Schlagwort: Bagua Grande

  • Peru: Vizepräsident der Region Amazonas ermordet

    Augusto Wong López, Vizepräsident der peruanischen Region Amazonas ist tot. Der Chirurg wurde gestern Abend gegen 21 Uhr (Ortszeit) von mehreren Unbekannten in seiner Privatpraxis in Bagua (Provinz Bagua / Region Amazonas) ermordet, wie INFOAMAZONAS aus Polizeikreisen erfuhr. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

    Augusto Wong López, Vizeregionalpräsident Amazonas. Foto: regionamazonas.gob.pe.
    Augusto Wong López, Vizeregionalpräsident Amazonas. Foto: regionamazonas.gob.pe.

    Wong López befand sich zum Zeitpunkt der Tat im Behandlungszimmer, als zwei schwer bewaffnete Personen hereinstürmten und das Feuer eröffneten. Sofort wurde der Vizeregionalpräsident in das Gustavo La Natta Luján-Krankenhaus von Bagua (Chica/Capital) eingeliefert, die Notoperation blieb aber erfolglos. Derzeit befindet sich der Leichnam im Leichenschauhaus von Bagua Grande (Provinz Utcubamba), wo ihn Experten der Staatsanwaltschaft untersuchen. Unbestätigten Angaben von Radio „La Voz“ erlag der Vizeregionalpräsident drei Schusswunden.

    Die Täter flüchteten, wurden aber offenbar von einer Überwachungskamera gefilmt, die nach einem ersten Mordanschlag im vergangenen Mai installiert worden waren. Damals hatten Unbekannte mit schweren Schusswaffen mehrere Wände des Wohnhauses von Wong López durchlöchert, dass es keine Todesopfer zu beklagen gab, war dem Zufall geschuldet. Noch gestern Abend hat die Polizei offenbar zwei Verdächtige vernommen, ob es sich dabei wirklich um die Täter handelt, ist bislang unklar. Die Regionaldirektion Amazonas der peruanischen Nationalpolizei erklärte, wegen des laufenden Verfahrens keine Angaben zu den Verdächtigen machen zu dürfen.

    Hector Becerril: „Tat der Schutzgeldmafia“

    Während in Bagua das Gerücht umhergeht, es habe sich um ein politisches Verbrechen gehandelt, sieht Hector Becerril, Kongressabgeordneter für Amazonas, eine Schutzgeld-Mafia hinter der Tat.  Diese habe sich für mehrere Anzeigen gegen deren Mitglieder im vergangenen Jahr rächen wollen, so Becerril heute Morgen gegenüber dem Nachrichtensender RPP.

    Der 59jährige Augusto Wong López wurde 1953 im nordwestperuanischen Chiclayo geboren und 2010 als Teil der Gruppierung Juntos por Amazonas zum Vizepräsidenten der Region Amazonas gewählt. Er war für verschiedene Fujimori-Parteien von 1993 bis 1995 Provinzrat, sowie von 1999 bis zu seiner Suspendierung im Jahr 2002 Provinzbürgermeister der von Bagua. Zuvor hatte sich Wong López als Chirurg und Direktor in diversen Krankenhäusern betätigt, darunter am Krankenhaus La Natta Luján, in dem gestern sein Tod festgestellt wurde.

    Er hinterlässt eine Frau und eine Tochter.

    Auftragsmorde bislang vor allem in Küsten-Großstädten

    Der Mord an dem Vizeregionalpräsidenten ist dabei trauriger Höhepunkt einer ganzen Serie von Morden an öffentlichen Würdenträgern. Erst vor eineinhalb Monaten war der Bürgermeister des peruanischen Distriktes Angasmarca (Provinz Santiago de Chuco / Region La Libertad) von Auftragskillern getötet worden. Zum Zeitpunkt des Mordes befand er sich gerade auf einer öffentlichen Weihnachtsfeier für Kinder. Den Auftag für den Mord hatte damals offenbar ein Unternehmer gegeben, der eine Ausschreibung verloren hatte. Nur wenige Wochen zuvor war auch der Provinzbürgermeister von Casma (Region Áncash) getötet worden. Eine Polizeiquelle, die nicht genannt werden möchte, erklärte gegenüber INFOAMAZONAS, Morde dieser Art seien bislang lediglich aus Chiclayo oder Trujillo bekannt, man habe etwas in dieser Art in Amazonas für undenkbar gehalten.

