Schlagwort: Gefängnis

  • Ayabaca / Piura: Gefängnis mit Lehmwänden für unbestimmte Zeit geschlossen

    Nach mehrfachen Ausbrüchen zieht das peruanische Gefängnisinstitut INPE nun Konsequenzen und schließt auf unbestimmte Zeit das Gefängnis von Ayabaca (Region Piura). Zuvor hatten Mitarbeiter auf den schlechten Zustand des Gebäudes hingewiesen. Wie nun im peruanischen Gesetzesblatt El Peruano zu lesen ist, sind die Wände des Gefängnisses aus Lehmziegeln und das Dach besteht aus löchrigen Eternitplatten, was Insaßen geradezu zum Ausbruch einlädt. Zudem stellte INPE fest, in allen Ecken und Enden würde Regenwasser und Feuchtigkeit eindringen, wodurch die Gesundheit der Mitarbeiter, aber auch der derzeit 15 Insaßen beeinträchtigt wurde. Diese sollen nun auf umliegende Justizvollzugsanstalten verteilt werden. Einzig ein Wachmann soll in dem Gefängnis verbleiben.

    Im Februar 2008 hatten Häftlinge den einzigen Wärter überwältigt, 18 von ihnen waren geflohen. Die Gefängnisdirektorin musste daraufhin ihren Hut nehmen. Ein Jahr zuvor waren vier Häftlinge geflohen.

  • Justizministerium startet Ausschreibung für erstes Privatgefängnis

    Das peruanische Justizministerium hat die Einrichtung des ersten peruanischen privat geführten Gefängnisses ausgeschrieben. Das gab das Ministerium in einer Pressemitteilung bekannt. Das Gefängnis, das schon bald in Huaral – rund 90 Kilometer nördlich der Hauptstadt Lima – entstehen soll, wird 1.500 Gefangene aufnehmen können und soll über einen Wohnblock und mehrere Werkstätten verfügen.

    Ganz soll die Haftanstalt allerdings nicht in private Hände gegeben werden. So ist geplant, den Zugang, sowie die Außenmauern weiter vom peruanischen Gefängnisinstitut INPE überwachen zu lassen.

  • Chimbote: Arzt versucht, Drogen ins Gefängnis zu schmuggeln

    300 Gramm Marihuana und eine Portion Kokain fanden überraschte Mitarbeiter des peruanischen Gefängnisinstitutes INPE bei einer Routineprüfung am vergangenen Samstag in einem Schuh, den ein Gefängnisarzt im peruanischen Chimbote in seinem Gepäck hatte. Das berichtet der Nachrichtensender RPP. Der Arzt war RPP zufolge seit 2008 bei dem Gefängnis angestellt.

  • Volksanwaltschaft: Zwei Häftlinge auf jeden Gefängnisplatz / Gefangenenzahl geht leicht zurück

    Gefängnis Huancas – Wachturm Nordwest. Foto: D. Raiser / infoamazonas.pe

    In den 69 peruanischen Gefängnissen sitzen doppelt so viele Menschen ein, als es eigentlich Plätze gibt. Das gab vergangene Woche José Ávila, Vorsitzender des Programms Gefängnis- und Strafthemen der peruanischen Volksanwaltschaft bekannt. Demnach sitzen derzeit 45.000 Menschen in peruanischen Gefängnissen, die große Mehrheit davon Männer. Den Gefängnissen würde oft allgemein die Aufgabe zugedacht, Menschen zu bestrafen, obwohl sie in erster Linie dazu gedacht seien, die Gesellschaft vor bestimmten Menschen zu schützen, so Ávila gegenüber CNR.

    Am schlimmsten ist die Situation in Lima, Huancayo und San Martín, wo mehr als doppelt so viele Gefangene einsitzen, als die Gefängnisse über Plätze verfügen.

    Zudem kritisierte Ávila, die Gefängnisverwaltungen würden nicht hart genug gegen die Nutzung von Handys im Inneren von Gefängnissen vorgehen. Vor wenigen Tagen waren bei einer Durchsuchung des Piedras Gordas-Gefängnisses 80 Handys gefunden worden.

