• Peru: Außenministerium prüft Einführung von Gebühren für Touristen-Visa

    Manuel Talavera, Generaldirektor für peruanische Communities im Ausland. Foto: Héctor Vinces / ANDINA.
    Manuel Talavera, Generaldirektor für peruanische Communities im Ausland. Foto: Héctor Vinces / ANDINA.

    Bislang bekommen Touristen aus Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Kanada und den USA bei der Einreise nach Peru automatisch ein kostenloses Touristenvisum für einen Aufenthalt von bis zu drei Monaten. Sollte das peruanische Außenministerium allerdings aktuelle Pläne umsetzen, könnte es damit bald vorbei sein. Denn: Die Einführung von Gebühren für Touristen-Visa würde nach Schätzungen des Generaldirektors für peruanische Communities im Ausland, Manuel Talavera, pro Monat rund eine Million US-$ in die Kassen des Ministeriums spülen, die dieses gerne für den Ausbau der konsularischen Betreuung der Auslandsperuaner nutzen würde. Als Vorbild nennt Talavera dabei „andere südamerikanische Länder“, die ein solches System bereits erfolgreich einsetzten.

    Verband der Tourismusunternehmer warnt

    Der Vorsitzende des peruanischen Verbandes der Tourismusunternehmer (CANATUR), Carlos Canales, sprach in einer ersten Reaktion von einem „unangebrachten“ Vorschlag des Außenministeriums, der das weitere Wachstum des Tourismus-Sektors „verhindern“ würde. Insbesondere Reisewillige aus Asien und Europa würden abgeschreckt, da von dort allein die Anreise schon bis zu 3.000 US-$ koste, durch die Erhebung einer Visagebühr werde das Reiseziel teurer und auch die zusätzliche Bürokratie würde Peru als Reiseland unattraktiver machen, so Canales. Gegen die Erhöhung der Visagebühr für Geschäftsreisende auf 500 US-$ habe CANATUR allerdings nichts einzuwenden, da diese normalerweise sowieso das jeweilige Unternehmen übernehme.

    Bereits jetzt Visa-Gebühren für 99 Staaten

    Für die Einführung von Gebühren auf Visa für Touristen bräuchte das Außenministerium dabei nicht einmal die Unterstützung des Parlamentes. Der Grund: Bereits jetzt müssen Reisewillige aus 99 Staaten – darunter den meisten afrikanischen, sowie der Dominikanische Republik und Haiti – eine Gebühr entrichten. Es würde also keine neue Beschränkung eingeführt, vielmehr würden Ausnahmen zurückgenommen, so Generaldirektor Talavera. Dahinter steht das Prinzip der Reziprozität (Gegenseitigkeit), das sich in Fragen der Visa-Vergabe in Südamerika allmählich durchsetzt. So sollen Personen aus einem Land, das von Peruanern zur Einreise Visagebühren verlangt, bei der Einreise nach Peru ebenfalls zur Kasse gebeten werden. Auf diese Weise wird es beispielsweise von Brasilien und in einigen Fällen auch von Chile gehandhabt.

    30 US-$?

    Welche Gebührenhöhe das Außenministerium derzeit plant, ist noch unbekannt. Manuel Talavera erklärte allerdings gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA, das Ministerium gehe davon aus, dass „wegen 30 US-$ niemand auf eine Peru-Reise verzichten“ werde.

