• Tankwagen umgekippt: Benzin-Ladung fließt in Titicaca-Zufluss

    Ein Tankwagen-Unfall in der südperuanischen Region Puno könnte gravierende Folgen für den Titicaca-See haben. Nach Angaben der peruanischen Umweltstaatsanwaltschaft sind rund 9.000 Gallonen Benzin in den Río Verde geflossen, der über den Río Cabanillas und den Río Coata in Südamerikas größten See mündet. Der Tanklaster war auf der Straße von Arequipa nach Juliaca unterwegs, als er aus noch unbekannter Ursache von der Straße abkam. Unterhalb des Straßenabschnitts – im Distrikt Santa Lucía (Provinz Lampa) – fließt der Río Verde vorbei.

    Auf Höhe der Unfallstelle wurden bereits zahlreiche tote Forellen und Frösche gefunden. Die Bevölkerung der Umgebung wurde aufgerufen, auf den Konsum von Fischen aus dem Fluss vorrübergehend zu verzichten.

    Nach Angaben des peruanischen Zivilschutzes versorgt der Río Coata die Stadt Juliaca mit Trinkwasser.

    Santa Lucía liegt auf 4.045 Metern über dem Meeresspiegel.

  • Huánuco: 17 Tote bei Busunfall

    Beim Absturz eines Busses von der Straße Huánuco – La Unión sind gestern nach Angaben der Straßenpolizei Huánuco 15 Menschen ums Leben gekommen. Zwei weitere starben in einem nahegelegenen Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen. Der Bus, der keine Genehmigung für diese Route hatte, war aus noch ungeklärter Ursache bei „La Chancadora“ von der als gefährlich bekannten Straße abgekommen und über 100 Meter in die Tiefe gestürzt.

    Der Bus war mit 50 Personen besetzt.

  • Alan García bei Wikileaks

    Bislang hat Perus Präsident Alan García Pérez die über die Enthüllungsplattform Wikileaks zugänglich gemachten Dokumente aus der US-Botschaft in Lima öffentlich als irrelevant eingestuft. Das dürfte sich ändern, nachdem die spanische Tageszeitung „El País“ gestern ein Schreiben aus dem Jahr 2006 über seine körperliche und psychische Verfassung veröffentlichte, in dem Depressionen und eine bipolaren Störung genannt werden.

    Er fühle sich nicht angegriffen und halte das vom damaligen US-Botschafter in Lima, James Curtis Struble, unterzeichnete Dokument für unwichtig, so García in einer ersten Reaktion. Dennoch würde es, so der peruanische Präsident, von einer „sehr niederen diplomatische Qualität“ zeugen. In der Botschaftsdepesche 06LIMA4570 vom 4. Dezember 2006 ist zu lesen, García sei für extreme Stimmungs- und Meinungsschwankungen bekannt. Beweise für das wirkliche Vorliegen einer bipolaren Störung lägen aber, so das Schreiben, nicht vor, der oder die Verfasser bezogen sich lediglich auf Informanten aus dem Umfeld Garcías.

    Von den selben Informanten wird auch berichtet, García würde sich manchmal für mehrere Tage einschließen und mit niemandem sprechen, sowie starken Druck auf seine Minister ausüben. Dabei steht auch durchaus schmeichelhaftes in der Depesche. García nehme keine Drogen, sei kein Alkoholiker, habe sein ganzes Leben auf die eigene harte Arbeit eingestellt und sei ein rhetorisch begabter Vollblutpolitiker, der Politik „lebe und atme“ – allerdings auch über keine anderen Fähigkeiten verfüge, als Präsident oder Präsidentschaftskandidat zu sein. Das einzige Anzeichen für die stressige Arbeit sei sein anwachsender Bauch.

