Schlagwort: Pasco

  • Peru: Anhaltende Niederschläge sorgen weiter für Zerstörung

    Die Regenzeit hat große Teile Perus weiterhin fest im Griff. Die Zahl der zerstörten Häuser geht langsam in die Tausende, zahlreiche Menschen wurden getötet, Berichte über Erdrutsche häufen sich. So traf es am vergangenen Samstag (16.2.) den Distrikt Ayaviri (Provinz Melgar / Region Puno), wo Hagel und Regenfälle den río Pacobamba über die Ufer treten ließen und in den Ortschaften Pacobamba und San Luis Häuser und Ackerflächen überschwemmten. Nach Angaben des peruanischen Zivilschutzes wurden dort bislang 17 Wohnhäuser stark beschädigt. Problematisch wird es aber für die Schulkinder von San Luis, wo in wenigen Tagen das Schuljahr beginnen sollte: Die örtliche Schule steht noch immer unter Wasser.

    Doch ist der Distrikt Ayaviri bei Weitem nicht der Einzige mit Problemen: Vergangene Woche war im Distrikt Vicco (Provinz und Region Pasco) der Río San Juan über die Ufer getreten und beschädigte nicht nur zwei Dutzend Häuser, sondern auch Teile des Distriktfriedhofs. Auch in den Distrikten Independencia und Huaraz (Provinz Huaraz / Region Áncash) kam es zu Überschwemmungen, 15 Häuser wurden zerstört, über 100 weitere beschädigt.

    Ähnlich erging es auch Teilen der Region Ayacucho, unter Anderem dem Distrikt Acosvinchos (Provinz Huamanga). Dort schwoll am Sonntag der Accoyoyascco-Bach dramatisch an und beschädigte mehrere Wohnhäuser. Eine Person wurde verletzt. Auch der Distrikt Ayahuanco (Provinz Huanta) blieb nicht verschont: 42 Personen verloren ihr Obdach durch den Einsturz von 7 Häusern, 30 weitere Wohnhäuser wurden beschädigt. Auch eine Schule und ein Gesundheitszentrum wurde schwer beschädigt. Eine Straße wurde auf einer Länge von fast 500 Metern von Geröll und Gestein überschüttet.

    In der Region Cusco kam es ebenfalls zu Problemen. Hier trat der Río Chinche über die Ufer, überflutete Häuser und Äcker, tötete Vieh, brachte eine Brücke der Straße Cusco – Quillabamba zum Einsturz und ließ die Kanalisation zusammenbrechen. Insbesondere die Ortschaften Quintalpata, Kosñipata und Chinche (Distrikt Maranura / Provinz La Convención / Region Cusco) waren davon betroffen.

    Am schlimmsten traf es bislang aber offenbar die Region um die Stadt Arequipa, wo Regenfälle, Überschwemmungen und Erdrutsche Teile der Stadt trafen. Nach dem jüngsten Bericht des peruanischen Zivilschutzes starben dort bislang 5 Personen in den Wasser- und Geröllmassen, 82 Häuser wurden zerstört, rund 6.000 beschädigt. Straßen mit einer Gesamtlänge von 5,5 Kilometern wurden zerstört, 31,75 weitere Straßenkilometer beschädigt.

  • Yanacancha / Pasco: Häuser durch Regenfälle stark beschädigt

    Im Ortsteil Columna Pasco des peruanischen Distriktes Yanacancha (Provinz und Region Pasco) haben starke Regenfälle mehrere Häuser teils stark beschädigt. Wie der peruanische Zivilschutz mitteilt, war insbesondere der Jirón Villa de Pasco betroffen. 39 Personen mussten vorübergehend in Notungerkünften untergebracht werden.

  • Wie der peruanische Staat seine Präsenz in der Fläche vorantreiben möchte

    Peru, mit einer Fläche, die fast dreieinhalb Mal die Bundesrepublik Deutschland fassen würde, hat ein Problem: Viele Sozialprogramme und Dienstleistungen des Staates sind für die Ärmsten der Armen gedacht, kommen aber in besonders armen, abgelegenen Regionen überhaupt nicht an.

    Die Lösung? Tambo San Juan de Yanacachi (4.045 m. ü. M.; Distrikt Ticlacayan / Provinz und Region Pasco). Foto: ANDINA.
    Die Lösung? Tambo San Juan de Yanacachi (4.045 m. ü. M.; Distrikt Ticlacayan / Provinz und Region Pasco). Foto: ANDINA.

