Kategorie: Kultur

Peru bietet einen enormen kulturellen Reichtum. Mehrere Kulturen hatten hier ihren Ausgangspunkt, darunter die Machu Picchu-Erbauer, die Inka. Obwohl während der Kollonialzeit zurückgedrängt, ist das kulturelle Erbe bis heute sehr reich an Mythen, Traditionen, Lebensstilen und Bauwerken.

  • Peruanisches Nationalmuseum soll inhaltlich breiter werden

    Peruanisches Nationalmuseum (Museo de la Nacion). Foto: D. Raiser
    Peruanisches Nationalmuseum (Museo de la Nacion). Foto: D. Raiser

    Das peruanische Nationalmuseum (Museo de la Nación) des peruanischen Kulturinstitutes INC in Lima soll weiter gefüllt werden. Geplant ist nach Angaben der derzeitigen Museumsdirektorin Marisol Ginocchio Laines-Lozada, Ausstellungssääle auf allen Stockwerken mit Ausstellungen zu verschiedenen Themen zu füllen. Derzeit sind nur einzelne Räume zugänglich.

    Als eine Art Experiment werden dort derzeit Kleider von Folkloresängerinnen ausgestellt, worin Laines-Lozada „einen Teil peruanischer Kultur“ sieht. Dadurch soll „die Realität eines Sektors“ der peruanischen Bevölkerung „einem anderen“ näher gebracht werden, so die Museumsdirektorin.

    Für das kommende Jahr ist zudem angekündigt, die Ausstellung über Volkskunst, die bisher mit der Zeit der Inka (Tahuantisuyo) endet, bis in die heutige Zeit fortzuführen.

  • Perlen peruanischer Musik (III): Luis Abanto Morales

    httpv://www.youtube.com/watch?v=ND63IPc2I6I

    Um ein Haar wäre dieser Artikel zum Nachruf auf einen in Peru bis heute sehr populären Musiker geworden. Seine Lieder kennt zumindest im ländlichen Peru jedes Kind und Zitate aus seinen Liedern gehören zur Allgemeinbildung. Es geht um den genialen Komponisten und Texter Luis Abanto Morales, der gestern mit einer schweren Entzündung der Bauchspeicheldrüse ins Krankenhaus II Suárez – Angamos eingeliefert wurde. Inzwischen ist er nach Angaben der Ärzte nicht mehr in Lebensgefahr.

    Am 25. August 1923 in der peruanischen Küstenstadt Trujillo geboren, verbrachte Abanto Morales seine Kindheit bei seiner Großmutter in Cajamarca. Sein Vater verstarb früh und das 13. Lebensjahr verschlug ihn in die Hauptstadt Lima. Dort fand er zu seinerm oft kopierten, aber nie erreichten Mischung aus Rythmen kreolischer Musik der peruanischen Küste mit Melodien und Texten nordandiner Tradition.

    Die bekanntesten Lieder des Sängers und Komponisten haben eine sehr sozialkritische Note. So kritisiert er in seinem wohl bekanntesten Lied „Cholo Soy“ (s.o.) die Überheblichkeit der postkolonialen, spanisch-orientierten weißen Oberschicht in Peru. Daneben interpretierte er aber auch weitgehend unpolitische Tanz- und Witzlieder wie „La Pitita“ oder „La flor de Papa“.

  • "Das Traumschiff" in Cusco

    Ungewöhnlichen Besuch in der südperuanischen Stadt Cusco meldet die peruanische Nachrichtenagentur ANDINA. In den vergangenen 8 Tagen sei dort eine Folge der Fernsehserie „Das Traumschiff“ gedreht worden, wie lokale Medien berichten. In der Folge, die im Dezember diesen Jahres ausgestrahlt werden soll, soll es um eine junge Frau aus Deutschland mit peruanischen Wurzeln gehen, die eben jene Wurzeln kennen lernen will. Neben Cusco sei auch in Puno gefilmt worden, so ANDINA.