  • Skurriles von Perus Volksmusikindustrie: Youtube-Wendys Israel-Hymne mit der Tigerin und dem Delfin

    httpv://www.youtube.com/watch?v=oN5tZ_X0dSo

    Skurrile Auftritte sind eine Art Markenzeichen der peruanischen Volksmusikindustrie. Nun aber haben sich drei zusammengetan, um das Wort „skurril“ neu zu definieren: Die Youtube-Stars Wendy Sulca, Tigresa del Oriente und Delfín hasta el fín. Ihre Videos wurden auf der Videoplattform millionenfach angeklickt, große Plattenfirmen nahmen sie dafür unter Vertrag. Ihre gemeinsame Produktion „En tus tierras bailare“ besingt die Schönheit Israels – ein Land, das bislang keiner der drei bislang persönlich kennt – ist ein Kassenschlager, gerade erst ging eine mehrwöchige Konzerttour durch Argentinien, Chile und Uruguay zu Ende. Und in Peru, einem Land, das wegen seiner ausgeprägten Musikpiraterie von der Plattenindustrie gefürchtet wird, weiß man nicht so recht, was man von diesem Erfolg halten soll.

    Denn Erfolg haben die drei, das zeigen nicht zuletzt Parodien im peruanischen, spanischen und mexikanischen Fernsehen. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen?

    Wendy Sulca: Bier und Milch vom Wundermädchen
    Die 14jährige Wendy Sulca, von ihrer Managerin und Mutter als „Wunderkind der Folklore“ dargestellt, verdankt ihren Erfolg einem Youtube-Video, in dem sie -mit sieben Jahren- davon singt, wie sie in einer Spelunke mit viel Bier Liebeskummer und Sorgen ertränken will. Als gern gesehener Gast in diversen peruanischen Talk- und Unterhaltungsshows in Rundfunk und Fernsehen hat sie sich eine große Fangemeinde aufgebaut und singt jetzt nicht mehr in den kleinen, dunklen Clubs, in der ihr verstorbener Vater die ersten Auftritte organisiert hatte, sondern auf den ganz großen Bühnen. Die argentinische Ausgabe des RollingStone-Magazins, das ein ganzes Interview mit Wendy Sulca veröffentlichte, bezeichnete sie als die „kitschigste Datenverkehrsproduktionsmaschine“ überhaupt – nicht ganz zu unrecht, wie ein Blick auf ihre ganz in rosa und weiß gehaltene Internetseite zeigt.

    La Tigresa del Oriente: den Scharfschützen abgeschossen

    Auch sie, gelernte Kosmetikerin und Haarstylistin mit dem bürgerlichem Namen Judith Bustos, ist ein Youtube-Star, ihr Video „Nuevo Amanecer“ wurde über 2 Millionen Mal angesehen. Zur Legende wurde ihr Auftritt 2007 im Programm des populären Fernsehtalkers Jaime Bayly alias „el francotirador“ („der Scharfschütze“) der sie nicht für voll nahm, als die „Tigresa“ ihm eröffnete, Warner Music habe sie unter Vertrag genommen. Wenig später wurde er eines besseren belehrt. Angeblich wollte Bustos bereits in ihrer Jugend Sängerin werden. Diesen Traum hat sie sich nun, mit 56 Jahren, erfüllt. Insbesondere wegen ihrer Art zu singen und zu tanzen – die Meinungen darüber gehen von „talentlos“ bis „exotisch“ – polarisiert die Künstlerin, die für gewöhnlich in Tiger- oder Schlangenkostümen mit Löwenmähne auftritt.

    Delfin „hasta el fín“ Quishpe: Andine Techno-Folklore aus Ecuador

    Der dritte im Bunde ist Ecuatorianer und mit seinem Lied „torres gemelas“ über die Terroranschläge auf das WTC am 11. September 2001 weltberühmt geworden, dessen Video bei Youtube mehr als 6 Millionen Zugriffe verzeichnete. Es erzählt die wahre Geschichte eines Freundes Quishpes, dessen Verlobte bei den Anschlägen ihr Leben verlor. Der Sänger selbst bekam von seinem Internet-Ruhm zunächst gar nichts mit, seine eigene Plattenfirma wohl auch nicht, ein Internetnutzer hatte ohne ihr zutun das Video eingestellt. Inzwischen ist auch Delfín – nach anfänglichen Anfeindungen wegen seiner Kombination aus traurigen Bildern und Tanzmusik – in ganz Lateinamerika bekannt und unterwegs.

