Schlagwort: Huallaga

  • Lima / Peru: Terror-Kopf Florindo „Artemio“ Flores zu lebenslanger Haft verurteilt

    Lima / Peru: Terror-Kopf Florindo „Artemio“ Flores zu lebenslanger Haft verurteilt

    INFOAMAZONAS Peru-Nachrichten, Neuigkeiten aus PeruRund sieben Monate nach Prozessbeginn ist Florindo Eleuterio Flores Hala, Anführer einer Teilfraktion der Terrororganisation Sendero Luminoso (dt. leuchtender Pfad) und bekannt als „Camarada Artemio“, Ende vergangener Woche von einem peruanischen Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Flores, der letzte verbleibende Anführer aus der ersten Generation von Sendero Luminoso, war Anfang 2012 von der Polizei schwer verletzt festgenommen worden, nachdem offenbar ein Teil seiner Anhänger auf die Seite der peruanischen Sicherheitskräfte übergelaufen war. Seine Sendero-Fraktion hatte zuletzt im Huallaga-Tal ihr Unwesen getrieben, gilt nun aber als weitgehend dezimiert.

    Die Richter sahen im Falle von „Artemio“ die Tatbestände des besonders schweren Terrorismus, Drogenschmuggels, sowie der Geldwäsche als erwiesen an. Der Angeklagte selbst hatte während der Verhandlung insbesondere die Anklage wegen Drogenschmuggels und Geldwäsche stets von sich gewiesen, die Beweise wogen aber offenbar zu schwer. Im Gegensatz zur weiter aktiven VRAEM-Fraktion des Sendero Luminoso fuhr Eleuterio Flores neben dem Terrorismus auch die Strategie der politischen Eingliederung. So forderte er wenige Monate vor seiner Verhaftung in einem Interview einen Waffenstillstand und eine Amnestie. Auch hinter der Strategie, mit einer Bewegung namens MOVADEF den Weg hin zur Gründung einer eigenen Partei zu probieren, wird „Artemio“ vermutet. Vorsitzender von MOVADEF ist Alfredo Crespo, sein Anwalt und Ex-Verteidiger von Sendero Luminoso-Gründer Abimael Guzman.

    Vor der Urteilsverkündung hatte der Angeklagte noch erklärt, er ziehe die Todesstrafe einer lebenslangen Haftstrafe vor, die einer Todesstrafe auf Raten gleichkomme. Die Todesstrafe wird in Peru aber derzeit nicht verhängt. Zur lebenslangen Haftstrafe hinzu kommt eine Geldstrafe in Höhe von 500 Millionen Soles für die zahlreichen Terrorakte und Morde an Polizisten, Staatsanwälten und Zivilbevölkerung.

    Florindo Eleuterio Flores Hala kündigte an, in Revision zu gehen.

  • Peru: Regenfälle führen zu Überschwemmungen und Erdrutschen in allen Landesteilen

    Die Regenzeit hat große Teile Perus weiter fest im Griff: Der peruanische Zivilschutz meldet Überschwemmungen und Erdrutsche mit teils gravierenden Folgen aus vielen Regionen. Am schlimmsten traf es bislang die nordöstlich gelegene Regendwaldregion San Martín, sowie die Hochlandregion Puno, in beiden starben Menschen in den Fluten. Ein Ende ist noch nicht in Sicht, die Regenfälle halten voraussichtlich noch bis April an. Im Folgenden eine Zusammenfassung der jüngsten Ereignisse.

    Stadtbücherei von Bellavista unter Wasser. Foto: INDECI.
    Stadtbücherei von Bellavista unter Wasser. Foto: INDECI.

