• "Abwahl"-Befürworter siegen in über 70 Distrikten

    Wie die peruanische Wahlbehörde ONPE berichtet, haben sich Bürgerinnen und Bürger von 3 Provinzen und über 70 Distrikten dafür ausgesprochen, diverse Lokalautoritäten wie Gemeinde oder Provinzräte oder Bürgermeister abzuwählen. Das bedeutet, dass in diesen Distrikten und Provinzen innerhalb der nächsten Wochen ein neuer Wahltermin angesetzt werden muss. Bei der „Abwahl“ gibt es nur die Möglichkeit, mit „Ja“ bzw. mit „Nein“ zu stimmen, wobei jeweils nur die einfache Mehrheit notwendig ist.

    Obwohl zum Verlauf der Abstimmung bisher keine Unregelmäßigkeiten bekannt sind, gab es doch kleinere Zwischenfälle, wie die nationale Wahljury JNE (Jurado Nacional de Elecciones) berichtet. So verließ z.B. in Bellavista (Jaén/Cajamarca) ein Wahlhelfer „aprubt“ das Wahllokal und kam erst nach Schließung des Wahllokals zurück, weswegen einige Wähler nicht mehr die Möglichkeit hatten, ihre Stimme abzugeben. Zudem spricht der JNE in mehreren Fällen von „aggresiv ungeduldigen“ Personen, die im Wahllokal selbst auf die Bekanntgabe des Ergebnisses warten wollten.

  • KURZKOMMENTAR: Hohe Wahlbeteiligung bei der "Abwahl"

    Wie die Leiterin der peruanischen Wahlbehörde ONPE (Oficina Nacional de Procesos Electorales) Magdalena Chú mitteilt, verlief die Revocatoria („Abwahl“) in mehreren hundert Distrikten und einigen Provinzen Perus am vergangenen Sonntag nicht nur sehr friedlich, sie bestach vor allem auch durch die hohe Wahlbeteiligung. Besonders der letzte Punkt, der mit der Wahlbeteiligung, überrascht, angesichts der Tatsache, dass in Peru Wahlpflicht herrscht und Nichtwähler eine Strafe zahlen müssen.

    Nach Angaben der ONPE und der Beobachterorganisation Transparencia verlief die Wahl übrigens vorbildlich und ohne Zwischenfälle.

  • Im Schneckengang gehts voran: Die Bauarbeiten an der Kathedrale von Chachapoyas

    Bingo-Kathedrale Chachapoyas. Foto/Montage: Manuel Cabanas López
    Bingo-Kathedrale Chachapoyas. Foto/Montage: Manuel Cabanas López

    Wie Anwohner de Jirón Ortíz Arrieta im Zentrum von Chachapoyas gegenüber INFOAMAZONAS berichten, sind die Arbeiten an der Metallstruktur, die bald das Dach der neuen Kathedrale von Chachapoyas tragen soll, fast abgeschlossen. Im Rahmen eines großen „Bingo“-Spiels am 20. Dezember soll nun Geld für den Außenanstrich der Kathedrale (ca. 150 Farbeimer), die Tür des Nebeneingangs und die beiden großen Turmuhren gesammelt werden. Nähere Informationen hierzu auch unter http://mcabanas.blogia.com.

  • Mototaxifahrer brauchen keinen Schulabschluss mehr

    Nach Protesten diverser Organisationen von Mototaxifahrern (Moped-Rikschas) hat das peruanische Verkehrs- und Kommunikationsministerium (MTC) heute das Dekret zurückgenommen, das Mototaxifahrern verbot, ihren Beruf auszuüben, falls sie nicht erfolgreichen eine weiterführende Schule abgeschlossen hatten. Präsident García sprach von einem „schweren Fehler“ bei der Ausarbeitung des Dekretes und bat öffentlich um Entschuldigung. Nicht betroffen von der Rücknahme sind dagegen Lastwagenfahrer und anderweitig als Fahrer beschäftigte im Logistikwesen. Für Mototaxifahrer ist nun nur der Abschluss der Grundschule, sowie ein Mindestalter von 18 Jahren notwendig. Zum Erhalt des Führerescheines für diese Fahrzeugklasse werden auch weiterhin Kenntnisse der Verkehrsregeln und ein Gesundheitszeugnis gefordert.

    Gestern hatten rund 5000 Mototaxifahrer (Mototaxistas) teilweise gewaltsam gegen das Dekret protestiert.

