Schlagwort: INEI

  • Weniger Festnetz, mehr Internet, viel mehr Handy

    Entwicklung von Handy, Telefon, Internet und Kabelfernsehen in Peru. Quelle: INEI
    Entwicklung von Handy, Telefon, Internet und Kabelfernsehen in Peru. Quelle: INEI

    Die Verbreitung von Mobiltelefonen in Peru nimmt immer mehr zu. Nach den neusten Zahlen des Nationalinstituts für Statistik und Informatik INEI verfügten Ende vergangenen Jahres bereits über 60% der Peruaner über ein Mobiltelefon. Das entspricht mindestens 16 Millionen Mobiltelefonen. Der Anteil von Einwohnern mit Festnetzanschluss im Vergleich zur Gesamtbevölkerung wurde dagegen geringer. Ein leichtes Wachstum gab es auch bei den Anschlüssen von Kabelfernsehen und den Internetanschlüssen.

  • INEI: 1.786 gezählte indigene Gemeinschaften

    In 11 peruanischen Regionen, hauptsächlich östlich der Anden , leben heute 1.786 verschiedene indigene Gemeinschaften aus 13 Sprachfamilien. Das ist eines der Ergebnisse der Zählung indigener Gemeinschaften durch das peruanische Nationalinstitut für Statistik und Informatik INEI. Demnach wäre Peru das Land mit den meisten verschiedenen Sprachfamilien in ganz Amerika, wobei viele der Gemeinschaften allerdings nicht auf Peru begrenzt sind, weil ihr Siedlungsgebiet über die politischen Grenzen des Landes hinausreicht.  Die 13 Sprachfamilien teilen sich wiederum in insgesamt über 60 verschiedene Ethnien auf, darunter amuesha, asháninka, ashéninka, caquinte, chamicuro, culina, matsiguenga, nomatsiguenga, piro, resígaro, chayahuita, jebero, amarakaeri, arazaeri, huachipaeri, kisamberi, pukirieri, bora, huitoto-meneca, huitoto-murui, actual, aguaruna, candoshi-murato, huambisa, jíbaro, amahuaca, capanahua, cashibo-cacataibo, mayoruna, parquenahua, pisabo, shipibo-conibo, yagua, lamas, quichua, kichwaruna, aguano, ticuna, muniche, omagua, arabela, iquito, taushiro und andere. Der INEI weißt allerdings darauf hin, dass es auch mindestens 21 indigene Gemeinschaften gibt, die von verschiedenen Ethnien gebildet werden. Zudem wurden zwei Ethnien gefunden, von denen nur noch wenige Personen mit einem Alter von über 50 Jahren gefunden wurde, die inzwischen aber unter Mestizen in der Stadt wohnen und ihre Sprache größtenteils aufgegeben und gegen spanisch getauscht haben.

    Die Zählung der indigenen Gemeinschaften war Teil der Volkszählung 2007. Die Ergebnisse wurden aber erst jetzt ausgewertet und veröffentlicht.

  • Puno bekommt "schwimmendes Gericht"

    Eine vermutlich einmalige Einrichtung wird der Vorsitzende der peruanischen judikative Javier Villa Stein am kommenden Dienstag auf dem Titicacasee an der Grenze zu Bolivien eröffnet. Auf der schwimmenden Insel der „Uros Chullini“, mitten auf dem mit über 4000m über dem Meeresspiegel liegenden höchsten beschiffbaren See der Welt, wird dann ein „Friedensgericht“ (Juzgado de Paz) eingerichtet. Dabei handelt es sich um ein Gericht, dessen Richter besonders in ländlichen Gebieten direkt vom Volk gewählt wird und über Streitigkeiten mit niedrigem Streitwert entscheidet. Die Uros sind ein Volk, das teilweise noch heute auf Inseln aus Stroh lebt, die im Titicacasee schwimmen.  Das peruanische Nationalinstitut für Statistik und Informatik INEI hat im Jahr 1998 rund 2000 Uros auf den Inseln gezählt. Es gibt bereits seit einigen Jahren mehrere Schulen und selbst Kirchen auf den verschiedenen schwimmenden Inseln.  Auch Telefon, Internet und (Solar-)Strom ist auf manchen der Inseln vorhanden.

    Das schwimmende Friedensgericht, „juzgado flotante“ genannt, wird aber wohl für immer das Einzige seiner Art bleiben.

  • 60% der Haushalte haben ein Handy

    In immer mehr peruanischen Haushalten stehen moderne Kommunikationsgeräte. Wie das Nationalinstitut für Statistik und Informatik INEI gestern bekannt gab, gibt es in 60% der peruanischen Haushalte ein oder mehrere Handys. 28% haben einen Festnetzanschluss, 19% Kabelfernsehen und fast 10% Internet. Damit stieg die Zahl der Haushalte mit Hand im Gegensatz zum Vorjahr um 15%. Gleichzeitig gibt es 2,5% mehr Kabelfernsehhaushalte und 2,6% mehr Haushalte mit Internetanschluss als noch im Vorjahr.
    Dabei gibt es aber einen sehr großen Unterschied zwischen Stadt und Land. So haben in der Hauptstadt Lima fast 60% einen Festnetzanschluss. Im ländlichen Raum sind es 1,4%. Internet haben in Lima über 23%, im ländlichen Raum 0,1% der Haushalte. Verglichen wurde das letzte Quartal 2008 mit dem letzten Quartal 2007.