  • Cusco: Mutmaßlicher Polizisten-Leichnam gefunden, Innenminister in der Bredouille

    INFOAMAZONAS Peru-Nachrichten, Neuigkeiten aus PeruNach kurzer Suche hat der Vater eines in der Region Cusco bei einer versuchten Geiselbefreiung verschollenen Polizisten dessen mutmaßlichen Leichnam gefunden – und damit Innenminister Daniel Lozada in Schwierigkeiten gebracht. Denn der Minister hatte vor einigen Tagen die Eltern des Polizisten aufgefordert, von eigenen Suchaktionen abzusehen und „die Suche Personen mit entsprechender Ausbildung“ zu überlassen und versprochen, die Polizei werde alles menschenmögliche tun, um die Suche voranzutreiben. Inzwischen bestätigte auch die Polizei, dass der Vater des verstorbenen César Antonio Vilca dessen Leichnam mit Hilfe zweier Ortskundiger aufgespürt und im Kofferraum eines Autos zur Polizeistation von Kiteni (Distrikt Echarate / Provinz La Convención) transportiert hat.

    Die entscheidenden Hinweise auf den Fundort waren offenbar von dem vor wenigen Tagen aufgetauchten Polizisten Luis Astuquillca gekommen, der am 12. April gemeinsam mit César Vilca nur knapp einem Angriff von Terroristen entkommen war. Dieser war 17 Tage nach dem Angriff zu Fuß nach Kiteni gekommen und wird derzeit noch medizinisch versorgt.

    Nach peruanischen Medienberichten befand sich der nun gefundene Leichnam nur wenige hundert Meter von der Stelle entfernt, an der der Hubschrauber abgeschossen worden war, der die beiden Polizisten zur Suche von entführten Mitarbeitern des Camisea-Erdgasförderprojektes in die Provinz La Convención gebracht hatte. Bei dem Angriff auf den Helikopter war auch die Pilotin getötet worden. Die Polizei hatte an dieser Stelle offensichtlich aus Angst vor weiteren Angriffen der Terrororganisation Sendero Luminoso noch nicht gesucht. Bei der Suche nach den verschollenen Polizisten wurden zwei Polizisten, sowie ein Angehöriger der peruanischen Streitkräfte durch Sprengfallen getötet.

    Die Fundstelle liegt offenbar rund 2 Auto-, sowie anschließende 8 Gehstunden von Kiteni entfernt. Wegen des fortgeschrittenen Verwesungsprozesses nahm der Vater des Toten die Identifizierung anhand der Gegenstände vor, die dieser bei sich trug. Nach der offiziellen Identifizierung soll der Leichnam in die Hauptstadt Lima überführt und dort beigesetzt werden.

    Klarstellung: Geographisch nicht im VRAE
    Obwohl die Angriffe und Entführungen von dem – wegen ihrem bisherigen Hauptaktionsgebiet – als „VRAE-Fraktion“ bekannten Flügel Terrororganisation Sendero Luminoso (SL) durchgeführt wurden, fanden viele der beschriebenen Ereignisse nicht in dem Gebiet statt, das man geographisch als „Tal des Apurímac und Éne“ (wegen seiner Anfangsbuchstaben auf Spanisch: VRAE) kennt. Allerdings beschränkt die genannte SL-VRAE-Fraktion ihre Aktionen nicht mehr auf das Tal des Flusses Apurímac, der Flussabwärts zum Fluss „Ene“ wird. Da aber für den Kampf gegen jene Organisation die spezialisierten VRAE Polizei- und Militäreinheiten zuständig sind, kommt es hier häufig – und leider auch bei INFOAMAZONAS – zu Verwechslungen, die wir zu entschuldigen bitten.

  • Limas Kleinbusse bald ohne Cumbia und Routenschreier?

    Combi Kleinbus in Lima. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Vorstellbar ohne Cumbia? Kleinbus in Lima. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Im Nahverkehrswesen der peruanischen Hauptstadt Lima bahnt sich nach dem Betriebsbeginn der Metro Lima und dem Schnellbussystem „Metropolitano“ eine weitere Revolution an. Ein Beschluss des Metropolitanrates sieht vor, dass ab Juli in den als „Combi“ und „Micro“ bekannten Kleinbussen künftig weder laute Musik, noch der Fernseher laufen dürfen – weil das den Fahrer ablenken könnte. Zudem wird den Kassierern, die neben dem Kassieren vor allem für das laute Schreien der Fahrtroute zuständig sind, eben jenes Schreien für die Zukunft untersagt. Auch das Zusteigen von Händlern, die in den Bussen Geschäfte treiben wollen, wird untersagt. Busfahrer dürfen zudem höchstens fünf Stunden am Stück fahren, bei maximal zwei Schichten pro Tag. Weiters muss jedes Fahrzeug mit einem GPS-Ortungsgerät ausgestattet werden.

