Kategorie: Wirtschaft

Aktuelles aus der peruanischen Wirtschaft, sowie der Wirtschaftspolitik.

  • Peru: Kongress beschließt Indígena-Konsultationsgesetz

    Der peruanische Kongress hat nach kurzer Debatte ein Indígena-Konsultationsgesetz beschlossen. Konsultiert werden müssen – das heißt, um ihre Meinung gebeten werden – in Zukunft die „indigenen oder ursprünglichen Völker, deren kollektive Rechte durch einen Gesetzes- oder Verwaltungsakt direkt betroffen sein können“. Insgesamt 113 der 130 Kongressabgeordneten stimmten für das Gesetz, mit dem Peru das vor über 10 Jahren ratifizierte Übereinkommen 169 der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) reglementiert. Nun muss Präsident Humala den Text prüfen und unterzeichnen. Damit müssen Indigena künftig beispielsweise bei Gesetzen zur Forstwirtschaft oder zu Bergbau- und Ölförderlizenzen vorab um eine Stellungnahme gebeten werden.

    Mitte Mai hatte der Kongress nach langer Debatte schon einmal ein solches Konsultationsgesetz beschlossen. Der damalige Präsident Alan García verweigerte aber die Unterschrift – es trat nie in Kraft. García fürchtete, das Gesetz könnte den Indígena die Möglichkeit einräumen, Gesetzesvorhaben vollständig zu stoppen, obwohl Rechtsexperten und Volksanwaltschaft wiederholt unterstrichen, dass dies so nicht möglich sei. Interessanterweise wurde das Gesetz diesmal von einer zweiten Abstimmung ausgenommen. Diese ist normalerweise vorgesehen, um – ob des Fehlens einer zweiten Parlamentskammer – für eine bessere Qualität der Gesetze zu sorgen.

    Zurück geht das verabschiedete Gesetz auf eine Vorlage der peruanischen Volksanwaltschaft aus dem Jahr 2009. In einem Punkt unterscheidet es sich aber fundamental. So war in der Ursprungsfassung vorgesehen, eine staatliche Behörde – die bestehende Indigenen- und Afroperuanerbehörde INDEPA – solle sich um die Identifizierung relevanter Ansprechpartner von Seiten der Indígena kümmern. Der neue Text definiert dagegen, was „indigene und ursprüngliche Völker“ sind, räumt diesen dann aber selbst die Freiheit ein, Ansprechpartner „über ihre repräsentativen Institutionen und Organisationen, die nach ihren Bräuchen und der traditionellen Gewohnheit gewählt / bestimmt werden“ selbst zu bestimmen. Diese Informationen sollen dann zu einer zentralen INDEPA-Datenbank zusammengeführt werden, auf die staatliche Stellen zurückgreifen können, wen sie für welche Entscheidung konsultieren müssen. Neben den Ansprechpartnern wird die Datenbank dann auch eine Liste der vor Ort gesprochenen Sprachen enthalten. Damit dann die Kommunikation funktioniert, sollen auch Kontaktdaten von Übersetzern, sowie Hinweise auf kulturelle Grundlagen aufgenommen werden.

    Eduardo Nayap Kinin,  selbst Indígena Awajún und Abgeordneter aus der Region Amazonas, sprach im Zusammenhang mit dem Konsultationsgesetz von einem „patriotischen Akt“, der zeige, dass soziale Inklusion in Peru möglich sei. Nun werde er sich dafür einsetzen, dass es auch durchgesetzt werde. Nayap Kinin hatte sich in den vergangenen Wochen für die Wiederaufnahme der Verhandlungen über das Gesetz stark gemacht. Die nun erfolgte Entscheidung sei ein wichtiges Signal an die „amazonischen und andinen Völker, die nun keine Bürger zweiter Klasse mehr sind, sondern mit allen Rechten Teil Perus“.

