Schlagwort: Leuchtender Pfad

  • Verteidigungsminister Mora unterstellt Antiterroreinheiten im VRAE dem Militär

    In Zukunft wird in den Tälern der Flüsse Apurímac und Éne (VRAE) allein das Militär gegen die verbliebenen Einheiten der Terrororganisation Sendero Luminoso (dt. leuchtender Pfad) und die Drogenproduktion vorgehen. Das bestätigte heute Verteidigungsminister Daniel Mora. „Wir haben nun die Kontrolle über das gesamte Territorium des VRAE“, so Mora gegenüber der Agentur ANDINA. Zudem betonte der Verteidigungsminister, die Entscheidung gehe zurück auf Vorgaben von Präsident Ollanta Humala und sei bereits vor einigen Wochen getroffen worden. Zudem wurden für die Arbeit im VRAE die Nachrichtendienste von Polizei, Innenministerium und Militär zusammengelegt. Ziel der Zusammenlegung ist es, die als „Artemio“ und „Alipio“ bekannten Terrorführer aufzuspüren, die im Huallaga-Tal oder im VRAE vermutet werden.

    Mit der Militär-Orientierung der VRAE-Politik muss nun sogar die Nationalpolizei alle Einsätze vorab mit dem zuständigen Militärkomando absprechen. Das trifft bei einigen Beobachtern auf Kritik. So fordern die Kongressabgeordneten Heriberto Benítez (Solidaridad Nacional) und Yonhy Lescano (Alianza Parlamentaria), die Polizeiarbeit im VRAE dürfe nicht eingeschränkt werden. Auch Luis Thais, Vertreter der Partei „Perú Posible“ kritisierte die einseitige Militärorientierung und forderte einen breiteren Ansatz. Insbesondere der Drogenhandel sei ein Problem, das verschiedene Bereiche betreffe und dessen Behandlung nicht auf Repression reduziert werden dürfe, deshalb sei es wichtig, so Thais, die Antidrogenbehörde DEVIDA mit mehr Mitteln auszustatten.

  • Ayacucho: Staatsanwaltschaft untersucht Massengrab mit 28 Leichen

    Die Überreste von mindestens 28 Bauern aus der peruanischen Region Ayacucho, die vermutlich von Angehörigen des peruanischen Militärs während des internen Konfliktes der 80er und 90er Jahre getötet wurden, hat die für Menschenrechtsfragen zuständige Staatsanwältin Jhousy Aburto Garavito im Mai bei Chungui exhumieren lassen. Die Toten, darunter sieben Kinder, wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft ohne Prozess und ohne Beweise als schuldig befunden, der Terrororganisation „Sendero Luminoso“ (Leuchtender Pfad) anzugehören und in der Militärbasis in Chungui – Hautstadt des gleichnamigen Distrikts in der Provinz La Mar – zwischen 1984 und 1985 gefoltert und umgebracht. Ihre Leichen wurden nun in Chuschihuaycco, auch genannt „El Cementerio de los Terrucos“ (dt. der Friedhof der Terroristen) gefunden. Dieser Ort ist rund 10 Gehminuten von der Militärbasis entfernt. 11 Personen konnten bislang identifiziert werden.

    Chungui war während des internen Konfliktes in Peru für „Sendero Luminoso“ (SL) ein wichtiger Rückzugspunkt, da er für Polizei und Militär aufgrund seiner Lage und fehlender Anfahrtswege nur schwer zugänglich war. Bereits zuvor waren die Ortschaften des Distriktes untereinander zerstritten, unter Anderem eine Folge des Großgrundbesitzertums. Dies nutzte Sendero Luminoso aus, um die Bewohner des Distrikts gegeneinander auszuspielen.

    Im Jahr 1982 überfielen, wie aus dem Bericht der Wahrheits- und Versöhnungskommission (CVR) hervorgeht, SL-Einheiten die Zuckerrohrsirup-Produktionsstätte des Örtchens Chapi und zwangen zahlreiche Menschen, sich ihnen anzuschließen. Zudem töteten sie den Ortsvorsteher von Chungui, Leonidas Roca und richten im nahegelegenen Yerbabuena ein Massaker an. Als dies in der nächstgelegenen Militärbasis bekannt wurde, machten sich eine benachbarte Bürgerwehr und eine Militäreinheit auf den Weg nach Chapi, wo sie unter Folter Geständnisse erzwang, wer im Ort die SL-Einheiten unterstützt habe. Die in den Geständnissen erwähnten Personen wurden festgenommen und in das berüchtigte „Frontón“-Gefängnis gesperrt, das mehrere von ihnen nie wieder verließen. In Yerbabuena werden ebenfalls 12 angebliche SL-Anhänger festgenommen. Von ihnen fehlt bis heute jede Spur. Als SL davon Kenntnis erhielt, kamen auch die Terroristen wieder nach Chapi und töteten ihrerseits drei Personen, die – ebenfalls unter Folter – von Dorfbewohnern als „Verräter“ identifiziert worden waren.

