Kategorie: Peru

Artikel, die das Andenland im allgemeinen betreffen.

  • Ucayali: Perus Polizei beschlagnahmt erneut Drogen-Flugzeug

    Die letzte Aktion ist gerade erst eine Woche her, schon konnte die peruanische Antidrogenpolizei (DIRANDRO) erneut ein Kleinflugzeug beschlagnahmen, das offenbar für den Transport von Kokain genutzt wurde. Der 57jährige Pilot bolivianischer Herkunft wurde festgenommen. Er hatte nach Angaben der Polizei drei Schrotflinten, ein Gewehr, sowie 250 Kilogramm Kokain bei sich. Der Polizeieinsatz fand nach Angaben der peruanischen Nationalpolizei bei einer illegalen Landepiste nahe der indigenen Gemeinschaft Santa Rosa de Sheshea (von einigen Zeitungen fälschlicherweise „Chechea“ genannt) im Distrikt Iparia (Provinz Coronel Portillo / Region Ucayali) statt. Das in Bolivien gemeldete Kleinflugzeug, eine Cessna 206 mit 6 Sitzen und einem Motor, sollte das Rauschgift in das südöstliche Nachbarland bringen, von wo es wiederum nach Europa geschmuggelt werden sollte.

  • Peru: Loretos Regionalpräsident hält an Regenwald-Eisenbahn fest

    Yvan Vásquez Valera, Regionalpräsident von Loreto. Foto: MINCETUR.
    Yván Vásquez Valera, Regionalpräsident von Loreto. Foto: MINCETUR.

    Eine landesweite Tageszeitung und die Ingenieurskammer der nordostperuanischen Regenwaldregion Loreto hatten das Projekt längst für tot erklärt: Gestern kündigte Regionalpräsident Yván Vásquez an, Ende 2013 oder Anfang 2014 werde mit den Bauarbeiten an der „Marañón-Express“ genannten geplanten Bahnstrecke zwischen Loretos Hauptstadt Iquitos und der Hafenstadt Yurimaguas begonnen. Yurimaguas, das ebenfalls zur Region Loreto gehört, ist einer der Endpunkte der nordperuanischen interozeanischen Straße, die den Warenverkehr zwischen Atlantik- und Pazifikküste über Peru und Brasilien hinaus vereinfachen soll. Zwischen Iquitos und Loreto ist der Waren- und Personentransport derzeit nur per Schiff oder Flugzeug möglich, was entweder mehrere Tage dauert oder aber sehr teuer ist. Mit der Eisenbahn möchte Regionalpräsident Vásquez nicht nur den Waren- und Personentransport, so Vásquez, schneller und bezahlbar machen, sondern gleichzeitig einem Problem vorbeugen, das sich insbesondere dort auftut, wo in Regenwaldregionen neue Straßen gebaut werden: Es kommt zu Ansiedlungen am Rande der Straßen und häufig zu unkontrollierter Abholzung.

    Derzeit arbeitet ein Konsortium an einem möglichen Routenverlauf. Ende kommenden Jahres soll dann eine Konzession für Bau und Betrieb der Bahnstrecke an ein Privatunternehmen vergeben werden. Gegner des Projekts rechnen damit, dass sich das Projekt finanziell nicht tragen wird – und, dass die Bauarbeiten einen Eingriff in Schutzgebiete mit sich bringen könnten. Dem ersten Vorwurf entgegnete Regionalpräsident Vásquez bereits vor einigen Monaten, in einem weiteren Schritt den Hafen von Iquitos ausbauen zu wollen und den Zug damit auch als Transportweg für brasilianische Exporte an die peruanische Küste zu nutzen. Bislang ist dies nur über den Wasserweg möglich – und dauert mehrere Tage. Insbesondere während der Trockenzeit führt das zu Problemen.

    Bald mit Bahnhof? Dorf am Amazonas zw. Iquitos und Yurimaguas. Foto: D. Raiser / Infoamazonas.
    Bald mit Bahnhof? Dorf am Amazonas zw. Iquitos und Yurimaguas. Foto: D. Raiser / Infoamazonas.