    Die neuen Regeln wurden heute im peruanischen Gesetzblatt „El Peruano“ veröffentlicht.

  • Nationalpolizei wird 20

    Die peruanische Nationalpolizei PNP feiert heute ihr 20jähriges Jubiläum mit zahlreichen Festakten. Zum zentralen Festakt um 10 Uhr in der Polizeischule in Chorillos werden dabei auch zahlreiche Parlamentarier und angehörige der Regierung, darunter Premier Simon, erwartet. In einem Grußschreiben dankte der peruanische Innenminister Remigio Hernani Meloni den Polizistinnen und Polizisten für ihren Dienst und gedachte der im Dienst gefallenen Beamten.

    Vorläufer der „Policia Nacional del Perú“ war die 1821 in frühen Tagen der peruanischen Republik gegründete „Guardia Cívica“, die als „Guardia Nacional“ 1825 Teil des Militärs wurde. Um 27 Jahre später wird sie wieder herausgelößt und bekommt als „Gendarmería“ wiederum eine eigene Struktur. Diese wird einige Jahre später wiederum in „Guardia Civíl“ (für den städtischen Bereich) und „Gendarmería“ (für ländliche Regionen) geteilt. Über die Jahre hinweg wurde diese Struktur immer weiter ausdifferenziert, es kamen spezielle Einheiten für besondere Untersuchungen hinzu, auch ein eigenes Polizeigesundheitssystem wurde aufgebaut. Schließlich, unter dem Eindruck des aufkommenden Terrorismus durch Organisationen wie den leuchtenden Pfad (Sendero Luminoso) oder MRTA, wurde 1988 die Policia Nacional del Perú (PNP), die peruanische Nationalpolizei gegründet, unter derem Namen alle bisherigen Polizeiorganisationen ihren Platz fanden. Zudem gab sich die Polizei den Leitspruch „Dios, Patria y Ley“, also „Gott, Vaterland und Gesetz“, der bis heute das Wappen der peruanischen Polizei ziert.

    KURZCHRONIK

    1825
    Die „Guardia Nacional“ wird gegründet, ebenso wie die „Guardia de Policía“ als Teil der Streitkräfte
    1834
    Während der Regierung des Präsidenten Orbegoso werden Bürgermilizen wieder aufgebaut.
    1839
    Die Bürgermilizen werden neu organisiert
    1845
    Unter Präsident Ramón Castilla wird die „Guardia Nacional“ (Nationalgarde) umstrukturiert.
    1855
    Per Dekret werden unter dem Namen „Gendarmería“ alle Polizeiorganisationen zusammengefasst.
    1873
    La fuerza regular de Policía se divide en Guardia Civil y Gendarmería.
    1880
    Unter Präsident Piérola wird die räumliche Verteilung von Kommissariaten und Polizeikräften per Dekret festgelegt.
    1919
    Unter Präsident Leguía wird die republikanische Garde (Guardia Republicana) gegründet.
    1922
    Die spanische „Guardia Civil“ wird beauftragt, die peruanische Polizei neu zu organisieren
    1922
    Die erste Polizeischule Perus wird gegründet, mit dem Motto „El Honor es su Divisa“.
    1924
    Das Polizeigesundheitssystem wird gegründet.
    1956
    Zum ersten Mal werden auch Frauen zur Polizeischule zugelassen.

    HYMNE DER NATIONALPOLIZEI
    Policía soy, de corazón, por vocación noble y leal,
    con la tradición de los heróicos policías del ayer;
    doy mi juventud, mi abnegación, mi patriotismo y lealtad,
    para servir con fe y honor, en la gloriosa Policía Nacional.

    1. Policía peruana, eres pueblo hecho Ley
    por el orden interno, por la vida y la paz
    donde exista el peligro, donde clame el dolor,
    siempre habrá un Policía, presto a servir,
    listo a morir por el Perú.

    2. Como norte y divisa, Dios mi patria y la Ley,
    construyendo un mañana, soberano y triunfal,
    sin fatiga sin tregua, con honor hasta el fin
    siempre habrá un policía, presto a servir
    listo a morir por el Perú.

