• Parlamentskommission fordert Quechua-Simultanübersetzung für Plenarsitzungen

    Quechua-Simultanübersetzung während der Sitzungen des peruanischen Parlaments – sollte der Vorschlag der entsprechenden Kommission des peruanischen Kongresses angenommen werden, könnte diese Forderung schon bald Wirklichkeit werden. Hintergrund ist, dass Quechua in den peruanischen Regionen, wo es bis heute vorherrschende Sprache ist, Amtssprache ist und mehrere Kongressabgeordnete Quechua als Muttersprache haben. Bisher waren sie deshalb genötigt, ihre Redebeiträge zunächst auf Quechua, dann auf Spanisch vorzutragen. Zudem hatten in der Vergangenheit andere Kongressabgeordnete wiederholt die Spanischkenntnisse anderer Abgeordneter lächerlich gemacht – in mehreren dieser Fälle ging es um Abgeordnete mit Quechua als Muttersprache.

    Die Parlamentskommission für andine, amazonische und afroperuanische Völker, Umwelt und Ökologie beschloss nun, entsprechende technische Einrichtungen zu erwerben, um eine Simultanübersetzung der Plenarsitzungen zu ermöglichen. Bereits bisher werden viele Sitzungen in Gebärdensprache übersetzt. Der Plan wurde gefasst, nachdem ein ähnliches System für den Besuch einer tschechischen Parlamentsdelegation eingesetzt worden war. Den Antrag hatte María Sumire von den Linksnationalisten (GPN) eingebracht, deren Muttersprache Quechua ist und die ihre Redebeiträge immer auf Quechua beginnt. Er fand nach Angaben des Pressedienstes des peruanischen Kongresses „El Heraldo“ die Zustimmung der Kommissionsmehrheit. Zudem sei, so „El Heraldo“, der Vorschlag aufgekommen, die Simultanübersetzung auch auf weitere in Peru gesprochene Sprachen auszuweiten.

    Bisher beschränkt sich die Übersetzung auf eine Quechua- und eine Aymara-Version der peruanischen Verfassung.

  • Iquitos: Schönheitskönigin stirbt bei Verkehrsunfall

    Kori Alegría Almeida, Miss Loreto 2009, verstarb am vergangenen Dienstag bei einem Verkehrsunfall. Nach Angaben der Polizei stürzte das Motorad, auf dem sie hinten mitfuhr. Der Unfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden gegen 4:30 Uhr, als nach starken Regenfällen die Straße aufgeweicht war. Augenzeugen berichteten zudem, das Motorad sei mit zu hoher Geschwindigkeit gefahren. Die 23jährige Kori Alegría hatte zuletzt die nordostperuanische Urwaldregion Loreto bei diversen Schönheitswettbewerben repräsentiert und studierten Management. Die Fahrerin des Motorrads überlebte den Unfall schwer verletzt.

    Hinweis: Dieser Artikel ist ein Test, wie die liebe Leserschaft auf diese Art von Themen reagiert.

  • Peruanische Regierung will Ermächtigungsgesetz für innere Sicherheit

    Weitgehende Möglichkeiten Gesetze rund um die innere Sicherheit zu erlassen würde die peruanische Regierung bekommen, sollte der peruanische Kongress einer entsprechenden Gesetzesvorlage zustimmen, die bereits am vergangenen Samstag eingereicht und von Präsident Alan García und Premier Javíer Velásquez Quesquén unterzeichnet wurde. Die Gesetzesvorlage sieht vor, der peruanischen Regierung für 60 Tage das Recht einzuräumen, über so genannte Legislativdekrete Gesetze, denen das Parlament nicht zustimmen muss, zu erlassen.

    Zuletzt hatte das Parlament der peruanischen Regierung diese Möglichkeit im Zusammenhang mit dem Freihandelsvertrag (TLC) mit den USA eingeräumt. Die Regierung hatte bis an die Grenzen davon Gebrauch gemacht. Einige der so weitgehend ohne Debatte verabschiedeten Gesetze waren Auslöser für die Zusammenstöße zwischen Ureinwohnern, lokaler Bevölkerung und der Polizei im Umfeld der nordperuanischen Stadt Bagua, die mit dem Tod von mehr als 30 Personen endeten. Wenige Tage nach den Zusammenstößen erklärte der peruanische Kongress die entsprechenden Legislativdekrete per Gesetz als Ungültig.

