Schlagwort: Serie Drogenprobleme

  • Peru: Regierung prüft finanzielle Unterstützung von Kokabauern, die umschulen

    Coca-Strauch. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Coca-Strauch. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Die peruanische Regierung prüft derzeit, ob Kokabauern in Zukunft direkt Geld bekommen, wenn sie auf andere Agrarprodukte umsteigen. Derzeit seien Experten der Antidrogenbehörde DEVIDA dabei, durchzurechnen, was es kosten würde, Kokabauern über drei oder vier Jahre finanzell zu unterstützen, wenn sie beispielsweise auf Kakao oder Kaffee umsteigen, so Premierminister Salomón Lerner. Diese Zeit ist nötig, um den Zeitraum zu überbrücken, bis die Kakao- und Kaffeepflanzen erstmals Früchte tragen. Dafür, so Lerner weiter, könne man die gewaltsame Vernichtung illegaler Coca-Pflanzungen zurückfahren. Zunächst soll diese Anti-Drogen-Strategie auf einer Fläche zwischen 1.000 und 1.500 Hektar in den Tälern der Flüsse Apurímac und Éne (VRAE) ausprobiert werden, einem der peruanischen Haupt-Coca-Anbaugebiete, in dem rund 350.000 Menschen leben.

    Premier Salomon Lerner Ghitis. Foto: Carlos Lezama / ANDINA
    Premier Salomon Lerner Ghitis. Foto: Carlos Lezama / ANDINA

    Die Blätter der Coca-Pflanze sind Grundstoff für die Produktion des Rauschgifts Kokain. Für Premierminister Lerner ist die Coca-Vernichtungspolitik während der vergangenen 20 Jahre weitgehend gescheitert. Wie die Tageszeitung „Diario16“ berichtet, setzt DEVIDA-Chef Soberón vor allem auf die Förderung der Umstellung der Kokabauern auf andere Agrarprodukte. Zudem soll die Wirtschaft des VRAE durch den Bau eines Mega-Wasserkraftwerks angekurbelt werden.

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  • Ucayali: Coca-Bauern beenden Streik

    Nach einer vorläufigen Einigung mit der peruanischen Regierung haben die Coca-Bauern, die in den vergangenen Tagen die Federico Basadre-Fernstraße in Ucayali besetzt hielten, ihren Streik ausgesetzt. Die Coca-Bauern hatten von der Regierung gefordert, die Vernichtung von Coca-Pflanzungen zu stoppen und alle Coca-Bauern offiziell zu registrieren. Die nun erreichte Einigung sieht vor, dass nur die Felder zerstört werden, deren Besitzer nicht den Nachweis erbringen können, ihre Ernte an den staatlichen Coca-Monopolisten ENACO zu verkaufen.

    Die Einigung ist aber, so Serafín Andrés Luján, Generalsekretär der Coca-Bauernorganisation CONPACCP, an Bedingungen geknüpft und kündigte an, man werde den Streik fortführen, wenn die Regierung nicht innerhalb von 15 Tagen mit der Durchführung der Beschlüsse beginne. Der CONPACCP-Generalsekretär erklärte zudem,  seine Organisation fordere eine Rechnungsprüfung, in der untersucht werden soll, ob die Antidrogenbehörde DEVIDA Projektgelder aus dem Ausland während der vergangenen 20 Jahre ordnungsgemäß eingesetzt hat. Gegenüber der Tageszeitung „La República“ sagte Andrés Luján,  „Diese Mittel waren für die (zu Coca-Pflanzungen) alternative Entwicklung bestimmt und wir möchten wissen, wie sie ausgegeben wurden“.

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  • Ollantas Feuerprobe: Streikende Coca-Bauern blockieren Fernstraße in Ucayali

    Es könnte die erste Krise der neuen peruanischen Regierung werden: In der ostperuanischen Regenwaldregion Ucayali haben streikende Coca-Bauern im Protest gegen die Fortführung der Vernichtung illegaler Coca-Pflanzungen die Federico-Basadre Fernstraße besetzt. Sie fordern, die Coca-Vernichtung auszusetzen. Die Vernichtung der illegal angebauten Coca-Sträucher, deren Blätter vor allem zur Produktion des Rauschgifts Kokain verwendet werden, ist Teil der Anti-Drogen-Strategie der aktuellen peruanischen Regierung. Verhandlungen zwischen der Regierung und Abgesandten der Coca-Bauern blieben bislang erfolglos. Ricardo Soberón, Chef der Antidrogenbehörde DEVIDA drohte, die Verhandlungen platzen zu lassen, sollten die Straßenblockaden nicht aufgelöst werden.

