• Umfrage: 61% der Peruaner halten eigene Justiz für Korrupt

    Ein Schlag ins Gesicht so mancher öffentlich Institution Perus sind die heute veröffentlichten Ergebnisse einer Umfrage des Ipsos-Apoyo -Institutes über die Wahrnehmung von Korruption in diversen staatlichen Einrichtungen, die von der Organisation „Proética“ in Auftrag gegeben worden war. So halten über 60% der Peruaner die eigene Justiz für korrupt. Auch die Nationalpolizei PNP kommt nicht viel besser weg, die 53% für korrupt halten, gefolgt von den Kongressabgeordneten (47%) und den Provinzverwaltungen (19%). Im Vergleich zu den Umfragen der Vorjahre kamen allerdings alle Institutionen etwas besser weg. So hatten auf die Frage nach der korruptesten Institution Perus 2003 noch über 70% die Justiz angegeben. Dabei finden heute nur 3%, dass die Justiz erfolgreich gegen Korruption vorgeht. Mehr trauen die befragten dabei der Volksanwaltschaft „Defensoría del Pueblo“ (20%), der katholischen Kirche (9%) und der Nationalpolizei (7%) zu.  Befragt wurden 5.790 Personen im September und Oktober 2008.

    Im Rahmen der Präsentation der Ergebnisse kündigte Premierminister Yehude Simon nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA an, bis zum 23. Dezember einen „Plan gegen Korruption“ vorzulegen.

    Proética ist die peruanische Sektion der NGO Transparency, die sich weltweit gegen Korruption einsetzt.

  • Zu Weihnachten leckerer Kartoffelpanetone

    Das staatliche peruanische Exportförderungsprogramm für die Andenregion „Sierra Exportadora“ hat heute den „Papanetón“ präsentiert, einen Weihnachtspanetone auf Basis von Kartoffelmehl. Es ist nach dem „Papapan“, einem Brot auf Kartoffelbasis, und der Sensibilisierungskampagne „Papea Perú“* die dritte grosse Aktion von Sierra Exportadora, mit der die Regierung probiert, besonders Kleinbauern in den Hochanden zu unterstützen. Verkauft wird der Weihnachtskuchen unter anderem in den Supermärkten der Kette „Plaza Vea“. Nach Angaben der Supermarktkette, sollen in diesem Jahr testweise 20.000 der „Papanetónes“ produziert werden. Schirmherrin des Papapanetón ist die peruanische First Lady, Pilar Nores de García. Peru ist das „Mutterland“ der Kartoffel und verfügt über die weltweit grösste Vielfalt an Kartoffelsorten.

    *Este pechito si come papa

  • Electron(c)orte glühwurmt weiter

    Wie Radio Horizonte und Radio Activa übereinstimmend berichten, betätigt sich das Elektrizitätsunternehmen Electronorte weiterhin eher störend. Nach einem Gewitter am gestrigen Donnerstag war zeitweise der gesamte Süden der Region Amazonas ohne Strom. In vielen Teilen der Regionalhauptstadt Chachapoyas war der Strom für über 6 Stunden ausgefallen. Heute Morgen fiel der Strom erneut für mehrere Stunden aus. Der Stromversorger hat sich noch nicht geäussert. Er ist dafür berühmt-berüchtigt, die Schuld für Stromausfälle vorzugsweise bei anderen Unternehmen zu suchen – die meist, genau wie Electronorte auch – zur staatlichen Adinelsa-Gruppe gehören.

  • Peru verklagt Yale

    Peru hat in Columbia eine Klage gegen die US-Universität Yale eingereicht. Peru will die Rückgabe vieler Fundstücke erreichen, die Anfang des vergangenen Jahrhunderts der „Entdecker“ von Machu Pichu, Hiram Bingham,  zu Forschungszwecken mit in die USA nahm. Bereits seit mehreren Jahren setzt sich Peru für die Rückführung ein, die Universität Yale hatte dies bisher aber grossteils abgelehnt oder strenge Auflagen zur Bedingung gemacht, die von der peruanischen Regierung als überzogen angesehen werden. Die peruanische Kongressabgeordnete Hildebrandt rief gleichzeitig davon auf, nicht in „übertriebenen Patriotismus“ zu fallen, sollte es zu keiner Rückgabe kommen. Die Welt würde deshalb nicht untergehen, so Hildebrandt.

  • Peru ändert Behandlung ausländischer Straftäter

    Unter bestimmten Bedingungen können Ausländer, die in Peru straffällig geworden sind, Haftstrafen nun auch in ihrem Heimatland absitzen. Das hat der peruanische Kongress heute beschlossen. Dadurch sollen überfüllte peruanische Gefängnisse entlastet werden. Demnach können ausländische Häftlinge auf Antrag der Justiz ihres Heimatlandes übergeben werden. Hat ein Häftling neben einer anderen Staatsbürgerschaft auch die peruanische, muss die Strafe in Peru gebüßt werden.