    Das nun geplante Ermächtigungsgesetz habe den Zweck, „das Innere betreffende Gesetze anzupassen, um den Sicherheitskräften die Wahrnahme ihre Aufgaben bei Gewalttaten, die durch normale Kriminalität, Terrorismus und Drogenschmuggel ausgelöst werden zu ermöglichen“. Dafür erbittet sich die Regierung freie Hand für Gesetzgebung in den Bereichen Strafrecht und Strafprozessordnung. Auch die Reglementierung einer eigenen Militär- und Polizeigerichtsbarkeit, sowie der „legale Einstz von Gewalt“ durch die Sicherheitskräfte, innere Sicherheit allgemein und organisierte Kriminalität werden genannt.

    Mit einer Mehrheit der Regierungspartei APRA und den Stimmen der Fraktion der Anhänger des wegen Korruption und diverser Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilten Ex-Diktators Alberto Fujimori ist die Annahme der Vorlage wahrscheinlich. Die Fraktionen Unidad Nacional und die Linksnationalisten haben sich bereits dagegen ausgesprochen.

    Das Gesetzesprojekt 03908/2009-PE kann hier heruntergeladen werden. (Quelle: http://www2.congreso.gob.pe/Sicr/TraDocEstProc/TraDoc_condoc_2006.nsf/PorLey/03908/$FILE/03908.PDF)

  • Pataz / La Libertad: Überschwemmung lässt vier Häuser einstürzen und beschädigt 21 weitere

    Insgesamt 25 Häuser wurden beschädigt und zerstört, als am vergangenen Samstag große Geröllmengen den Tingo-Fluss (río Tingo) in Vijus (Distrikt/Provinz Pataz) aufstauten und über die Ufer treten ließen. Das Geröll war nach Angaben des peruanischen Zivilschutzes INDECI durch den stark angewachsenen „El Chorro“-Bach in den Tingo-Fluss geschwemmt worden. Die 79 betroffenen Bewohner von Vijus konnten rechtzeitig gewarnt werden und ihre Häuser verlassen. Wie INDECI berichtet hat die Regionalregierung La Libertad erste Hilfsmaßnahmen eingeleitet, die Betroffenen wurden vorläufig in der städtischen Essensausgabe untergebracht.

    Die Überschwemmung war dabei nicht der erste Notfall in der Provinz Pataz. Im Februar wurden bei Überschwemmungen rund 300 Meter Straße mitgerissen. Auch 50 Häuser waren beschädigt worden.

    In geringer Entfernung von Vijus mündet der Tingo-Fluss in den Marañón. Vijus besteht aus 257 Häusern. 2007 wurden 1352 Einwohner gezählt. 229 der Häuser sind aus Lehmziegeln (Adobe) oder gestampften Lehm (Tapia) gebaut.

    Suitucancha / Junín: Regenfälle bringen 13 Häuser zum Einsturz

    Im Distrikt Suitucancha (Provinz Yauli / Region Junín) stürzten 13 Häuser ein, nachdem starke Regenfälle die Lehmwände aufgeweicht hatten. Auch in Huancayo stürzten mehrere Häuser ein.

  • Peruanischer Ex-Fernsehmacher Crousillat muss zurück in den Knast

    Mit einer gestern im peruanischen Gesetzesblatt „El Peruano“ veröffentlichten Norm wurde die Begnadigung für den ehemaligen Fernsehunternehmer José Enrique Crousillat wieder zurückgenommen. Crousillat war vor wenigen Monaten begnadigt worden, nachdem mehrere Ärzte die „Begnadigung aus humanitären Gründen“ wegen des fortgeschrittenen Alters, sowie einer Herz-Kreislauf-Erkrankung empfohlen hatten. In den folgenden Wochen war Crousillat wiederholt am Strand oder in Luxusrestaurants gesichtet worden, worüber sich der peruanische Präsident Alan García – Verantwortlich für Begnadigungen – „überrascht und fassungslos“ gezeigt hatte. Premierminister Velásquez Quesquén kündigte inzwischen an, es seien Ermittlungen aufgenommen worden. Offensichtlich sei die Darstellung der Ärzte „nicht wahr“ gewesen, so der Premier gegenüber CNR Noticias.