    Pläne zum Eisenbahnbau in der Region Loreto gab es bereits einige. So beispielsweise für einen Zug von Pimentel über Tarapoto nach Yurimaguas oder von Lambayeque nach Saramiriza. Über den Status von Ideen kamen sie allerdings kaum heraus. Derzeit wird auch die Machbarkeit der neuen Pläne geprüft, dazu gehört auch ein erster Kontakt mit denjenigen, die von den Bauarbeiten direkt betroffen sein könnten: Anwohner, insbesondere auch indigene Gemeinschaften.

  • Perus Finanzminister Castilla: Bestimmte Tourismus-Dienstleistungen weiter steuerfrei

    Luis Miguel Castilla, Perus Finanz- und Wirtschaftsminister. Foto: Norman Córdova / ANDINA.
    Luis Miguel Castilla, Perus Finanz- und Wirtschaftsminister. Foto: Norman Córdova / ANDINA.

    Nach Protesten der peruanischen Reisebranche hat Perus Finanz- und Wirtschaftsminister Luis Miguel Castilla einen Rückzieher gemacht. Es werde auch in Zukunft keine Mehrwertsteuer (IGV) für bestimmte Tourismus-Dienstleistungen fällig, so Castilla. Vor wenigen Tagen hatte ein Dekret seines Ministeriums unter den Reiseunternehmern für Unruhe gesorgt, das bisherige Mehrwertsteuerbefreiungen zurücknahm – gestern nun wurde eine Korrektur veröffentlicht, die mehrere Ausnahmen vorsieht. Damit müssen Touristen aus dem Ausland zwar künftig Mehrwertsteuer auf Tourismusdienstleistungen bezahlen, können diese – bei Vorlage entsprechender Quittungen im Büro der Steuerbehörde SUNAT im Flughafen Lima – aber zurückfordern. Die Rückzahlung soll dann innerhalb von rund 60 Tage erfolgen.

    Zurückgefordert werden kann beispielsweise die Mehrwertsteuer auf Essen, klar touristische Transporte (Überlandreisen sind explizit ausgeschlossen), Reiseführer, Folklore- und Teateraufführungen, Konzerte mit klassischer Musik, Opern und Ballette, solange sie (außer der Übernachtung) Teil eines Gesamtpaketes sind. Konzerte, die nicht darin zu fassen sind, sowie Taxi- oder Busfahrten sind ebenfalls ausgeschlossen. Zudem sollten Reiseunternehmen, die die Befreiung nutzen wollen, sich als Tourismus-Dienstleister beim Außenhandels- und Tourismusministerium (MINCETUR) registrieren lassen.

    Reiseindustrie zufrieden

    CANATUR, der Verband der peruanischen Reiseindustrie, begrüßte die Änderungen. Verbandspräsident Carlos Canales erklärte, die Änderung behebe wesentliche Mängel. Damit werde ein großer Beitrag zur Formalisierung der Tourismus-Industrie geleistet. CANATUR hatte befürchtet, durch den Aufschlag von 18% Mehrwertsteuer werde man gegenüber den Nachbarländern an Wettbewerbsfähigkeit verlieren.

    Mehrwertsteuerbefreiung auch für Reiseandenken?

    Nach Angaben des Finanzministeriums wird derweil auch an einem Dekret gearbeitet, das für ausländische Touristen die Rückzahlung der Mehrwertsteuer auf Souvenirs vorsieht.

  • Humala: Staat muss Vertrauen der Bürger gewinnen / 30.000 neue Polizisten?

    Ollanta Humala Tasso. Foto: ANDINA.
    Ollanta Humala Tasso. Foto: ANDINA.

    In einem außergewöhnlich langen Interview mit dem Nachrichtensender RPP hat der peruanische Präsident Ollanta Humala gestern angekündigt, er strebe an, den Staat für Bürgerinnen und Bürger wieder „vertrauenswürdig“ zu machen. Dafür müsse der Staat es schaffen, schnell und mit vereinten Kräften nationale Interessen wie den Kampf gegen den Terrorismus und die Korruption umzusetzen, so Humala. Dafür ist für den Präsidenten neben 30.000 weiteren Polizisten eine umfassende Versorgung mit Strom, Infrastruktur, Wasser, eine Industrialisierung, sowie eine Überarbeitung des Dezentralisierungsgesetzes notwendig. Der von ihm während seines Wahlkampfs im vergangenen Jahr bemühte „Wandel“ solle dabei in ländliche Regionen, häufig die ärmsten des Landes, „revolutionieren“.

