensignal verfügte. Über seine gesamte Geschichte hinweg änderten sich Instrumentallisierung und Nähe zur Regierung, insgesamt stand der Sender aber stets in der Nähe der jeweiligen Regierung. Allerdings trug er durch die Ausstrahlung belastenden Videomaterials („Vladivideos“) auch zum Sturz des Diktators Fujimori bei. Inzwischen verfügt der Sender über 275 Übersetzer (Stationen mit Satelitenschüssel, Sendeanlage und Antenne, die das aus Lima kommende Programm weitersenden) in fast allen Ecken und Enden Perus (Siehe Grafik).

    Anzahl der Sender des Staatsfernsehens, 1997-2007
    Anzahl der Sender des Staatsfernsehens, 1997-2007

    Derzeit hat TVPeru den Auftrag, die Bevölkerung „moralisch und kulturell zu bilden“.

    Und da der Sender unter fast jeder Regierung bisher umbenannt worden war, passt wohl am besten:

    Herzlichen Glückwunsch, „Canal 7“.

  • Wahlbehörde gibt Strafen für Nichtwähler bekannt

    In Peru herrscht Wahlpflicht. Wer dagegen verstößt und nicht zur Wahl geht, muss eine Strafe bezahlen. Dies wird auch am 7. Dezember so sein, wenn in mehreren hundert Orten Perus die sogenannten „revocatorias“ abgehalten werden, also Abstimmungen über die Abberufung von Regionalpräsidenten, Bürgermeistern, Provinz-, Stadt- und Gemeinderäten. Diese Art der Abstimmung ist bereits seit Anfang der 90er Jahre in der peruanischen Verfassung vorgesehen, wird nun aber erst zum zweiten Mal angewandt. Wie die Jury für diese Art spezieller Wahlen, der „Jurado Electoral Especial“ (JEE), nun bekannt gab, liegen die Strafen bei dieser Wahl zwischen 17,50 und 70 Nuevos Soles. Wie hoch die Strafe jeweils ist, hängt vor allem davon ab, ob der jeweilige Ort nach der letzten Volkszählung im Vergangenen Jahr (CENSO 2007) als „nicht Arm“, “ „nicht extrem Arm“ oder „extrem Arm“ eingestuft wurde. In den „nicht Arm“en Orten beträgt die Strafe 70 Nuevos Soles, in „nicht extrem Arm“en Orten 35 und in „extrem Arm“en Orten 17,50 Nuevos Soles. Sonderstrafen gibt es zudem noch für die Wahlhelfer, die unter allen Wählern ausgeloßt werden. Erscheinen sie am Wahltag nicht, kommt auf sie eine Strafe von 175 Nuevos Soles zu.

  • Scheidung in Lima kostet jetzt S/. 291

    Wie die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA mitteilt, hat die Stadtverwaltung von Lima die Verwaltungsgebühren für die so genannte „Schnellscheidung“ (Divorcio Rápido) auf 291 Nuevos Soles festgelegt. Die Einführung dieser Art der Scheidung wurde im Vorfeld stark kritisiert, besonders von der katholischen Kirche.

  • Lima hat 8.472.935 Einwohner, Peru zieht es zur Küste

    Lima hat Acht Millionen vierhundertzweiundsiebzigtausendneunhundertfünfunddreißig Einwohner. Das ist eines der Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten Auswertung der Volkszählung 2007 (Censo 2007). Die Zahl bezieht sich dabei nur auf die Stadt Lima (Lima Metropolitana), nicht die gleichnamige Region.

    Bevölkerungsverteilung Perus 1940-2007. Quelle: INEI
    Bevölkerungsverteilung Perus 1940-2007. Quelle: INEI. Klicken für großes Bild.

    Zudem konzentriert sich die peruanische Bevölkerung weiter und verstärkt an der Pazifikküste. Während die Bevölkerung der verschiedenen Regenwaldregionen leicht und die Küstenbevölkerung stark anstieg, sank die Bevölkerung der peruanischen Andenregionen im Vergleich zu den anderen Regionen seit 1940 um über 30 Prozentpunkte ab. Heute macht die Küstenbevölkerung über 54% der Gesamtbevölkerung aus, im Gegensatz zu 28,3% 1940. Innerhalb der vergangenen 14 Jahre stieg die Küstenbevölkerung um 3.425.521 Personen an.