    Sollte eine dieser Regeln nicht beachtet werden, drohen hohe Geldstrafen, die – und auch das ist neu – bei Nichtbegleichung auf das Fuhrunternehmen übergehen. Damit wird ein weiteres Problem angegangen: Oftmals ist ein Buspassagier bislang gleichzeitig Kunde verschiedenster verschachtelter Subunternehmen. So gehört meist einem Unternehmen die Route, einem anderen das Fahrzeug, ein Unternehmen mietet Route und Fahrzeug und vermietet beides wiederum einem Busfahrer, der dann noch den Kassierer und Routenschreier beschäftigt. Dadurch blieb das Risiko größtenteils beim Busfahrer, während die anderen Unternehmen ihre Fahrzeuge häufig schlecht warteten.

    Kleinbusse und Autos in der peruanischen Hauptstadt. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Kleinbusse und Auto in der peruanischen Hauptstadt. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Während von den Fahrgastorganisationen viel Beifall kommt, sind beispielsweise die Kassierer nicht glücklich mit der Reform. Sie fürchten, sie könnten dadurch weitgehend überflüssig werden. Joaquín Vásquez, der die Stadt Lima in Verkehrsfragen berät, erwartet aber eher das Gegenteil. So übernehme der Kassierer in Zukunft zwar eine passivere, aber noch wichtigere Aufgabe: Die Fahrgäste bei Fragen zu Routen, Haltestellen und Preisen zu beraten. Auch die meisten Nahverkehrsunternehmen unterstützen die Reform, einige ihrer Dachverbände haben an deren Ausgestaltung mitgearbeitet.

    Die Busrouten selbst sollen in Zukunft für jeweils 10 Jahre vergeben werden. Ein erster Vergabeprozess ist für Ende 2012 geplant.

  • Veranstaltung mit Mitarbeitern des IDL (Lima) am 8. Mai in Berlin

    Am kommenden 8. Mai findet, organisiert von „Brot für die Welt“, in der Hauptstadt ein Vortrag mit dem Titel „Zerstörte Natur, diskriminierte Bevölkerung“ statt, zu dem unter anderem Ernesto de la Jara und David Lovatón (beide IDL, Lima) anwesend sein werden.

    Weitere Informationen finden Sie bei der Infostelle Peru:
    http://www.infostelle-peru.de/isp/index.php/de/veranstaltungen/186-8–mai-berlin-qzerstoerte-natur-diskriminierte-bevoelkerung

  • Peru am Tag der Arbeit: Präsident Humala kündigt weitere Mindestlohn-Erhöhung an

    Ollanta Humala Tasso. Foto: ANDINA.
    Ollanta Humala Tasso. Foto: ANDINA.

    In einer Fernsehansprache zum Tag der Arbeit hat der peruanische Präsident Ollanta Humala die Erhöhung des Mindestlohns um weitere 75 Nuevos Soles angekündigt. Einen genauen Termin für die konkrete Umsetzung nannte er allerdings nicht. Bereits im vergangenen Jahr war der Mindestlohn erhöht worden, damals von 600 auf 675 Nuevos Soles. Mit den angekündigten weiteren 75 Nuevos Soles wären es dann insgesamt 750. Die Erhöhung des Mindestlohns war eines der zentralen Wahlversprechen des peruanischen Präsidenten gewesen. Im März hatte Arbeitsminister José Villena allerdings noch erklärt, der Mindestlohn werde erhöht, die Summe von 75 Nuevos Soles könne er allerdings nicht garantieren.