    Humala kritisierte, das geltende Dezentralisierungsgesetz sei voller „Schlaglöcher“,  beschreibe die Beziehung zwischen der Regierung in Lima und den Regionalregierungen und Kommunen nicht ausreichend und beinhalte mit dem Abwahlprozess für letztere eine „Achillesferse“, die dazu führe, Positionen einzunehmen, die nicht den Interessen einer Region entsprechen – und das nur, um radikale Gruppierungen an der Unterschriftensammlung für die Abwahl zu hindern. Obwohl Präsident Humala damit wohl auch auf die Situation in Cajamarca anspielte, nannte er ausdrücklich die Probleme mit dem Gaskraftwerk in Kallpa (Chilca), einem der wichtigsten Energieliferanten der peruanischen Hauptstadt Lima, das wegen einer Anordnung des Ortsbürgermeisters heruntergefahren werden musste. Das Betreiberunternehmen wirft dem Bürgermeister vor, permanent nach Gründen zu suchen, um das Kraftwerk abschalten zu lassen. Ollanta Humala erklärte, es sei „peinlich“, wie manchmal lokale Interessen vor nationale Interessen gestellt würden. Alfredo Chauca, Bürgermeister von Chilca, wirft den Betreibern des Gaskraftwerks vor, seit 2006 keine Abgaben entrichtet, Bauarbeiten ohne Baugenehmigung vorgenommen und den Zivilschutz nicht um eine Betriebserlaubnis ersucht zu haben, worüber die Verantwortlichen bereits vor Monaten in Kenntnis gesetzt worden seien. Interessanterweise berichten lokale Medien, das Kraftwerk sei trotz Anordnung nicht heruntergefahren worden.

    Bereits in den vergangenen Monaten wurden mehrere Gesetzentwürfe für Änderungen am Dezentralisierungsgesetz vorgelegt, allerdings keiner mit der Unterschrift des Präsidenten. Statt einer grundlegenden Diskussion über eine Neuausrichtung der Dezentralisierung beinhalten sie allerdings lediglich Kürzungen der relativ geringen Autonomie der Regionalregierungen. Die Regionalregierungen selbst verlangen dagegen mehr Autonomie, insbesondere die Verwaltung ihrer eigenen Mittel.

  • Perus Polizei stellt um auf Digitalfunk

    Verkehrspolizistin beim Regeln des Verkehrs. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Verkehrspolizistin in Lima. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Wollen peruanische Polizisten einen Notruf absetzen, müssen sie auch heute noch häufig auf ihre privaten Mobiltelefone zurückgreifen. Denn: Nicht nur viele Fußpatrouillen haben kein Funkgerät, sondern auch zahlreiche Polizeiautos. Ob sich das schnell ändern wird, ist fraglich, dafür bekommen einige Polizeiautos und Rettungsleitstellen aber neue, offiziell abhörsichere und digitale Geräte. Denn das digitale Funksystem, das bereits seit einiger Zeit in La Punta im äußersten Osten der Provinz Callao getestet wird, soll ab März 2013 Stück für Stück in ganz Peru flächendeckend zum Einsatz kommen.

    Vizeinnenminister Roberto Reynoso, der stolz verbreitet, die peruanische Polizei werde dadurch das „beste Kommunikationssystem der Region“ haben, sprach nun von zunächst 6.000 Endgeräten, von denen 4.000 für Fußpatrouillen, 1.700 für Polizeiautos und 300 für Polizeidienststellen gedacht seien. Jedes davon versende seine Daten zu „100% verschlüsselt“, so Reynoso. Das ist wohl auch besser so, denn die neuen Funkgeräte haben einen GPS-Chip eingebaut, durch den der Standort seines Trägers permanent übermittelt wird – Datenmaterial, an dem bestimmt auch so mancher Krimineller interessiert wäre.

