Kategorie: Wirtschaft

Aktuelles aus der peruanischen Wirtschaft, sowie der Wirtschaftspolitik.

  • Lima / Peru: Verkehrsministerium beschließt Umsiedlungsplan für Flughafenausbau

    Das peruanische Verkehrs- und Kommunikationsministerium (MTC) hat einen Plan vorgelegt, der die Umsiedlung von insgesamt 758 Familien vorsieht, die derzeit auf dem Gelände des geplanten neuen Terminals des Hauptstadtflughafens Jorge Chávez leben. Nach dem Plan sollen die betroffenen Familien, die dort teils schon seit mehr als 40 Jahren leben, entweder eine finanzielle Entschädigung, oder direkt ein neues Grundstück mit Haus erhalten. Entsprechende Vorgaben hatte der peruanische Kongress gemacht, als er die Flughafenerweiterung für „dringlich“ erklärte.

    Der Flughafen Lima, der sich auf Gelände der Hafenstadt Callao befindet, ist bereits jetzt der größte internationale Flughafen Perus und verzeichnet ein seit Jahren steigendes Passagieraufkommen. Durch die Erweiterung sollen ab Anfang 2015 bis zu zehn Millionen Passagiere pro Jahr abgefertigt werden können. Dafür werden unter anderem sieben neue Gates gebaut und der Tower modernisiert. Der Flugbetrieb soll dabei nach den Plänen der Flughafenbetreiber (u.a. Fraport AG) nicht eingeschränkt werden.

  • Cajamarca / Peru: Geiselnahme wegen mutmaßlicher Umweltschäden friedlich beendet

    Wilfredo Pedraza, Perus Innenminister. Foto: Prensa Presidencia.
    Wilfredo Pedraza, Perus Innenminister. Foto: Prensa Presidencia.

    Die Indígena-Gemeinschaft Supayacu im Norden der peruanischen Region Cajamarca (Distrikt Huarango / Provinz San Ignacio) hat gestern drei Geologen des peruanischen Bergbaugeologischen Institutes Ingemmet freigelassen, die am vergangenen Sonntag offenbar als Reaktion auf mutmaßlich durch ein Bergbauunternehmen verursachte Umweltschäden als Geiseln genommen worden waren. Wie Innenminister Wilfredo Pedraza gestern erklärte, hatte sich zuvor die Regierung, nach Vermittlung der katholischen Kirche, der regionalen Ombudsstelle und der Provinzverwaltung von San Ignacio, bereit erklärt, einen Dialograum zu schaffen, der mutmaßliche Umweltschäden im Umfeld der indigenen Gemeinschaft analysieren soll. Die Geologen, die nach Ingemmet-Angaben die Grenzregion zwischen Amazonas und Cajamarca untersuchen sollten und keine Verbindungen zu dem betreffenden Bergbauunternehmen haben sollen, seien gesund und wohlauf, so Pedraza.

    Geologen noch immer in Supayacu

    Distrikt Huarango in Cajamarca. Karte: OpenStreetMap.
    Distrikt Huarango in Cajamarca. Karte: OpenStreetMap.

    Trotz der Ausgehandelten fünf Punkte konnten die Geologen Supayacu bislang nicht verlassen, da anhaltende starke Regenfälle den -in der Trockenzeit- 5stündigen Fußmarsch gestern unmöglich machten. Inzwischen entsandte das Ingemmet Personal in die Provinz San Ignacio, das die genaue Aufgabe der entführten Geologen erklären soll. Die Geiselnehmer selbst hielten die Geologen offenbar zunächst für Mitarbeiter des Unternehmens Exploraciones Águila Dorada S.A.C., das in den Distrikten San José de Lourdes und Huarango nahe der Grenze zum Nachbarland Ecuador Voruntersuchungen für ein Bergbauprojekt durchführt – und dabei auf Widerstand in der Ortsbevölkerung stößt.

    Indígena-Organisationen gespalten

    Der Regionalrat Cajamarca, als bergbaukritisch bekannt, unterstützt die Anwohner dabei; so beschlossen die Räte im vergangenen Jahr, Teile der genannten Distrikte unter besonderen Schutz zu stellen, bei denen es sich um Teile des Quellgebietes des Chirinos-Flusses handeln soll. Dieser Beschluss führte allerdings zu einer Spaltung innerhalb der lokalen Awajún(Aguaruna)-Indígena-Organisationen. So kam aus der ebenfalls betroffenen Ortschaft Naranjos der Ruf nach einer Rücknahme der Entscheidung des Regionalrates. Die Regionalregierung führt deshalb ein Konsultationsverfahren durch, um die Mehrheitsverhältnisse vor Ort festzustellen. In dem Fall zeigte sich ein erster Schwachpunkt des erst seit kurzem gültigen Indígena-Konsultationsgesetzes, das vor dem Beginn von Bergbauaktivitäten auf Indígena-Land vorschreibt, zumindest die Meinung der Anwohner einzuholen. Bei Águila Dorada geschah das nicht, weil es sich um ein „kleines“ Bergbauprojekt handelt, für das weniger Auflagen gelten.