    Zudem sagte Humala in seiner Ansprache der Kinderarbeit den Kampf an. Es sei eines der Ziele seiner Regierung, die Kinderarbeit auszurotten, so Humala. Deshalb werde man, erklärte der peruanische Präsident, eine nationale Strategie gegen die Kinderarbeit entwerfen, damit künftig alle öffentlichen und privaten Organisationen an einem Strang ziehen. Damit wolle man Kinder vor gefährlichen Arbeiten schützen und auch in ungefährlicheren Arbeitsfeldern den Anteil der unter-14-jährigen zurück drängen.

    Gewerkschaften kritisieren Humala-Ansprache
    Einige der großen peruanischen Gewerkschaften, die Humala bei dessen Wahl unterstützt hatten, kritisierten dessen Fernsehansprache. So fehlte Mario Huamán, Generalsekretär des Gewerkschaftsdachverbandes CGTP, in der Rede des Präsidenten das Thema „Arbeitssicherheit“. Zudem forderte er, mehr Arbeitsinspektoren einzustellen und eine eigene Behörde für die Kontrolle der Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz zu gründen.

    Auch sein Vize, Juan José Gorrito, nahm kein Blatt vor den Mund. Die Humala-Regierung habe das „selbe Ausbeutungssystem“ beibehalten, das aus der Fujimori-Zeit komme, so Gorrito. Damit sprach er vor allem das Problem an, dass lediglich ein kleiner Teil der peruanischen Arbeiterschaft über eine feste Anstellung verfügt, während ein Großteil über unsichere Dienstleistungsverträge ausgelagert ist.

  • Utcubamba / Amazonas: Erdrutsch bei Jamalca zerstört Häuser und Straßen

    Bei durch die starken Regenfälle der vergangenen Wochen ausgelösten Erdrutschen wurden im Distrikt Jamalca (Provinz Utcubamba / Region Amazonas) 25 Häuser zerstört, sowie schwere Schäden an mehreren Straßen angerichtet. Wie der Zivilschutz Amazonas berichtet, kam es zuvor zu Überschwemmungen, nachdem der Olom-Bach über die Ufer getreten war und die Straße nach Guayacán unpassierbar gemacht hatte. Wie Radio Horizonte aus Chachapoyas berichtet, wurde dabei offenbar auch ein Lastwagen von der Straße gedrückt, Personen kamen dabei glücklicherweise nicht zu Schaden. Auch die Straße zur Ortschaft Pirurco ist wegen kleinerer Erdrutsche derzeit unbefahrbar.

    Der Distrikt Jamalca schreibt inzwischen eine lange, traurige Geschichte tragischer Erdrutsche. So war vor wenigen Jahren das Dorf „Aserradero“ an der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße (IIRSA Norte) nach einem Erdrutsch fast vollständig in den Fluten des Utcubamba-Flusses verschwunden. Die Bewohner von „Aserradero“ wurden in Folge mehrmals umgesiedelt – und wurden wieder Opfer von Erdrutschen. Auch das IIRSA Norte-Konsortium, das die Fernstraße betreibt, die die nordostperuanischen Urwaldregionen mit der Küste verbindet, musste nun schon drei Mal den Straßenabschnitt auf Höhe des verlassenen „Aserradero“ neu bauen. Immer war die Straße wieder abgerutscht. Auch in diesem Jahr kam es nicht nur dort, sondern auch an der ebenfalls gefährdeten Stelle „El Salao“ zu neuen Erdrutschen, weswegen die Straße derzeit nur eingeschränkt befahrbar ist.

    Neben IIRSA Norte entsandte nun auch die Regionalregierung Amazonas schweres Gerät nach Jamalca, um die Aufräumarbeiten voranzutreiben. Gegenüber Radio „La Voz“ aus Bagua Grande beschwerten sich allerdings Anwohner, die Hilfe laufe viel zu langsam an.

