Kategorie: Kultur

Peru bietet einen enormen kulturellen Reichtum. Mehrere Kulturen hatten hier ihren Ausgangspunkt, darunter die Machu Picchu-Erbauer, die Inka. Obwohl während der Kollonialzeit zurückgedrängt, ist das kulturelle Erbe bis heute sehr reich an Mythen, Traditionen, Lebensstilen und Bauwerken.

  • Perlen peruanischer Musik (I): Los Reales de Cajamarca

    httpv://www.youtube.com/watch?v=kCc6VFrpaOs

    Dort, wo die Anden dem Himmel am nächsten sind, wo die nächste Straße viele Kilometer entfernt ist und nur mit dem Maulesel oder zu Fuß über schmale Pfade durch das dichte Gras der Hochebenen erreicht werden kann, dort wo es nur sporadisch Internet und Telefon gibt, aber garantiert jeder junge Mann ein Sony-Radio mit Mittelwelleempfang hat, da sind sie zu Hause: „Los Reales de Cajamarca“.

    Los Reales de Cajamarca. Foto: Los Reales de Cajamarca.
    Los Reales de Cajamarca. Foto: Los Reales de Cajamarca.

    Das Duo aus  der Sängerin Rosa Aguirre und dem Geiger Guillermo Arias stammt ursprünglich aus Paucamarca (Cajamarca), begann die professionelle musikalische Laufbahn 1973 aber in Trujillo. Zu Beginn gefördert von Folkloresänger „Indio Mayta“ hatten „los reales de Cajamarca“ diese Unterstützung schon bald nicht mehr nötig. Schon bald wurden die ersten Schallplatten, später auch Kassetten aufgenommen. Heute werden nicht nur CDs der „Reales“ vertrieben, sondern auch mp3s und DVDs. Ihre Videos werden von zahlreichen peruanischen Fernsehkanälen im Morgenprogramm gespielt und besonders der ländliche Raum ist kaum vorstellbar, ohne dass man irgendwo ein Lied des Duos hört – sei es von ihnen selbst oder einer der unzähligen Nachahmer. Denn mit ihrer besonderen Form des Huayno haben Rosa Aguirre und Guillermo Arias Maßstäbe gesetzt, an denen auch heutige Huayno-Musiker gemessen werden.

    Die „offizielle“ Homepage des Duos findet sich unter:

    http://www.geocities.com/garias.geo

  • Vargas Llosa: "Peru braucht keine Museen"?

    Mit einem weiteren Artikel weist der ehemalige Präsidentschaftskandidat und Schriftsteller Mario Vargas Llosa den peruanischen Verteidigungsminister Ántero Flores-Aráoz wegen dessen Reaktion auf das Angebot der deutschen Regierung, ein „Museum der Erinnerung“ für die Opfer des peruanischen Bürgerkrieges Ende des vergangenen Jahrhunderts zurecht. Der Verteidigungsminister und ehemalige Parteifreund Vargas Llosas hatte verlautbaren lassen, Peru brauche keine Museen, solange es Armut und soziale Missstände gebe.

    Hier einige Auszüge aus dem Artikel, der am 2. März in der Tageszeitung „El Comercio“ in der Kolumne „Stolpersteine“ veröffentlicht wurde:

    Nach dem Ende der Diktatur Alberto Fujimoris (der dieser Tage wegen Verbrechen gegen die Menschenrechte während seines Regimes verurteilt werden wird) entschied die demokratische Regierung, eine Wahrheits- und Versöhnungskommission einzusetzen, um den Umfang der Tragödie zu untersuchen. Unter der Leitung des respektierten Intellektuellen und Philosophen Dr. Salomón Lerner, ehemals Rektor der Pontificia Universidad Católica del Perú, stellte die Kommission eine Untersuchungt über diese blutigen Jahre und eine vorsichtige Analyse der Gründe und Folgen, sowie die Zahl der [verlorenen, Anm. d. Übers.] menschlichen Leben, des zerstörten öffentlichen und privaten Eigentums, der Folterungen, Entführungen, der verschwundenen Menschen und Siedlungen während dieser Jahre an. Ein großer Teil der Öentlichkeit erkannte die wertvolle Arbeit der Kommission an, aber, wie zu erwarten war, wurden ihre Schlussfolgerungen von Militärkreisen und Banden / Cliquen, die den Fujimorismus überlebt hatten und auf diesem Wege versuchten, einem Aufdecken ihrer Komplizentätigkeit mit einem autoritären Regime  vorzubeugen, das nicht nur mit Haut und Haaren kleptomanisch und korrupt war, sondern auch eine erschreckende Ansamlung von Morden, Folter und Verschwinden [im Sinne von Menschen verschwinden lassen, Anm. d. Übers.] mit der Ausrede des antisubversiven Kampfes beging, kritisiert und zurückgewiesen.

