• Irakische Tonscherben gehen zurück

    Mehrere Tonscherben aus dem Irak, die im vergangenen Jahr am Flughafen „Jorge Chávez“ in Lima konfisziert worden waren, werden nun an das Land zurückgegeben. Das gab heute das Nationale Kulturinstitut INC bekannt. Skrupellose Kunstschmuggler hatten versucht, die mit Schriftzeichen und kleinen Zeichnungen verzierten Scherben über Peru in die USA einzuschmuggeln. Für die Übergabe war der Chef der irakischen Altertümerverwaltung, Amira Edan Halihal, extra nach Lima gekommen. Nah Angaben des INC stammen die Tonstücke aus dem Beginn des 2. Jahrtausend vor Christus.

    Anfang vergangenen Jahres waren die Tonscherben den Kontrolleuren des INC am Flughafen Jorge Chávez in Lima aufgefallen, die darauf hin über eine Anfrage an Interpol deren Ursprung ausmachen konnten.

  • Radio Activa startet Amazonas-weite Nachrichtensendung

    Der Lokalsender Radio Activa, der im Moment hauptsächlich im Stadtgebiet von Chachapoyas und in einigen Ortschaften im direkten Umfeld sendet, startet am kommenden Montag eine Nachrichtensendung, die von insgesamt 5 anderen Lokalsendern in verschiedenen Provinzen der Region Amazonas simultan ausgestrahlt werden.  Für die “ Red Informativa Regional,“ genannte Sendung, die von Montag bis Freitag von 13 bis 14 Uhr Ortszeit laufen wird, hat sich ein Netz von Korrespondenten zusammengefunden, das zumindest alle Provinzhauptstädte der Region Amazonas abgeckt. Neben Nachrichten sollen dabei auch Kommentare Teil der Sendung werden.

    Ausstrahlen werden die Sendung:

    Studio Paxss  (Mendoza),  Stereo 99 (Utcubamba), Radio Fuego (Bagua), Radio Nieva (Condorcanqui) und Radio Activa (Chachapoyas, Luya).

  • Mind. 2 Polizisten bei Räumung des "Pómac"-Schutzgebietes getötet

    Die peruanische Polizei hat den größten Teil des Schutzgebietes „Bosques de Pómac“ bei Chiclayo geräumt. Viele der noch verbleibenden Siedler, die sich teils schon vor 10 oder mehr Jahren dort gesiedelt hatten, wurden von den Sicherheitskräften abtransportiert. Dabei kamen mindestens 2 Polizisten ums Leben, 8 weitere wurden schwer verletzt. Der Radioverbund „CNR“ berichtet sogar von 3 Toten. Die Siedler wehrten sich mit Macheten, Pistolen, Molotivcoctails und Gewehren gegen die Polizei. Neben den genannten Waffen fand die Polizei in den Siedlungen auch Munition für Maschinengewehre, sowie mehrere versteckte Sprengfallen. 22 Siedler wurden festgenommen. Wie das peruanische Innenministerium ursprünglich mitteilte, trugen die Polizisten keine Waffen, verfügten aber über Tränengas. Nach aufkommender Kritik an der schlechten Vorbereitung der Räumung hat das Ministerium inzwischen aber seine Meinung geändert. So habe es doch 50 bewaffnete Polizeibeamte gegeben. Nach Angaben von Carlos Elera Arévalo, dem Direktor des „Sicán“-Museums in dessen Einflussbereich das Schutzgebiet gehört, erklärte gegenüber „ANDINA“, die Ausrüstung der Siedler habe sich gezeigt, dass es sich nicht um arme Bauern ohne Land handle, sondern um gefährliche Gewalttäter mit Waffen.