    Marisol Pérez Tello von der Oppositionspartei Alianza por el Gran Cambio sprach von einer „historischen Schuld“, die man mit dem Gesetz zumindest angegangen sei. Zudem begrüßte sie es, dass in einer Frage solcher Wichtigkeit im Kongress ein Konsens gefunden werden konnte. Skurril war auch die Haltung der Fujimoristen-Fraktion. Obwohl bislang stets gegen das Konsultationsgesetz, stimmten nun alle Abgeordneten nun dafür. Der Grund: Fujimori habe schließlich in den 90er Jahren das Übereinkommen 169 ILO unterzeichnet.

    Die Befürworter des Konsultationsgesetzes erhoffen sich nun – wenn der Text denn von Ollanta Humala unterzeichnet wird – eine Abnahme sozialer Konflikte und eine stärkere Einbindung der Indígena, beispielsweise bei der Ausbeutung von Öl- oder Gasfeldern oder auch von Wäldern. Ob es dies leisten kann, wird sich noch zeigen müssen. Denn Konsultation bedeutet nicht, dass eine negative Stellungnahme der betroffenen Indígena ein Bergbauprojekt auch aufhalten kann. Hardliner auf Seiten der Regierung könnten also – mit einer weiteren „bürokratischen Hürde“ – einfach weiter machen wie bisher. Hardliner auf Seiten der Indígena ebenfalls. Soll der Beschluss des Kongresses wirklich Konflikte mit tragischem Ausgang wie 2009 bei Bagua oder kürzlich in Puno verhindern, muss die „Konsultation“ mit reichlich „Dialog“ gefüllt werden.

  • Distrikt Surco (Lima) verpflichtet Händler zur Videoüberwachung

    Alle Supermärkte und Ladengeschäfte in Santiago de Surco (Lima), die mehr als 50 Personen gleichzeitig aufnehmen können, müssen künftig über ein System zur Videoüberwachung verfügen. Mit dieser Entscheidung will der Rat des Distrikts die Kriminalität eindämmen. Die Idee sei, zu den „145 großen Kameras, die wir auf den Straßen des Distrikts haben, weitere 6.000 Kameras zu installieren […] um auf diesem Wege die Kriminalität zu bremsen“, so Roberto Gómez, Bürgermeister von Surco, gegenüber ANDINA. Raubüberfälle hatten, zitiert die städtische Verordnung eine dem Rat vorgelegte Studie, in den vergangenen Monaten zugenommen.

    Die technische Ausgestaltung der Videoüberwachung steht dabei jedem frei, es kann eine Webcam, oder aber ein ausgefeilteres System sein, es muss allerdings die Bilder für mindestens 48 Stunden speichern können. Kommen Geschäftsleute dieser Anordnung nicht nach, droht ihnen ab November ein Ordnungsgeld von rund 900 Nuevos Soles und die vorrübergehende Schließung ihres Ladens. Wer aber auf Videoüberwachung setzt, dem winkt ein besonderes Schmankerl: Der Laden bekommt ein Zertifikat, einen Aufkleber für die Tür und darf sich fortan „Sicherer Laden“ nennen.

    (Ordenanza 389-MSS)

  • Regierung Humala brüskiert Kaffee-Kooperativen

    In Peru sind tausende Agrar-Kleinstproduzenten zusammengeschlossen, um ihre Produkte auf dem Weltmarkt anbieten zu können, insbesondere inKaffee- oder Kakao-Kooperativen. Um sie wettbewerbsfähiger zu machen, verabschiedete der peruanische Kongress vor drei Monaten ein Gesetz, das die Geschäfte zwischen den gemeinnützigen Kooperativen und ihren Mitgliedern von der Mehrwertsteuer(IGV)  befreit. Zugestimmt hat damals auch die Partei des peruanischen Präsidenten Ollanta Humala. Dennoch ist es ausgerechnet die Regierung Humala, die nun den Kongress zur Rücknahme des Gesetzes auffordert.

    Als Hauptgrund für ihre Haltung nennt die Regierung einen Formfehler. So gebe das Gesetz 29863 vor, den Inhalt des Kooperativengesetz (29683) zu präzisieren, indem es die dort festgelegten Steuererleichterungen auch auf die Mehrwertsteuer auszuweiten. Dabei handle es sich aber, so die Regierung, um keine Präzisierung, sondern um eine ganz neue Regelung. Das Gesetz könne somit vor dem Verfassungsgericht nicht bestehen (Art. 103 d. peruanischen Verfassung). Zudem befürchten die Verfasser der Regierungsinitiative, die Regelung könne Nachahmer auf den Plan rufen, ebenfalls Mehrwertsteuerbefreiungen zu fordern. Hierdurch würde ein negativer Präzedenzfall geschaffen.