    […]

    Der Minister erklärte, dass in einem Land, wo so viele Schulen und Krankenhäuser fehlen und wo so viele peruaner Hunger leiden, ein Museum keine Priorität haben kann. Nach dieserPhilosophie dürften Länder erst dann Mittel in den Schutz archäologischen, monumentalen und künstlerischen Erbes investieren, wenn zuvor der Wohlstand und das Wohlergehen all ihrer Bevölkerung gesichert sei.  Hätte ein derartiger Pragmatismus schon in der Vergangenheit vorgeherrscht, wäre auch der Prado, der Luvre, die National Gallery,  die Hermitage und Machu Picchu  öffentlich versteigert worden, um Bleistifte, Schulfibeln und Schuhe zu kaufen.

    […]

    Ohne Zweifel haben sich auch in diesen neun sperrigen Bänden [des Berichts der Kommission, Anm. d. Übers.] Fehler eingeschlichen. Aber weder in den berücksichtigten Tatsachen, noch in den gezogenen Schlüssen gibt es auch nur das geringste Zeichen einer gewollten Einseitigkeit, sondern, ganz im Gegenteil dazu, findet man ein ehrliches und beinahe zwanghaftes Streben, mit größter Genauigkeit das Passierte darzustellen und unbeirrbar  dem fanatischen leuchtenden Pfades und den Mitgliedern des MRTA (emerretistas), die glaubten, durch grundloses, zahlreiches Töten aller politischen Gegner würden sie Peru das sozialistische Paradies bringen, die vorrangige Verantwortung an diesem monströsen Gemetzel nachweisen.

    Eigene Übersetzung für INFOAMAZONAS.

    Den kompletten Artikel auf Spanisch mit dem Titel „El Perú no necesita museos“ findet man unter:

    http://www.elcomercio.com.pe/impresa/notas/peru-no-necesita-museos/20090308/256015

  • Wie Claudia, Heidemarie und Alberto Peru aufschreckten

    Wenn selbst der konservative Schriftsteller Mario Vargas Llosa mit „linken“  peruanischen Menschenrechtsgruppen einer Meinung ist, dann muss wirklich etwas schwerwiegendes vorgefallen sein. Vargas Llosa ist einer von  zahlreichen peruanischen intellektuellen Unterzeichnern eines offenen Briefes, in dem die peruanische Regierung aufgerufen wird, das Angebot Deutschlands anzunehmen, ein „Museum der Erinnerung“ für die zahlreichen Opfer des peruanischen Bürgerkrieges Ende des vergangenen Jahrhunderts zu errichten.

    Das Angebot für den Bau des Museums und seinen Unterhalt in Höhe von über 2 Millionen US-$ (die peruanische Volksanwältin Merino spricht von € 1,65 Mio) hatte die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul  im vergangenen März nach dem Besuch einer Fotoausstellung über die Schrecken des Bürgerkriegs in Lima gemacht.

    García: Bericht der Wahrheitskommission nur eine Meinung unter vielen

    Die peruanische Regierung hatte das Vorhaben aber abgelehnt. Verteidigungsminister Antero Flores erklärte gegenüber der BBC,  ein Museum würde sowieso niemandem nützen. Premierminister Yehude Simon gab dagegen bekannt, man habe das Angebot nicht abgelehnt, wolle das Geld aber lieber für Reparationszahlungen an die Opfer des Bürgerkrieges verwenden. Nicht festlegen wollte sich auch Präsident Alan García. Gegenüber Fernsehreportern sagte García, es gebe neben dem Bericht der peruanischen „Kommission für Wahrheit und Versöhnung“ (CVR) – auf dem die Ausstellung beruhte, die die deutsche Ministerin besucht hatte -  noch „hunderttausende andere“ Meinungen und Ansichten zu den Geschehnissen in den letzten 20 Jahren des 20. Jahrhunderts. Indirekt warf er der deutschen Initiative vor, ein einseitiges Projekt zu planen.