    Das erschwert die Arbeit, lohnt es sich doch für alte Menschen in manchen Landesteilen kaum, beispielsweise die Armengrundrente „Pensión 65“ zu beantragen. Denn: Diese beträgt zwar 125 Nuevos Soles pro Monat – wird aber bislang nur über die Filialen der Nationalbank (Banco de la Nación) ausgezahlt. In manchen Orten, beispielsweise Chapiza am Río Santiago, einem Zufluss des Marañón in der nordperuanischen Provinz Condorcanqui (Region Amazonas) nahe der Grenze zum Nachbarland Ecuador, kostet die Reise zur nächstgelegenen Filiale in der Provinzhauptstadt Santa María de Nieva mehrere hundert Soles. Ähnlich verhält es sich mit anderen Sozialprogrammen – und das, obwohl Condorcanqui die mit Abstand ärmste Provinz der Region ist.

    Staat überzeugt bislang nicht

    Ermittlungsarbeit bislang nur mit Maulesel: Polizeiposten Cocabamba. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Ermittlungsarbeit nur mit dem Maultier: Polizeiposten Cocabamba (Provinz Luya / Region Amazonas). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Gleichzeitig siedeln sich in diversen Teilen Condorcanquis Goldschürfer an, um die Ufer des Marañón und seine Seitenarme illegal auf der Suche nach dem Edelmetall umzugraben. Die peruanische Regierung hat in den vergangenen Jahren ihr Vorgehen gegen den illegalen Bergbau verschärft und möchte erreichen, dass die Goldwäscher, zumindest grundlegende Umweltstandards einhalten und Steuern abführen.

    Doch, wie so häufig im von informellem Wirtschaftstreiben sehr geprägten Peru, ist es nicht einfach, Menschen dafür zu begeistern und davon zu überzeugen. Denn: Vielerorts ist der Staat höchstens marginal präsent, im besten Fall durch gewählte Bürgermeisterinnen, Lehrer oder Gesundheitspersonal. Die -nicht nur- wegen ihrer geringen Mitarbeiterzahl chronisch überforderte peruanische Polizei kann in zahlreichen großen und schwierig zugänglichen Regionen lediglich stichprobenartige Einsätze organisieren, weil ihr für mehr die Mittel, die Ausrüstung und die Infrastruktur fehlen.

    Coca-Bauern bislang ohne legale Alternative

    Coca-Strauch. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Coca-Strauch. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Auch staatliche Fördermittel für den Hausbau oder die Grundbucheintragung von Häusern und Grundstücken können in vielen Regionen wegen fehlenden Wissens über deren Existenz und der großen Entfernung zu den Dienststellen der staatlichen Programme nicht abgerufen werden*. Ein Beispiel dafür ist die Region um Monzón (Provinz Huamalies / Region Huánuco), in der vor wenigen Tagen Perus Anti-Drogen-Zarin Carmen Masías (DEVIDA) öffentlichkeitswirksam erklärte, der Staat sei zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder in der „Coca-Bastion“ präsent. Die Gegend ist in Peru bekannt für die Coca-Produktion für die Herstellung von Kokain und ging im vergangenen Jahr wegen der spektakulären Festnahme eines seit Jahrzehnten gesuchten Terroristen, sowie ihm angeblich nahestehender Cocabauern-Verbandsführer durch die Presse. Auch deshalb steht sie seit Jahren im Zentrum von vor allem durch die USA finanzierten Coca-Vernichtungsaktionen.

    Jede der vergangenen Regierungen in Lima hatte die Coca-Bauern dazu aufgerufen, die Coca-Pflanzungen zu Gunsten legaler Produkte aufzugeben und sich somit in den formellen Wirtschaftskreislauf einzuklinken. Aber der Anreiz dafür war gering: das Tal liegt -obwohl an einer Nationalstraße (14A) gelegen-  fernab attraktiver Märkte, Polizei und Vertreter von Sozial- und Agrarförderprogrammen hatten keine festen Büros vor Ort. Wenn der Staat in Form der Antidrogenpolizei auftauchte, führte das zu brutalen Konflikten, bei denen in den vergangenen Jahren mehrere Cocabauern-Vertreter getötet wurden. Die legale Wirtschaft und der Staat boten – und bieten teils noch immer – keine gangbare Alternative.

