Kategorie: Peru

Artikel, die das Andenland im allgemeinen betreffen.

  • Arequipa: Wasserresservoir kollabiert – 14 Häuser unbewohnbar

    Im südperuanischen Distrikt Miraflores (Provinz Arequipa / Region Arequipa) hat gestern gegen 13 Uhr (Ortszeit) der Bruch der Wand eines Wasserresservoirs zur Beschädigung und Zerstörung von 14 Wohnhäusern geführt. Die Schäden wurden dabei nicht durch den Einsturz der Mauer selbst, sondern durch die freiwerdenden Wassermassen angerichtet. Wie der peruanische Zivilschutz berichtet, war besonders der Stadtteil Señor de los Milagros betroffen, in dem 40 Familien deshalb vorrübergehend, 14 dauerhaft ihre Häuser verlassen mussten. Spezialisten der Provinzverwaltung Arequipa machten sich noch am Nachmittag auf den Weg, um die Ursachen und Folgen des Unglücks zu untersuchen. Offizielle Angaben über die Ursache liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor, lokale Medien sprechen davon, die Wand des von der Regionalregierung Arequipa gebauten Wasserresservoirs sei für die Wassermenge nicht ausreichend dimensioniert gewesen.. An die betroffenen Familien wurden Decken, Matratzen und Zelte verteilt, die Distriktverwaltung Miraflores ist mit mehreren Baumaschinen an den Räumarbeiten beteiligt.

  • Starke Regenfälle in Moyobamba (San Martín): zahlreiche Häuser unter Wasser

    Starke Regenfälle haben in der nordostperuanischen Stadt Moyobamba (Region San Martín) dutzende Häuser unter Wasser gesetzt und die Kanalisation zeitweise zusammen brechen lassen. Wie der peruanische Zivilschutz berichtet, verwandelten sich mehrere Straßen förmlich in Flüsse, Gullideckel wurden von den Wassermassen angehoben und Abwässer strömten auf die Straße. Nach Angaben des peruanischen Wetterdienstes SENAMHI haben die Regenfälle in Moyobamba inzwischen aufgehört, der Zivilschutz begann bereits mit den Aufräumarbeiten. Starke Regenfälle sind in dieser Jahreszeit eher ungewöhnlich.

  • Peru: Verwirrung um Stopp von Bergbauprojekt „Conga“

    Bergbaugegner skandieren es schon seit Jahren, erste Anzeichen gab es in den vergangenen Wochen, vor wenigen Tagen dann erklärte Richard O´Brien, Geschäftsführer von Newmont, Hauptanteilseigner an dem Bergbauprojekt „Conga“, die „derzeitigen Umstände“ ermöglichten die Umsetzung des Tagebau-Projekts nicht. Von vielen peruanischen Kommentatoren wurde das, gemeinsam mit Aussagen von Politikern wirtschaftsnaher Parteien, als das „Aus“ von Conga interpretiert – und vielerorts gefeiert. Premierminister Jiménez hatte gestern verkündet, das Thema „Conga“ stehe derzeit nicht mehr auf der Prioritätenliste der Regierung und Umweltminister Pulgar Vidal erklärte, es werde kein Bergbauprojekt mehr geplant, wenn nicht der Zugang zu Trinkwasser für die Bevölkerung gewährleistet sei. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes IpsosApoyo ergab für die Region Cajamarca, in der das „Conga“-Projekt geplant ist, eine große Ablehnung in der Bevölkerung, 78% sollen sich dagegen ausgesprochen haben.

    Doch die Gegner des „Conga“-Projekts in der nordperuanischen Region Cajamarca, die fürchten, die Menge und Qualität ihres Trinkwassers würde durch das Projekt abnehmen, haben sich offenbar zu früh gefreut. Denn die Stellungnahmen von Unternehmen, Politikerinnen und Politikern lassen auch eine andere Lesart zu: Der Bau geplanter Resservoirs, die eine gleichbleibende Wassermenge und -qualität garantieren sollen, wird schneller vorangetrieben, um anschließend doch mit der Kupferförderung im Tagebau zu beginnen und in den umliegenden Ortschaften wird mit einem aggresiven Investitionsprogramm die Infrastruktur ausgebaut. In diese Richtung zeigte dann auch eine neue Aussage von Richard O’Brien, der erklärte, das „Conga“-Projekt sei noch nicht vom Tisch – schreite aber langsamer voran.

