Schlagwort: Museum der Erinnerung

  • Ort der Erinnerung: Grundstein ist gelegt

    Niebel, García, Szyslo. Bildausschnitt von TVPeru.
    Niebel, García, Szyszlo. Bildausschnitt von TVPeru.

    Im Beisein des deutschen Ministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, hat der peruanische Präsident Alan García soeben den Grundstein für den Bau des „Ortes der Erinnerung“ an die Opfer politischer Gewalt im Peru der 80er und 90er Jahre gelegt. Zudem wurde auch erstmals das Modell des entstehenden Museums öffentlich präsentiert. Es entsteht im Stadtteil Miraflores in der Hauptstadt Lima, dessen Bewohner selbst Opfer mehrerer Terrorattacken waren.

    Minister Niebel erklärte bei der Grundsteinlegen, er beglückwünsche die Peruaner zu Ihrer Entschlossenheit, an dem Ort der Erinnerung ein klares Zeichen für die Versöhnung zu setzen. Neben mehreren Räumen für Dauer- und Wanderausstellungen soll der Ort der Erinnerung eine Bibliothek, ein Archiv und mehrere Konferenzräume enthalten. Neben der Fotoausstellung „Yuyanapaq“, die bislang im peruanischen Nationalmuseum (San Borja) zu sehen ist, wird auch ein Bereich mit Bildern von Kindern eingerichtet werden, die die Gräuel des Terrorismus selbst erlebt haben.

    Die Bundesrepublik Deutschland unterstützt Bau und Einrichtung des Museums mit 2 Millionen Euro.

    Mehr zum Thema in Kürze auf INFOAMAZONAS.

  • Vargas Llosa-Kommission wird de Szyslo-Kommission

    Die Kommission zur Planung der Erinnerungsstätte für die Opfer des Terrors im Peru der 80er und 90er Jahre hat einen neuen Kopf. Wenige Wochen nach dem Rücktritt des Schriftstellers Mario Vargas Llosa übernahm jetzt der bildende Künstler Fernando de Szyslo dessen Amt.

    In einer ersten Stellungnahme versprach de Szyslo, bis Juli kommenden Jahres würden die ersten Ausstellungsräume fertiggestellt.

  • "Museum der Erinnerung" jetzt "Stätte der Erinnerung"

    Das Hauptquartier des peruanischen Militärs in San Borja (Lima). Foto: D. Raiser
    Das Hauptquartier des peruanischen Militärs in San Borja (Lima). Foto: D. Raiser

    Die Einrichtung zum Gedenken der Opfer des peruanischen Bürgerkriegs, bisher unter dem Arbeitsnamen „Museum der Erinnerung„, soll den offiziellen Namen „Stätte der Erinnerung“ bekommen. Das gab der Vorsitzende der Planungskommission, der Schriftsteller Mario Vargas Llosa bekannt. Damit soll unterstrichen werden, dass an diesem Ort nicht etwas längst vergangenes gezeigt wird.

    Derweil traf sich Vargas Llosa gestern mit dem Generalkommandanten des peruanischen Militärs, Otto Guibovich. Man habe einige Zweifel über das Projekt ausräumen können und Ideen rund um das Projekt ausgetauscht, so Vargas Llosa nach dem Treffen im Hauptquartier des peruanischen Militärs.

    In den vergangenen Monaten hatten Angehörige des Militärs das Projekt immer wieder scharf kritisiert. Sie befürchteten, an der Gedenkstätte könnte das Militär als ganzes verteufelt, die Grausamkeit der Terrorgruppe Leuchtender Pfad (Sendero Luminoso) dagegen als geringer dargestellt werden. Unter den schärfsten Kritikern ist auch Verteidigungsminister Rey, den Vargas Llosa vorraussichtlich als nächsten treffen wird.

  • Nach "weinendem Auge" und "Museum der Erinnerung": Militär will eigene Gedenkstätte

    Der peruanische Verteidigungsminister Rafael Rey hat angekündigt, das peruanische Militär werde eine eigene Gedenkstätte für die Opfer des Terrorismus während der 80er und 90er Jahre errichten. Damit solle auch den Angehörigen der Bürgerwehren, Kleinbauern und Bürgermeistern gedacht werden. Gebaut werden soll die Gedenkstätte von der Vereinigung der Generäle und Admiräle (Adogen) in Jesús María (Lima).