    Erste Kritik an der Planung

    Inzwischen mehrt sich auch die Kritik an der Planung der Siedlungsräumung. Wie die Tageszeitung „La Republica“ meldet, war die Polizei bereits Tage vor der Räumung über die Existenz einer bewaffneten Söldnertruppe informiert, die von einem Kriminellen angeheuert worden sein soll, der mit Land handelt, das ihm nicht gehört. Zudem sei die Logistik und Verpflegung der Sicherheitskräfte unzureichend geplant gewesen. So habe, so La Republica, nicht einmal die Verpflegung der Polizisten funktioniert.

    Inzwischen sind schwere Maschinen in der Siedlung eingetroffen, um viele der noch verbiebenen Häuser abzureißen. Zudem werden weiterhin Polizisten in der Nähe verbleiben, um eine Rückkehr der Siedler in die bereits geräumten Gebiete zu verhindern. Noch immer sollen sich noch mehrere Tausend Personen dort aufhalten. Gleichzeitig erklärten lokale Autoritäten, in den bereitgestellten Notunterkünften für Obdachlose Siedler hätten sich bisher höchstens „15, 16“ Siedler eingefunden.

    Die Räumung der Siedlungen innerhalb des Schutzgebietes waren Ende vergangenen Jahres auf Antrag des Landwirtschaftsministeriums vom peruanischen Höchstgericht angeordnet und vom Umweltministerium unterstützt worden. Insgesamt waren 1.350 Polizisten an der Aktion beteiligt. Sie hatte Dienstag Mittag begonnen.

  • Finanzminister Valdivieso überraschend zurückgetreten

    Der peruanische Wirtschafts- und Finanztminister Luis Valdivieso ist heute überraschend zurückgetreten. Das berichtet der Nachrichtensender RPP. Die Gründe für den Rücktritt sind noch nicht bekannt. Valdivieso war für 7 Monate im Amt gewesen und hatte unter anderem den APEC-Gipfel der Pazifikanrainerstaaten mitorganisiert.Zudem war er maßgeblich am Aushandeln des TLC-Freihandelsvertrages zwischen Peru und den USA beteiligt.

    Sein Nachfolger wird sein Vorgänger Luis Carranza, der noch heute vereidigt werden soll.

  • Wo Umweltschutz, Denkmalschutz und Menschenwürde kollidieren

    Die Region Lambayeque hat seine größten Krankenhäuser in Alarmbereitschaft versetzt. Ärzte und Sanitäter wurden dieser Tage am Schutzgebiet „Bosque de Pómac“ bei Ferreñafe zusammengezogen, obwohl dort überhaupt nichts passiert ist. Aber sollten sich die schlimmsten Befürchtungen realisieren, werden sie vermutlich kaum hinterher kommen, Verletzte zu versorgen. Denn in den nächsten Stunden läuft das Ultimatum ab, in dem die peruanische Regierung die rund 200 Familien, die sich  illegal innerhalb des Schutzgebietes angesiedelt haben, dazu auffordert, ihre  Häuser zu räumen. Viele Familien haben das Schutzgebiet inzwischen verlassen. Andere sind geblieben und wollen nicht freiwillig gehen.

    Formalisierung von Landbesitz schafft auch Probleme

    Daraus ergibt sich ein Dilemma, vor dem die peruanische Regierung, in diesem Fall allen voran Umweltminister Brack Egg, in diesen Jahren immer wieder steht. Wo es möglich ist, werden oftmals Siedlungen, die auf Land in Staatsbesitz gebaut wurden, nach einer gewissen Zeit einfach „legalisiert“, die Landbesetzer werden offizielle Landbesitzer.  Dadurch konnten – zumindest in vielen Fällen – Probleme vermieden werden, die in Brasilien zur Landlosenbewegung geführt haben. Allerdings wurden dabei auch neue Probleme geschaffen. So gehen die Landbesetzer eher selten nach einem geregelten Bebauungsplan vor, was insofern verständlich ist, dass das Hauptanliegen erst einmal ein Dach über dem Kopf ist. Das Problem kommt dann, wenn sich eine größere Ansiedlung bildet, die sich mit der Zeit fortentwickelt. Erst dann wird oftmals klar, dass  bei der ungeplanten Landbesetzung keine öffentlichen Plätze, kein sinnvoller Straßenverlauf, kein einfacher Anschluss an das Wasser- und Abwasserystem bedacht wurden.