    Seit vergangenem Jahr wird in der Region Cajamarca regelmäßig gegen das Bergbauprojekt „Conga“ protestiert, für das mehrere Bergseen weichen müssten. Vor einigen Wochen kam es bei solchen Protesten zu Zusammenstößen mit der Polizei, wobei mehrere Menschen getötet wurden.

  • VRAEM: Perus Innenminister Pedraza kündigt bessere Ausstattung der Polizei an

    Wilfredo Pedraza, Perus Innenminister. Foto: Prensa Presidencia.
    Wilfredo Pedraza, Perus Innenminister. Foto: Prensa Presidencia.

    Die Täler der Flüsse Apurímac, Éne und Mantaro (VRAEM) gelten noch immer als eine der peruanischen Regionen, in denen nicht nur in großer Menge Coca für die Drogenproduktion angebaut wird, sondern auch Überbleibsel der Terrororganisation Sendero Luminoso weiter ihr Unwesen treiben – wie zuletzt bei ihrem Angriff auf eine Militärbasis in Mazángaro. Eigentlich ein Grund, die Polizei in dieser Gegend besonders gut ausstatten – mehrere Berichte, die in den vergangenen Wochen veröffentlicht wurden, darunter einer des peruanischen Rechnungshofes, zeigen aber das genaue Gegenteil: Baufällige, prekäre und viel zu kleine Gebäude, verschimmelte Matratzen, undichte Dächer, Waffen aus der Zeit des zweiten Weltkriegs und unzureichende Kommunikationseinrichtungen. Nach scharfer Kritik aus allen Fraktionen kündigte Innenminister Wilfredo Pedraza nun an, die Kommissariate und Polizeiposten zu sanieren und die Ausstattung zu verbessern. Insgesamt 50 Millionen Nuevos Soles sollen dafür in die Hand genommen werden, um Infrastruktur, dem Klima angepasste Dienstkleidung, Gesundheitsversorgung und Fahrzeuge fit zu machen. Zudem sollen weitere Kommissariate, sowie eine große Polizeidienststelle in Pichari (Region Cusco) errichtet werden.

    Auch im Huallaga-Tal, wo erst vor wenigen Monaten der dortige Sendero Luminoso-Kopf verhaftet werden konnte, soll mehr Geld in die Ausstattung der Polizei investiert werden. Zudem kündigte das Innenministerium den Aufbau eines neuen Polizeifunksystems an. Diese Ankündigung ist allerdings nicht neu.

    Lage des Flusses Apurímac, später Éne. Grafik: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Lage des Flusses Apurímac, später Éne. Grafik: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Nähere Informationen über das „VRAEM“ und VRAEM-Probleme finden Sie auch in den Beiträgen „Das VRAE heißt nun VRAEM“, sowie „Peru: Was ist und wo liegt das VRAE?“

  • Schweiz: Mehrere Chancay-Skulpturen an Peru zurückgegeben

    Cuchimilco, Chancay-Kultur. Foto:  Nationalhistorisches Museum Lima.
    Cuchimilco, Chancay-Kultur. Foto: Nationalhistorisches Museum Lima.

    Nach langen Verhandlungen hat ein Schweizer gestern der peruanischen Botschaft in Bern vier Skulpturen der zentralperuanischen Chancay-Kultur übergeben, die vermutlich 1973 illegal ausgeführt worden waren. Nach übereinstimmenden Berichten peruanischer und schweizer Medien stammen die Objekte aus dem 14. und 15. Jahrhundert und standen auf einer „roten Liste“ des internationalen Museumsrates ICOM. Ursprünglich sollen die Skulpturen aus der Nähe von Huacho stammen. Ausgehandelt wurde die Übergabe vom schweizerischen Bundesamt für Kultur (BAK).