    Gefangenenzahl geht leicht zurück

    Anstieg der Gefängnispopulation in Peru 1996-2010. Grafik: Peruanisches Justizministerium MINJUS
    Anstieg der Gefängnispopulation in Peru 1996-2010. Grafik: Peruanisches Justizministerium MINJUS

    Allgemein ist trotz der anhaltenden Überfüllung der Gefängnisse nach jahrelangem Anstieg ein leichter Rückgang der Gefangenenzahl zu beobachten. Nach Statistiken des peruanischen Justizministeriums saßen im Februar 2010 fast 500 Menschen weniger im Gefängnis, als noch im Vorjahr. Damit beträgt die derzeitige Gefangenenpopulation 43.981 Personen. Mehr als die Hälfte der Gefangenen wartet noch auf einen Richterspruch.

  • Peruanischer Ex-Fernsehmacher Crousillat muss zurück in den Knast

    Mit einer gestern im peruanischen Gesetzesblatt „El Peruano“ veröffentlichten Norm wurde die Begnadigung für den ehemaligen Fernsehunternehmer José Enrique Crousillat wieder zurückgenommen. Crousillat war vor wenigen Monaten begnadigt worden, nachdem mehrere Ärzte die „Begnadigung aus humanitären Gründen“ wegen des fortgeschrittenen Alters, sowie einer Herz-Kreislauf-Erkrankung empfohlen hatten. In den folgenden Wochen war Crousillat wiederholt am Strand oder in Luxusrestaurants gesichtet worden, worüber sich der peruanische Präsident Alan García – Verantwortlich für Begnadigungen – „überrascht und fassungslos“ gezeigt hatte. Premierminister Velásquez Quesquén kündigte inzwischen an, es seien Ermittlungen aufgenommen worden. Offensichtlich sei die Darstellung der Ärzte „nicht wahr“ gewesen, so der Premier gegenüber CNR Noticias.

    Derweil ist Crousillat nicht auffindbar. Wie La Republica berichtet, vermutet die Polizei seinen Aufenthaltsort in Chiclayo. Möglicherweise könnte er sich auch bereits ins Ausland abgesetzt haben, sollte sich diese Information bewahrheiten, wäre dies allerdings nicht auf legalem Wege verlaufen, so Juan Antonio Álvarez von der peruanischen Migrationsbehörde gegenüber CNR. Bereits 2001 hatte sich Crousillat nach dem Sturz des Fujimori-Regimes ins Ausland abgesetzt.

    Crousillat hatte der in den 90er Jahren die redaktionelle Linie des peruanischen Kanal 4 (América TV) an das Fujimori-Regime verkauft und wurde dafür 2006 zu einer Haftstrafe von acht Jahren verurteilt.

  • Telefonansagen gegen Erpressung aus dem Gefängnis

    Stimmt das, was am Donnerstag der peruanische Justizminister Aurelio Pastor verkündete, wird man in Zukunft bei Anrufen aus einer peruanischen Haftanstalt zuerst eine kurze Ansage hören, die auf einen Anruf aus dem Gefängnis hinweist. Will man dann den Anruf annehmen, drückt man die eins, ansonsten die zwei. Sinn der Übung ist, die Erpressung und Bedrohung aus dem Innern eines Gefängnisses zu erschweren. Nachdem in einigen Gefängnissen genauer nach Mobiltelefonen gesucht oder gar Störsender eingesetzt werden, häuften sich die Anzeichen, dass Geschäftsleute, aber auch Privatpersonen aus dem Gefängnis heraus erpresst wurden, Schutzgeld zu bezahlen. In Zukunft kann dann nicht nur das Gefängnis identifiziert werden, man kann auch, will man sich nicht erpressen lassen, einfach die zwei drücken. Ob das System wirklich hilft, muss sich dann zeigen.

    12US-$/Häftling/Tag

    An anderer Stelle erklärte Justizminister Pastor, ein Häftling koste den peruanischen Staat pro Tag 12 US-$. Er erwähnte dies im Zusammenhang mit einer baldigen Ausschreibung für die Einrichtung des ersten peruanischen Privatgefängnisses.

  • El Agustino / Lima: Unbekannte erschießen Gefängnisdirektor

    Gegen 7 Uhr Ortszeit wurde heute der Direktor des Castro Castro-Gefängnisses, Manuel Vásquez Coronado, von unbekannten erschossen. Das berichtet die peruanische Polizei. Ersten Angaben zufolge hatten ihm mehrere Unbekannte vor seinem Wohnhaus aufgelauert und töteten ihn mit drei Pistolenschüssen. Obwohl er sofort in ein nahegelegenes Krankenhaus eingeliefert wurde, konnten die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen.

    Vásquez Coronado hatte am vergangenen 4. September die Leitung des Castro Castro-Gefängnisses übernommen und war zuvor Leiter anderer Gefängnisse.

