• Ambo / Huanuco: Erdrutsche fordern über 28 Todesopfer

    Porvenir nach dem Erdrutsch. Bild: ANDINA
    Porvenir (Dist./Prov. Ambo) nach dem Erdrutsch. Bild: ANDINA

    Bei mehreren Erdrutsche kamen gestern in der peruanischen Provinz Ambo (Region Huanuco) mindestens 28 Menschen ums Leben. Das berichtet der peruanische Zivilschutz. Zunächst hatte ein Erdrutsch das 450-Einwohner-Dorf Porvenir (Distrikt Ambo) weitgehend zerstört und 23 Personen in den Tod gerissen. Im nahegelegenen Cancejos (Dist. Chinchao / Prov. Huanuco) starben fünf Personen, darunter ein Kind im Alter von 6 Jahren, als eine Schlammlawine ihr Dorf überrollte. Insgesamt 600 Menschen verloren nach Schätzungen des Zivilschutzes ihr Dach über dem Kopf, 120 Häuser wurden zerstört. Noch immer gelten 25 Personen als vermisst, weswegen die Summe der Opfer noch steigen könnte. 50 Personen werden wegen ihrer Verletzungen noch behandelt.

    Mit Hilfe von Polizei, Militär, der Regionalregierung und der Feuerwehr haben inzwischen die Aufräumarbeiten begonnen.

    Cancejos (Chinchao / Huanuco) nach dem Erdrutsch. Bild: ANDINA
    Cancejos (Chinchao / Huanuco) nach dem Erdrutsch. Bild: ANDINA.

    Nach Angaben des Zivilschutzes hatten starke Regenfälle die Erde zum rutschen gebracht. Zudem seien die Flüsse Huertas und Huallaga über die Ufer getreten.

    Die Provinz Ambo liegt im Süden der Region Huanuco und hat rund 55.483 Einwohner.

  • Machu Picchu wieder offen

    Seit vergangenem Donnerstag ist das peruanische „neue Weltwunder“ Machu Picchu wieder für den Publikumsverkehr geöffnet. Im Beisein angeheuerter Stars wie der Schauspielerin Susan Sarandon, sowie mehrerer Minister durften erstmals nach mehreren Wochen wieder tausende Touristen die historische Inca-Stadt betreten. Machu Picchu, sowie mehrere umliegende Dörfer waren über Wochen hinweg praktisch von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem starke Regenfälle, und über die Ufer getretene Flüsse Teile der Bahnstrecke, zahlreiche Häuser und Felder, sowie den weltberühmten „Inka-Weg“ beschädigt und zerstört hatten.

    Nach Angaben des peruanischen Verkehrs- und Kommunikationsministeriums MTC soll bis zum 30. Juni die Bahnstrecke nach Machu Picchu vollständig wiederhergestellt sein.

  • Tacna: Peruanischer Neonazi gründet "INCA"-Partei

    Unglaublich, aber wahr: Nach Recherchen der Investigativjournalismussparte der peruanischen Menschenrechtsorganisation IDL hat es im südperuanischen Tacna – an der Grenze zu Chile – ein Bekannter Neonazi und Antisemit geschafft, eine Partei bei der Wahlbehörde JNE anzumelden. Ricardo de Spirito B., in der lokalen Boulevardpresse „Adolf Hitler von Tacna“ genannt tat sich in der Vergangenheit vorwiegend damit hervor, Verschwörungstheorien über den Zionismus, US-Imperialismus und Kommunismus zu verbreiten, die, so de Spirito in einem seiner Artikel, gemeinsam mit den Freimaurern „Peru von der Landkarte verschwinden lassen“ wollen, um an das „Wasser des Titicaca“, an das „Gas von Camisea“ (Eine peruanische Erdgasfundstelle), an das „Gold von Tacna und Puno“, sowie an die „Litiumvorräte“ zu kommen. Dagegen stellt er eine Mischung aus Rassismus, Antisemitismus, einer konstruierten Inca-Abstammung seiner Anhänger, sowie pseudochristlichem Extremismus, den er „christnationalismus“ nennt. Stimmt die Information von IDL-Reporteros, ist das Parteisymbol ein Hakenkreuz. Bereits in der Vergangenheit waren Parteiangehörige beim „Gruß“ der „Parteifahne“ im Stile eines Hitlergrußes fotografiert worden.