    Seit einigen Jahren betreibt Peru eine intensive Rückforderungspolitik ausgeführter Kulturgüter, besonders viel Aufmerksamkeit erhielt dabei der Fall der der Inka-Ruinenstadt Machu Picchu entnommenen Keramiken, die sich über Jahrzehnte in Archiven und Ausstellungen der Yale-Universität in den Vereinigten Staaten von Amerika befanden. Im Rahmen dieser Politik hat Peru mehrere Abkommen zur Kulturgüterrückführung abgeschlossen, darunter 2007 eines mit der Schweiz. Immer wieder kommt es zu Klagen und zu einem Vorgehen peruanischer Behörden gegen internationale Auktionshäuser, die mit der Versteigerung peruanischer Kulturgüter betraut sind.

    Die illegale Ausfuhr von historischen- und Kunstobjekten ist in Peru seit 1970 verboten.

    Die vollständige „Rote Liste“ peruanischer Kulturgüter finden Sie hier (Link zum ICOM, öffnet neues Fenster)!

  • Peru: Sozialministerium kündigt stärkere Kontrolle von Beziehern der Armen-Grundrente an

    Carolina Trivelli: Perus neue Sozialministerin. Foto: Prensa Presidencia.
    Carolina Trivelli: Perus Sozialministerin. Foto: Prensa Presidencia.

    Mit „Pension 65“ setzte die peruanische Regierung eines ihrer großen Wahlversprechen um: Die Grundrente für Menschen, die nie in eine Rentenversicherung eingezahlt haben. Ursprünglich für Menschen in besonderer Armut gedacht, scheinen nun auch über-65-jährige die Grundrente zu beziehen, die sie eigentlich gar nicht nötig hätten. Das jedenfalls berichtete am vergangenen Sonntag das investigativjournalistische Fernsehmagazin „Cuarto Poder“ – und präsentierte eine Reihe von Beziehern der „Pension 65“, von denen einige nebst modernsten Fernsehapparaten und großem Grundbesitz sogar eigene Autos besitzen.  Sozialministerin Carolina Trivelli, die wegen des Themas wohl demnächst in einer Fragestunde vor dem Parlament Rede und Antwort stehen muss, kündigte deshalb an, die Zahl der Kontrollen weiter zu erhöhen. Bislang müssen Bezieher der „Pension 65“ lediglich eine eidesstattliche Erklärung über ihre persönlichen Verhältnisse abgeben, deren Kontrolle den Städten und Gemeinden obliegt. Das hat offenbar zumindest im Distrikt Supe (Region Lima Provincias), wo die Reporter von Cuarto Poder die genannten Fälle aufgespürt hatten, nicht ausgereicht.

    Neben mehr Kontrollen ist deshalb geplant, gemeinsam mit dem Nationalinstitut für Statistik und Informatik (INEI) genauere Daten über die Armutssituation in einzelnen Regionen zu erheben. Der Fragestunde im Parlament sieht Ministerin Trivelli derweil entspannt entgegen. Sie werde einer entsprechenden Aufforderung gerne nachkommen, so die gelernte Ökonomin. Und diejenigen, so Trivelli gegenüver der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA, die unberechtigterweise von der Pension 65 profitiert hätten, müssten das Geld zurückzahlen. Auch eine Bestrafung von Beamten, die wissentlich falsche eidesstattliche Erklärungen akzeptiert hätten, kündigte sie an.

    Pension 65 zahlt alle zwei Monate 250 Nuevos Soles an die Empfängerinnen und Empfänger aus, die nachgewiesen haben (sollten), in „extremer Armut“ und in „prekären Konditionen“ zu leben und keine andere Rente zu beziehen. Inzwischen beziehen fast 200.000 Personen diese Grundrente.

  • Huaraz (Áncash) plant Seilbahn für Cordillera Blanca-Touristen

    Die Provinzverwaltung von Huaraz, Hauptstadt der Region Áncash, plant den Bau einer Seilbahn, die Reisenden einen besseren Blick auf die Berge der „Cordillera Blanca“, der weißen Kordillere, sowie den Callejón de Huaylas bieten soll. Dafür, so der Plan von Bürgermeister Vladimir Meza, soll die Stadt selbst mit dem Aussichtspunkt Rataquenua mit der Bahn verbunden werden. Derzeit sei man bei der Ausarbeitung konkreter Pläne, für die anschließend Finanzierungsmöglichkeiten gesucht werden sollen, so Meza.