  • Wahlbehörde gibt Strafen für Nichtwähler bekannt

    In Peru herrscht Wahlpflicht. Wer dagegen verstößt und nicht zur Wahl geht, muss eine Strafe bezahlen. Dies wird auch am 7. Dezember so sein, wenn in mehreren hundert Orten Perus die sogenannten „revocatorias“ abgehalten werden, also Abstimmungen über die Abberufung von Regionalpräsidenten, Bürgermeistern, Provinz-, Stadt- und Gemeinderäten. Diese Art der Abstimmung ist bereits seit Anfang der 90er Jahre in der peruanischen Verfassung vorgesehen, wird nun aber erst zum zweiten Mal angewandt. Wie die Jury für diese Art spezieller Wahlen, der „Jurado Electoral Especial“ (JEE), nun bekannt gab, liegen die Strafen bei dieser Wahl zwischen 17,50 und 70 Nuevos Soles. Wie hoch die Strafe jeweils ist, hängt vor allem davon ab, ob der jeweilige Ort nach der letzten Volkszählung im Vergangenen Jahr (CENSO 2007) als „nicht Arm“, “ „nicht extrem Arm“ oder „extrem Arm“ eingestuft wurde. In den „nicht Arm“en Orten beträgt die Strafe 70 Nuevos Soles, in „nicht extrem Arm“en Orten 35 und in „extrem Arm“en Orten 17,50 Nuevos Soles. Sonderstrafen gibt es zudem noch für die Wahlhelfer, die unter allen Wählern ausgeloßt werden. Erscheinen sie am Wahltag nicht, kommt auf sie eine Strafe von 175 Nuevos Soles zu.

  • Lima hat 8.472.935 Einwohner, Peru zieht es zur Küste

    Lima hat Acht Millionen vierhundertzweiundsiebzigtausendneunhundertfünfunddreißig Einwohner. Das ist eines der Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten Auswertung der Volkszählung 2007 (Censo 2007). Die Zahl bezieht sich dabei nur auf die Stadt Lima (Lima Metropolitana), nicht die gleichnamige Region.

    Bevölkerungsverteilung Perus 1940-2007. Quelle: INEI
    Bevölkerungsverteilung Perus 1940-2007. Quelle: INEI. Klicken für großes Bild.

    Zudem konzentriert sich die peruanische Bevölkerung weiter und verstärkt an der Pazifikküste. Während die Bevölkerung der verschiedenen Regenwaldregionen leicht und die Küstenbevölkerung stark anstieg, sank die Bevölkerung der peruanischen Andenregionen im Vergleich zu den anderen Regionen seit 1940 um über 30 Prozentpunkte ab. Heute macht die Küstenbevölkerung über 54% der Gesamtbevölkerung aus, im Gegensatz zu 28,3% 1940. Innerhalb der vergangenen 14 Jahre stieg die Küstenbevölkerung um 3.425.521 Personen an.

    Höchstes Bevölkerungswachstum in Regendwaldregion Madre de Dios

    Vom Bevölkerungswachstum her ist übrigens die Urwaldregion Madre de Dios mit durchschnittlich 3,5% Spitzenreiter. 1940 wurden hier noch 4.950 Einwohner gezählt, 2007 bereits 109.555. Dieses extreme Wachstum ist allerdings möglicherweise auf Schwierigkeiten bei der Durchführung der Zählung zurückzuführen. Viele Gegenden verfügen erst seit kurzer Zeit über Verkehrsinfrastruktur, was vermuten lässt, dass bei den ersten Zählungen nicht alle Gegenden wirklich vollständig abgedeckt worden waren.

    Vor allem die Einwohnerzahlen fernab der Küste für das Jahr 1940 sind dabei mit Vorsicht zu betrachten, möglicherweise wurde zu jener Zeit lediglich nicht gründlich genug gezählt. Auch die heutigen Zahlen werden von peruanischen Autoren häufig nur unter Vorbehalt zitiert.

    In Peru wurde bereits 2005, damals unter Präsident Alejandro Toledo, eine Volkszählung durchgeführt. Die nachfolgende Regierung unter Präsident Alan García kritisierte allerdings deren Methodologie und ordnete deshalb die Durchführung einer neuen Volkszählung an, die dann Mitte und Ende 2007 durchgeführt wurde. Dieser Beitrag basiert auf den im Jahr 2008 veröffentlichten Daten dieser Zählung.

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.

