Schlagwort: Diebstahl

  • Peru: Unternehmen kaufen weiter illegale Daten – trotz neuem Datenschutzrecht

    „Prüfe, ob die persönlichen Daten deiner Mitarbeiter oder Mieter stimmen, prüfe ihre Solvenz“ – ganz offen bewirbt ein Daten-Hehler auf der in Peru aktiven Auktionsplattform Mercado Libre sein Angebot. Und kaum einen stört es bislang. Datenschutz wird in Peru bislang nicht sehr groß geschrieben. Erst seit rund einer Woche ist das bereits 2011 verabschiedete Datenschutzgesetz wirksam. Ende März wurde ein dazugehöriges Datenschutz-Reglement veröffentlicht, das Unternehmen und Behörden unter anderem vorschreibt, Daten nur dann weiter zu nutzen, wenn Nutzerinnen und Kunden damit einverstanden sind. Die Frage, ob sich Unternehmen daran halten, stand aber in den ersten Tagen nach der Reglementierung nicht auf der Agenda – dafür aber ein gravierendes Problem, das Peru bis heute zu einem Alptraum für Datenschutz-Aktivisten macht: Den freien Verkauf von Daten aller Art im Internet und auf Schwarzmärkten.

    Persönliche Daten von Perus Präsident Humala (Ausweisnummer  44123390). Screenshot infogob.com.pe / JNE.
    Persönliche Daten von Perus Präsident Humala (Ausweisnummer 44123390). Screenshot infogob.com.pe / JNE.

    Möchte in Peru eine Person in ein politisches Amt gewählt werden, wird vorab ihr Lebenslauf ins Internet gestellt. Darin enthalten ist für gewöhnlich auch die Personalausweisnummer. Mit deren Hilfe – und der einen oder anderen Suchmaschine – kann man viel herausfinden, häufig kommen Presse und politische Gegner auf diesem Wege Interessenkonflikten auf die Spur.  Hält eine Politikerin Anteile an einem Unternehmen, das mit Subventionen bedacht wird oder schreibt ein Abgeordneter an Gesetzen mit, die einem Cousin direkte Geldwerte Vorteile bringen? Die Personalausweisnummer reicht oft, um dahinter zu kommen. Doch das, was Transparenz schafft und bei der Korruptionsbekämpfung hilft, kann auch von Erpresserinnen und zwielichtigen Unternehmern genutzt werden. Denn neben den zahlreichen öffentlich zugänglichen Datenbanken von Behörden und Unternehmen gibt es in Peru einen regen Handel mit persönlichen Daten, die gestohlen und verkauft werden, das genannte Beispiel ist lediglich eines von vielen.

    Bankdaten und Krankenakten vom Schwarzmarkt

    DNI-e, der elektronische Personalausweis. Foto: ANDINA.
    Bei Daten-Hehlern beliebt: Persönliche Daten. Foto: ANDINA.

    Doch auch wer kein Internet hat, muss auf spezielle Daten nicht verzichten. Auf einschlägigen Technik-Schwarzmärkten wie den Galerien der Calle Wilson unweit des Stadtzentrums der peruanischen Hauptstadt Lima ist das Angebot noch viel breiter. Einige Stände preisen auf Plakaten und Katalogen ihr gesamtes Warenspektrum an: Von Kopien der Datenbanken der Melderegisterbehörde RENIEC mit oder ohne Fotos über Unternehmens- und Autozulassungsregister bis hin zu Adressen, Telefonnummern, Bankdaten und Krankenakten – für und über jede ist etwas dabei. Gesammelt werden die Daten manchmal von Hackern. Viel häufiger aber von aktuellen oder ehemaligen Angestellten von Behörden und Unternehmen, die sich rächen – oder einfach ein Taschengeld hinzu verdienen möchten. Fehlende Datenschutzmechanismen erleichter(te)n die Arbeit, dass Datendiebstahl bislang nicht als Verbrechen geahndet wird, verschärft das Problem.

    Kein Bankkredit für Krebskranke?

