Schlagwort: Serie Drogenprobleme

  • Wie der peruanische Staat seine Präsenz in der Fläche vorantreiben möchte

    Peru, mit einer Fläche, die fast dreieinhalb Mal die Bundesrepublik Deutschland fassen würde, hat ein Problem: Viele Sozialprogramme und Dienstleistungen des Staates sind für die Ärmsten der Armen gedacht, kommen aber in besonders armen, abgelegenen Regionen überhaupt nicht an.

    Die Lösung? Tambo San Juan de Yanacachi (4.045 m. ü. M.; Distrikt Ticlacayan / Provinz und Region Pasco). Foto: ANDINA.
    Die Lösung? Tambo San Juan de Yanacachi (4.045 m. ü. M.; Distrikt Ticlacayan / Provinz und Region Pasco). Foto: ANDINA.

    Das erschwert die Arbeit, lohnt es sich doch für alte Menschen in manchen Landesteilen kaum, beispielsweise die Armengrundrente „Pensión 65“ zu beantragen. Denn: Diese beträgt zwar 125 Nuevos Soles pro Monat – wird aber bislang nur über die Filialen der Nationalbank (Banco de la Nación) ausgezahlt. In manchen Orten, beispielsweise Chapiza am Río Santiago, einem Zufluss des Marañón in der nordperuanischen Provinz Condorcanqui (Region Amazonas) nahe der Grenze zum Nachbarland Ecuador, kostet die Reise zur nächstgelegenen Filiale in der Provinzhauptstadt Santa María de Nieva mehrere hundert Soles. Ähnlich verhält es sich mit anderen Sozialprogrammen – und das, obwohl Condorcanqui die mit Abstand ärmste Provinz der Region ist.

    Staat überzeugt bislang nicht

    Ermittlungsarbeit bislang nur mit Maulesel: Polizeiposten Cocabamba. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Ermittlungsarbeit nur mit dem Maultier: Polizeiposten Cocabamba (Provinz Luya / Region Amazonas). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Gleichzeitig siedeln sich in diversen Teilen Condorcanquis Goldschürfer an, um die Ufer des Marañón und seine Seitenarme illegal auf der Suche nach dem Edelmetall umzugraben. Die peruanische Regierung hat in den vergangenen Jahren ihr Vorgehen gegen den illegalen Bergbau verschärft und möchte erreichen, dass die Goldwäscher, zumindest grundlegende Umweltstandards einhalten und Steuern abführen.

    Doch, wie so häufig im von informellem Wirtschaftstreiben sehr geprägten Peru, ist es nicht einfach, Menschen dafür zu begeistern und davon zu überzeugen. Denn: Vielerorts ist der Staat höchstens marginal präsent, im besten Fall durch gewählte Bürgermeisterinnen, Lehrer oder Gesundheitspersonal. Die -nicht nur- wegen ihrer geringen Mitarbeiterzahl chronisch überforderte peruanische Polizei kann in zahlreichen großen und schwierig zugänglichen Regionen lediglich stichprobenartige Einsätze organisieren, weil ihr für mehr die Mittel, die Ausrüstung und die Infrastruktur fehlen.

    Coca-Bauern bislang ohne legale Alternative

    Coca-Strauch. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Coca-Strauch. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Auch staatliche Fördermittel für den Hausbau oder die Grundbucheintragung von Häusern und Grundstücken können in vielen Regionen wegen fehlenden Wissens über deren Existenz und der großen Entfernung zu den Dienststellen der staatlichen Programme nicht abgerufen werden*. Ein Beispiel dafür ist die Region um Monzón (Provinz Huamalies / Region Huánuco), in der vor wenigen Tagen Perus Anti-Drogen-Zarin Carmen Masías (DEVIDA) öffentlichkeitswirksam erklärte, der Staat sei zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder in der „Coca-Bastion“ präsent. Die Gegend ist in Peru bekannt für die Coca-Produktion für die Herstellung von Kokain und ging im vergangenen Jahr wegen der spektakulären Festnahme eines seit Jahrzehnten gesuchten Terroristen, sowie ihm angeblich nahestehender Cocabauern-Verbandsführer durch die Presse. Auch deshalb steht sie seit Jahren im Zentrum von vor allem durch die USA finanzierten Coca-Vernichtungsaktionen.

