• Polizei Chachapoyas beschlagnahmt Falschgeld im „Wert“ von mehr als 6.000$

    Chachapoyanisches Falschgeld, viel davon. Foto: José Antonio Aguilar / PNP Chachapoyas.
    Chachapoyanisches Falschgeld, viel davon. Foto: José Antonio Aguilar / PNP Chachapoyas.

    Groß war die Überraschung der Polizeibeamten in Chachapoyas (Amazonas), als sie nach dem Fund gefälschter Geldscheine bei einer Routinekontrolle in einem Taxi das Zimmer des Fahrers durchsuchten: Sie fanden gefälschte US-Dollar, auf denen ein Wert von insgesamt 3.000 aufgedruckt war. Weiters wurden, so Polizeisprecher Jose Antonio Aguilar gegenüber INFOAMAZONAS, 12.750 gefälschte peruanische Nuevos Soles beschlagnahmt. Neben den Chemikalien und zugeschnittenem Papier fanden die Polizisten auch einen Beamer, der nach Aussage des Geldfälschers mit Falschgeld erworben worden war. Wenig später fand die Staatsanwaltschaft dann noch unter einem der Vordersitze des Autos zwei Päckchen mit Kokain.

     

     

  • Seit dieser Woche müssen peruanische Postunternehmen mit Postleitzahlen arbeiten

    Die Probephase von 120 Tagen ist vorrüber, ab jetzt müssen eigentlich alle Briefe und Pakete staatlicher Organisationen in Peru mit den Postleitzahlen des Empfängers und des Senders gekennzeichnet werden. Private Postnutzerinnen und Nutzer sollen, so sieht es das im Februar veröffentlichte Dekret des Transport- und Kommunikationsministeriums über die Einführung der Postleitzahlen vor, durch Werbekampagnen der Postunternehmen an deren Nutzung gewöhnt werden. In wieweit sich die staatlichen Stellen an das Dekret halten, ist unbekannt, ebenso, ob – wie vorgeschrieben –  alle Filialen aller Postunternehmen ein Postleitzahlenbuch in digitaler oder gedruckter Form für ihre Kunden ausliegen haben. Die Internetseite der Staatlichen „Serpost“ widmet sich intensiv dem Thema, der private Post- und Paketdienst „Olva“ hält sich bislang eher bedeckt.

    Egal, ob das Postleitzahlenbuch nun ausliegt oder nicht: Die großen Versandhäuser in der peruanischen Hauptstadt Lima, die sich bislang in den meisten Fällen weigern, in ländliche Regionen zu verschicken, haben nun eine Ausrede weniger, da selbst viele Kleinstdörfer eindeutig einer Postleitzahl zugeordnet werden können. Zudem können sich die Nutzer von Internetdiensten, die bislang eine falsche spanische Postleitzahl zur Anmeldung nutzen mussten, ihre wirkliche Postleitzahl angeben. Bislang war das häufig nicht möglich, da außer einigen großen Städten in Peru keine Postleitzahlen vergeben waren. Weiß man mal eine Postleitzahl doch nicht, geht übrigens noch nicht die Welt unter. Die Postunternehmen sind verpflichtet, die Sendungen dennoch anzunehmen und zuzustellen.

    Ein paar wichtige Postleitzahlen:

    -In Amazonas

    Chachapoyas-Stadt: 01001

    Chachapoyas-Rest und Huancas: 01000

    Colcamar: 01420

    Leymebamba: 01465

    Magdalena: 01410

    Pisuquia: 01485

    Pisuquia-Yomblón: 01486

    Providencia: 01540

    Santo Tomas: 01445

    Tingo: 01415

    Bagua Grande-Stadt: 01621

    Bagua Grande-Rest: 01620

    Santa María de Nieva-Stadt: 01831

    Santa María de Nieva-Rest: 01830

    – In Cajamarca

    Cajamarca (Stadt)  besteht aus mehreren Postbezirken, die nicht mit Distriktgrenzen übereinstimmen.