    De Spirito saß nach Angaben von IDL bereits für mehrere Monate wegen Verleumdung im Gefängnis. Mehrmals hatte er zudem die Demokratie öffentlich in Frage gestellt. Die Anmeldung seiner Grupierung wirft vor allem ein schlechtes Licht auf die Wahlbehörde JNE. Nach peruanischem Recht können Parteien, die die Demokratie als solche in Frage stellen, verboten werden. Nach Angaben der Wahlbeobachterorganisation Transparencia handelt es sich bei „Igualdad Nacional Cristiana Autónoma“ (INCA) um die pseudodemokratische Fassade einer Terrororganisation.

  • Peruanisches Staatsfernsehen TV Peru jetzt digital

    Das peruanische Staatsfernsehen TVPeru ist seit gestern in der peruanischen Hauptstadt Lima auch digital-terrestrisch empfangbar. Im Rahmen eines Festaktes drückte Präsident Alan García feierlich den Knopf, durch den in Zukunft das Programm des Senders in höherer Bild- und Tonqualität empfangbar ist.

    Im vergangenen Jahr hatte sich Peru nach langer Testphase entschieden, den japanisch-brasilianischen Digitalfernsehstandart ISDB-T einzuführen.

    Bis auf weiteres wird TVPeru – nicht zuletzt wegen der noch nicht erfolgten Umstellung hunderter Lokalstationen des Senders – auch seinen angestammten Platz auf dem analogen Kanal 7 beibehalten.

    Für die Umstellung der Programminhalte auf Digitale Formate hat das peruanische Transport- und Kommunikationsministerium 6 Millionen Nuevos Soles bereitgestellt.

  • Carabaya / Puno: 12 Bergleute sterben bei Erdrutschen

    Mehrere Erdrutsche haben in der peruanischen Provinz Carabaya (Puno)  zwölf Bergleuten das Leben gekostet. Das berichtet Pachamama Radio.

  • Land unter in Pucallpa nach 6 Stunden Dauerregen

    Erdrutsch in der Provinz Padre Abad. Bild: INDECI/TerraMetrics/Google
    Erdrutsch in der Provinz Padre Abad. Bild: INDECI/TerraMetrics/Google

    Ein sechsstündiger Dauerregen hat gestern im ostperuanischen Pucallpa (Region Ucayali) mehrere Straßenzüge komplett unter Wasser gesetzt. Das berichtet der peruanische Zivilschutz INDECI. Obwohl das Wasser inzwischen etwas zurück ging, sind nach Angaben des Leiters des Zivilschutzes Ucayali, Augusto Manco Pisconti, noch immer Teile der Straßen Jirón Unión, Jirón Augusto B. Leguía und der Avenida Sáenz Peña unpassierbar.

    Die Regenfälle hatten gestern gegen 11 Uhr Ortszeit begonnen und halten bis zur Stunde an, haben aber stark nachgelassen. Neben dem Zivilschutz ist auch die Feuerwehr im Einsatz, um das Wasser aus Häusern abzupumpen.

    Bereits am Montag hatten starke Regenfälle den Yuracc Yacu-Fluss in der Provinz Padre Abad (Region Ucayali)über die Ufer treten lassen. Zudem kam es zu Erdrutschen, wodurch an fünf Stellen die Federico Basadre-Straße für mehrere Tage unpassierbar wurde. Seit dem Einsturz einer Fußgängerbrücke ist zudem die Ortschaften Chancadora Baja y Alta, sowie große Teile der Provinz Padre Abad von der Außenwelt weitgehend abgeschnitten.