    Plaza de Armas, Cocabamba. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Bisher ohne Digitalfunk: Polizeiposten Cocabamba. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Während in den kommenden Jahren – bis 2016 – das ganze Land mit dem neuen Polizeidigitalfunk ausgestattet werden soll, ist nun zunächst die Hauptstadt Lima dran. Erster Schritt, so der Vizeinnenminister, ist lückenloser Empfang von „Pucusana bis Ancón, von Chosica bis Callao“. Nächste Schritte sind dann Arequipa, Tacna und Piura. Das verwendete System selbst kann offenbar mit bis zu 18.000 Endgeräten arbeiten, darunter auch mit speziellen Empfängern für Feuerwehr, Krankenwagen und Überwachungskameras. Für die Testphase werden wohl zunächst die Überwachungskameras des „Metropolitano“-Schnellbussystems in Lima angeschlossen. Neben dem Sprechfunk soll das neue System eines Tages auch den Zugang zu den Datenbanken der Melderegisterbehörde RENIEC ermöglichen, die auch Fingerabdrücke speichert.

    Auch die peruanische Notrufzentrale (Nummer: 105) soll weiter ausgebaut werden, so dass pro Tag bis zu 40.000 Anrufe entgegen genommen werden können. Bleibt zu hoffen, dass es gar nicht nötig sein wird, so viele Notrufe entgegen zu nehmen. Und, dass schon bald weitere Endgeräte erworben werden – ansonsten müssten peruanische Polizisten auch weiterhin auf ihre Privathandys oder öffentliche Satellitentelefone zurückgreifen.

  • Lima: Steit um Verlegung von La Parada-Großmarkt

    Pläne, den „La Parada“-Markt im Distrikt La Victoria der peruanischen Hauptstadt Lima zu verlegen gibt es schon lange, zu wenig wird er doch wichtigen Sicherheitsstandards gerecht und zu schwer ist die Belieferung. Die Metropolverwaltung Lima hat deshalb einen neuen Großmarkt bauen lassen, den „Gran Mercado Mayorista de Lima“ in Santa Anita. Doch die Händler von „La Parada“ weigern sich, umzuziehen. Sie verlangen statt dessen, „La Parada“ zu modernisieren. Das städtische Marktorganisationsunternehmen EMMSA, das von Perus ehemaligem Umweltminister Ricardo Giesecke geleitet wird, sieht dort aber ein Fehlen aller für den Marktbetrieb grundlegenden Gegebenheiten und Bürgermeisterin Susana Villaran gab bereits den Auftrag, auf dem Gelände des heutigen Marktes, auf dem vor allem landwirtschaftliche Produkte in großen Mengen gehandelt werden, einen Park anzulegen.

    Eingeweiht wurde der neue Großmarkt bereits gestern – Medien berichten von der Abwesenheit aller Händlerinnen und Händler. Angeführt wird der Widerstand gegen die Verlegung des Marktes von Margarita Valladolid, die auf dem Markt selbst mit Limetten, Mangos und Maracuyas handelt. In mehreren Interviews erklärte Valladolid, die Händler von La Parada seien generell gegen die Verlegung, weil sie Probleme für Händler und Kunden fürchteten. Zudem warf die Unternehmerin der Metropolverwaltung vor, nicht den Dialog zu suchen und forderte, die Konzessionen für Marktstände für mindestens 30 Jahre zu vergeben. Wie ernst es Valladolid aber wirklich mit ihrem Widerstand ist, steht seit heute Morgen in Frage. Da wurde im Frühstücksfernsehen aufgedeckt, dass sie sich selbst vor einigen Wochen für einen Platz im neuen Großmarkt hat registrieren lassen.

    EMMSA hofft, mit der Umsiedlung und eine bessere Marktorganisation jährlich allein 300.000 Nuevos Soles an Reinigungskosten einzusparen. Nach EMMSA-Angaben fielen für das städtische Unternehmen täglich rund 120 Tonnen Abfälle an. Im neuen Markt sollen Händler selbst für die Abfallentsorgung zuständig sein. EMMSA-Chef Giesecke kündigte derweil an,  den Dialog mit den Verlegungs-Gegnern zu suchen und schloss eine gewaltsame Verlegung aus.