    Damit reiht sich García in die Reihe derer ein, die an dem Bericht der Kommission vor allem kritisieren, er würde die Leiden der Polizisten, Militärs und lokalen Autoritäten während des Bürgerkrieges ausklammern.  Er klammert sie aber nicht aus.

    Dem Bericht zufolge kamen durch den Konflikt mit Terrorgruppen wie MRTA oder Sendero Luminoso rund 70.000 Menschen ums Leben. Fast die Hälfte davon durch die peruanischen Streit- und Sicherheitskräfte.

    „Museumsstreit“ fördert schon jetzt die Erinnerung

    Wie der Streit ausgehen wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Die peruanische Volksanwaltschaft (Ombudsman) „Defensoría del Pueblo“, unter deren Regie das Museum gebaut und betrieben würde, plädierte für das Projekt.

    Gleichzeitig ist der Streit ein Zeichen dafür, dass noch zahlreiche offene Wunden vorhanden sind – und Politiker, die möglicherweise Angst davor haben, dass auch ihre dunkle Geschichten vom Ende des 20. Jahrhunderts noch ans Licht kommen. Dabei wurde dieser „Erinnerungsschub“ nicht allein von dem Museumsprojekt ausgelößt. Auch der Film der peruanischen Regisseurin Claudia Llosa, der vor dem Hintergrund der politischen Gewalt spielt, sorgt für Gesprächsstroff. Und nicht zuletzt das anstehende Urteil gegen den peruanischen Ex-Diktator Alberto Fujimori sorgt bei vielen seiner Anhänger für blank liegende Nerven. Wie auch der Prozess gegen Fujimori ist dieser Museumsstreit einer, der nur Pate steht für viel tiefer liegende Probleme.  Aber allein der Streit hat einiges bewegt – schon lange war das Thema „Erinnerung“ nicht mehr so präsent in der peruanischen Öffentlichkeit.

    Der offene Brief an die peruanische Regierung:

    http://www.pucp.edu.pe/idehpucp/images/docs/comunicado%20de%20apoyo%20al%20museo%20de%20la%20memoria%20version%20final%2028.02.09.pdf

  • Riesenvögel im Spiegel

    Er hatte Sägezähne und eine Flügelspannweite von bis zu sechs Metern: In Peru haben Wissenschaftler den versteinerten Schädel eines gewaltigen Seevogels entdeckt. Der Fund ist ungewöhnlich gut erhalten – die Forscher hoffen auf neue Erkenntnisse über die rätselhaften Tiere.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,610451,00.html

  • "Chachapoya-Wanderweg" beschlossene Sache

    11 Distrikte der Provinz Chachapoyas werden in den kommenden Jahren durch einen „Chachapoya-Abenteuerwanderweg“ verbunden. Er soll von Huancas über Chachapoyas, Levanto, San Isidro del Maino, Magdalena, Jalca Grande, Montevideo, Mariscal Castilla, Leymebamba, Chuquibamba nach Balsas am Marañón führen. Damit wird er viele archäologische und natürliche Sehenswürdigkeiten wie Ruinen aus verschiedenen Zeitaltern, beobachtungspunkte seltener Vögel und über Jahrhunderte unberührten Bergregenwald miteinander verbinden.

    443.000 Soles stehen bereit

    Neben der Aufstellung von Schildern auf der gesamten Länge des Weges umfasst das nun angestoßene Projekt auch die Förderung von Unterkünften, Rastmöglichkeiten und sanitären Einrichtungen  in den Orten, die an der „Gran Camino Chachapoya” genannten Route liegen. Zudem werden die gepflasterten historischen Inkawege – soweit notwendig – wieder hergerichtet und mit wichtigen Wegen der bis heute genutzten Mauleselspfade verknüpft. Die Provinz Chachapoyas, sowie die beteiligten Distrikte, stellen dafür nach Angaben von Provinzbürgermeister Peter Lerche insgesamt 443.000 Nuevos Soles zur Verfügung (Wechselkurse auf chachapoyas.eu). Ein Teil des Geldes soll auch für die Ausbildung von Fremdenführern aus der Umgebung aufgewendet werden. Weitere Mittel wollen die beteiligten Bürgermeister auf einer für Anfang März vorgesehenen Reise nach Lima organisieren.