  • Erdrutsch reißt Rohr mit: Bagua Grande (Utcubamba) mehrere Tage ohne Wasser

    Ein Erdrutsch hat in der nordperuanischen Provinz Utcubamba (Region Amazonas) eine Wasserleitung über eine Länge von rund 120 Metern mitgerissen und damit die Stadt Bagua Grande – die größte der Region – weitgehend von der Wasserversorgung abgeschnitten. Lediglich einige höhergelegene Ortsteile werden über eine ältere Leitung weiter versorgt. Wie der Radiosender „La Voz“ unter Berufung auf den örtlichen Wasserversorger EPSSMU berichtet, werden die Reparaturarbeiten mehrere Tage dauern. Entsprechende Rohrleitungen wurden bereits bestellt, EPSSMU selbst verfügt nach eigenen Angaben nicht über ausreichend Ersatzrohre. Währenddessen sollen Tankwagen die Wasserversorgung übernehmen, die Stadtverwaltung prüft derzeit die Anmietung mehrerer solcher Fahrzeuge. Bereits in der Vergangenheit war es zu Problemen gekommen, da es an der abgerutschten Stelle häufiger zu Erdbewegungen kommt.

  • Utcubamba / Amazonas: Straßenräuber stirbt bei Schießerei mit der Polizei

    Bei der peruanischen Stadt Bagua Grande (Provinz Utcubamba / Region Amazonas) wurde gestern bei einem Schusswechsel mit der Polizei ein Straßenräuber getötet. Drei weitere Übeltäter konnten auf ihren Motorrädern flüchten. Mehrere Autos hatten sie bereits mit Waffengewalt ausgeraubt und waren gerade dabei, ein Taxi auszurauben, als zufällig eine Polizeistrafe vorbeifuhr. Die Räuber flüchteten; als die Polizei die Verfolgung aufnahm, eröffneten sie das Feuer. Die Polizisten aus Bagua Grande und Lonya Grande, eigentlich auf dem Weg, ein auf der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße (Interoceanica Norte) gestohlenes Motorrad zu beschlagnahmen, erwiderten das Feuer, wobei offenbar einer der Räuber tödlich getroffen wurde mit dem Motorrad in den Straßengraben stürzte. Die anderen drei warfen nach Angaben der Polizeidirektion Amazonas ihre Rucksäcke mit Diebesgut ab und flüchteten durch unwegsames Gelände abseits der Straße, weswegen eine weitere Verfolgung durch die Polizeistreife nicht möglich war. Von den übrigen Verbrechern fehlt bislang noch jede Spur.

     

     

  • Wegen Regenfällen: Region Amazonas weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten

    Hochwasser: Utcubamba in der Provinz Bongará
    Hochwasser: Utcubamba in der Provinz Bongará. Foto: COER Amazonas