    Für Kriminelle ein gefundenes Fressen: Sie können sich lohnende Opfer praktisch automatisch vom Computer heraussuchen lassen. Doch während man bei ihnen den Datenmissbrauch vermutet, sind sie nicht die einzigen, die sich mit Hilfe der Daten bereichern wollen. Auch eigentlich „legale“ Unternehmen vergreifen sich an illegal kopierten Daten, so Perus oberster Datenschützer Álvaro Quiroga von der Datenschutzbehörde, die dem Justiz- und Menschenrechtsministerium in Lima untersteht, gegenüber der Tageszeitung „Perú.21“. „Wir wissen, dass auf diesem informellen Markt eine große Vielfalt privater Daten zirkuliert, inklusive Krankenakten“, so Quiroga. In Folge dessen könnte beispielsweise eine Bank einer Person einen Kredit verweigern, bei der Krebs festgestellt worden sei, befürchtet der Datenschützer. Oder es könnte kommen wie in dem Fall eines Arbeitssuchenden, der in seiner Verzweiflung im Krankenhaus angeboten habe, seine Organe zu verkaufen. Über verkaufte Krankenakten sei dies mehreren Personalchefs zu Ohren gekommen – die dann erst recht von einer Einstellung des Mannes absahen.

    Weiter Weg zum Datenschutz

    Juan Jiménez Mayor, Perus Premierminister. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / Andina.
    Selbst Opfer von Daten-Dieben: Premierminister Juan Jiménez. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / Andina.

    Damit liegt noch ein weiter Weg vor Perus Datenschützern. Dass die Nutzung gestohlener Bankdaten durch Kriminelle, die damit ihren nächsten Einbruch planen, schleunigst unterbunden werden muss, ist selbstverständlich. Es reicht aber nicht aus: Auch „normale“ Unternehmen und Behörden müssen ihre Daten besser sichern – und aufhören, illegal erhobene Daten zu nutzen. Das gilt übrigens nicht nur für kopierte Datenbanken, sondern auch für illegal abgehörte Telefongespräche, die insbesondere in peruanischen Wahlkämpfen immer wieder zum Einsatz kommen, um Kontrahenten zu diskreditieren. Auch der Vorsitzende des peruanischen Ministerrates Juan Jiménez Mayor dürfte ein Interesse verbessertem Datenschutz haben. Auf dessen Namen waren illegal dutzende Handys angemeldet worden – mit gestohlenen persönlichen Daten.

    Lesen Sie auch den Hintergrundartikel zum Thema Transparenz und eGovernment in Peru: Peruanisches E-Government zwischen Vorreitern und Offlinern.

  • Peru: Heute fast doppelt so viele Fahrzeugdiebstähle wie 2003 / vor allem Mototaxis gefährdet

    Die Zahl der gestohlenen Fahrzeuge pro Jahr hat sich im Zeitraum 2003-2011 beinahe verdoppelt. Das geht aus dem jüngsten Kriminalitätsreport des peruanischen Nationalinstitutes für Statistik und Informatik hervor. Gleichzeitig stieg die Zahl der zugelassenen Neufahrzeuge um 32%. Insgesamt wurden Peru-weit 2011 15.215 Fahrzeuge gestohlen, 2003 waren es noch 8.722 gewesen. Die meisten Fahrzeuge wurden dabei vom Straßenrand weg geklaut, 9.460 Stück 2011. Lediglich 5.755 wurden durch einen Überfall entwendet. Damit ist die Zahl der im Rahmen eines Überfalls gestohlenen Fahrzeuge seit 2003 kaum angestiegen.

    Überhaupt stieg die Anzahl gestohlener Autos und Lastwagen nur leicht, die hohe Zahl geht vor allem auf Motorräder und die so genannten „Mototaxis“ zurück, die wegen ihres geringen Gewichts und ihrer großen Verbreitung leicht gestohlen werden können. Zum Vergleich: In Deutschland wurden 2010 nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft 19.503 Autos als gestohlen gemeldet. Im – zugegebenermaßen vom Fahrzeugpark und der Bevölkerungszahl etwas kleineren – Peru waren es im selben Zeitraum dagegen nur 15.179. Davon wurden 10.036 schon nach kurzer Zeit wieder gefunden.

    Und zum Abschluss noch eine gute Nachricht: Trotz des starken Anwachsens des peruanischen Fahrzeugparks lag die Zahl der Verkehrstoten 2010 unter dem Wert von 2003. Das ist sicherlich auch auf die Verschärfungen der peruanischen Straßenverkehrsordnung zurückzuführen, die 2009 und 2010 eingeführt wurden.

    Fahrzeugdiebstähle 2003-2011 in Peru. Bild: INEI.
    Fahrzeugdiebstähle 2003-2011 in Peru. Bild: INEI.

    (Daten: http://www.inei.gob.pe/web/BoletinFlotante.asp?file=14086.pdf)

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.