    Wandern auf den Spuren der Chachapoya als Touristenattraktion

    Die 120-Kilometer-Route war von dem als „Chasqui Peruano“ genannten Abenteurer und Tourismusberater Felipe Valera konzipiert worden und soll Teil des „Circuito Turistico Nor Oriental“ (CNT), also der nordostperuanischen Reiseroute werden. Wie sehr Abenteuerwanderwege dieser Art gefragt sind, zeigt der seit Jahren anhaltende Erfolg des „Camino Inca“ zum Inkaheiligtum „Machu Picchu“ bei Cusco. Dort muss inzwischen, wegen des großen Andrangs, manchmal der Weg gesperrt werden. Gute Aussichten also für die Route, die innerhalb von ca. 8 Tagen in normalem Wandertempo abgelaufen werden kann.

  • Nach Gefängnispause: Magaly TeVe kehrt zurück

    Eineinhalb Monate nach ihrer Entlassung aus dem Santa Monica-Gefängnis in Lima wird die umstrittene Populärjournalistin Magaly Medina ab Montag Abend wieder bei ATV über alles ablästern, das einmal eine CD verkauft oder sein Gesicht in eine Kamera gehalten hat. Los geht es um 21 Uhr Ortszeit.  Magaly Medina war wegen Verleumdung verurteilt worden und verbrachte mehrere Monate im Gefängnis. Inzwischen wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt.

    Bisher bestand ihr Programm hauptsächlich aus mehr oder weniger verwackelten Filmaufnahmen von mehr oder weniger Prominenten, die mit Handys oder Überwachungskameras gemacht und von Magaly Medina ausführlichst kommentiert und durch den Kakao gezogen wurden.

  • Berlinale: DER GOLGENE BÄR GEHT NACH PERU!

    httpv://www.youtube.com/watch?v=3lBVIiU6xJw

    vrnl: Magaly Solier, Claudia Llosa. Foto: ANDINA
    vrnl: Magaly Solier, Claudia Llosa, María del Pilar. Foto: ANDINA

    Völlig überraschend geht der Goldene Bär, die höchste Auszeichnung der internationalen Filmfestspiele Berlin an Berlinale-Neuling Peru. Ausgezeichnet wurde der Film „La Teta asustada“ (Milk of Sorrow) der peruanischen Regisseurin Claudia Llosa. Folgerichtig widmete die Regisseurin  den Preis ihrem Heimatland. „Das ist für Peru, für unser Land,“ sagte Llosa, was aber beinahe in den stehenden Ovationen unterging.

    Hauptdarstellerin Magaly Solier dankte zuerst ihrer Mutter auf spanisch, grüßte ihr Heimatland Peru und sang ein Lied auf Quechua. Gegenüber RPP Noticias erklärte sie, der Preis sei auch eine Anerkennung der Leiden tausender Frauen während der Auseinandersetzungen in Peru, unter denen besonders die Region Ayacucho – aus der sowohl Magaly Solier, als auch ihre Filmfigur stammen – gelitten haben.

    Gegenüber dem peruanischen Nachrichtensender „CPN Radio“ erklärte Llosa, sie habe sich nach dem Aufruf der hinteren Plätze schon damit abgefunden, nicht unter den Preisträgern zu sein. Umso größer war dann wohl die Überraschung, neben dem Preis der internationalen Kinopresse auch noch den goldenen Bären zu bekommen.

    Claudia Llosas zweiter Film „La Teta asustada“ ist eine peruanisch-spanische Gemeinschaftsproduktion. Mit 33 Jahren ist sie die jüngste Regisseurin, die jemals für den goldenen Bären angetreten ist.