    Jede der vergangenen Regierungen in Lima hatte die Coca-Bauern dazu aufgerufen, die Coca-Pflanzungen zu Gunsten legaler Produkte aufzugeben und sich somit in den formellen Wirtschaftskreislauf einzuklinken. Aber der Anreiz dafür war gering: das Tal liegt -obwohl an einer Nationalstraße (14A) gelegen-  fernab attraktiver Märkte, Polizei und Vertreter von Sozial- und Agrarförderprogrammen hatten keine festen Büros vor Ort. Wenn der Staat in Form der Antidrogenpolizei auftauchte, führte das zu brutalen Konflikten, bei denen in den vergangenen Jahren mehrere Cocabauern-Vertreter getötet wurden. Die legale Wirtschaft und der Staat boten – und bieten teils noch immer – keine gangbare Alternative.

    Mit „Tambos“ in die Fläche

    Mit First Lady bei Tambo-Einweihung: Präsident Humala. Foto: Prensa Presidencia.
    Mit First Lady bei Tambo-Einweihung: Präsident Humala. Foto: Prensa Presidencia.

    Das soll sich nach Plänen der derzeitigen Regierung in den kommenden Jahren ändern. Nicht nur, dass der Bau eines Polizeipostens in Monzón bereits geplant ist. Vielmehr wurde ein Programm („Servicio de Apoyo al Hábitat Rural“) aufgelegt, das nach mythologischen Inka-Verwaltungszentren und -herbergen „Tambos“ benannt wurde. Im Rahmen des Programms werden in besonders abgelegenen Regionen im Einheitsdesign kleine Verwaltungszentren gebaut, die insbesondere Dienstleistungen der Nationalregierung, Fortbildungen, aber auch Finanzdienstleistungen der Nationalbank anbieten sollen. Seither sieht man Perus Präsident Humala, der 2013 zum „Jahr der Investitionen für die ländliche Entwicklung und die Ernährungssicherheit“ erklärt hat, mindestens einmal pro Woche einen solchen „Tambo“ einweihen.

    VRAEM: mit „Tambos“ gegen den Narcoterror?

    Eine Reihe solcher Gebäude wird derzeit auch in den Tälern der Flüsse Apurímac, Éne und Mantaro (kurz: VRAEM) errichtet, die andere prominente peruanische „Coca-Bastion“ neben dem Gebiet um die Flüsse Monzón und Huallaga. Das Kalkül dahinter: Einem dort im Bund mit der Drogenmafia agierenden Arm der Terrororganisation „Sendero Luminoso“ durch Unterstützung der Bevölkerung den Boden zu entziehen. Bisher war auch im VRAEM der peruanische Staat nur marginal präsent. Und dort, wo staatliche Einrichtungen vorhanden waren, ließ sich häufig kein Personal finden. Zu groß war die Angst vor dem Terror. Zu recht: Immer wieder gab es Anschläge auf öffentliche Einrichtungen, selbst Gesundheitzentren waren davor nicht sicher. Ob sich das mit dem „Tambo“-Bau verändern wird, muss sich noch zeigen.

    Erfolgreiche Strategie?

    DEVIDA-Chefin Carmen Masías. Foto: Presidencia.
    DEVIDA-Chefin Carmen Masías. Foto: Presidencia.

    Für Carmen Masías, Chefin der staatlichen Anti-Drogen-Behörde DEVIDA, ist das Engagement aber ein Zeichen dafür, dass „Niemandsland“ erobert wird, um der Bevölkerung zu helfen, aus der illegalen Coca-Wirtschaft herauszukommen. Auch wenn diese Sichtweise wahrscheinlich etwas zu optimistisch ist, gibt es erste Anzeichen, dass die Strategie zumindest mancherorts aufgeht: Zum ersten Mal gibt es seit kurzem im genannten Monzón-Tal keinen nennenswerten Widerstand mehr gegen die Coca-Vernichtungsarbeiten der Polizei, die erstmals vom peruanischen Staat mitfinanziert werden. Und auch zahlreiche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem Umland von Monzón, bisher stets im Kreuzfeuer zwischen Coca-Bauern und Nationalregierung, verpflichteten sich, den Kampf gegen die Drogenmafia zu unterstützen.

