• Peru verbietet Beschäftigung minderjähriger in Bergbau und Chemie

    Das peruanische Frauen- und Sozialministerium MIMDES hat eine Liste von Arbeitsfeldern veröffentlicht, in denen in Zukunft keine minderjährigen mehr beschäftigt werden dürfen. Dazu gehören neben dem Abbau und der Verarbeitung von Mineralien auch Arbeitsfelder, in denen ein Kontakt mit chemischen Produkten, giftigen Gasen, sowie ätzenden und leicht brennbaren Stoffen oder Feuerwerkskörpern und Sprengstoffen nicht vermieden werden kann.

    Daneben wurden noch andere Felder als „gefährlich“ eingestuft, darunter Hochseefischen, Arbeiten unter Wasser, Arbeiten mit elektrischer Hochspannung oder mit einer Lärmbelästigung von über 60 Dezibel. Auch als Schaffner oder Kassierer in Bussen und Bahnen dürfen keine minderjährigen mehr eingesetzt werden.

  • APCI: Entwicklungshilfe für Peru trotz Wirtschaftskrise nicht gesunken

    Trotz der anhaltenden Finanzmarktkrise ging die Höhe der Entwicklungshilfe für Peru nicht zurück. Das gab heute der Exekutivdirektor der staatlichen peruanischen Entwicklungsagentur APCI, Carlos Pando, bekannt. Demnach wurden für diverse Projekte in Peru im vergangenen Jahr – ähnlich dem Vorjahr – 500 Millionen US$ bereitgestellt.

    Gleichzeitig erklärte Pando, Peru sei inzwischen nicht mehr nur Nehmerland, man sei auch selbst in der Entwicklungshilfe tätig, beispielsweise durch technische Unterstützung durch Agraringenieure in Guatemala und El Salvador.

  • Islay / Arequipa: Bergbaugegner räumen Panamericana, Premierminister kommt zum Dialog

    Die Gegner des Bergbauprojektes „Tía María“, die in der südperuanischen Provinz Islay (Region Arequipa) für fast eine Woche einen Abschnitt der Panamericana-Fernstraße besetzt gehalten hatten, haben die Blockade aufgegeben. Nach Angaben der Coordinadora Nacional de Radio (CNR) ist inzwischen eine Delegation der peruanischen Regierung vor Ort eingetroffen, um an einem runden Tisch mit den Bergbaugegnern zu sprechen. Die Delegation besteht unter anderem aus Premierminister Javier Velásquez, Umweltminister Antonio Brack, Landwirtschaftsminister Adolfo de Córdova, sowie Energie- und Bergbauminister Pedro Sánchez. Damit konnte vorerst eine Eskalation des Konfliktes verhindert werden.

    Zahlreiche Organisationen der Zivilgesellschaft, sowie politische Amtsträger wie der Bürgermeister des Distriktes Cocachacra, Juan Alberto Guillén López, fürchten, der Kupferabbau in der Provinz Islay könnte den bislang stärksten Wirtschaftszweig der Provinz, die Landwirtschaft, schädigen. Neben der Wasserverschmutzung durch Schwefelsäure fürchten die Anwohner ein Absinken des Grundwasserspiegels, da bis zum Bau eines eigenen Wasserreservoirs für „Tía María“ Wasser aus dem Boden gepumpt werden müsste.

    Schon kurz bevor sich der runde Tisch konstituiert hatte, begannen die Demonstranten mit der Räumung der Panamericana, die nicht nur durch tausende Menschen, sondern auch mit Baumstämmen, Gestrüpp und Steinblöcken blockiert worden war. Allerdings befinden sich nach Angaben von Radio Yaraví (Arequipa) bis zum Zeitpunkt noch immer viele Demonstranten in der Nähe der Panamericana, ein klares Zeichen, dass man dem runden Tisch für Cocachacra und Umgebung keine schnelle Lösung zutraut.

    Das Zusammentreffen der Bergbaugegner und der Regierungsdelegation war möglich geworden, nachdem die peruanische Volksanwaltschaft, Angehörige der katholischen Kirche, sowie der Regionalpräsident von Arequipa, Juan Manuel Guillén Benavides, ein Aussetzen der Protestmaßnahmen für 24 Stunden aushandeln konnten.