  • América Televisión wird 50

    Mit einem großen Festakt feierte der peruanische Fernsehsender América Televisión gestern abend sein 50jähriges Bestehen. Unter den Feiernden war unter anderem der mediengewandte Präsident Alan García, der in seiner Rede erklärte, er habe 1959 zum ersten Mal im Fernsehen gesprochen – in América Televisión.
    Das Programm von AméricaTV besteht hauptsächlich aus Unterhaltungs- und seichten Nachrichtensendungen, es werden aber auch anerkannte journalistische Formate wie CU4RTO PODER oder PRENSA LIBRE ausgestrahlt.

  • Stadtbücherei Chachapoyas bekommt Online-Suchsystem

    Die Stadtbücherei „Blas Valera Pérez“ der Stadtverwaltung Chachapoyas rüstet technologisch auf. Seit gestern ist es möglich, über die Internetseite munichachapoyas.gob.pe/biblioteca/ den Katalog der Bücherei zu durchsuchen. Die Bestellung einzelner Bücher ist online leider noch nicht möglich. Die Bibliothek im Rathaus der Provinzverwaltung ist unter der Woche für alle interessierten geöffnet.

  • Chachapoyas: Mit Wettbewerben zum Umweltschutz erziehen

    Zum dritten Mal richten derzeit die Stadtverwaltung Chachapoyas und die NGO EcoVerde den Wettbewerb „Parques, Patios, Jardínes y Balcones de ENSUEÑO“ aus, im Verlauf dessen die schönsten Park-, Hof-, Garten- und Balkonbepflanzungen von Institutionen und Privatpersonen prämiert werden. Ziel und Hoffnung der Organisatoren ist, dass zumindest einige der Teilnehmer auch über den Wettbewerb hinaus ihre Grünflächen pflegen und so praktisch nicht nur zu einem schöneren Stadtbild, sondern auch zu einem besseren Klima in der Stadt beitragen. Damit soll indirekt auch gegen die noch immer um sich greifende Entwaldung der Region um Chachapoyas gewirkt werden. Die Preise werden in insgesamt 9 Kategorien vergeben, darunter Kategorien für Bildungseinrichtungen oder Unternehmen, die an einem Ort ihrer Institution oder in der Näheren Umgebung Platz schaffen für eine Grünfläche und diese auch Hegen. Schließlich gibt es noch die Extrakategorie „Chachapoyas Cambia“ (Chachapoyas ändert sich), in der Fotos der hässlichsten Stellen der Stadt eingereicht werden sollen.

  • Wie jeden Tag: 14 Kilo Kokain und 3 Schmuggler festgesetzt

    Eine Nachricht, die kaum als „überraschend“ oder gar „neu“ angesehen werden kann. Dennoch, oder gerade deshalb,  gehört das Thema immer wieder auf die Tagesordnung. Wie fast jeden Tag, wurden auch heute wieder mehrere mehrere Personen festgenommen, die versucht hatten, über den Flughafen Jorge Chávez in Nordlima zusammen über 14 Kilo Kokain außer Landes zu schmuggeln. Heute waren es eine Bulgarin, ein Ekuatorianer und ein Peruaner. Häufig werden auch Spanier, Italiener und natürlich auch Deutsche dabei geschnappt, wie sie erfolglos versuchten, die Kontrollen an Limas Grenzübergängen zu umgehen, um Drogen in andere Länder zu schmuggeln. Manche behaupten, nichts vom Inhalt ihres Gepäcks zu wissen, andere erzählen von Freunden oder Liebhabern, die sie zum Drogentransport überreden. Und natürlich auch von Geldsorgen. Meist endet das Geschäft aber für einige Jahre in einem peruanischen Gefängnis – in manchen Fällen gleich im Grab.

    Dabei gehen die „Burriers“ genannten Schmuggler kreativ zu Werke: manche bauen doppelte Böden in Köffer ein, füllen Instant-Kaffee-Büchsen oder Herrenparfümflaschen mit Kokain, andere Schlucken in Kondome eingepacktes Rauschgift und versuchen es in ihrem Magen zu transportieren. Doch: Das alles hilft nichts, die Reise endet meist mit Schrecken. Dabei gilt übrigens das selbe Prinzip wie beim Schwarzfahren: „Vergessen gilt nicht“. Deswegen empfiehlt auch die Flughafenpolizei, Geschenke auch von „Bekannten“ vor dem mitnehmen sehr eingehend zu überprüfen.

  • "Kleinkrieg" Peru-Chile geht in die nächste Runde

    Nur 3 Tage nach der Lösung des diplomatischen Konfliktes zwischen Peru und Chile durch den Abgang des peruanischen Militäroberbefehlshabers Donayre, bahnt sich ein neuer Konflikt an. Der peruanische Außenminister José Antonio García Belaunde hatte vor wenigen Tagen in einem Interview mit der Tageszeitung Peru21 erklärt, es würde Chile „gut tun“, ein Gesetz einzukassieren, das seit der Pinochet-Diktatur dem chilenischen Militär Jahr für Jahr 10% der Einnahmen der chilenischen Kupferproduktion beschert.

    Der chilenische Regierungssprecher Francisco Vidal wies die Aussagen García Belaundes entschieden zurück und erklärte, es sei inakzeptabel, sich in die Gesetzgebung eines anderen Landes einmischen zu wollen.