  • Militärchef im Ruhestand, Beziehungen zu Chile wieder normal

    Der peruanische Präsident Alan García Pérez gab heute den Aufstieg von Otto Guibovich als neuen Generalkommandant der peruanischen Streitkräfte bekannt. Damit zog er die Konsequenzen aus dem Skandal um den ehemaligen Generalkommandanten Donayre, der bei einem Trinkspruch auf einer privaten Feier – der gefilmt und auf Youtube veröffentlicht wurde – gesagt hatte, Chilenen würden, wenn sie nach Peru kommen würden, nicht mehr zurück können – und falls doch, dann nur „in einer Kiste und falls es nicht genug Kisten gibt, dann in Plastiktüten“. In den vergangenen Tagen hatten chilenische Politiker den peruanischen Präsidenten mehrfach dazu aufgerufen, den Kommandanten abzusetzen. Zudem hatte ein peruanischer Verein in Chile von gehäuften Anfeindungen gegenüber seiner Mitglieder berichtet. Donayre selbst hat sich inzwischen von seinen Äußerungen distanziert und um entschuldigung gebeten.

    Die chilenische Präsidentin Bachelet begrüßte den Wechsel an der Spitze des peruanischen Militärs. Das Verhältnis zwischen Peru hatte sich in den vergangenen Jahren etwas entspannt. Immer wieder kommt es aber zu Anfeindungen.

  • MIMDES: Erschreckende Studienergebnisse zu Kinderprostitution

    Wie das Frauen- und Entwicklungsministerium (MIMDES) unter Berufung auf eine Studie der Nichtregierungsorganisation Capital Humano y Social Alternativo (CHS) mitteilt, setzt die Kinderprostitutionsmafia täglich ca. 500.000 Soles um. Davon fallen alleine 20.000 Soles auf die Urwaldregion Madre de Dios. Aber auch andere Regionen sind davon betroffen, hauptächlich Touristenregionen im Urwald. An einem einzigen ausgebeutetes Kind würden die Mafiaorganisationen so insgesamt bis zu 15.000 Dollar pro Kind verdienen.

    Das Ministerium versucht, mit Hilfe der Nichtregierungsorganisationen, verstärkter Aufklärung, stärkerer Kontrolle und härteren Strafen, des Problemes Herr zu werden, um, wie es in einer Broschüre des Ministeriums heißt, „den größten Schatz Perus“ zu bewahren: Seine Kinder.

  • 6. Dezember: "Tag des Parkrangers"

    Am morgigen Samstag, dem 6. Dezember, wird in Peru der „Tag des Parkrangers“ (día del Guardaparque) begangen. Eingeführt wurde dieser Gedenktag am 6. Dezember 2006 im Rahmen des ersten landesweiten Parkranger-Kongresses. Derzeit gibt es in Peru laut des Umweltamtes INRENA 256 Parkranger, die Tag für Tag unter anderem die Nationalparks Pacaya Samiria, Machu Picchu und Bosques de Pómac bewachen.

  • Rundfunkrat prämiert Quechua- und Seniorenhörfunkjournalisten

    Der peruanische Radio- und Fernsehrat CONCORTV zeichnete heute die Radiojournalisten Miguel Humberto Aguirre und Juan Alberto López Mayorga für ihre herausragende Arbeit aus. Miguel Humberto Aguirre, der bereits seit über 27 Jahren bei Radio Programas (RPP) arbeitet, erhielt die Auszeichnung für sein samstägliches Radioprogramm „más alla de las Canas“ (jenseits der weißen Haare), in dem besonders Senioren und deren Probleme zur Sprache kommen. Juan Alberto López Mayorga arbeitet in Ayacucho, wo er neben seiner Arbeit als Präsident der regionalen Journalistenkammer mehrere Radio- und Fernsehprogramme in der in Ayacucho sehr verbreiteten Sprache „Quechua“ moderiert. Die Auszeichnungen wurden im Rahmen einer Konferenz über die Präsenz von Senioren in Radio und Fernsehen vom peruanischen Radio- und fernsehrat CONCORTV und der Nichtregierungsorganisation HelpAge International vergeben.

  • Jaén bekommt eigene Universität

    Der peruanische Kongress hat heute Morgen die Gründung der Universität Jaén zugestimmt. Die Entscheidung wurde, wie die Agentur ANDINA berichtet, von Anwesenden Einwohnern der nordperuanischen Stadt in der Region Cajamarca, mit großem Aplaus und Jubel bedacht. Die neue Universität soll zu Beginn insgesamt über 5 Fächer verfügen, darunter Zivilingeneurwesen, Mechanik, Elektrotechnik und Ernährungsindustriewesen.