Mit Jorge Neyser Arista Vargas, Bürgermeister des Distrikts Cochamal in der nordostperuanischen Provinz Rodriguez de Mendoza (Region Amazonas), wurde in diesem Jahr in der Region bereits der dritte politische Würdenträger getötet.
Jorge Neyser Arista Vargas befand sich zum Zeitpunkt der Tat nach Berichten lokaler Medien auf dem Rückweg von einem Arbeitsbesuch in der Regenwaldstadt Tarapoto und machte in einem Restaurant in Rioja (Region San Martín) eine kurze Pause, als eine – manche Zeugen sprechen von zwei – bewaffnete Person das Restaurant betrat und den Bürgermeister erschoss. Arista Vargas wurde noch lebend in ein nahegelegenes Krankenhaus eingeliefert, wo er dann aber kurze Zeit später verstarb.
Arista Vargas stand seit 2002 an der Spitze der Distriktverwaltung von Cochamal. Er wurde 41 Jahre alt.
Abschnitt der Straße Corral Quemado -Camporredondo- Ocallí. Foto/Montage: D. Raiser / infoamazonas.de, Karte: MTC
Wilder Cieza Silva ist tot. Der 42jährige Bürgermeister des peruanischen Distriktes Camporredondo (Provinz Luya / Amazonas) wurde in der Nacht zum Samstag vor seiner Haustür ermordet. Die vier vermummten Mörder hatten ihn offenbar in der Nähe seines Hauses erwartet, das nur wenige Blöcke von der örtlichen Polizeistation entfernt liegt. Nachbarn brachten Cieza Silva zum Gesundheitsposten von Camporredondo, wo aber nur noch sein Tod festgestellt werden konnte. Es ist bereits der zweite Mord an einem wichtigen politischen Würdenträger der Region Amazonas in weniger als einem Monat, sowie der dritte Bürgermeister-Mord in Peru innerhalb der vergangenen vier Monate. Polizei und Bürgerwehren sind auf der Suche nach den Tätern.
Die Hintergründe der Tat sind bislang noch nicht geklärt, in lokalen Medien wird über nicht bezahltes Schutzgeld spekuliert.
Camporredondo liegt an der Straße, die die Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße (interoceanica norte) bei der Brücke 24 de Junio über den Marañón-Fluss mit Ocalli im Südwesten von Amazonas verbindet. In der Vergangenheit gab es immer wieder Überfälle in der Umgebung, da die Straße nicht nur wichtige Transportroute für die Kaffee-Produktion im Marañón-Tal ist, sondern auch zum Transport illegaler Coca-Produkte genutzt wird.
Im Norden der peruanischen Region Amazonas ist offenbar ein deutscher Tourist ermordet worden. Wie ein Polizeisprecher gegenüber INFOAMAZONAS bestätigte, handelt es sich bei dem Toten um einen Mann im Alter von rund 50 Jahren, bei dem Kreditkarten gefunden wurden, auf denen der Name Rudolf Hilmer steht.
Ein Mitarbeiter des Büros Condorcanqui der Regionalregierung Amazonas erklärte gegenüber INFOAMAZONAS, der Leichnahm sei gestern in den frühen Morgenstunden nahe der Ortschaft Alto Pajacusa gefunden worden, nachdem Anwohner an einer nahegelegenen Fernstraße Schüsse gehört hatten. Der Tourist hatte offenbar in der Ortschaft Nuevo Seasme übernachtet hatte und war früh aufgebrochen, um mit dem Fahrrad in Richtung Saramiriza (Region Loreto) zu fahren. Nach übereinstimmenden Berichten lokaler Medien wurde der Mann zunächst angeschossen und dann mit einem Stein erschlagen.
Zahlreiche Wertgegenstände, mit denen das Todesopfer noch Tags zuvor gesehen worden war, darunter ein Laptop und eine Kamera, waren offenbar nicht mehr aufzufinden. Polizei und Staatsanwaltschaft Condorcanqui nahmen die Ermittlungen auf. Inzwischen wurde der Leichnahm nach Bagua Grande überführt, wo er von Spezialisten der Staatsanwaltschaft untersucht wird.
In der peruanischen Stadt Chaclacayo (Provinz und Region Lima) ist ein deutscher Unternehmer erschossen worden. Nach einem Bericht des Nachrichtensenders RPP hatte der Unternehmer seinen erst vor wenigen Tagen eingestellten Sicherheitsmann beim Diebstahl ertappt, worauf hin dieser offenbar das Feuer auf den Unternehmer eröffnete, der mit einer Peruanerin verheiratet ist und seit Jahrzehnten in Peru lebt. Die Waffe soll dem Opfer selbst gehört haben. Eine offizielle Stellungnahme der Ermittlungsbehörden steht bislang noch aus, Spezialisten von Polizei und Staatsanwaltschaft befinden sich vor Ort. Der mutmaßliche Täter flüchtete, die Polizei schrieb ihn zur Fahndung aus.
