Schlagwort: Cusco

  • Ausnahmezustand in Espinar (Cusco) nach Anti-Bergbau-Protesten mit zwei Toten

    Bei den Protesten gegen das Bergbauprojekt Xstrata Tintaya in der südperuanischen Region Cusco ist es gestern zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen, bei denen nach Berichten peruanischer Medien zwei Personen getötet wurden. Rund 100 Polizisten und Streikende wurden verletzt. Die peruanische Regierung verhängte über die Provinz Espinar für 30 Tage den Ausnahmezustand.

    Seit nun neun Tagen sind große Teile der Provinz durch einen Streik weitgehend lahmgelegt, zu den Zusammenstößen kam es offenbar, als die Gegner des Bergbauprojektes zeitgleich drei Camps des Bergbauunternehmens zu stürmen versuchten. Die Polizei versuchte mit rund 1.500 Einsatzkräften, die Menschenmenge aufzuhalten und setzte dabei neben Tränengasgranaten auch Schusswaffen ein. Dabei wurden offenbar zwei Personen durch Schusswunden getötet. Unter den Personen, die versuchten, die Camps zu besetzen war, wie die Tageszeitung „La República“ berichtet, auch der Bürgermeister von Espianr, Óscar Mollohuanca Crúz.

    Zu den Protesten hatten mehrere Organisationen aufgerufen, darunter neben dem Bürgermeister auch mehrere Bürgerwehren, und andere, die sich zum „Schutzbündnis Espinar“ zusammengeschlossen hatten. Die Forderungen sind dabei, je nach Organisation, unterschiedlich. Während das „Schutzbündnis“ fordert, das Tintaya-Projekt als undurchführbar zu erklären, weil sie es für die Verschmutzung mehrerer Flüsse verantwortlich machen, fordert der Bürgermeister von Espinar von Xstrata mehr Geld für seine Provinz. Das Unternehmen hat beiden Forderungen eine klare Absage erteilt, erklärte sich aber bereit, die Provinz bei der Durchführung strenger Tests zur Wasserqualität zu unterstützen und an den Verhandlungstisch zurück zu kehren..

    Bereits gestern Vormittag, noch vor Ausbruch der Gewalt, hatten die Demonstranten den Provinzstaatsanwalt von Espinar vorübergehnd in ihre Gewalt gebracht. Auf Vermittlung des Vikariates Sicuani war er allerdings wieder frei gelassen worden. Sein Auto wurde verbrannt. Aus verschiedenen Teilen der Region Cusco werden Unterstützungskundgebungen gemeldet. Das peruanische Innenministerium meldete gestern, die Polizei habe mehrere Mitarbeiter des Ordnungsamtes von Espinar festgenommen, als diese versucht hätten, Molotovcoctails, Messer und Macheten zu den Protestierenden zu transportieren. Eine unabhängige Bestätigung dieser Vorgänge gibt es bislang nicht. Provinzbürgermeister Mollohuanca Crúz warf der Polizei vor, die Molotovcoctails selbst auf der Ladefläche des Geländewagens des Ordnungsamts verstaut zu haben, um den Protest zu kriminalisieren.

    Während Premierminister Óscar Valdés „Extremisten“ für die Ausschreitungen verantwortlich machen, sehen die Kongressabgeordneten der Regierungspartei PNP die Schuld im eigenen Regierungslager. Rubén Coa Aguilar und Hernán de la Torre Dueñas machten nicht nur Premier Valdés, sondern auch Umweltminister Manuel Pulgar Vidal, sowie Energie- und Bergbauminister Jorge Merino Tafur für die Geschehnisse verantwortlich. „Gemeinsam mit Rubén Coa und Verónica Mendoza haben wir seit einem Monat darauf gedrängt, dass der Premierminister nach Espinar reist, um den Konflikt zu lösen, diesem sei das aber gleichgültig gewesen“, so de la Torre Dueñas gegenüber „La República“. Deshalb erwäge man nun, die Vertrauensfrage zu stellen.

    Xstrata Tintaya baut in der Provinz Espinar Kupfer ab.

  • Peru: Was ist und wo liegt das VRAE?