  • Ganz plötzlich: Museum der Erinnerung kommt doch

    Das „Museum der Erinnerung“ kommt. Das gab der peruanische Premierminister nach einem Treffen zwischen dem peruanischstämmigen Schriftsteller Mario Vargas Llosa und dem peruanischen Präsidenten Alan García bekannt. Demnach haben beide in einem persönlichen Gespräch ihre Differenzen ausgeräumt. Mitglieder der peruanischen Regierung hatten sich ursprünglich gegen die Annahme des Angebots Deutschlands, ein „Museum der Erinnerung“ für die Opfer des peruanischen Bürgerkrieges zu finanzieren, ausgesprochen.

    Der peruanische Aussenminister José Antonio García Belaunde sagte gegenüber der staatlichen Agentur ANDINA, das Museum werde ein breites Bild der Zeit des Terrors durch den Leuchtenden Pfad (Sendero Luminoso) zeichnen. Zudem habe der Präsident den Schriftsteller Vargas Llosa gebeten, Personen für die Erarbeitung eines Konzeptes für das Museum vorzuschlagen, so García Belaunde.

    Auch ehemalige Mitglieder der Wahrheits- und Versöhnungskommission (CVR) wie der Jurist Enrique Bernales und der Pater Gastón Garatea begrüssten die Entscheidung der peruanischen Regierung. Bernales betonte, es sei sehr wichtig, dass die „Lektionen gelernt“ würden und nicht versucht werde, das unversteckbare zu verstecken. Gastón Garatea forderte, nun wirklich unabhängige Persönlichkeiten für die Erarbeitung des Museumskonzeptes zu finden, um weitere Konflikte zu vermeiden.

    Als mögliche Kandidaten wurden bisher der umtriebige Bischof im Ruhestand von Chimbote, Luis Bambarén, Enrique Bernales Ballesteros, Frederick Cooper Llosa, Fernando de Szyszlo Valdelomar, der ehemalige Vorsitzende der Wahrheits- und Versöhnungskommission Salomón Lerner Febres und der Anthropologe Juan Ossio Acuña vorgeschlagen.

  • Kurzmeldung: Digitales Erinnerungsmuseum geplant

    Eine Gruppe peruanischer Internetschaffender um den Blogger Marco Sifuentes vom peruanischen Wissenschaftsnetz RCP plant, eine Art „virtuelles“ Museum der Erinnerung zu gestalten. Näheres dazu findet sich auf

    http://utero.pe/2009/03/17/toda-la-entrevista-a-magaly-solier-y-una-idea/

    (auf Spanisch). Zudem findet sich dort eine E-Mail-Adresse für Interessierte.

  • Pedro Suárez Vértiz singt Hymne für "Stunde des Planeten"

    httpv://www.youtube.com/watch?v=5vIZ-yxVPZc

    „Ich rede nicht vom Tanzen und nicht vom Schmerz der Liebe“ beginnt der Text der neusten Produktion der peruanischen Musikers Pedro Suárez Vértiz. Wobei zweiteres vielleicht nicht so ganz stimmt. Denn diesmal ist das – wie schon in seinen letztne Liedern nicht einfache – Thema der Klimaschutz.Die Bilder, die den Video zum Titel „Amazonas“ bilden, sind nicht ganz so drastisch wie bei Michael Jacksons „Earth Song“, aber sie rütteln durchaus auf und – zeigen eine gewisse Liebe Suarez Vertiz‘ zur unberührten Natur. Eine sichtbar schmerzvolle Liebe.

    Pedro Suárez Vértiz. Foto: offizielles Pressefoto von Solver Productions.
    Pedro Suárez Vértiz. Foto: offizielles Pressefoto von Solver Productions.