    Die Kooperativen  fürchten nun Wettbewerbsnachteile. Die peruanische Agrarkonvention (CONVEAGRO) warnt vor dem Zerbrechen zahlreicher Genossenschaften. CONVEAGRO-Präsidentin Lucila Quintana erklärte gegenüber der Tageszeitung „Diario16“, die zusätzliche Besteuerung würde bei den Kooperativen zu „Verlusten in Millionenhöhe“ führen.

    Nun ist der peruanische Kongress am Zug – er muss der Vorlage der Regierung zustimmen.

  • Peru: Mindestlohn wird erhöht

    Mit der Erhöhung des Mindestlohns von 600 auf 675 Nuevos Soles hat die neue peruanische Regierung eines ihrer Wahlversprechen nun zum Teil erfüllt. Im kommenden Jahr soll der Mindestlohn noch einmal um 75 Nuevos Soles steigen.

    Der peruanische Gewerkschaftsbund CGTP begrüßte die Entscheidung. CGTP-Generalsekretär Mario Huamán erklärte, das Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre rechtfertige die Anhebung des Mindestlohns. Es sei notwendig, die Arbeiter zu einem „Teil der Entwicklung“ zu machen, so Huamán.

    Die Konföderation privater Unternehmen (CONFIEP) fürchtet dagegen negative Auswirkungen. Confiep-Präsident Humberto Speziani kritisierte, die Mindestlohn-Erhöhung könne Kleinst-, Klein- und Mittelgroßen Unternehmen Schaden. Gegenüber der Tageszeitung „La República“ erklärte Speziani, „Die Formalisierung der kleinen und Kleinstunternehmen könnte dadurch schwieriger werden“.

  • Loreto protestiert gegen Olmos-Projekt

    Staudamm "El Limón" des Olmos-Projektes, Präsident García im Schlauchboot. Foto: Sepres / ANDINA
    Staudamm "El Limón" des Olmos-Projektes, Präsident García im Schlauchboot. Foto: Sepres / ANDINA

    Wenige Tage vor dem Ablauf seiner Amtszeit hat der ehemalige peruanische Präsident Alan García Ende Juli noch per Dekret das Olmos-Tinajones-Projekt, durch das Wasser von der Ostseite der Anden die Andenwestseite Urbar machen soll, zu einem Staatsziel erklärt und damit in der Region Loreto eine Protestlawine losgetreten. In seltener Einigkeit wehren sich Regionalregierung, Kirchen, Uweltaktivisten und Kongressabgeordnete gegen den von ihnen befürchteten Eingriff in das „ökologische Gleichgewicht“. Regionalpräsident Iván Vásquez Valera fordert in einer Stellungnahme, das Dekret sofort zurück zu nehmen. Es gefährte das tropische Ökosystem und damit auch die Wirtschaft nicht nur Loretos, sondern aller [amazonischen] Regenwaldregionen, so Vásquez Valera. Gleichzeitig rufen zahlreiche Umweltgruppen für den 19. August zu einer Demonstration auf, um gegen das Dekret der García-Regierung, sowie gegen das Olmos-Projekt überhaupt zu protestieren.

    Das Olmos-Tinajones-Projekt besteht aus einem Staudaum („el Limón“), der den Huancabamba-Fluss aufstaut, um einen Teil des Wassers durch einen Tunnel („trasvase“) in die dem Pazifik zugewandte nordperuanische Wüstenregion zu leiten und dort landwirtschaftliche Großprojekte zu initiieren. Noch etwas weiter nördlich, in der Region Piura, ist ein ähnliches Projekt geplant.

    Während der Regierungszeit von Alan García kam es häufig zu sozialen Konflikten mit zahlreichen Toten, da wichtige wirtschafts- und sozialpolitische Entscheidungen ohne breite Diskussion und ohne Konsultation der Betroffenen per Dekret entschieden wurden.

