• Huarmey / Ancash: Anden-Bauern über 30 Tage verschollen

    Seit nun über 30 Tagen sucht die peruanische Polizei nach einer Gruppe von Bauern, die sich im vergangenen März auf die Suche nach ihrem gestohlenen Vieh gemacht hatten. Wie Angehörige der 6 verschollenen Bauern vor wenigen Tagen bei einem Treffen im peruanischen Kongress schilderten, hatten zuvor Viehdiebe eine hohe Anzahl Rinder aus ihrem Besitz gestohlen. Der Regionalvertreter des peruanischen Innenministeriums in der Provinz Recuay, Gobernador Calixto Tuya, hat inzwischen Taucher der peruanischen Marine angefordert, um den Grund mehrerer Stauseen in Recuay und der Nachbarprovinz Aija genauer unter die Lupe zu nehmen, in denen die Leichen der Bauern vermutet werden.

    Nach Angaben eines lokalen Radiosenders stammten die Bauern aus den Distrikten Cochapetí und Cotaparaco, die, so der Bericht weiter, häufiger von Viehdieben heimgesucht werden. Weiter wird berichtet, inzwischen seien die mit Blut überströmten Pferde der Bauern aufgetaucht.

    Demonstration angekündigt

    Für den kommenden Dienstag haben Angehörige der vermissten Bauern eine Demonstration angekündigt. Sie wollen damit von der Polizei und anderen Vertretern des Staates mehr Engagement bei der Suche nach ihren Angehörigen zu zeigen. Der Demonstrationszug soll zur Regionalhauptstadt Huaraz ziehen.

  • Qhapaq Ñan: Inka-Weg auf dem Weg zum Weltkulturerbe

    Teile des berühmten Wegenetzes der Inka-Kultur sollen den Weltkulturerbe-Status bekommen. Das zumindest möchte das staatliche peruanische Kulturinstitut INC erreichen. Bereits im September werde ein entsprechender Antrag bei der UNESCO eingereicht, so Lenka Figueroa, Koordinatorin des seit 2002 laufenden Qhapaq Ñan-Programms des INC.

    Dabei sollen aber auch mehrere Nachbarländer eingebunden werden, die zur Hochzeit der Inka Teile deren Reiches gewesen waren. So stellen derzeit neben Peru auch Ecuador, Kolumbien, Argentinien, Bolivien und Chile Informationen zusammen, um einen großen Teil der Inka-Wege als Weltkulturerbe anerkennen zu lassen.

    Binationale Routen sind beispielsweise die Abschnitte Aypate-Chamanal (Peru) – San José – Las Limas (Ecuador), sowie Cusco (Peru) – Desaguadero – La Paz (Bolivien).

    Der Qhapaq Ñan, in Peru auch als „Camino Inca“ bekannt, war und ist ein gigantisches und komplexes Wegenetz, das alle Teile und Enden des „Tahuantinsuyo“, also des Inka-Reiches, miteinander verbindet. Die Gesamtlänge wird auf über 50.000 Kilometer geschätzt, von denen rund 23.000 Kilometer heute auf peruanischem Boden liegen.

  • Peru erklärt den Zucker-Notstand

    Die peruanische Regierung hat für den Zucker-Sektor den Notstand ausgerufen. Das berichtet die amtliche Agentur ANDINA. Der Notstand gilt für 180 Tage. Grund für die Maßnahme ist der extreme Anstieg der Zuckerpreise auf dem peruanischen Markt. Die peruanische Zuckerindustrie macht dafür eine schlechte Ernte in anderen Zuckerproduktionsländern wie beispielsweise Brasilien verantwortlich.

  • La Oroya vor neuem Konflikt

    La Oroya in der peruanischen Region Junín steht vor einem neuen Konflikt. Das Bergbauunternehmen DoeRun kündigte nach Angaben der CNR an, wegen der angeblich angespannten wirtschaftlichen Lage die vor Monaten ausgesetzte Arbeit noch nicht wieder fortsetzen zu können. DoeRun, bekannt vor allem wegen der extrem langsamen Umsetzung von Maßnahmen zum Umweltschutz, riskiert damit erneute soziale Spannungen in dem als einem der verseuchtesten Orte der Welt bekannten Bergbauort La Oroya. Ursprünglich hatte sich Doe Run nach Angeben der CNR verpflichtet, am 30. April die Arbeit wieder aufzunehmen.