  • Peruanischer Wallfahrtsort ausgeraubt: Unbekannte stehlen „Cruz de Motupe“

    Unglaublich: Unbekannte haben das bei peruanischen Wallfahrern beliebte und verehrte Kreuz von Motupe („Cruz de Motupe“) gestohlen. Nach Angaben von Anwohnern wurde ein Wachmann bewusstlos geschlagen und gefesselt. Möglicherweise haben es die Räuber auf die Verzierungen aus Gold, Silber und Edelsteinen abgesehen. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf.

    Das vermutlich Mitte des 19. Jahrhunderts angefertigte Kreuz von Motupe steht normalerweise in der Nähe der nordwestperuanischen Stadt Chiclayo auf dem Cerro Chalpón und wird Jahr für Jahr von tausenden Gläubigen besucht, insbesondere während der Hauptfeierlichkeiten um den 5. August.

    Wie Canal N berichtet, beteiligen sich an der Suche neben 150 Polizisten auch hunderte Freiwillige aus der Umgebung.

    httpv://www.youtube.com/watch?v=kJIRegBYtTI

  • Huarmey / Ancash: Anden-Bauern über 30 Tage verschollen

    Seit nun über 30 Tagen sucht die peruanische Polizei nach einer Gruppe von Bauern, die sich im vergangenen März auf die Suche nach ihrem gestohlenen Vieh gemacht hatten. Wie Angehörige der 6 verschollenen Bauern vor wenigen Tagen bei einem Treffen im peruanischen Kongress schilderten, hatten zuvor Viehdiebe eine hohe Anzahl Rinder aus ihrem Besitz gestohlen. Der Regionalvertreter des peruanischen Innenministeriums in der Provinz Recuay, Gobernador Calixto Tuya, hat inzwischen Taucher der peruanischen Marine angefordert, um den Grund mehrerer Stauseen in Recuay und der Nachbarprovinz Aija genauer unter die Lupe zu nehmen, in denen die Leichen der Bauern vermutet werden.

    Nach Angaben eines lokalen Radiosenders stammten die Bauern aus den Distrikten Cochapetí und Cotaparaco, die, so der Bericht weiter, häufiger von Viehdieben heimgesucht werden. Weiter wird berichtet, inzwischen seien die mit Blut überströmten Pferde der Bauern aufgetaucht.

    Demonstration angekündigt

    Für den kommenden Dienstag haben Angehörige der vermissten Bauern eine Demonstration angekündigt. Sie wollen damit von der Polizei und anderen Vertretern des Staates mehr Engagement bei der Suche nach ihren Angehörigen zu zeigen. Der Demonstrationszug soll zur Regionalhauptstadt Huaraz ziehen.

  • Cayaltí / Lambayeque: Polizei beschlagnahmt gestohlene Grabbeigaben

    Mehrere Krüge, präkolumbische Messer, sowie weitere wertvolle Gegenstände, die vermutlich von Grabräubern aus Begräbnisstätten im nordperuanischen Distrikt Cayaltí (Lambayeque) gestohlen worden waren, konnten Beamte der peruanischen Nationalpolizei beschlagnahmen. Die Grabräuber waren vermutlich mit der Sichtung der gestohlenen Schätze beschäftigt, als die Patrullie sie überraschte. Sie flüchteten sofort, wobei sie das Diebesgut zurücklassen mussten. Die Beamten registrierten die Fundstücke und übergaben sie dem peruanischen Kulturinstitut INC Lambayeque, das nun deren historischen und kulturellen Wert feststellen soll.

    In Lambayeque finden sich hunderte Fundstätten, von deinen manche, wie beispielsweise die des „Señor de Sipán“ weltberühmt sind.

  • Apotheker ausgeraubt: Wenn der Erzengel schläft

    Um 40.000 Soles erleichterten gestern im nordwestperuanischen Chiclayo (Lambayeque) mehrere bewaffnete Räuber den Verwalter einer Apotheke. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA. Der Verwalter einer örtlichen Filiale der „Arcangel“ (Erzengel) – Apotheke war mit mehreren Geldkisten im Taxi unterwegs zur nächsten Bankfiliale, als ein mit mehreren Personen besetztes Fahrzeug den Weg versperrte. Mehrere schwarz gekleidete Räuber stiegen aus dem Fahrzeug und forderten „unter Drohungen“ die Herausgabe des Geldes. Der Verwalter kam der Forderung nach und überreichte mehrere Kisten, die sämtliche Tageseinnahmen der Apotheke beinhielten. Anschließend flohen sie in einem Fahrzeug mit dem Kennzeichen CC-1836.

