• Huepetuhe / Madre de Dios: Frau kommt bei Bootsunfall ums Leben

    Mindestens eine Person kam gestern ums Leben, als auf dem Inambari-Fluss auf Höhe des Ortes Punkiri-Hafen (Prov. Manu / Dist. Huepetuhe) ein mit mehreren Personen besetztes Boot kenterte. Drei weitere Personen werden noch vermisst, darunter zwei Kinder im Alter von 5 und 13 Jahren. Nach Angaben der Nachrichtenagentur ANDINA  war das 15 Meter lange Boot „Edemar“ mit 13 Passagieren an Bord in einen Strudel geraten. Neun Personen konnten sich ans Ufer retteten, wo von Anwohnern und der Polizei erste Hilfe geleistet wurde. Nach den Vermissten wird nach Angaben der Polizei weiter gesucht.

    Punkiri-Hafen beziehungsweise „puerto Punkiri“ hat ungefähr 180 Einwohner und liegt im äußersten Osten des Distriktes Huepetuhe in der peruanischen Regenwaldregion Madre de Dios.

  • Puno: 360 Schulen einsturzgefährdet

    In der südperuanischen Region Puno sind mindestens 360 Schulgebäude stark einsturzgefährdet. Das erklärte der zuständige Regionaldirektor für Bildung, Germán Condori. Grund dafür sind die starken Regenfälle der vergangenen Wochen. Die Wassermassen hatten die Wände aus gestampftem Lehm, Lehmziegeln oder einfachen Steinkonstruktionen aufgeweicht und teilweise zum Einsturz gebracht.

    Besonders betroffen ist die Grenzregion zum Nachbarland Bolivien, allein 150 der gefährdeten Schulgebäude sind hier angesiedelt. Viele der Schulgebäude wurden bereits vor mehr als 40 Jahren errichtet. Im März, nach Ende der Sommerferien, sollen in den Gebäuden wieder Tag für Tag 409.000 Schülerinnen und Schüler lernen. Obwohl es sich bei staatlichen peruanischen Schulgebäuden normalerweise um Bauwerke einfacher Bauart handelt, ist nicht davon auszugehen, dass rechtzeitig zum neuen Schuljahr alle betroffenen Schulen neu errichtet wurden. Dafür wären Mittel in Höhe von 21.294.000 Nuevos Soles notwendig, so Germán Condori, der angab, dazu bereits erste Absprachen mit der zuständigen Regionalregierung getroffen zu haben.

  • Machu Picchu / Cusco: Aufräumarbeiten nach Überschwemmungen

    In der peruanischen Region Cusco haben nach den schweren Regenfällen der vergangenen Wochen die Aufräumarbeiten begonnen. Im Fordergrund der Arbeiten steht die Wiederherstellung der zentralen Fremdenverkehrsrouten. Wie das Verkehrs- und Kommunikationsministerium MTC mitteilt, soll schon in wenigen Tagen mit der Reparatur der wichtigsten Hauptstraßen begonnen werden. Für die vollständige Reparatur der Bahnstrecke zum Hauptreiseziel Machu Picchu werden bis zu vier Monate veranschlagt, so die Eisenbahngesellschaft Ferrocarril Transandino (FTSA) in einer Pressemitteilung. Auf einzelnen Etappen der Strecke, so die FTSA, wird der Verkehr aber bereits vorher wieder aufgenommen.

    Dort, wo das Wasser inzwischen teilweise abgeflossen ist, wird langsam das wirkliche Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Nachdem um den 23. Januar die Regenfälle extrem zugenommen hatten, traten zahlreiche Flüsse über die Ufer, kleine Bäche wurden zu reißenden Strömen. In Yanama und Purubamba (Dist. Anta/Prov. Zurite/Reg. Cusco) wurden von einem sonst eher ruhigen Bach mehrere Wohnhäuser mitgerissen, in Pampaconga (Dist. Limatambo) trat der Jatumayo-Fluss über die Ufer und löste mehrere Erdrutsche aus. Der Vilcanota-Fluss riss im Distrikt Urcos (Prov. Quispicanchis) ebenfalls mehrere Wohnhäuser, Teile einer Straße und eine Brücke mit sich. Zahlreiche bereits bestellte Felder wurden zerstört. Auch Nachbardistrikte vermelden Schäden. In Huarcapay y Lucre (Prov. Quispicanchi) trat der Huacarpay-See über die Ufer, was nicht nur mehrere Häuser, sondern auch das Trink- und Abwasserystem zum Einsturz brachte. Im Distrikt Machu Picchu (Prov. Urubamba) wurden Teile des weltberühmten Inka-Weges verschüttet. In wenigen Tagen soll dieser aber wieder geräumt sein, wie das zuständige Ministerium mitteilte. Nach Angaben des peruanischen Zivilschutzes sind 9 Schulen wegen der Regenfälle eingestürzt, an 21 Schulgebäuden kam es zu schweren Schäden.