    Lage des Flusses Apurímac, später Éne. Grafik: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Lage des Flusses Apurímac, später Éne*. Grafik: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Das Tal des Flusses Apurímac und Éne – ein und derselbe Fluss, der allerdings dort, wo er die Regionen Cusco und Ayacucho verlässt und nach Junín fließt, den Namen wechselt, ist ein peruanisches Flusstal, das durch den Anbau von Coca, die weitgehende Abwesenheit staatlicher Institutionen, sowie das Fortleben von Überbleibseln der Terrororganisation Sendero Luminoso (dt. leuchtender Pfad) traurige Berühmtheit erlangt hat. Obwohl seit über 30 Jahren als Problemfall auf dem Schirm, erhält das Tal, das in Peru als „VRAE“ bekannt ist, seit rund 5 Jahren erhöhte Aufmerksamkeit. Perus Streit- und Sicherheitskräfte versuchen verstärkt, gegen die Terroristen vorzugehen und den Anbau von Coca für die Drogenproduktion zurückzudrängen. Auch andere staatliche Institutionen versuchen erstmals, dort Präsenz zu zeigen. Schulen werden gebaut, Behörden errichten Büros und diverse Anreize sollen Unternehmen dazu bewegen, im VRAE zu investieren. Das Klima und das schwierige Terrain erschweren allerdings entsprechende Ansätze.

    Anschläge und Entführungen machen VRAE den Ruf kaputt

    Ein besonderer Entwicklungsplan, der 2007 ausgearbeitete „Plan VRAE“**, soll helfen, das Tal auf der Anden-Ostseite mit seinen vielen Nebentälern, voranzubringen. Doch die Umsetzung kommt nur schleppend voran. Die zusätzlichen Soldaten, die Bildungsprogramme, sie zeigen bislang nur langsame Fortschritte. Bis heute gilt in weiten Teilen des VRAE der Ausnahmezustand. Immer wieder kommt es im VRAE zu Terroranschlägen, besonders gegen Polizeistationen oder Militärbasen. Erst Anfang Mai wurde ein Soldat Opfer eines Scharfschützen, als er in einer Militärbasis Dienst tag. Immer wieder werden Militär- und Polizeiangehörige bei Patrouillenfahrten aus dem Hinterhalt angegriffen. Und seit im VRAE intensiver nach Terroristen gesucht wird, weiten diese ihren Aktionsradius aus. So wurden im April rund 40 Mitarbeiter des Erdgasprojektes „Camisea“ von der „VRAE“-Fraktion des leuchtenden Pfades entführt. Mitte Mai wurden Anhänger der „VRAE“-Fraktion des leuchtenden Pfades in Ucayali gesichtet. Immer wieder gibt es Berichte, Sendero Luminoso gehe gezielt in kleine Dörfer, zwinge alle Bewohner, an Versammlungen teilzunehmen, Lebensmittel zu besorgen und verteile Flugblätter, in denen zur „Revolution“ aufgerufen wird. Auch Kinder werden entführt, um sie zu indoktrinieren und zu Terroristen zu machen.

    Premier Valdés verspricht „Befriedung des Vrae bis 2016“

    Perus Premierminister Oscar Valdez. Foto: Jessica Vicente / ANDINA.
    Träumt vom friedlichen VRAE: (Nicht nur) Premierminister Valdes. Foto: Jessica Vicente / ANDINA.

    Und so kommt es häufig zu Verwechslungen, die mal schlimmere, mal weniger schlimme Folgen haben. Denn die vier Buchstaben „VRAE“ lassen in Peru aufhorchen. Der Grund, warum Terrorakte, die außerhalb des VRAE stattfinden, dennoch im VRAE verordnet werden: Spezialeinheiten von Polizei und Militär, die im VRAE stationiert sind, werden – aufgrund ihrer Ausbildung – häufig auch in umliegenden Gebieten eingesetzt. In Pressemitteilungen steht dann eben das Stichwort „VRAE“. Zudem: Für manchen peruanischen Hauptstädter ist der Rest des Landes ein einziges großes VRAE. Premierminister Oscar Valdés kündigte Mitte Februar an, das VRAE sei bis 2016 – dem Ende der Legislaturperiode „befriedet“. Daran wird sich die Regierung des amtierenden peruanischen Präsidenten Ollanta Humala messen lassen müssen.

