Schlagwort: Lima

  • Distrikt Surco (Lima) verpflichtet Händler zur Videoüberwachung

    Alle Supermärkte und Ladengeschäfte in Santiago de Surco (Lima), die mehr als 50 Personen gleichzeitig aufnehmen können, müssen künftig über ein System zur Videoüberwachung verfügen. Mit dieser Entscheidung will der Rat des Distrikts die Kriminalität eindämmen. Die Idee sei, zu den „145 großen Kameras, die wir auf den Straßen des Distrikts haben, weitere 6.000 Kameras zu installieren […] um auf diesem Wege die Kriminalität zu bremsen“, so Roberto Gómez, Bürgermeister von Surco, gegenüber ANDINA. Raubüberfälle hatten, zitiert die städtische Verordnung eine dem Rat vorgelegte Studie, in den vergangenen Monaten zugenommen.

    Die technische Ausgestaltung der Videoüberwachung steht dabei jedem frei, es kann eine Webcam, oder aber ein ausgefeilteres System sein, es muss allerdings die Bilder für mindestens 48 Stunden speichern können. Kommen Geschäftsleute dieser Anordnung nicht nach, droht ihnen ab November ein Ordnungsgeld von rund 900 Nuevos Soles und die vorrübergehende Schließung ihres Ladens. Wer aber auf Videoüberwachung setzt, dem winkt ein besonderes Schmankerl: Der Laden bekommt ein Zertifikat, einen Aufkleber für die Tür und darf sich fortan „Sicherer Laden“ nennen.

    (Ordenanza 389-MSS)

  • Lima: Präsident García eröffnet zum zweiten Mal unfertige S-Bahn

    Zum zweiten Mal wird der peruanische (noch-)Präsident Alan García Morgen die S-Bahn der Hauptstadt Lima eröffnen. Bereits 1990 hatte García, kurz vor dem Ende seiner ersten Amtszeit, die bis dahin 1,8 Kilometer Zugstrecke eröffnet. In den darauffolgenden 16 Jahren standen die Arbeiten an dem Projekt dann weitgehend still. Obwohl inzwischen westentlich länger, liegt auch diesmal wieder der Bau weit hinter den Planungen zurück. Bei der morgigen Eröffnung wird die Strecke zwischen Villa El Salvador und Cercado de Lima präsentiert. Eigentlich sollte die S-Bahn zum jetzigen Zeitpunkt schon bis nach San Juan de Lurigancho gehen.

    In den vergangenen Wochen hatte es von diversen Limenischen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern – darunter Metropol-Bürgermeisterin Villaran – Kritik an der Ausführung der Bauarbeiten gegeben. So wurde moniert einige Haltestellen seien zu klein und verfügten über keine Nottreppen. Ein Bürgermeister verglich gar die gigantischen Betonpfeiler, auf denen der Zug fahren soll, mit der Berliner Mauer.

    Eigentlich hat Alan García angekündigt, 2016 nicht mehr für das Amt des Präsidenten zu kandidieren. Dennoch scheint er sich bereits im Wahlkampf zu befinden. So wurde in Lambayeque nun in seiner Gegenwart das Hospital Regional Docente Las Mercedes de Lambayeque eröffnet – das sich bislang im Rohbau befindet. Vor rund zwei Monaten war García in der Nähe von Jaén (Cajamarca) zur Einweihung eines lokalen Stromnetzes eingeladen. Wie ein lokaler Radiosender am nächsten Morgen berichtete, waren für das symbolische „Anschalten“ eines großen Lichtschalters eigens Dieselgeneratoren an- und nachher wieder abtransportiert worden. Das Stromnetz selbst soll zu diesem Zeitpunkt noch nicht einsatzbereit gewesen sein.

  • Alan García „schenkt“ Lima gigantische Christus-Statue

    Auf dem Morro Solar, einem Hügel am Rande der peruanischen Hauptstadt Lima wird derzeit eine gigantische Christus-Statue errichtet, die nicht zufällig an den Cristo Redentor in Rio de Janeiro (Brasilien) erinnert. Mit der Statue, die bereits am 29. Juni geweiht werden soll, möchte der peruanische noch-Präsident Alan García den Hauptstädtlern ein Andenken hinterlassen, in das, so García gegenüber RPP, keine Staatsgelder flossen. Es sei immer sein Traum gewesen, auf den Morro eine Christus-Statue genau wie die vom Corcovado (Rio) zu stellen, so García. Weiter gab er bekannt, er habe die Statue Christus vom Pazifik (oder Pazifik-Christus) genannt. Stimmen die Angaben des Staatschefs, stellte allein er 100.000 Nuvos Soles, weitere Spenden kamen von peruanischen und brasilianischen Unternehmern. Bei dieser Vorgeschichte ist dann auch nicht weiter verwunderlich, dass auch große Teile der Statue selbst in Brasilien angefertigt und per Schiff angeliefert wurden.