    Inzwischen bestätigte auch das Regionalbüro Cusco des peruanischen Wetterdienstes SENAMHI, dass es sich bei den schweren Regenfällen um ein ungewöhnliches Wetterphänomen handelte. Die im gesamten Januar gemessene Regenmenge pro Quadratmeter lag fast doppelt so hoch wie im historischen Durchschnitt. So regnete es im Januar in Cusco insgesamt 267,7 Liter pro Quadratmeter, normal sind 142 L/m², so SENAMHI-Regionaldirektor Zenón Huamán. Auch für Februar und März erwartet der Wetterdienst noch starke Regenfälle, was aber ob der anhaltenden Regenzeit nicht ungewöhnlich ist. Zudem werden sie vermutlich nicht die Stärke wie im Januar haben, so Huamán.

    In Aguas Calientes (Distrikt Machu Picchu) kehrt langsam Ruhe ein. Zahlreiche Läden und Restaurants sind noch geschlossen, die Straßen sind „ruhig“, es seien nur wenige Menschen zu sehen, so Jhoni Ramírez, die als Staatsanwältin in Aguas Calientes arbeitet gegenüber der Nachrichtenagentur ANDINA. Alle Touristen, die dies gewünscht hätten, seinen inzwischen evakuiert worden. Inzwischen ist auch Staatsanwältin Ramírez, gemeinsam mit anderen Lokalautoritäten dabei, die genauen Schäden festzustellen.

    Schäden wurden auch in der Nachbarregion Puno festgestellt, die ebenfalls schwer von den Unwettern getroffen wurde. In Macusani, an der südwestlichen der Provinz Carabaya, verendeten nach Angaben der Provinzbürgermeisterin Nancy Rossel Angles 3.000 Alpakas in den Wassermassen. Zudem wurde bestelltes Ackerland in einem Umfang von 67.000 Hektar mitgerissen. Auch die Lacca Brücke, die Carabaya mit den Nachbarprovinzen Azángaro und San Román verband, wurde vom Macusani-Fluss mitgerissen. Die Brücke, Teil der südlichen interozeanischen Fernstraße, die Brasilien mit der peruanischen Küste verbindet, hatte der Strömung nicht mehr stand gehalten. Auf beiden Seiten der Brücke sollen sich inzwischen lange Schlangen gebildet haben.

    Derweil wird in Peru auch erste Kritik laut am Krisenmanagement und den Präventionsmaßnahmen. Kritiker bemängeln, Häuser wären unter anderem im Distrikt Machu Picchu selbst zu nah am Fluss gebaut worden, zudem hätten viele Lokal- und Regionalregierungen die Töpfe für Präventionsmaßnahmen nicht voll ausgeschöpft.

  • Peru schickt 150 zusätzliche Blauhelmsoldaten nach Haiti

    Um 150 Soldaten wird Peru sein Blauhelm-Kontingent zur Friedenssicherungsmission MINUSTAH der Vereinten Nationen erhöhen. Das berichtet das peruanische Verteidigungsministerium. Damit steigt die Zahl peruanischer MINUSTAH-Soldaten von 216 auf 366. Der Erhöhung war eine Bitte der UNO vorausgegangen.

  • Adriana von Hagen: Leymebamba-Kondore niemals ausgestorben

    "Kondorcito", der Andenkondor, der in die Freiheit entlassen wurde. Bild: Vilaya Tours.„Der Andenkondor will nicht aussterben und kehrt ins Amazonasgebiet zurück“ titelte vor wenigen Tagen die peruanische Tageszeitung „El Comercio“. Andere Medien übernahmen die Meldung. Zu unrecht, wie die Forscherin Adriana von Hagen, Co-Direktorin des Museums und Forschungszentrums „Centro Mallqui“ (Leymebamba) jetzt gegenüber dem INFOAMAZONAS erklärte. Denn: Der Kondor war niemals weg.