Bei dem Toten handelt es sich offenbar um Josef Schauberger aus Garmisch-Partenkirchen, den Erfinder und „Vater“ des peruanischen Oktoberfests, sowie der Musikgruppe „Zugspitzmusik“. Schauberger war auch im Autogeschäft tätig und gewann sogar die Autorallye „Caminos del Inca“. Er hinterlässt eine Frau, sowie drei Kinder.
NACHTRAG: Mutmaßlicher Täter offenbar gefasst
Wie peruanische Medien übereinstimmend berichten, nahmen Beamten der peruanischen Nationalpolizei noch gestern den 22jährigen Hausangestellten fest, als er versuchte, im Geländewagen des Opfers zu flüchten.
Augusto Wong López, Vizepräsident der peruanischen Region Amazonas ist tot. Der Chirurg wurde gestern Abend gegen 21 Uhr (Ortszeit) von mehreren Unbekannten in seiner Privatpraxis in Bagua (Provinz Bagua / Region Amazonas) ermordet, wie INFOAMAZONAS aus Polizeikreisen erfuhr. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.
Augusto Wong López, Vizeregionalpräsident Amazonas. Foto: regionamazonas.gob.pe.
Wong López befand sich zum Zeitpunkt der Tat im Behandlungszimmer, als zwei schwer bewaffnete Personen hereinstürmten und das Feuer eröffneten. Sofort wurde der Vizeregionalpräsident in das Gustavo La Natta Luján-Krankenhaus von Bagua (Chica/Capital) eingeliefert, die Notoperation blieb aber erfolglos. Derzeit befindet sich der Leichnam im Leichenschauhaus von Bagua Grande (Provinz Utcubamba), wo ihn Experten der Staatsanwaltschaft untersuchen. Unbestätigten Angaben von Radio „La Voz“ erlag der Vizeregionalpräsident drei Schusswunden.
Die Täter flüchteten, wurden aber offenbar von einer Überwachungskamera gefilmt, die nach einem ersten Mordanschlag im vergangenen Mai installiert worden waren. Damals hatten Unbekannte mit schweren Schusswaffen mehrere Wände des Wohnhauses von Wong López durchlöchert, dass es keine Todesopfer zu beklagen gab, war dem Zufall geschuldet. Noch gestern Abend hat die Polizei offenbar zwei Verdächtige vernommen, ob es sich dabei wirklich um die Täter handelt, ist bislang unklar. Die Regionaldirektion Amazonas der peruanischen Nationalpolizei erklärte, wegen des laufenden Verfahrens keine Angaben zu den Verdächtigen machen zu dürfen.
Hector Becerril: „Tat der Schutzgeldmafia“
Während in Bagua das Gerücht umhergeht, es habe sich um ein politisches Verbrechen gehandelt, sieht Hector Becerril, Kongressabgeordneter für Amazonas, eine Schutzgeld-Mafia hinter der Tat. Diese habe sich für mehrere Anzeigen gegen deren Mitglieder im vergangenen Jahr rächen wollen, so Becerril heute Morgen gegenüber dem Nachrichtensender RPP.
Der 59jährige Augusto Wong López wurde 1953 im nordwestperuanischen Chiclayo geboren und 2010 als Teil der Gruppierung Juntos por Amazonas zum Vizepräsidenten der Region Amazonas gewählt. Er war für verschiedene Fujimori-Parteien von 1993 bis 1995 Provinzrat, sowie von 1999 bis zu seiner Suspendierung im Jahr 2002 Provinzbürgermeister der von Bagua. Zuvor hatte sich Wong López als Chirurg und Direktor in diversen Krankenhäusern betätigt, darunter am Krankenhaus La Natta Luján, in dem gestern sein Tod festgestellt wurde.
Er hinterlässt eine Frau und eine Tochter.
Auftragsmorde bislang vor allem in Küsten-Großstädten
Der Mord an dem Vizeregionalpräsidenten ist dabei trauriger Höhepunkt einer ganzen Serie von Morden an öffentlichen Würdenträgern. Erst vor eineinhalb Monaten war der Bürgermeister des peruanischen Distriktes Angasmarca (Provinz Santiago de Chuco / Region La Libertad) von Auftragskillern getötet worden. Zum Zeitpunkt des Mordes befand er sich gerade auf einer öffentlichen Weihnachtsfeier für Kinder. Den Auftag für den Mord hatte damals offenbar ein Unternehmer gegeben, der eine Ausschreibung verloren hatte. Nur wenige Wochen zuvor war auch der Provinzbürgermeister von Casma (Region Áncash) getötet worden. Eine Polizeiquelle, die nicht genannt werden möchte, erklärte gegenüber INFOAMAZONAS, Morde dieser Art seien bislang lediglich aus Chiclayo oder Trujillo bekannt, man habe etwas in dieser Art in Amazonas für undenkbar gehalten.
José Luis Sánchez Milla, Übergangspräsident von Áncash, kam bei einem Attentat ums Leben. Das berichtet der Radiosenderverbund CNR. Den Angaben zufolge war der Sánchez Milla in einem Geländewagen mit zwei Sicherheitsleuten von Chiclayo nach Chimbote unterwegs, als Unbekannte bei Víctor Larco (Streckenkilometer 578 der Panamericana Norte) den Wagen aufhielten und gezielt mehrere Schüsse abgaben.