    Schlecht ist es für einen Ort, den Stempel „VRAE“ aufgedrückt zu bekommen, weil VRAE bislang den Ruf von Gefahr, Terrorismus und Drogenkriminalität in sich trägt. Nur langsam lassen sich Unternehmen und Behörden in das Tal locken, um alternative Perspektiven und Arbeitsplätze zum Coca-Anbau für die Kokain-Produktion zu bieten. Dem Stempel „VRAE“lässt sich aber auch etwas Gutes abgewinnen. Denn: Er weißt auf das nicht nur im VRAE akute Problem hin, mit dem der peruanische Staat vielerorts zu kämpfen hat. Trotz großer Anstrengungen hat es der Staat noch immer nicht vollständig geschafft hat, in der Fläche präsent zu sein. So könnte, werden Terror und Drogenmafia im VRAE dereinst besiegt, anderswo leider ein neues VRAE entstehen. Ganz allein kann der Staat das allerdings nicht schaffen: Wenn im VRAE keine Investitionen getätigt werden und der Zugang zu Absatzmärkten für dort produzierte Produkte nicht verbessert wird, sind die Aussichten, Coca-Produzenten umzuschulen, eher schlecht.

    Tourismus leidet unter Terrorismus und Drogenmafia

    Dabei hat das VRAE einiges zu bieten: Wilde Landschaften, traumhafte Wasserfälle, etwas Kultur und einige kulinarische Spezialitäten.  In Sivia gibt es sogar einen Zoo. Tourismusbehörden und Reiseunternehmer trauen sich allerdings nicht, Werbung für das VRAE zu machen. Der Grund: Touristen könnten im schlimmsten Fall als Geiseln genommen oder für den Drogenschmuggel missbraucht werden oder einfach ins Kreuzfeuer von Terroristen und Sicherheitskräften geraten. Auch das Auswärtige Amt  empfiehlt daher noch immer, einen Bogen um das VRAE zu machen. In den Sicherheitshinweisen des deutschen Außenministeriums heißt es: „Im VRAE kommt es gelegentlich zu Überfällen bewaffneter Gruppen auf Angehörige und Einrichtungen der Sicherheitskräfte. Eine Gefährdung von Reisenden kann nicht ausgeschlossen werden. Es wird empfohlen, die genannte Region zu meiden.“

    Für diese und die kommenden peruanischen Regierungen bleibt also noch einiges zu tun und das nicht nur im VRAE selbst, sondern auch bei der Verhinderung der Entstehung weiterer VRAEs. Neben toten Soldaten und Polizisten hat das VRAE auch schon einige politische Opfer gefordert. Zuletzt mussten Verteidigungsminister Alberto Otárola und Innenminister Daniel Lozada Mitte Mai 2012 ihren Hut nehmen, weil sie der Situation im VRAE nicht Herr werden konnten.

    Ein Fluss, viele Namen

    Dort, wo der río Mantaro in den Apurímac fließt, wird dieser zum Éne. In diesen münden schließlich der río Perbene und der río Panga, wodurch aus dem Éne der río Tambo wird, der schließlich in den Ucayali mündet. Von der Quelle bis zur Mündung in den Ucayali ist es eine Strecke von ca. 690 Kilometern.

    AKTUALISIERUNG (03.07.2012): VRAE wird VRAEM
    Mit der Ausarbeitung eines neuen Aktionsplans hat die peruanische Regierung den Aktionsradius um das Tal des Flusses Mantaro erweitert. Dadurch wurde nun offiziell aus dem „plan VRAE“ ein „plan VRAEM“. Damit wurden auch die Provinzen Satipo, Huancayo und Concepción in der Region Junín mit einbezogen. Eine komplette Liste der betroffenen Regionen, Provinzen und Distrikte finden Sie im Beitrag  „Peru: Das VRAE heißt nun VRAEM“.