    Mit „Tambos“ in die Fläche

    Mit First Lady bei Tambo-Einweihung: Präsident Humala. Foto: Prensa Presidencia.
    Mit First Lady bei Tambo-Einweihung: Präsident Humala. Foto: Prensa Presidencia.

    Das soll sich nach Plänen der derzeitigen Regierung in den kommenden Jahren ändern. Nicht nur, dass der Bau eines Polizeipostens in Monzón bereits geplant ist. Vielmehr wurde ein Programm („Servicio de Apoyo al Hábitat Rural“) aufgelegt, das nach mythologischen Inka-Verwaltungszentren und -herbergen „Tambos“ benannt wurde. Im Rahmen des Programms werden in besonders abgelegenen Regionen im Einheitsdesign kleine Verwaltungszentren gebaut, die insbesondere Dienstleistungen der Nationalregierung, Fortbildungen, aber auch Finanzdienstleistungen der Nationalbank anbieten sollen. Seither sieht man Perus Präsident Humala, der 2013 zum „Jahr der Investitionen für die ländliche Entwicklung und die Ernährungssicherheit“ erklärt hat, mindestens einmal pro Woche einen solchen „Tambo“ einweihen.

    VRAEM: mit „Tambos“ gegen den Narcoterror?

    Eine Reihe solcher Gebäude wird derzeit auch in den Tälern der Flüsse Apurímac, Éne und Mantaro (kurz: VRAEM) errichtet, die andere prominente peruanische „Coca-Bastion“ neben dem Gebiet um die Flüsse Monzón und Huallaga. Das Kalkül dahinter: Einem dort im Bund mit der Drogenmafia agierenden Arm der Terrororganisation „Sendero Luminoso“ durch Unterstützung der Bevölkerung den Boden zu entziehen. Bisher war auch im VRAEM der peruanische Staat nur marginal präsent. Und dort, wo staatliche Einrichtungen vorhanden waren, ließ sich häufig kein Personal finden. Zu groß war die Angst vor dem Terror. Zu recht: Immer wieder gab es Anschläge auf öffentliche Einrichtungen, selbst Gesundheitzentren waren davor nicht sicher. Ob sich das mit dem „Tambo“-Bau verändern wird, muss sich noch zeigen.

    Erfolgreiche Strategie?

    DEVIDA-Chefin Carmen Masías. Foto: Presidencia.
    DEVIDA-Chefin Carmen Masías. Foto: Presidencia.

    Für Carmen Masías, Chefin der staatlichen Anti-Drogen-Behörde DEVIDA, ist das Engagement aber ein Zeichen dafür, dass „Niemandsland“ erobert wird, um der Bevölkerung zu helfen, aus der illegalen Coca-Wirtschaft herauszukommen. Auch wenn diese Sichtweise wahrscheinlich etwas zu optimistisch ist, gibt es erste Anzeichen, dass die Strategie zumindest mancherorts aufgeht: Zum ersten Mal gibt es seit kurzem im genannten Monzón-Tal keinen nennenswerten Widerstand mehr gegen die Coca-Vernichtungsarbeiten der Polizei, die erstmals vom peruanischen Staat mitfinanziert werden. Und auch zahlreiche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem Umland von Monzón, bisher stets im Kreuzfeuer zwischen Coca-Bauern und Nationalregierung, verpflichteten sich, den Kampf gegen die Drogenmafia zu unterstützen.

    Kein Allheilmittel

    Bei dem ganzen Engagement in Krisenregionen darf allerdings nicht aus dem Blick geraten, dass es auch Regionen gibt, in denen kein Konflikt herrscht, die aber dennoch einer größeren Nähe staatlicher Institutionen dringend bedürfen. Regionen wie die Umgebung von Chapiza, wo bislang allerdings noch kein „Tambo“ in Aussicht ist. Andernorts wurden derweil die ersten eingeweiht: In Belén (Provinz Maynas / Region Loreto) und Chivay (Provinz Caylloma / Region Arequipa), bis 2016 will die peruanische Regierung insgesamt 500 Stück errichtet haben. Gleichzeitig sind die „Tambos“ kein Allheilmittel, Bürgerinnen und Bürgern dazu zu bringen, dem Staat zu vertrauen**. Aber die Einsicht, dass etwas kürzere Wege den Zugang zu seinen Dienstleistungen vereinfachen können, war ein wichtiger Schritt.