  • Chachapoyas: Kunst-Studenten protestieren gegen Hochschulschließung

    Studenten der Kunsthochschule Chachapoyas sammeln Unterschriften. Bild: MPCH
    Studenten der Kunsthochschule Chachapoyas sammeln Unterschriften. Bild: MPCH

    Setzt sich die Leitung der peruanischen Schule der schönen Künste (ENSABAP) durch, sitzen bald über 40 Studenten, die in zwei Wochen das neue Semester beginnen wollten, auf der Straße. In einem Brief setzte der Bildhauer und ENSABAP-Universitätsleiter Víctor Delfín Paredes die Kunsthochschule Chachapoyas darüber in Kenntnis, dass die Gründungsurkunde aus dem Jahr 2005 für ungültig erklärt wurde. Die Kunsthochschule, bisher hauptsächlich von der Regionalregierung Amazonas finanziert, könnte zwar weitergeführt werden, dürfte aber keine Universitätszertifikate mehr ausstellen.

    Die ENSABAP-Universitätsleitung argumentiert, das höchste Gremium der Universität habe der Gründung einer Kunsthochschule in Chachapoyas nie zugestimmt, die Urkunde trage nur die Unterschrift des Direktors. Nach Angaben der Regionalregierung Amazonas war dies allerdings im Moment der Gründung der Kunsthochschule Chachapoyas ausreichend. Egal, wer sich am Ende durchsetzt, verlieren werden die Studentinnen und Studenten, deren Semester schon bald beginnen sollte. Auch für die Studienbewerber sieht es schlecht aus, die Aufnahmeprüfung wurde vorläufig abgesagt.

    Die noch-Studenten aus Chachapoyas haben derweil auf der Plaza der Stadt eine Mahnwache eingerichtet. Zudem werden Unterschriften gegen die Schließung gesammelt, die Universitätsleiter Delfín Paredes übergeben werden sollen. Auch die Regionalregierung Amazonas, die Stadtverwaltung von Chachapoyas, sowie zahlreiche Gewerkschaften und Gruppen unterstützen die angehenden Künstler. Eine Delegation ist inzwischen unterwegs in die peruanische Hauptstadt Lima, um im Bildungsministerium für die Fortführung der Kunsthochschule zu kämpfen.

    "UNIDAD EN LA VARIEDAD" – Ausstellung der ESNABAP Chachapoyas. Foto: D. Raiser

    Als ultima ratio hat inzwischen die Universität Toribio Rodriguez de Mendoza Chachapoyas angeboten, die Kunsthochschule Chachapoyas als Kunstfakultät unter ihre Fittiche zu nehmen.

    Obwohl erst vor fünf Jahren gegründet, konnte die die Kunsthochschule Chachapoyas schon mehrere hochkarätige Ausstellungen realisieren. Zuletzt hatte im vergangenen Jahr eine Ausstellung von Werken der Studierenden und Lehrenden über die Zusammenstöße zwischen der Polizei und Ureinwohnern der Region Amazonas einiges Aufsehen erregt. Die Ausstellung wanderte nach mehreren Monaten in einem Kunstmuseum in Chachapoyas durch verschiedene Regionen Perus. Von einer Schließung der Kunsthochschule wären auch mehrere Awajún und Huampis betroffen, Indígena aus dem Norden der Region Amazonas, die dort studieren.

    Allein der erst kürzlich eingeweihten Sitz der Kunsthochschule in Chachapoyas inklusive seiner fünf Ateliers und Hörsäle hatte 800.000 Nuevos Soles gekostet – über 200.000 Euro.

  • Chupaca / Junín: Marienbild im Astloch pünktlich zur Karwoche

    "Virgen de la Guinda" in Chupaca (Huancayo). Bild: ITV/Enlace Nacional.
    "Virgen de la Guinda" in Chupaca (Huancayo). Bild: ITV/Enlace Nacional.