    Mit diesem Lied hat der peruanische Sänger wohl die inoffizielle Hymne eines Events geschrieben, das am Samstag, dem 28. März, in allen Teilen Perus durchgeführt wird: Die „Stunde des Planeten“ (hora del planeta). Für eine Stunde (von 20:30 bis 21:30) soll in öffentlichen Einrichtungen – und wenn es nach dem peruanischen Umweltministerium geht auch in Privathaushalten – das Licht und sämtliche Elektrogeräte abgeschaltet werden. Angetrieben wird dies auch vom peruanischen Umweltminister Brack Egg. Mehr noch als Energie sparen, soll diese „Stunde“ aber vor allem darauf aufmerksam machen, dass das Problem „Klimawandel“ besteht und Peru in besonderem Maße betreffen wird.

    Am kommenden Donnerstag nun wird Pedro Suárez Vértíz eine ganz besondere Ehre zu Teil Er darf in Lima sein Lied spielen. Und zwar im peruanischen Kongress.

  • Perlen peruanischer Musik (II): El Jilguero del Huascarán

    httpv://www.youtube.com/watch?v=Gn6p_fefV-M

    Kein stilles Wasser war der Mann, dem zur Ehre derzeit eine Ausstellung im Museum der PUCP-Universität in Lima gezeigt wird. Der peruanische Folkloresänger Ernesto Sánchez Fajardo, besser bekannt als „Jilguero del Huascarán“, war nicht nur Begründer zahlreicher Musikgruppen, sondern auch Initiator der peruanischen Gewerkschaft der Folkloremusiker und Mitglied der verfassungsgebenden Versammlung Perus im Jahre 1979.

    Sánchez Fajardo wurde 1928 in Bambas (Regoin Áncash) geboren und machte seine ersten Schritte im Musikgeschäft 1942 mit dem Trio „Los Hijos del Sol“. Sein großes Ziel war aber, als Solist mit andiner Musik die peruanische Hauptstadt Lima zu erobern. Da zu jener Zeit die Migration aus den Anden nach Lima immer mehr zunahm, wurde er dort mit offenen Armen empfangen. Sonntag für Sonntag spielte er vor ausverkauften Konzertsäälen. Inzwischen waren auch andere Länder auf ihn aufmerksam geworden. Er tourte mit – bis heute in Peru unvergessenen – Liedern wie „El Huascarán“, „Carrito de Gobierno“ oder „Malaya Suerte“ durch Argentinien, Chile und Bolivien. Schon um 1950 waren die Schallplatten des „Jilguero“ unter den Wünschen in den ersten Musikhandlungen Limas an erster Stelle. Nur zehn Jahre später erreicht seine erste LP Gold-Status.

    Inzwischen sehr gut im Geschäft, ist Sánchez Fardo an der Ausarbeitung des ersten „Künstlergesetzes“ Perus beteiligt. Zur verfassungsgebenden Versammlung ist es da nur noch ein kleiner Schritt für den Mann, der die Gewerkschaft peruanischer Folkloremusiker gegründet hat.

    Als er 1988 verstirbt, trauert nicht nur seine Familie, das ganze Land nimmt Anteil daran.

    Die Ausstellung „El Jilguero del Huascarán“ ist im „Museo de Artes y Tradiciones Populares del Instituto Riva-Agüero“  ist noch bis Ende April in Camaná 459 (Lima) zu sehen.

    Sie ist von Montag bis Samstag zwischen 10 und 19 Uhr geöffnet.

  • Utcubamba: Forscher finden fast 10.000 Felsmalereien

    Beinahe 10.000 Felsmalereien fanden der Archäologe Quirino Olivera Nuñez und sein Team unter dichter Vegetation an dem „Shupcha“ genannten Ort nahe dem Dörfchen Tambolic im Distrikt Jamalca (Utcubamba). Wie die peruanische Tageszeitung „El Comercio“ berichtet, sind hauptsächlich Jagdszenen und Tiere dargestellt. Nach Angaben des Archäologen Olivera sollen die ältesten der Malereien vor bis zu 6.000 Jahren entstanden sein. Vorherrschende Farben seien rot, braun, gelb und schwarz, sowie einige weiße Flächen.