    Insgesamt fünf Kondore sind in der Nähe von Leymebamba beheimatet, berichten Vogelkundler. Noch vor wenigen Wochen waren es nur vier, dann konnte eine Gruppe von Vogelschützern um Adriana von Hagen, Oscar Bravo Cruz und Rob Dover einen jungen Kondor in die Freiheit entlassen. Der Vogel hatte kurz vor seinem ersten Geburtstag Anfang Dezember seine ersten Flugversuche unternommen und war dabei auf einem nahe gelegenen Feld unsanft gestürzt. Dabei verletzte er sich am Fuß. Der Besitzer des Feldes wollte ihn schlachten und essen oder meistbietend verkaufen. Das beherzte Eingreifen mehrerer Dorfbewohner rettete „Kondorcito“, wie er in Leymebamba liebevoll genannt wird, vermutlich das Leben.

    Deswegen können vogelinteressierte Reisende heute „Kondorcito“ und seine Artgenossen beobachten. Dazu müssen sie allerdings etwas Zeit und Glück mitbringen, so Adriana von Hagen gegenüber dem Peru-Nachrichtenportal INFOAMAZONAS. Die Kondore, eine der größten flugfähigen Vogelarten weltweit, leben im Atuén-Tal, das rund eine Laufstunde vom Museum Leymebamba entfernt liegt. Sie nisten in dessen steil abfallenden Hängen. An manchem Tag sind sie aber auch einfach „ausgeflogen“. Dann findet man sie vielleicht an dem See, dem sie einst ihren Namen gaben, die „Lagunda de los Cóndores“ (dt. Kondorsee).

    In Zukunft sollen die Leymebamba-Kondore auch besser geschützt werden. Dazu haben Kondor-Fans wie Oscar Bravo Cruz eine Reihe von Informationsveranstaltungen geplant. Darin wird nicht nur die bewegende Geschichte der ersten Flugversuche von „Kondorcito“ erzählt, noch wichtiger ist, der ländlichen Bevölkerung am südlichen Ende der Region Amazonas die Bedeutung des Kondors bewußt zu machen. Denn der Kondor ist nicht nur wichtig für das Ökosystems, sondern auch für den Geldbeutel der lokalen Bevölkerung, die durch den Schutz der Kondore ein Mehr an Besuchern erwarten kann.

  • Aufstände nehmen kein Ende: drei Tote Gefängnisinsaßen in Puerto Maldonado

    Erneut kam es in einem peruanischen Gefängnis zu einem Aufstand mit mehreren Todesopfern. Drei Häftlinge kamen im Gefängnis von Puerto Maldonado (Madre de Dios) ums Leben.

  • Nach Regenfällen: Zahl der Todesopfer steigt

    Der peruanische Zivilschutz (Defensa Civíl) hat die Zahl der Personen, die aufgrund der starken Regenfälle der vergangenen Tage in Puno, Cusco, Huancavelica und Ayacucho ihr Leben verloren, nach oben korrigiert. Demnach gab es bisher 18 Todesopfer.

    Die extremen Regenfälle, die nach Angaben des Zivilschutzes noch bis Morgen anhalten werden, hatten zahlreiche Erdrutsche verursacht und mehrere Flüsse über die Ufer treten lassen.

    Nach Medienberichten sind auch Deutsche und Österreicher im Katastrophengebiet eingeschlossen. Das Auswärtige Amt hat wegen der Regenfälle inzwischen eine Reisewarnung für die Region Cusco herausgegeben.

  • Nach Morddrohungen: Richter-Ehefrau tot aufgefunden

    Einen grausigen Fund machte die Polizei von Barranco (Lima) gestern, als Nachbarn meldeten, Autodiebe würden sich am Wagen einer limenischen Anwaltskanzlei zu schaffen machen. Die Polizisten fanden, wie die peruanische Tageszeitung „Peru 21“ in ihrer Online-Ausgabe berichtet, eingeschlossen in einen Koffer die Leiche von Elizabeth Vásquez, Steueranwältin und Ehefrau des Höchstrichters der Region Amazonas, Alejandro Espino Méndez. Espino Méndez war als Staatsanwalt hart gegen organisierte Drogenkriminalität vorgegangen und hatte unter anderem auch Untersuchungen gegen die rechte Hand des Ex-Diktators Fujimori, Vladimiro Montesinos, geführt. Wegen der Untersuchungen hatte seine Familie mehrfach Mordrohungen erhalten. 2001 schlug ein Attentat fehl, das fahrende Auto der Familie wurde mehrfach beschossen.