    Der Vorschlag wird von peruanischen Kommentatoren vor allem als Stich gegen die Kommission unter dem Schriftsteller Mario Vargas Llosa gesehen, die derzeit an einem Konzept für ein „Museum der Erinnerung“ für die Terroropfer der 80er und 90er Jahre arbeitet. Verteidigungsminister Rey hatte in den vergangenen Wochen wiederholt die Arbeit der Kommission angegriffen, ohne genau informiert zu sein.

    Bereits seit einigen Jahren besteht eine Gedenkstelle für die Terroropfer: „El ojo que llora“, das weinende Auge. Dort wird sowohl den Opfern der Terrorgruppen MRTA und leuchtender Pfad (Sendero Luminoso) gedacht, als auch den Opfern der Exzessen mancher Militäreinheiten im Kampf gegen die Terrorgruppen. Auf die Gedenkstätte wurden bereits mehrfach Anschläge verübt, zuletzt hatten unbekannte große Teile des „weinenden Auges“ mit orangener Farbe übergossen – der Farbe der Partei des peruanischen Ex-Diktators Alberto Fujimori, sowie dessen Tochter und baldigen Präsidentschaftskandidatin Keiko Fujimori.

  • "Museum der Erinnerung" bekommt heute sein Grundstück

    Die Stadtverwaltung Miraflores übergibt heute ein 8.000 m²-Grundstück für das sogenannte „Museum der Erinnerung“. Damit ist ein wichtiger Schritt getan, mit dem Bau der Erinnersungsstätte für die Opfer des peruanischen Bürgerkrieges in den 80er und 90er Jahren zu beginnen. Der Bau und die Einrichtung des Museums wird unter anderem von der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Bei der Übergabe wird auch der Präsident der Planungskommission, der Schriftsteller Mario Vargas Llosa, sowie der ehemalige UN-Generalsekretär Javiér Pérez de Cuellar anwesend sein. Das Grundstück liegt im Distrikt Miraflores (Lima) mit Blick aufs Meer.

    Gleichzeitig hat die Planungskommission eine Diskussion über den Namen der Einrichtung begonnen. Möglicherweise werde das Projekt in „Raum der Erinnerung“ umbenannt, erklärte der Anthropologe Juan Ossio gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA. Das Wort „Museum“ werde für gewöhnlich als etwas „langsames, bürokratisches“ betrachtet, so der Anthropologe.

  • "Museum der Erinnerung" soll Mitte 2011 stehen

    Bis Mitte 2011 soll das Museum der Erinnerung für die Opfer des peruanischen Bürgerkrieges fertig gestellt sein. Das gab der Vizepräsident des Museumsplanungskomitees Salomón Lerner Febres bekannt. Kürzlich war entschieden worden, das neue Museum in Miraflores (Lima)  zu errichten.

    Die Deutsche Regierung hatte im vergangenen Jahr Unterstützung in Höhe von 2 Millionen Euro für den Bau und Unterhalt zugesagt. Das hatte in Peru zu einer hitzigen Debatte über die Aufarbeitung der 80er und 90er Jahre geführt. Besonders Angehörige des Militärs fürchteten, ihre Version des Konfliktes würde nur einseitig dargestellt.

    Ab Mitte der 80er Jahre versetzten Terror- und Guerillaorganisationen wie der leuchtende Pfad (Sendero Luminoso) und MRTA durch Anschläge und Exekutionen ganz Peru in Angst und Schrecken. Auch nach den Gegenattacken der peruanischen Armee kamen nach Angaben der Wahrheits- und Versöhnungskommission mehrere tausend Unschuldige ums Leben.

    Um ein möglichst Plurales Museum zu schaffen, war ein Komitee zur Planung des Museums der Erinnerung unter der Führung des Schriftstellers und ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Mario Vargas Llosa eingerichtet worden.

    Das Grundstück, auf dem das Museum nun entstehen wird, liegt bezeichnenderweise in der „Avenida El Ejercito“ (Straße des Militärs) und beherbergte zuvor ein Mülltrennungsunternehmen, wie CNR berichtet.