    Bei einer Volksbefragung im Distrikt Cocachacra hatte sich im September 2009 90% gegen die Durchführung des Bergbauprojektes „Tía María“ ausgesprochen.

  • Islay / Arequipa: Eine Woche Generalstreik gegen Bergbauprojekt "Tía María"

    Seit nun einer Woche sind Bewohner mehrerer Distrikte der südperuanischen Provinz Islay (Region Arequipa) im Generalstreik und besetzen einen Abschnitt der Panamericana-Fernstraße. Die Menschen der Provinz, in der 30% der Bevölkerung über 14 Jahren von der Landwirtschaft lebt, fürchten eine mögliche Umweltverschmutzung durch das geplante Kupferabbauprojekt „Tía María“. Die peruanische Regierung hat signalisiert, Verhandlungen aufzunehmen, sobald die Streikenden die Panamericana Räumen. Diese aber trauen der Regierung nicht so recht, ob der Ankündigung nach einer Straßenräumung auch Taten folgen und fordern einen sofortigen runden Tisch vor Ort unter Beteiligung des peruanischen Premierministers Javier Velásquez Quesquén, sowie der Minister für Energie und Bergbau, Landwirtschaft und Umwelt.

    Schon bald könnte der Konflikt eskalieren, der peruanische Nachrichtensender RPP berichtet, es wären bereits 3.000 Polizisten auf der nahegelegenen Luftwaffenbasis La Joya eingetroffen. Inneminister Salazar wirft Angehörigen verschiedener politischer Gruppierungen aus dem extremen rechten und linken Sektor vor, die Menschen aufzuwiegeln und zur Gewalt aufzurufen. Gleichzeitig gab er bekannt, die Einsatzpläne der Polizei für eine Räumung der Straße seien bereits ausgearbeitet.

    Derweil schaltete das peruanische Innenministerium einen Fernsehspot gegen die Straßenblockierer – der schlimme Erinnerungen an die Zusammenstöße bei Bagua im vergangenen Juni wach werden lässt. Damals hatte die Regierung in einem Fernsehspot versucht, Demonstranten als wildgewordene Horde darzustellen, die dem ganzen Land ihren Willen aufzwingen wollen. Im neuen Fernsehspot wird die derzeitige Straßenblockade als „politische Offensive“ der Opposition dargestellt.

    Eigentlich hatte heute eine öffentliche Aussprache über die Umweltverträglichkeitsprüfung des Bergbauprojektes „Tía María“ des Unternehmens Southern Peru stattfinden sollen – sie wurde wegen des Streiks vorerst vertagt.

    Auf beiden Seiten der Straßenblockade haben sich inzwischen lange Fahrzeugschlangen gebildet, auf Vermittlung der peruanischen Volksanwaltschaft (Defensoría del Pueblo) wurde heute, wie der Radiosenderverbund CNR berichtet, für zwei Stunden die Sperrung aufgehoben, wodurch zumindest einige Fahrzeuge nach Tagen ihre Reise fortsetzen konnten. Volksanwältin Beatriz Merino erklärte den Anführern der Straßenblockade zudem, dass Straßenblockaden illegal sind. Dennoch beschlossen diese, die Blockade weiterzuführen.

  • Test neuer Panzerabwehrraketen geht schief: Peruanische Kongressabgeordnete verletzt

    Beim Test einer neuen Panzerabwehrrakete nördlich der peruanischen Hauptstadt Lima wurde die Kongressabgeordnete Mercedes Cabanillas verletzt. Das berichtet der Nachrichtensender RPP. Demnach wurde mit dem Waffensystem, das nach Angaben von RPP von einem israelischen Unternehmen produziert wurde, zuerst ein erfolgreicher Test bei Tageslicht durchgeführt. Bei dem Test in der Dunkelheit viel das Geschoss plötzlich zu Boden, sprang wieder in die Luft und blieb dann liegen. Aus Angst vor einer Explosion begannen die Anwesenden – darunter neben zahlreichen Journalisten auch der Geschäftsführer des Unternehmens, mehrere Kongressabgeordnete, sowie Verteidigungsminister Rey – in der Dunkelheit panisch wegzurennen. Dabei stürzte, wie RPP berichtet, die Kongressabgeordnete Mercedes Cabanillas (APRA) und wurde von Personen, die hinter ihr gestanden waren, überrannt.