    Cajamarca-Nord: 06001

    Cajamarca-Mitte: 06002

    Cajamarca-Süd: 06003

    Cajamarca-Rest und Großteil von Banhos del Inca: 06000

    Jaén-Stadt: 06801

    Jaén-Rest: 06800

  • Salomón Lerner sieht Gefahr eines neuen Sendero Luminoso

    Der ehemalige Vorsitzende der Wahrheits- und Versöhnungskommission (CVR) Salomón Lerner sieht die Gefahr des Auftauchens einer neuen Terrorführerfigur wie dem Sendero-Luminoso-Kopf Abimael Guzmán. In einem Interview mit Ideeleradio erklärte der Philosoph, sollten Gesellschaft, Regierung und Staat sich weiterhin so verhalten wie bisher – und nicht verstehen, dass Peru Vielfalt in der Einheit heißt und keine Solidaritäts- und Dialogbindungen zu den Peruanern geschaffen werden, bei denen der Staat nicht einmal  den grundlegendsten demokratischen Verpflichtungen nachkommt, bestehe dieses Risiko. Gefragt nach den Zusammenstößen und Ausschreitungen bei Protesten in Puno, Huancayo und Huancavelica sagte Lerner, man sei dabei, die Bevölkerung zu einem gefundenem „Fressen der Demagogen und Fanatiker“ zu machen. Es entstehe eine Art Chaos – weil man immer von der „goldenen Entwicklung“ höre, die lediglich als „Wachstum der Zahlen, nicht des Wohlstandes“  zu spüren sei.

    Hinweis: Salomón Lerner Fébres wird Mitte Juli in Hamburg sein, wo er im Rahmen des Kolloquiums „Perú: Medios Memoria y Violencia“ sprechen wird, das die Universität Hamburg gemeinsam mit der Universidad Antonio Ruiz de Montoya (Lima) veranstaltet. Die Teilnahme ist Kostenlos, um eine Anmeldung wird gebeten. Nähere Informationen finden Sie unter http://www.memoria-violencia.de.

  • Peru: 2.852 Verkehrstote im Jahr 2010

    Bei 83.753* Verkehrsunfällen im Jahr 2010 kamen 2.852 Menschen ums Leben. Das gab die peruanische Vizegesundheitsministerin Zarela Solis heute bekannt. 49.716 Personen mussten nach Verkehrsunfällen aufgrund ihrer Verletzungen medizinisch behandelt werden. Während die Anzahl offiziell registrierter Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahr etwas anstieg, starben dabei 391 Personen weniger als noch 2009. Damit ging die Zahl der Verkehrstoten 2010 bereits zum dritten Mal in Folge zurück. Nach Berechnungen des Gesundheitsministeriums, das dieser Tage eine neue Sensibilisierungskampagne für eine vorsichtigere und sicherere Fahrweise startet, belaufen sich die Behandlungskosten der bei Verkehrsunfällen Verletzten für das Gesundheitssystem auf jährlich mehr als eine Milliarde US-$ – rund 1,5% des peruanischen Bruttoinlandsprodukts.

    *Die dargestellten Zahlen wurden vom peruanischen Gesundheitsministerium bereitgestellt. Die offiziellen Unfalldaten der peruanischen Nationalpolizei (PNP), die INFOAMAZONAS vorliegen, weichen davon ab. So spricht die PNP von 50.258 Unfällen mit 2.856 Todesopfern im Jahr 2010. In der PNP-Statistik wurden allerdings keine Unfälle ohne Verletzte oder Tote aufgeführt.

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.