    In San Martín, wo bereits vor einigen Wochen die Provinz Moyobamba hart getroffen wurde, trat nun der río Saposoa über die Ufer und richtete in der Ortschaft Shima (Distrikt Saposoa / Provinz Huallaga) große Schäden an. Neben Wohnhäusern wurde nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes auch der örtliche Markt stark beschädigt. Die Regionalregierung bereitet sich derweil darauf vor, dass auch der wesentlich größtere Huallaga-Fluss über die Ufer tritt. Bislang wurden im Distrikt Saposoa neben dem Markt 18 Häuser, eine Schule, ein Gebäude der Staatsanwaltschaft, ein Rekrutierungsbüro des Innenministeriums, sowie ein Sportplatz zerstört oder beschädigt. Auch die Provinzen Bellavista, Mariscal Cáceres und Picota beklagen sich über anhaltende Regenfälle. Hier wurden nach Angaben des Zivilschutzes bereits über 500 Häuser stark beschädigt. Am schlimmsten traf es den Distrikt San Rafaél (Provinz Bellavista), wo in der Ortschaft La Libertad über 300 Familien in Notunterkünften untergebracht werden mussten. Der Zivilschutz stellte Zelte bereit.

    In der Region Puno kamen bei Gewitterstürmen im 433-Einwohner-Distrikt Nicasio (Provinz Lampa) zwei Personen ums Leben, drei weitere wurden schwer verletzt. In Nueva Esperanza (Distrikt Desaguadero / Provinz Chucuito) stürzten 12 Wohnhäuser ein. Eine technische Fachschule, ein Gesundheitsposten und eine Polizeidienststelle wurden beschädigt. Hier begannen die örtlichen Behörden bereits mit dem Wiederaufbau beschädigter Häuser, der Zivilschutz stellte Wellblech und Holz bereit.

    In Junín führten die Regenfälle zu einem Erdrutsch, der Teile des Distrikts Chanchamayo (Provinz Chanchamayo) unter sich begrub. Sieben Familien verloren dabei ihr Haus, zwei Personen wurden verletzt. Auch eine Kirche wurde beschädigt, eine Straße auf einer Länge von mehr als 500 Metern unpassierbar gemacht. Die Aufräumarbeiten sind inzwischen im Gange. Auch im Distrikt Mito (Provinz Concepción) kam es zu Problemen wegen der starken Niederschläge, die hier teilweise als Graupel herunterkamen. Drei Wohnhäuser wurden beschädigt, im Gebäude des staatlichen Kita-Programms „Cuna Más“ stürzte eine Wand ein. Die Provinzverwaltung hat bereits mit den Abrissarbeiten begonnen. Zudem traten in den Distrikten Pichanaqui, Perené, San Ramón und Chanchamayo (Provinz Chanchamayo) die Flüsse Tarma und Perené über die Ufer und richteten schwere Schäden an Häusern und Feldern an. Auch mehrere Brücken wurden zerstört oder beschädigt, im Distrikt San Ramón fiel zeitweise das Telefonnetz aus.

    In der Region Cajamarca traf es vor allem den Distrikt Cutervo (Provinz Cutervo), wo durch starke Regenfälle 14 Häuser, sowie mehrere Straßen beschädigt wurden. In einigen Straßenzügen von Cutervo selbst sammelte sich das Wasser. Feuerwehr und Rettungskräfte sind im Einsatz.

    Für Arequipa und Lima gab der peruanische Wetterdienst SENAMHI gestern eine Warnung heraus: Starke Regenfälle im Hochland würden voraussichtlich während der kommenden Tage zu einem starken Anwachsen der Flüssse in Richtung des Pazifiks führen, heißt es in einer SENAMHI-Pressemitteilung.

  • Loreto / Peru: Neuer Amazonas-Hafen von Yurimaguas nimmt wichtige Hürde

    Die peruanische Regenwald-Hafenstadt Yurimaguas (Region Loreto) soll einen neuen Hafen bekommen – und ist diesem durch die jüngste Entscheidung der peruanischen Hafenbehörde APN einen Schritt näher gekommen.

    Karte Yurimaguas (Loreto). Quelle: OpenStreetMap.
    Karte Yurimaguas (Loreto). Quelle: OpenStreetMap.

