Wie die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA mitteilt, hat die Stadtverwaltung von Lima die Verwaltungsgebühren für die so genannte „Schnellscheidung“ (Divorcio Rápido) auf 291 Nuevos Soles festgelegt. Die Einführung dieser Art der Scheidung wurde im Vorfeld stark kritisiert, besonders von der katholischen Kirche.
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Lima hat 8.472.935 Einwohner, Peru zieht es zur Küste
Lima hat Acht Millionen vierhundertzweiundsiebzigtausendneunhundertfünfunddreißig Einwohner. Das ist eines der Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten Auswertung der Volkszählung 2007 (Censo 2007). Die Zahl bezieht sich dabei nur auf die Stadt Lima (Lima Metropolitana), nicht die gleichnamige Region.

Bevölkerungsverteilung Perus 1940-2007. Quelle: INEI. Klicken für großes Bild. Zudem konzentriert sich die peruanische Bevölkerung weiter und verstärkt an der Pazifikküste. Während die Bevölkerung der verschiedenen Regenwaldregionen leicht und die Küstenbevölkerung stark anstieg, sank die Bevölkerung der peruanischen Andenregionen im Vergleich zu den anderen Regionen seit 1940 um über 30 Prozentpunkte ab. Heute macht die Küstenbevölkerung über 54% der Gesamtbevölkerung aus, im Gegensatz zu 28,3% 1940. Innerhalb der vergangenen 14 Jahre stieg die Küstenbevölkerung um 3.425.521 Personen an.
Höchstes Bevölkerungswachstum in Regendwaldregion Madre de Dios
Vom Bevölkerungswachstum her ist übrigens die Urwaldregion Madre de Dios mit durchschnittlich 3,5% Spitzenreiter. 1940 wurden hier noch 4.950 Einwohner gezählt, 2007 bereits 109.555. Dieses extreme Wachstum ist allerdings möglicherweise auf Schwierigkeiten bei der Durchführung der Zählung zurückzuführen. Viele Gegenden verfügen erst seit kurzer Zeit über Verkehrsinfrastruktur, was vermuten lässt, dass bei den ersten Zählungen nicht alle Gegenden wirklich vollständig abgedeckt worden waren.
Vor allem die Einwohnerzahlen fernab der Küste für das Jahr 1940 sind dabei mit Vorsicht zu betrachten, möglicherweise wurde zu jener Zeit lediglich nicht gründlich genug gezählt. Auch die heutigen Zahlen werden von peruanischen Autoren häufig nur unter Vorbehalt zitiert.
In Peru wurde bereits 2005, damals unter Präsident Alejandro Toledo, eine Volkszählung durchgeführt. Die nachfolgende Regierung unter Präsident Alan García kritisierte allerdings deren Methodologie und ordnete deshalb die Durchführung einer neuen Volkszählung an, die dann Mitte und Ende 2007 durchgeführt wurde. Dieser Beitrag basiert auf den im Jahr 2008 veröffentlichten Daten dieser Zählung.
Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort. -
2008: Bereits 1,5 Tonnen Kokain am Flughafen von Lima beschlagnahmt
Wie die Antidrogenpolizei im Flughafen Jorge Chávez (Lima) bekannt gab, wurden bisher allein in diesem Jahr über 1,5 Tonnen Kokain beschlagnahmt. Dabei wurden 283 Personen festgenommen, viele davon aus dem europäischen Ausland. Oftmals werden die Drogen in (manchmal) Magenschleimresistenten Kapseln im Magen transportiert. Die Polizei verfüge aber über Mittel, auch diese zu finden, so Jaime Montes von der Antidrogenpolizei. Andere häufige Transportmittel seien doppelte Böden in Koffern, Schuhsolen mit Hohlraum, Flaschen, Schmuckstücke, Schnitzereien und anderes Kunsthandwerk. Wie Montes betont habe man aber auch schon Drogen in Rasieraparaten und getrockneten Fischen gefunden.
Dabei riskieren die Drogentransporteure („Burriers“) nicht nur langjährige Haftstrafen. Platzt z.B. eine der Kokainkapseln im Magen, stirbt der Transporteur sofort. Immer wieder lassen sich auch europäische jugendliche darauf ein, wissentlich oder unwissentlich Drogen zu transportieren und landen in peruanischen Gefängnissen.
Quelle: ANDINA etc.