  • Minderheitsbericht der Bagua-Kommission: Innenministerin Cabanillas trägt Mitschuld an Zusammenstößen

    Das peruanische Innenministerium, damals geführt von der Apra-Politikerin Mercedes Cabanillas, trifft einen Teil der Schuld an dem gescheiterten Versuch der peruanischen Polizei, am vergangenen 5. Juni eine Straßenblockade in der Nähe der nordperuanischen Stadt Bagua Grande zu räumen, bei dem mehr als 30 Menschen ihr Leben verloren. Das geht aus dem Minderheitsbericht der Bagua-Untersuchungskommission hervor, der gestern von Kommissionspräsident Jesús Manacés gemeinsam mit der Ordensschwester Mari Carmen Gómez vorgestellt wurde. In dem 137-Seiten Dokument (ohne Anhang) wird der Weg zum Konflikt um eine Reihe politischer Entscheidungen, von denen verschiedene Ureinwohner (Indígena)-Gruppierungen ihre Rechte beschnitten sahen dargestellt, der schließlich am 5. Juni 2009 eskalierte, als die Polizei versuchte den als „Teufelskurve“ bekannt gewordenen Straßenabschnitt der Fernando Belaúnde Terry-Straße bei dem Örtchen Siempre Viva zu räumen. Minuziös wird die Abfolge der Ereignisse dargestellt. Dabei wird auch auf den kulturellen Hintergrund der unter anderem im Norden der Region Amazonas lebenden Awajún und Wampis (auch: Huampis) eingegangen.

    Einer der Schlüsse, zu dem das Dokument kommt, ist die Mitschuld des peruanischen Innen- und Verteidigungsministeriums. Beide hätten in den Tagen um den 5. Juni entweder gar nichts, oder das falsche getan. Große Verantwortung für die Geschehnisse fanden die Verfasser auch bei Polizeigeneral Muguruza, dem sie unter anderem die schlechte Planung, Vorbereitung und Durchführung der Straßenräumung vorwerfen. Überhaupt wird wiederholt kritisiert, dass kurz vor dem Einsatz der Polizeigeneral Uribe, der mit der Situation und dem Terrain vertraut war, seinen Platz für Muguruza räumen musste, obwohl er bereits Vortschritte bei den Verhandlungen mit den Straßenblockierern erreicht hatte. Auch wird auf die Tatsache hingewiesen, dass trotz der Ankündigung der Indígena, die Straße am 5. Juni friedlich zu räumen, der Polizeieinsatz von Anfang an übereilt durchgeführt wurde.

    Schließlich finden sich auch im Minderheitsbericht der Untersuchungskommission Empfehlungen, wie ähnliche Probleme in Zukunft vermieden werden können.

    Die Kommissionsmehrheit hatte bereits Anfang des Jahres einen Untersuchungsbericht vorgelegt, Manacés und Gómez hatten diesen allerdings scharf kritisiert – vor allem wegen zahlreicher Schuldzuschreibungen gegen kirchliche Einrichtungen und der angeblichen Manipulation der Indígena durch Organisationen aus dem Ausland. In einem offenen Brief hatten sie 43 Gründe für ihre Nichtunterzeichnung des Untersuchungsberichtes öffentlich gemacht. Nach mehrmonatiger Arbeit legten sie nun ihren Minderheitsbericht vor.

    Eine Zusammenfassung des Berichtes können Sie hier herunterladen. Das komplette Dokument gibt es bei der CNR.

  • San Antonio de Putina / Puno: Zwei Bergleute von Fels erschlagen

    Zwei Kumpel im Alter von 22 und 29 Jahren verloren ihr Leben, als gestern Morgen gegen 8 Uhr im San Andrés-Bergwerk (Distrikt Ananea / Provinz San Antonio de Putina / Region Puno) mehrere Felsblöcke abbrachen und die beiden Bergleute unter sich begruben. Das berichtet die Staatsanwaltschaft Ananea – La Rinconada.

    Das San Andrés-Bergwerk liegt in der Nähe Lunar de Oro, ein Ort, der ebenso wie „La Rinconada“ für ungesicherten und weitgehend illegalen Bergbau traurige Berühmtheit erlang hat. Im vergangenen Jahr waren ganz beim Einsturz des „Mendoza“-Stollen drei Kumpel verschüttet worden.