    Zu sehen sein soll der Cristo del Pacífico nicht nur vom Morro Solar sondern auch fast der gesamten limenischen Küste und großen Teilen der Stadt, insbesondere den Hochhäusern.

    In Lima gehen die Meinungen über den Bau, der am peruanischen Vatertag (Peter und Paul), sowie dem 60. Jahrestag der Priesterweihe Joseph Ratzingers eingeweiht wird, auseinander. Während die Errichtung von Kardinal Cipriani erwartungsgemäßg begrüßt wurde („ich freue mich sehr und beglückwünsche den Präsidenten“), kritisierte die Bürgermeisterin von Lima Susana Villaran, der Bau sei nicht mit ihr abgesprochen worden. Zudem verfüge Peru mit dem Señor de los Milagros und dem Señor Cautivo de Ayabaca, über eigene mögliche Vorbilder für eine solche Statue, so Villaran. So sehe sie keinen Grund, den „gleichen Christus wie auf dem Corcovado“ zu bauen. Der Architekt Augusto Ortiz de Zevallos nannte das Bauwerk in einem Gasbeitrag für den Blog „Espacio Compartido“ eine „verspätete Parodie auf den Cristo del Corcovado“ und stellte dessen fehlende städtebauliche Integration in Frage.

    Gimmicks

    Wie der peruanische Präsident Alan García nicht ganz ohne Stolz verkündete, stehen für die Beleuchtung der Statue 26 verschiedene Farben zur Verfügung.

  • Air France nimmt Direktflüge nach Lima auf

    Das Luftfahrtunternehmen Air France KLM wird ab dem kommenden 21. Juni wieder Direktflüge von Paris (Flughafen Charles de Gaulle) in die peruanische Hauptstadt Lima (Flughafen Jorge Chávez) anbieten. Wie das Unternehmen bekannt gab, wird die Strecke fünf Mal pro Woche von einer Boeing 777-200 mit 309 Plätzen bedient werden. Als Flugtage sind Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag und Dienstag anvisiert.. Eine Erhöhung der Flugfrequenz auf lange Sicht schließt Air France derweil nicht aus, macht diese allerdings von der Nachfrage ab.

    Bereits früher bot Air France Direktverbindungen zwischen der französischen und der peruanischen Hauptstadt an, stellte diese allerdings vor 16 Jahren ein.

  • Peru: Investoren schüren und haben Angst, Börse setzt den Handel aus

    Wie angekündigt haben sich nach der wahrscheinlichen Wahl Ollanta Humalas zum neuen Staatspräsidenten Perus zahlreiche Investoren aus peruanischen Unternehmungen zurückgezogen. Der Index der Wertpapierbörse Lima (BVL) fiel heute um 12%, auch in Santiago de Chile stürzte der Wert von Aktien chilenischer Unternehmen, die in Peru tätig sind, ab. Die BVL beendete daher den Hanelstag vorzeitig.

    Der Lieblingspräsidentschaftskandidat der Börsianer, Pedro Pablo Kuczynski, war schon in der ersten Wahlrunde gescheitert. Deshalb entschied man sich zur Unterstützung von Keiko Fujimori, die ein wirtschafts- und sozialpolitisches „weiter so“ propagierte, obwohl diese sich mit zahlreichen Figuren aus dem Umfeld ihres während der 90er Jahre diktatorisch herrschenden Vaters Alberto Fujimori umgeben hatte. Ollanta Humala dagegen, der im Verlauf des Wahlkampfes von der „Umverteilung“ zum wirtschaftspolitischen „weiter so“ mit kleinen Änderungsmöglichkeiten im Sozialbereich gedrängt wurde, sah man in der sozialistischen Chávez-Ecke. Dass Pedro Pablo Kuczynski, der in der Stichwahl Keiko Fujimori unterstützt hatte, noch gestern Nacht erklärte, es werde wohl heute die „Versuchung geben, alle [Aktien] zu verkaufen“, aber man solle bitte „Ruhe bewahren“, heizte die Ängste der Investoren erst recht an. Börsenhändler Luis Felipe Arizmendi, Präsident von GPI Valores, schlug einen ähnlichen Ton an. Er erklärte im Hinblick auf die künftige Zusammensetzung der Regierung, Humala solle möglichst bald „Namen nennen“, da „nur dies dem Markt wieder Ruhe bringen“ könne. Insbesondere zur Neubesetzung der Zentralbank, sowie des Finanzministeriums haben die Börsianer eine lange Wunschliste, was dessen Persönlichkeit und politische Prägung angeht.