  • La Libertad: Polizei findet 4 tote Räuber

    Die Körper von vier toten auf Busüberfälle spezialisierten Räubern konnte die peruanische Nationalpolizei PNP in der Provinz Santiago de Chuco (Region La Libertad) gestern bergen. Nach Angaben eines Polizeisprechers hatten die vier 32-34jährigen in der Gegend um den „Calpuy“ genannten Ort an der Straße nach Huaraz mehrere Busse überfallen und die Insaßen ihrer Habseligkeiten beraubt. Vermutlich habe eine Bürgerwehr sie vor rund 5 Tagen geschnappt, verprügelt und dann in den Abgrund gestoßen. In der Nähe der Aufprallstelle fand die Polizei 22 Handys, 3 Digitalkameras, eine Filmkamera, sowie mehrere Revolver.

    Die Toten wurden inzwischen identifiziert und befinden sich zur Obduktion in der Gerichtsmedizin Trujillo.

  • Telefónica beklagt 500 gestohlene Solarpanele

    Über 500 Solarpanele, die normalerweise Antennen, Telefone oder Computer betreiben sollten, wurden im ersten Halbjahr diesen Jahres dem peruanischen Ableger der Telefongesellschaft Telefónica gestohlen oder mutwillig zerstört. Das teilte Telefónica in einer Pressemitteilung mit. Die meisten Solarpanele verschwinden, so Telefónica, in Cajamarca, Cusco, Huánuco, Piura und Lima. Deshalb muss Telefónica, um seinen Dienst aufrecht zu erhalten, immer häufiger auf Dieselmotoren zurückgreifen, wie María Herrera Portuondo erklärt, die bei dem Unternehmen für das Telefonnetz zuständig ist.

    Während der letzten 3 Jahre wurden in Peru insgesamt 60 Personen festgenommen, als sie Solarpanele stehlen wollten. 21 davon wurden bereits zu Haftstrafen zwischen einem und drei Jahren verurteilt. Damit gleicht sich die Zahl der Paneldiebstähle langsam den Zahlen der anderen 3 gern gestohlenen Objekte an:  Stromleitungen (unter- und überirdisch), Telefonleitungen und Gullideckel.

  • Mind. 200 Bauern in Apurimac und Ayacucho Opfer von "Schneeball-System"

    Mehr als 150 Bauern aus Ayacucho und über 60 aus Apurimac haben heute vor der Zentrale des Reiseunternehmens „TravelOne“ im limenischen San Isidro gegen deren Geschäftsgebaren demonstriert. Sie hatten dem Unternehmen nach eigenen Angaben 257 US-Dollar bezahlt – eine Summe, die dem Einzahler laut der vorhergehenden Beratung angeblich in kürzester Zeit bis zu 6000 US-Dollar Gewinn zurück bringen sollte. Dass die Bauern dafür Mittelmeerkreuzfahrten verkaufen und permanent neue Verkäufer werben sollten, sei dabei nach Angaben der Bauern nicht erwähnt worden. Inzwischen hat sich die peruanische Verbraucherschutzorganisation ASPEC eingeschaltet – und bisher immerhin Teile der Einlagen von 41 der Bauern erfolgreich zurückgefordert. ASPEC vermutet, dass landesweit möglicherweise einige tausend Personen von dem betrügerischen Handeln betroffen sind.

  • Mehrere "Vladikonten" eingefroren

    Mehrere Konten des ehemaligen peruanischen Geheimdienstcheffs und Beraters des Diktators Fujimori, Vladimiro Montesinos, wurden in den vergangenen Tagen auf Betreiben der peruanischen Anti-Korruptionsbehörde eingefroren. Das Berichtet die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA. Es handelt sich dabei um Konten in Österreich, Luxemburg, der Schweiz, Mexiko und den USA. Auf den verschiedenen Konten sollen sich bis zu mehr als 21 Millionen US-Dollar befunden haben, die von einer Art „Mafia“ um Montesinos verwaltet worden waren. Der Vorsitzende der Anti-Korruptionsbehörde „Procuraduría Anticorrupción“  Carlos Briceño erklärte gegenüber ANDINA, die Gelder seien während der Regierung Fujimori in den 90er Jahren dem Staat gestohlen worden und sollten nun an den Staat zurück fließen.

    Allein in der Schweiz waren über 12 Millionen US-Dollar gefunden worden.