Schlagwort: Bagua Grande

  • Utcubamba / Amazonas: Spannungen vor „Baguazo“-Jahrestag

    Die Spannungen steigen vor dem ersten Jahrestag des blutigen „Baguazo“ am 5. Juni vergangenen Jahres, als mehr als 30 Personen im Umland von Bagua Grande ihr Leben bei der Räumung einer besetzten Straße, sowie einer anschließenden Racheaktion verloren, immer weiter an. Mehrere Organisationen habe angekündigt, rund um den Ort „Siempre Viva“ an der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße Gedenkveranstaltungen abzuhalten. Doch unter den verschiedenen Organisatoren herrscht bei weitem keine Einigkeit. So kritisiert unter anderem die Organisation „Frente de Defensa de Amazonas“, sowie die Vereinigung der Bürgerwehren der Provinz Utcubamba die angekündigte Teilnahme des Präsidenten der Region Amazonas, Oscar Altamirano Quispe.

    Gleichzeitig berichtet die Tageszeitung „El Comercio“, die Polizei in Bagua und Bagua Grande habe für den 5. Juni Verstärkung angefordert, da man eine erneute Besetzung der „Estación 6“ fürchte, wo im vergangenen Jahr 12 Polizisten ermordet worden waren. Gleichzeitig grassiert die Angst, dass mehrere Maschinengewehre, die damals toten Polizisten entwendet wurden, im Rahmen der Feierlichkeiten für Mordanschläge verwendet werden könnten.

    Die Indígena-Organisationen ORPIAN und AIDESEP haben einen friedlichen Verlauf der Gedenkfeiern angekündigt.

    Bei Siempre Viva wird es am 5. Juni eine Messe geben.

  • Alto Amazonas / Loreto: Radio Oriente bedroht

    Nach Radio La Voz in Bagua und Radio Horizonte in Chachapoyas sieht sich derzeit die Radiostation Radio Oriente unhaltbaren Vorwürfen ausgesetzt. Eduardo Geovanni Acate Coronel, Geschäftsführer des Radios des Vikariates Yurimaguas in der nordostperuanischen Region Loreto, wird Komplizenschaft in Verbrechen „gegen das Transportwesen, Kommunikation und andere öffentliche Dienstleistungen“ vorgeworfen. Konkret bedeutet das, Geovanni Acate habe im vergangenen Mai und in den ersten Junitagen die Teilnahme an Protesten gutgeheißen. Dessen Anwalt Roberto Pereira erklärte gegenüber dem Radiosenderverbund CNR, selbst wenn Acate diese Meinung geäußert haben sollte, könne er für seine Meinung nicht bestraft werden.

    Der ebenfalls angeklagte Vorsitzende der Lehrergewerkschaft von Alto Amazonas, Gorqui Vásquez Silva, erklärte inzwischen, vor Gericht habe man um allen Preis versucht, ihn dazu zu bringen, Geovanni Acate zu belasten.

    Auch in Alto Amazonas kam es bei den Protesten gegen mehrere Gesetzesdekrete im Mai/Juni 2009 zu Ausschreitungen.

    „Missionare aus Jaén“ verläumdet

    Auch die Jesuiten des Vikariates Jaén waren dieser Tage Opfer einer Verläumdungskampagne. In einer angeblichen Vorabversion des Untersuchungsberichtes über die tragischen Vorkommnisse um die nordperuanische Stadt Bagua am 5. Juni diesen Jahres werden „Missionare aus [dem Vikariat] Jaén“ beschuldigt, die „Gewalt anzuheizen“. Am prominentesten brachte das Thema die wirtschaftsnahe Tageszeitung „El Comercio“ am Dienstag – wo es die halbe Titelseite einnahm. Die Tageszeitung weißt zwar klein am oberen Rand darauf hin, dass es sich um eine Information aus einem „möglichen Vorabbericht“ handelt, aber „viele Leute werden es nur überfliegen und als Tatsache hinnehmen“, so Monseñor Santiago García, Bischof des Vikariates Jaén.

    Nach den Protesten um den 5. Juni 2009 wurde bereits Radio „La Voz“ in Bagua Grande geschlossen. Bereits am Abend des 5. Juni hatten Mitglieder der peruanischen Regierung erklärt, die Radiostation hätte zur Gewalt aufgerufen. Nachdem für eine solche Anschuldigung keine Beweise präsentiert werden konnten, wurden administrative Mängel vorgeschoben, um eine Schließung zu rechtfertigen. Auch bei Radio Horizonte, dem Radio der Diözese Chachapoyas waren angebliche administrative Mängel der offizielle Schließungsgrund. Ein gefährlicher Trend.