    Besonders betroffen von der Straßenblockade sind die Großstädte Tingo María und Pucallpa in der Region Ucayali. Aber auch Teile der Nachbarregionen San Martín, Huánuco und Loreto bekommen die Folgen des Streiks zu spüren. Nach Angaben der Regionalregierung Ucayali treiben vielerorts Nahrungsmittelspekulanten die Preise für frische Lebensmittel in die Höhe, da Frischware die Fernstraße nur begrenzt passieren kann. Die Landwirte in den betroffenen Regionen können ihre Produkte nicht mehr weiterverkaufen.

    Die Coca-Bauern fordern derweil nicht nur das Ende der Cocastrauch-Vernichtung, sondern auch, offiziell registriert zu werden und dann legal weiter arbeiten zu können. Mit dieser Forderung sind sie gar nicht weit von DEVIDA-Chef Soberón entfernt. Die Initiatoren des Streiks kommen vor allem aus der Umgebung von Aguaytía (Provinz Padre Abad, Region Ucayali). Erst kürzlich hatte die peruanische Polizei dort mehr als 30 große Becken und mehrere rustikale Labors zerstört, die zur Produktion des Kokain-Grundstoffs „Pasta Básica“ verwendet wurden.

    Notstand in Leoncio Prado, Tocache und Padre Abad 

    Präsident Ollanta Humala hat für die Provinzen Leoncio Prado (Region Huánuco), Tocache (Region San Martín) und Padre Abad (Region Ucayali) den Notstand ausgerufen. Innenminister Oscar Valdés kündigte an, man werde zur Lösung der Situation (Straßenblockade) jede Art staatlicher Autorität einsetzen. Offiziell begründet wird der Notstand allerdings nicht nur mit den Coca-Protesten, sondern mit „anhaltenden Umtrieben der Terrororganisation ‚Leuchtender Pfad’“.

    Auch die vergangenen Regierungen Perus hatten auf die Vernichtung der Pflanzen gesetzt. Die jetzige plant aber, die Bekämpfungsstrategie insbesondere durch stärkere Chemikalienkontrolle und Geldwäschefahndung zu verbreitern. Besondere Brisanz erhält der derzeitige Konflikt auch dadurch, dass mehrere Abgeordnete der Präsidentenpartei Bewegungen von Coca-Bauern nahestehen oder angehören.

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  • Premierminister Lerner Ghitis: Coca-Strauch-Vernichtung wird fortgesetzt

    Perus Premier Salomon Lerner Ghitis vor dem Parlament: Foto: Carlos Lezama / ANDINA
    Perus Premier Salomon Lerner Ghitis vor dem Parlament: Foto: Carlos Lezama / ANDINA

    Der peruanische Premierminister Salomon Lerner Ghitis hat gestern in seiner Erklärung vor dem Parlament klar gestellt, dass die Vernichtung illegaler Coca-Pflanzungen durch Polizei und Militär Teil der Strategie der derzeitigen Regierung ist. Man werde keine einzige Droge legalisieren, illegale Coca-Anbauflächen und deren Zunahme nicht dulden und mit der Vernichtung von Coca-Pflanzen fortfahren, so Lerner Ghitis. Coca ist einer der Grundstoffe für die Herstellung des Rauschgifts Kokain.

    Gleichzeitig stellte Lerner Ghitis aber klar, die Coca-Vernichtung sei nicht die einzige Strategie der Regierung. So lobte der Premierminister auch das Modell der Region San Martín, in der die illegalen Coca-Pflanzungen durch die Förderung alternativer landwirtschaftlicher Produkte stark gesenkt werden konnten und kündigte an, dieses Modell auch auf andere Regionen ausweiten zu wollen. Hinzu kommen solle dann noch eine stärkere Kontrolle von Chemikalien, die zur Drogenproduktion genutzt werden und die bessere Ausrüstung der Antidrogenpolizei.

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  • Drogenhandel füllt peruanische Gefängnisse (Serie Drogenprobleme)

    In peruanischen Gefängnissen sitzen derzeit fast 11.000 Menschen wegen Drogenhandels ein. Der größte Teil davon sind Ausländer. Nach Angaben des peruanischen Justizministeriums entspricht dies einem Viertel aller peruanischen Gefängnisinsaßen. Neben bereits verurteilten Drogenschmugglerinnen und Drogenschmugglern sind dabei auch diejenigen eingerechnet, gegen die noch ein Prozess anhängig ist.