    Wie die APN in einer Pressemitteilung erklärte, wurde bereits vergangene Woche die Machbarkeitsstudie des Haventerminals Yurimaguas – Nueva Reforma positiv beschieden, die das Betreiberunternehmen Consecionaria Puerto Amazonas (Copam) vorgelegt hatte. Damit kann der Betreiber nun mit den Bauarbeiten beginnen, für die ein Zeitraum von 24 Monaten, sowie Investitionen von 30 Millionen Dollar für die erste Bauphase veranschlagt sind.

    Betreiber setzen auf mehr Warenverkehr

    Die Machbarkeitsstudie enthält Pläne eines Piers von insgesamt 120 Metern Länge, sowie einer Landungsbrücke für Passagiere. Vorgesehen sind zudem Lagerplätze für Container im Umfang von insgesamt rund 8 Quadratkilometern. Der Hafen von Yurimaguas soll über direkten Zugang zur interozeanischen Straße des Nordens verfügen, die Yurimaguas über Tarapoto, Bagua und Olmos mit der peruanischen Pazifikküste verbindet. Davon erwarten sich die Hafenbetreiber einen erhöhten Warenverkehr zwischen dem Nachbarland Brasilien und den peruanischen Häfen, die wiederum den Weg in Richtung Asien frei machen.

    Ganz konfliktfrei geht der Bau des neuen Hafens allerdings nicht voran. So ist Yurimaguas um seinen Hafen herum gewachsen – der neue Hafen wird allerdings mehrere Kilometer entfernt nordwestlich der Stadt liegen. Bereits die Bauarbeiten der Zufahrtsstraße mussten mehrmals unterbrochen werden – Anwohner und indigene Gemeinschaften wollten damit vor allem auf illegale Landbesetzungen an den Straßenrändern aufmerksam machen.

    Yurimaguas: Schon heute einer der wichtigsten Amazonas-Häfen

    Heute ist der Hafen von Yurimaguas – trotz prekärer Infrastruktur – einer der wichtigsten peruanischen Amazonas-Häfen überhaupt, obwohl er streng genommen am Ufer des Huallaga liegt. Bekannt ist er vor allem als Ausgangsort von Reisen in die Regionalhauptstadt Iquitos, mehrere Nationalparks, sowie nach Brasilien. Der Hafen, sowie die Zufahrtsstraßen sind Teil der IIRSA-Initiative. Ansätze der besseren Verkehrsanbindung der peruanischen Amazonasregionen gibt es derzeit verschiedene. So setzt Yvan Vásquez, Regionalpräsident von Loreto, auf den Bau einer Eisenbahnstrecke von Yurimaguas nach Iquitos.

  • Sendero Luminoso-Führer „Artemio“ gefasst

    Die peruanische Polizei hat offenbar den Anführer der Huallaga-Fraktion der Terrororganisation Sendero Luminoso schwer verwundet gefasst. Über seinen Zustand gibt es widersprüchliche Medienberichte, inzwischen wird er in der Hauptstadt Lima medizinisch behandelt. Auch über die Umstände seiner schweren Schussverletzungen gibt es widersprüchliche Angaben. Während die Polizei berichtet, sie habe Florindo „Artemio“ Flores verletzt, wurde er nach Medienberichten von eigenen Anhängern angegriffen, die das auf ihn ausgesetzte Kopfgeld in Millionenhöhe aus waren und mit der Polizei kollaborierten.

    Präsident Humala rief die verbleibenden Anhänger des Sendero Luminoso auf, ihre Waffen niederzulegen.