    Derweil ist Crousillat nicht auffindbar. Wie La Republica berichtet, vermutet die Polizei seinen Aufenthaltsort in Chiclayo. Möglicherweise könnte er sich auch bereits ins Ausland abgesetzt haben, sollte sich diese Information bewahrheiten, wäre dies allerdings nicht auf legalem Wege verlaufen, so Juan Antonio Álvarez von der peruanischen Migrationsbehörde gegenüber CNR. Bereits 2001 hatte sich Crousillat nach dem Sturz des Fujimori-Regimes ins Ausland abgesetzt.

    Crousillat hatte der in den 90er Jahren die redaktionelle Linie des peruanischen Kanal 4 (América TV) an das Fujimori-Regime verkauft und wurde dafür 2006 zu einer Haftstrafe von acht Jahren verurteilt.

  • Neuer Bergbau-Konflikt in Amazonas: Aguaruna lehnen Erdgasförderung ab

    Plan Lote 116. Hokol Maurel Et Prom Peru Quelle: PERUPETRO.
    Plan Lote 116. Quelle: PERUPETRO.

    Ein neuer Bergbaukonflikt bahnt sich im Norden der peruanischen Region Amazonas an. Das berichtet die peruanische Volksanwaltschaft (Defensoría del Pueblo / Ombudsman) in ihrem jüngsten Krisenreport. Demnach lehnen mehrere Organisationen der Provinz Condorcanqui den Konzessionsvertrag 116 ab, der dem Unternehmen Maurel Et Prom Perú SAC den Bergbau im Distrikt Santa María de Nieva erlaubt. Zuvor hatte Maurel Et Prom Perú SAC die Konzession von Hocol Perú übernommen. Viele Einwohner fürchten eine mögliche Umweltverschmutzung durch die Bergbauaktivitäten. Unter den ablehnenden Organisationen sind auch mehrere Ureinwohner-Organisationen, darunter der Bund der Aguaruna-Gemeinschaften des Nieva-Flusses.

    Doch nicht nur die Bergbauaktivitäten selbst werden abgelehnt, es wird auch kritisiert, dass die im Übereinkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation ILO festgelegte Konsultation der betroffenen Gemeinschaften nicht stattgefunden hat. Bis heute konnte sich der peruanische Kongress allerdings noch nicht über ein entsprechendes Konsultationsverfahren einigen. Peru hat das Übereinkommen 196 ratifiziert.

    Wie aus dem Krisenreport der Volksanwaltschaft hervorgeht, gibt es aber auch Ureinwohner, die den Bergbau in ihrem Gebiet befürworten. Ein Dialog ist im Moment noch nicht abzusehen.

    Bei den Indígena-Protesten am vergangenen 22. Februar stand auch das Thema „Maurel Et Prom Perú SAC“ ganz oben auf der Protestagenda.

    Für den 19. März sind erste Gespräche zwischen 180 Indígena-Gesandten geplant, bei denen das Thema besprochen werden soll. Es ist davon auszugehen, dass sie sich gegen das Projekt aussprechen werden, was, sollte Maurel Et Prom Perú SAC auf seinem Projekt bestehen, vermutlich zu einer Radikalisierung des Konflikts führen würde.

    Das betreffende Gasvorkommen umfasst, wie aus dem Vertrag zwischen PERUPETRO und HOCOL PERU hervorgeht mit der Parzelle 116 die Provinz Datem del Marañón in Loreto, sowie Condorcanqui und Bagua in der Region Amazonas.

    Der vollständige Bericht der Defensoría del Pueblo kann hier eingesehen werden.

  • Lambayeque: 20 Ortschaften nach Erdrutschen von der Außenwelt abgeschnitten

    Mehrere Erdrutsche haben die Zufahrtswege zu mehr als 20 Ortschaften in der nordwestperuanischen Region Lambayeque praktisch unpassierbar gemacht. Das berichtet der peruanischen Zivilschutz. Betroffen sind hauptsächlich die Dörfer des Anden-Distriktes Cañaris en Lambayeque. Nach Angaben eines lokalen Radiosenders sind Fußmärsche von bis zu 12 Stunden notwendig, um Lebensmittel in die abgelegenen Ortschaften zu transportieren. Gestern hatte es mehr als 12 Stunden ununterbrochen geregnet, wodurch die Straße von Chiclayo an einigen Stellen verschüttet wurde. Mindestens 4.500 Personen sind davon betroffen.