  • Ica: Erdbebengeschädigte Señor de Luren-Kirche wird rennoviert

    httpv://www.youtube.com/watch?v=7WvxxLf7kBw
    In Ica hat die Rennovierung der Señor de Luren-Kirche begonnen, die im August 2007 bei einem Erdbeben der Stärke 7,9 schwer beschädigt worden war. Nach Angaben der Diözese Ica müssen dafür 70% der noch stehenden Bausubstanz abgetragen und erneuert werden. Lediglich einige Teile der Kirche – darunter der Altarraum mit der berühmten Kuppel – können beibehalten werden.

    Hinweis: Das Video ist fast zwei Monate alt. Inzwischen sind die Arbeiten weiter fortgeschritten.

  • Puno: Flughafen Juliaca wird repariert

    Vier Tage nach den schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei mit sechs Toten auf dem Flughafen von Juliaca (Region Puno / Peru) haben Flughafenkonzessionär Aeropuertos Andinos del Perú (AAP) und das staatliche Flugverkehrsunternehmen CORPAC mit den Reparaturarbeiten begonnen. Bei der Besetzung des Flughafens waren Teile der Schutzmauern, der Landebahn, mehrere Positionslichter, das Parkwächterhäuschen, sowie die Posten der Sicherheitsleute zerstört worden.

    Wann genau der Flughafen wieder seinen normalen Betrieb aufnehmen kann, ist noch unklar. Man werde aber alles tun, um die Flüge wieder aufnehmen zu können, so AAP in einer Pressemitteilung.

  • Peru: Immer mehr Handys und Fernseher, Festnetz und Radios werden weniger

    Die Zahl der Haushalte mit Handy, Kabelfernsehen und Internet nimmt zu, während die Festnetzanschlüsse und die Bereithaltung von Radioempfängern immer weniger werden. Das geht aus einer Studie zur aktuellen Situation der technischen Hilfsmittel zur Information und Kommunikation des peruanischen Nationalinstitutes für Statistik und Informatik hervor. Demnach verfügen derzeit 73,1% der Haushalte über ein Mobiltelefon. Die Menge an Haushalten mit Festnetzanschluss sank zwischen 2009 und 2010 um fast 2% auf 30,4%. Absolute Zahlen nennt die Studie nicht. Ein paar weitere Daten finden Sie auf der angefügten Grafik.

    In Amazonas

    Einen stetigen Anstieg bei den Mobiltelefonen gab es auch in der Region Amazonas. Hier verfügen inzwischen 60,6% der Haushalte über mindestens ein Mobiltelefon. 2009 waren es noch knapp über 50%. 2009 waren in Amazonas 116.205 Mobiltelefone angemeldet.

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.

    Landwirtin mit Mobiltelefon in Colcamar (Amazonas). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
    Landwirtin mit Mobiltelefon in Colcamar (Amazonas). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS

    Weitere Informationen zum Thema Mobilfunk und Handys in Peru finden Sie im Dossier „Mobilfunkanbieter und Mobilfunkfrequenzen in Peru„.

  • Nach Einigung im Bergbau-Streit: Aymaras heben Streik auf

    Nach ihrer Einigung mit der peruanischen Regierung haben Bewohnerinnen und Bewohner – insbesondere Aymara – im Süden der südperuanischen Region Puno nach mehreren Wochen ihre Proteste beendet. Am vergangenen Freitag hatten Abgesandte der Demonstranten durch Verhandlungen mit Regierungsvertretern die Rücknahme eines Regierungsdekretes erreicht, das einem kanadischen Unternehmen den Bergbau in einer Region gestattete, in der in der Vergangenheit durch wilden Bergbau ökologische Schäden angerichtet worden waren. Dies war eine der Hauptforderungen gewesen. Die entsprechende Verordnung wurde noch am Samstag im peruanischen Gesetzblatt veröffentlicht. Daneben wollten sie durchsetzen, dass im Süden der Region Puno keine  Bergbaukonzessionen mehr vergeben werden. Mit dieser Forderung waren sie zwar nicht erfolgreich, allerdings versprach das Energie- und Bergbauministerium künftig vor der Vergabe von Förderlizenzen vor Ort ein Konsultationsverfahren durchzuführen.