  • Peruanisches Militär bereitet eigenen Bericht über peruanischen Bürgerkrieg vor

    In wenigen Wochen wird das peruanische Militär einen eigenen Bericht über die Geschehnisse während der Zeit des peruanischen Bürgerkrieges Ende vergangenen Jahrhunderts präsentieren. Das gab der peruanische Verteidigungsminister Ántero Flóres Aráoz heute bei einer Gedenkveranstaltung für gefallene Soldaten in Lucanamarca (Ayacucho) bekannt. Der Bericht soll den „Blick des Militärs auf die terroristische Gewalt und Bedrohung“ zeigen, so Áraoz. Unter anderem ist geplant, das viel debattierte „Museum der Erinnerung“ um die Perspektive dieses Teils der peruanischen Gesellschaft zu erweitern.

    Für die Erstellung des Berichtes werde, so der Verteidigungsminister, derzeit ein Inventar von Dokumenten, Fotos und Videos der Geschehnisse zwischen 1980 und dem Jahr 2000 erstellt. 

    „In der Aussstellung werden wir die Leiden unserer Militärs, Polizisten, Marineangehörigen und Piloten zeigen“, sagte Flores Áraoz nach Angaben der Agentur ANDINA. Weiters berichtet die Agentur, der Verteidigungsminister habe alle Bereiche der Armee angewiesen, die Phrase „Politische Gewalt“ im Zusammenhang mit den Geschehnissen zwischen 1980 und 2000 nicht zu verwenden. Es sei „terroristische, verbrecherische, mörderische Gewalt“ gewesen, was „politische Gewalt“ ausschließe, so Áraoz.

    Vor 26 Jahren hatten Mitglieder des Leuchtenden Pfades (Sendero Luminoso) in Lucanamarca in einem Massaker mindestens 69 Menschen getötet. Vergangene Woche war der letzte Überlebende des Massakers verstorben. Sein Foto war Titelbild des Abschlussberichts der Wahrheits- und Versöhnungskommission.

  • Ganz plötzlich: Museum der Erinnerung kommt doch

    Das „Museum der Erinnerung“ kommt. Das gab der peruanische Premierminister nach einem Treffen zwischen dem peruanischstämmigen Schriftsteller Mario Vargas Llosa und dem peruanischen Präsidenten Alan García bekannt. Demnach haben beide in einem persönlichen Gespräch ihre Differenzen ausgeräumt. Mitglieder der peruanischen Regierung hatten sich ursprünglich gegen die Annahme des Angebots Deutschlands, ein „Museum der Erinnerung“ für die Opfer des peruanischen Bürgerkrieges zu finanzieren, ausgesprochen.

    Der peruanische Aussenminister José Antonio García Belaunde sagte gegenüber der staatlichen Agentur ANDINA, das Museum werde ein breites Bild der Zeit des Terrors durch den Leuchtenden Pfad (Sendero Luminoso) zeichnen. Zudem habe der Präsident den Schriftsteller Vargas Llosa gebeten, Personen für die Erarbeitung eines Konzeptes für das Museum vorzuschlagen, so García Belaunde.

    Auch ehemalige Mitglieder der Wahrheits- und Versöhnungskommission (CVR) wie der Jurist Enrique Bernales und der Pater Gastón Garatea begrüssten die Entscheidung der peruanischen Regierung. Bernales betonte, es sei sehr wichtig, dass die „Lektionen gelernt“ würden und nicht versucht werde, das unversteckbare zu verstecken. Gastón Garatea forderte, nun wirklich unabhängige Persönlichkeiten für die Erarbeitung des Museumskonzeptes zu finden, um weitere Konflikte zu vermeiden.

    Als mögliche Kandidaten wurden bisher der umtriebige Bischof im Ruhestand von Chimbote, Luis Bambarén, Enrique Bernales Ballesteros, Frederick Cooper Llosa, Fernando de Szyszlo Valdelomar, der ehemalige Vorsitzende der Wahrheits- und Versöhnungskommission Salomón Lerner Febres und der Anthropologe Juan Ossio Acuña vorgeschlagen.

  • Kurzmeldung: Digitales Erinnerungsmuseum geplant

    Eine Gruppe peruanischer Internetschaffender um den Blogger Marco Sifuentes vom peruanischen Wissenschaftsnetz RCP plant, eine Art „virtuelles“ Museum der Erinnerung zu gestalten. Näheres dazu findet sich auf

    http://utero.pe/2009/03/17/toda-la-entrevista-a-magaly-solier-y-una-idea/

    (auf Spanisch). Zudem findet sich dort eine E-Mail-Adresse für Interessierte.