    Kein Allheilmittel

    Bei dem ganzen Engagement in Krisenregionen darf allerdings nicht aus dem Blick geraten, dass es auch Regionen gibt, in denen kein Konflikt herrscht, die aber dennoch einer größeren Nähe staatlicher Institutionen dringend bedürfen. Regionen wie die Umgebung von Chapiza, wo bislang allerdings noch kein „Tambo“ in Aussicht ist. Andernorts wurden derweil die ersten eingeweiht: In Belén (Provinz Maynas / Region Loreto) und Chivay (Provinz Caylloma / Region Arequipa), bis 2016 will die peruanische Regierung insgesamt 500 Stück errichtet haben. Gleichzeitig sind die „Tambos“ kein Allheilmittel, Bürgerinnen und Bürgern dazu zu bringen, dem Staat zu vertrauen**. Aber die Einsicht, dass etwas kürzere Wege den Zugang zu seinen Dienstleistungen vereinfachen können, war ein wichtiger Schritt.

    * Es sei darauf hingewiesen, dass in der peruanischen Presse zudem häufig noch auf den Faktor „Korruption“ hingewiesen wird.
    ** In der peruanischen, wie auch in der deutschen Presse ist immer wieder davon zu lesen, der peruanische Staat müsse „Vertrauen zurück gewinnen“. Die Frage ist allerdings, ob ihm -insbesondere in abgelegenen Regionen- jemals Vertrauen entgegen gebracht wurde.

    Lage des Flusses Apurímac, später Éne. Grafik: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Lage des Flusses Apurímac, später Éne. Grafik: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Nähere Informationen zum Thema VRAEM finden Sie in den Beiträgen „Das VRAE heißt nun VRAEM“, sowie „Peru: Was ist und wo liegt das VRAE?“

  • Oxapampa / Pasco: Polizei beschlagnahmt Drogen-Flugzeug

    Bei der Kontrolle einer illegalen Landepiste hat die Polizei am vergangenen Samstag in der peruanischen Provinz Oxapampa (Region Pasco) ein mit fast 350 Kilo Kokain beladenes Flugzeug festgesetzt. Das Flugzeug, das nach Angaben der Polizei in Bolivien angemeldet war, war offenbar bei der Landung leicht beschädigt worden. Als die Besatzung auf die anrückenden Polizisten aufmerksam wurde, eröffnete sie das Feuer und flüchtete.

    Im Innern des Flugzeugs wurden neben Chemikalien zur Kokainproduktion 349 Päckchen mit Kokain gefunden, von denen jedes rund ein Kilogramm wog. Ob das Nachbarland Bolivien das Ziel der Drogenschmuggler war, ist derzeit noch unbekannt.

  • Peruanische Antidrogenpolizisten müssen an den Lügendetektor

    Immer wieder gibt es in Peru Meldungen von Polizisten, die selbst in die Geschäfte der Drogenmafia verstrickt sind, die nationale Antidrogenbehörde DEVIDA möchte dem nun einen Riegel vorschieben. Die DEVIDA-Vorsitzende Carmen Masías überreichte gestern der Antidrogenpolizei DIRANDRO mehrere Lügendetektoren (Polygraphen) im Wert von insgesamt rund 100.000 Nuevos Soles, mit denen neben im Dienst stehenden Polizisten auch künftige Bewerber geprüft werden sollen, insbesondere diejenigen, die mit vertraulichen Informationen zu tun haben.

    Der Polygraph registriert Änderungen körperlicher Änderungen wie beispielsweise ein veränderter Hautwiderstand oder ein erhöhter Puls. Die Beurteilung, ob es sich bei einer Aussage um eine Lüge oder die Wahrheit handelt, nimmt aber ein Mensch aufgrund der gewonnenen Daten vor. Wegen erwiesenen Manipulationen in der Vergangenheit darf der Lügendetektor-Test in vielen Ländern, darunter Deutschland, nicht in Strafverfahren eingesetzt werden.

  • Anti-Drogen-Gipfel startet in Lima

    DEVIDA-Chefin Carmen Masías. Foto: Presidencia.
    DEVIDA-Chefin Carmen Masías. Foto: Presidencia.