  • Bagua: Justiz rekonstruiert Zusammenstöße / offiziell weiterhin 33 Tote

    Am vergangenen Freitag wurde versucht, die schweren Zusammenstöße zwischen der Polizei und Indígena in der Nähe des nordperuanischen Bagua Grande (Provinz Utcubamba) zu rekonstruieren. Dafür fanden sich am Ort des Geschehens sowohl der Strafrichter Francisco Miranda Caramutti und die Staatsanwältin Olga Bobadilla Terán, als auch die Rechtsanwälte mehrerer der Tötung mehrerer Polizisten Angeklagter ein. Aus Angst vor neuerlichen Zusammenstößen wurde die Rekonstruktion von 60 Polizisten begleitet.
    Wie der Radiosenderverbund „CNR“ berichtet, begann die Rekonstruktion auf Höhe der Zahlstelle IIRSA Norte (Utcubamba) in Siempre Viva, von wo der bis heute verschollene Major der Nationalpolizei PNP Felipe Bazán Soles gemeinsam mit seiner Polizeieinheit aufbrach.

    Anschließend wurde der Weg bis zur Erhebung hinter der sog. „Teufelskurve“ („Curva del Diablo“) abgeschritten – die von Fernfahrern vor Jahren so getauft wurde, da sie sehr unübersichtlich ist, was häufig zu Unfällen führte. Hinter der Kurve waren am 5. Juni die Leichen von fünf Polizisten gefunden worden waren. Auch „El Reposo“ wurde besucht, wo die peruanische Polizei am 5. Juni über drei Stunden hinweg gegen Reservisten des peruanischen Militärs und die Bevölkerung von Bagua und Bagua Grande kämpfte – und wobei mindestens eine Person ums Leben kam und zahlreiche weitere verletzt wurden.  Gegen Ende wurden die Einrichtungen besucht, in die sich Indígena nach den Zusammenstößen geflüchtet hatten: den Gesundheitsposten El Milagro, wo rund 600 Indígenas untergekommen waren und das katholische Gemeindehaus in Bagua Grande, wo rund 800 Indígena bis zu sieben Tage verharrt hatten, bevor sie in ihre Dörfer zurückkehren konnten.

    Für die kommenden Tage ist nun die Rekonstruktion der der Kämpfe um das Komisariat Bagua Grande  und die Straßenpolizeistation Bagua Grande geplant. Letztere war am 5. Juni geplündert und abgebrannt worden.

    Währenddessen bleibt die offizielle Zahl der Toten gleich. Demnach kamen 5 Indígena ums Leben, sowie 5 Mestizen und 23 Polizisten. Ein Polizist, der Polizeimajor Felipe Bazán Soles, wird noch immer vermisst.

    Weitere Informationen im Bericht des “ COMMITTEE ON ELIMINATION OF RACIAL DISCRIMINATION“ der Vereinten Nationen auf

    http://www.unog.ch/unog/website/news_media.nsf/(httpNewsByYear_en)/9235FFBD3221E243C1257608002C72C5?OpenDocument

  • Geschützt: Zahl der Toten steigt

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  • Massenausbruch in Bagua Grande: 44 Gefangene flüchten

    Einen wahrhaft Filmreifen Gefängnisausbruch lieferten 44 Gefangene, darunter zahlreiche verurteilte Mörder, Wegelagerer und Räuber, am vergangenen Samstag im „San Humberto“-Gefängnis von Bagua Grande (Prov. Utcubamba). Nach Angaben eines Lokalsenders befanden sich zur Zeit des Ausbruchs nur 4 Polizisten im Gefängnis um weit über 100 Gefangene zu bewachen. Demnach konnten die Gefangenen drei Wärter überwältigen. In deren Uniformen überwältigten sie den vierten Wärter, dem sie zudem sein AKM abnahmen. Auf dem Weg durch die Stadt bedrohten sie Passanten mit der Waffe. Inzwischen konnten mindestens 18 flüchtige eingefangen werden. In Bagua Grande herrscht derweil Angst vor Verbrechen, die von den Ausbrechern verübt werden könnten.