    * Es sei darauf hingewiesen, dass in der peruanischen Presse zudem häufig noch auf den Faktor „Korruption“ hingewiesen wird.
    ** In der peruanischen, wie auch in der deutschen Presse ist immer wieder davon zu lesen, der peruanische Staat müsse „Vertrauen zurück gewinnen“. Die Frage ist allerdings, ob ihm -insbesondere in abgelegenen Regionen- jemals Vertrauen entgegen gebracht wurde.

    Lage des Flusses Apurímac, später Éne. Grafik: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Lage des Flusses Apurímac, später Éne. Grafik: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Nähere Informationen zum Thema VRAEM finden Sie in den Beiträgen „Das VRAE heißt nun VRAEM“, sowie „Peru: Was ist und wo liegt das VRAE?“

  • Oxapampa / Pasco: Polizei beschlagnahmt Drogen-Flugzeug

    Bei der Kontrolle einer illegalen Landepiste hat die Polizei am vergangenen Samstag in der peruanischen Provinz Oxapampa (Region Pasco) ein mit fast 350 Kilo Kokain beladenes Flugzeug festgesetzt. Das Flugzeug, das nach Angaben der Polizei in Bolivien angemeldet war, war offenbar bei der Landung leicht beschädigt worden. Als die Besatzung auf die anrückenden Polizisten aufmerksam wurde, eröffnete sie das Feuer und flüchtete.

    Im Innern des Flugzeugs wurden neben Chemikalien zur Kokainproduktion 349 Päckchen mit Kokain gefunden, von denen jedes rund ein Kilogramm wog. Ob das Nachbarland Bolivien das Ziel der Drogenschmuggler war, ist derzeit noch unbekannt.

  • Peru: Justizminster Jiménez Mayor kündigt Bau weiterer Gefängnisse an

    Der peruanische Justizminister Juan Jiménez Mayor hat den Bau von sechs neuen Gefängnissen in diesem Jahr angekündigt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA berichtet, sollen die Justizvollzugsanstalten in Cochamarca (Region Pasco), Chincha (Region Lima), Satipo (Region Junín), Yurimaguas (Region Loreto), Juanjuí ( Region San Martín) entstehen. Das Gefängnis von Iquitos (Region Loreto) soll weiter ausgebaut werden. Durch den Neubau soll die kritische Lage vieler peruanischen Gefängnissen etwas abgemildert werden, die völlig überfüllt sind. Die meisten der genannten Gefängnisse sollen noch in diesem Jahr eingeweiht werden. Nach Angaben des Justizministeriums sitzen in peruanischen Gefängnissen derzeit 58.000 Menschen ein – obwohl die Anstalten lediglich Platz für 27.000 Personen bieten.

    Ein Blick auf die derzeitigen Zahlen in Iquitos (Region Loreto) ist der Bau der neuen Gefängnisse dringend notwendig. So bietet beispielsweise das Männergefängnis Platz für 416 Personen – 990 sitzen derzeit ein. In Bauga Grande (Region Amazonas) ist Platz für 60 Insaßen, 200 sitzen derzeit ein, in Chachapoyas (ebenfalls Amazonas) gibt es 288 Plätze bei derzeit 540 Insaßen. Das Gefängnis Tarapoto bietet Platz für 180 Personen und ist derzeit mit 560 Personen völlig überfüllt. Das Gefängnis Juanjuí soll Platz für 750 Personen schaffen, das in Yurimaguas für 500. Die Gefängnisbehörde INPE geht von einem weiteren Anwachsen der Gefängnispopulation aus.

  • Peru: Regierung kündigt an, Umwelt-Notstand in Teilen der Region Pasco auszurufen

    Kléver Meléndez, Regionalpräsident von Pasco. Foto: Gobierno Regional de Pasco.
    Kléver Meléndez, Regionalpräsident von Pasco. Foto: Gobierno Regional de Pasco.