    Probleme auch in Rodriguez de Mendoza

    Auch in der Provinz Rodriguez de Mendoza kam es wegen der starken Regenfälle zu Problemen. So war die Straße San Nicolas – Huambo vorrübergehend unpassierbar, im Distrikt Limabamba wurde eine Fußgängerbrücke schwer beschädigt. Im Distrikt Longar wurden mehrere Wohnhäuser Opfer der Fluten.

  • Marco Aranas „Tierra y Libertad“ heißt jetzt „Tierra y Dignidad“ und wird Partei

    Marco Arana. Bild: Facebook-Profil Marco Arana
    Marco Arana. Bild: Facebook-Profil Marco Arana

    Die von dem peruanischen Umweltaktivisten und suspendierten Priester Marco Arana Zegarra gegründete politische Bewegung „Tierra y Libertad“ hat ihren Weg ins Parteienregister geschafft – und sich gleichzeitig umbenannt. So heißt die Partei nun „Tierra y Dignidad“. Mit der Namensänderung sollen Verwechslungen mit drei weiteren politischen Bewegungen verhindert werden, die ebenfalls den Namen „Tierra y Libertad“ tragen. Arana, einer der Mitinitiatoren der Proteste gegen das Bergbauprojekt Conga in der nordperuanischen Andenregion Cajamarca, ist bei der Wahlbehörde ONPE auch als politisch Vertretungsberechtigter eingetragen. Für die Registrierung als Partei hatte „Tierra y Dignidad“ 164.668 gültige Unterschriften von Unterstützerinnen und Unterstützern vorgelegt – und kam damit nur knapp über die notwendigen 164.664 Unterschriften. Insgesamt waren bei der Wahlbehörde zur Unterstützung der Parteigründung 340.901 Unterschriften eingegangen. Ein Abgleich der Unterschriften mit Daten des Personenstandsregisters ergab jedoch, dass fast die Hälfte der Unterschriften ungültig war. Das ist bei Parteigründungsprozessen in Peru allerdings kein ungewöhnlicher Wert.

    Bereits vor der Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr war Marco Arana als Kandidat gehandelt worden, erhielt aber von Parteien ähnlicher politischer Richtung nur geringe Unterstützung.

  • VRAE / Peru: Zwei Polizisten und ein Soldat durch Terroristen-Sprengfalle getötet

    Auf der Suche nach zwei verschollenen Polizisten sind gestern in den Tälern der Flüsse Apurímac und Éne (kurz: VRAE) zwei Polizisten, sowie ein Soldat durch eine mutmaßlich von Sendero Luminoso-Terroristen angebrachte Sprengfalle getötet worden. Das berichtet die Tageszeitung „El Comercio“ aus Lima. Die beiden verschollenen Polizisten verschwanden am vergangenen 12. April, als ihr Hubschrauber, mit dem sie an der Suche nach rund 40 entführten Mitarbeitern eines Erdgasförderprojektes unterwegs waren, angeschossen wurde. Mehrere Polizei- und Militäreinheiten sind bis heute auf der Suche nach ihnen, bislang allerdings ohne Erfolg.

    Die Sendero Luminoso-Fraktion im VRAE ist bekannt für die Konstruktion heimtückischer Sprengfallen und selbstgebauter Anti-Personen-Minen. Der getötete Soldat war eigentlich Spezialist im Umgang mit dieser Art Sprengkörpern: Er war Teil einer Minenräumeinheit des peruanischen Militärs. Das Unglück ereignete sich offenbar in der Umgebung von Alto Lagunas im Distrikt Vilcabamba (Provinz La Convención / Region Cusco).