  • Peruanische Regierung knickt vor Gentechnik-Lobby ein

    Die peruanische Regierung hat einem Beschluss des peruanischen Parlaments die Unterschrift verweigert, der ein 10jähriges Einfuhrmoratorium für genetisch modifizierte lebende Organismen (OVM) vorsah. Damit tritt das Moratorium vorerst nicht in Kraft und wird erneut den Kongressabgeordneten vorgelegt. Landwirtschaftsminister Jorge Villasante erklärte, ein 5jähriges Moratorium reiche vollkommen aus, um ein System zur Kontrolle der gentechnisch veränderten Organismen aufzubauen. Zudem verhindere das Moratorium die Einfuhr von Impfstoffen auf Basis von OVM und werde dem Handel mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Uruguay und Argentinien, sowie den CAN-Staaten Bolivien und Kolumbien schaden.

    Am 7. Juni hatte der peruanische Kongress beschlossen, den Import genetisch veränderter Organismen für Anbau und Züchtung für die kommenden 10 Jahre zu untersagen. Während dieser Zeit sollten neue Erkenntnisse gewonnen werden, ob OVM die peruanische Biodiversität beeinträchtigen. Im peruanischen Ministerkabinett gewann offenbar mit der nun erfolgten Entscheidung Landwirtschaftsminister Oberhand gegenüber Umweltminister Antonio Brack, der sich wiederholt für ein „Gentechnikfreies Peru“ ausgesprochen hatte. In der Landwirtschaftskommission des Kongresses hatte Brack betont, Peru sei technisch nicht in der Lage, Gentechnik zu kontrollieren. Unterstützt wurde er dabei von zahlreichen Gentechnik-Gegnern, darunter die Gastronomievereinigung Apega, zahlreiche Landwirtschaftsverbände, sowie das Forum „Peru frei von Gentechnik“.

    Der peruanische Kongress könnte nun auf dem 10jährigen Moratorium beharren, damit würde es auch ohne Unterschrift des Präsidenten in Kraft treten. Wahrscheinlich ist das nicht, da sich die Regierungspartei APRA, die im Moment auch den Kongresspräsidenten stellt, von Beginn an für ein kürzeres Moratorium ausgesprochen hatte und deshalb wohl versuchen wird, die Entscheidung weiter hinauszuzögern. Dann würde sich – wenn überhaupt – erst der neu zusammentretende Kongress nach dem 28. Juli wieder des Themas annehmen.

    Kürzlich war bekannt geworden, dass einer der Berater des Landwirtschaftsministers in Fragen der Gentechnik, Alexander Grobman Tversqui, gleichzeitig über die NGO PeruBiotec Lobbyarbeit für die Gentechnik-Industrie betreibt. Das Ministerium trennte sich inzwischen von dem Berater.

  • Polizei Chachapoyas beschlagnahmt Falschgeld im „Wert“ von mehr als 6.000$

    Chachapoyanisches Falschgeld, viel davon. Foto: José Antonio Aguilar / PNP Chachapoyas.
    Chachapoyanisches Falschgeld, viel davon. Foto: José Antonio Aguilar / PNP Chachapoyas.

    Groß war die Überraschung der Polizeibeamten in Chachapoyas (Amazonas), als sie nach dem Fund gefälschter Geldscheine bei einer Routinekontrolle in einem Taxi das Zimmer des Fahrers durchsuchten: Sie fanden gefälschte US-Dollar, auf denen ein Wert von insgesamt 3.000 aufgedruckt war. Weiters wurden, so Polizeisprecher Jose Antonio Aguilar gegenüber INFOAMAZONAS, 12.750 gefälschte peruanische Nuevos Soles beschlagnahmt. Neben den Chemikalien und zugeschnittenem Papier fanden die Polizisten auch einen Beamer, der nach Aussage des Geldfälschers mit Falschgeld erworben worden war. Wenig später fand die Staatsanwaltschaft dann noch unter einem der Vordersitze des Autos zwei Päckchen mit Kokain.

