Kategorie: Kultur

Peru bietet einen enormen kulturellen Reichtum. Mehrere Kulturen hatten hier ihren Ausgangspunkt, darunter die Machu Picchu-Erbauer, die Inka. Obwohl während der Kollonialzeit zurückgedrängt, ist das kulturelle Erbe bis heute sehr reich an Mythen, Traditionen, Lebensstilen und Bauwerken.

  • Peru: Awajún, Wampis und Quechua jetzt Amtssprachen der Region Amazonas

    Logo Regionalregierung Amazonas - Gobierno Regional Amazonas
    Logo Regionalregierung Amazonas – Gobierno Regional Amazonas

    Die Regionalregierung Amazonas hat die Ureinwohner-Sprachen Awajún, Wampis und Quechua als offizielle Amtssprachen anerkannt. Die Entscheidung des Regionalrates fußt auf dem Artikel 55 der peruanischen Verfassung, in dem festgelegt ist, dass in erster Linie Spanisch, aber in Regionen, wo Ursprachen vorherrschen, auch diese Amtssprache sind.

    In den Distrikten Imaza und Aramango (Provinz Bagua), sowie in der Provinz Condorcanqui gehören rund 90% der Bevölkerung zu den Awajún oder den Wampis. Insbesondere im Süden der Region wird in einigen Orten bis heute Quechua gesprochen.

    Die Anerkennung bedeutet, dass vermehrt Lehrer für diese Sprachfamilien ausgebildet und eingesetzt werden können. Zudem bedeutet der Schritt eine Selbstverpflichtung der Regionalregierung, auch Gesundheitspersonal mit entsprechenden Sprachkenntnissen einzusetzen. Bei Gerichtsprozessen müssen entsprechende Übersetzer gestellt werden.

    Aus welchen Mitteln die entsprechenden Fortbildungen finanziert werden sollen geht aus dem Beschluss des Regionalrates nicht hervor. Da Ende des Jahres eine neue Regionalregierung ihre Arbeit aufnehmen wird, ist von einer baldigen Durchsetzung deshalb nicht auszugehen.

  • Peru bekommt Kulturministerium

    Der peruanische Präsident Alan García Pérez hat heute ein Gesetz verkündet, das die Einrichtung eines Kulturministerium vorsieht. Zum neuen Ministerium werden neben dem Nationalinstitut für Kultur (INC) auch die peruanische Nationalbibliothek, das Nationalarchiv, der Staatsrundfunk (IRTP – TVPeru, Radio Nacional, Radio La Crónica), das Institut für Afroperuanische, Andine und Amazonische Völker (INDEPA), sowie die „Academia Mayor de la Lengua Quechua“ gehören.

    Neben dem Ministerposten selbst sieht das Gesetz einen Vizeminister oder eine Vizeministerin für Kulturgüter und Kulturindustrie, sowie für interkulturelle Angelegenheiten vor.

    Geld kosten darf das neue Ministerium aber zumindest zu Beginn nicht, wie aus dem Gesetzestext hervorgeht. Vorerst muss es sich aus Mitteln, die durch die Zusammenlegung der verschiedenen Behörden frei werden sollen, finanzieren.

    Das Gesetz, vom peruanischen Kongress vergangene Woche verabschiedet, wurde an historischer Stätte unterzeichnet, dem Museum „Templo de Pachacamac“, das sich in Mitten der gleichnamigen archäologischen Fundstätte befindet.

  • Huancayo feiert Tag des Bauern mit Meerschweinchen-Umzug

    Meerschweinchen-Umzug in Huancayo. Bild: INFOREGION / Youtube.
    Meerschweinchen-Umzug in Huancayo. Bild: INFOREGION / Youtube.

    Auf ganz besondere Art und Weise wurde der Tag des Bauern (Día del Campesino) im peruanischen Huancayo begangen. Zahlreiche Züchterinnen und Züchter gestalteten einen Umzug der besonderen Art: Einen Meerschweinchen-Umzug (siehe Video).
    Der Tag des Bauern wird immer am 24. Juni begangen und geht auf eine alte Inka-Tradition zurück. Der 24. Juni war der „Pacha Mama“, der Mutter Erde gewidmet. Zur Kolonialzeit wurde der Tag zunächst in „día del Indio“ (Indio-Tag) umbenannt; da im peruanischen Sprachgebrauch der Begriff „Indio“ allerdings häufig negativ konnotiert verwendet wird, benannte man ihn in „día del campesino“ um.

    httpv://www.youtube.com/watch?v=oi5ZgIOu3No

  • Peruanisches Kulturministerium rückt näher

    Die Einrichtung eines peruanischen Kulturministeriums wird immer wahrscheinlicher. Gestern nahm die Bildungskommission des peruanischen Kongresses ein entsprechendes Gesetzesvorhaben an. Im nächsten Schritt muss es nun im Plenum debattiert werden. Bisher ist der Bereich „Kultur“ teilweise beim Bildungs- und teilwese beim Außenhandels- und Tourismusministerium angesiedelt.