    Die nun gefundenen Leichen stammen aber wahrscheinlich aus den Jahren 1984 oder 1985, als der Armeehauptmann Víctor Zamora Lugo alias „Samuray“ in Chungui das Kommando übernahm. Der Hauptmann, den der CVR-Bericht als den „blutrünstigsten und gewaltätigsten“ bezeichnet, den Chungui jemals gesehen hatte, ist, wie ein 60jähriger Mann gegenüber der Wahrheitskommission erklärte, auch verantwortlich für den Tod von Maurino Quispe. Maurino Quispe war Vorsitzender der -eigentlich vom Militär unterstützen- örtlichen Bürgerwehr, wurde aber -ohne Beweise- beschuldigt, Kontakte zu Sendero Luminoso zu pflegen. Seine sterblichen Überreste konnte Staatsanwältin Aburto Garavito bereits identifizierten. Nun will sie die Verantwortlichen des Militärstützpunktes Chungui vor Gericht bringen.

    NACHTRAG: Identifizierte Opfer bereits beigesetzt

    Die 11 bereits identifizierten Leichen wurden vorgestern, am 7. September, nach einem Marsch um den Hauptplatz von Ayacucho, der Totenwache und einer Messe in der Kathedrale beigesetzt. 10 der Toten wurden auf dem Friedhof von Chungui, einer in Ayacucho selbst beerdigt.

    Angehörige von Opfern des internen Konflikts warteten Präsidentschaftswahl ab

    Wie sich langsam herauskristallisiert, ist die derzeitige Häufung von Massengräbern mit Opfern illegaler Hinrichtungen aus der Zeit des internen Konfliktes kein Zufall. So erklärten kürzlich Angehörige von einem der Bauern, die bei Santa (Region Áncash) in einem Massengrab gefunden worden waren in einem Zeitungsinterview, sie hätten das Grab bereits einige Wochen zuvor entdeckt. Sie hätten dann allerdings noch abgewartet, dass Keiko Fujimori – Tochter des ehemaligen peruanischen Diktators Alberto Fujimori – die Wahl nicht gewinnt und somit keine Handhabe hat, die Ermittlungen zu beeinflussen.

    Das Kapitel über Chungui aus dem Bericht der Kommission für Wahrheit und Versöhnung, CVR, kann hier heruntergeladen werden! 

  • Nach 19 Jahren: Grab mit 9 Colina-Mordopfern bei Chimbote gefunden

    Bei der Aushebung eines Grabes bei der Panamericana Norte in der peruanischen Provinz Virú (Region La Libertad) sind Forensik-Experten der peruanischen Staatsanwaltschaft auf die sterblichen Überreste von neun Bauern gestoßen, die 1992 von der Colina-Gruppe ermordet worden waren, einer Todesschwadron der damaligen Fujimori-Regierung. Es habe sich dabei um Bauern aus Santa (Region Áncash) gehandelt, so Silvia Alayo von der Menschenrechtskommission der Diözese Chimbote.

    Wie aus dem Bericht der Versöhnungs- und Wahrheitskommission hervorgeht, die den internen Konflikt im Peru der 80er- und 90er Jahre aufgearbeitet hat, gab es in Santa Anfang der 90er Jahre eine Organisation mit dem Namen „campesinos sin tierra“ (dt. landlose Bauern), die sich gegen einen brutalen Großgrundbesitzer zur Wehr setzte. Dieser wiederum war mit dem Chef der Colina-Gruppe,  Santiago Martín Rivas, persönlich befreundet. In der Nacht zum 2. Mai 1992, so geht aus dem Kommissionsbericht hervor, kam eine Colina-Einheit in Santa an und entführte die Gründer der „campesinos sin tierra“ und weitere Personen, die sich ihnen in den Weg stellten. Anschließend ermordeten sie diese, um sie dann in der Wüste zu verscharren.