    Vor fast zwei Wochen hatte Pascos Regionalpräsident Kléver Meléndez schriftlich darum gebeten, nach einem Treffen mit Premierminister Óscar Valdés gestern konnte er sich endlich durchsetzen: Für Teile der peruanischen Region Pasco wird am Freitag der Umwelt-Notstand ausgerufen. Der Hintergrund: Die Verschmutzung durch stillgelegte und aktive Bergbauprojekte stellt an manchen Orten eine große Gefahr für Leib und Leben dar. Besonders betroffen, so Regionalpräsident Meléndez gestern, seien die Ortschaften Champamarca, Quiullacocha und Paragsha, sowie die noch junge Siedlung José Carlos Mariátegui am Rande von Cerro de Pasco. Durch die Ausrufung des Notstandes können Gelder unter Umgehung bürokratischer Hürden direkt für Aktionen eingesetzt werden, die zur Reinigung der Umwelt, sowie zur besonderen Gesundheitsversorgung der betroffenen Bevölkerung beitragen sollen. Am morgigen Mittwoch, so Kléver Meléndez, werde die Regionalregierung Pasco einen Plan vorlegen. Umweltminister Manuel Pulgar Vidal kündigte bereits an, sein Ministerium werde dabei unterstützend zur Seite stehen.

    Bei der Volkszählung 2007 wurden in Paragsha und José Carlos Mariátegui insgesamt 1.724 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt. Inzwischen ist deren Anzahl aber stark angewachsen. Die Stadt Cerro de Pasco, über deren mögliche Verlegung an einen anderen Ort in der Vergangenheit intensiv debattiert wurde, liegt am Rand eines gigantischen Tagebaus. Die starken Verschmutzungen gehen dabei nicht nur auf die aktuellen Bergbauprojekte zurück, sondern auch auf eine über 100jährige Bergbaugeschichte. Mitte der 90er Jahre war das bis dahin staatliche Bergbauunternehmen CENTROMIN zerschlagen und privatisiert worden, der Staat hatte damals für die Durchführung der Reinigungsmaßnahmen gebürgt und dafür einen Fond in Höhe von 20 Millionen US-$ aufgesetzt. Geschehen ist bislang allerdings – außer der Ausarbeitung von Plänen für die Verlegung von Cerro de Pasco – wenig.

    Regionalregierung, Abgeordnete und aktive Bürger aus der Region Pasco hatten für den Fall, dass der Umwelt-Notstand nicht ausgerufen wird, Proteste und Streiks angekündigt.

  • Pasco: Oxapampa soll eigenen Flughafen bekommen

    Die von deutschen und österreichischen Siedlern gegründete Stadt Oxapampa in der peruanischen Region Pasco soll einen eigenen Flughafen bekommen. Das gab heute Regionalpräsident Kléver Meléndez Gamarra bekannt. Damit sollen der Tourismus und andere wirtschaftliche Aktivitäten gefördert werden. Oxapampa ist in Peru nicht nur wegen seiner altertümlich-deutschen Bauwerke und Traditionen bekannt, sondern auch wegen seines Kaffees.

    Gebaut werden soll der Flughafen allerdings nicht in Oxapampa direkt, sondern in dem Nebenörtchen Quillazu, dessen Topographie nach Einschätzung von Experten für den Bau einer Landebahn besser geeignet ist.

  • Neujahrsregen führt zu Erdrutschen in Abancay und Pasco

    Starke Regenfälle haben um den Jahreswechsel haben in vielen Teilen Perus zu Erdrutschen geführt, die schwere Schäden verursacht haben. Das geht aus dem jüngsten Lagebericht des peruanischen Zivilschutzes hervor. Insbesondere der Distrikt Puerto Bermúdez (Provinz Oxapampa / Region Pasco) ist schwer getroffen, mehr als 600 Häuser wurden durch mehrere Erdrutsche, sowie den über die Ufer getretenen Pichis-Flus unbewohnbar. Auch 14 Schulen, sowie drei Gesundheitsposten sind bis auf weiteres unbenutzbar. Die Straße von Puerto Bermúdez nach Villa Rica ist an sieben Stellen so stark beschädigt, dass derzeit kein Verkehr über die Strecke möglich ist.

    Auch im Distrikt Chacoche (Provinz Abancay / Region Apurímac) wurden durch starke Regenfälle mehrere Häuser zerstört. Ein Erdrutsch zerstörte nicht nur einen Straßenabschnitt, sondern auch die örtliche Hauptwasserleitung.

    In Urubamba (Region Cusco) rief Bürgermeister Benicio Ríos Katastrophenalarm aus, da rund 300 Wohnhäuser von Überschwemmungen und Erdrutsche durch Schmelzwasser des Chicón-Gletschers bedroht sind.