  • Peru: Erdbeben bei Satipo und Atalaya

    Erdbeben, schematische Darstellung. Bild: IGP.
    Erdbeben, schematische Darstellung. Bild: IGP.
    Ein Erdbeben der Stärke 5,2 auf der Richterskala hat heute in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) das Grenzgebiet der peruanischen Regionen Ucayali und Junín erzittern lassen. Das geht aus dem jüngsten Erdbebenbericht des peruanischen Institutes für Geophysik hervor. Das Beben, das in Atalaya (Ucayali) und Satipo (Junín) mit dem Wert III auf der modifizierten Merkalliskala zu spüren war, hatte sein Epizentrum rund 20 Kilometer südlich von Atalaya in einer Tiefe von 132 Kilometern. Über Schäden ist bislang nichts bekannt.

  • Es wird Weihnachten: Feuerwerkskörper verletzen vier Menschen in Huánuco

    Es ist eine traurige Tradition, die sich Jahr für Jahr wiederholt: Selbst hergestellte Feuerwerkskörper explodieren und verletzen ihre Macher, im schlimmsten Fall kommt es –wie zuletzt im September– gar zu Todesopfern. Ähnlich erging es nun schon zum wiederholten Mal vier Knaller-Herstellern, als gestern Vormittag (Ortszeit) plötzlich mehrere ihrer Feuerwerkskörper explodierten. Glücklicherweise konnte die örtliche Feuerwehr das Feuer bald kontrollieren, und die Mitarbeiter, darunter eine 60jährige Frau, in das örtliche Krankenhaus einliefern. Da es in der illegalen Feuerwerkskörperfabrik bereits mehrfach zu ähnlichen Problemen gekommen war, nahm die Polizei die Ermittlungen auf.

  • Wegen Schneefällen: Teile Pascos seit Wochen ohne Strom

    Bei starken Schneefällen Anfang des Monats ist in Teilen der peruanischen Region Pasco das Stromnetz zusammengebrochen. Wie der peruanische Zivilschutz berichtet, ist das Problem auch jetzt, mehr als zwei Wochen später, nicht behoben. Colquijirca und Vinchos sind betroffen, besonders schwer haben es aber die 24.105 Bewohner von Yanacancha, da in ihrem Heimatort auch die Trinkwasserversorgung elektrisch gesteuert wird. Eigentlich habe das Elektrizitätsunternehmen versprochen, bis heute die Stromversorgung wieder herzustellen, so Modesto Roque, Mitarbeiter des Zivilschutzes Pasco. Leider sei das bislang nicht geschehen. Deshalb überlegt die Regionalregierung inzwischen, für den Distrikt Yanacancha den Notstand auszurufen, bis das Problem gelöst ist. Bereits seit mehreren Tagen kommt es nach Berichten eines lokalen Radiosenders immer wieder zu Demonstrationen.

    Nach Angaben des peruanischen Wetterdienstes SENAMHI sind für Yanacancha in den kommenden Wochen Temperaturen um den Gefrierpunkt zu erwarten – weitere Schneefälle sind möglich.

  • Rote Flut bei Pisco: Algenblüte tötet Fische und Robben

    Grausiges Naturschauspiel vor den Stränden von San Andrés (Provinz Pisco / Region Ica): Die im Meer vor Pisco entstandene rote Algenblüte hat bereits mehrere Robben, sowie tausende Fische auf dem „Gewissen“. Eine Algenblüte entsteht, wenn sich Algen ganz plötzlich extrem stark vermehren und das ganze Wasser trüben – in diesem Fall rot. Dabei entstehen nicht nur giftige Stoffe, auch der Sauerstoffgehalt des Wassers sinkt stark, was für Tiere tödlich sein kann.

    Algenblüten entstehen vermehrt dort, wo das Wasser -beispielsweise durch die Landwirtschaft- mit Phosphaten überdüngt ist. Ob dies auch Ursache für die aktuelle „Rote Flut“ ist, wurde bislang nicht bekannt. Das peruanische Meeresinstitut IMARPE hat mit der Entnahme von Proben begonnen, um der Herkunft der Algenblüte auf den Grund zu gehen.