    Bei einem von Erzbischof Pedro Barreto Jimeno (Huancayo) in die Wege geleiteten Treffen zwischen dem Unternehmen und dem Energie- und Bergbauministerium, erklärten Führungskräften des Bergbauunternehmens, die rund 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnten ihre Arbeit unmöglich schon wieder aufnehmen.

  • Ein Jahr nach der Katastrophe: Amazonas bereitet sich auf "Baguazo"-Gedenkmarsch vor

    Die nordperuanische Region Amazonas wird den ersten Jahrestag der schweren Zusammenstöße zwischen Ureinwohnern, lokaler Bevölkerung und der Polizei, bei denen am vergangenen 5. Juni über 30 Menschen getötet wurden, mit einem Gedenkmarsch begehen. Das berichtet CNR.

    Zahlreiche Organisationen wie die Katholische Arbeitnehmerjugend, die Organisation der Menschen mit Behinderung, die Ortsgruppe der Journalistenvereinigung, mehrere Gewerkschaften sowie die Organisation der ehemaligen Wehrdienstleistenden haben ihre Teilnahme bereits zugesagt. Auch mehrere Parteien werden mit Vertretern vor Ort sein.

    Nach Angaben der Organisatoren wird der Gedenkmarsch in El Reposo starten und von dort zur „Teufelskurve“ ziehen, um am Ort des Geschehens den „Tag der Würde der Bevölkerung des Amazonasbeckens“ (día de la dignidad amazónica) zu begehen. Diesen Namen trägt der 5. Juni in mehreren peruanischen Regionen seit vergangenem Jahr, um den Opfern der Zusammenstöße zu gedenken.

    In den Wochen vor dem vergangenen 5. Juni hatten peruanische Ureinwohner (Indígena) über mehrere Wochen hinweg einen Abschnitt der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße besetzt, die Olmos auf der Westseite der Anden mit dem nordperuanischen Amazonasgebiet verbindet. Sie protestierten damit gegen Regierungsdekrete, durch die sie sich in ihren Rechten auf ihren Lebensraum beschnitten sahen. Als die Polizei am 5. Juni 2009 schlecht vorbereitet versuchte, die Straße gewaltsam zu räumen, starben zahlreiche Polizisten, Indígena und Mestizen. Weitere Polizisten wurden bei einer Racheaktion in einer von Indígena besetzten Erdölpumpstation getötet.

  • Kampf gegen die Pressefreiheit: Radio Horizonte seit 6 Monaten mit Maulkorb

    Der beschlagnahmte Richtfunksender. Bild: D. Raiser / Infoamazonas.de
    Der beschlagnahmte Richtfunksender. Bild: D. Raiser / Infoamazonas.de

    Ein halbes Jahr ist es nun her, dass das peruanische Verkehrs- und Kommunikationsministerium (MTC) den diözesanen Radiosender Radio Horizonte in Chachapoyas (Region Amazonas) ohne Grund schloss und einen für den Betrieb notwendigen Richtfunksender beschlagnahmte. Obwohl die Staatsanwaltschaft bereits Ende letzten Jahres alle Vorwürfe des Ministeriums gegen Radio Horizonte fallen gelassen hatte, wurde das beschlagnahmte Gerät noch immer nicht zurückgegeben. Der Richtfunksender ist notwendig, um das Radiosignal aus dem Studio zur Sendeanlage zu übertragen. Für den Betrieb eines solchen Richtfunksenders ist eine Genehmigung notwendig – über die Radio Horizonte verfügt. Ein Beleg aus dem Jahr 2007 zeigt zudem, dass alle dafür nötigen Zahlungen rechtzeitig vorgenommen wurden.

    Der Fall Radio Horizonte ist eines der markantesten Beispiele, wie unwichtig die Pressefreiheit für die Regierung des Präsidenten Alan García ist – beziehungsweise wie wichtig es für sie ist, regierungskritische Medien mundtot zu machen. Unabhängige Berichterstattung von außerhalb der Hauptstadt Lima ist offensichtlich spätestens seit dem „Baguazo“ unerwünscht.