    Insbesondere wegen der hohen Zahl an Ausländern rief die peruanische Justizministerin Rosario Fernandez dazu auf, Probleme im Zusammenhang mit Drogen nicht als rein peruanische Probleme zu sehen und anzugehen, sondern in Koordination mit anderen Ländern zu arbeiten.

    Auch zahlreiche Deutsche und andere Europäerinnen und Europäer sitzen derzeit Haftstrafen wegen versuchten Drogenschmuggels in peruanischen Gefängnissen ab.

    Nach Angaben des peruanischen Gefängnisinstitutes INPE sitzen derzeit insgesamt 45.184 Menschen eine Haftstrafe ab oder erwarten ihr Urteil.

    KORREKTUR:
    In einer ersten Version des Artikels war von 11 Millionen Insaßen die Rede. Das kann natürlich, wie aufmerksame Leser von INFOAMAZONAS bemerkt haben, gar nicht sein, zumal die Gesamtgefängnispopulation bei 45.184 Personen liegt. Vielen Dank für den Hinweis!

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  • Piura: Drogenschmuggler errichten eigenen Hafen

    Die Schmuggel-Chronologie. Grafik: La República.
    Die Schmuggel-Chronologie. Grafik: La República.

    Die peruanische Antidrogenpolizei hat eine spanisch-peruanische Verbrecherorganisation aufgedeckt, die als Schwefel getarnt große Mengen Kokain von Piura (Nordperu) nach Bilbao (Spanien) schmuggeln wollte. Das berichtet die peruanische Tageszeitung „La República“ in ihrer Internetausgabe. Fast vier Tonnen Kokain gemischt mit Schwefel konnte die Polizei beschlagnahmen.

    Die Drogenschmuggler hatten einiges investiert, um ihr illegales Geschäft zu betreiben. Nach Angaben der Polizei errichtete die Verbrecherorganisation in einem Industriegebiet in Paita (Piura) einen eigenen Landungssteg, von dem aus der angebliche Schwefel über die bei der peruanischen Hauptstadt Lima liegende Hafenstadt Callao nach Bilbao transportiert werden sollte. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft ist der peruanischen Polizei mit dem Ausnehmen des Schmugglerrings ein harter Schlag gegen die Drogenmafia gelungen. Unter den inzwischen verhafteten Drahtziehern soll auch ein Mitarbeiter des peruanischen Zolls sein.

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  • La Joya / Arequipa: Polizei beschlagnahmt 205 Kilogramm Drogen

    Ein großer Fang gelang gestern der peruanischen Nationalpolizei PNP im Distrikt La Joya (Prov. / Reg. Arequipa). Sechs Monate hatte nach Angaben der Agentur ANDINA die Antidrogenpolizei Divandro Arequipa einen Kleintransporter beobachtet, gestern in den frühen Morgenstunden fanden sie im inneren des Fahrzeuges 104 Kilogramm des Kokain-Grundstoffes PBC (pasta básica de cocaina). Das PBC war in Form von Backsteinen verpackt. Der 22jährige Fahrer des Kleintransporters wurde festgenommen. Im Haus des festgenommenen konnten die Beamten anschließend weitere 101 Kilogramm PBC sicherstellen. Obwohl die Pakete in über einem Meter Tiefe eingegraben waren, entgingen sie dem Drogenspürhund „Black“ nicht, wie die Polizei berichtet.

    Ersten Ermittlungen zufolge stammt die „Lieferung“ aus Ayacucho. Von Arequipa sollte sie, so die Polizei, über Tacna nach Chile geschmuggelt werden.

    Der Distrikt La Joya liegt ca. eine Autostunde von Arequipa entfernt und zählt rund 24.192 Einwohner.

    Polizei beschlagnahmt 143 Kilogramm PBC in Andahuaylas

    Auch in Andahuaylas (Region Apurímac) wurde die Polizei fündig. So konnten 143 Kilogramm PBC, mehrere Schusswaffen, sowie zwei Fahrzeuge beschlagnahmt werden. Vier mutmaßliche Drogenschmuggler wurden festgenommen, von denen einer bereits mehrfach wegen Drogenschmuggels vorbestraft war. Bei der Festnahme von drei der Schmuggler kam es zu einem Schusswechsel mit der Polizei, wobei eine Person verletzt wurde.