    Ingemmet kündigte Untersuchungen nicht an

    Für gewöhnlich kündigen staatliche Stellen vorab ihre Besuche auf Indígena-Land an, wie auch Ingemmet-Geschäftsführerin Susana Vilca gestern erklärte. Warum das in diesem Fall nicht geschah, ist bislang unbekannt. Die Ingenieure waren offenbar von der Regionalregierung Amazonas mit der Erstellung geologischer Studien über das Marañón-Tal beauftragt worden.

    NACHTRAG (26.10.2012) – Ingemmet-Geologe: „Haben um Erlaubnis gefragt“

    Einer der inzwischen freigelassenen Geologen erklärte gestern gegenüber dem Nachrichtensender RPP, er und seine Kollegen hätten sehr wohl vorab um Erlaubnis gefragt und seien sogar von 6 Personen aus dem Ort Naranjos begleitet worden. Zudem beschwerte er sich über die schlechte Behandlung. Damit bestätigte er einmal mehr die offensichtlich schlechten Beziehungen zwischen Supayacu und Naranjos, das die Bergbauaktivitäten unterstützt.

    Der peruanische Philosoph Shuar Velásquez, selbst Wampís – Awajún, forderte die Geologen auf, diejenigen anzuzeigen, die hinter der Geiselnahme gestanden hätten. Keiner habe das Recht, jemand anderem Gewalt anzutun, so Velásquez, egal ob es um kulturelle Probleme oder ein schlechtes Verhältnis zwischen Unternehmen und [indigenen] Gemeinschaften gehe.

  • Das Wetter in Peru: Wetterberichte und Wettervorhersage im Internet

    Sonnenuntergang / Pferdeweg im Nebel. Fotos: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Sonnenuntergang / Pferdeweg im Nebel. Fotos: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Wie komme ich am besten an Wetterdaten und Wettervorhersagen für Reise und Aufenthalt in Peru? Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, die im Folgenden kurz dargestellt werden sollen. Damit können Sie das Peru – Wetter online finden und einordnen. Deneben finden Sie am Ende der Seite die Wettervorhersage der wichtigsten Städte Perus.

    Das Wetter und Klima in Peru ist etwas kompliziert: Es hängt von der Höhe ab, von der jeweiligen Seite des Andengebirges, auf der man sich befindet, von der Jahresyeit natürlich – und dann auch noch von Wetterphänomenen wie dem wiederkehrenden „El Niño-Effekt“.

    Der peruanische Wetterdienst SENAMHI

    Wetterkarte des Wetterdienstes SENAMHI. Bild: SENAMHI.
    Wetterkarte des Wetterdienstes SENAMHI. Bild: SENAMHI.

    Die genausten Daten finden Sie beim peruanischen Wetterdienst SENAMHI. Schon auf der Startseite finden Sie dort die wichtigsten Angaben für die kommenden Tage. Wenn Sie das Reisewetter und die Wettervorhersagen für bestimmte Städte und Regionen wissen möchten, werden Sie dort ebenfalls fündig. Besonders ausführlich ist die Wettervorhersage für die Hauptstadt Lima. Sie finden entsprechende Angaben über Wetter und Regenwahrscheinlichkeit wahlweise auf Spanisch oder Englisch in der rechten Spalte.

    Dort, unter der Überschrift „Información Turistica“ können Sie neben dem Wetter in Lima auch die Vorhersage für andere große peruanische Städte finden. Hinter „Principales ciudades del Perú“ verbirgt sich der Wetterbericht für die kommenden Tage. Hinter „Principales ciudades del Perú (mensual)“ finden Sie einen Überblick über erwartete Wetterphänomene wie Niederschläge, Schneefälle und Temperaturschwankungen während der kommenden 30 Tage. Auch diese Berichte werden sowohl auf Spanisch, als auch auf Englisch angeboten. Auch Unwetterwarnungen werden zuerst dort veröffentlicht.

    Um zu wissen, wo genau auf der Wetterkarte man suchen muss, lohnt es sich, das Reiseziel zunächst auf einer Landkarte von Peru anzeigen zu lassen. Sollten Sie etwas Spanisch oder Englisch sprechen, ist SENAMHI auf jeden Fall die erste Wahl.