  • Razzia im Gefängnis von Bagua Grande: 12 Messer…und 20 Liter Chicha

    Bei einer Razzia im „San Humberto“-Gefängnis von Bagua Grande wurden heute Morgen mehrere Stichwaffen gefunden. Zudem konnten mehrere Mobiltelefone und Ladegeräte beschlagnahmt werden. Auch zwei Päckchen Marihuana wurden gefunden. Der Fund, der aber wohl am schwierigsten erklärt werden kann, ist der Eimer, der mit 20 Litern Chicha (Maisbier) gefüllt war. Die Polizei hat ihn jedenfalls auch mitgenommen, wie José Antonio Aguilar, Pressesprecher der Polizei in Amazonas erklärt. Was danach damit geschehen ist, ist nicht bekannt.

  • Bandenkrieg im Knast von Bagua Grande

    Bei einer Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Banden im Gefängnis von Bagua Grande (Provinz Utcubamba / Region Amazonas) kamen gestern 3 Personen ums Leben. 3 weitere wurden teils schwer verletzt. Einer der Toten war Domingo Colunche Barbosa, ein brutaler Straßenräuber, der unter dem Sitznamen „Rambo“ wiederholt Autos überfallen hatte. Wie andere Gefangene des „San Humberto“-Gefängnisses gegenüber dem Lokalsender „La Voz“ erklärten, hatte Domingo Colunche bereits seit längerem andere Häftlinge terrorisiert, weswegen diese entschieden, ihn aus dem Weg zu räumen.

    Wie der Radiosenderverbund „CNR“ berichtet, ist das Gefängnis von Bagua Grande für 90 Insaßen ausgerüstet, beherbergt derzeit aber rund 300. Zudem kritisiert der Kongressabgeordnete Maslucan, in dem Gefängnis seinen, obwohl es sich um ein Gefängnis ausschließlich für Untersuchungshäftlinge handle, mehr als 100 verurteilte Straftäter eingesperrt. Besondere Brisanz hat der Fall auch deshalb, weil laut Informationen von Radio La Voz bei der Auseinandersetzung nicht nur Stich-, sondern auch Schusswaffen verwendet worden waren.

  • Utcubambas neuer Held: Edgardo Sandoval Torres

    Der Utcubamba-Fluss in der peruanischen Region Amazonas hat heute erneut seine gefährliche Seite gezeigt. Die 10jährige Zoila aus Bagua Grande (Prov. Utcubamba) war mit mehreren Freunden bei der „Cajaruro“-Brücke, die Bagua Grande mit Cajaruro verbindet, im Utcubamba schwimmen, als die Strömung sie mitriss und in einem Strudel hinabzog. Während ihre Freunde am Ufer ratlos und erschrocken schrien, sprang der Polizist Edgardo Sandoval Torres, der zufällig in der Nähe Streife lief, selbstlos in den reißenden Fluss und zog das Kind, das inzwischen unter Wasser gedrückt worden war, ans Ufer. Das Kind, inzwischen wieder wohlauf, wurde sofort in das Krankenhaus von Bagua Grande gebracht. Edgardo Sandoval Torres sagte gegenüber einem Lokaljournalisten – wie es sich für einen richtigen Helden gehört – er habe nur seine Pflicht getan und würde es jederzeit wieder  tun. Zudem habe die Polizei schließlich für die Menschen in iher Umgebung da zu sein. Gefeiert wird er trotzdem. Verdient hat ers.

  • Polizei vereitelt Massenausbruch im Gefängnis von Bagua Grande

    Bei einer genauen Untersuchung des Gefängnisses San Humberto in Bagua Grande (Utcubamba) hat die Nationalpolizei am gestrigen Dienstag an mehreren Stellen beinahe durchstoßene Wände gefunden. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA. Nach ersten Untersuchungen hatten einige Insaßen mit noch unbekannten Werkzeugen versucht, mehrere Löcher in die Außenwand des Gefängnisses zu graben. Um die Löcher zu tarnen, waren sie provisorisch mit rotem Lehm vom Boden des Gefängnishofes ausgefüllt worden. 4 Verdächtige wurden inzwischen in das Hochsicherheitsgefängnis Huancas bei Chachapoyas verlegt.
    Derzeit sitzen rund 160 Häftlinge im Gefängnis von Bagua Grande ein.