  • Evangelische Kirchen Perus fordern eigenen Feiertag

    Wie ANDINA berichtet, debattiert der peruanische Kongress derzeit die Einführung eines eigenen arbeitsfreien Feiertages für die Evangelische Bevölkerung. Diese Macht inzwischen, laut der Volkszählung 2007, immerhin 12,5% der Gesamtbevölkerung aus, was rund 2,6 Millionen Gläubigen entspricht. Im Gespräch ist dabei der 31. Oktober, an dem außerdem der „Día de la canción criolla“ begangen wird, also der Tag der peruanisch-kreolischen (afroperuanischen) Musik. Der Antrag war von evangelischen Angehörigen diverser Parteien eingebracht worden und wird nach Angaben von ANDINA von einer breiten Mehrheit unterstützt. Derzeit gibt es 7 katholische Feiertage. Laut der Volkszählung 2007 (Censo 2007) des Nationalinstitutes für Statistik und Informatik INEI waren Ende vergangenen Jahres 80% der peruanischen Bevölkerung katholisch. Im Vergleich zum Jahr 1993 (1Mio) hat sich die Anzahl der Angehörigen evangelischer Kirchen mehr als verdoppelt. Besonders im ländlichen Bereich und wenig bevölkerten Urwaldregionen konnten sie zulegen.

    Kürzlich wurde in Chile der 31. Oktober als gesetzlicher evangelischer Feiertag eingeführt.

  • Analphabetismus sinkt, bleibt aber ein Problem

    Analphabetismus im Verhältnis zum Geschlecht. Quelle: INEI
    Analphabetismus im Verhältnis zum Geschlecht. Quelle: INEI

    Nach Angaben des INEI sank die Analphabetismus- rate um 5,7 Prozentpunkte, liegt aber mit 7,1% der Bevölkerung über 15 Jahren immer noch sehr hoch. Gravierend sind auch die Unterschiede zwischen Stadt- und Landbevölkerung. Während die Analphabetismusrate im urbanen Umfeld bei 3,7% liegt, liegt er in ländlichen Regionen bei 19,7%. In letztgenannten Gegenden konnte die Rate seit 1993 um rund 10 Prozentpunkte gesenkt werden.

    Die Region mit der höchsten Analphabetismusrate bleibt auch 2007 Apurímac, wo die sie seit 1993 zwar um beeindruckende 15,2% abnahm, allerdings noch immer bei 21,7% liegt. Gefolgt wird Apurímac von Huancavelica (20,1%), Ayacucho (17,9%), Cajamarca (17,1%) und Huánuco (16,6%). Die niedrigsten Raten haben das Stadtgebiet von Lima und die Provinz Callao mit 1,8% bzw. 1,6%.

    Überraschenderweise sind aber nicht nur die großen Küstenstädte ganz vorne dabei, sondern auch die Urwaldregionen Ucayali (4,8%), Madre de Dios (3,2%), sowie Moquegua (4,7%), Tacna (3,7%), Arequipa (4,1%), Tumbes (3,4%) und Ica (2,8%).

    Noch immer ist leider ein großer Unterschied im Geschlecht (Mann: 3,6%, Frau: 10,6%) zu beobachten.

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.

  • Peru wird städtischer

    Nach den kürzlich veröffentlichten Volkszählungsergebnissen des vergangenen Jahres stieg die Bevölkerungszahl zwischen 1993 und 2007 um 5,7 Millionen (ca. 1,6% / Jahr) auf 28.220.764 Einwohner. Das Geburtenverhältnis von Frauen und Männern blieb unverändert (49,7% Männer, 50,3% Frauen) ausgewogen. In den Ergebnissen der Zählung schlägt sich eine starke und anhaltende Landflucht nieder. So wuchs zwar die ländliche Bevölkerung um über 11.000 Personen gegenüber der Zählung 1993, gleichzeitig wuchs die städtische Bevölkerung um über 5 Millionen Personen. So lebt heute nur noch rund ein Drittel der Bevölkerung auf dem Land. Bedenkenswert ist dabei, dass die Geburtenrate in den Städten weit unter der im ländlichen Raum lag. Während 2007 in Lima die Geburtenrate bei 1,3 Kindern pro Frau lag (1993: 1,6), kommen Frauen in ländlichen Regionen wie Amazonas oder Loreto im Durchschnitt auf 2,4 (1993: beide 3,1), in Huancavelica und Apurímac sogar auf 2,5 Kinder (1993: 3,4/3,3).

    Quelle: INEI (Instituto Nacional de Estadistica e Informatica): Perfil Sociodemográfico del Perú, Segunda Edición. Lima: 2008

  • Chachapoyas: Höchste Inflation in ganz Peru

    Wie das nationale Statistik- und Informatikinstitut INEI vergangene Woche bekannt gab, stiegen die Preise von Juli auf August um durchschnittlich 1,74%. Landesweit lag die Inflation im Vergleich zum Vormonat um 0,67%. Im Vergleich zum August des Vorjahres lag die Preissteigerung des Warenkorbes des INEI bei 7,34%.