    Zum Einflussbereich des neuen Ministeriums könnten dann die regionalen Kulturverwaltungen, das nationale Kulturinstitut INC, die Nationalbibliothek, das Radio- und Fernsehinstitut IRTP, das den Staatsrundfunk betreibt, die höchste Quechua-Akademie, sowie das Nationalarchiv gehören. Ursprünglich sollte das neue Ministerium bereits im vergangenen Jahr eingeführt werden. Der aktuelle peruanische Präsident Alan García hatte dies in seiner Ansprache zum Nationalfeiertag 2008 versprochen, ebenso wenige Jahre zuvor sein Vorgänger Alejandro Toledo.

  • Peruanische Folklorelegende „Indio Mayta“ Miguel Ángel Silva Rubio gestorben

    httpv://www.youtube.com/watch?v=J7gaERje79U

    Miguel Angel Silva Rubio: Indio Mayta. Bild: Producciónes Carolina / Youtube
    Miguel Angel Silva Rubio: Indio Mayta. Bild: Producciónes Carolina / Youtube
    Der peruanische Volksmusiker Miguel Ángel Silva Rubio ist gestern im Alter von 78 Jahren an Nierenversagen verstorben. Das berichten peruanische Medien unter Berufung auf seine Familie. Seine sterblichen Überreste sind derzeit in seinem Haus in San Juan de Lurigancho aufgebahrt.

    Geboren wurde der Musiker, der unter dem Namen „Indio Mayta“ in Peru, sowie in mehreren Nahbarländern große Erfolge feiern konnte, 1931 in Celendín, Cajamarca. Als er 10 Jahre alt war, musste die gesamte Familie Silva Rubio nach Trujillo übersiedeln, um dort ein Auskommen zu finden. Der junge Miguel Silva verdingte sich dort zunächst als Schuhputzer, Zeitungsverkäufer und Straßenhändler, sowie in einer Eisfabrik. In Trujillo war es aber auch, wo er seine ersten musikalischen Erfahrungen machte. Nach einigen Jahren Wehrdienst begann er, sich mehr und mehr auf die Musik zu konzentrieren. 1957 gelingt ihm schließlich mit Aufnahmen von „Campanitas de Quiruvilca” und „Anillo de Oro“ der Durchbruch. Auch in der Haupstadt Lima, in der Miguel Silva seine letzten Jahre verbrachte, setzte er mit Liedern wie „Matarina“, „Carolina“ oder „El Serranito“, in denen er die Diskriminierung der Andenbevölkerung durch die peruanischen Küstenbewohner kritisiert, musikalisch Maßstäbe.

    Bis zuletzt war der „Indio Mayta“ noch auf der Bühne gestanden. Seine charakteristisches „Ushaaaa“ wird in Perus Folkloremusik eine Tiefe Lücke hinterlassen.

    „Matarina“:
    httpv://www.youtube.com/watch?v=PpJCoBUm_ck

    „Carolina“:
    httpv://www.youtube.com/watch?v=jkYDSGaOohc

  • Raymillacta: Tourismuswoche Chachapoyas in den Startlöchern

    Plakat Raymillacta 2010. Quelle: Regionalregierung Amazonas.
    Plakat Raymillacta 2010. Quelle: Regionalregierung Amazonas.

    Nur noch wenige Tage, dann ist es wieder soweit: Die Tourismuswoche Chachapoyas in der nordperuanischen Region Amazonas lädt Einheimische wie Weitgereiste zu einer Woche Musik, Tanz, Handwerk und gelebter Kultur in ihr Zentrum auf über 2.300 Metern Höhe. Täglich wird sich im Rahmen der „Fiesta de mi Barrio“ in der Woche um den 5. Juni ein Stadtteil mit seinen Traditionen, sowie reichlich Essen und Trinken präsentieren. Höhepunkt ist schließlich der „Raymillacta de los Chachapoyas“, ein farbenprächtiger Umzug durch die Straßen und Gassen der Andenstadt Chachapoyas, zu dem neben zahlreichen lokalen Gruppen auch Gäste aus verschiedenen Teilen Perus, aus den 7 Provinzen der Region Amazonas, sowie aus dem Nachbarland Ecuador erwartet werden. Auch hier werden überraschende Einblicke nicht nur in die örtliche Kleidungstradition geboten, sondern „nebenbei“ traditionelle Web- und Töpfertechniken präsentiert.

    In diesem Jahr steht der „Raymillacta“ unter dem Motto „Für den Frieden und die Integration der Völker“ (Por la paz e integración de los pueblos).