  • Trotz Urteil des Verfassungsgerichts: Perus Gesundheitsministerium verteilt wieder die "Pille danach"

    Das peruanische Gesundheitsministerium (MINSA) wird die kostenlose Verteilung der „Pille danach“ schon bald wieder aufnehmen. Ein gestern veröffentliches Dekret des Ministeriums weist darauf hin, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO in einem offiziellen Schreiben zugesichert habe, die „Pille danach“ habe „keine abtreibende Wirkung“. Im vergangenen Oktober hatte das peruanische Verfassungsgericht entschieden, das Medikament dürfe nicht kostenlos verteilt werden, so lange nicht einwandfrei nachgewiesen werde, dass es keinerlei „abtreibende Wirkung“ hat. Begründet wurde das Urteil mit Artikel 2 Absatz 1 der peruanischen Verfassung, nach dem jede Person das Recht auf „Leben, Identität, moralische, physische und psychische Integrität“ hat, wobei der/die „Empfangene dann als Rechtsperson angesehen wird, wenn es um seinen/ihren Vorteil“ geht.

    Durch das Schreiben der WHO sieht das Gesundheitsministerium den einwandfreien Nachweis erbracht.

    Mehrere Richter des Verfassungsgerichtes kritisierten das Dekret und riefen die ursprünglichen Kläger zu einer neuen Klage auf.

    Es ist davon auszugehen, dass der Streit damit noch an seinem Anfang ist. Bei einer Pressekonferenz in Cusco stellte sich Premierminister Javier Velásquez Quesquén hinter die Entscheidung des Gesundheitsministeriums.

  • "Überrascht und fassungslos": angeblich todkranker Ex-Fernsehmacher feiert Begnadigung am Strand

    „Überrascht und fassungslos“ fühle er sich, so gestern der peruanische Präsident Alan García gegenüber dem peruanischen Nachrichtensender Canal N. Grund für die Äußerung: Wiederholt wurde der ehemalige Fernsehunternehmer José Enrique Crousillat, der in den 90er Jahren die redaktionelle Linie des peruanischen Kanal 4 (América TV) an das Fujimori-Regime verkauft hatte, das auf diesem Wege eine Reihe von Verleumdungskampagnen startete, von Reportern dabei abgelichtet, wie er vergnüglich am Stand in der Sonne badete oder in guten Restaurants speiste. Nun ist das allein noch keinen Grund, einen Präsidenten vom rhetorischen Schlage Alan Garcías aus der Fassung zu bringen. Aber: Vor wenigen Monaten war es der peruanische Präsident selbst gewesen, der Crousillat aus humanitären Gründen begnadigt hatte. Zuvor hatten mehrere Ärzte festgestellt, der 77jährige leide an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, woraufhin eine Kommission des peruanischen Kongresses die Begnadigung „aus humanitären Gründen“ empfohlen hatte. Eben diese Gutachten sollen nun noch einmal überprüft werden.

    Die Opposition im peruanischen Parlament hatte bereits direkt nach der Begnadigung Unregelmäßigkeiten beklagt.

  • INC: Camino Inka nach Machu Picchu ab 1. April wieder begehbar

    Ab 1. April soll der Weg nach Machu Picchu auch über den berühmten Inka-Weg (Camino Inka) wieder möglich sein. Das gab gestern Cecilia Bákula Bubge, Direktorin des peruanischen Kulturinstitutes INC, am Rande einer Veranstaltung in Cusco bekannt. Teile des Weges waren während der schweren Regenfälle der vergangenen Monate beschädigt worden, sodass dieser an manchen Abschnitten nur schwer passierbar war.

    Manu-Nationalpark-Touristen evakuiert

    Mit Kleinflugzeugen mussten 24 Besucher des peruanischen Manu-Nationalparks (Region Madre de Dios) evakuiert werden. Zuvor hatten nach Angaben der Agentur ANDINA mehrere Erdrutsche die Straße von Paucartambo zum Nationalpark unpassierbar gemacht. Neben den Touristen wurden auch 10 einheimische evakuiert, darunter drei Mütter kurz vor der Niederkunft.