José Luis Sánchez Milla hatte das Amt des Regionalpräsidenten erst vor wenigen Wochen übernommen, nachdem sein Amtsvorgänger César Álvarez Aguilar vorübergehend sein Amt niedergelegt hatte, um an den Wahlen im kommenden Oktober teilnehmen zu können. Er war am 15. April 1966 in Chimbote geboren und seit 2006 Vizepräsident der Region Áncash.
Einen grausigen Fund machte die Polizei von Barranco (Lima) gestern, als Nachbarn meldeten, Autodiebe würden sich am Wagen einer limenischen Anwaltskanzlei zu schaffen machen. Die Polizisten fanden, wie die peruanische Tageszeitung „Peru 21“ in ihrer Online-Ausgabe berichtet, eingeschlossen in einen Koffer die Leiche von Elizabeth Vásquez, Steueranwältin und Ehefrau des Höchstrichters der Region Amazonas, Alejandro Espino Méndez. Espino Méndez war als Staatsanwalt hart gegen organisierte Drogenkriminalität vorgegangen und hatte unter anderem auch Untersuchungen gegen die rechte Hand des Ex-Diktators Fujimori, Vladimiro Montesinos, geführt. Wegen der Untersuchungen hatte seine Familie mehrfach Mordrohungen erhalten. 2001 schlug ein Attentat fehl, das fahrende Auto der Familie wurde mehrfach beschossen.
NACHTRAG (25.09.2012): Tochter für Schuldig befunden
Am gestrigen Montag hat ein Gericht in der peruanischen Hauptstadt Elizabeth Espino Vásquez, Tochter der ermordeten, zu 30 Jahren Haft verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass sie die Tat geplant und mit Hilfe weiterer Personen durchgeführt hat. Beobachter erwarteten, dass die Verteidigung Berufung gegen das Urteil einlegen wird. Auch die weiteren Angehörigen prüfen offenbar, eine höhere Instanz anzurufen, da das Urteil unter Umständen die Freilassung auf Bewährung nach fünf Jahren Haft – von denen 2,5 bereits durch die Untersuchungshaft verstrichen sind – ermöglicht.
Der Prozess gegen Luis Valdez Villacorta, ex-Bürgermeister des Distriktes Coronel Portillo in der Urwaldregion Ucayali, wird wieder aufgenommen. Wegen zahlreicher Unregelmäßigkeiten während der Verhandlung in Pucallpa (Ucayali) selbst, wird der Prozess nun im Castro Castro-Gefängnis in der peruanischen Hauptstadt Lima weitergeführt. Dazu wurden auch die Zeugen des ersten Prozesses erneut vorgeladen, darunter auch diejenigen, die wegen der Tat zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden waren. Auch einige Beweißstücke werden noch einmal untersucht.
Valdez Villacorta wird vorgeworfen, 2004 den Mord an dem Journalisten Alberto Rivera angeordnet und gemeinsam mit Solio Ramírez durchgeführt zu haben. Der Staatsanwalt, der den Mord untersucht hatte, wurde inzwischen außer Dienst gestellt. Er hatte unter anderem vergessen, rechtzeitig in Berufung zu gehen.
Der Prozess über den Mord an dem Journalisten Alberto Rivera wird wieder aufgerollt. Das entschied das oberste peruanische Gericht (Corte Suprema de Justicia). Grund dafür sind Unregelmäßigkeiten in dem ursprünglichen Prozess am Regionalgericht Ucayali, in dem der dringend tatverdächtige Bürgermeister von Coronel Portillo, Luis Valdez, freigesprochen wurde. Zudem wurde die Verbeamtung des Staatsanwaltes D. Rodríguez rückgängig gemacht, der nach der Entscheidung des Gerichtes nicht in Berufung gegangen war. Während Luis Valdez, der verdächtigt wird, den Mord in Auftrag gegeben zu haben, freigesprochen wurde, hatte das Regionalgericht Ucayali am 14. November A. F. Pizango, als ausführender Täter zu 35 Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 100.000 Nuevos Soles und seinen Komplizen Alex Ventura Panduro zu 20 Jahren Gefängnisstrafe verurteilt. Letzterer hatte Pizango 300 US-Dollar für den Mord an Alberto Rivera Fernández angeboten.
== Wiederaufnahme des Verfahrens am 9. März 2009
Das Regionalgerichtes Ucayali hat nun den Termin für die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Luis Valdéz auf Frühjahr 2009 festgelegt.
Der Polizist Giuliano Villarreal Lobatón kam gestern in Casapalca, Zentralperu, ums Leben, als er im Zusammenhang mit einem Streik von Mitarbeitern der Mine „Casapalca“ seinen Dienst verrichtete. Wie der ehemalige peruanische Parlamentspräsident Gonzales Posada gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA erklärte, war er durch einen an einem Hang vorsätzlich ins Rollen gebrachten Stein getroffen worden. Verdächtigt werden mehrere Mitarbeiter der Mine.
Wie ANDINA weiters berichtet, fordern die Streikenden eine Lohnerhöhung.