     

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    San Martín: Gerüchte über beinahe-Verhaftung von Sendero Luminoso-Führer “Artemio”

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  • San Martín: Gerüchte über beinahe-Verhaftung von Sendero Luminoso-Führer „Artemio“

    Der peruanische Terrorist Eleuterio „Artemio“ Flores Hala, Anführer der Huallaga-Fraktion des Leuchtenden Pfades (Sendero Luminoso, SL), entkam gestern offenbar nur knapp einer Sondereinheit der peruanischen Polizei. Wie der Journalist Gustavo Gorriti von IDL-Reporteros, der erst vor wenigen Monaten ein Interview mit Flores Hala geführt hatte, gegenüber diversen Tageszeitungen erleuterte, versuchten offenbar mehrere SL-Anhänger ihren Anführer, auf den ein Kopfgeld in Höhe von mehreren Millionen Nuevos Soles ausgesetzt ist, an zuvor informierte Polizeieinheiten auszuliefern. Bei dieser Aktion wurde „Camarada Artemio“ offensichtlich durch ein Schuss stark verletzt, konnte aber dennoch mit seinen engsten Begleitern vor der Polizei flüchten, die nach Angaben örtlicher Medien mit zahlreichen Hubschraubern im Einsatz war.

    Der Einsatz fand nach Informationen von IDL-Reporteros in der Nähe von Santa Rosa de Mishollo statt. Eine der letzten Personen, die „Artemio“ bei Santa Rosa de Mishollo sah, war wohl ein Mitarbeiter des örtlichen Gesundheitspostens, der von Sendero Luminoso-Mitgliedern gerufen worden war, um dessen Wunden zu behandeln. Trotz der schweren Wunden ihres Anführers flüchteten die Terroristen entlang des -hochwasserführenden- Mishollo-Flusses bis Puerto Pizana. Dort fand die Polizei wenige Stunden später mehrere blutgetränkte Kleidungsstücke und einen Rucksack. Danach verlor sich offenbar jede Spur. Die Polizei vermutete Eleuterio Flores Hala bereits seit längerem im Umland von Santa Rosa de Mishollo.

    Teile des Huallaga-Tals sowie mehrere Nebentäler sind berühmt und berüchtigt für den großflächigen Anbau von Coca für die Drogenproduktion. Das Dorf Santa Rosa de Mishollo liegt bezeichnenderweise im Distrikt Pólvora (dt. Schwarzpulver), Provinz Tocache, in der Region San Martín, und hat rund 600 Einwohnerinnen und Einwohner. Die flussabwärts liegende Stadt Puerto Pizana, über die „Artemio“ offensichtlich flüchtete, ist ungefähr doppelt so groß.

  • Ungewöhnlich starke Regenfälle führen zu Überschwemmungen in allen Teilen Perus

    Fernstraße Fernando Belaúnde Terry bei El Salao. Foto: Diario Ahora.
    Fernstraße Fernando Belaúnde Terry bei El Salao (Amazonas). Foto: Diario Ahora.

    Starke Regenfälle sind für Ostperu um diese Jahreszeit nichts ungewöhnliches, ist der Sommer doch schließlich gleichzeitig „Regenzeit“. In diesem Jahr fällt diese allerdings besonders heftig aus. Aus allen Teilen Perus werden nun Überschwemmungen, Erdrutsche und kollabierende Häuser gemeldet.

    In Cajamarca führten die starken Regenfälle der vergangenen Tage – teilweise 12 Stunden ohne Unterlass – zu Überschwemmungen und Erdrutschen, besonders betroffen waren die Provinzen San Ignacio, Cutervo, Chota, Hualgayoc, Celendín, Cajabamba, San Marcos, San Miguel und Cajamarca. Die Außenstelle des peruanischen Wetter- und Hydrologiedienstes SENAMHI in Cajamarca maß allein am Dienstag durchschnittlich 28 Liter pro Quadratmeter. Mit den 51 Litern pro Quadratmeter, die sich in den ersten Tagen des Februars 2012 ansammelten, liegt die Regenmenge nur wenig unter dem Durchschnittswert der Regenmenge in den Februaren der vergangenen Jahre. Da regnete es durchschnittlich 75 Liter pro Quadratmeter. Bereits im Januar 2012 kündigte sich ein Jahr der Extreme an: Dort regnete es 154 Liter pro Quadratmeter, der Durchschnittswert der vergangenen Jahre liegt bei 60 Litern.