    Bereits vor dem jetzigen Fund war man davon ausgegangen, dass die neun Bauern getötet worden waren. Wenn sich die ersten Untersuchungsergebnisse nun bestätigen, haben Angehörige und Justiz endlich Klarheit darüber. Die Angehörigen der Colina-Gruppe wurden für diesen Fall bereits zu 15-25 Jahren Haft, sowie einer Geldstrafe von 100.000 Nuevos Soles für jede der betroffenen Familien verurteilt, ein Kronzeuge hatte sie belastet. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

    Hier herunterladen: Der Abschnitt 2.53. des Abschlussberichts der Wahrheits- und Versöhnungskommission über den Fall „Campesinos del Santa“.

    HINWEIS:
    Per Kommentar kam die Anfrage nach dem Großgrundbesitzer und Unternehmer Jorge Fung Pineda, der die Morde in Auftrag gegeben hatte. Dieser konnte nicht mehr zu Rechenschaft gezogen werden, er starb 2005. Dennoch wird versucht weiter zu kommen: Neben Jorge Fung und der Colina-Gruppe sollen 1992 auch zwei junge Männer an der Planung der Morde teilgenommen haben. Die Staatsanwaltschaft versucht derzeit, diese zu identifizieren.

  • VRAE: Soldaten sterben in mutmaßlich von Terroristen vermintem Gebiet

    Im peruanischen Tal der Flüsse Apurímac und Éne (VRAE) sind gestern zwei Soldaten durch eine versteckte Sprengladung getötet worden. Fünf weitere wurden verletzt. Wie aus einem Bericht des peruanischen Militärs, der INFOAMAZONAS vorliegt, hervorgeht, soll die Sprengfalle von Terroristen des „Leuchtenden Pfades“ (Sendero Luminoso) positioniert worden sein. Die betroffene Militäreinheit hatte an einer Offensive gegen Sendero Luminoso im Distrikt San Martín de Pangoa (Provinz Satipo / Region Junín) teilgenommen.

    Das VRAE ist nicht nur bekannter Drogenproduktions- und Umschlagplatz, sondern nach Ansicht von Experten auch Rückzugsgebiet von Überresten der Terrororganisation „leuchtender Pfad“, der in den 80er und 90er Jahren Peru in Angst und Schrecken versetzte.

  • Fujimoris rechte Hand zu 25 Jahren Haft verurteilt

    Ein peruanisches Gericht hat mit Vladimiro Montesinos die rechte Hand des Ex-Diktators Alberto Fujimori zu 25 Jahren Haft verurteilt. Montesinos, sowie Santiago Martín Rivas, ehemals Chef der Colina-Gruppe, eines illegalen Exekutionskommandos des peruanischen Geheimdienstes während der 90er Jahre, sowie weitere ehemalige Colina-Mitglieder und Militärfunktionäre wurden für schuldig befinden, Verbrechen gegen die Menschlichkeit geplant und durchgeführt zu haben.

    Im Mittelpunkt stand der Fall „Barrios Altos“, der Überfall der Colina-Gruppe auf ein Fest in einem Gebäude in einem Vorort der peruanischen Hauptstadt Lima am 3. November 1991, bei dem die Colina-Mitglieder 15 Personen töteten. In dem Gebäude sollen sich zu dem Zeitpunkt Anhänger der Terrororganisation „leuchtender Pfad“ (Sendero Luminoso) aufgehalten haben, die Ziel des Anschlages waren.

    Auch Ex-Diktator Fujimori selbst wurde im vergangenen Jahr unter anderem wegen „Barrios Altos“ zu 25 Jahren Haft verurteilt.

  • „Sendero“-Jubiläum: Perus Regierung verhängt Ausnahmezustand

    Wegen des anstehenden Jahrestages der ersten Angriffe durch die peruanische Terrororganisation „Sendero Luminoso“ hat die peruanische Regierung über mehrere Regionen den Ausnahmezustand verhängt. Wie aus einer Resolution hervorgeht, die am vergangenen Samstag im peruanischen Gesetzesblatt „El Peruano“ veröffentlicht wurde, gilt der Notstand in mehreren Provinzen der Regionen Huánuco, Ucayali und San Martín für 60 Tage. Als Grund für die Notwendigkeit dieser Maßnahme werden „Umtriebe“ angegeben, die, so die Resolution, die „freie Entfaltung der Aktivitäten der Bevölkerung in den Provinzen Marañón, Leoncio Prado, Huamalíes im Departement Huánuco, sowie der Provinz Tocache im Departement San Martín und die Provinz Padre Abad im Departement Ucayali“ stören könnten.