    * Die Grafik zeigt nur einen Ausschnitt

    ** DS. 003-2007-DE

  • VRAE / Peru: Zwei Polizisten und ein Soldat durch Terroristen-Sprengfalle getötet

    Auf der Suche nach zwei verschollenen Polizisten sind gestern in den Tälern der Flüsse Apurímac und Éne (kurz: VRAE) zwei Polizisten, sowie ein Soldat durch eine mutmaßlich von Sendero Luminoso-Terroristen angebrachte Sprengfalle getötet worden. Das berichtet die Tageszeitung „El Comercio“ aus Lima. Die beiden verschollenen Polizisten verschwanden am vergangenen 12. April, als ihr Hubschrauber, mit dem sie an der Suche nach rund 40 entführten Mitarbeitern eines Erdgasförderprojektes unterwegs waren, angeschossen wurde. Mehrere Polizei- und Militäreinheiten sind bis heute auf der Suche nach ihnen, bislang allerdings ohne Erfolg.

    Die Sendero Luminoso-Fraktion im VRAE ist bekannt für die Konstruktion heimtückischer Sprengfallen und selbstgebauter Anti-Personen-Minen. Der getötete Soldat war eigentlich Spezialist im Umgang mit dieser Art Sprengkörpern: Er war Teil einer Minenräumeinheit des peruanischen Militärs. Das Unglück ereignete sich offenbar in der Umgebung von Alto Lagunas im Distrikt Vilcabamba (Provinz La Convención / Region Cusco).

    Nachtrag 30.04.2012: Einer der verschollenen Polizisten aufgetaucht

    Wie das peruanische Innenministerium in einer Pressemitteilung bekannt gab, wurde gestern (Sonntag, 29.04.) einer der beiden bei der Suche nach den Geiseln verschollenen Polizisten gefunden. Er soll von der lokalen Bevölkerung gestern nach Kiteni (Distrikt Echarate / Provinz La Convención / Region Cusco) gebracht worden sein. Von seinem Kollegen, der ebenfalls seit einem Sendero-Angriff auf einen Helikopter verschwunden ist, fehlt weiter jede Spur.

  • Peru: Serie leichter Erdbeben erschüttert Regionen Ica, Cusco, Lima und Huanuco

    Erdbeben, schematische Darstellung. Bild: IGP.
    Erdbeben, schematische Darstellung. Bild: IGP.

    Eine Serie von Erdbeben hat in den vergangenen Tagen zahlreiche peruanische Regionen erzittern lassen. Zuletzt hatte ein Erdbeben der Stärke 5,0 auf der Richterskala die südperuanische Region Ica gestern Abend um 21:42 Uhr (Ortszeit) zum erzittern gebracht. Das Epizentrum lag nach Angaben des peruanischen Institutes für Geophysik (IGP) rund 92 Kilometer südwestlich von Palpa in einer Tiefe von 33 Kilometern. Über Schäden ist bislang nichts bekannt. Bereits vorgestern Abend, um 18:45 Uhr (Ortszeit) hatte ein Beben der Stärke 4,7 auf der Richterskala die Region Huanuco erschüttert, wegen der großen Tiefe des Epizentrums – 120 Kilometer, ca. 19 Kilometer südöstlich von Ambo – war es allerdings an der Erdoberfläche nur leicht zu spüren.

    Am vergangenen Samstag war in der Region Cusco ein Erdbeben mit der Stärke 5,2 auf der Richterskala zu spüren, auch hier lag das Epizentrum mit 128 Kilometern sehr tief und die Auswirkungen deshalb sehr begrenzt. Das Epizentrum lag hier rund 53 Kilometer südlich von Santo Tomás.

    Der peruanische Zivilschutz INDECI bestätigte inzwischen, das gestrige Beben in der Region Ica sei insbesondere in Ica, Nazca und Palpa zu spüren gewesen, sowohl in Ica, als auch in Nazca seien inzwischen aber Schäden ausgeschlossen worden. In der Provinz Palpa wird nach INDECI-Berichten noch geprüft. Obwohl das Epizentrum vor der Küste Icas lag, schloss das Institut für Geophysik einen Tsunami wegen der geringen Stärke des Bebens aus. Für die Regionen Huanuco und Cusco liegen keine Berichte des Zivilschutzes vor.