    Die Bekanntgabe von Namen allerdings wäre, so antworten die Sprecher der Partei Humalas, unverhältnismäßig früh, müssen doch noch rund 10% der Stimmen ausgezählt werden.

    MEHR zu den Wahlen in Peru finden Sie im INFOAMAZONAS-Wahl-Spezial!

  • Huarochirí / Lima: Bailey-Brücke bricht unter Lastwagen ein

    Unter dem Gewicht eines Lastwagens ist gestern bei Matucana (Provinz Huarochirí, Lima) eine Bailey-Brücke („Puente San Juan“) eingestürzt. Nach ersten Informationen gab es dabei keine Opfer zu beklagen. Die Brücke, die Teil der alten „Carretera Centrál“ war, wird normalerweise kaum noch befahren, wurde in den vergangenen Tagen aber verstärkt frequentiert, da die neue Straße wegen eines verunglückten Tanklasters vorrübergehend gesperrt war.

    Die Bailey-Brücken werden normalerweise nur als Provisorium eingesetzt, um dauerhafte Brücken – wie hier über den Rimac-Fluss – vorrübergehend zu ersetzen. Immer wieder werden diese Provisorien in Peru allerdings zu Dauerlösungen, die dann – wie nun bei Matucana, sowie vor einigen Jahren in Cáclic (Amazonas) – mit dem Alter unter dem Gewicht von Lastwägen einbrechen. Ob das Alter allerdings auch hier der einzige Grund für den Einsturz war, wird noch geklärt werden müssen. Gegenüber RPP Noticias erklärten Anwohner, vor einigen Tagen hätten sich Schrottsammler an den Metallstreben der Brücke zu schaffen gemacht.

  • Peru: Wahl am 5. Juni erstmals mit Wahlcomputern

    Bei der Stichwahl um das peruanische Präsidentenamt am kommenden 5. Juni werden erstmals Wahlcomputer zum Einsatz kommen. Wie der verantwortliche für Informatikprojekte der peruanischen Wahlbehörde ONPE, Ricardo Saavedra, gegenüber der amtlichen Nachrichtenagentur ANDINA erklärte, soll dieser Abstimmungsmodus zunächst im Distrikt Pacarán (Provinz Cañete / Region Lima) getestet werden. Dort werden bereits seit einigen Wochen Hard- und Software für die Stimmabgabe getestet. Auch die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer wurden eigens dafür geschult.

    Sollte das Pilotprojekt, an dem wohl 1.350 Wahlberechtigte teilnehmen werden, erfolgreich ablaufen, wird es für kommende Wahlprozesse auch auf andere Regionen ausgeweitet. Zunächst hatte es auch in Peru Kritik an der elektronischen Stimmabgabe gegeben, for allem wegen der Frage der Möglichkeit der Wahlfälschung. Insbesondere nach der über einen Monat andauernden Auszählung der Stimmen der Bürgermeisterwahl in Lima waren diese aber weitgehend verstummt, versprechen die Computer doch eine schnelleres Ergebnis.

    Die Soft- und Hardware der Wahlcomputer wurde gemeinsam von Informatikern der Wahlbehörde ONPE, der Universität San Marcos und der Universidad Católica unter Aufsicht der Organisation amerikanischer Staaten (OAE) entwickelt. Derzeit wird das Computersystem im Auftrag der OAE von einem Spezialunternehmen überprüft. Am Tag der Wahl sollen in Pacarán neben diversen ONPE-Spezialisten auch nationale und internationale Wahlbeobachter zugegen sein, um den korrekten Ablauf der elektronischen Stimmabgabe zu kontrollieren.

    MEHR zu den Wahlen in Peru finden Sie im INFOAMAZONAS-Wahl-Spezial!

  • Peru: Zoll beschlagnahmt 25.000 Seepferdchen und Haifischflossen

    Die peruanische Zollbehörde hat eine Ladung von rund 25.000 Seepferdchen (106 Kg), sowie diversen Haifischteilen beschlagnahmt, die nach Hong Kong geschmuggelt werden sollten. Sowohl der Export von Seepferdchen, als auch die Ausfuhr junger Haifische ist aus Artenschutzgründen seit 2004 verboten. Die beschlagnahmten Seepferdchen befanden sich verpackt in drei Bündeln zu je 35 Kilo in einer Lagerhalle nahe des limenischen Flughafens Jorge Chávez. In 48 weiteren Bündeln fanden die Zollermittler Haifischflossen, vorwiegend von geschützten Jungtieren, die wohl zur Produktion von Naturmedizin eingesetzt werden sollten.