    Der Konflikt zwischen Menschen- und Umweltschutz

    Am Beispiel des Schutzgebietes „Bosque de Pómac“ kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. In Zeiten des Klimawandels übt alle Welt Druck auf die Regierungen aus, in deren Länder noch etwas „Urwald“ steht. Das ist durchaus nicht negativ, wenn durch entsprechende finanzielle Unterstützung diejenigen, die den „Urwald“ bewohnen, auch davon profitieren, dass sie den Wald stehen lassen. Immer wieder kommt es so aber zu Konflikten zwischen denjenigen, die sich ein bestimmtes Gebiet zum Leben ausgesucht haben und denen, die möchten, dass das  Gebiet unangetastet bleibt.  So beklagten in der Vergangenheit auch immer wieder angehörige der Aguaruna und Huambisa, informelle Goldwäscher würden sich an der Grenze der Region Amazonas zu Ecuador breit machen – und bei der Goldwäsche verschiedene giftige Chemikalien einsetzen.

    Infrastruktur vs. Denkmalschutz

    Bestimmt würde insgeheim auch so mancher Minister die Menschen lieber im Wald oder zwischen Ruinen aus vorinkaischer Zeit wohnen lassen, als sich mit ihnen anzulegen. So kam es bei der Ruinenstadt Machu Picchu im vergangenen Jahr zu einer Auseinandersetzung zwischen Denkmal- und Naturschützern und einer lokalen Bürgermeisterin, die eine  Brücke hatte bauen lassen, um den Zugang zu ihrem Ort zu vereinfachen. Zudem wurde am 24. Dezember vergangenen Jahres Nemesio Mendoza festgenommen, Bürgermeister von Puerto Bermúdez. Unter seiner Aufsicht war mit dem Bau einer -ungenehmigten- Straße begonnen worden – die bei der Fertigstellung durch ein Schutzgebiet gegangen wäre. Die Anwohner hätten sich über die Straße bestimmt gefreut. Billiger wird die Straße bestimmt nicht, wenn sie um das Schutzgebiet herumgeführt wird und das Gold liegt in Peru bekanntlich tief in den Bergen und nicht auf der Straße.

    Umweltschützer freuen sich über höhere Strafen

    Seit dem 1. Januar 2009 werden nun Umweltverbrechen nicht nur verfolgt, sondern auch härter bestraft. Das hat seinen Sinn und wurde von Umweltgruppen schon seit Jahren gefordert. Die Bewohner des Bosque de Pómac werden da vermutlich eine andere Meinung haben, sie zeigen, dass diese Art des „Fortschritts“ auch Probleme mit sich bringen.

    So bleibt trotz allem zu hoffen, dass der Einsatz der Ärzte und Sanitäter in Lambayeque nicht nötig sein wird.

  • 2005-2008: Bierkonsum verdoppelt

    In den vergangenen drei Jahren hat sich der Bierkonsum in Peru fast verdoppelt. Das erklärte Alfredo Paredes,  Vertreter des Getränkeherstellers Ajegroup, gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA. Wurden 2005 noch 781 Millionen Liter Bier konsumiert, waren es 2008  bereits 1,3 Milliarden Liter. Das entspricht ca. 41 Litern Bier pro Person und Jahr. Als einen Grund für den starken Anstieg sieht Paredes neben der weiteren Verbreitung durch eine verbesserte Verkehrsinfrastruktur hauptsächlich die durch den Wettbewerb im Biersektor stark gefallenen Preise. Für die kommenden Jahre wird ein weiterer Anstieg erwartet. Allein in den derzeitigen Sommermonaten diesen Jahres soll der Bierumsatz um 15 bis 20% über dem Umsatz des Vorjahres liegen. In den Sommermonaten, also Januar bis März, tätigen die peruanischen Bierhersteller rund 30% des Gesamtumsatzes. Zudem wird erwartet, dass der Jahresbierkonsum 2009 pro Person um 4 Liter auf 45 Liter ansteigt.