  • “Estación Final”: Journalist schreibt Buch über peruanische NS-Opfer

    Buchcover "Estación Final" des peruanischen Autors Hugo Coya. Bild: Aguilar / ANDINAEin Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz hat den peruanischen Journalisten Hugo Coya dazu bewegt, ein Buch über die Peruanerinnen und Peruaner zu schreiben, die in Konzentrationslagern der Nationalsozialisten einsaßen. Er habe dort eine Tafel mit NS-Opfern gesehen, die nach Nationalitäten geordnet war, so Coya gegenüber der Agentur ANDINA. Zu seiner Überraschung waren dort auch 23 PeruanerInnen verzeichnet. Deren Geschichte hat er über 5 Jahre hinweg recherchiert und mit Victoria Barouh eine der letzten Überlebenden aufspüren können. Mit den Geschichten, Namen und Fotos der peruanischen NS-Opfer hat er das Buch „estación final“, zu Deutsch „Endstadtion“, zusammengestellt, das an diesem Mittwoch in der peruanischen Hauptstadt Lima vorgestellt werden soll.

  • Machu Picchu: 38.500 Besucher seit Wiedereröffnung der Inka-Stadt

    Gute Nachrichten für Perus Tourismusindustrie: Die Inka-Ruinenstadt Machu Picchu (Region Cusco) wurde seit ihrer Wiedereröffnung Anfang April von rund 38.500 Touristen besucht. Das berichtet das peruanische Kulturinstitut INC. Zuvor war die wichtigste peruanische Touristenattraktion für mehrere Monate gesperrt gewesen, nachdem starke Regenfälle die Zugangswege und die Eisenbahnstrecke nach Machu Picchu Pueblo (Aguas Calientes) stark beschädigt hatten.

    Der mit 33.211 Personen größte Teil der Touristen kam dabei aus dem Ausland, nur 5.243 Peruanerinnen und Peruaner machten sich im April auf den Weg nach Machu Picchu.

    Allein am 1. April, dem Tag der Wiedereröffnung von Machu Picchu, wurden 1.688 Besucher verzeichnet, einen Tag später waren es fast 200 mehr. Auch der Inkaweg (Camino Inca), über den Reisende zu Fuß nach Machu Picchu kommen können, wird wieder rege genutzt. 4.848 Wanderer legten im vergangenen Monat die Route zurück.

  • „Bolero-König“ Luis ‚Lucho‘ Barrios gestorben

    httpv://www.youtube.com/watch?v=SnXzevlyi6k
    Der peruanische Bolero-Sänger Luis Barrios Rojas ist Tot. Nach Angaben des 2 de mayo-Krankenhauses in der peruanischen Hauptstadt Lima verstarb Barrios Rojas heute Morgen um halb 8 Uhr an einer Lungenembolie. Er hinterlässt eine Frau, sowie zwei Kinder.

    „Lucho“ Barrios war am 22. April 1935 in der peruanischen Hafenstadt Callao geboren und hatte mit seinen Liedern im Bolero-Stil auch international Erfolg und war neben Peru vor allem in Ecuador und Chile bekannt und beliebt. Mehr als 50 Jahre begeisterte er sein Publikum, mal als Solist, mal als Mitglied des Trios „Los Incas“.

    Schon in den kommenden Stunden soll Lucho Barrios auf Anordnung des peruanischen Präsidenten Alan García im peruanischen Nationalmuseum aufgebahrt werden.

  • Qhapaq Ñan: Inka-Weg auf dem Weg zum Weltkulturerbe

    Teile des berühmten Wegenetzes der Inka-Kultur sollen den Weltkulturerbe-Status bekommen. Das zumindest möchte das staatliche peruanische Kulturinstitut INC erreichen. Bereits im September werde ein entsprechender Antrag bei der UNESCO eingereicht, so Lenka Figueroa, Koordinatorin des seit 2002 laufenden Qhapaq Ñan-Programms des INC.

    Dabei sollen aber auch mehrere Nachbarländer eingebunden werden, die zur Hochzeit der Inka Teile deren Reiches gewesen waren. So stellen derzeit neben Peru auch Ecuador, Kolumbien, Argentinien, Bolivien und Chile Informationen zusammen, um einen großen Teil der Inka-Wege als Weltkulturerbe anerkennen zu lassen.

    Binationale Routen sind beispielsweise die Abschnitte Aypate-Chamanal (Peru) – San José – Las Limas (Ecuador), sowie Cusco (Peru) – Desaguadero – La Paz (Bolivien).

    Der Qhapaq Ñan, in Peru auch als „Camino Inca“ bekannt, war und ist ein gigantisches und komplexes Wegenetz, das alle Teile und Enden des „Tahuantinsuyo“, also des Inka-Reiches, miteinander verbindet. Die Gesamtlänge wird auf über 50.000 Kilometer geschätzt, von denen rund 23.000 Kilometer heute auf peruanischem Boden liegen.