    Andere Anbieter und ihre Genauigkeit

    Andenhochebene, blauer Himmel. Foto: D. Raiser / INFAMAZONAS.
    Andenhochebene, strahlend blauer Himmel. Foto: D. Raiser / INFAMAZONAS.

    Auch andere Anbieter und Privatunternehmen bieten Wettervorhersagen für peruanische Städte, darunter auch einige, die in Deutschland ihre Dienste anbieten (Beispiel). Diese sind allerdings häufig recht ungenau oder greifen lediglich auf die Wetterdaten von Flughäfen zurück. Diese liegen aber oft außerhalb der entsprechenden Städte, es herrschen deshalb oftmals andere Klimaverhältnisse. Die peruanische Hauptstadt Lima, aber auch Großstädte wie Arequipa, Piura, Chiclayo oder Cajamarca ziehen sich häufig über große Höhenunterschiede hinweg, weswegen sich beispielsweise die Temperatur erheblich unterscheiden kann. So beginnt Lima direkt an der Pazifikküste mit entsprechendem Klima, durchzieht dann den Wüstenstreifen und endet erst an den ersten Ausläufern des Andengebirges. Eine Reihe von Wetterprognosen für diverse peruanische Städte finden Sie hier.

    Jahreszeiten / Regenzeiten

    Von der Regenzeit aktiviert: Wasserfall nahe Jumbilla (Amazonas). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Von der Regenzeit aktiviert: Wasserfall nahe Jumbilla (Amazonas). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Wer nach Peru reist, sollte sich unbedingt vorab über die klimatischen Bedingungen informieren, wovon beispielsweise die Impfempfehlung abhängt. So kommt es in der Regenzeit, die im peruanischen Hochsommer liegt, häufig zu langanhaltenden Regenfällen. Für Strandliebhaber ist es die Traumsaison für Peru-Reisende. Wer aber zwischen Dezember und April in den Hochanden und in den Urwaldregionen östlich der Anden unterwegs sein möchte, also in Städten und Regionen wie Cajamarca, Chachapoyas, Pucallpa, Iquitos, Tingo María, Puerto Maldonado, Ucayali, Loreto oder Cusco (Machu Picchu), muss wissen, dass die Niederschlagswahrscheinlichkeit sehr hoch ist. Für die Straßen abseits der Hauptrouten (Panamericana, interozeanische Straßen) bedeutet das Wetter häufig viel Schlamm und vereinzelte Erdrutsche, sowie Steinschlag.

    Wer den Regenwald lebendig und in intensivstem Grün erleben möchte, sich für Wasserfälle begeistert und zur Not auch abenteuerliche Fluß- oder Bachüberquerungen auf sich nimmt, für den ist die Regenzeit die richtige Jahreszeit zum Reisen.

    Wintermonate Juli und August meist kühl und trocken

    Kühl und trocken: Nuevo Tingo im August. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Kühl und trocken: Nuevo Tingo im August. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Dagegen ist es in Peru in den Wintermonaten, vor allem im Juli und August, häufig nicht nur sehr trocken, sondern mancherorts auch empfindlich kalt. In den Zentral- und Südanden Perus sind hier Temperaturen unter dem Gefrierpunkt nicht ungewöhnlich, wobei viele Häuser keine Heizung haben. Die in der Regenzeit aufgeblühte Vegetation wird häufig braun oder grau und viele Flüsse führen kaum Wasser. Selbst in vielen Regenwaldregionen sinkt die Temperatur stark. Die Hauptstadt Lima ist dabei häufig von dichtem Nebel umhüllt und Temperaturen zwischen 10 und 18°C lassen nicht nur frösteln.

    Dagegen hat man in den Hochanden während der Wintermonate einen herrlich blauen Himmel mit sonnigen Tagen und kalten aber wunderbar schneeklaren Nächten.

    Das Wetter und der „El Niño-Effekt“

    Ein Wetterphänomen, das Peru immer wieder betrifft, ist der „El Niño“-Effekt. Das Wetterphänomen ist nach dem Christkind benannt, denn es tritt vor allem rund um die Weihnachtsfeiertage auf, meist mit jeweils drei bis acht Jahren Abstand. In „El Niño“-Jahren verändert sich die Oberflächentemperatur des Pazifiks vor der peruanischen Küste. Für das Wetter in Peru hat das meist zur Folge, dass die Regenzeit noch stärker ausfällt. Häufig regnet es wochenlang, oft kommt es zu Überschwemmungen. Es ist deshalb wichtig, sich vor der Abreise nach Peru zu informieren, ob Experten ein „El Niño“ erwarten.