  • Calca / Cusco: Lastwagen stürzt in die Tiefe – acht Tote

    Lastwagen nach Unfall in Calca / Cusco.  Foto: ANDINA / Percy Hurtado
    Lastwagen nach Unfall in Calca / Cusco. Foto: ANDINA / Percy Hurtado
    Ein von der Straße abgekommener Lastwagen hat gestern in der peruanischen Provinz Calca (Region Cusco) acht Menschen in den Tod gerissen. Das berichtet die Polizei Cusco. Der Unfall ereignete sich auf der Route Calca-Quebrada-Lares, als der noch nicht identifizierte Fahrer des mit 25 Personen beladenen Lastwagens aus noch ungeklärter Ursache die Spur nicht mehr halten konnte. Das Fahrzeug stürzte mehrere Meter in die Tiefe und blieb im Cochoc-Bach liegen.

  • Cañete / Lima: Zweitgrößtes peruanisches Wasserkraftwerk "El Platanal" eingeweiht

    Im Beisein des peruanischen Präsidenten Alan García wird heute das zweitgrößte Wasserkraftwerk Perus, „El Platanal“, eingeweiht. Es wurde in den vergangenen Jahren bei San Juanito im Distrikt Zúñiga (Provinz Cañete / Region Lima) gebaut und soll jährlich 1,1 Millionen Megawattstunden Strom produzieren. Die Baukosten betrugen nach Angaben eines Regierungssprechers 330 Millionen US$.

    Der dazugehörige Stausee liegt auf 4.200 Metern über dem Meeresspiegel im Distrikt Tanta (Provinz Yauyos) und fasst bis zu 70 Millionen Kubikmeter Wasser.

    Ein Werbevideo des Betreibers:
    httpv://www.youtube.com/watch?v=6cGV_gc7yOc

  • Erdbebenserie erschüttert Moyobamba

    Erdbeben bei Moyobamba am 21.4.2010. Bild:IGP
    Erdbeben bei Moyobamba am 21.4.2010. Bild:IGP
    Zwei Erdbeben der Stärke 4,2 und 4,3 auf der Richterskala haben gestern Nachmittag das im Nordosten Perus gelegene Moyobamba (Region San Martín) erschüttert. Das meldet das peruanische Geologische Institut (IGP). Zuerst hatte gegen 11:08:29 Uhr Ortszeit ein Erdbeben der Stärke 4,3 mit Epizentrum zwischen Moyobamba und Rioja in einer Tiefe von 55 Kilometern die Erde wackeln lassen, um 16:58:34 Uhr ließ ein zweites Beben mit der Stärke 4,2 auf der Richterskala mit Epizentrum 28 Kilometer südöstlich von Moyobamba in einer Tiefe von 25 Kilometern Moyobamba und Umgebung erzittern. Über Schäden ist noch nichts bekannt.

    Im Jahr 2005 hatte ein Beben der Stärke 5 in der Umgebung von Moyobamba und selbst in angrenzenden Regionen zahlreiche Häuser zum Einsturz gebracht.

    Vor der peruanischen Küste schiebt sich die Nazca-Platte unter die südamerikanischen Platte und falten so das Anden-Gebirge auf, weswegen es sehr häufig zu Erdbeben kommt.

  • Nach Aufräumarbeiten: Straße zum Manu-Nationalpark wieder befahrbar

    Abenstimmung im Nationalpark Manu. Foto: Andina / Archivo
    Abenstimmung im Nationalpark Manu. Foto: Andina / Archivo

    Nach mehr als einem Monat Sperrung ist die Straße zum peruanischen Nationalpark Manu, die Route Paucartambo – Kosñipata – Manu, wieder befahrbar. Das gab der Chef der Nationalparkverwaltung, Vladimir Ramírez Prada, gestern bekannt. Die Straße war auf einer Länge von fast 40 Kilometern unbefahrbar gewesen, nachdem die Straße an mehreren Stellen von durch starke Regenfälle ausgelöste Erdrutsche verschüttet worden war. Zahlreiche Touristen und Einheimische mussten über eine Luftbrücke ausgeflogen werden.

    Der Nationalpark Manu, der auf der Grenze der südostperuanischen Regionen Cusco und Madre de Dios liegt und mehrere Zuflusstäler des Manu-Flusses umfasst, zeichnet sich durch seine unberührten wilden Regenwälder, sowie über 850 seltene Vogelarten aus. Auch Jaguare, Riesengürteltiere, sowie verschiedene Krokodilarten werden häufig gesichtet. Er bedeckt eine Fläche von 1,7 Millionen Hektar Land. Zudem zieht er sich von 150 Höhenmetern auf über 4.000 Höhenmeter hin.