    Auch in La Libertad kam es zu Problemen, hier sind insbesondere die Provinzen Sánchez Carrión, Santiago de Chuco, Otuzco und Julcán betroffen. Neben mehreren Erdrutschen und unpassierbaren Straßen macht der Regen bereits der Landwirtschaft zu schaffen: Große Kartoffel- und Maisanbauflächen sind zu feucht und drohen zu verfaulen.

    In Lambayeque regnete es ebenfalls überdurchschnittlich. In Chiclayo führte ein sechstündiger Dauerregen zu Verkehrsproblemen.

    Besonders hart traf es auch die Region Ica, die erst vor wenigen Tagen von einem Erdbeben heimgesucht worden war. Der río Pisco trat über die Ufer und zerstörte bei Cuchilla Vieja, San Ignacio und Montesierpe (Distrikt Humay), Dos Palmas (Distrikt Independencia), Caucato (Distrikt San Clemente) und Pueblo Figueroa (Distrikt Pisco, alle Provinz Pisco) zahlreiche Baumwollanbauflächen. Die Regionalregierung Ica rief deshalb bereits den Notstand aus. Dadurch ist es möglich, besonders schweren Schäden am „üblichen bürokratischen Genehmigungsprozess vorbei“ zu begegnen.

    In San Martín trat im Distrikt Yuracyacu (Provinz Rioja) der Río Yuracyacu über die Ufer und überflutete bislang 18 Häuser, sowie 40 Hektar gesäte Ackerfläche.

    Hochwasser: Utcubamba in der Provinz Bongará
    Hochwasser: Utcubamba in der Provinz Bongará

    In Arequipa kam es durch Schnee- und Regenfälle ebenfalls zu Problemen, in den Distrikten Tuti, Sibayo, Madrigal, Callalli, Huambo und Tisco (Provinz Caylloma) wurden mehrere Häuser und Ackerflächen zerstört. Mehrere Straßen sind unpassierbar. Im Distrikt Tuti rutschte ein Teil des cerro Ipacota ab. Im Distrikt Cocachacra (Provinz Islay) brach ein Deich, ebenso in den Distrikten Dean Valdivia und Punta de Bombón (Prov. Islay). Über 160 Häuser wurden beschädigt.

    In Amazonas sind mehrere Straßen unpassierbar, zahlreiche Häuser stürzten ein. Der Süden der Region ist weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Mehr!

    In Huánuco führte das Hochwasser am río Huallaga zu Überschwemmungen, insbesondere in der Provinz Leoncio Prado wurden zahlreiche Häuser zerstört.

    Überschwemmungen in Urubamba. Foto: INDECI.
    Überschwemmungen 2010 in Urubamba. Foto: INDECI.

    In Lima Provincias stürzten zahlreiche Gebäude ein, zahlreiche Straßen sind derzeit unpassierbar. In der Provinz Yauyos stürzten mehrere Häuser ein, ebenso erging es einer Schule, mehreren Brücken und Straßen und einem Rathaus. Die Straße Cañete – Yauyos – Huancayo ist unterbrochen, nachdem der río Cañete über die Ufer trat. In der Provinz Cañete kam es ebenfalls zu Überschwemmungen, hier trat der río Mala über die Ufer. In der Provinz Cajatambo ist die Straße Pativilca-Cahua-Cajatambo nach einer Gerölllawine unterbrochen. Die Gorgor-Brücke im Distrikt Cajatambo wurde beschädigt.

    Auch in allen verbleibenden Regionen kam es zu Überschwemmungen.

     

  • Huánuco: Río Huallaga tritt über die Ufer

    Die starken Regenfälle der vergangenen Wochen an den Oberläufen der Flüsse las Pavas und Huallaga haben auch in der Region Huánuco zu Überschwemmungen geführt. Wie der Zivilschutz Huánuco berichtet, verschwanden in den Distrikten Luyando und Rupa Rupa (Provinz Leoncio Prado) bislang rund 60 Häuser in den Fluten. Über 300 Menschen mussten deshalb in Notunterkünften übernachten, die in einer nahegelegenen Schule eingerichtet wurden. Auch die Startbahn des Flughafens von Tingo María, der im Distrikt Rupa Rupa liegt, wurde auf einer Länge von einem Kilometer beschädigt.