    Das Wetter in den wichtigsten Städten Perus

    Das Wetter in…

    AREQUIPA

     

    Wettervorhersage Arequipa

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    AYACUCHO

     

    Wettervorhersage Ayacucho

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    CAJAMARCA

     

    Wettervorhersage Cajamarca

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    CERRO DE PASCO

     

     

     

    CHACHAPOYAS

     

     

     

    CHICLAYO

     

    Wettervorhersage Chiclayo

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    CUSCO

     

    Wettervorhersage Cusco

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    HUANUCO

     

    Wettervorhersage Huanuco

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    HUARAZ

     

    Wettervorhersage Huaraz

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    ICA

     

    Wettervorhersage Ica

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    IQUITOS

     

    Wettervorhersage Iquitos

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    LIMA

     

    Wettervorhersage Lima

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    MOQUEGUA

     

    Wettervorhersage Moquegua

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    PIURA

     

    Wettervorhersage Piura

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    PUCALLPA

     

    Wettervorhersage Pucallpa

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    PUERTO MALDONADO

     

     

    PUNO

     

    Wettervorhersage Puno

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    SATIPO

     

    Wettervorhersage Satipo

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    TACNA

     

    Wettervorhersage Tacna

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    TRUJILLO

     

    Wettervorhersage Trujillo

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    TUMBES

     

    Wettervorhersage Tumbes

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    Für das Wetter in der Nähe der Inca-Ruinenstadt Machu Picchu beachten Sie bitte die Vorhersage für Cusco.

  • Peru: IWF prognostiziert höheres Wirtschaftswachstum

    Der neue 10 Nuevos Soles-Schein. Quelle: BCR.
    10 Nuevos Soles-Schein. Quelle: BCR.

    Während der Internationale Währungsfonds (IWF) seinen Ausblick für das Wachstum der Weltwirtschaft erst kürzlich nach unten korrigiert hat, stemmt sich Peru weiter gegen den Trend. Nach heute veröffentlichten Zahlen erwartet der IWF für das laufende Jahr ein Anwachsen des Bruttoinlandsprodukts um 6% – bislang war man noch von 5,5% ausgegangen. Gleichzeitig verringerte der IWF allerdings seine Prognose für das kommende Jahr von 6,0 auf 5,8%. Den Grund dafür sieht der IWF im düsteren Ausblick auf die Weltwirtschaft, der die Andenländer als Rohstoffexporteure wohl besonders treffen wird. Dennoch rechnet der Währungsfonds mit einer weiter sinkenden Arbeitslosigkeit und einer geringen Inflationsrate.

    Seit der Rückkehr zur Demokratie im Jahr 2000 weist die peruanische Wirtschaft ein stetiges Wachstum und eine relativ stabile Währung auf. Das Bruttoinlandsprodukt des Andenlandes lag 2011 bei 176,7 Milliarden US-Dollar. Das deutsche Außenministerium bezeichnet Peru als „wichtigen Handelspartner“, das deutsch-peruanische Handelsvolumen lag 2011 bei 2,4 Milliarden US-Dollar.

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Weitere Hinweise und Informationen finden Sie dort.

  • Brandanschläge auf Herz der peruanischen Erdgasförderung wecken Angst vor neuem Terror

    Eigentlich sollte das Gas aus dem Projekt Camisea Peru energetisch unabhänig machen. Tausende Autos wurden in den vergangenen Jahren teils mit staatlicher Förderung auf Erdgas umgerüstet, gigantische Gaskraftwerke gebaut und in der Hauptstadt Lima mit dem Bau fester Gasleitungen begonnen. Alfredo Dammert, ehemals Chef der Energie- und Bergbau-Aufsichtsbehörde OSINERGMIN, malte heute den Teufel an die Wand: Peru müsse sich auf häufige Stromausfälle einstellen, wenn die Regierung es nicht schaffe, die Gas-Pipeline in die Hauptstadt Lima zu sichern. Der Hintergrund: Anhänger der Terrororganisation Sendero Luminoso haben ihren Aktionsradius auf die Provinz La Convención in der peruanischen Region Cusco ausgeweitet – dort, wo das Gas gefördert wird.

    Erinnerungen an die Zeit der Stromausfälle

    Noch heute erinnern sich Limeninnen und Limenen an die 80er und 90er Jahre, als es in der peruanischen Hauptstadt zu Terroranschlägen des Sendero Luminoso (dt. leuchtender Pfad) kam, viele davon gezielt auf Strommasten, andere auf Polizeistationen, Banken, Lagerhallen, Geschäfte, Parteizentralen oder Rathäuser. Häufig waren ausgedehnte Stromausfälle die Folge. Der Abschlussbericht der Wahrheits- und Versöhnungskommission (CVR), der sich damit befasst, ließt sich beklemmend. Von Hunden, die -teils mit Hammer und Sichel bemalt- tot von Straßenlaternen herabbaumeln und von Menschen wie der Vizebürgermeisterin von Villa el Salvador (VES) María Elena Moyano und anderen Stadtteilvertreterinnen und -vertretern, die gleich dutzendweise grausam ermordet wurden. Das sind die Erinnerungen an die Zeit der Stromausfälle. Und diese neu zu schüren, war wohl einer der Hintergedanken der Terroristen, die am vergangenen Samstag auf dem Flugfeld von Kiteni in der Provinz La Convención drei Hubschrauber in Brand gesetzt haben.