    Im Mittelpunkt des Films steht eine junge Frau, die von den Gräueltaten, die ihre Mutter zu Zeiten des Terrorismus durch den Leuchtenden Pfad in Peru erleiden musste, traumatisiert wird.

  • Magaly Solier Romero: "Fausta"-Darstellerin im Kurzportrait

    Mit ihrer Gesangseinlage auf Quechua überraschte sie die anwesenden Journalisten auf der Pressekonferenz mit Darstellern, Produzenten und der Regisseurin des peruanisch-spanischen Films „La teta asustada“ (milk of sorrow): die 23jährige Schauspielerin Magaly Solier Romero.

    Geboren am 11. Juni 1986 wuchs Magaly Solier in Palmayocc, einem Dörfchen mit rund 70 Häusern in der Provinz Huanta (Ayacucho) auf. Mit 10 Jahren kam sie zum ersten Mal nach Lima, wo sie als Haushälterin arbeitete. Schon nach wenigen Tagen hielt sie es nicht mehr aus und kehrte zurück nach Palmayocc. Nach einem wiederholten Schuljahr zog sie mit ihrer Mutter nach Huanta. Als sie 2004 auf dem Hauptplatz von Huamanga Essen verkaufte, um die Abschlussfahrt nach Cusco zu bezahlen – wurde sie von der Regisseurin Claudia Llosa von der Straße weg für deren Film „Madeinusa“ gecastet. Eigentlich wollte sie Polizistin werden, da sie schon in der Schule oft über ungerechtigkeiten stolperte – und sich auch nicht scheute, diese anzuprangern. Gleichzeitig verdiente sich Magaly Solier ein Taschengeld als Sängerin. Dass sie das Singen und Komponieren beherrscht, hat sie den Journalisten auf der Pressekonferenz gezeigt. Und wer es noch immer nicht glaubt, der kann inzwischen ihre CD „Warmi“ erwerben.

    Magaly Solier bleibt dabei „Madeinpalmayocc“, nicht „Madeinusa“. Sie besteht darauf, nicht mit ihren Filmfiguren verwechselt zu werden. Bei den Figuren, die sie bisher dargestellt hat, musste immer erst ein Mensch sterben, damit sie Freiheit erlangen konnten. Sie dagegen hat es auch so geschafft. Auch wenn sie – ebenso wie „Madeinusa“ und die von ihr gespielte „Fausta“ in „La Teta Asustada“ – fließend Quechua spricht. Auch war sie, wie sie 2007 der peruanischen Tageszeitung „El Comercio“ anvertraute,  in der eigenen Familie nicht mit dem in den Filmen wiederkehrenden Problem „Inzest“ belastet, im Umfeld ihrer Heimat war sie aber doch immer wieder damit konfrontiert.

    Ob es von Claudia Llosa und Magaly Solier einen weiteren gemeinsamen Film gibt, wollten die beiden auf der Pressekonferenz nicht verraten. Spannend wäre es in jedem Fall. Kurz nach der Premiere von „Madeinusa“ erzählte Magaly Soliers Mutter einem Fernsehreporter, sie würde gerne an Wettbewerben teilnehmen. Noch lieber würde sie diese Wettbewerbe allerdings gewinnen. Internationale Filmpreise hatte schon Madeinusa eingebracht. „La teta asustada“ wird dem wohl in nichts nachstehen. Und dass man in nächster Zeit etwas von Magaly Solier hört, wird zumindest in Peru selbst unvermeidlich sein. Dafür wird ihre CD schon sorgen.

    Geburtstag: 11. Juni.

    Eine Reportage von „Cu4rto Poder“ über die Schauspielerin & ihre Familie:

    httpv://www.youtube.com/watch?v=3yvFBwQZRHk

    Teil 2: http://www.youtube.com/watch?v=Gs1FMh88YjM

    Teil 3: http://www.youtube.com/watch?v=TzTgohVgCJI

    Teil 4: http://www.youtube.com/watch?v=WBmzp2wPHXk

    Einige von ihr gesungene Lieder kann man auf http://www.myspace.com/masolyperu anhören.