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  • DEVIDA: Drogeneinstiegsalter in Peru liegt unter 13 Jahren

    Bereits mit 12,6 Jahren kommen im Durchschnitt in Peru spätere Abhängige mit Drogen in Kontakt. Das gab Rómulo Pizarro, Präsident des staatlichen peruanischen Antidrogeninstitutes DEVIDA bekannt. Gleichzeitig habe sich die Zahl der Drogenabhängigen erhöht. So sei Peru inzwischen nicht mehr nur ein Drogenexportland, so Pizarro.

    Während der Kokainmissbrauch in den vergangenen Jahren stark anstieg, nahm der Marihuanakonsum stetig ab.

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  • Das (nicht nur) peruanische Coca-Problem

    Die Blätter des Coca-Strauches wurden von zahlreichen und werden von einigen andinen Kulturen als etwas sakrales verwendet, in religiösen wie auch in weniger religiösen Zeremonien. Viele Familien schwören auf Coca-Tee oder Mate de Coca als Hausmittel gegen fast jede nur vorstellbare Krankheit. Wanderer, Pferde- und Touristenführer schwören auf Coca-Blätter, um nicht höhenkrank zu werden. Bei Gemeinschaftsarbeiten auf dem Land  geht eine Tüte mit den getrockneten Blättern im Kreis durch die Gruppe. Und wie man sich anderswo auf ein Bierchen in der Kneipe trifft, kann es auch ein „bola“ genanntes Coca-Bällchen in der Backe tun, dessen Wirkung durch etwas Kalk verstärkt wird.

    Das Problem: Ein großer -möglicherweise der größte – Teil des angebauten Cocas geht nicht in die Teeproduktion, wird nicht gegen Höhenangst, für religiöse Zeremonien oder als Bierersatz verwendet. Er wird in improvisierten Labors zu „Pasta Básica“ verarbeitet, was einen ersten Schritt zur Kokainproduktion darstellt. Darunter leiden dann nicht nur die Gesellschaften der Länder, in die das fertige Kokain dann „exportiert“ wird.

    Klein- und Großbauern an den östlichen Hängen der Anden produzieren Coca. Ein Teil davon wird von dem staatlichen peruanischen Cocamonopolisten ENACO aufgekauft – Coca, das dann z.B. zu Tee weiterverarbeitet wird. Ein weiterer Teil geht in den „privaten“ Gebrauch, wird vom Produzenten selbst oder – wie Organisationen wie der Verband der Cocabauern Perus richtigerweise erklären – auf „traditionelle Weise“ z.B. in Zeremonien religiösen Charakters konsumiert. Wo ENACO aber nicht aktiv und eine andere Einnahmequelle nicht vorhanden ist, kommen diese Bauern leider viel zu oft bewusst oder unbewusst in die Fänge der Drogenmafia. Diese ist technisch sehr modern aufgestellt und verfügt über eigene Kampfeinheiten, was in den vergangenen Monaten bei zahlreichen Angriffen auf Posten der peruanischen Polizei oder des Militärs in den Tälern der Flüsse Apurímac und Ene (VRAE) schmerzlich offensichtlich wurde. Erst gestern kam bei einem solchen Angriff auf eine Kaserne ein Soldat ums Leben. Vor wenigen Wochen hatten Kampfeinheiten der Drogenmafia einen Hubschrauber der peruanischen Armee abgeschossen, als dessen Besatzung verletzte Soldaten bergen wollte.

    Mehrere Radio- und Fernsehsender, die im VRAE angesiedelt sind haben deshalb nun eine Kampagne gestartet, die eine neue Debatte anfachen soll. „La hoja de Coca ahora es sagrada?“ Ist das Coca-Blatt noch heilig?

    In einem kurzen Video wird dargestellt, dass Coca auch schon von den Kolonialherren missbraucht wurde. So wurden Minen- oder Plantagenarbeiter angehalten, in großen Mengen Coca zu konsumieren – um anschließend noch härter arbeiten zu können, ohne sich dessen bewusst zu sein.

    Der kurze Film im CHACHABLOG soll der Beginn sein zu einer unregelmäßigen Serie von Beiträgen zur Coca- und Kokainproblematik in Peru, ein Problem, das in Peru schon mehrere Jahrzehnte debattiert und noch einige Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, auf der Tagesordnung bleiben wird.

    httpv://www.youtube.com/watch?v=b–6pcs6-RQ

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