    Eine angebliche Erscheinung der Jungfrau Maria zieht im peruanischen Chupaca nur wenige Tage vor Beginn der Karwoche tausende Besucher an. Das berichtet Enlace Nacional. In einem privaten Garten war unter einem abgebrochenen Ast ein Bruchrelief zum Vorschein gekommen, das aus einigem Abstand stark an traditionelle Marienbilder erinnert. Seitdem pilgern zahlreiche Menschen zu dem Baum, auch der Erzbischof von Huancayo Pedro Barreto nahm den Ort in Augenschein. Er sei erstaunt darüber, wie das Naturphänomen die Jungfrau Maria hervorgebracht habe, so Barreto gegenüber RPP. Dass es sich hier um ein Wunder handle, könne er aber nicht sagen, so Barreto weiter.

    Der Baum wurde inzwischen abgesperrt und mit einem Schutzgitter versehen. Noch immer bringen Gläubige aus der Umgebung Blumen und zünden Kerzen an. Wie Enlace Nacional berichtet sind bereits erste Geschäftsleute aufmerksam geworden. So gab es schon wenige Stunden nach dem Bekanntwerden des inzwischen als „Virgen de la Guinda“ bekannten „Wunders“ gerahmte Fotos des Astloches zu kaufen. Luis Bastidas, Bürgermeister von Chupaca, kündigte an, den Baum als Kulturgut unter Denkmalschutz zu stellen.

    httpv://www.youtube.com/watch?v=wnNvUjFd0fI

  • Ticlio / Junín: Starke Schneefälle bringen Verkehr nach Huancayo zum erliegen

    Starke Schneefälle auf dem Ticlio-Pass der peruanischen Carretera Central von Lima nach Huancayo haben den Verkehr in Richtung La Oroya weitgehend zum erliegen gebracht. Das berichtet die Nachrichtenagentur ANDINA. Reisende müssen auf beiden Seiten des Passes mit langen Staus und größeren Behinderungen rechnen. In der vergangenen Nacht wurde der Fahrzeugverkehr aus Sicherheitsgründen vorrübergehend ganz eingestellt.

    Der Ticlio-Pass liegt auf über 4.800 Metern über dem Meeresspiegel.

  • Peru 2009: 3.243 Tote bei 86.026 Verkehrsunfällen

    Obwohl noch immer sehr hoch, nahm die Zahl der Verkehrstoten auf peruanischen Straßen im vergangenen Jahr im Vergleich zum Jahr 2007 leicht ab. Das geht aus dem jüngsten Bericht über Verkehrssicherheit der peruanischen Volksanwaltschaft (Defensoría del Pueblo) hervor. Demnach kamen 2009 bei 86.026 offiziell registrierten Verkehrsunfällen insgesamt 3.243 Menschen ums Leben – was beinahe 10 Verkehrstoten pro Tag entspricht. Verletzt wurden 48.395 Personen.

    Allein in der Hauptstadt Lima verloren 635 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben. Jeder fünfte dieser Unfälle wurde von „Combis“, für den Personennahverkehr umgebauten Minivans, verursacht.

    Doch der Bericht stellt nicht nur diese Zahlen vor, die zumindest zaghaft in die richtige Richtung weisen, er gibt auch konkrete Hinweise, wo es Handlungsbedarf gibt. So sollte die Zusammenarbeit zwischen den Regionalregierungen und der Polizei gestärkt werden, so Eduardo Vega Luna von der peruanischen Volksanwaltschaft. Außerdem müsste so schnell wie möglich die Verkehrs- und Transportaufsichtsbehörde SUTRAN ihren Betrieb aufnehmen.

    Zu Beginn des vergangenen Jahre wurden in Peru die Strafen für Verkehrsdelikte drastisch erhöht. Zudem wurde eine Verkehrssünderdatei eingerichtet.