  • Cajaruro / Amazonas: Park-Ranger finden Silberschmiedearbeiten und Inka-Ruinen

    Eine der gefundenen Silberschmiedearbeiten. Foto: Alberto Pintado / ANDINA.
    Eine der gefundenen Silberschmiedearbeiten. Foto: Alberto Pintado / ANDINA.
    Ranger des nordperuanischen Naturparks „Cordillera de Colán“ haben kunstvolle Silberschmiede- und Steinmetzarbeiten gefunden, sowie eine mutmaßliche Inka-Ruine entdeckt. Das gab gestern die Biologin Leyda Gueiler Rimarachín bekannt, die als Biologin für das Büro Bagua Grande des Naturparks arbeitet. „Die Stücke sind sehr Kunstvoll bearbeitet, gut erhalten und zeigen, dass die vorkolombinischen Kulturen auf dem Boden von (der Region) Amazonas bereits die Schmiedekunst beherrschten“, so Gueiler Rimarachín. Ein besonders fein bearbeitetes Objekt scheint wohl eine Art Schutzschild dargestellt zu haben.

    Zur genaueren Untersuchung wurden einige der gefundenen Gegenstände bereits in die Regionalhauptstadt Chachapoyas überführt, wo sie von Spezialisten des regionalen Kulturinstitutes untersucht werden sollen. Für die kommenden Tage wird mit der Ankunft von Archäologen des Kulturinstitutes gerechnet, die an der Fundstelle erste Vorabuntersuchungen durchführen sollen. Bislang ist die Fundstätte von einer dichten Vegetation überwuchert und daran will die Naturparkverwaltung auch bis zum Eintreffen der Archäologen nichts ändern. Damit soll die Fundstätte selbst vorerst konserviert bleiben, auch zum Schutz vor eventuellen Schatzräubern.

    Sollten die Spezialisten der Fundstätte eine große Bedeutung zumessen, werde die Parkverwaltung die Einstellung weiterer Mitarbeiter prüfen, insbesondere solche mit archäologischer Ausbildung, so der Leiter des Naturparks Cordillera de Colán, César Bartra. Mitarbeiter des Parks hätten bereits über weitere Ruinen berichtet.

    Der Naturpark Cordillera de Colán umfasst Teile der Distrikte Aramango und Coppalin in der Provinz Bagua, sowie den Distrikt Cajaruro in der Provinz Utcubamba, allesamt Teile der Region Amazonas. Der 39.215 Hektar große Naturpark wurde vor einem Jahr eröffnet.

  • Loreto: Amazonas erneut Ölverschmutzt

    Mehrere Ortschaften haben den Schulbetrieb eingestellt und die Trinkwasserversorgung ist nicht gegeben, seit Nahe des nordostperuanischen Ortes Santa María del Ojeal (Distrikt Puchana / Provinz Maynas) der Inhalt von mehrerer Fässern Erdöl der staatlichen Ölgesellschaft Petroperu  in den Amazonas gelaufen ist. Das berichtet Radio La Voz de la Selva aus Iquitos. Der Unfall soll sich beim Betanken eines Frachtschiffes an der Petroperú-Raffinerie Santa María del Ojeal, in derem eigenen Hafen, ereignet haben. Anwohner sprechen von vier Fässern, Petroperú dagegen von zweien.

    Es habe von den Verursachern keine Warnung gegeben, so Percy Rojas Pizango, Gemeindevertreter von Santa María del Ojeal. Wie jeden Morgen seien zahlreiche Bewohner seines Ortes an das Amazonas-Ufer gegangen, um Wasser zu schöpfen. Im Angesicht der schwarzen Flecken habe man aber davon abgesehen. Nach Angaben von Petroperú wurde inzwischen an zahlreiche Familien Trinkwasserbehälter verteilt. Zudem sei man bereits dabei, die betroffenen Stellen des Flusses zu säubern, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

    Für Percy Rojas Pizango ist das aber noch nicht genug. Er hofft darauf, dass möglichst viele Fernsehkameras die Situation dokumentieren. Es sei bereits mehrmals zu ähnlichen Unfällen gekommen, die bei vielen Kindern zu Durchfall und Erbrechen geführt hätten. Deshalb habe man diesmal entschieden, das Problem öffentlich zu machen, so Rojas Pizango gegenüber „La Voz de la Selva“.

    Santa María del Ojeal (nahe „Santa Clara I“, „II“ und „II“) hat rund 507 Einwohner.