  • Klimawandel: "Quilca"-Berg erstmals schneefrei

    Cerro Quilca (Puno): 2008 erstmals schneefrei. Foto:Andina / Agencia Agraria de San Román
    Cerro Quilca (Puno): 2008 erstmals schneefrei. Foto: Andina / Agencia Agraria de San Román

    Zum ersten Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist der als „Cerro Quilca“ bekannte Berg in der Region Puno schneefrei. Wie Omar Velásquez vom Büro für Bewässerung der Agraragentur (Agencia Agraria) San Ramón erklärte, war die Schneeschmelze in den vergangenen beiden Jahren stark angestiegen, was schließlich gegen Ende des Jahres 2008 dazu führte, dass Quilca erstmals vollkommen schneefrei war. In der Umgebung wird nun befürchtet, dass es schon bald zu Engpässen bei der Wasserversorgung kommt.

    An seiner höchsten Stelle ist der „Cerro Quilca“ 5250 hoch.

  • Petroaudios: Parlamentsausschuss spricht Del Castillo frei

    Gegen dem Willen des Vorsitzenden des Petroaudios-Untersuchungsausschusses Abugattas hat der peruanische Kongress gestern in einer Marathonsitzung den Bericht des Ausschusses angenommen. In dem Bericht wird der ehemalige Premier Del Castillo von dem Verdacht freigesprochen, an der unrechtmäßigen Vergabe von Ölförderlizenzen an das Unternehmen DiscoverPetroleum beteiligt gewesen zu sein. Der Ausschusvorsitzende Abugattas erklärte, er sei weiterhin von der Schuld Del Castillos überzeugt, habe aber bisher noch keine Beweise finden können. Er hatte zusätzlich zu dem Bericht, den der Ausschuss mit der Mehrheit seiner Mitglieder dem Parlament vorgelegt hatte, einen anderen Bericht vorgelegt, der im Parlament selbst allerdings keine Mehrheit fand.
    In den vergangenen Monaten waren verschiedenen Medienunternehmen wiederholt Mitschnitte von Telefonaten zwischen diversen Politikern und Unternehmern zugespielt worden, nach deren Inhalt auch die ehemalige peruanische Regierung an Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Förderlizenzen beteilitgt war.

  • Am 1. Februar tritt Freihandelsabkommen Peru-USA in Kraft

    Am ersten Februar 2009 tritt das Freihandelsabkommen (Tratado de Libre Comercio, TLC) zwischen Peru und den USA in Kraft. Nach mehrjährigen Verhandlungen hat heute auch der US-Präsident Bush das Inkrafttreten verkündet. Damit wird in Zukunft der Handel zwischen Peru und den Vereinigten Staaten von Amerika starkt vereinfacht.

  • Puno erklärt sich zur "autonomen Bundesregion Quechua Aymara".

    Der Rat der Südperuanischen Region Puno beschloss am gestrigen Donnerstag,  „Puno“ zur „autonomen Bundesregion Quechua Aymara“ (Región Federal Autónoma Quechua Aymara)zu erklären. Gleichzeitig soll eine überparteiliche Diskussion zum Thema angestoßen werden. Von den 12 Regionalräten stimmten 6 für das Projekt, 4 dagegen, 2 enthielten sich. Gleichzeitig soll der Rat auch in „Regionalparlament der Bundesregion Quechua-Aymara“ (Parlamento Regional de la Región Federal Quechua-Aymara) umbenannt werden.

    Der ehemalige Präsident des peruanischen Verfassungsgerichtes, Víctor García Toma, erklärte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA, allein eine Verfassungsgebende Versammlung könne die Entscheidung treffen, aus dem dezentralisierten Einheitsstaat, der zu sein Peru anstrebt, einen Bundesstaat zu machen.