    Im Distrikt Mariano Dámaso Beraún (ebenfalls Leonio Prado) kam es ebenfalls zu Überschwemmungen. Neben mehreren Häusern wurde auch ein Abschnitt der Carretera Central beschädigt. Zivilschutz und Distriktverwaltung haben bereits mit der Verteilung von Zelten und Decken begonnen.

  • Peru: Sendero-Luminoso-Fraktion Huallaga bittet um Amnestie

    „Camarada Artemio“, Anführer der Huallaga-Fraktion der Terrororganisation Sendero Luminoso sieht den eigenen Kampf als verloren an. Wie „Artemio“, der als seinen bürgerlichen Namen José ‘Pepe’ Flores Hala angibt, obwohl er als „Florindo Eleuterio“ geboren worden war, gegenüber vier ausgewählten Journalisten im Huallaga-Tal erklärte, hat seine Gruppierung deshalb bereits mehrfach angeboten, den Kampf im Falle einer Amnestie für Sendero-Mitglieder aufzugeben. Dafür sei aber zunächst ein Waffenstillstand nötig, so „Artemio“ gegenüber Gustavo Gorriti y Romina Mella von der investigativjournalistischen Internetplattform IDL-Reporteros. Im weiteren Verlauf des Interviews erklärte er, es habe in der Vergangenheit zahlreiche Kontakte mit verschiedenen peruanischen Regierungen gegeben, um eine politische Lösung für seine Gruppierung zu finden. So erklärte „Artemio“ im Verlauf des Interviews, wie er über Mittelsmänner an Präsident Ollanta Humala geschrieben und bereits 2001 unter Vermittlung des damaligen Bischofs von Chimbote, Luis Bambarén, Kontakt zur Regierung von Alejandro Toledo gehabt habe. Bambarén bestätigte diese Angaben inzwischen. Der Kontakt sei dann aber abgebrochen, als die Regierung Toledo forderte, die Waffen niederzulegen und sich – gegen Hafterleichterungen – zu ergeben. Die Huallaga-Fraktion des Sendero Luminoso forderte vielmehr eine Amnestie und eine Möglichkeit, sich in eine politische Partei umzuwandeln.

    Während „Artemio“ den vier Journalisten offen Frage und Antwort steht, war die Situation während der Verhandlungen durch Bischof Bambarén wohl um einiges komplizierter. Er habe nach jedem Gespräch auch zu „Presidente Gonzalo“ (Sendero-Name von Sendero-Gründer Abimael Gúzman) in das Marine-Gefängnis in Callao gehen müssen, um dessen Meinung einzuholen und damit wieder in das Huallaga-Tal zurückzukehren, so Bambarén. Gleichzeitig habe man aber bereits sehr konkrete Pläne ausgearbeitet gehabt. So sollen bereits Finanzierungszusagen für Projekte zur landwirtschaftlichen Entwicklung des Huallaga-Tals durch italienische und französische Hilfsorganisationen vorgelegen haben.

    Weiter berichtet Artemio in dem Interview, ein Vertreter der Regierung Toledo habe ihm angeboten, ihm einen Teil der auf ihn ausgesetzten Belohnung auszuzahlen und ihn und seine Familie ins Ausland zu bringen, wenn er sich ergebe. Er habe „selbstverständlich“ abgelehnt. Zuletzt, erklärt der Terrorführer, habe er über Mittelsmänner mehrere Botschaften an Präsident Humala geschickt. Dieser bestehe aber ebenfalls darauf, dass er und seine Kämpfer sich ergeben.