    Höchstes Bevölkerungswachstum in Regendwaldregion Madre de Dios

    Vom Bevölkerungswachstum her ist übrigens die Urwaldregion Madre de Dios mit durchschnittlich 3,5% Spitzenreiter. 1940 wurden hier noch 4.950 Einwohner gezählt, 2007 bereits 109.555. Dieses extreme Wachstum ist allerdings möglicherweise auf Schwierigkeiten bei der Durchführung der Zählung zurückzuführen. Viele Gegenden verfügen erst seit kurzer Zeit über Verkehrsinfrastruktur, was vermuten lässt, dass bei den ersten Zählungen nicht alle Gegenden wirklich vollständig abgedeckt worden waren.

    Vor allem die Einwohnerzahlen fernab der Küste für das Jahr 1940 sind dabei mit Vorsicht zu betrachten, möglicherweise wurde zu jener Zeit lediglich nicht gründlich genug gezählt. Auch die heutigen Zahlen werden von peruanischen Autoren häufig nur unter Vorbehalt zitiert.

    In Peru wurde bereits 2005, damals unter Präsident Alejandro Toledo, eine Volkszählung durchgeführt. Die nachfolgende Regierung unter Präsident Alan García kritisierte allerdings deren Methodologie und ordnete deshalb die Durchführung einer neuen Volkszählung an, die dann Mitte und Ende 2007 durchgeführt wurde. Dieser Beitrag basiert auf den im Jahr 2008 veröffentlichten Daten dieser Zählung.

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.

  • Flughafen Chachapoyas bleibt isoliert

    Wir Radio Horizonte unter Berufung auf Statistiken des staatlichen peruanischen Luftfahrtamtes des Verkehrsministeriums (Dirección General de Aeronáutica Civil del Ministerio de Transportes) berichtet, wurden insgesamt im Juli diesen Jahres über den Flughafen Chachapoyas nur 6 Passagiere transportiert. Weniger Personenverkehr hatten nur die Flughäfen von Paranapura und Santa Marta, mit jeweils nur 3 Passagieren im gesamten Monat Juli.

  • Lambayeque: Gullideckel für 750.000 Soles gestohlen

    Der Gullideckeldiebstahl in großen Städten Perus nimmt langsam unglaubliche Ausmaße an. Wie die Stadtwerke Lambayeque (Epsel) in einer Pressekonferenz bekannt gaben,  wurden allein in diesem Jahr bisher rund 3000 Gullideckel gestohlen. Monatlich verschwinden rund 300 Stück, was bisher im Jahr 2008 einen Schaden von immerhin 750.000 Soles verursacht hat. „Jeder Gullideckel kostet rund 250 Soles. Dazu kommt dann noch die Arbeitszeit und das notwendige Material, um den Gulli wieder zu schließen“, so Abelardo Cadenillas, Cheff der Stadtwerke. Dabei wurden nach Cadenillas nur die drei Städte Chiclayo, José Leonardo Ortiz und La Victoria einberechnet, so dass die Dunkelziffer in der ganzen Region Lambayeque vermutlich noch wesentlich höher liegt. Ein weiteres Problem, so Cadenillas, liegt darin, dass nach dem Verschwinden eines Gullideckels die Nachbarn sofort die Stadtwerke anrufen würden – egal, ob es sich wirklich um die Abdeckung eines Abwasserkanals oder um den Kabelknotenpunkt einer Telefongesellschaft handelt. Aus diesem Grund planen die Stadtwerke nun, sich mit der Telefongesellschaft und der Polizei zusammen zu tun, um gemeinsam gegen die „Gullideckel-Mafia“ vorzugehen.Dabei geht von den ungeschützten Leitungen eine große Gefahr für Fußgänger und Fahrzeugführer aus. Immer wieder kommt es zu schweren Verletzungen durch fehlende Gullideckel. „Es ist eine große Gefahr, der man Fußgänger und Schulkinder aussetzt, die leicht Opfer solcher Fallgruben werden können“, so Cadenillas. Im Vergangenen Jahr kam in Lima eine Person durch einen nicht bedeckten Gulli ums Leben.

  • Marañón-Express: Regionalregierung Loreto sucht Investoren

    Die Planungen zum Bau einer Zugstrecke von Yurimaguas nach Iquitos in der Region Loreto nehmen langsam Formen an. Noch immer fehlen allerdings Studien zur Umweltverträglichkeit der 576km Zugstrecke.  An den schwierigsten Stellen müsste der Zug zuerst eine 800 Meter lange Brücke über den Marañón und anschliessend über den Nanay (500m) überqueren. Auf dieser Strecke, die zuerst dem Huallaga und schliesslich dem Marañón folgen würde,  würde er zudem mehrere Schutzgebiete durchqueren, den Nationalpark Pacaya-Samiria und as Schutzgebiet Tamshiyacu Tahuayo, sowie den Nationalpark Allpahuayo Mishana, in denen vom Aussterben bedrohte Tierarten wie Tapire, Jaguare, Gürteltiere und Ameisenbären leben. Im Gegensatz zum Bau einer Strasse wäre zwar die Gefahr neuer Ansiedlungen im Urwald unwahrscheinlicher, im Verlauf der Bauarbeiten wäre eine Beeinträchtigung kaum zu vermeiden. Zudem würden Wanderwege diverser Tierarten unterbrochen, wie der Biologe José Álvarez Alonso vom Institut zum Studium des peruanischen Amazonasgebietes IIAP zu bedenken gibt. Aber auch er sieht die Möglichkeit, einige Teile der Bahnstrecke auf hohen Stützen zu bauen.