     

     

  • Perus Umweltminister Brack sieht Olmos- und Alto Piura-Wasserprojekte in Gefahr

    Staudamm "El Limón" des Olmos-Projektes, Präsident García im Schlauchboot. Foto: Sepres / ANDINA
    Staudamm "El Limón" des Olmos-Projektes, Präsident García im Schlauchboot. Foto: Sepres / ANDINA

    Der peruanische Umweltminister Antonio Brack Egg hat bei einem Besuch in der nordperuanischen Stadt Piura davor gewarnt, dass das Wasser des Huancabamba-Flusses für die Projekte Olmos und Alto Piura nicht ausreichen könnte. Das berichtet die Tageszeitung „La República“. Beide Projekte sehen vor, Wasser des Huancabambaflusses von der dem Atlantik zugewandten Ostseite des Andengebirges durch gigantische Tunnel unter den Bergen hindurch zur Bewässerung von Wüstengebieten an der peruanischen Küste westlich der Anden zu leiten. Die Wassermenge gehe zurück und werde weiter zurückgehen, so Brack, da die Quellregion weitgehend entwaldet sei und weiter entwalded werde. Deshalb müsse man eine „aggresive Wiederaufforstung“ betreiben oder einen weiteren Tunnel von San Ignacio (Region Cajamarca) aus dem Schutzgebiet Namballe graben.

    Während das Olmos-Projekt bereits weit fortgeschritten ist, steht das „Alto Piura“-Projekt noch in der Planungsphase.

  • Air France nimmt Direktflüge nach Lima auf

    Das Luftfahrtunternehmen Air France KLM wird ab dem kommenden 21. Juni wieder Direktflüge von Paris (Flughafen Charles de Gaulle) in die peruanische Hauptstadt Lima (Flughafen Jorge Chávez) anbieten. Wie das Unternehmen bekannt gab, wird die Strecke fünf Mal pro Woche von einer Boeing 777-200 mit 309 Plätzen bedient werden. Als Flugtage sind Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag und Dienstag anvisiert.. Eine Erhöhung der Flugfrequenz auf lange Sicht schließt Air France derweil nicht aus, macht diese allerdings von der Nachfrage ab.

    Bereits früher bot Air France Direktverbindungen zwischen der französischen und der peruanischen Hauptstadt an, stellte diese allerdings vor 16 Jahren ein.

  • Perus Kongress beschließt Gentechnik-Moratorium für 10 Jahre

    Das peruanische Parlament hat ein 10jähriges Gentechnik-Moratorium beschlossen. Damit ist über diesen Zeitraum hinweg der Import genetisch veränderter Organismen (OVM) für Anbau und Züchtung untersagt. Nicht verboten ist allerdings die Einfuhr von Lebens- beziehungsweise Futtermitteln und pharmazeutischen Produkten, die OVM enthalten. Auch die Einfuhr von OVM zu Forschungszwecken bleibt erlaubt. Während der kommenden 10 Jahre soll nun die Entwicklung der genetisch veränderten Organismen genauer beobachtet werden, um dann eventuell ein unbefristetes Einfuhrverbot einzuführen oder den Import freizugeben. Neben dem Moratorium beschlossen die Parlamentarier auch die Einrichtung einer Kommission, die sich mit Risikoevaluierung und -vorsorge im Gentechnikbereich beschäftigen soll.

    Einigkeit herrschte unter den Abgeordneten darüber, dass die peruanische Biodiversität geschützt und gefördert werden müsse. Kontrovers war allerdings die Länge des Moratoriums. So forderten die Unidad Nacional-Abgeordneten Raúl Castro und Juan Carlos Eguren einen kürzeren Zeitraum, da nach ihrer Einschätzung die Gentechnik zu niedrigeren Nahrungsmittelpreisen führe, so Castro. Auch die Regierungspartei APRA sprach sich für eine kürzere Laufzeit aus. Die Organisation „Perú Libre de Transgénicos“ hatte sich hatte sich für ein längeres Moratorium oder ein dauerhaftes Einfuhrverbot ausgesprochen.

    Das Gesetz im Wortlaut finden Sie auf dem Portal des Kongresses.