    Sendero Luminoso war Auslöser des internen Konfliktes in Peru, der nach Schätzungen der Wahrheits- und Versöhnungskommission (CVR) in mehr als 20 Jahren 69.280 Menschen das Leben kostete. Für fast die Hälfte der Todesfälle macht die Kommission Sendero Luminoso verantwortlich, für rund 30% staatliche Geheimdienste, Polizeien und das Militär. Für 24% der Todesopfer (also rund 16.600 Personen) sieht die CVR die Verantwortung bei Bürgerwehren, Paramilitärs und anderen Terrororganisationen.

  • Perus Kongress nimmt Gesetz zurück, das Marañón-Wasser für die Wüste vorsah

    Mit großer Mehrheit hat der peruanische Kongress gestern ein umstrittenes Gesetz einkassiert, mit dem die Durchführung des sogenannten „Corina“-Projektes zur „nationalen Notwendigkeit erklärt wurde, das vorsieht, Wasser aus den Flüssen Marañón und Huallaga an die peruanische Küste zu leiten. Das Gesetz 29760, in Peru auch als „Ley Corina“ bekannt, wurde im letzten Moment vor dem Ende der Amtszeit von Präsident Alan García durch den Kongress gepeitscht. Regionalpräsidenten, Umweltschützer und Ureinwohner des peruanischen Amazonasbeckens lehnen den Plan ab, durch einen 106 Kilometer langen Tunnel Wasser von der Ostseite der Anden auf die Westseite zu leiten, um dort Wüstenfläche urbar zu machen und mehrere Wasserkraftwerke zu betreiben. Dafür müssten die Flüsse auf der Anden-Ostseite aufgestaut werden. Die Projektinitiatoren – die Idee ist bereits mehr als 40 Jahre alt – sprechen davon, „überflüssiges Wasser“ abzuschöpfen. Für Umweltschützer sowie das Forschungsinstitut IIAP gibt es allerdings kein überflüssiges Wasser im Amazonasbecken. Sie befürchten eine Versteppung, wenn in den fragilen Wasserhaushalt eingegriffen wird.

    Das Corina-Projekt ist damit allerdings noch nicht vom Tisch. Begründet wurde die Rücknahme des Gesetzes vor allem damit, dass vor der Verabschiedung keine Konsultation möglicher Betroffener durchgeführt wurde. Die Durchführung wurde mit der Rücknahme allerdings deutlich erschwert. So waren Regionalregierungen und Kommunen im Umfeld des Projektgebietes verpflichtet worden, die Durchführung des Projektes mit allen möglichen Maßnahmen zu unterstützen.

  • Loreto: Amazonas-Wasserstände normalisieren sich

    Der Hafen von Iquitos, 2005. Bild: D. Raiser / INFOAMAZONAS
    Der Hafen von Iquitos, 2005. Bild: D. Raiser / INFOAMAZONAS

    In den vergangenen Monaten wurden die niedrigsten Wasserstände am peruanischen Teil des Amazonas-Stromes seit beginn der Aufzeichnungen gemessen. Inzwischen haben sich diese aber dank der starken Regenfälle der letzten Tage wieder erholt und liegen sogar über dem Durchschnitt, wie der peruanische Wetterdienst SENAMHI gestern in Iquitos (Region Loreto) bekannt gab. Demnach ist für diese Jahreszeit ein Wasserstand von 108 Metern über dem Meeresspiegel normal, gestern lag die Marke dann sogar bei 109,56 Metern.

    Nach Angaben des SENAMHI nahm insbesondere die Wassermenge der Flüsse Ucayali und Huallaga stark zu, auch der Marañón, sowie der Ucayali konnten leicht zulegen.

    Am 9. Oktober lag der Wasserstand bei Iquitos mit 105,38 Metern über dem Meeresspiegel und machte vielerorts Schiffsverkehr und Trinkwasserversorgung unmöglich.

    Hinweis: Aufgrund der vielen Nachfragen finden Sie hier eine kurze Anleitung, wo sie aktuelle Pegelstände des Amazonas und anderer peruanischer Flüsse finden.