  • Ausbruch in Abancay: Peruanische Gefängnisse kommen nicht zur Ruhe

    Gerade erst hat die Intervention des peruanischen Vizejustizministers mitgeholfen, die Geiselnahme im Gefängnis Huancas (Chachapoyas) zu beenden, schon gibt es wieder schlechte Nachrichten für das Gefängnisinstitut INPE. Wie die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA berichtet, sind vier Häftlinge aus dem Gefängnis Abancay (Apurímac) geflohen. Dabei wurden zwei Wärter schwer verletzt. Alle vier Ausbrecher saßen wegen Drogenhandels und – schmuggels ein.

    Ersten Ermittlungen zufolge hatte eine Frau an die Tür geklopft, durch den Sehschlitz hatten die Gefängniswärter keine Bedrohung ausmachen können. Im selben Moment begannen zwei Personen die Tür mit Feuerwaffen zu beschießen, wobei das Sicherheitspersonal verletzt wurde, so ANDINA.

    Inzwischen nahm der Vorsitzende des Gefängnisinstitutes INPE, Jorge León Ballén, den Hut. In den kommenden Tagen werde der Vizeadmiral Rafael Aro Araujo seinen Posten übernehmen, erklärte der peruanische Premierminister Javier Velásquez Quesquén.

  • Chachapoyas: Aufstand im Huancas-Gefängnis

    Eingang zum Gefängnis in Huancas (Chachapoyas/Amazonas). Foto: D. Raiser
    Eingang zum Gefängnis in Huancas (Chachapoyas/Amazonas). Foto: D. Raiser

    Bei einem Aufstand im Gefängnis des nordperuanischen Andendorfes Huancas (Provinz Chachapoyas) kamen zwei Insassen ums Leben. Fünf Mitarbeiter des peruanischen Gefängnisinstitutes INPE sind noch immer in der Hand der Aufständischen. Das berichtet Radio Activa.

    Inzwischen erreichte eine Delegation des Justizministeriums Chachapoyas, um vor Ort mit den Geiselnehmern zu verhandeln. Die Gefängnisinsassen wollen mit der Geiselnahme bessere Haftbedingungen erzwingen, insbesondere den Wechsel des INPE-Personals, dem sie Übergriffe auf Gefangene vorwerfen. In der Vergangenheit hatten sich Huancas-Gefangene bereits mehrfach über die Haftbedingungen beschwert, vor allem über unzureichende oder schlechte Verpflegung und die eisige Kälte oberhalb des Huancas-Cañon.

    Das Huancas-Gefängnis war erst vor wenigen Monaten vom Hochsicherheitsgefängnis auf eine niedrigere Sicherheitsstufe herabgesetzt worden. Huancas liegt nördlich der Regionalhauptstadt Chachapoyas auf über 2.500 Metern Höhe.

  • Justizminister: Auf jeden Gefängnisplatz kommen fast 2 Gefangene / Kommendes Jahr erstes Privatgefängnis

    Eingang zum Gefängnis in Huancas (Chachapoyas/Amazonas). Foto: D. Raiser
    Eingang zum Gefängnis in Huancas (Chachapoyas / Amazonas). Foto: D. Raiser

    In Peru sitzen derzeit rund 45.000 Gefangene im Gefängnis ein, wobei die Gefängnisse eigentlich nur für rund 25.000 Gefangene eingerichtet sind. Jeder zweite peruanische Häftling sitzt in einem Gefängnis in Lima. Diese Zahlen gab der peruanische Justizminister Aurelio Pastor bekannt. Der als Hardliner bekannte Politiker der Regierungspartei Apra erklärte zudem, im kommenden Jahr werde man die „elektronische Fußfessel“ einführen, um der Überfüllung der Gefängnisse vorzubeugen.

    Derzeit ist das peruanische Justizministerium dabei, verschiedene Dienstleistungen im Gefängnisbereich „auszulagern“, darunter beispielsweise die Verpflegung und die Überwachung. Weiters sollen in den kommenden Jahren privat geführte Gefängnisse entstehen. „Die Regierung hat nicht vor, bereits bestehenden Haftvollzugsanstalten zu privatisieren“, so Pastor gegenüber der Agentur ANDINA. Dennoch soll bereits im kommenden Jahr in Huacho mit dem Bau des ersten privaten Gefängnis begonnen werden.

    In Peru kommt es immer wieder zu Aufständen in den meist überbelegten Gefängnissen.