    Große Teile des Distriktes Ananea liegen über 4000 Metern über dem Meeresspiegel, dennoch leben in dieser unwirtlichen Gegend 20.572 Menschen. 70,4% der Bevölkerung über 14 Jahren arbeitet im Bergbau, der Restanteil beschäftigt sich hauptsächlich mit Zulieferung und dem Handel rund um die Minen. Nur ein verschwindend geringer Anteil (3,9%) geht einer Tätigkeit im Bereich Landwirtschaft nach. Allein in La Rinconada waren 2007 4.297 Personen im Bergbau beschäftigt, im wesentlich kleineren Cerro Lunar de Oro 1.136 – bei 2.075 Einwohnern insgesamt. Knapp die Hälfte der Einwohner des Distriktes Ananea ist mit der Quechua-Sprache aufgewachsen.

  • Chota wird Universitätsstadt

    Lange hatten sie davon geträumt, jetzt wird der Traum vieler Einwohner der nordperuanischen Andenstadt Chota (Provinz Chota, Region Cajamarca) wahr: Sie bekommen eine eigene Universität. Das berichten übereinstimmend die staatliche Nachrichtenagentur, sowie Radio Santa Mónica. Die neue Universität „Universidad Nacional Autónoma de Chota“, die in erster Linie technische Fächer beherbergen soll, geht aus einer Zweigstelle der Universität Cajamarca hervor und wird von der dem Orden der Augustiner-Rekollekten nahestenden Nichtregierungsorganisation Haren Alde unterstützt.

    Im peruanischen Kongress stimmten 76 Abgeordnete für die Gründung der Universität und damit 15 mehr als notwendig.

    Von der neuen Universität erhoffen sich ihre Planer ein soziales, kulturelles und vor allem ökonomisches Aufleben der Provinz Chota.

  • Perus Bevölkerung beklagt extreme Zuckerpreise

    Eine Verdopplung des Zuckerpreises innerhalb eines Jahres macht derzeit Perus Bevölkerung und Lebensmittelwirtschaft zu schaffen. Das Kilo Rohrzucker, im Februar 2009 in Lima noch für 1,32 Nuevos Soles zu haben, kostete im März 2,77 Nuevos Soles, aus Städten im Landesinneren – beispielsweise Chachapoyas – werden Preise von über drei Nuevos Soles gemeldet.
    Wie das staatliche Institut für Statistik und Informatik INEI meldet, das Monat für Monat Preisentwicklungsstatistiken veröffentlicht, stieg allein im März diesen Jahres der Preis des weißen, feinen Zuckers um 13,5% an, der Preis des Rohrzuckers um 12,1%. Die peruanische Regierung macht dafür Probleme im Ausland verantwortlich, besonders Überschwemmungen in Brasilien und einen hohen Weltmarktpreis. Wie die Tageszeitung „La República“ berichtet, haben erste Süßigkeitenfabrikanten und Bäckereien ihre Produktion gedrosselt. Verkäufer berichten, Kunden würden beim Kauf eher auf kleine Mengen zurückgreifen.

    Nach Angaben der Vereinigung peruanischer Zucker- und Biotreibstoffproduzenten APPAB lag wegen des El Niño-Effektes das Erntevolumen in diesem Sommer niedriger.

    Kritiker vermuten allerdings, dass der Preisanstieg dadurch verursacht wurde, dass Zuckerrohrproduzenten mehr verdienen, wenn sie das Zuckerrohr an Produzenten von Biotreibstoffen verkaufen.

  • La Convención / Cusco: Boot sinkt im Bajo Urubamba – vier Personen vermisst

    Mindestens eine Person kam ums Leben, als ein mit 20 Personen besetztes Boot im Distrikt Echarate (Provinz La Convención / Region Cusco) in den Fluten des Río Bajo Urubamba versank. Vier weitere Personen werden nach Angaben der Polizei noch vermisst. Das Boot war an einem Felsen zerschellt. 15 Personen konnten sich aus dem Wasser retten, die Leiche eines 8jährigen Kindes wurde einen Kilometer Flussabwärts gefunden.

    Polizei und Anwohner suchen noch immer nach den Vermissten.

    Das Schiff war in dem 613-Einwohner-Dorf Ivochote im Süden des Distrikts gestartet, um ins weiter nördliche Timpía zu fahren.