    Bis 2009 sollen die Studien abgeschlossen werden. Nach Angaben des Regionalpr{sidenten von Loreto, Yván Vásquez, wird das Projekt mindestens 850 Millionen US-Dollar kosten, das zum grössten Teil von Investoren aufgebracht werden soll. Das Projekt, das den Spitznamen „Marañón-Express“ (Expreso del Marañón) trägt, soll in naher Zukunft rund 60 Passagiere pro Tag pro Richtung transportieren, hauptsächlich allerdings Güterverkehr. Neben einer verbesserten Anbindung auch des brasilianischen Amazonasgebietes soll so auch eine bezahlbare Alternative zum teuren Flugzeug und den 3-4 Tage dauernden Flussverbindungen geschaffen werden.

    Im Moment verfügt Peru über ein Schienennetz von 2.021km.

  • Analphabetismus sinkt, bleibt aber ein Problem

    Analphabetismus im Verhältnis zum Geschlecht. Quelle: INEI
    Analphabetismus im Verhältnis zum Geschlecht. Quelle: INEI

    Nach Angaben des INEI sank die Analphabetismus- rate um 5,7 Prozentpunkte, liegt aber mit 7,1% der Bevölkerung über 15 Jahren immer noch sehr hoch. Gravierend sind auch die Unterschiede zwischen Stadt- und Landbevölkerung. Während die Analphabetismusrate im urbanen Umfeld bei 3,7% liegt, liegt er in ländlichen Regionen bei 19,7%. In letztgenannten Gegenden konnte die Rate seit 1993 um rund 10 Prozentpunkte gesenkt werden.

    Die Region mit der höchsten Analphabetismusrate bleibt auch 2007 Apurímac, wo die sie seit 1993 zwar um beeindruckende 15,2% abnahm, allerdings noch immer bei 21,7% liegt. Gefolgt wird Apurímac von Huancavelica (20,1%), Ayacucho (17,9%), Cajamarca (17,1%) und Huánuco (16,6%). Die niedrigsten Raten haben das Stadtgebiet von Lima und die Provinz Callao mit 1,8% bzw. 1,6%.

    Überraschenderweise sind aber nicht nur die großen Küstenstädte ganz vorne dabei, sondern auch die Urwaldregionen Ucayali (4,8%), Madre de Dios (3,2%), sowie Moquegua (4,7%), Tacna (3,7%), Arequipa (4,1%), Tumbes (3,4%) und Ica (2,8%).

    Noch immer ist leider ein großer Unterschied im Geschlecht (Mann: 3,6%, Frau: 10,6%) zu beobachten.

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  • Peru wird städtischer

    Nach den kürzlich veröffentlichten Volkszählungsergebnissen des vergangenen Jahres stieg die Bevölkerungszahl zwischen 1993 und 2007 um 5,7 Millionen (ca. 1,6% / Jahr) auf 28.220.764 Einwohner. Das Geburtenverhältnis von Frauen und Männern blieb unverändert (49,7% Männer, 50,3% Frauen) ausgewogen. In den Ergebnissen der Zählung schlägt sich eine starke und anhaltende Landflucht nieder. So wuchs zwar die ländliche Bevölkerung um über 11.000 Personen gegenüber der Zählung 1993, gleichzeitig wuchs die städtische Bevölkerung um über 5 Millionen Personen. So lebt heute nur noch rund ein Drittel der Bevölkerung auf dem Land. Bedenkenswert ist dabei, dass die Geburtenrate in den Städten weit unter der im ländlichen Raum lag. Während 2007 in Lima die Geburtenrate bei 1,3 Kindern pro Frau lag (1993: 1,6), kommen Frauen in ländlichen Regionen wie Amazonas oder Loreto im Durchschnitt auf 2,4 (1993: beide 3,1), in Huancavelica und Apurímac sogar auf 2,5 Kinder (1993: 3,4/3,3).

    Quelle: INEI (Instituto Nacional de Estadistica e Informatica): Perfil Sociodemográfico del Perú, Segunda Edición. Lima: 2008