    Die starken Regenfälle der vergangenen Wochen haben in der Region Amazonas große Schäden angerichtet und weite Teile der Region von der Außenwelt abgeschnitten. Aus allen Teilen der Region werden eingestürzte Häuser gemeldet, zahlreiche Erdrutsche unterbrachen wichtige Zufahrtsstraßen. Wie der Zivilschutz heute Nacht bekannt gab, ist die Straße von Chachapoyas nach Pedro Ruiz (Provinz Bongará), die den Süden der Region mit der peruanischen Küste verbindet, bei Churuja zerstört worden und bis auf weiteres unpassierbar. Ähnlich ist die Situation bei Shipamarca, einem Straßendorf zwischen dem Achamaqui-Kreuz (Kreuzung Chachapoyas-Pedro Ruiz-Balsas) und Tingo und auf der Straße von Tingo nach Kuélap. Auch der Abschnitt Huincucho – Colcamar, der Colcamar an das Straßennetz anbindet, ist derzeit nicht befahrbar. Bereits seit einigen Tagen kann auch die Straße von Pipus nach Cheto nicht befahren werden und die Straße von Chachapoyas nach Rodríguez de Mendoza ist ebenfalls nur unter Lebensgefahr passierbar. Auch die Straße, die westlich von Chachapoyas Luya mit dem Dorf Trita verbindet, ist unterbrochen. Die Straße von Pedro Ruiz nach Bagua Grande ist noch immer nur eingeschränkt befahrbar, nachdem ihr Untergrund teilweise vom Utcubamba-Fluss so weit erodiert worden war.

    Fernstraße Fernando Belaúnde Terry bei El Salao. Foto: Diario Ahora.
    Fernstraße Fernando Belaúnde Terry bei El Salao. Foto: Diario Ahora.

    Allein in Chachapoyas stürzten bislang 10 Häuser ein, in einem Schulzentrum mehrere Toiletten. Auch in La Jalca (Provinz Chachapoyas) stürzten mehrere Häuser ein, über 50 Meerschweinchen und ein dutzend Schweine verendeten in den Wassermassen. Im nahegelegenen Yerba Buena (ebenfalls La Jalca / Provinz Chachapoyas) trat der Utcubamba über die Ufer und überflutete mehrere Wohnhäuser. Auch in Cajaruro (Provinz Utcubamba) stürzten bislang vier Häuser ein. In Churuja (Provinz Bongará) wurden mehrere Häuser überschwemmt, die örtlichen Hochwasserschutzmauern wurden teilweise zerstört. Zudem hat sich nach Angaben des Zivilschutzes im Flussbett eine große Menge Kies angesammelt, was die Gefahr weiterer Überschwemmungen erhöht. Ähnliche Meldungen kommen aus allen Teilen der Region.

    Die Regionalregierung Amazonas verfügte nun, dass alle ihrer Mitarbeiter auch am Valentinstag, der in diesem Jahr peruweit eigentlich ein freier Feiertag ist, bereit stehen müssen.

  • Utcubamba / Amazonas: Erdrutsch reißt 200 Meter Straße mit / Chachapoyas zeitweise abgeschnitten

    Fernstraße Fernando Belaúnde Terry bei El Salao. Foto: Diario Ahora.
    Fernstraße Fernando Belaúnde Terry bei El Salao. Foto: Diario Ahora.

    Die Wassermassen des Utcubamba-Flusses haben bei El Salao (Distrikt Jamalca / Provinz Utcubamba / Region Amazonas) den Berghang unterhalb der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße (Interoceanica Norte) unterspült und damit einen Erdrutsch ausgelöst, der rund 200 Meter der Straße weitgehend zerstört hat. Damit sind große Teile des peruanischen Nordostens weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten, betroffen ist vor allem die Umgebung der Regionalhauptstadt Chachapoyas. Gleichzeitig stauen die Erdmassen noch immer Teile des Utcubambas auf – den Orten, die flußabwärts von El Salao liegen, droht eine Flutwelle.

    El Salao liegt nördlich der Stadt Bagua Grande, mit dem Auto rund 25 Minuten Fahrtzeit. Wie Radio La Voz berichtet, warten mehr als 500 Autos auf beiden Seiten der unterbrochenen Straße auf Durchlass. Der Straßenkonzessionär IIRSA Norte versucht derweil, eine provisorische Alternativroute zu bauen, um zumindest kleineren Fahrzeugen das Durchkommen zu ermöglichen. Dies ist allerdings nicht so einfach, da nicht zuletzt wegen der anhaltenden Regenfälle der Berghang immer wieder nachrutscht.