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Peru wird städtischer
Nach den kürzlich veröffentlichten Volkszählungsergebnissen des vergangenen Jahres stieg die Bevölkerungszahl zwischen 1993 und 2007 um 5,7 Millionen (ca. 1,6% / Jahr) auf 28.220.764 Einwohner. Das Geburtenverhältnis von Frauen und Männern blieb unverändert (49,7% Männer, 50,3% Frauen) ausgewogen. In den Ergebnissen der Zählung schlägt sich eine starke und anhaltende Landflucht nieder. So wuchs zwar die ländliche Bevölkerung um über 11.000 Personen gegenüber der Zählung 1993, gleichzeitig wuchs die städtische Bevölkerung um über 5 Millionen Personen. So lebt heute nur noch rund ein Drittel der Bevölkerung auf dem Land. Bedenkenswert ist dabei, dass die Geburtenrate in den Städten weit unter der im ländlichen Raum lag. Während 2007 in Lima die Geburtenrate bei 1,3 Kindern pro Frau lag (1993: 1,6), kommen Frauen in ländlichen Regionen wie Amazonas oder Loreto im Durchschnitt auf 2,4 (1993: beide 3,1), in Huancavelica und Apurímac sogar auf 2,5 Kinder (1993: 3,4/3,3).
Quelle: INEI (Instituto Nacional de Estadistica e Informatica): Perfil Sociodemográfico del Perú, Segunda Edición. Lima: 2008
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Drogendepot wird Koordinationsbüro der Regionalregierung
Wie die Regionalregierung kürzlich verlautbaren liess, verfügt sie nun, Dank der Unterstützung eines befreundeten Polizeigenerals über ein Koordinationsbüro in Lima. Am heutigen Mittwoch erwähnte selbiger Polizeigeneral gegenüber Radio Horizonte, wie er selbst an die Räumlichkeiten kam:
„Die Räumlichkeiten waren von Drogenhändlern zur Herstellung und Lagerung von diversen Drogen verwendet worden. Im Rahmen einer konzertierten Polizeiaktion konnte das Haus geräumt und beschlagnahmt werden.“
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Lima: Wasserzähler mit Internetanschluss
Wie die Agentur ANDINA unter Berufung auf das Wasser- und Abwasserunternehmen „Sedapal“ mitteilt, wird in Lima derzeit mit dem Einbau so genannter „intelligenter“ Wasserzähler begonnen. Diese Wasserzähler sollen, so Sedapal, über Zugang zum Internet verfügen, so dass sowohl der Nutzer, als auch das Unternehmen selbst, den Verbrauchsstand aus der Ferne ablesen können. Damit soll nicht nur das Zählerablesen unnötig werden, auch müssten die Zähler dann nicht mehr an Orten angebracht werden, die von der Straße offen begehbar sind, sondern können sich auch im inneren der Häuser befinden. Das hätte den positiven „Neben“effekt, dass in Zukunft die Anzahl der gestohlenen Wasserzähler pro Jahr stark sinken könnte. Derzeit werden laut Sedapal rund 80.000 Wasserzähler pro Jahr gestohlen. Derzeit verfügen in Lima rund 900.000 Haushalte über einen (legalen) Wasseranschluss. In einem ersten Schritt sollen nun 20.000 „intelligente“ Wasserzähler instaliert werden.
Quelle: Sedapal/ANDINA
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Umweltministerium: Geldlos aber allgegenwärtig
Kaum ein Satz würde die derzeitige Situation des frisch gegründeten peruanischen Umweltministeriums besser ausdrücken als der, mit dem der regierende Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit einmal seine Stadt beschrieb: Arm, aber Sexy. Das Thema Umweltschutz steht ganz oben auf der Presseagenda und ist auch in Alltagsgesprächen ständig im Mittelpunkt. Dass es so ist, überrascht kaum, hängt doch über Lima ein ganzjähriger Smogfilm. Selbst an den abgelegensten Orten findet man herumliegende Plastiktüten und der Müll wird meist entweder einfach verbrannt oder einfach einen Berg hinuntergekippt. Abwässer fließen bis auf wenige Ausnahmen ungeklärt einfach ins Meer oder in Flüsse. So war es schon seit langem an der Zeit, auf höchster Ebene eine Instanz zu schaffen, die sich um diese Themen kümmert. Geschickt hatte der Staatschef Alan García den Lateinamerika-Karibik-EU-Gipfel ausgewählt, um die Gründung des neuen Ministeriums bekannt zu geben. So konnte er sich dort nicht nur von vielen Staatschefs auf die Schulter klopfen lassen, sondern gleich Kontakte knüpfen, um an KnowHow und Geld aus den Ministerien und Kassen der Teilnehmerstaaten zu kommen.Mit Antonio Brack Egg zog er zudem einen Minister aus dem Hut, der nicht von allen, aber von sehr vielen Organisationen und Institutionen, die sich mit dem Umweltschutz auseinandersetzen, seit Jahren als Experte anerkannt und geschätzt wird. Auch war er vorher durch ein Fernsehprogramm über Flora und Fauna Perus bereits das „Gesicht des Umweltschutzes“.