    Konkret bedeutet dies die Aufhebung mehrerer in der peruanischen Verfassung verankterten Grundrechte. So können Verhaftungen ohne Anklage vorgenommen werden und die Versammlungsfreiheit wurde eingeschränkt.

    Am vergangenen Freitag hatte der peruanische Verteidigungsminister Rafael Rey öffentlich erklärt, er verfüge Informationen über ein Attentat gegen ihn, ohne allerdings dabei anzugeben, woher die Informationen stammen und welcher Art sie sind. Deshalb habe er mehr Sicherheitspersonal beordert und dies auch seinen Kabinettskollegen empfohlen, so Rey gegenüber dem Nachrichtensender RPP.

    Vor 30 Jahren war in der peruanischen Region Ayacucho die von dem Soziologiedozenten Abimael Guzman gegründete maoistische Terrorgruppe Sendero Luminoso, zu Deutsch „Leuchtender Pfad“, erstmals aktiv geworden. In Chuschi (Provinz Cangalla) hatten Anhänger des Sendero Luminoso am 17. Mai 1980 mehrere Wahlurnen verbrannt. Inzwischen existieren nur noch kleinere Splittergruppen, die vor allem in den Tälern der Flüsse Apurímac und Ene (VRAE), sowie im Huallaga ihr Unwesen treiben und sich dort nach Ansicht von Experten mit Drogenproduzenten und -schmugglern verbündet haben.

  • Huanta / Ayacucho: Leuchtender Pfad attackiert Militärbasis

    Eine Einheit der Terrororganisation Leuchtender Pfad (Sendero Luminoso) hat gestern Mittag eine Militärbasis in der peruanischen Provinz Huanta (Region Ayacucho) angegriffen und dabei vier Soldaten verletzt. Das berichtet die Tageszeitung „La República“. Nach ersten Erkenntnissen hatten mindestens 30 schwer bewaffnete Terroristen unter der Führung des Senderisten „Camarada José“ das Feuer auf die Militärbasis Tutumbaro im Distrikt Sivia eröffnet, der in den als „VRAE“ bekannten Tälern der Flüsse Apurímac und Ene liegt. Wegen der schweren Regenfälle hatten sich die Terroristen weitgehend unbemerkt der Militärbasis nähern können. In der Umgebung wurden im Laufe des Tages mehrere Wimpel der ehemals maoistischen Terrororganisation Leuchtender Pfad gefunden.

    Immer wieder gibt es aus der Region Berichte über Tote und Verletzte Sicherheitskräfte. Das VRAE ist als Rückzugsort von Sendero-Terroristen und der Drogenmafia bekannt, von denen Experten vermuten, dass sie oftmals gemeinsame Sache machen.

    Polizist stirbt bei Sendero-Angriff

    Nicht nur die Militärbasis Tutumbaro wurde Opfer eines Angriffs des Sendero Luminoso. Wie La Republica berichtet, wurde auf der Straße von Ayacucho nach Andahuaylas der Geländewagen von Polizisten einer Antiterrorismuseinheit der peruanischen Nationalpolizei angegriffen. Einer der Polizisten wurde dabei getötet. Vier weitere Personen wurden verletzt.

  • Geld zeigt Wirkung: Erste Terrorverdächtige festgenommen

    Die Belohnung von Hinweisen auf Führungskader der Terrororganisation „Leuchtender Pfad“ (Sendero Luminoso) zeigt Wirkung. Das berichtet Erasmo Reyna, der das staatliche Programm hierzu betreut. Demnach gab es bereits zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Fassung eines Kopfes der Organisation beigetragen haben. Dafür wurden auch schon in einem Fall 300.000 Nuevos Soles ausbezahlt, so Reyna. Man sei derzeit hinter weiteren Terroristen her.

    Die Skala der Belohnungen ist je nach Hierarchiestufe des Terroristen höher, für die zwei direkten Anführer sind bis zu 1 Million vorgesehen. Es handelt sich dabei nach Angaben peruanischer Medien um Víctor Quispe Palomino alias ‘José’ und José Flores León alias ‘Artemio’.

    Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung wird dieser von einer Arbeitsgruppe aus Polizei, Militär und Regierung überprüft. Führt er zu Verhaftung, entscheidet die Arbeitsgruppe über die Höhe der Belohnung. Das Geld kommt aus den Etats des Innen- und des Verteidigungsministeriums. Das gesamte Programm ist mit 10 Millionen Nuevos Soles gedeckelt.