    Eine hervorragende Filmkritik über den Film „La Teta Asustada“ schrieb Kerstin Decker vom Tagesspiegel. Man kann sie unter http://www.tagesspiegel.de/kultur/kino/berlinale/Berlinale-Wettbewerb;art16892,2729300 lesen.

    http://www.magalysolier.com

  • Tag des "Pisco Sour"

    An jedem 2. Samstag im Februar feiert Peru ausführlich sein Nationalgetränkt, den Pisco Sour. Auch in diesem Jahr haben viele Distriktverwaltungen von Lima an zentralen Plätzen Stände aufgebaut, an denen kostenlos Pisco ausgeschenkt wird. Die wohl verbreitetste Zubereitungsform ist dabei der „Pisco Sour“, für die der Pisco-Schnaps mit Limonensaft und Zucker gemischt und mit einer zarten Eischaumschicht bedeckt wird. An vielen Orten werden Wettbewerbe veranstaltet, um den besten Pisco zu prämieren. Und wie es sich gehört, wird im Stadtteil Jesús María natürlich auch die „Miss Pisco“ gewählt und gekrönt. Die Feierlaune anheizen wird wohl auch die Nachricht, die Produktionsministerin Elena Conterno heute morgen verkündete. So habe Peru inzwischen Lieblingsfeind Chile bei der exportierten Piscomenge übertroffen. Zudem 2008 habe Peru 17 mal mehr Pisco exportiert als noch 2002.

  • Claudia Llosas "La teta asustada" auf der Berlinale

    httpv://www.youtube.com/watch?v=xU-sHfd8Jbw

    Mit ihrer zweiten großen Produktion „Milk of sorrow“ (la teta asustada) nimmt die peruanisch-spanische Regisseurin Claudia Llosa an der diesjährigen Berlinale teil. Der Film erzählt die Geschichte von Fausta, einer jungen Frau, die an einer sehr speziellen Krankheit leidet. Es ist eine Krankheit, die wie man in Teilen der peruanischen Region Ayacucho erzählt, durch Angst ausgelöst und nur über die Muttermilch übertragen wird. Fausta wurde von ihrer Mutter angesteckt. Betroffene Frauen gibt es reichlich und alle haben etwas gemeinsam: Sie waren während der Zeit des Terrors durch den „leuchtenden Pfad“ (Sendero Luminoso) schwanger, der Ayacucho sehr schwer getroffen hat.

    Plötzlich treten Blutungen auf, Angst frisst die Seele auf. Dann stirbt plötzlich Faustas Mutter.

    Im offiziellen Vorabbericht der Berlinale steht dazu:
    Ihre Krankheit heißt Angst und hat ihr die Seele geraubt. Als überraschend
    ihre Mutter stirbt, ist Fausta gezwungen, sich ihren Ängsten zu stellen. Wie übermächtig diese sind und zu welch verzwei felten Handlungen sie Fausta veranlassen, lässt sich leicht ermessen, wenn man Faustas größtes Geheimnis erfährt: Um widerliche Eindringlinge aus ihrem Körper fernzuhalten, hat sie eine Kartoffel in ihre Vagina eingeführt, die gewissermaßen als eine Art antibakterieller „Abwehrschild“ fungiert. Doch dann löst der Tod der Mutter unerwartete Ereignisse aus, die Faustas Leben und das Leben anderer Beteiligter einschneidend verändern. Für Fausta aber beginnt eine Reise aus der Furcht in die Freiheit.

    Die peruanische Regisseurin Claudia Llosa arbeitet in ihrem Film die bedrückende Vergangenheit ihres Landes auf: Die im Jahre 2001 eingesetzte peruanische „Wahrheitskommission“ (Comisión de la Verdad y Reconciliación, CVR) hat für den Zeitraum von 1980 bis 2000 fast 70.000 ermordete Menschen, unzählige Vergewaltigungen, Entführungen und andere Menschenrechtsverletzungen verzeichnet.

    „La Teta Asustada“ ist der zweite große Film von Claudia Llosa nach ihrem mehrfach preisgekrönten Erstlingswerk „Madeinusa“. Wie auch in „Madeinusa“ spielt Magaly Solier die Hauptrolle. Sie war 2006 von Claudia Llosa auf dem zentralen Platz von Huanta entdeckt worden und wie die Regisseurin erzählt, wurden beide Rollen genau auf ihre Person hin geschrieben.