    Nachtrag 30.04.2012: Einer der verschollenen Polizisten aufgetaucht

    Wie das peruanische Innenministerium in einer Pressemitteilung bekannt gab, wurde gestern (Sonntag, 29.04.) einer der beiden bei der Suche nach den Geiseln verschollenen Polizisten gefunden. Er soll von der lokalen Bevölkerung gestern nach Kiteni (Distrikt Echarate / Provinz La Convención / Region Cusco) gebracht worden sein. Von seinem Kollegen, der ebenfalls seit einem Sendero-Angriff auf einen Helikopter verschwunden ist, fehlt weiter jede Spur.

  • Peru: Mindestens 21 Bürgermeistern droht die Abwahl / Huancas mit dabei

    Werbung der Wahlbehörde ONPE. Foto: ONPE.
    Werbung der Wahlbehörde ONPE. Foto: ONPE.

    Noch bis zum 15 Mai dürfen Unterlagen eingereicht werden, damit der Bürgermeister oder seine Räte sich der Abwahl am 30. September stellen müssen – in 23 Fällen steht die Durchführung des Abwahlprozesses bereits fest. Das bedeutet, mindestens eine Person aus dem entsprechenden Ort hat bei der peruanischen Wahlbehörde ONPE entsprechende Unterlagen erworben und die notwendigen Unterschriften gesammelt. Spitzenreiter ist die Region Lima Provincias, wo der Urnengang am 30. September bereits in 5 Distrikten feststeht: Cerro Azúl, Chilca, San Juan de Iris, Hongos und Pacarán. An zweiter Stelle liegen gleichauf die Regionen Áncash und Huancavelíca, wo in Macate, Tauca, Huacllan und La Pampa, beziehungsweise in  Huamatambo, Capillas, Tantara und Huachocolpa über den Verbleib des Bürgermeisters abgestimmt wird. In der nordostperuanischen Regenwaldregion Loreto wird es in Cahuapanas, Padre Márquez und Urarinas zu Abwahlprozessen kommen, in Arequipa in Ayo und Yauca, sowie in La Libertad in Condormarca und Santiago de Challas.

    In Amazonas, Ayacucho und San Martín steht bislang jeweils für einen Distrikt die Durchführung des Urnengangs fest, nämlich für Huancas, Corculla und Shapaja. Vielerorts werden noch fleissig Unterschriften gesammelt, so auch in der Hauptstadt Lima. Nach mehreren Skandalen um die Abwahl-Betreiber ist es inzwischen aber eher unwahrscheinlich, dass dort notwendigen 400.000 Unterschriften noch erreicht werden können. Überhaupt zeigt ein Blick auf die Einwohnerzahlen der Distrikte, in denen der Abwahlprozess schon fest steht eine Eindeutige Tendenz: Der bevölkerungsreichste der erwähnten Distrikte ist Chilca in Lima Provincias – mit 9.376 Wahlberechtigten. Der kleinste ist Ayo, mit 290, Corculla mit 304, Hongos mit 333, sowie Huancas mit 381 Wahlberechtigten.

    Pro Amtszeit Abwahl nur einmal möglich

    Die Initiatoren der bereits jetzt feststehenden 23 Abwahlprozesse hoffen auf die Abwahl von 21 Bürgermeistern und 97 Ratsherren und -damen. Dafür haben sie Unterschriften von mindestens 25% aller Wahlberechtigten, höchstens aber 400.000, in ihrem Distrikt gesammelt. Diese Unterschriften werden dann mit den Daten des peruanischen Personenstandsregisters RENIEC abgeglichen. Während der vierjährigen Amtszeit von Bürgermeistern, Ratsmitgliedern und Regionalpräsidenten ist lediglich ein Abwahltermin möglich, im zweiten oder im dritten Jahr. Das erste und das vierte Jahr, sowie einen zweiten Abwahltermin schließt das Wahlgesetz ausdrücklich aus.