    Die Malereien sind über die Täler der Flüsse  Marañón und Utcubamba verteilt.

    Martiniano Pérez, Dorfvorsteher von Tambolic hofft nun, durch die entdeckten Felsmalereien auch interessierte Reisende anlocken zu können.

    Quirino Olivera Nuñez ist Spezialist für die Ausgrabungen zwischen den Zusammenflüssen der Flüsse Chinchipe, Utcubamba und Marañón, wo er bereits zahlreiche Ausgrabungen geleitet hat. Zudem arbeitet er federführend im „Señor de Sipán“-Museum in Lambayeque.

  • "Die Hunde waren dick, die Menschen abgemagert": Magaly Solier über Erinnerungen an den Bürgerkrieg

    Gemeinsam mit der Schauspielerin Magaly Solier besuchte der peruanische Kolumnist und Blogger Marco Sifuentes eine Ausstellung über die Verbrechen während des peruanischen Bürgerkrieges Ende des vergangenen Jahrhunderts – die Ausstellung, die in den vergangenen Wochen in Peru zu heftigen Diskussionen geführt hatte. Wer ein wenig spanisch versteht, bekommt zu erschütternden Bildern auch noch schreckliche Geschichten erzählt:

    httpv://www.youtube.com/watch?v=9bOlpMN6BLs

    Teil 2:

    httpv://www.youtube.com/watch?v=Vq3Tc04AWxg

    http://utero.pe/2009/03/13/con-magaly-solier-en-yuyanapaq/

    Die Ausstellung „Yuyanapaq“ ist derzeit noch im peruanischen Nationalmuseum zu sehen:
    Museo Nacional de la Cultura Peruana
    Avenida Alfonso Ugarte 650, Lima 1.

  • Frische Mumien aus Luya Viejo

    Gleich mehrere Mumien fanden Bauern in Luya Viejo, einem Teildistrikt der Provinz Luya am gestrigen Montag. Da Teile der Mumien bereits von Grabräubern beschädigt worden waren, wurden die noch verbleibenden im Rahmen einer Notgrabung unter Aufsicht der Kultur- und Tourismusbeauftragten des Provinzrates von Luya, María Dolores Ramos Valquí, gesichert und  vorrübergehend im Provinzmuseum von Luya untergebracht. In den kommenden Tagen sollen die Mumien in das Museum Leymebamba überführt werden, das über entsprechende Einrichtungen zur Erforschung und Konservierung von Mumien verfügt.

    Die Mumien waren in zwei Särgen gegenüber der bekannten Ausgrabungsstätte „Karajía“  an einem Ort geborgen worden, der bei Einheimischen unter dem Namen „Ulle“ bekannt ist.  Die Särge waren nach Angaben der Stadträtin bereits ausgeraubt und teilweise zerstört. Die verbliebenen Mumien seien in dicke Tücher eingewickelt und von vielerlei Töpferarbeiten, sowie geheimnisvollen Werkzeugen umgeben. Den Konservierungszustand der verbliebenen Mumien beschrieb Ramos Valqui als verhältnismäßig gut.

    Ersten Vermutungen zufolge handelt es sich bei den gefunden Mumien um die sterblichen Überreste von Angehörigen der „Chachapoya“-Kultur, die in dem Gebiet mit der Ethnie „Luya Chillaos“ vertreten war. Der besonderen Ausstattung wegen wird davon ausgegangen, dass es sich um Reste von Häuptlingen, Priestern oder hoher Militärs handelt.

    Während sich die Mumien in den kommenden Tagen nun auf den Weg nach Leymebamba machen, plant die Distriktverwaltung von Luya Viejo, selbst ein kleines Museum zu errichten, weil davon ausgegangen wird, dass sich im Umfeld der gefundenen Mumien noch weitere archäologisch und historisch wertvolle Objekte befinden.