    In der peruanischen Hauptstadt Lima wird seit heute im Rahmen eines internationalen Gipfeltreffens über ein gemeinsames Vorgehen im Kampf gegen Drogen debattiert. Angereist sind Anti-Drogen-Experten aus aller Welt, die sich in den kommenden Tagen mit Themen wie der Zurückdrängung der Drogen-Nachfrage, der Senkung des Drogen-Angebots, sowie mit „best pratices“ zur alternativen Entwicklung beschäftigen werden. Nach Angaben der peruanischen Anti-Drogen-Behörde DEVIDA, auf deren Initiative der Gipfel zurückgeht, sind 76 Delegationen von Staaten und internationalen Organisationen vor Ort. Auch Vertreter mehrerer europäischer Staaten sind anwesend. Erst Anfang Juni hatte DEVIDA-Chefin Carmen Masías in Brüssel die peruanische Strategie zur Bekämpfung der Drogenkriminalität vorgestellt und dabei darauf hingewiesen, dass Peru bei diesem Kampf auf die Hilfe der Länder angewiesen, die für die Nachfrage nach Drogen verantwortlich sind. So handelt es sich bei der EU, um einen der größten Absatzmärkte der internationalen Drogenmafia, die in Peru vor allem Kokain und Marihuana produziert.

    Eröffnet wurde der Gipfel mit einer Rede von Perus Präsident Ollanta Humala. Dieser erklärte, er sei sicher, dass am Ende des Gipfels ein Abschlussdokument stehe, das einen Epochenwechsel im Kampf gegen die Drogen einleite, so Humala. Dafür sei es notwendig, so Humala weiter, neue Blickwinkel und Strategien zu suchen, um effektive Politiken für Anti-Drogen-Kampf zu entwickeln. Repression und härtere Gesetze führten nicht automatisch zum Erfolg gegen eine Mafia, die grenzüberschreitend arbeite, so der Präsident und hob die Beispiele San Martín und Ucayali hervor, wo offiziell durch Anbaualternativen und besseren Marktzugang die illegal produzierte Coca-Menge in den vergangenen Jahren abnahm.

    Mit neuer Chefin: DEVIDA. Foto: DEVIDA.
    Veranstaltet Anti-Drogen-Gipfel: DEVIDA. Foto: DEVIDA.

    Auf dem Anti-Drogengipfel, der noch bis Morgen andauern wird, soll es nicht nur um Möglichkeiten bi- oder multilateralen Vorgehens gegen die Drogenmafia und die Geldwäsche gehen, sondern auch um konkrete Projekte und erfolgreiche Strategien in verschiedenen Ländern. Den Initiatoren geht es dabei nach eigenen Angaben nicht nur darum, von den Konsumenten-Ländern mehr Geld für den Kampf gegen das Übel zu bekommen, sondern vielmehr auch darum, dass diese Länder ihre „Mitverantwortung“ für das Problem anerkennen – und entsprechend handeln.

    Während des Gipfeltreffens in der peruanischen Haupstadt Lima wird auch die Präsentation neuer Zahlen der US-Antidrogenbehörde DEA erwartet, die im vergangenen Jahr ein starkes Anwachsen der peruanischen Kokain-Produktion prognostiziert hatte. Pro Jahr wendet der peruanische Staat 230 Millionen US-Dollar für den Kampf gegen Drogen auf – was offensichtlich nicht ausreicht.

    Übrigens: Der offizielle Titel der Veranstaltung lautet „Conferencia Internacional de Ministros de Relaciones Exteriores y Organismos Nacionales Especializados Contra el Problema Mundial de las Drogas“

    INFOAMAZONAS-Spezial Drogenprobleme und DrogenkonflikteMehr Informationen zum Thema „Peru“ und „Drogen“ finden Sie im Infoamazonas-Dossier Drogenprobleme.