    Geht es Sendero doch nur um Geld?

    Oder ging es vielleicht doch „nur“ um Schutzgeld? In der peruanischen Presse wird den Anhängern der Sendero Luminoso-Fraktion im Tal der Flüsse Apurímac, Éne und Mantaro (VRAEM), die nun offenbar eine neue Strategie fährt, nachgesagt, sich längst von ursprünglich maoistischen Zielen entfernt und zu einer Art Söldnerbande im Drogengeschäft entwickelt zu haben. Als Anfang April rund 40 Mitarbeiter des Camisea-Konsortiums als Geiseln genommen wurden und die Entführer ihre Geiseln nach einigen Tagen alleine zurück ließen, sprach die Regierung von einem Erfolg militärischen Drucks, während Beobachter darüber spekulierten, wie viel die Freilassung wohl gekostet haben möge. Die Forderung der Terroristen damals: 10 Millionen US-Dollar, Sprengstoff, Zünder, Handys oder Funkanlagen, sowie Kleidung.

    Konsortium zieht Mitarbeiter ab

    Der Brandanschlag am Samstag könnte also auch eine drastische Aufforderung zur Zahlung von Schutzgeld gewesen sein. Was auch immer der Hintergrund war: Teile des Camisea-Konsotriums ziehen bereits Konsequenzen. Die für die Pipeline zuständige Transportadora de Gas del Perú (TGP) kündigte heute an, ihre Operationen künftig von Malvinas und Quillabamba aus zu organisieren. Dabei geht es vor allem um Reparaturen an der Pipeline. Man sehe sich zudem nicht mehr in der Lage, in einigen Abschnitten für die Einsatzfähigkeit zu garantieren, so TGP in einer Pressemitteilung. Die drei Hubschrauber wurden von den TGP-Mitarbeitern für ihre Arbeiten genutzt. Auch Fedia Castro Melgarejo, Bürgermeisterin der Provinz La Convención, forderte einen besseren Schutz der Infrastruktur. Das größte Gasförderungsprojekt des Landes sei sonst in Gefahr, so Castro Melgarejo.

    Regierung in Aufruhr

    Obwohl es bislang keine terrorbedingten Stromausfälle gab, haben die Anschläge auch in Lima bereits für Chaos gesorgt, vor allem in der Regierung von Präsient Ollanta Humala. Denn die hat trotz der Präsentation einiger „Terror-Köpfe“ in den vergangenen Monaten offenbar noch keinen Weg und keine Strategie gefunden, den Quispe Palomino-Clan, der hinter der VRAEM-Fraktion des Sendero Luminoso steht, hinter Gitter zu bringen. Und 730 Kilometer Pipeline bieten reichlich Angriffsfläche.

    SNMPE: Investieren weiter im Land

    Vom Camisea-Konsortium selbst gibt es trotz der Anschläge bislang allerdings noch keine Stimmen, die auf einen Rückzug hindeuten. Vielmehr kündigte der Lobbyverband der Bergbau-, Mineralöl und Energiewirtschaft (SNMPE) an, seine Mitglieder werden weiter im Land investieren. Dafür, so der Verband, müsse der Staat aber die notwendigen Schritte ergreifen, die Sicherheit zu gewährleisten. Ohne dabei, was das Vorgehen gegen den Terror angeht, wie in den 80er und 90er Jahren in Exzesse zu verfallen, möchte man da anmerken.

    NACHTRAG (11.10.2012): Sicherheitskräfte unterließen Bewachung offenbar auf Bitten von CAMISEA
    Wie sowohl die peruanische Regierung, als auch das TgP-Konsortium gestern einräumten, wurde der Flugplatz offenbar auf Bitte des Konsortiums nicht von den peruanischen Sicherheitskräften überwacht worden. TgP befürchtete offenbar, dadurch erst zu einem Angriffsziel zu werden. Verteidigungsminister Cateriano erklärte gestern, das sei „unintelligent“ gewesen.