    Vor der peruanischen Küste schiebt sich die Nazca-Platte unter die südamerikanische Platte, weshalb es häufig zu Erdbeben mit besonders tiefen Epizentren kommt. Insbesondere die Region Ica wird immer wieder von schweren Erdbeben heimgesucht. So starben am 15. August 2007 bei einem Beben der Stärke 8,0 auf der Richterskala in der Region Ica mehr als 500 Menschen, 76.000 Wohnhäuser wurden damals zerstört.

  • La Convención / Cusco: Rüge für „roten“ Bürgermeister

    Der Bürgermeister des Distrikts Vilcabamba (Provinz La Convención / Region Cusco) hat öffentliche Gebäude in roter Farbe streichen, das Konterfei von Ernesto „Che“ Guevara auftragen lassen und eine Brücke „Volksaufstand“ genannt – und sich damit Beschwerden der Anwohner, sowie eine Rüge der Staatsanwaltschaft eingehandelt. Juan Eudes Olivera Ricalde, von Beruf Lehrer, Parteikollege von Präsident Ollanta Humala und seit Anfang 2011 Bürgermeister, ließ aber auch Frasen anbringen, die nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Terrorismus-verherrlichend ausgelegt werden können. Das aber ist insbesondere im Distrikt Vilcabamba delikat, nachdem erst Anfang Februar eine Polizeistation und ein Gesundheitsposten von Terroristen überfallen worden war. Zwei Polizisten wurden damals schwer verletzt.

    Die „Volksaufstand“-Brücke selbst soll nach Medienberichten vollständig rot gestrichen worden sein, ebenso das Rathaus in der Distrikthauptstadt Lucma, das Habaspata-Stadion, eine Turnhalle, eine Außenstelle der technischen Hochschule Kimbirí, sowie weitere Brücken. Zudem wurde die technische Hochschule in „Ernesto Ché Guevara“ umbenannt.

    Inzwischen Versprach Bürgermeister Juan Olivera, in Zukunft auf das Konterfei des „Che“ zu verzichten, sowie das Rot auf städtischen Bauten mit Weiß zu kombinieren – den peruanischen Nationalfarben. Zudem sei, so Olivera, sowieso alles nur ein Missverständnis gewesen. Er habe „niemals den Terrorismus unterstützt“ und der Name „Volksaufstand“ sei in diesem Zusammenhang als „Aufstand gegen Hunger und Armut“ zu verstehen.

    Vilcabamba mit rund 18.000 Einwohnern bildet das Südende der Provinz La Convención.

  • Calca / Cusco: Drei Tote bei Fernbus-Unfall

    Drei verloren ihr Leben, aber Glück im Unglück hatten die meisten Fahrgäste eines überfüllten Fernbusses des Unternehmens „Caminos del Inka“, der in das „Valle Sagrado“ unterwegs war und aus noch ungeklärter Ursache umstürzte, jedoch nicht den von der Straße abkam, was einen Absturz von mehreren hundert Metern zur Folge gehabt hätte. Insgesamt 35 weitere Personen wurden mit teils schweren Verletzungen in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. Wie der Cusco-Korrespondent der Tageszeitung „La República“ berichtet, sollen während der Fahrt sogar auf dem Gang noch Passagiere gesessen sein. Zudem soll der Fahrer nach dem Unfall zunächst geflüchtet, dann aber von der Polizei festgenommen worden sein. „La República“ berichtet, er verfüge über keinen Führerschein. Die Polizei spekuliert über Bremsversagen.