    Eine ähnliche Situation hatte es in den vergangenen Jahren wiederholt im Umfeld des Dorfes „Aserradero“ gegeben, wo nach mehreren Erdrutschen ein ganzes Dorf umgesiedelt, sowie eine alternative Route für die Straße gefunden werden musste.

    Probleme auch in Puerto Motupe

    Auch in Puerto Motupe, rund 15 Fahrminuten von Bagua Grande entfernt, kam es zu Problemen wegen der anhaltenden Regenfälle. Auch hier konnte die Straße für mehrere Stunden nicht befahren werden, erst eine Baumaschine von IIRSA Norte konnte den gestrandeten Fahrzeugen die Weiterfahrt ermöglichen.

  • Bagua Grande: Polizei beschlagnahmt 123 Kilo Kokain

    Die Kolonne aus zwei PKW und einem Minivan kamen ihnen verdächtig vor: Bei einer Verkehrskontrolle sind der Straßenpolizei Bagua Grande gestern Drogenschmuggler mit insgesamt 123 Kilogramm Kokain im Gepäck ins Netz gegangen. Wie die Lokalzeitung „Ahora“ berichtet, fuhr, wie es bei Drogentransporten üblich ist, einer der PKW voraus, um vor Polizeikontrollen zu warnen. Offensichtlich schafften sie es nicht mehr rechtzeitig, die Warnung abzusetzen. Beide PKW entkamen, der mit den Drogen beladene Minivan, sowie sein Inhalt wurden aber beschlagnahmt. Die zwei Insaßen wurden festgenommen, gaben allerdings zu Protokoll, lediglich die „Fahrer“ und „Beifahrer“ gewesen zu sein und die Namen der Hintermänner nicht zu kennen. Ziel der Drogenschmuggler soll Chiclayo gewesen sein.

    Die Polizeikontrolle ereignete sich bei Streckenkilometer 236 der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße, nur wenige Kilometer von Bagua Grande entfernt. Die Polizei überprüft nun mit Hilfe der Videoaufnahmen der Überwachungskamera einer nahegelegenen Mautstation, ob der Minivan bereits in der Vergangenheit auf der Route unterwegs war. Die Drogen waren in backsteinförmigen Bündeln verpackt und mit gelber Folie eingewickelt worden.

    INFOAMAZONAS-Spezial Drogenprobleme und DrogenkonflikteMehr Informationen zum Thema „Peru“ und „Drogen“ finden Sie im Infoamazonas-Dossier Drogenprobleme.

  • Bagua Grande: Leiche aus dem Sarg gestohlen

    Hier lag sie, die Leiche. Foto: Radio La Voz.
    Hier lag sie, die Leiche. Foto: Radio La Voz.

    Unbekannte haben am vergangenen Wochenende in Bagua Grande (Provinz Utcubamba / Region Amazonas) eine Grabwand gewaltsam geöffnet und eine Frauenleiche gestohlen. Das berichtet die Regionalausgabe der Tageszeitung „Ahora“. Die Grabschänder öffneten das Grab mit Hammer und Meißel und nahmen die sterblichen Überreste von Clara Rosa Barboza Guevara mit, die im Juli 1996 verstorben war. Wohin die Leiche verschwand und warum sie gestohlen wurde, stellt die Polizei bislang vor ein Rätsel. Um einen Scherz zu Halloween handelte es sich offenbar nicht.

  • Region Amazonas prüft Einführung von regionalem Indígena-Konsultationsverfahren

    Nachdem ein entsprechendes Gesetz an Perus Präsident García, sowie dem fehlenden Willen des Parlaments gescheitert war, prüft die Regierung der nordostperuanischen Region Amazonas nun die Einführung eines eigenen, regionalen Indígena-Konsultationsverfahrens. Damit soll auf regionaler Ebene nicht nur das von Peru ratifizierte Übereinkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) umgesetzt, sondern auch möglichen neuen sozialen Konflikten vorgebeugt werden. Das Übereinkommen 169 der ILO sieht vor, dass Ureinwohner um ihre Stellungnahme zu Gesetzen gebeten werden müssen, deren Wirkung sie betreffen könnte („Konsultationsverfahren“). Ein entsprechender Konsultationsmechanismus könnte nun, wenn der Regionalrat zustimmt, per Regionalverordnung zumindest für die Region Amazonas in Kraft treten.