    Überschattet wurden die Verhandlungen von schweren Zusammenstößen in und um Juliaca (Puno). Dort war der örtliche Flughafen besetzt worden. Mehrere Fahrzeuge, Flugsicherheitseinrichtungen und Büros wurden zerstört und angezündet. Beim Versuch der Polizei, den Flughafen mit Tränengas und Warnschüssen zu räumen, wurden mindestens fünf Personen getötet.

    „Juliacazo“ – blutiges Erbe der García-Regierung?

    Die peruanische Tageszeitung „Peru21“ betitelte die Vorgänge bereits am Samstag als „Juliacazo“ und stellte sie damit in eine Reihe mit anderen ähnlichen Situationen der Regierung des peruanischen noch-Präsidenten Alan García, insbesondere dem „Baguazo“. Damals kamen bei der gewaltsamen Räumung einer Straßenblockade indigener, die gegen ein Regierungsdekret demonstrierten, mehr als 30 Menschen ums Leben. Die Parallelen sind unübersehbar: Die peruanische Regierung versuchte in beiden Fällen, per Dekret das Parlament zu umgehen und traf Beschlüsse, die die lokale, indigene Bevölkerung direkt betrafen. Der Dialog wurde erst spät gesucht und als er dann gesucht wurde, war es nicht nur viel zu spät, sondern auch unklar, wer denn eigentlich die legitime Ansprechpartner sind. Diese Versäumnisse, die dann manchmal – das war in Bagua so und aus Puno wird ähnliches gemunkelt – von lokalen, bis dahin weitgehend unbekannten Anführern, Fernseh- oder Radiosprechern genutzt wurden, um bekannt zu werden, in dem sie zu schärferen Protesten aufstacheln, führten auch jetzt wieder dazu, dass eine improvisierte Polizeiaktion zur Räumung der blockierten Infrasturktureinrichtung angeordnet wurde, die im Chaos mit Toten und Verletzten endete. Wie auch in Bagua vermutet Präsident García dahinter dann „dunkle Kräfte“, wie in Bagua steckt darin möglicherweise ein Körnchen Wahrheit, mehr aber auch nicht. Und noch eine Parallele haben der Baguazo und der Juliacazo: Hört man zum Thema zunächst die Lokalnachrichten aus Puno und dann die Nachrichten aus Lima, denkt man, es würde über unterschiedliche Ereignisse berichtet.

    Der gewählte Präsident Ollanta Humala wird sich gut überlegen müssen, wie soziale Konflikte künftig friedlich gelöst werden können. Und die außerparlamentarische Opposition Perus muss sich gut überlegen, ob sich ihre Ziele nicht auch weniger radikal erreichen lassen.

  • Nett: Kuélap, Machu Picchu und Chan Chan sind jetzt Geschwister

    Der peruanische Präsident Alan García hat die Bergfestungen Kuélap und Machu Picchu, sowie die Lehm-Stadt Chan Chan zu „Schwestern“ erklärt. Das beweist vor allem eins: Ein Präsident ist anscheindend während der letzten Wochen seiner Amtszeit so unterbeschäftigt, dass er sich mit Christusstatuen und Ruinen-Geschwistern beschäftigen kann. Das ist bei mehr als 200 sozialen Konflikten im Lande eher unverständlich.

  • Puno erklärt Trauertage nach Zusammenstößen mit mehreren Toten

    Die Regionalregierung Puno hat nach den schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gestern am Flughafen von Juliaca bis Montag Regionaltrauer angeordnet. Die Regional- und Nationalfahne wird auf Halbmast gehisst. Gestern waren bei dem Versuch von Anti-Bergbau-Demonstranten, den Flughafen von Juliaca zu besetzen, nach Berichten von Radio Juliaca fünf Personen ums Leben gekommen.