    Hinweis: Lesen Sie auch den aktuellen Beitrag zum Thema: Lima / Peru: Zwei Tote bei Ausschreitungen wegen Schließung von Großmarkt La Parada.

  • Peruanische Polizei beschlagnahmt über 30 Kilo Drogen in 24 Stunden

    Fünf verhaftete Personen und rund 35 Kilogramm beschlagnahmte Drogen, vor allem Kokain, sind das Ergebnis mehrerer Polizeikontrollen, die von der peruanischen Nationalpolizei PNP in den vergangenen 24 Stunden durchgeführt wurden – und vermutlich sind dabei nur die Einsätze eingerechnet, die von einer der größeren Polizeidienststellen durchgeführt wurden. Für peruanische Verhältnisse sind diese Meldungen kaum noch berichtenswert. Um so wichtiger, sie dennoch zu behandeln. Denn: Nicht zuletzt die Euro-Krise verleitet offenbar immer mehr Europäer, als Drogentransporteure tätig zu werden, ohne sich klar zu machen, was das für Folgen nach sich ziehen kann.

    Allein in zwei der genannten Verhaftungsfälle handelte es sich um Europäer: ein 45jähriger Pole und eine Französin. Der erstere versuchte offenbar, in Dosen der beliebten Biersorte „Cusqueña“ vier Kilogramm Kokain zu schmuggeln, als er von der Antidrogenpolizei am Flughafen Lima hochgenommen wurde. Ihm droht eine lange Haftstrafe in einem von Perus überfüllten Gefängnissen. Noch ermittelt werden die Auftraggeber mehrerer Päckchen, die in ihrem Innern ebenfalls Kokain hatten. Eines davon enthielt ein Kissen, in dem sich mehrere Tüten mit dem Rauschgift befanden, es sollte über das Postunternehmen SERPOST nach Frankreich verschickt werden. Die Polizei entdeckte die Füllung bei einer Routinekontrolle.

    Auch bei der Kontrolle einer Ladung von DHL-Express wurden die Polizisten fündig. In einem Päckchen nach Mosambik befand sich eine mit „Geschmacksneutralisierer“ beschriftete Tüte, die sieben Kilogramm Kokain enthielt. Der größte Fund gelang aber der Straßenpolizei in der Region La Libertad, die bei einer Fahrzeugkontrolle an der Straße von Retama nach Huamachuco auf der Ladefläche eines Pick Ups insgesamt 22,5 Kilogramm Marihuana fanden.

    In peruanischen Gefängnissen sitzen hunderte Ausländer wegen Drogendelikten ein, die hart bestraft werden, darunter auch dutzende Deutsche, die aus finanziellen Gründen, aufgrund sozialen oder familiären Drucks oder auch aus Unwissenheit zu Drogentranspeurteuren wurden.

  • Lima / Peru: Ausschreitungen bei Lehrerprotesten

    Bei Protesten von Lehrern kam es gestern in der peruanischen Hauptstadt Lima zu schweren Ausschreitungen, in deren Verlauf der Eingangsbereich des Bildungsministeriums stark beschädigt und zwei Personen verletzt wurden. Seit Wochen sind tausende Lehrer, die der Lehrergewerkschaft SUTEP angehören, auf der Straße, um gegen das neue Lehrergesetz und für ein höheres Gehalt zu demonstrieren. Bereits gestern Morgen hatten Lehrer, die einer besonders radikalen Strömung (CONARE) innerhalb des SUTEP angehören, versucht, ihre Proteste trotz eines ausdrücklichen Verbots auf die Plaza de Armas von Lima auszudehnen, an der sich auch der Präsidentenpalast befindet. Die Polizei ging nach eigenen Angaben mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die Menge vor. Vor dem Bildungsministerium im Stadtteil San Borja kam es dann offenbar zu Zusammenstößen mit der Polizei, als einige CONARE-Anhänger begannen, das Ministerium mit Steinen zu attackieren. Dutzende Fensterscheiben wurden zerstört. Vizeminister Martín Vegas kündigte an, man werde gegen die betroffenen Lehrer vorgehen und Anzeige erstatten. Dafür habe man Foto- und Videomaterial gesammelt, so Vegas. Bei den Verletzten handelt es sich nach Berichten der regierungsnahen Tageszeitung „La República“ um Polizisten.