    Gleichzeitig rief auch der gewählte Kongressabgeordnete der Region Eduardo Nayap Kinin bei einem Besuch in Chachapoyas seine noch aktiven Vorgänger auf, sich im peruanischen Kongress weiter für die Durchsetzung eines landesweiten Konsultationsgesetzes einzusetzen. Der Aufruf erfolgte im Hinblick auf den zweiten Jahrestag des „Baguazo“, der blutigen Zusammenstöße zwischen Indígena, lokaler Bevölkerung und der Polizei im Umkreis der Stadt Bagua Grande am 5. Juni 2009. Damals hatten dort tausende Indígena zum Protest gegen ein gesetzgebendes Dekret zur Umwidmung von Land und zur Neuregelung der Forstwirtschaft, das sie betraf und über das sie nie Konsultiert worden waren, eine Straße und eine Erdölpumpstation besetzt. Als die Polizei gewaltsam versuchte, die Protestierenden zu zerstreuen, kam es auf beiden Seiten zu Gewalttaten, bei denen mehr als 30 Menschen getötet wurden.

  • Sachapoyas / Amazonas: Polizei zerstört Mohnfelderfelder

    Die Antidrogenpolizei Chachapoyas hat bei Sachapoyas (Distrikt Bagua Grande / Provinz Utcubamba) drei Mohnfelder zerstört, deren Ernte zur Opiumproduktion genutzt werden sollte. Das berichtet die Lokalzeitung „Ahora“. Zudem wurden eine Tüte Marihuana und mehrere Kilogramm Mohnsamen beschlagnahmt. Zwei Personen wurden festgenommen. Um zu den Feldern zu kommen, mussten die Polizisten gemeinsam mit Mitarbeitern der Staatsanwaltschaft 12 Stunden zu Fuß gehen. Wie „Ahora“ berichtet, mussten auch die festgenommenen die über 12stündige Reise zum Kommisariat Bagua Grande zu Fuß auf sich nehmen.

    Sachapoyas hat 383 Einwohner.

    INFOAMAZONAS-Spezial Drogenprobleme und DrogenkonflikteMehr Informationen zum Thema „Peru“ und „Drogen“ finden Sie im Infoamazonas-Dossier Drogenprobleme.

  • Region Amazonas fordert Baguazo-Aufklärung und Aussetzen des Rum-Gedenktages

    In einer gemeinsamen Stellungnahme fordern die Regionalregierung Amazonas und die Provinzverwaltung Chachapoyas, die Verantwortlichen für den Tod von Polizei und Zivilisten am vergangenen 5. Juni zu ermitteln, sowie den „Tag des peruanischen Rums“ auf einen anderen Tag zu verlegen. In der Stellungnahme, die von allen Regionalräten gemeinsam mit allen Stadträten aus Chachapoyas unterschrieben wurde, werden deshalb die Zentralregierung, der Kongress, die Nationalpolizei, die Juikative, sowie die Staatsanwaltschaft dazu aufgerufen, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Geschehnisse in den Provinzen Utcubamba und Condorcanqui aufzuarbeiten.

    Zudem wird der peruanische Kongress aufgefordert, die Festlegung des „Tages des peruanischen Rums“ auf den ersten Samstag jeden Monats Juni zurückzunehmen, da dieser heuer auf den 5. Juni fällt. Auch eine landesweite Schweigeminute um Punkt 10:00 Uhr Ortszeit (17:00 Uhr MEZ) wird gefordert.