  • Anti-Drogen-Gipfel in Lima beginnt

    INFOAMAZONAS Peru-Nachrichten, Neuigkeiten aus PeruIn der peruanischen Hauptstadt Lima wird heute im Rahmen eines Gipfeltreffens über künftiges Vorgehen im Kampf gegen Drogen debattiert. Erwartet werden Anti-Drogen-Experten aus aller Welt. Nach Angaben der peruanischen Anti-Drogen-Behörde DEVIDA, auf deren Initiative der Gipfel zurückgeht, haben bereits mehr als 70 Staaten und internationale Organisationen ihre Teilnahme bestätigt. Erst Anfang Juni hatte DEVIDA-Chefin Carmen Masías in Brüssel die peruanische Strategie zur Bekämpfung der Drogenkriminalität vorgestellt und dabei darauf hingewiesen, dass Peru bei diesem Kampf auf die Hilfe der Länder angewiesen, die für die Nachfrage nach Drogen verantwortlich sind. So handelt es sich bei der EU, um einen der größten Absatzmärkte der internationalen Drogenmafia, die in Peru vor allem Kokain und Marihuana produziert.

    Auf dem Anti-Drogengipfel am 25. und 26. Juni in Lima soll es dann nicht nur um Möglichkeiten bi- oder multilateralen Vorgehens gegen die Drogenmafia und die Geldwäsche gehen, sondern auch um konkrete Projekte und erfolgreiche Strategien in verschiedenen Ländern. Den Initiatoren geht es dabei nach eigenen Angaben nicht nur darum, von den Konsumenten-Ländern mehr Geld für den Kampf gegen das Übel zu bekommen, sondern vielmehr auch darum, dass diese Länder ihre „Mitverantwortung“ für das Problem anerkennen – und entsprechend handeln.

    Während des Gipfeltreffens in der peruanischen Haupstadt Lima wird auch die Präsentation neuer Zahlen der US-Antidrogenbehörde DEA erwartet, die im vergangenen Jahr ein starkes Anwachsen der peruanischen Kokain-Produktion prognostiziert hatte.

    Mehr Informationen zum Thema „Peru“ und „Drogen“ finden Sie im Infoamazonas-Dossier Drogenprobleme.

  • Peru: Zoll beschlagnahmt 1,7 Tonnen Kokain am Hafen von Paita

    Kokain in peruanischem Polizeilabor. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Kokain in peruanischem Polizeilabor. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Der Zoll hat am Hafen der nordperuanischen Küstenstadt Paita (Region Piura) eine Kokainladung mit einem Gesamtgewicht von mehr als eineinhalb Tonnen beschlagnahmt, die offenbar in mehreren Frachtcontainern nach Belgien verschifft werden sollten. Die Drogen, nach Angaben der Polizei in 1.432 Plastiktüten in Form eines Backsteins verpackt, waren im Inneren einer Bananenladung versteckt und hätten nach Schätzung der Behörden einen Schwarzmarktwert von 84 Millionen US-$ gehabt. Der Zoll wurde auf die Ladung aufmerksam, da offenbar nur selten Frachtcontainer mit einer bestimmten peruanischen Bananenart direkt nach Belgien verschifft werden. Inzwischen ist der Fall in der Hand der peruanischen Staatsanwaltschaft, das Rauschgift soll nach Abschluss der Ermittlungen verbrannt werden.

    Der Hafen von Paita ist einer der wichtigsten Pazifikhäfen Perus.

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  • Warum das Verbot von Chemikalien zur Eindämmung der Kokainproduktion nur begrenzt taugt…

    …erklärt IDL-Reporteros in einem äußerst detailreichen Beitrag zum Thema. Denn: Fast alle der notwendigen Chemikalien können auch durch andere ersetzt werden. Was IDL-Reporteros nicht schreibt, aber aus den Info-Grafiken hervorgeht, kann man aber in jedem Fall die Kosten für die Drogenproduzenten in die Höhe treiben. Dadurch sinkt im besten Fall die Wirtschaftlichkeit des Kokain-Geschäftes.
    Den gesamten Beitrag finden Sie (auf spanisch) unter:
    http://idl-reporteros.pe/2012/02/15/el-dilema-de-los-insumos/

  • Perus „Anti-Drogen-Zar“ Soberón muss abtreten

    Mit neuer Chefin: DEVIDA. Foto: DEVIDA.
    Mit neuer Chefin: DEVIDA. Foto: DEVIDA.