  • Perus Regierung möchte 7. Oktober zum „Tag der Marinera“ machen

    Marinera-Pärchen.
    Marinera-Pärchen.

    Obwohl noch vor wenigen Monaten versprochen worden war, während dieser Legislaturperiode auf die Ausrufung weiterer Gedenktage zu verzichten, hat die peruanische Regierung nun eine Gesetzesvorlage erarbeitet, nach der jeder 7. Oktober zum „Tag der Marinera“ erklärt werden soll. An gesetzlich verankerten Gedenktagen mangelt es Peru auch bisher wahrlich nicht, sei es der Tag der andinen Musik (15. Juni), der Tag der criolischen Musik (31. Oktober), der Tag des Briefträgers (29. August) oder der Tag des Grillhähnchens (3. Juli-Sonntag). Dass erst jetzt auch die Marinera, einer der bekanntesten Musik- und Tanzstile Perus mit verschiedenen Variationen, einen Gedenktag bekommt, ist da eher verwunderlich. Es ist wahrscheinlich, dass der peruanische Kongress die aus zwei Artikeln bestehende und von Präsident Ollanta Humala, sowie Premier Juan Jiménez unterzeichnete Vorlage so beschließen wird.

    Seltsame Vorschläge keine Ausnahme

    Allerdings wurden auch in der Vergangenheit nicht alle Gedenktags-Vorschläge einfach nur abgenickt. So lehnte der Kongress beispielsweise mehrere Anträge der 1995 in den Kongress gewählten Susy Díaz ab, die heute durch Talk- und Rateshows tourt, um ihre Geldstrafe wegen Korruption zu begleichen und vor ihrer Zeit als Abgeordnete vor allem als Seite-1-Girl von sich reden machte. Sie schlug beispielsweise vor, einen Gedenktag für Schwiegermütter, egal ob gute oder böse, einzuführen.

    Übrigens: Die Vereinigung peruanischer Clowns und Zirkusartisten zog im vergangenen Mai mit großem Aufgebot vor den peruanischen Kongress. Der Grund: Sie fordern, künftig an jedem 25. Mai den „Tag des peruanischen Clowns“ zu feiern. Als Witz war das allerdings nicht gemeint, vielmehr ist dieses Datum der Jahrestag des Todes eines als „Tony Perejil“ bekannt gewordenen Clowns, von dem erzählt wird, er habe in den 80er Jahren durch zahlreiche Besuche in Armenvierteln am Rande von Lima Freude verbreitet.

    NACHTRAG (5.10.2012): 7. Oktober jetzt offiziell „Marinera-Gedenktag“

    Wie erwartet ist der peruanische Kongress dem Vorschlag der Regierung gefolgt und hat den 7. Oktober offiziel zum Marinera-Gedenktag gemacht. Alle anwesenden Kongressabgeordneten, 92 an der Zahl, stimmten dafür. Der 7. Oktober ist der Geburtstag des peruanischen Komponisten Augusto Áscuez Villanueva, sowie der Vorabend des Tags der peruanischen Kriegsmarine.

  • Oxapampa / Pasco: Polizei beschlagnahmt Drogen-Flugzeug

    Bei der Kontrolle einer illegalen Landepiste hat die Polizei am vergangenen Samstag in der peruanischen Provinz Oxapampa (Region Pasco) ein mit fast 350 Kilo Kokain beladenes Flugzeug festgesetzt. Das Flugzeug, das nach Angaben der Polizei in Bolivien angemeldet war, war offenbar bei der Landung leicht beschädigt worden. Als die Besatzung auf die anrückenden Polizisten aufmerksam wurde, eröffnete sie das Feuer und flüchtete.

    Im Innern des Flugzeugs wurden neben Chemikalien zur Kokainproduktion 349 Päckchen mit Kokain gefunden, von denen jedes rund ein Kilogramm wog. Ob das Nachbarland Bolivien das Ziel der Drogenschmuggler war, ist derzeit noch unbekannt.