  • VRAE / Peru: Überfall auf Gesundheitsposten

    Rund 30 Unbekannte, die vermutlich im Zusammenhang mit der peruanischen Terrororganisation Sendero Luminoso (dt. leuchtender Pfad) stehen, haben im Distrikt Vilcabamba (Provinz La Convención / Region Cusco) einen Gesundheitsposten überfallen und große Mengen Medizin gestohlen. Wie RPP Noticias berichtet, wurde die Gruppe mutmaßlich von „Camarada Gabriel“ angeführt, der zur von Víctor „Camarada José“ Quispe Palomino geführten VRAE-Kolumne gezählt wird. VRAE ist die in Peru gebräuchliche Abkürzung für die Täler der Flüsse Apurímac und Éne im Süden Perus, gleichzeitig eine der zentralen Drogenproduktionsregionen und Rückzugsort der Terroristen. Erst vergangene Woche hatten Unbekannte versucht, die nahegelegene Polizeistation von Pucyura einzunehmen und dabei zwei Polizisten verletzt. Die Ermittler vermuten, dass es sich um die selben Täter handelt. Möglicherweise soll die gestohlene Medizin zur Versorgung von bei der Schießerei in Pucyura Verletzten eingesetzt werden.

  • Leitungsstörung führt zu Blackout in Südperu

    Stromausfälle sind in vielen Teilen Perus noch immer keine Seltenheit, selten war allerdings der Umfang eines Stromausfalls, der große Teile Südperus betraf. Wie die Sociedad Eléctrica del Sur Oeste (SEAL) aus Arequipa in einer Pressemitteilung erklärte, waren gestern Nachmittag nach einer Störung der Hochspannungsleitung Mantaro-Socabaya große Teile der Regionen Tacna, Moquegua, Puno, Cusco und Arequipa für mehr als eine Stunde ohne Strom. Gegen 16:20 Uhr (Ortszeit) soll das Problem dann behoben gewesen sein.

  • La Convención / Cusco: Zwei Verletzte bei Anschlag auf Polizeistation

    Bei einem Anschlag auf eine Polizeistation am zur Region Cusco gehörenden Teil der Täler der Flüsse Apurímac und Éne (VRAE) sind heute Morgen zwei Polizisten schwer verletzt worden. Wie der Nachrichtensender RPP berichtet, wurde das Kommissariat Pucyura (Distrikt Vilcabamba / Provinz La Convención) vermutlich von einer der Drogenmafia nahestehenden 20-30köpfigen Gruppe mit Molotovcoctails und Schusswaffen angegriffen. Nach ersten Ermittlungen versuchten die Angreifer wohl, die Polizeistation zu besetzen, scheiterten aber an der Gegenwehr der 16 diensthabenden Polizeikräfte.

    Bei der anschließenden mehrstündigen Schießerei wurden zwei Polizisten verletzt und in einen nahegelegenen Gesundheitsposten eingeliefert. Erst nach einiger Zeit gelang es, Verstärkung anzufordern – Pucyura verfügt über kein Telefon und keinen Handyempfang. Inzwischen befinden sich mehrere Polizeieinheiten vor Ort, um nach den Tätern zu fahnden.

  • Starker Regen führt zu Überschwemmungen, Erdrutschen und Stromausfällen in Tumbes, Cusco und San Martín

    Starke Regenfälle haben am Wochenende in den peruanischen Regionen Tumbes, Cusco und San Martín für Stromausfälle gesorgt, mehrere Straßen unpassierbar gemacht und Häuser, sowie Ackerflächen unter Wasser gesetzt. Wie aus einem vorläufigen Lagebericht des Zivilschutzes hervorgeht, trat im Distrikt Pachiza (Region San Martín / Provinz Mariscal Cáceres) der Huayabamba-Fluss über die Ufer und überschwemmte rund 60 Häuser. Das Ausmaß der zerstörten Ackerflächen ist derzeit noch nicht abzusehen. Im Distrikt Huayopata (Provinz La Convención / Region Cusco) kam es bereits am Samstag wegen der starken Regenfälle zu mehreren Erdrutschen. Einer dieser Erdrutsche riss einen Teil der Straße Quillabamba-Alfamayo mit sich und beschädigte die Alfamayo-Brücke. Hier sind die Reparaturarbeiten bereits im vollen Gange.

    Im Distrikt Zarumilla (Provinz Zarumilla / Region Tumbes) kollabierte das Abwassersystem wegen der starken Regenfälle, zudem kam es zu mehreren Kurzschlüssen in der Elektrizitätsversorgung, weswegen der Stadtteil San José, sowie Fonavi noch immer ohne Strom sind.