    Huaraz, rund 400 Kilometer nördlich der peruanischen Hauptstadt Lima, ist Ausgangspunkt für Hochgebirgswander- und -klettertouren, sowie für mehrere Ski- und Snowboardgebiete. Der Callejón de Huaylas liegt zwischen der Cordillera Negra und der Cordillera Blanca, zu der mit dem Huascarán auch der mit 6.768 Metern über dem Meeresspiegel höchste Berg Perus gehört.

    Projekte zum Bau von Seilbahnen gibt es in Peru viele, darunter eines von Tingo nach Kuélap in der Region Amazonas und ein anderes in der Hauptstadt Lima zum Cerro San Cristobal. Trotz langer Planungszeiten wurde keines dieser Projekte bislang umgesetzt.

  • Peru: Premierminister Jiménez möchte Leugnung von Sendero-Terror unter Strafe stellen

    Juan Jiménez Mayor, Perus Justiz- und Menschenrechtsminister. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / Andina.
    Justizminister Juan Jiménez. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / Andina.

    Der Präsident des peruanischen Ministerkabinetts Juan Jiménez Mayor hat angekündigt, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der eine Strafverfolgung derjenigen vorsieht, die die Greueltaten der Terrororganisation Sendero Luminoso leugnen oder verherrlichen. Die Initiative ist eine Reaktion auf den Versuch der Gruppierung MOVADEF, die als politischer Arm der Terrororganisation gilt und eine Registrierung als Partei anstrebt. MOVADEF fordert unter anderem eine Generalamnestie für alle, die wegen Greueltaten im internen Konflikt zwischen 1980 und 2000 verurteilt wurden, der, nach Schätzungen der Wahrheits- und Versöhnungskommission (CVR) fast 70.000 Menschen das Leben kostete. Als Vorbild für die Initiative nannte Jiménez Mayor unter anderem das deutsche Verbot der Leugnung des Holocausts.

  • Wegen Gerölllawinen: Notstand in der Provinz La Convención (Cusco)

    Akut einsturzgefährdet: Puente Mesacancha. Foto: INDECI.
    Akut einsturzgefährdet: Puente Mesacancha. Foto: INDECI.

    Der Regionalrat der südperuanischen Region Cusco hat wegen der Gefahr weiterer Geröllawinen und dadurch aufgestauter Flüsse für die Provinz La Convención für 60 Tage den Notstand ausgerufen. In den vergangenen Wochen hatten rutschende Felsen und Geröll vom Mesacancha-Gipfel eine Brücke stark beschädigt und stauen nun die Flüsse Mesacancha und Ipal (Distrikt Vilcabamba). Wie der peruanische Zivilschutz berichtet, besteht nicht nur die Gefahr weiterer Gerölllawinen, sondern auch die von Flutwellen, wenn sich das Wasser, das durch die Stein- und Geröllmassen aufgestaut wurde, seinen Weg ins Tal sucht. Das, so der Zivilschutz, könnte in Ortschaften unterhalb von Mesacancha zu schweren Schäden oder gar Todesopfern führen. Auch die Straßen nach Maranura, Santa Ána, Quellouno, Santa Teresa und Echarate könnten unbefahrbar werden, so César Yauri vom peruanischen Zivilschutz gegenüber dem Nachrichtensender RPP. Um dem Problem Herr zu werden, sollen nun zunächst Geologen den abrutschenden Berg in Augenschein nehmen, um anschließend den Bau alternativer Straßenrouten zu prüfen. Wie notwendig das ist, wurde vor einigen Tagen sichtbar, als eine Gerölllawine ein Baufahrzeug unter sich begrub. Zuletzt hatte die Distriktverwaltung Vilcabamba um die Ausrufung des Notstandes gebeten, da sie sich nicht mehr im Stande sah, die Situation zu meistern.

  • Leichtes Erdbeben lässt Pisco erzittern

    Ein Erdbeben der Stärke 4,2 auf der Richterskala hat gestern um 22:44 Uhr (Ortszeit) die südwestperuanische Stadt Pisco erbeben lassen. Wie aus dem jüngsten Erdbebenreport des peruanischen Institutes für Geophysik hervorgeht, lag das Epizentrum 94 Kilometer westlich von Pisco in einer Tiefe von 23 Kilometern. Von Schäden ist nicht auszugehen.