  • Vargas Llosa: "Peru braucht keine Museen"?

    Mit einem weiteren Artikel weist der ehemalige Präsidentschaftskandidat und Schriftsteller Mario Vargas Llosa den peruanischen Verteidigungsminister Ántero Flores-Aráoz wegen dessen Reaktion auf das Angebot der deutschen Regierung, ein „Museum der Erinnerung“ für die Opfer des peruanischen Bürgerkrieges Ende des vergangenen Jahrhunderts zurecht. Der Verteidigungsminister und ehemalige Parteifreund Vargas Llosas hatte verlautbaren lassen, Peru brauche keine Museen, solange es Armut und soziale Missstände gebe.

    Hier einige Auszüge aus dem Artikel, der am 2. März in der Tageszeitung „El Comercio“ in der Kolumne „Stolpersteine“ veröffentlicht wurde:

    Nach dem Ende der Diktatur Alberto Fujimoris (der dieser Tage wegen Verbrechen gegen die Menschenrechte während seines Regimes verurteilt werden wird) entschied die demokratische Regierung, eine Wahrheits- und Versöhnungskommission einzusetzen, um den Umfang der Tragödie zu untersuchen. Unter der Leitung des respektierten Intellektuellen und Philosophen Dr. Salomón Lerner, ehemals Rektor der Pontificia Universidad Católica del Perú, stellte die Kommission eine Untersuchungt über diese blutigen Jahre und eine vorsichtige Analyse der Gründe und Folgen, sowie die Zahl der [verlorenen, Anm. d. Übers.] menschlichen Leben, des zerstörten öffentlichen und privaten Eigentums, der Folterungen, Entführungen, der verschwundenen Menschen und Siedlungen während dieser Jahre an. Ein großer Teil der Öentlichkeit erkannte die wertvolle Arbeit der Kommission an, aber, wie zu erwarten war, wurden ihre Schlussfolgerungen von Militärkreisen und Banden / Cliquen, die den Fujimorismus überlebt hatten und auf diesem Wege versuchten, einem Aufdecken ihrer Komplizentätigkeit mit einem autoritären Regime  vorzubeugen, das nicht nur mit Haut und Haaren kleptomanisch und korrupt war, sondern auch eine erschreckende Ansamlung von Morden, Folter und Verschwinden [im Sinne von Menschen verschwinden lassen, Anm. d. Übers.] mit der Ausrede des antisubversiven Kampfes beging, kritisiert und zurückgewiesen.

    […]

    Der Minister erklärte, dass in einem Land, wo so viele Schulen und Krankenhäuser fehlen und wo so viele peruaner Hunger leiden, ein Museum keine Priorität haben kann. Nach dieserPhilosophie dürften Länder erst dann Mittel in den Schutz archäologischen, monumentalen und künstlerischen Erbes investieren, wenn zuvor der Wohlstand und das Wohlergehen all ihrer Bevölkerung gesichert sei.  Hätte ein derartiger Pragmatismus schon in der Vergangenheit vorgeherrscht, wäre auch der Prado, der Luvre, die National Gallery,  die Hermitage und Machu Picchu  öffentlich versteigert worden, um Bleistifte, Schulfibeln und Schuhe zu kaufen.

    […]

    Ohne Zweifel haben sich auch in diesen neun sperrigen Bänden [des Berichts der Kommission, Anm. d. Übers.] Fehler eingeschlichen. Aber weder in den berücksichtigten Tatsachen, noch in den gezogenen Schlüssen gibt es auch nur das geringste Zeichen einer gewollten Einseitigkeit, sondern, ganz im Gegenteil dazu, findet man ein ehrliches und beinahe zwanghaftes Streben, mit größter Genauigkeit das Passierte darzustellen und unbeirrbar  dem fanatischen leuchtenden Pfades und den Mitgliedern des MRTA (emerretistas), die glaubten, durch grundloses, zahlreiches Töten aller politischen Gegner würden sie Peru das sozialistische Paradies bringen, die vorrangige Verantwortung an diesem monströsen Gemetzel nachweisen.

    Eigene Übersetzung für INFOAMAZONAS.

    Den kompletten Artikel auf Spanisch mit dem Titel „El Perú no necesita museos“ findet man unter:

    http://www.elcomercio.com.pe/impresa/notas/peru-no-necesita-museos/20090308/256015