In Peru herrscht Wahlpflicht. Wer dagegen verstößt und nicht zur Wahl geht, muss eine Strafe bezahlen. Dies wird auch am 7. Dezember so sein, wenn in mehreren hundert Orten Perus die sogenannten „revocatorias“ abgehalten werden, also Abstimmungen über die Abberufung von Regionalpräsidenten, Bürgermeistern, Provinz-, Stadt- und Gemeinderäten. Diese Art der Abstimmung ist bereits seit Anfang der 90er Jahre in der peruanischen Verfassung vorgesehen, wird nun aber erst zum zweiten Mal angewandt. Wie die Jury für diese Art spezieller Wahlen, der „Jurado Electoral Especial“ (JEE), nun bekannt gab, liegen die Strafen bei dieser Wahl zwischen 17,50 und 70 Nuevos Soles. Wie hoch die Strafe jeweils ist, hängt vor allem davon ab, ob der jeweilige Ort nach der letzten Volkszählung im Vergangenen Jahr (CENSO 2007) als „nicht Arm“, “ „nicht extrem Arm“ oder „extrem Arm“ eingestuft wurde. In den „nicht Arm“en Orten beträgt die Strafe 70 Nuevos Soles, in „nicht extrem Arm“en Orten 35 und in „extrem Arm“en Orten 17,50 Nuevos Soles. Sonderstrafen gibt es zudem noch für die Wahlhelfer, die unter allen Wählern ausgeloßt werden. Erscheinen sie am Wahltag nicht, kommt auf sie eine Strafe von 175 Nuevos Soles zu.
Schlagwort: Censo 2007
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Evangelische Kirchen Perus fordern eigenen Feiertag
Wie ANDINA berichtet, debattiert der peruanische Kongress derzeit die Einführung eines eigenen arbeitsfreien Feiertages für die Evangelische Bevölkerung. Diese Macht inzwischen, laut der Volkszählung 2007, immerhin 12,5% der Gesamtbevölkerung aus, was rund 2,6 Millionen Gläubigen entspricht. Im Gespräch ist dabei der 31. Oktober, an dem außerdem der „Día de la canción criolla“ begangen wird, also der Tag der peruanisch-kreolischen (afroperuanischen) Musik. Der Antrag war von evangelischen Angehörigen diverser Parteien eingebracht worden und wird nach Angaben von ANDINA von einer breiten Mehrheit unterstützt. Derzeit gibt es 7 katholische Feiertage. Laut der Volkszählung 2007 (Censo 2007) des Nationalinstitutes für Statistik und Informatik INEI waren Ende vergangenen Jahres 80% der peruanischen Bevölkerung katholisch. Im Vergleich zum Jahr 1993 (1Mio) hat sich die Anzahl der Angehörigen evangelischer Kirchen mehr als verdoppelt. Besonders im ländlichen Bereich und wenig bevölkerten Urwaldregionen konnten sie zulegen.
Kürzlich wurde in Chile der 31. Oktober als gesetzlicher evangelischer Feiertag eingeführt.
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Analphabetismus sinkt, bleibt aber ein Problem

Analphabetismus im Verhältnis zum Geschlecht. Quelle: INEI Nach Angaben des INEI sank die Analphabetismus- rate um 5,7 Prozentpunkte, liegt aber mit 7,1% der Bevölkerung über 15 Jahren immer noch sehr hoch. Gravierend sind auch die Unterschiede zwischen Stadt- und Landbevölkerung. Während die Analphabetismusrate im urbanen Umfeld bei 3,7% liegt, liegt er in ländlichen Regionen bei 19,7%. In letztgenannten Gegenden konnte die Rate seit 1993 um rund 10 Prozentpunkte gesenkt werden.
Die Region mit der höchsten Analphabetismusrate bleibt auch 2007 Apurímac, wo die sie seit 1993 zwar um beeindruckende 15,2% abnahm, allerdings noch immer bei 21,7% liegt. Gefolgt wird Apurímac von Huancavelica (20,1%), Ayacucho (17,9%), Cajamarca (17,1%) und Huánuco (16,6%). Die niedrigsten Raten haben das Stadtgebiet von Lima und die Provinz Callao mit 1,8% bzw. 1,6%.
Überraschenderweise sind aber nicht nur die großen Küstenstädte ganz vorne dabei, sondern auch die Urwaldregionen Ucayali (4,8%), Madre de Dios (3,2%), sowie Moquegua (4,7%), Tacna (3,7%), Arequipa (4,1%), Tumbes (3,4%) und Ica (2,8%).
Noch immer ist leider ein großer Unterschied im Geschlecht (Mann: 3,6%, Frau: 10,6%) zu beobachten.
Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort. -
Peru wird städtischer
Nach den kürzlich veröffentlichten Volkszählungsergebnissen des vergangenen Jahres stieg die Bevölkerungszahl zwischen 1993 und 2007 um 5,7 Millionen (ca. 1,6% / Jahr) auf 28.220.764 Einwohner. Das Geburtenverhältnis von Frauen und Männern blieb unverändert (49,7% Männer, 50,3% Frauen) ausgewogen. In den Ergebnissen der Zählung schlägt sich eine starke und anhaltende Landflucht nieder. So wuchs zwar die ländliche Bevölkerung um über 11.000 Personen gegenüber der Zählung 1993, gleichzeitig wuchs die städtische Bevölkerung um über 5 Millionen Personen. So lebt heute nur noch rund ein Drittel der Bevölkerung auf dem Land. Bedenkenswert ist dabei, dass die Geburtenrate in den Städten weit unter der im ländlichen Raum lag. Während 2007 in Lima die Geburtenrate bei 1,3 Kindern pro Frau lag (1993: 1,6), kommen Frauen in ländlichen Regionen wie Amazonas oder Loreto im Durchschnitt auf 2,4 (1993: beide 3,1), in Huancavelica und Apurímac sogar auf 2,5 Kinder (1993: 3,4/3,3).
Quelle: INEI (Instituto Nacional de Estadistica e Informatica): Perfil Sociodemográfico del Perú, Segunda Edición. Lima: 2008