    NACHTRAG (25.09.2012): Tochter für Schuldig befunden
    Am gestrigen Montag hat ein Gericht in der peruanischen Hauptstadt Elizabeth Espino Vásquez, Tochter der ermordeten, zu 30 Jahren Haft verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass sie die Tat geplant und mit Hilfe weiterer Personen durchgeführt hat. Beobachter erwarteten, dass die Verteidigung Berufung gegen das Urteil einlegen wird. Auch die weiteren Angehörigen prüfen offenbar, eine höhere Instanz anzurufen, da das Urteil unter Umständen die Freilassung auf Bewährung nach fünf Jahren Haft – von denen 2,5 bereits durch die Untersuchungshaft verstrichen sind – ermöglicht.

  • Pucallpa: Panik nach Erdbeben

    Ein Erdbeben der Stärke 5,8 auf der Richterskala hat vorgestern Nacht die peruanische Urwaldstadt Pucallpa (Region Ucayali) in Angst und Schrecken versetzt. Selbst in der Hauptstadt Lima, dem 240 Kilometer entfernt liegenden Huanuco und in der nordperuanischen Stadt Chachapoyas war es zu spüren. Das Erdbeben ereignete sich am Montag Nachmittag kurz vor 18 Uhr, das Epizentrum lag nach Angaben der Direktion für Seismologie des peruanischen geographischen Institutes IGP etwa 25 Kilometer südwestlich von Pucallpa in einer Tiefe von 154 Metern. Über Schäden ist bisher nichts bekannt.

  • Cusco: Sieben Tote bei schweren Regenfällen

    Mindestens sieben Personen kamen bisher wegen der schweren Regenfälle in der peruanischen Region Cusco ums Leben. Das bestätigte der Regionalpräsident von Cusco, Hugo Gonzales, gegenüber dem Radiosenderverbund CNR. Zudem stürzte eine historische Brücke aus der Zeit der Inka ein, die Ollantaytambo und Quillabamba verband. Auch mehrere Hochspannungsmasten des Wasserkraftswerks Machu Picchu stürzten ein, wodurch große Teile der Region vom Stromnetz abgeschnitten sind. In der Stadt Cusco brach die Kanalisation zusammes. Auch mehrere historische Gebäude wurden schwer beschädigt. Insgesamt wurden in der Region mindestens 2.000 Gebäude zerstört.

    Nicht nur Gebäude wurden beschädigt, auch rund 9.000 Hektar Felder, auf denen Nahrungsmittel angebaut wurden, haben die Wassermassen mitgerissen. Mehrere Straßen sind noch immer unbefahrbar, nachdem Erdrutsche sie teilweise mit in die Tiefe gerissen hatten. Auch die Eisenbahnstrecke, die Machu Picchu mit Cusco verbindet, ist derzeit unterbrochen. Davon sind auch zahlreiche Touristen betroffen, die die Nacht in Aguas Calientes (Dorf Machu Picchu) verbringen mussten, so die CNR. Mindestens 800 Touristen sollen deshalb heute mit Hubschraubern evakuiert werden.

    Schon gestern wurden fast 500 Touristen auf diesem Wege evakuiert. Wie ANDINA meldet, warten noch rund 1400 Reisende auf ihre Evakuierung. Vorrübergehend hatten die Hubschrauberflüge eingestellt werden müssen, nachdem auch das Stadio von Ollantaytambo überflutet worden war, das bis gestern als Hubschrauberlandeplatz gedient hatte. Man sei bereits auf der Suche nach einem alternativen Landeplatz, so der peruanische Außenhandels- und Tourismusminister Martín Perez gegenüber ANDINA.

    Währenddessen ist ein erstes Militärflugzeug mit Hilfslieferungen auf dem Weg nach Cusco. Der Kongress und die peruanische Bischofskonferenz hatten 20 Tonnen Hilfsgüter gesammelt, hauptsächlich Nahrungsmittel, Zelte, Kleidung und Decken.

    Derweil rief die peruanische Regierung für 60 Tage den Notstand für die Provinzen Calca, Quispicanchis, Cusco, Urubamba, La Convención, Anta, Canas, Canchis, Paucartambo, Acomayo und Paruro (Region Cusco), sowie für die gesamte Regio Apurímac aus. Zudem wurden per Notfalldekret des peruanischen Kabinetts der Regionalregierung Cusco 10 Millionen Nuevos Soles aus dem Bergbau-Kanon für Soforthilfemaßnahmen bereitgestellt.

    Für den heutigen Mittwoch hat der peruanische Wetterdienst SENAMHI weitere Regenfälle prognostiziert.

    httpv://www.youtube.com/watch?v=G-OwljyRgw4&feature=player_embedded
    (Video: ENLACE NACIONAL)