    Eine Personalie hatte überrascht, als Ende vergangenen Jahres große Teile der peruanischen Regierung ausgewechselt worden waren: Der Chef der Anti-Drogen-Behörde DEVIDA, Ricardo Soberón, war im Amt geblieben. Soberón, ein Spezialist für Drogen- und Cocapolitik, war bereits kurz nach seinem Amtsantritt wegen vermeintlicher Nähe zu diversen Cocabauern-Dachverbänden scharf angegriffen worden, hatte aber immer Rückendeckung von Präsident Humala, sowie dem vormaligen Premier Salomón Lerner Ghitis erhalten. Obwohl nie direkt angegriffen, hatte der heutige Premierminister Oscar Valdés in der Vergangenheit mehrmals sein Unbehagen über die häufig unorthodoxen Ansätze Soberóns an der Spitze von DEVIDA zum Ausdruck gebracht. Offiziell wurde Soberón nun nicht vor die Türe gesetzt, es wurde vielmehr erst jetzt über den „bei der Kabinettsumbildung angebotenen Rücktritt entschieden“.

    Soberón hatte wiederholt die bisherigen Strategien zur Eindämmung der Coca- und Kokainproduktion kritisiert, in deren Rahmen vor allem Cocafelder zerstört wurden. Im Gegenzug forderte er einen breiteren Ansatz, der nach Soberón insbesondere die Kontrolle von Chemikalien für die Kokainproduktion, den Kampf gegen die Geldwäsche, sowie die Umschulung von Cocabauern und finanzielle Anreize für den Umstieg von der Cocaproduktion auf andere landwirtschaftliche Produkte enthalten sollte.

    Nachfolgerin von Ricardo Soberón wird die Psychologin Carmen Masías Claux, die bislang an der Privatuniversität San Martin de Porres lehrte und für diverse Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Projekte und Studien zum Thema Drogenkonsum ausarbeitete und durchführte. Zuletzt arbeitete Masías Claux für die NGO CEDRO, die sich im Bereich Drogenprävention und in geringerem Maße auch mit Projekten in entsprechenden Regionen im Kampf gegen die Drogenproduktion betätigt.

    (Resolución Suprema N° 013-2012-PCM)

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  • Peru: 500 Kilo Kokain in Spargeldosen beschlagnahmt

    In einer luxeriösen Villa bei Huachipa (Distrikt Lurigancho-Chosica / Provinz Lima) hat die peruanische Antidrogenpolizei DIRANDRO gestern 900 Blechdosen beschlagnahmt, die insgesamt fast 500 Kilogramm der Droge Kokain für den europäischen Schwarzmarkt enthielten. Das berichtet die Tageszeitung La República. Als Dosenspargel getarnt sollte das Rauschgift nach Europa verschifft und dort verkauft werden. Vor Ort wurden nach Angaben der Polizei zwei Kolumbianer verhaftet, bei denen es sich aber vermutlich nicht um die Initiatoren des Drogenschmuggels handelt. Die Polizei begann bereits mit der Suche nach den Hintermännern.

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  • Bagua Grande: Polizei beschlagnahmt 123 Kilo Kokain

    Die Kolonne aus zwei PKW und einem Minivan kamen ihnen verdächtig vor: Bei einer Verkehrskontrolle sind der Straßenpolizei Bagua Grande gestern Drogenschmuggler mit insgesamt 123 Kilogramm Kokain im Gepäck ins Netz gegangen. Wie die Lokalzeitung „Ahora“ berichtet, fuhr, wie es bei Drogentransporten üblich ist, einer der PKW voraus, um vor Polizeikontrollen zu warnen. Offensichtlich schafften sie es nicht mehr rechtzeitig, die Warnung abzusetzen. Beide PKW entkamen, der mit den Drogen beladene Minivan, sowie sein Inhalt wurden aber beschlagnahmt. Die zwei Insaßen wurden festgenommen, gaben allerdings zu Protokoll, lediglich die „Fahrer“ und „Beifahrer“ gewesen zu sein und die Namen der Hintermänner nicht zu kennen. Ziel der Drogenschmuggler soll Chiclayo gewesen sein.

    Die Polizeikontrolle ereignete sich bei Streckenkilometer 236 der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße, nur wenige Kilometer von Bagua Grande entfernt. Die Polizei überprüft nun mit Hilfe der Videoaufnahmen der Überwachungskamera einer nahegelegenen Mautstation, ob der Minivan bereits in der Vergangenheit auf der Route unterwegs war. Die Drogen waren in backsteinförmigen Bündeln verpackt und mit gelber Folie eingewickelt worden.

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