    Am 5. Juni vergangenen Jahres kam es im Umkreis der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße in der Provinz Utcubamba zwischen der Marañón-Brücke und Bagua Grande zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Zivilisten – darunter zahlreichen Indígena, die die Straße im Protest gegen mehrere Legislativdekrete für mehrere Wochen besetzt hatten. 11 Polizisten und 10 Zivilisten kamen hier ums Leben. Bei einer anschließenden Racheaktion gegen Polizisten im Umfeld der Erdölpumpstation 6 (Estación Nº 6) wurden weitere 12 Polizisten getötet. Ein Polizist wird bis heute vermisst. Zahlreiche Meldungen über weitere Opfer wurden von der peruanischen Volksanwaltschaft Untersucht, konnten aber nicht bestätigt werden.

    Für den nun kommenden 4. und 5. Juni sind in Bagua zahlreiche Gedenkakte angesetzt, darunter eine Messe dort, wo alles seinen begann: Auf dem Straßenabschnitt rund um die Zahlstelle „Siempre Viva“ / Curva del Diablo der Fernando Belaúnde Terry-Straße nur wenige Kilometer vor Bagua Grande (Provinz Utcubamba).

    Hinweis zum Ort des Geschehens: Bagua, Bagua Grande, Utcubama, Baguazo, Region Amazonas

    Aufgrund sehr widersprüchlicher auf INFOAMAZONAS eingegangener Suchwörter hier ein paar Klarstellungen von Begriffen rund um die verschiedenen Baguas:

    • Bagua: Eine Provinz im Osten der Region Amazonas. Die Provinzhauptstadt ist Bagua, auch als Bagua Chica oder Bagua Capital bekannt. Die Provinz ging 1941 aus den Nachbarprovinzen Luya und Bongará hervor. 1984 wurde die Provinz Bagua in die Provinzen Bagua (Norden) und Utcubamba (Süden) aufgespalten. Im Nordwesten der Provinz leben Angehörige der Ethnien Awajún und Wampis.
    • Bagua Grande: Die bevölkerungsreichste und wohl kommerziell stärkste Stadt der Region Amazonas. Bagua Grande ist die Hauptstadt der Provinz Utcubamba.
    • Condorcanqui: Provinz im Norden der Region Amazonas. Neben Mestizen leben dort vorwiegend Angehörige der Ethnien Awajún und Wampis.
    • Utcubamba: Provinz, die 1984 aus dem Südteil der damaligen Provinz Bagua hervorging. Die Hauptstadt ist Bagua Grande. Sie wird von der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße durchzogen, auf der es im vergangenen Jahr zu den schweren Zusammenstößen kam.
    • Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße: Ehemals „Carretera Marginal de la Selva“, heute offiziell „Carretera Interoceanica del Norte“ (nördliche interozeanische Straße), verbindet die peruanische Küste über Olmos, Corral Quemado, Bagua Grande, Pedro Ruiz, Moyobamba und Tarapoto mit der Hafenstadt Yurimaguas, die über den Amazonas wiederum die Hauptverbindung nach Iquitos darstellt. Die Straße war in den Wochen vor dem 5. Juni vergangenen Jahres von Ureinwohnern besetzt gehalten worden.
    • Region Amazonas: Nicht zu verwechseln mit gleichnamigen Regionen in den Nachbarländern oder gar mit dem Amazonasgebiet als ganzem. Die Region Amazonas ist eine Verwaltungseinheit unterhalb der nationalen Ebene. Sie verfügt über einen Regionalpräsidenten, sowie 7 gewählte Regionalräte. Dazu kommen Regionaldirektionen der verschiedenen Ministerien auf nationaler Ebene
    • Baguazo: Begriff, der von peruanischen Medien für die Zusammenstöße am 5. Juni 2009 eingeführt wurde. Es handelt sich dabei um eine in Peru gebräuchliche Form zur Beschreibung von Krisen jeder Art. Dabei wird an einen Orts- oder Firmennamen die Endung „zo“ angehängt. Anderes Beispiel: Moqueguazo. Im peruanischen Boulevard wird die Endung häuig verwendet, um auf ein (vermeintlich) großes Objekt oder Geschehen hinzuweisen.