    Lage des Flusses Apurímac, später Éne. Grafik: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Lage des Flusses Apurímac, später Éne. Grafik: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Kiteni liegt zwar nicht im VRAEM, das Thema hat aber damit zu tun. Nähere Informationen zum Thema finden Sie daher auch in den Beiträgen „Das VRAE heißt nun VRAEM“, sowie „Peru: Was ist und wo liegt das VRAE?“

  • Nach 18 Jahren: Peru zählt wieder seine Bauern

    Landwirt bei Montevideo (Alto Utcubamba). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Landwirt bei Montevideo (Alto Utcubamba). Foto: D. Raiser.

    Der peruanische Kongress debattiert regelmäßig darüber, ob es eine Größenbegrenzung von Agrarland geben sollte, gleichzeitig weiß aber niemand, wie groß die Felder und Ländereien peruanischer Landwirtinnen und Landwirde eigentlich sind – und, wie viele von ihnen es eigentlich gibt. Deshalb führt das peruanische Nationalinstitut für Statistik und Informatik (INEI) in den kommenden Wochen nun nach 18 Jahren Pause den vierten Landwirtschafts-Zensus durch.

    Das war dringend nötig, da sind sich auch die meisten politischen Kräfte im Land einig. Denn: In den vergangenen Jahren hat sich in der peruanischen Agrarwirtschaft einiges getan. Die Landflucht verlangsamte sich zwar, hielt aber an, an der Küste entstehen mitten in der Wüste durch gigantische Bewässerungsanlagen Flächen für Landwirtschaft im großen Stil, manchmal auch auf Kosten von Kleinbauern. Der Agrarchemie- und Landmaschinenmarkt ist im Höhenflug und erreicht heute auch abgelegene Regionen. Und während mancherorts industrielle Landwirtschaft betrieben wird, gibt es nicht nur in den Hochanden Substistenzlandwirte und andere, die auf traditionelle Art und Weise häufig ökologisch und in relativ kleinen Mengen produzieren – manchmal in Eigenregie, in seltenen Fällen auch als Kooperativen.

    Peruanische Maiskolben. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Maiskolben. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    In den vergangenen Jahren wurde mehrmals versucht, über staatliche Programme Landwirten in geographisch schwieriger Lage den Marktzugang zu ermöglichen. So wurden beispielsweise Züge voll Kartoffeln aus den Anden nach Lima transportiert – die Breitenwirkung war aber eher mäßig. Diese begrenzte Wirkung lag vermutlich auch an kulturellen Eigenarten des Agrargeschäfts in den Hochanden und an fehlender Infrastruktur, es fehlten aber auch belastbare Daten, um richtig planen zu können. Die sollen nun erhoben werden: Neben Agrarflächen, die per GPS registriert werden sollen, sammeln die INEI-Mitarbeiter auch Informationen über Vieh, den Zugang zu Wasser, den Einsatz von Agrarchemikalien, die angebauten Feldfrüchte, sowie allgemeine Daten über Landwirtinnen und Landwirte.

    Reisfeld und Palmen in der Provinz Utcubamba. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Reisfeld in der Provinz Utcubamba. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Diese Daten werden wohl auch zu einem Wiederaufflammen der Diskussion über eine Größenbegrenzung von Agrarland führen. Im Moment stehen mehrere Vorschläge im Raum, von denen einige den Ruf haben, „leyes con nombre propio“ zu sein – also Gesetzesinitiativen, die sich gegen einen bestimmten Agrarkonzern richten. Vielleicht war auch die Angst vor dieser Diskussion ein Grund dafür, warum seit 1994 kein Landwirtschafts-Zensus mehr durchgeführt wurde.

    Insgesamt besteht der Fragebogen der Erhebung aus 122 Fragen, die, darauf weist das INEI ausdrücklich hin, geschlechtsneutral formuliert sind. So waren bei der Befragung vor 18 Jahren Landwirtinnen offenbar noch nicht vorgesehen. Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Fragen, die Situationsabhängig gestellt werden, da sie beispielsweise die Situation in indigenen Gemeinschaften oder der industriellen Hühner- oder Meerschweinchenmast betreffen. Das INEI kündigte an, im Rahmen des „IV Censo Nacional Agropecuario“ selbst das abgelegendste Feld zu registrieren. In wieweit das gelingt, wird sich spätestens Mitte November zeigen, wenn die Datenerhebung beendet wird. Wann mit ersten Ergebnissen zu rechnen ist, ist noch nicht bekannt.

    INFOAMAZONAS-Spezial Agrarzensus 2012/2013Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Dossiers „Peru zählt seine Landwirte – Agrarzensus 2012“. Umfassende Informationen zum Thema finden Sie dort.

  • Peru: CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender Kauder lobt anhaltendes Wirtschaftswachstum

    Ollanta Humala (GP) und Volker Kauder (CDU). Foto: Presidencia.
    Ollanta Humala (GP) und Volker Kauder (CDU). Foto: Presidencia.