  • Erste Regionalpräsidenten stehen fest, niedrige Wahlbeteiligung bei der Stichwahl

    Einen Tag nach der Stichwahl in 10 peruanischen Regionen stehen die ersten Sieger fest. Auf die Schulter klopfen dürfen sich diese aber noch nicht all zu kräftig: Viele siegten mit weniger als 50% der abgegebenen Stimmen, die Wahlbeteiligung lag mit 77,6% -im Anbetracht von Wahlpflicht- recht niedrig.

    Obwohl bislang in keiner Region ein amtliches Endergebnis verkündet wurde, zeichnet sich ab, dass in den Regionen Tumbes, Puno, Lima und Huanuco kein Kandidat mehr als 50% der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen konnte, obwohl jeweils nur zwei Kandidaten gegeneinander antraten. Da allerdings nur die gültigen Stimmen zur Kandidatenbestimmung herangezogen werden, ist die absolute Mehrheit dennoch möglich.

    Außer in Lambayeque, wo der Kandidat der Partei „Alianza para el Progreso“ 71% der gültigen Stimmen auf sich vereinigen konnte, ist in den meisten Regionen der Vorsprung des jeweiligen Erstplatzierten sehr klein. So beträgt er nach derzeitigem Stand in Ica und Huánuco weniger als 1%, in Puno und Tumbes rund 5%, in Amazonas, Lima und Madre de Dios weniger als 10%, sowie weniger als 20% in Ayacucho.

    Ziel der Stichwahl war es eigentlich gewesen, in den Regionen für klare Mehrheiten zu sorgen, die den noch jungen Regionalregierungen zu einer größeren Legitimität verhelfen sollten. Deshalb war, mitten im Wahlkampf, für die Regionalpräsidentschaftswahl die 30%-Hürde eingeführt worden. Lag kein Kandidat darüber, mussten die beiden bestplatzierten Kandidaten zur Stichwahl antreten.

    IN AMAZONAS

    In der Region Amazonas ist dem Kandidaten von „Juntos por Amazonas“, José Arista, der Sieg kaum noch zu nehmen. Entsprechende Feierlichkeiten begannen bereits gestern, wo Arista und seine Anhänger auf der Plaza de Armas von Chachapoyas ausgelassen ihren Sieg begossen. Es sei darauf hingewiesen, dass bereits nach der ersten Wahlrunde am 3. Oktober der Sieg auf diese Weise gefeiert wurde – und sich einen Tag später herausstellte, dass Arista die nötigen 30% der gültigen Stimmen doch verfehlt hatte. 7% der Stimmen sind bislang noch nicht ausgezählt.

    KURIOS

    Da wegen eines fehlenden Wahlhelfers im südperuanischen Pisco ein Wahllokal nicht öffnen konnte, begannen Menschen in der Schlange vor dem Lokal, Geld zu sammeln, um einen älteren Herrn damit zu Motivieren, das Amt ersatzweise zu bekleiden. Dieser nahm das Geld dankend an. Im Wahllokal kam er niemals an. Glücklicherweise fand sich wenig später ein „freiwilliger“ Wahlhelfer.

    MEHR Artikel zu den Wahlen in Peru finden Sie im INFOAMAZONAS-Wahl-Spezial!

  • Grausig: Häftling vergräbt Freundin im Gefängnis

    Sie kam, um ihren Freund zu besuchen, dass sie das Gefängnis nicht mehr verließ, fiel niemandem auf. Wie Wilson Hernández, Direktor des peruanischen Gefängnisinstitutes INPE einräumen musste, hat ein Insasse des Gefängnisses in Lurigancho (Lima / Peru) nach einem Streit im August während der Besuchszeit seine Freundin erwürgt und in seiner Zelle vergraben. Die Tat wäre vermutlich noch gar nicht ans Licht gekommen, hätte der Täter nicht gestanden, nachdem sich Gefängnispersonal über den bestialischen Gestank beschwert hatte.

    Um die Entdeckung der Leiche zu verhindern, soll der Häftling, der nach Berichten peruanischer Medien aus einem kleinen Nordseeanrainerstaat stammt und des versuchten Drogenschmuggels für schuldig befunden wurde, über der Stelle eine Art Sitzbank errichtet haben.

    INPE, sowie die peruanische Nationalpolizei machen sich gegenseitig dafür verantwortlich, die Tat nicht bemerkt zu haben. Die Nationalpolizei ist für die Sicherheit im Innern des Gefängnisses in Lurigancho zuständig, INPE dagegen für Einlasskontrollen.

    Das Gefängnis „E.P. Lurigancho“ ist nach INPE-Informationen mit derzeit 7.852 männlichen Insaßen die größte peruanische Haftanstalt.