  • Sendero-Luminoso-Gründer Guzman schreibt ein Buch – Justizminister Pastor besorgt die Werbung

    Mit recht großem Erfolg soll das Buch „DE PUÑO Y LETRA“ des wohl brisantesten peruanischen Terrorhäftlings Abimael Guzman in den Verkauf gestartet sein. Keiner kann sich ganz genau erklären, wie das Buch eigentlich aus dem Marinestützpunkt herausgeschmuggelt werden konnte, in dem Guzman – ürigens genau wie sein Gegenspieler Montesinos – wegen seiner Vergangenheit als Gründer und Anführer des zuerst als Guerrilla-, dann als Terrororganisation agierenden „Sendero Luminoso“ (Leuchtender Pfad) einsitzt. Dass das Veröffentlichen von Büchern in Peru auch für diejenigen möglich ist, die wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit hohe Haftstrafen absitzen müssen, war bereits seit den 3 Büchern bekannt, die Montesinos geschrieben hatte. Da das Buch von Abimael Guzman über das Internet bisher nicht verfügbar war, konnte sich der CHACHABLOG noch keine eigene Meinung dazu bilden. Diejenigen, die zumindest von sich selbst behaupten, es gelesen zu haben, sind aber hauptsächlich entsetzt. Nicht so sehr – aber auch – wegen des Lobpreises des Terrors (von dem zahlreiche peruanische Politiker sprechen), denn vom Aufbau und Konzept des Buches. Demnach handelt es sich wohl um eine Sammlung von Texten Guzmans, die von dessen -ebenfalls gefangener- Freundin zusammengestellt wurde. Ein weiterer Teil bestehe aus einer Art Autobiographie Guzmans.

    Vermutlich wäre das Buch relativ unbemerkt wieder vom Markt verschwunden. Wenn nicht der peruanische Regierungshardliner und Justizminister Aurelio Pastor eine – für den Verlag wohl unverhoffte – Kampagne für/gegen das Buch gestartet hätte. Pastor kritisierte öffentlich die Veröffentlichung des Buches, kündigte an, die Verbreitung verbieten zu lassen und Guzmans Anwalt wegen seiner aktiven Mitwirkung an der Veröffentlichung anzuzeigen. Zahlreiche Politiker sprangen ihm bei. Zwei nicht: Diego García Sayán, Amtsvorgänger Pastors erklärte in der linksliberalten Tageszeitung „La Republica“, sein Nachfolger habe durch seinen öffentlichen Protest das Buch auf Platz eins der Verkaufslisten gehoben. Und selbst Ex-Premier Yehude Simon befand, das Land würde gerade „in einem Wasserglas ertrinken“.

    Der Zeitpunkt der Veröffentlichung war übrigens kein zufälliger: Am 12. September 1992 war peruanischen Sicherheitskräften die Festnahme Abimael Guzmans gelungen. Der von Guzman mitgegründete „Leuchtende Pfad“ lößte in Peru einen Bürgerkrieg aus, der – nach dem Berichte der Erinnerungs- und Versöhungskommission – über 60.000 Menschen das Leben kostete.

  • VRAE: Zwei Soldaten fallen bei Angriff auf Hubschrauber

    Zwei Hubschrauberpiloten der peruanischen Luftwaffe (FAP) kamen gestern Nachmittag in den Tälern der  Flüsse Apurímac und Ene (VRAE) ums Leben. Sie sollten drei Soldaten  evakuieren, die am Morgen zuvor bei Zusammenstößen mit Drogen-Terroristen verletzt worden waren, als ihr Hubschrauber beschossen wurde, wie das peruanische Verteidigungsministerium berichtet. Der Angriff erfolgte in der Nähe von Santo Domingo de Acobamba (Region Junín).

    In den „VRAE“ genannten Tälern kam es in den vergangenen Wochen häufiger zu Angriffen auf die peruanische Armee. Nach offiziellen Angaben handelt es sich bei den Tätern um Überreste des leuchtenden Pfades („Sendero Luminoso“), die  dort mit der Drogenproduktion zusammen gewachsen sind. Vladimiro Huaroc, Regionalpräsident der Region Junin bezweifelte dies in einem Interview, das er gestern dem Radiosenderverbund „CNR“ gab. Huaroc machte eine relativ neue „terroristische Vereinigung, vollständig  aus dem Drogen-Bereich“ dafür verantwortlich.