    Der CDU/CSU-Bundestagsfraktionsvorsitzende Volker Kauder hat gestern bei einem Treffen mit dem peruanischen Präsidenten Ollanta Humala das anhaltende Wirtschaftswachstum des Landes hervorgehoben. Er beglückwünsche Peru dafür im Namen der Bundeskanzlerin, zitiert ihn die Pressestelle des peruanischen Regierungspalasts. Die Begegnung mit Präsident Humala sei eine große Ehre und Ausdruck der guten Beziehungen zwischen Deutschland und Peru, so Kauder.

    Themen des halbstündigen Gespräches waren die Zusammenarbeit bei den Erneuerbaren Energien, beim Ausbau der Infrastruktur und bei der Ausbildung – darunter die bei Humalas Besuch in Deutschland vereinbarte Entsendung peruanischer Studenten nach Deutschland. Daneben ging es um den Euro und das kommende Freihandelsabkommen der EU mit Peru. Im Rahmen des Treffens überreichte der CDU-Abgeordnete des Wahlkreises Rottweil-Tuttlingen offenbar auch ein Schreiben von Bundeskanzlerin Angela Merkel, in dem diese ihren Willen zur weiteren Umsetzung der bei Humalas Deutschland-Besuch getroffenen Kooperationsvereinbarungen ausdrückte.

    Kauder auf Rundreise durch Boom-Regionen

    Wie die CDU/CSU-Bundestagsfraktion auf Anfrage mitteilte, bereist Kauder derzeit diverse Boom-Regionen, wobei nach diversen asiatischen Ländern nun Peru und insbesondere Brasilien auf dem Plan stehen. Die peruanische Wirtschaft erfährt seit der Rückkehr des Landes zur Demokratie im Jahr 2000 ein stetiges Wachstum. Bereits im Februar hatte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle Peru besucht, auch sein Parteikollege im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, war schon dort.

  • Nach Mord an Reality-Kandidatin: Peru debattiert über Medien und Frauenrechte

    „Mut zur Warheit“ oder „Wert der Wahrheit“ ist der Titel einer peruanischen Reality-Show, die an den vergangenen Wochenenden höchste Einschaltquoten damit einfuhr, Kandidaten mit Hilfe eines Lügendetektors immer intimere Fragen beantworten zu lassen. Wird wahrheitsgemäß geantwortet, steigt das Preisgeld. Während der ersten Ausstrahlung vor wenigen Monaten saß eine 19jährige vor der Kamera, und gestand- mit Familie und Freund im Studio- ein, sich ihrer Herkunft zu schämen und sich prostituiert zu haben. Vergangene Woche verschwand die junge Frau plötzlich – bis am Wochenende plötzlich ihr Leichnahm auftauchte. Die peruanischen Medien machten den mutmaßlichen Mörder bald ausfindig: Ihr Freund. Obwohl auch die Polizei inzwischen in dessen Umfeld sucht, verneinte dieser in einer ersten Vernehmung die Verantwortung für den Tod des Opfers, gab aber an, mitgeholfen zu haben, den Leichnahm verschwinden zu lassen. Seitdem kocht die Gerüchteküche: Es sei aus Eiffersucht geschehen, titeln Boulevardzeitungen, es sei um das Preisgeld gegangen, sagen andere.

    Wie auch immer die Ermittlungen ausgehen: Der Mordfall hat in Peru eine Debatte ausgelöst, es wird über die Verantwortung von Medien gesprochen, aber auch über Gewalt gegen Frauen. Beto Ortíz, Moderator der Reality-Show, entschuldigte sich inzwischen bei den Eltern dafür, die Reality-Kandidatin nicht weiter begleitet zu haben, schloss aber eine Mitschuld an deren Tod aus. CONCORTV, das Selbstkontrollgremium peruanischer Medien, hatte die Sendung bereits vor dem Mord mehrfach kritisiert. Neben Forderungen nach einer Absetzung der Sendung gab es auch Rufe nach Gesetzesänderungen.

    Gleichzeitig begann aber eine weitere Debatte, die sich mit Frauenrechten beschäftigt. So wies der Blogger und Journalist Marco Sifuentes in seiner Kolumne für die Tageszeitung „La República“ darauf hin, dass das Fernsehformat in 30 Ländern ausgestrahlt wird, es aber nur in Peru zu einem Mord kam. Er vermutet als Ursache, dass in den anderen Ländern Gewalt gegen Frauen inzwischen wirklich als solche anerkannt wird – während es in Peru in 90% aller Fälle von Vergewaltigungen erwachsener Frauen zu keinem Urteil kommt – und eine „Beleidigung der Männlichkeit“ als Grund für Gewalt – in diesem Fall sogar Mord – gesellschaftlich akzeptiert ist.