Seitdem nun ist Brack Egg beinahe täglich in den meisten Medien an sehr prominenter Stelle vertreten. Mit seinen Forderungen nach besserer Wasseraufbereitung, -verteilung und -klärung, nach Bau und Verbesserung von Müllentsorgungs- und Recyclingmöglichkeiten rennt er offene Türen ein. Zuletzt gab es einen Streit um einen Abwasserabfluss in la Perla, einem Stadtteil der Hafenstadt Callao, über den Schmutzwässer aus ganz Lima ungeklärt ins Meer fließen. Die Anwohner von La Perla wehrten sich vergebens, an ein Bad im Pazifik ist rund um den Stadtteil nicht mehr zu denken. So ließ es sich Brack Egg nicht nehmen, demonstrativ den gestrigen „Tag der Umwelt“ dafür zu nutzen, öffentlich in Villa El Salvador (VES) aufzutreten – einem der wenigen Teile Limas, die über ein voll funktionsfähiges Wasser- und Abwassersystem verfügen.
Am Tag seines Amtsantrittes verkündete Brack Egg, sein Ministerium nach Vorbild des deutschen Umweltministeriums aufbauen zu wollen. So war dann auch konsequenterweise eine seiner ersten Forderungen, Kraftfahrzeuge nach ihrem Verbrauch und dem Ausstoß von Abgasen zu besteuern.
Allein: So erfolgreich sich Brack Egg auch im „Agenda Setting“ (besetzen der Medien mit seinen Themen) betätigt, sein Ministerium besteht bisher nur auf dem Papier. Die wenigen Mitarbeiter und spärlichen Räumlichkeiten, über die das Umweltministerium derzeit verfügt, sind hauptsächlich durch internationale Kooperation finanziert. Vor wenigen Tagen lehnte es der Kongress ab, Mittel, die bisher der nationale Umweltrat CONAM erhält, auf das neue Ministerium zu übertragen. Der Grund dafür liegt weniger am Widerstand gegen ein Umweltministerium, sondern eher an der Art, wie das Ministerium gegründet worden war. Nicht das Parlament hat eine gesetzliche Grundlage geschaffen, sondern Präsident García hatte per Dekret die Gründung angeordnet.
Antonio Brack Egg hat sich schon durch so manche Schwierigkeit gebissen, vermutlich wird es auch bei diesem Mal klappen. Zu wünschen wäre es ihm, aber vor allem auch der peruanischen Umwelt.
Quelle: ANDINA, PCM
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historische Bauwerke in Lima „verschwunden“
Zugegeben, das historische Zentrum Limas ist oft Schauplatz kleinerer oder größerer Verbrechen. Meist geht es um Taschendiebstahl oder kleine Überfälle. Eine Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur „Andina“ erschreckt aber doch ein wenig…
Am vergangenen Dienstag wurde vom Nationalen Kulturinstitut Perus (INC) im Zusammenhang mit einigen Bauwerken die Rücknahme des Status „Nationales Kulturerbe“ bekannt gegeben.
Das erste Bauwerk, ein Haus in kollonialer Bauweise, ist eingestürzt, wodurch es nach der Meldung „alle seine originalen architektonischen Elemente verloren hat, inklusive der Fassade“. Bereits seit einiger Zeit beherbergt das Gelände einen nicht genehmigten Parkplatz. Auch wenn dieser Tag und Nacht von einem Parkwächter überwacht wird, hat er nach Meinung des INC „keinen historischen Wert mehr“.
Ein weiteres Monument wurde aus der Liste gestrichen, weil sich die Denkmalschützer bei der Aufnahme der Bauwerke in der Adresse geirrt hatten und sie deshalb nur aus versehen aufgenommen worden waren.
Die große Überraschung hielt sich der INC aber bis zum Schluss auf:
„Zwei Bauwerke […] werden in Zukunft nicht mehr in der Liste auftauchen, weil sie nicht mehr existieren.“ An Stelle des einen findet man heute ein 5-stöckiges Haus. Das zweite ist wohl spurlos verschwunden.