    Ursprünglich als Methode zur besseren Kontrolle der kommunalen und regionalen Verwaltung gedacht, hat sich die Möglichkeit der Abwahl inzwischen zu einem sehr häufig angewandten Mittel der Opposition gewandelt, die oft bereits kurz nach der verlorenen regulären Wahl ihre Kampagne zur Abwahl startet.

  • Überschwemmungen in Loreto: Zwangsferien für fast 90.000 Schüler

    Klassenzimmer unter Wasser. Foto: INDECI.
    Klassenzimmer unter Wasser. Foto: INDECI.

    Die Lage in der nordostperuanischen Regenwaldregion Loreto ist weiter angespannt: 51.991 Wohnhäuser wurden durch die Überschwemmungen der Regenzeit 2012 allein in dieser Region beschädigt, mehr als 200 davon zerstört. Bereits seit vergangenem November leiden Teile Loretos wegen der außergewöhnlich starken Regenfälle unter gewaltigen Wassermassen. Mehrmals stellten allein in diesem Jahr die Pegelstände mehrerer Flüsse, darunter des Amazonas, neue Rekorde auf. Insgesamt 174.678 Personen sind nach Informationen des peruanischen Zivilschutzes davon direkt betroffen, beispielsweise indem ihre Wohnhäuser in den in den Fluten versanken, oder sie sich mit wegen der Feuchtigkeit auftretende Krankheiten infizierten.

    Am stärksten trifft es aber wohl die 87.000 Schülerinnen und Schüler von 1.652 Schulen, die derzeit zwangsweise Ferien haben. Der Grund: 1.604 Schulgebäude wurden durch das Hochwasser teilweise oder ganz zerstört, 48 weitere dienen teils seit Monaten als Notunterkunft für Familien, deren Wohnhäuser beschädigt oder zerstört wurden.

    Inzwischen beginnt sich der Wasserstand zu stabilisieren, für die kommenden Wochen erwartet der peruanische Wetterdienst SENAMHI einen langsamen Rückgang des Wasserspiegels. Die regionale Bildungsbehörde, bislang weitgehend mit dem Problem allein gelassen, begann deshalb gestern, gemeinsam mit NGOs, Unternehmen und der katholischen Kirche einen Plan auszuarbeiten, wie der Unterricht – wo möglich – zum 14 Mai wieder aufgenommen werden kann. Dazu soll, so die Regionaldirektion für Bildung Loreto, unter anderem auch ein Notfalllehrplan erstellt werden, damit der für dieses Schuljahr vorgesehene Stoff zumindest teilweise durchgenommen werden kann.

    Inzwischen kündigte auch das Bildungsministerium aus der Hauptstadt Lima Unterstützung an. Man werde technische und finanzielle Unterstützung bereitstellen, um die Infrastruktur, das Schulmobiliar, sowie die Lehrmaterialien möglichst bald wieder Nutzbar zu machen, so der Vizebildungsminister Fernando Bolaños Galdos gestern beim Besuch einer der betroffenen Schulen. Bis die vielen Schulgebäude, die sich zu einem großen Teil bereits vor dem Hochwasser in einer präken Situation befanden, neu gebaut oder renoviert sind, werden nun Räumlichkeiten gesucht, in denen der Schulbetrieb vorrübergehend fortgesetzt werden kann. Das soll in Gemeindezentren, städtischen Veranstaltungsräumen, privaten und kirchlichen Schulen geschehen.

    Insgesamt betrifft das Hochwasser jeden vierten der 354.744 Schülerinnen und Schüler der Region Loreto, die derzeit in eine der 4.337 privaten und öffentlichen Schulen gehen. Am stärksten Betroffen sind die Provinzen Ucayali und Requena, wo 147, beziehungsweise 115 Schulen zerstört wurden.

    Hinweis: Aufgrund der vielen Nachfragen finden Sie hier eine kurze Anleitung, wo sie aktuelle Pegelstände des Amazonas und anderer peruanischer Flüsse finden.