  • Wegen Schneefällen: Teile Pascos seit Wochen ohne Strom

    Bei starken Schneefällen Anfang des Monats ist in Teilen der peruanischen Region Pasco das Stromnetz zusammengebrochen. Wie der peruanische Zivilschutz berichtet, ist das Problem auch jetzt, mehr als zwei Wochen später, nicht behoben. Colquijirca und Vinchos sind betroffen, besonders schwer haben es aber die 24.105 Bewohner von Yanacancha, da in ihrem Heimatort auch die Trinkwasserversorgung elektrisch gesteuert wird. Eigentlich habe das Elektrizitätsunternehmen versprochen, bis heute die Stromversorgung wieder herzustellen, so Modesto Roque, Mitarbeiter des Zivilschutzes Pasco. Leider sei das bislang nicht geschehen. Deshalb überlegt die Regionalregierung inzwischen, für den Distrikt Yanacancha den Notstand auszurufen, bis das Problem gelöst ist. Bereits seit mehreren Tagen kommt es nach Berichten eines lokalen Radiosenders immer wieder zu Demonstrationen.

    Nach Angaben des peruanischen Wetterdienstes SENAMHI sind für Yanacancha in den kommenden Wochen Temperaturen um den Gefrierpunkt zu erwarten – weitere Schneefälle sind möglich.

  • Erste Regionalpräsidenten stehen fest, niedrige Wahlbeteiligung bei der Stichwahl

    Einen Tag nach der Stichwahl in 10 peruanischen Regionen stehen die ersten Sieger fest. Auf die Schulter klopfen dürfen sich diese aber noch nicht all zu kräftig: Viele siegten mit weniger als 50% der abgegebenen Stimmen, die Wahlbeteiligung lag mit 77,6% -im Anbetracht von Wahlpflicht- recht niedrig.

    Obwohl bislang in keiner Region ein amtliches Endergebnis verkündet wurde, zeichnet sich ab, dass in den Regionen Tumbes, Puno, Lima und Huanuco kein Kandidat mehr als 50% der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen konnte, obwohl jeweils nur zwei Kandidaten gegeneinander antraten. Da allerdings nur die gültigen Stimmen zur Kandidatenbestimmung herangezogen werden, ist die absolute Mehrheit dennoch möglich.

    Außer in Lambayeque, wo der Kandidat der Partei „Alianza para el Progreso“ 71% der gültigen Stimmen auf sich vereinigen konnte, ist in den meisten Regionen der Vorsprung des jeweiligen Erstplatzierten sehr klein. So beträgt er nach derzeitigem Stand in Ica und Huánuco weniger als 1%, in Puno und Tumbes rund 5%, in Amazonas, Lima und Madre de Dios weniger als 10%, sowie weniger als 20% in Ayacucho.

    Ziel der Stichwahl war es eigentlich gewesen, in den Regionen für klare Mehrheiten zu sorgen, die den noch jungen Regionalregierungen zu einer größeren Legitimität verhelfen sollten. Deshalb war, mitten im Wahlkampf, für die Regionalpräsidentschaftswahl die 30%-Hürde eingeführt worden. Lag kein Kandidat darüber, mussten die beiden bestplatzierten Kandidaten zur Stichwahl antreten.

    IN AMAZONAS

    In der Region Amazonas ist dem Kandidaten von „Juntos por Amazonas“, José Arista, der Sieg kaum noch zu nehmen. Entsprechende Feierlichkeiten begannen bereits gestern, wo Arista und seine Anhänger auf der Plaza de Armas von Chachapoyas ausgelassen ihren Sieg begossen. Es sei darauf hingewiesen, dass bereits nach der ersten Wahlrunde am 3. Oktober der Sieg auf diese Weise gefeiert wurde – und sich einen Tag später herausstellte, dass Arista die nötigen 30% der gültigen Stimmen doch verfehlt hatte. 7% der Stimmen sind bislang noch nicht ausgezählt.

    KURIOS

    Da wegen eines fehlenden Wahlhelfers im südperuanischen Pisco ein Wahllokal nicht öffnen konnte, begannen Menschen in der Schlange vor dem Lokal, Geld zu sammeln, um einen älteren Herrn damit zu Motivieren, das Amt ersatzweise zu bekleiden. Dieser nahm das Geld dankend an. Im Wahllokal kam er niemals an. Glücklicherweise fand sich wenig später ein „freiwilliger“ Wahlhelfer.

    MEHR Artikel zu den Wahlen in Peru finden Sie im INFOAMAZONAS-Wahl-Spezial!