  • Molinopampa / Amazonas: Palmenwald von San José und Ocol (Molinopampa) wird Schutzgebiet

    Bosque de Palmeras. Foto: SERNANP.
    Bosque de Palmeras. Foto: SERNANP.

    Die nordperuanische Region Amazonas ist einer der Vorreiter, wenn es um die Ausweisung privater Schutzgebiete geht. Mit dem „Bosque de Palmeras“ (dt. Palmenwald) hat das peruanische Umweltministerium vor wenigen Tagen im Distrikt Molinopampa (Provinz Chachapoyas / Region Amazonas) bereits das neunte private Schutzgebiet der Region ausgewiesen. Es handelt sich dabei um ein Areal von 10.920,84 Hektar, das zum Dörfchen Taulia gehört und vor allem mit Exemplaren der zur Gattung Ceroxylon gehörenden Palmen bewaldet ist. Diese Palmengattung ist insbesondere in den Anden beheimatet. Durch die Erhebung des Waldes nahe Ocol, Tingo, Pumahermana und San José zum Schutzgebiet soll eine weitere Abholzung und die Umwidmung zu Agrarflächen eingeschränkt werden. Das war nötig, da bereits die Hälfte des Palmenwaldes gerodet worden war.

    Der Entscheidung des Umweltministeriums vorangegangen war ein langwieriges Antragsverfahren, das neben den angrenzenden Ortschaften auch vom peruanischen Amazonas-Forschungsinstitut IIAP unterstützt worden war. Mehrere Forscher des IIAP (Instituto de Investigación de la Amazonía Peruana) hatten zuvor rund ein dutzend Pflanzen- und Tierarten identifiziert, die nur im nun geschaffenen Schutzgebiet zu finden sind.

    Der Palmenwald, für dessen Besuch in Chachapoyas (Hauptstadt der Region Amazonas) bereits erste Reiseanbieter werben, liegt zwischen 2.500 und 2.700 Metern über dem Meeresspiegel im Distrikt Molinopampa, rund 40 Kilometer östlich von Chachapoyas. Verwaltet werden wird er von der Bauernschaft Taulia, die damit die Verantwortung übernahm, das Schutzgebiet nachhaltig zu bewirtschaften, die Schutzgebiet-Behörde SERNANP (Servicio Nacional de Áreas Naturales Protegidas por el Estado) bei ihrer Arbeit zu unterstützen, sowie eine Umwidmung des Areals zu verhindern. In 40 Jahren wird dann erneut über die Vergabe der Schutzgebiets-Verwaltung entschieden.

    Inzwischen gibt es fast 150 Schutzgebiete in Peru, davon rund 50 private, von denen wiederum 9 in der Region Amazonas liegen. Das älteste in Amazonas ist das 2006 anerkannte „ACP Huiquilla“ (ACP – Área de Conservación Privada) Und es scheint sich auch finanziell zu lohnen: Im Jahr 2011 verzeichnete SERNANP in den peruanischen Schutzgebieten 1.035.310 Besucherinnen und Besucher.

  • INEI: 90% aller peruanischen Haushalte am Stromnetz

    Strommasten in Chachapoyas. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Strommasten in Chachapoyas. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Vor  8 Jahren waren es nur 75,7% und vor allem ländliche Gegenden haben aufgeholt: Neun von zehn peruanischen Haushalten sind heute an das Stromnetz angeschlossen. Wie aus dem jüngsten Quartalsbericht des peruanischen Instituts für Statistik und Informatik (INEI) hervorgeht, hat sich die Anzahl an Haushalten mit Stromanschluss in ländlichen Gegenden seit 2004 mehr als verdoppelt. Damals lag der Anteil elektrifizierter Haushalte noch bei 32%, heute sind es bereits 72,5%.

    Im städtischen Raum war das Wachstum wesentlich langsam – Hauptgrund dafür war aber, dass bereits 2004 94,3% aller städtischen Haushalte mit Strom versorgt wurden. Heute sind es 98,8%

    Auch in einem weiteren Punkt zeichnet sich eine klare Tendenz ab: Der chronischen Unterernährung bei Kindern unter 5 Jahren. Traf dies im Jahr 2000 noch auf 25,4% aller peruanischen Kinder unter 5 Jahren zu, waren es im ersten Quartal „nur“ noch 13,9%. Nimmt man statt den US-Amerikanischen aber die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO), liegt Peru bei der Bekämpfung der Unterernährung von Kindern unter 5 Jahren weiter zurück. So leiden nach Kriterien der WHO heute 18,6% von ihnen trotz staatlicher Programme noch immer an chronischer Unterernährung.

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Weitere Hinweise und Informationen finden Sie dort.